Montag, Oktober 30, 2006
Meine erste Hypnose
Ich war stinksauer. Ausgerechnet mich nimmt der zur Demonstration von Analgesie per Hypnose. Ich wollte zuschauen, die einzelnen Schritte in mich aufsaugen. Exzentrisch wie immer, war ihm das natürlich egal. Unter Hypnose konnte er mich am besten kontrollieren. Da war ich nicht so weit weg. Hab trotzdem ständig kontrovers reagiert. Auf Elevation mit verstärkter Eigenschwere, auf Kälte mit Introversion statt mit Widerstand. Aber direkt im "Aufwachen" hab ich ihm dann endlich alles ins Gesicht schreien können, was mir die letzten fünf Minuten auf den Nägeln brannte: Einen Manager als Patienten hatte er nicht verdient. Die Antwort kam spitz wie immer: Vielen Dank in vielerlei Hinsicht. Naja. Die Hypnose selbst war im Übrigen ganz nett. Hab sie oft zu kopieren versucht. Der Einstieg über eine Dachrinne, von der du einen Eiszapfen abbrichst, der in deiner Hand schmilzt und Tropfen für Tropfen in die Ellenbeuge rinnt. Eine Elevation wär aber auch nicht draus geworden, wenn er direkt vor mir gestanden hatte. Wer greift schon nach was Vertikalem. "Ich" in der Suggestion ist ihm zu invasiv. Er siezt lieber. Manager mag er nicht. Die strengen ihn an. Strengten ihn an. 1991 war das.
Gestationsdiabetes
Vielleicht wird das das Thema meiner neuen Doktorarbeit. Gestationsdiabetes interessiert rike im Moment. Schmecken Martin. Mich Biometrie. Vergleichbar Reproduzierbares. Mal sehen, was da unter Früherkennung subsummierbar sein wird. Faktorbildung interessiert mich sehr. Stochastik. Wühlkistennavigation. Serotonin, Pheromon, Insulin... Schmecken, Verfetten, Verarmen... Bin noch ganz am Anfang. Hab noch keine einzige Zahl. Nur Brainstormspam. Multivariates, träum. Aus Zahlen lässt sich ja alles Mögliche Assoziieren. Je nach Perspektive und Filter. Vielleicht findet sich ja was mit 61, 63, 81, 89 oder 93. Es muss ja nicht immer 67 sein.
Apropos Obszönität
MussIchMirSorgenMachen ist noch die freundlichste Umschreibung für WieWarDeinLetzterHIVTest angesichts einer einladenden Erektion. Da sinkst du grad in andächtigste Trance und wirst sofort mit irgendwelchen Eventualitäten genervt. Tja, HIV-Test. Aus irgendeinem Grund kippt der seltener als ein Eva-Test. Wahrscheinlich ist das auch der hauptsächliche Grund für seinen Vertriebsweg. Wird Antikörper doch ganz anders mystifiziert als das Generieren semiautologer Genome. Es ist eben fremd, sagt der Xenophobiker in mir. In mir schreibe ich heute schon das zweite Mal. Mutter als Xenophobiker... Neugeborenenhaemolyse? Egal. HIV-Test also. Verdammt, was misst der jeweils? Antikörper? Und wenn, was sagt dieser Antikörper-Titer tatsächlich aus? Ich habe nicht übel Lust, kurz vor jeder Neuakquise den Informationsstand zum Genbestand, speziell den Antikörperpool meines Gegenübers vor dem Säfteaustausch mit meinem eigenen abzugleichen. Irgendwann wird alles überschaubar. Sogar der eigene Lebensplan. WiewarDeinLetzterHIVTest? Es gab mal eine Zeit, da hätte ich den Test minutenweise aktualisieren können. Und ich hatte nicht im Labor gejobbt. Einfach auf Station. Damals hab ich mich komischerweise extrem sicher gefühlt. Egal wie offen meine Hände waren. Von Desinfektionsmittel verätzt, übernächtigt und ständig unter Versagensangst. WieIstDeinAktuellerHIVTest?
Menschen, mit denen ich gerne schlafen würde
Natürlich sind das meine Kinder, jault die Mutter in mir. Manchmal träume ich aber schon, von wem ich gern ein haldolfreies Mixup hätte. Markus Barsch heißt der Göttliche. 85 Kilogramm wiegt er momentan und hat die Ausstrahlung eines mittleren Erdbebens auf mich. Ich hab sogar eine Email von ihm. ICH! Wer Markus Barsch ist? Ihr Unwürdigen! Es ist DER Moderator auf SWR3. Manchmal legt er die Musik extra für mich auf. Da bin ich mir ganz sicher. Er spürt mich. Mich seinen Stammhörer. Im Gewirr der Anrufe. Irgendwann rufe ich ihn an und frage ihn vor drei Millionen Hörern nach seinem aktuellen Lebendgewicht zwecks Massenabgleich. Achja. Das Leben kann so einfach sein. Es geht natürlich um meine Kinder und die zweckbestimmte Auslastung von Haldol. Was meine Familienplanung betrifft, muss ich natürlich mit meinem Psychiater noch besprechen, wie weiterführend eine Email in der Generationsfolge ist. Mir persönlich macht unser Altersunterschied nichts aus. Alles wird gut. Haldol ist einen Versuch wert. Ich liebe mich. Und damit war ich offline. Aber für den übereifrigen Voyeur noch einen Blick auf das Objekt meiner Begierde: http://www.swr3.de/info/crew/?name=marcus.barsch Nicht anfassen, kreisch. Schlimm genug, dass ich ihn mit drei Millionen teilen muss.
Nur Fliegen sind schöner
Nicht dass ihn morphogenetische Felder interessieren. Für die hat er nur ein müdes Lächeln. Aber warum sich bei niedergeschlagenen Lidern mehr Fliegen an ihn heranwagen als beim professionellen Giftblick, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Magnesium interessiert ihn übrigens auch nicht. Und Pheromon leider auch nicht mehr. Obwohl er gerade damit verblüffend gut ausgestattet ist. Aber wen interessiert im Weltweiten schon, wer gerade wie riecht. Zumal er nach eigener Auskunft ein weitgehend mieser Betreuer sein soll. Dem habe ich bislang leider nichts entgegenzusetzen. Eigentlich wollte ich vor vier Jahren einen Artikel über Pheromone schreiben, später eine Doktorarbeit. Aber irgendetwas hat mich davon abgelenkt. Nur Fliegen sind schöner. Besonders ihre Meridiane.
Freitag, Oktober 20, 2006
Jemand, den ich sehr gern hab
Huch, einmal klicken, und er ist da. ganz nah. Gleich auf dem Monitor. Auch wenn er grad Urlaub hat. Ich mag seine Stimme sehr. Hab grad ein paar Fotos ergoogelt. Sein Job scheint ihm Spaß zu machen. Wird Zeit, dass ich auch wieder einen finde, der mich ausfüllt. Ich höre Groke und fange sofort an zu träumen. Plötzlich ist alles möglich. Für das bißchen Illusion liebe ich ihn. An Groke denken und über Wolfgang Pabst schreiben geht nicht, hab ich heute gemerkt. Hab keine Ahnung wieso. Nur dass ich extrem wütend werde, hab ich gespürt. Wütend auf alles und jeden.
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