Freitag, August 31, 2007

Fußball

Tim weiß jetzt noch, wer im afrikanischen Viertelfinale zwischen Kamerun und Elfenbeinküste das entscheidende Tor beim Elfmeterschießen vermasselt hat. Fußball ist ihm wirklich wichtig. Mit der Präzision merke ich mir nicht mal, wann Barsch oder Groke gelacht haben.

Danebenreden

Smolka ist Psychiater, nicht Psychologe. Und er sucht einen approbierten Arzt. Warum er mich trotzdem bestellt hat, begreife ich nicht. Was ich noch weniger begriffen hatte, war, warum der Mitbewerber aus Konstanz kam, nachdem gestern bei Marcus Barsch ein Martin aus Konstanz anrief, ob sein Auto Jasmin Tabatai gehört hat. Wie hängt das zusammen? Der Andere ist Rollstuhlfahrer und Psychologe, sein Betreuer Jurist. Ich zelebriere meine Denkstörung. Der Preis dafür ist hoch genug: Ein Jahr Psychiatrie und die eingebüßte Approbation. Grund genug, sie auszukosten. Ich glaube, ich wäre dort nie glücklich geworden.

Meine kleine Welt

Er macht sich wahrscheinlich zu viele Gedanken, schreibt er. Hab gestern wieder an ihn gedacht. Daran, dass es gut wäre, wenn Tims Band bald zu proben beginnt. Gestern hat Nina Crepes gebacken. Die Ausstellung über Schlaf und Traum hatte sie mehr interessiert, als ich erwartet hatte. Mich interessierte die Frage WieLangeHaltenSieSichTäglichImFreienAuf? auf einem der Monitore dort. Nachher ist das Vorstellungsgespräch bei Smolka in der Klinischen Psychologie. Mein Bewerbungs-Jacket lasse ich diesmal zuhause. Ich ziehe lieber die blaue Strickjacke an. Ich bin so aufgeregt. Fast als ob ich Grokes Telefonnummer wählen will. Es ist alles so verrückt. Der Jobist sowieso schon weg. Vielleicht war das Gespräch auch schon gestern, und die wundern sich, was ich heute bei ihnen will. Mir ist schlecht. Ich habe keine Lust aufzustehen. Ausgerechnet jetzt kommt Wake me up when september ends von Green Day. Die Weltverschwörung riecht wahrscheinlich nach Zufall, wenn es sie überhaupt gibt. Was macht Verschworensein überhaupt aus? Verstehen per Knopfdruck? Wie die drei Bewertungspunkte beim Blasten, die Suggerieren, dass Hören, Denken und Schreiben eine Einheit bilden?

Donnerstag, August 30, 2007

Verliebt

Ich glaube, der Unwahrscheinlichkeitsantrieb spielt eine große Rolle - die Befürchtung, den Anderen so nie erreichen zu können - im Wechselspiel von Selbstzweifel und Fernweh. Wenn sich dann trotzdem unerwartet eine Chance auftut, ist der Moment bestimmt überwältigend, das Danach aber wahrscheinlich ernüchternd. Aber was im Alltag geschieht schon nach dem Alles-oder-Nichts-Gesetz? Du siehst jemanden Tag für Tag, ihr geht aufeinander zu, plötzlich weicht er aus, du stutzt, beobachtest ihn genauer und spürst, dass du ihn brauchst, und wenn es nur ist, dass du magst, wie er dich gemocht hat. Geht er auf dich zu, weichst du aus und zweifelst an dem, was er sucht, zweifelst an ihm.

Mittwoch, August 29, 2007

Das Sehen verändert das Licht. Quantenphysik

Nächste Woche kommen zwei Berliner nach Dresden und halten vor der Psychiatrieerfahrenen-Selbsthilfegruppe einen Vortrag über die Krisenpension in Berlin. Danach wollen wir einen Termin mit der Dresdner Psychiatriekoordinatorin vereinbaren, um zu sehen, wie sich ein Weglaufhaus in die hiesige Psychiatrie-Landschaft einordnet. In Dresden werden andersartige Wahrnehmungen leider oft primär medikamentös und nicht sozialtherapeutisch behandelt. Diese Lücke, wenn sie sich im Gespräch mit der Psychiatriekoordinatorin nachweisen lässt, soll das Weglaufhaus zu schließen helfen.

Montag, August 27, 2007

Autobahn A81

Irgendwo an der A81 scheint jemand zu wohnen, der oft auf der SWR3-Verkehrs-Hotline anruft. Das passiert so oft, dass es mir auffällt. Oft sind es Rehe auf der Fahrbahn, die er meldet. Manchmal denke ich, er liest hier und in der Blasterstatistik mit, dieser Jemand. Eine Zeitlang hatte es mich sehr verunsichert, zumal nicht wie bei dem Wetterbericht von Helmut Kohla der Name mit angesagt wird. Dann falle ich mit boshafter Regelmäßigkeit in die A81-Gedankenkette 1981HabeIchMartinKennengelernt-InDerDresdnerStraße81HabeIchGewohnt-81PfennigKosteteDasMalfaBrotVorDerWende. Bevor ich aus der Arabeske ausbreche, vergehen jedesmal Zehntelsekunden, in denen ich mich nicht konzentrieren kann. Es ist eine inhaltliche Denkstörung, aber eine, die mir vertraut ist. Vertraut wie ein langjähriger Wahn. Es ist, als ob dieser Jemand mich meint. Es ist ein Wahn. Verrückt. Beziehungslos und nicht mal synchron. Einfach Zufall. Ein Zufall, den auch Marcus Barschs Stimme nicht zwingender werden lässt. Irgendwann bin ich so weit, dass ich ihn gar nicht mehr bemerke, diesen Zufall.

Psychologischer Dienst

Ich war heute auf dem Arbeitsamt. Der Leistungstest war schwerer, als ich erwartet hatte. Meine Fehlerrate war zwar gering, aber die Leistung war streckenweise nur Durchschnitt. Die Psychologin meinte, dass der Leistungsumfang zwar für eine Umschulung genügt, für die Arbeit als Arzt allerdings zu knapp ist. Woraus sie schlussfolgert, dass da ein quantitativer Unterschied sein muss, hat sie nicht verraten. Meine Gedankenkette zu Unfallhäufungen auf der A81 beim SWR3-Hören ordnet sie als inhaltliche Denkstörung ein. Deshalb will sie einer Umschulung eine niedrigschwelligere Phase im PTZ oder in der FAW vorschalten. Wie willst du auch etwas erklären können, was dir selbst unheimlich ist? Ich bin noch nicht mal so weit, dass ich zeitliche Zusammenhänge erkenne, denen ich dann irgendwelche Kausalitäten zuordnen könnte.

Samstag, August 25, 2007

Freitag, August 24, 2007

Professioneller Charme

Hab grad das erste Mal Im Sturm der Liebe bewußt gesehen. Mutters Lieblingsserie läuft parallel zum Morgenmagazin auf dem NDR: Schwangerschaft in der Ehe kann offensichtlich ein Scheidungsgrund sein. Hab versucht, Mutter per Telefon in das Forum zu locken. Bin fast verzweifelt dabei: Zu ahnen, was sie grad sieht, ist fast unmöglich und dabei gelassen und süß zu bleiben, schwer. Mittlerweile ist es Zeit, zur Behindertenbeauftragten zu fahren.

Donnerstag, August 23, 2007

Fremdeln

Bin bei der Suche nach Sex bei seelischer Behinderung auf einen Thread von 2003 gestoßen. Bin schon wieder wund, sobald ich zurückblättere. Damals hatte ich das Gefühl Aiman Abdallah sieht mich, sobald er sendet, überall. Egal, ob ich eine Tür öffne oder mich in die hinterste Zimmerecke verkrieche. Am schlimmsten war es, als dann eine Stelle bei Welt der Wunder ausgeschrieben war und ich mich nicht sofort beworben hatte. Dann meinte mich sogar der Irak-Krieg. Es war, als ob alle Welt darauf wartete, wie ich reagiere, und sich an meiner Einsamkeit weidete. Jahre später wurde ich dann tatsächlich bei Welt der Wunder Praktikant, sah die Abläufe und beruhigte mich schnell: Ich war allen mehr als egal, nichts meinte mich, ich war nur zufällig dort. Morgen habe ich ein Gespräch mit der Behindertenbeauftragten der medizinischen Fakultät, dort werde ich wahrscheinlich auch nur zufällig sein. Ich begreife bis jetzt noch nicht, welche Funktion sie bei dem Gespräch haben wird. Wahrscheinlich wird es sein wie immer: Sie wird meine mangelnde Eignung untermauern, genau wie die Richter damals, die ich als Personalrat gebeten hatte, mir beim Vertragsabschluss in der Anästhesie zu helfen. Ein Job wäre schön.

Zeit aufzustehen

Meine Augen tränen. Hab eine Einladung zu Smolka für ein Vorstellungsgespräch zur wissenschaftlichen Mitarbeit bei funktioneller Kernspintomografie in der Klinischen Psychologie. Damit hatte ich nicht gerechnet. Er interessiert sich für Sucht. Smolka will die Behindertenbeauftragte mit dazu nehmen. Ich freue mich, dass er an einem Gespräch interessiert ist. Dass ich den Job kriege, ist unwahrscheinlich. Smolka darf nicht nach meiner Behinderung fragen, sagt die Beauftragte. Es ginge lediglich um eine berufliche Eignung. Ich habe mit ihr einen Termin für ein Vorgespräch vereinbart. Wir treffen uns beim Bäcker neben der Klinischen Psychologie. Ich bin aufgeregt wie lange nicht mehr. Die psychologische Leistungsdiagnostik auf dem Arbeitsamt lässt sich nicht verschieben. Es macht viel mehr Spaß, Radio zu hören, zu chatten und Janos in der Webcam zu beobachten, als für den Leistungstest zu üben. Perspektivwechsel fällt mir schwer. Das habe ich gestern im Chat gemerkt, als Janos und Tommy eine Karaoke-Party moderierten. Ich habe nicht mal unterscheiden können, wer gerade spricht. Entweder bin ich einfach mies drauf, oder die Stimmen sind mir noch zu fremd. Janos hat mir eine Partyadresse gegeben. Mutter hat mich fotografiert. Wie ein Party-Chick sehe ich trotzdem nicht aus. Alles trieft vor Schwere. You take my self control, tönt es wieder einmal postmortal aus dem Weltweiten. Das Digicam-Akku lädt heute wieder ewig. Kann die Bilder nicht hochladen. Grad rief Petra Bildhauer an: Die Stelle bei Smolka wird von der medizinischen Fakultät bezahlt. Deshalb wird die Behindertenverteterin der medizinischen Fakultät und nicht der TU dabei sein. Ich erreiche sie nicht.

Mittwoch, August 22, 2007

Chat-Inhalte mit Webcams zu verlinken wäre toll - verdichtete Information. Internet-Bildtelefon goes UKW, träum. Mit Links, die per Klick sofort ins Weltweite münden, niedrigschwellig wie eine Graffiti-Wand, auch wenn dadurch viel Redundanz Raum greift. Ein Zeitdokument.

Becken

Heute ist es soweit: Tim kauft mit Dorian Becken für sein Schlagzeug im Soundhaus. Dann will er Jonas und Julie ansprechen - beide spielen E-Gitarre - und Flo spielt Bassgitarre. Wenn die vier sich zusammengerauft haben, suchen sie eine Singstimme. Der Proberaum hat noch Zeit. Ein Keyboard lehnt Tim ab. Rock mag er. Mittags ruft Dorian an: Er hat einen Totalschaden und erledigt gerade den Papierkram, da kaufen die beiden das Becken später.

Regel & Störung

Gestern war ich beim Verein Lebendiger Leben. Angelika Weirauch ist seine Geschäftsführerin. Es ging mir wieder um das Weglaufhaus als Alternative zum Fremdgefährdungspassus beim PsychKG. Hab ihr wenige Geschichten erzählt: die von Helga, die ein Papierknöllchen in einen Notarztwagen am Neumarkt geworfen und den Notarzt angeschrien hat, die von Petra, die nach einem Psychiatrieerfahrenentreffen Saalverbot kriegen soll, und die Geschichte von Petras momentaner Zwangseinweisung nach einer handfesten Auseinandersetzung mit einer Nachbarin. Es gibt unübersichtliche Situationen, in denen der Notarzt eine Alternative braucht, um nicht jeden Störenfried in der Geschlossenen abzukippen, der lediglich durch den Wind zu sein scheint und noch keine unmittelbar justiziable Ordnungswidrigkeit begangen hat.

Neuroimaging Center

Ich hatte es schon nicht mehr erwartet: Ich habe eine Einladung zu Smolka zum Vorstellungsgespräch. Meine Chancen sind gering. Aber immerhin bin ich bis in die nächste Runde gekommen.

Dienstag, August 21, 2007

Interaktives Radio

Deutschlandweit gibt es 1400 Sender. Wahrscheinlich gibt es in und um Dresden mehr als DD-Radio, Radio Dresden, Coloradio und Neon.

C: Welche Möglichkeit hat DD-Radio, eine Sendefrequenz zu bekommen, wenn die Sächsische Landesmedienanstalt (SLM) eine Vergabe mit der Begründung es gäbe keinen Platz mehr auf dem UKW-Band ablehnt? Was ist das nächste, der SLM übergeordnete Gremium?DD-Radio ist ein Internetradio, das sich finanzieren kann - so Janos Wieland, der Programmdirektor. Trotzdem kämpfe DD-Radio seit langem ohne Erfolg um eine Sendefrequenz. Gescheitert sei der Sender an der Sächsischen Landesmedienanstalt, die ihre Ablehnung damit begründe, dass es keinen Platz mehr auf dem UKW-Band gäbe. Man müsse im Dreiländereck Rücksicht auf das angrenzende Polen und auf Tschechien nehmen. Auch Wielands Einräumung, dass der Sender lediglich eine Lizenz für den Raum Dresden will, führte nicht weiter. Wieland vermutet, dass Absprachen zwischen einem konkurrierenden Sender und der SLM Auslöser für die Ablehnung einer Sendefrequenz waren.

R: In Dresden ist das UKW-Band voll? ..der beste Lacher seit Tagen. Da war doch mal was auf so einer Mini-Frequenz im letzten Jahr... Nachtigall ick hör dir trapsen.Andersherum wäre allerdings die Frage zu stellen, was es bei euch zu hören gibt, was nicht auch per Jump und PSR die Ohrmuscheln verklebt...

C: Zugang per Alleinstellungsmerkmal zu begrenzen, ist nicht marktkonform, sondern eher diktatorisch. Es ist das Totschlagargument WirBrauchenNichtNochMehrKonkurrenz Altgedienter. Dann fehlt nur noch ein entsprechendes Kleingeld mit der Bemerkung MachtEuchWiederEinenSchönenUrlaub, das über den Tisch wächst, um die Argumentation des jeweiligen Senders bei der SLM zu untermauern.

Montag, August 20, 2007

Claudia

Wie immer zerreißt es mich, sobald Groke den Namen ausspricht. Es ist jedesmal, als ob er ihn als Waffe benutzt. Claudia. Mir wird kalt und heiß. Es schmeißt und zerreißt mich, als ob der alte Teufelskreis neu beginnt. Immerhin sehe ich ihr Gesicht nicht mehr überall. Eine zeitlang tauchte es sogar im Spiegel vor mir auf, grinste mir aus dem Fernsehen entgegen, und jede Radiostimme kommentierte die Göttliche. Es war die Hölle. Bis ich mich aufgerafft hatte und eine Stalkinganzeige auszulösen versuchte vor Grokes Foto. Nach drei Jahren Quälerei. Claudia. Mein Nacken glüht. Es ist, als ob jeder Atemzug der letzte ist. Ich bin müde und wach. Aufgewühlt. Und kaue auf einem Pflaumenkern.

Immer noch verrückt

Gestern abend hab ich die SWR3-Charts gehört: Auf Platz Neun ist Delilah. Heute früh zappe ich mich durchs Weltweite, dazu spielt MTV kurz nach Cry Me A River Delilah unter der Rubrik Dein Lieblingslied. Ich bin beim Aufstehen, als Dirk sich in Lablue meldet: Er ist schon beim Arbeiten, will aber chatten. Einen Artikel über Phraseologismen chinesischer Deutschlehrer schreibt er und mokiert sich über die Offenheit, mit der ich über Schizophrenie schreibe. Statt abzuschalten mutmaßt er, dass alle anderen an seiner Stelle abschalten würden. Ich verschütte vor Schreck das Salz beim Eier-Essen. Tim schläft noch. Mir ist einsam. Schließlich hat er tatsächlich selbst abgeschaltet. Lablue braucht länger als sonst, um mein Foto zu laden.
V: Was sind denn Wegläufhäuser?

C: Das Weglaufhaus ist eine der wenigen Möglichkeiten, aus der Psychiatrisierungsspirale auszubrechen: Von den 200.000 jährlichen Psychiatrieeinweisungen in Deutschland erfolgen etwa 40.000 Unterbringungen unter Zwang. Ist der Betroffene außerdem wohnungslos, ist er noch stärker gefährdet, medikamentös zwangsbehandelt zu werden. Im Weglaufhaus findet er Partner, um psychopharmakafrei wieder auf die Beine zu kommen.http://www.weglaufhaus.de/weglaufhaus/index.html

V: Ihr gewährt den Geflohenen Unterschlupf und ärztliche Hilfe?

C: Ich bin noch bei der Recherche. Der nächste Schritt wird die Lobbybildung sein. Bis zur Vereinsgründung, Konzepterstellung und dem Beantragen von Fördermitteln ist es noch ein weiter Weg. Bislang sind wir noch nicht einmal sieben Personen. Die Vorstellungen differieren auch noch sehr. Sie gehen vom Weglaufhaus über Krisenpension und Krisennetzwerk bis zum Gesundheitsladen. Gemein ist ihnen, dass Psychiatrieerfahrene nach Möglichkeiten zur Selbsthilfe außerhalb der pharmakotherapiezentrierten Psychiatrie suchen. Naturgemäß verlagert sich das Begleiten dann in Richtung Sozialarbeit und das Syndromverständnis in biographisches Herangehen.

V: Ist das denn überhaupt finanzierbar?

C: Woran denkst du bei der Finanzierbarkeit im Einzelnen? An die Kosten für passager ambulant betreutes Einzelwohnen oder an lebenslange Heimunterbringungen? Ich denke, dass im Konfliktmanagement geschulte Sozialarbeiter genauso intensiv eingreifen können wie pharmakonbewaffnete Psychiater.

V: Ich glaube, daß es viel billiger ist, dreimal am Tag zu sedieren als sich um die Menschen zu kümmern.

C: Auf die Dauer ist es teurer, wenn du die Lebenserwartung der Menschen dabei einbeziehst, denn die Präparate haben auch ihren Preis.

Sonntag, August 19, 2007

Verrückt

Ich höre meist Radio, am liebsten interaktiv, dd-radio.com zum Beispiel. Da ist eine Webcam und ein Chat. Der Moderator ist dadurch fast gläsern. Das tut mir gut. Die Stimme, in der ich am liebsten ankere, gehört allerdings einem Saarländer. Uwe Groke heißt er. Ich fühle mich wohl, wenn ich ihn höre. Nur vorhin war es schlimm: Gegen 18 Uhr hat es gleich dreimal in Saarbrücken gekracht. Die Unfälle gehen mir jetzt noch durch den Kopf. Ich klopfe dann immer das ab, was dabei mit mir zu tun haben könnte, und werde wütend. Heute hatte er Delilah aufgelegt. Das hatte ich kurz vorher im Blog verlinkt. Ich war glücklich. Das habe ich ihm auch gemailt. Kurz drauf hab ich mir vom dd-radio.com-DJ Van Saai das gleiche Lied für 18 Uhr, nach Grokes Sendung, gewünscht. Er hat es nicht spielen wollen, weil er nur House und Electro auflegt, hab also nicht zu ihm gezappt, sondern weiter SR1 gehört, bis es dort gegen 18 Uhr im Minutentakt krachte. Ich bin immer noch wütend über den Zufall. Was mir allerdings erst später auffiel, war, dass DJ Van Saai auch nur bis 18 Uhr sendete.

Nachmittag

Witt war gerade in England, erzählt er. Dort sei es jetzt kälter, die Leute seien freundlicher. Links zu fahren macht ihm Spaß. Hab keine Lust mehr, ihn um Arbeit zu betteln. Ich bin so wütend. Ich würde traurig klingen, und man bräuchte einen Henkel, um sich wegtragen zu lassen, sagt er, als ich mich über die formalen Denkstörungen beschwere, die mir die Müller-Greven unterstellt. Hab dann das Radio lauter gedreht, um Groke zu hören. Der spricht grad den saarländischen Wetterbericht und macht wenigstens keinen Schaden. Vorhin hat er Delilah aufgelegt. Das tat gut. Leben kann so einfach sein. Gegen zwölf habe ich mit einem Heidelberger Stahlbauer gechattet, der grad Bon Jovi hörte, während auf den Straßen geschossen wurde, irgendwo in Nigeria - dort lebt er seit zehn Jahren. Ich rufe in Arnsdorf an und frage nach Petra Witt statt Wittig. Martin Witt spukt mir noch durch den Kopf. Petra will mehr Informationen über das betreute Einzelwohnen in Radebeul und befürchtet, dass das dort ein Heim ist. Ihr Betreuer hat auch den Aufgabenkreis Wohnen, bestätigt sie mir. Er hat aber bis Ende August Urlaub. "Machen Sie mit ihr, was Ihnen Spaß macht, um das Soziale kümmert sich ihr Betreuer und die Familie", hat die Meinelt gesagt. Sobald ich Petra nach der Kleinzschachwitzer Wohnung frage, wird sie wütend. Ich soll Frau Weirauch nach C6 fragen, sagt sie. Es wäre vergiftet dort. Ich bin müde. "Ich bin Uwe Groke", tönt es aus dem Radio.

Helga

Ich soll einen Pflegedienst gründen, sagt sie. Das wäre etwas, was sie sich auch zutrauen würde. Aber das will sie nicht machen, da sie eine Rente hat. Das Weglaufhaus interessiert sie nach wie vor.

Zeit zum Träumen

SR1 spielt gerade Summer moved on, während ich davon träume, bei Pro7 zu jobben.

Sonntag

Tim hat keine Lust zu frühstücken und schaut Fußball. Ich sitze vor dem Notebook und sehe schockiert auf meine Fotos. Irgendwann gewöhne ich mich an diesen bescheuerten Blick. Kristian Thees stellt Delilah vor. Und Tim weiß die Ablösesumme jedes Fußballers. Wenn ich träume, dann von einem weiten sonnigen Sandstrand, vor mir das Meer, Wind im Segel. Bedingungslos nah. Bedingungslos nah wie Wind. Tim fehlt mir. Ich sehne mich nach ihm, sobald er geht. Allmählich begreife ich André und seine Sehnsucht nach seinem Sohn. Tim geht, zwei Straßen weiter Fußball zu spielen, und mich zerreißt es. Vielleicht kommt Franz, sagt er. Verdammte Einsamkeit. Und immer wieder höre ich dieses Lied. Delilah. Draußen heult ein Motorrad auf. Nebenan zieht jemand ein, hockt in der hintersten Zimmerecke und raucht. So riecht Einsamkeit.

Samstag, August 18, 2007

DD-Radio-Chat

Hab heute fast 5000 Druckzeichen im Webradio-Chat versenkt. Unwiederbringlich weg sind sie. Der Administrator hat sie gelöscht. VenomVelvet heißt er. Außerdem hat er verlangt, dass innerhalb seines Chats keine URLs oder Links genannt werden dürfen. Ein Insulaner.

Freitag, August 17, 2007

Hab grad eine Seite gesehen, gegen die jeder Wühltisch Struktur hat. Ein Glück, dass ich offline seltener suche.

Heute

Ich hätte heute fast im Dresdner Webradio-Studio gestanden. Janos Wieland quittierte es leicht irritiert mit WiesoWäreDasSchlimm? Immerhin ist da eine Klingel, die sich ignorieren lässt, irgendeine Rotlicht-Tür, die das BetretenVerboten eindeutig mit dem HierSendeICH verknüpft, wird er schon haben. Jedenfalls ist im Webcamsegment das einzig Bewegliche, die Zeitangabe, wenn seine Einzigkeit afk ist. Ich würde gern die Studio-Monitore gesehen, schmacht. Verglichen mit dem Callcenter ist es bei ihm einsam. Das Hintergrundrauschen bei K&M Media Service hat was von Brandung: acht Arbeitsplätze auf 16 Quadratmetern. Aber dunkel ist es. Die Fenster gehen alle auf einen winzigen Hinterhof raus. Und Mittag ist dort teuer: ab drei Euro. Dort ist nur eine Mikrowelle. Janos war in einem Callcenter für Antenne Sachsen. Ich werde versuchen, dass ich bei K&M Media Service einen Minijob kriege a 14 Wochenstunden. Dann ein paar Artikel und es müsste zum Leben reichen. Jedenfalls solange ich die Rente kriege. Vielleicht organisiert Webradio Dresden auch ein Tanzfest wie SR1 letzten Monat mit Tanzlehrern. Das war ausverkauft. Fünf Euro kostete der Eintritt. Tanzlust haben sie das genannt. Groke hat sich als Tanzpartner verlost. Und ich habe ihn nicht gewonnen. Das war schrecklich. Janos würde sich eventuell opfern, wenn Katjess ihn gewinnt. Gefragt, warum er auf der Webradio-Startseite eine Sonnenbrille trägt, schweigt er sich aus. Seine Augen sind kaum zu erkennen. Katjess wohnt allerdings in Merseburg, arbeitet bei Leipzig in Dölzig als Grafikerin in einer Werbefirma. Wofür sie gerade wirbt, verrät sie nicht. Katjess wird am Wochenende nicht zum WQ-Treffen auf dem Theaterplatz zum Stadtfest kommen. Samstags 19 Uhr ist das, stand im Forum am Schwarzen Brett, Seite 5. Der Webradio-Chat verknüpft Flüstern und Gruppe nur per ODER, das ist gewöhnungsbedürftig. Die Fenster sind schroff. Unvermittelt tauchen Befehle und die Statusangaben dazwischen auf. Das ist bei www.werweisswas.de komfortabler. Aber da putschen in den Foren militante Moderatoren herum, die Anekdote in Lexikon transferieren wollen und dadurch Information trocken verknappen und Qype personell fluten.

Vorstellungsgespräch

Der K&M Media Service hat in Dresden ein neues Callcenter. Das gleicht einem Bienenschwarm. Ein Stimmengewirr, Monitore und Headsets. Hab gestaunt, mit wie wenig Platz Arbeit auskommt. Dabei sahen die meisten entspannt aus. Jeder auf seine eigenen 17 Zoll konzentiert. Ich bin gespannt, ob ein Vertrag zustande kommt. Open-End-Labern, grins. Huchja, Wege sind Schritte. Nach Weglaufhäusern zu recherchieren ist mühselig. Und dann mit gelernten Einzelkämpfern plötzlich ein „Wir“ zu skandieren, das so schräg klingt, dass jedes „Ich“ dahinter zur Fratze regrediert, wird mich auch nicht glücklicher machen. Gemeinschaftsbildung ist ein weites Feld. Callcenter meets Webradio, träum... Auf der Heinrichstraße 1 residiert der Bienenschwarm in barockem Dunkel. Die entspannte Mimik dort war mir angenehmer als das einlullende Düdelüdü im Personaltrainingszentrum gestern. Irgendwann spamme ich Sibylle Berg zu. Noch hat sie Urlaub, wie´s scheint.

Psychiatrie

Zweihunderttausend Menschen werden jährlich stationär psychiatrisch behandelt. 40 Prozent von ihnen wurden zwangseingewiesen. Weltweit stehen mehr als 150 Millionen Menschen unter Neuroleptika, in Westdeutschland mehr als eine halbe Million. Die Psychiatrie ist einer der umsatzstärksten Bereiche im deutschen Gesundheitswesen. Allmählich organisieren sich die Betroffenen.

Donnerstag, August 16, 2007

K & M Media Service

Morgen bin ich das erste Mal in einem Callcenter. Die suchen Telefonisten, die für eine Lotterie arbeiten. Das Klima dort soll mies sein, sagt Petra. Ich lass mich überraschen.

FAQ

Warum meine Zulassung als Arzt ruht:

Meine Psychiaterin hatte eine schizoaffektive Psychose diagnostiziert und formale Denkstörungen beanstandet, ohne sie einzugrenzen. Ich habe unabhängig von ihr eine Psychotherapie bei einer Psychologin begonnen und die Aufnahme in ein Personaltrainingszentrum beantragt. Solange ich kein Gutachten beibringen kann, das ihre Einschätzung widerlegt, ruht meine Zulassung.

Mir ist allerdings unklar, wie ich nachweise, dass ein Gedanke nicht abgerissen ist und dass er - falls er nicht abreißt - nicht kreist.

Mittwoch, August 15, 2007

Teures Schlagzeug

Wenn Tim so teure Becken kauft, kann er den Probenraum nicht mit anderen teilen, ohne ständig Angst um sein Schlagzeug haben zu müssen.

Zerrissen

Heute sendet Groke zum Elvis-Todestag. Da steckt viel Arbeit drin. Parallel dazu lese ich Janos: Sein Studio ist über dem Peaches, Nachrichten schöpfen sie aus einem Pool, der überregional zu sein scheint. Wenn Groke so reagieren würde wie Jonas, wüsste ich nicht mehr, was ich mir wünschen soll. Es ist verrückt. Hab Lust, Jonas nach Möglichkeiten für ein Redaktionspraktikum zu fragen. Irgendwann zu einem Team zu gehören, wäre schön. Schöner, als Groke zu vergöttern. Das ist so selbstvergessen. Wenn Groke über Elvis labert, spüre ich das. Komisch. Anderthalb Minuten Sendezeit, um Tims Schlagzeugerei zu promoten, wären toll. Ein Kurz-Interview mit einem bißchen Geklapper auf seinen Blechen. Er will eine Band gründen. Dazu fehlt ihm allerdings ein bezahlbarer Probenraum mit Klo und der Rest der Band. Bis jetzt übt er in seinem Zimmer. Nebenan ist zwar eine Klavierlehrerin, das Haus also Krach gewöhnt, aber für den restlichen Band-Spittel ist das Zimmer zu klein. Hab schon Philia angesprochen, ob Tim mit seiner zukünftigen Band dazustoßen kann. Aber Franz, der Bassist von Philia, hat abgelehnt. Tja, vernetzt lässt sich vieles leichter klären. Aber bei der Schüler-Community, in der Tim chattet, scheint kein Forum dafür zu sein. Als Erwachsener komme ich da auch nicht rein. Wahrscheinlich google ich erst einmal nach "Probenraum Dresden". Anderthalb Minuten Sendezeit auf Webradio Dresden, träum. In Ruhe :-) Hab gestern nach Paula Wichmann gesucht. Entweder sie hat eine Namensvetterin, oder sie ist jetzt Schneiderin in Hamburg.

Jena

Unter Reinhart ist ein Halbtagsjob ausgeschrieben: Experimentieren mit infizierten Mäusen. Hab ihn vor zehn Jahren zu Calcitonin bei Sepsis in Österreich reden hören. Bist du mitten im Chaos, fixiere einen einzelnen Punkt, während du eingreifst. Der nannte seinen Groke Calcitonin. Sympathisch. Inzwischen hat er sich in einen neuen Leuchtturm verliebt: Eine Kinase. Die beobachtet er breitbandig im Miteinander der Bioenergien. Hab Claus per Mail gefragt, ob ich in sein Bewerberprofil passe.

Dienstag, August 14, 2007

Nähe zum Netzwerken

So ungefähr muss Heimat riechen: Du liegst in deinem Bett, chattest bei WQ, hörst Jonas Wieland, stöberst in seinem Profil und genießt Gleichzeitiges. Zu allem brummt Schwarzenegger, der Kühlschrank. Gedankensonnenfisch.

Tischtennis

Hab Tim entdeckt.

Franz

Wenn er so wegwerfend von Paula spricht, bekomme ich Angst um Nina. Paula hatte das Abi geschmissen und singt nicht mehr bei Philia. Franz sagt, dass er nicht weiß, wie es ihr geht. Ein Bandfoto ist im Moment nicht machbar. Er schreibt jetzt mit seinem Bruder Texte. Lilit hieß die vorherige Band, die ich aber nicht eindeutig zuordnen kann. Selbstvermarktung mag er nicht. Bei Lilit hätten viele nur die Band gekannt, aber nicht ihre Musik. Ein eigenes Ziel wäre gut. Eins, das nur mich meint, aber erreichbar ist und nicht so weit weg wie Groke. Ich fühle mich so verloren.

Montag, August 13, 2007

Aus- und Abgrenzung

Das Weglaufhausbuch von Inge Naumann liest sich schwer. Sie arbeitet kaum mit Bildern. Lediglich wenn sie von Ablehnung, Ekel und Wut schreibt, wird sie farbig. Wahn, Halluzination, Denkstörungen, Katatonie, schizophrene Affektstörung und stark inadäquates Sozialverhalten machen den Sechserpack aus, von dem mindestens zwei Symptome in den letzten vier Wochen vertreten gewesen sein müssen, damit die Diagnose Schizophrenie oder schizophreniforme Psychose gestellt werden kann. Das ist die Kerngruppe, die im Weglaufhaus aufgenommen werden soll. Geborgenheit, Sicherheit und Freiheit lautet das Angebot.

Wahrnehmung

Seit ein paar Tagen hat sich etwas verändert: Ich erlebe mich fast so vereinzelt wie in der Zeit in der Anästhesie. Aber es ist eine andere Form von Einsamkeit. Ich habe seltener das Gefühl, ins Nichts zu rasen. Es ist, als ob sich so etwas wie ein Weg zu zeigen beginnt. Noch unklar und schemenhaft, aber schon so, dass ich erste Worte dafür finde. Inge Naumann bewertet das subjektive Erleben in der Psychose hoch, schreibt sie.

Komisch

Petra will kein betreutes Wohnen in Radebeul mehr sondern zu Matthias nach Leipzig in eine eigene Wohnung. Hab sie gebeten, sich dann ein Notebook schenken zu lassen und eine eigene Emailadresse einzurichten, damit sie ihre Post selbst versenden kann. Frau Weirauch hat mich für nächste Woche zu einem Gespräch eingeladen. Hab sie gefragt, wie sie sich unter diesen Umständen ein Dresdner Weglaufhaus vorstellt. Aber das hat sie nicht groß beeindruckt. Es wird immer sinnloser, die Diplomarbeit von Inge Naumann weiterzulesen.

Brainstorm

Vielleicht ist die Qualitätssicherung in der Psychiatrie und ein reales Ziel für mich. Irgendwo eingegliedert in ein Netzwerk, ohne mich neu erfinden zu müssen. Wenn sich das Aufgabenfeld auf das Ausschleichen von Psychopharmaka in Weglaufhäusern konzentrieren würde, wäre das eine vergleichsweise überschaubare Aufgabe. Überschaubar wie die Selbsterfahrung beim Carbium-Ausschleichen 2001 mit dem Stimmen-Lauterwerden. Vielleicht kann ich meine Gedankenprotokolle dazu nutzen. Straight wäre es. Und das Blasten hätte sich dann tatsächlich gelohnt. Die vielen Groke-Texte als Etappen auf dem Weg zum Abgenzen von Phantasie und Wirklichkeit.

MySpace

Nachdem ich im Lablue-Chat geschrieben hatte, dass es schwer ist, ein scientology-fernes Antipsychiatrie-Netzwerk aufzubauen, konnte ich mich minutenlang nicht bei MySpace einloggen: Ich wusste mein Passwort nicht mehr.

Samstag, August 11, 2007

MTV

Zeit aufzustehen. Stattdessen sehe ich Bilder über Bilder, sehne mich nach meinem Mister Universum und falle in die eigene Einsamkeit zurück. Alles ist zu viel. Jede Bewegung. Nur ein Räkeln bleibt in dieser Matratzengruft. Es ist, als ob mich diese Einsamkeit allmählich verschlingt. Fernsehen.

Samstagmorgen

Die Terrassenwohnung ist weg. Hab Heiko gesprochen und mit ihm Wohnungen in "seinem" Haus angesehen. Es ist alles so unwirklich und platt. Groke hat frei. Die wenigen Momente, in denen ich seine Stimme höre, werden immer austauschbarer. Alltag. Alltag beim Stimmenhören. Morgen kommt Nina wieder. Die Woche war so ganz anders, als ich sie mir gewünscht hatte. Da ist so eine Leere, die bleibt, sobald diese Stimme nicht mehr da ist. Eine Leere, die ich schwer auffüllen kann. Gestern hatte ich Tim angerufen, während Groke sendete. Tim war mir nah. Liedtitel hat er genannt. Liedtitel, die ich alle nicht kannte. Hab Tomatensuppe gekocht und mich auf ihn gefreut, aber er kam nicht. Das Leben ist so leer. Mir ist einsam. Fremde Wohnungen und einsame Tage. Dazwischen Heiko, der inzwischen mit Katrin zusammen gezogen ist. Heiko ist ein Hautmensch. Meine Wohnung sei gut geschnitten, aber dunkel, und der Balkon fehlt, sagt er. Ich lasse mir Zeit. Gestern rief Asja an. Sie will das Weglaufhaus mit aufbauen, gibt mir aber ihre Telefonnummer nicht. Wenn ich träume, dann von Groke, von seiner Stimme. Das tut gut. Es ist etwas, das bleibt. Ich sehne mich nach Licht. Petra will nicht in ihre Wohnung zurück, der Schwarzschimmel sei radioaktiv verseucht. Sie will sie auch nicht untervermieten.

Freitag, August 10, 2007

Hab mit Tim telefoniert

Er will Punkrock spielen. Die Ärzte mag er: Ich ess Blumen , Is ja irre und Mit dem Schwert nach Polen. Incubus gefällt ihm auch: Megalomaniac, Sick sad little world, Southern Girl, Under my umbrella und A kiss to send us off.

Terrassenwohnung

In Leuben ist eine Terrassenwohnung frei geworden. Auf der Dieselstraße. Hab zig Wohnungsgrundrisse angeschaut, bis ich auf die Wohnung gestoßen bin. Zwischen Gorbitzer Wohnklos. Zeit schlafen zu gehen.

Donnerstag, August 09, 2007

Gerade aufgewacht

René Hagdorn sendet. Das sind die Augenblicke, in denen ich mir eine Webcam wünsche. S. hat mir gestern erzählt, dass sie bei 600 Euro Rente 56 Euro Wohngeld bei 340 Euro Miete bekommt. Ich hab gleich wieder Panik bekommen, als ich das hörte. Ihre Eltern waren beide Arzt, die Mutter ist schon gestorben. Fünf Geschwister hat sie. Aus allen sei etwas geworden. Panik. Ich habe Panik. 600 Euro... Das ist ja wie langsames Ersticken. Heute kann ich Groke nicht hören, weil ich bei den Eltern arbeite. Roberto hat vorwurfsvoll gemailt, ich habe keine Lust zu antworten und weide mich lieber an meiner Einsamkeit. Das Gespräch mit E. war so ernüchternd. Ihr Verständnis von Selbsthilfe ist starrer als bei jedem Selbsthilfe-Forums-Mod. Sie lehnt Petra und Helga ab. Eine Lektorin hat grad einen Elch gewonnen für ein dröges Filmrätsel. Groke, schmacht. Ich sehne mich nach meiner Mitte. Und der bin ich am nächsten, wenn die Kinder da sind. E. ist schon dreifache Oma. Alles ist so ausweglos.

Mittwoch, August 08, 2007

Einsamkeit

WillsteQuatschen ist offline. "Nothing compares to you" bricht ab, sobald ich es eintippe. Ich sehne mich nach Grokes Gelaber und zappe wirsch durch fremde Männergesichter. Heute habe ich das erste Mal bewusst Deutschlandradio Kultur gehört. Lauter gesichtslose Stimmen. Mir ist einsam, sobald Groke zu senden aufhört. Aber vielleicht bilde ich mir das auch nur ein. Wie fühlt sich Einsamkeit an? Nach leerem Kühlschrank und leerem Konto? Nach der Stille ohne PC und Radio bei Gewitter? Eine Vorschau zum Zappen... "Machen Sie schöne Dinge mit ihr, für die sozialen Belange sind ihre Verwandten und wir zuständig", sagte Frau Meinelt vom SPD Süd zu mir, als ich mit ihr über Petras Wohnungslosigkeit sprechen wollte. Mir ist einsam.

Druck

Bin noch versteinert: Petra sei angeblich nicht wohnungslos, sagt eine Frau ihres "alten" SPD. Alles andere unterliege der Schweigepflicht. Ich fühle mich total unter Druck gesetzt. Als ich das Vater erzähle, kontert der mit HilfMirImGarten,IchSchaffeEsNichtMehr. Konkret geht es ihm um Charlies Pissecke: Charlie hatte das Kräuterhochbeet, den sonnigsten Fleck des Gartens, für sich erobert. Grund genug für Vater, es abzutragen. Charly ist seit jeher in meinem Kräuterbeet gewesen. Aber Vater wittert wahrscheinlich Mikrobiologisches. Angerufen habe ich ihn aber hauptsächlich, um ihm vom K & M Media Service zu erzählen. Grad rief ein Herr Uhlmann an und fragte, ob ich noch Arbeit als Angestellte suche und empfahl mir, mich beim K & M Media Service auf der Heinrichstraße 1 vorzustellen. Ich ,ganz aufgeregt, frage nicht, was für ein Servicecenter das ist, von dem er da anruft. Auf dem Arbeitsamt ist er nicht zuzuordnen.

Deutschlandradio Kultur

Das Programm ist angenehm gläsern und vorhersehbar. Die perfekte Einladung zum Blasten. Nur das monarchoide WirÜberUns irritiert mich: Da steht zwar ein Wir, kommt aber keine Crew zu Wort. Es riecht nach Diktatur.

Bitter

Helga hat für Petra eine Wohnung in Gorbitz rausgesucht. Petra braucht eine Wohnung, will aber lieber nach Leipzig. Matthias sei ausgebrannt. Petra kennt Gorbitz nicht. Ich muss mehr Lokalradio hören, statt mein Fernweh zu zelebrieren, indem ich so an Grokes Stimme hänge. Heute treffe ich das erste Mal die Psychiatrieerfahrenen-Selbsthilfegruppe. Starfighter unter sich. Helga ist nicht dabei. Petra will angerufen werden. Mir ist elend. Eigentlich wünsche ich mir Urlaub. Tim hat keine Lust, mit mir zu surfen, und spielt lieber Fußball. Irgendwas zum drauf Freuen wäre schön. Tim will sich neue Becken für sein Schlagzeug kaufen. Es ist schwer, sagt Matthias. Zu allem. Mich fallen zu lassen, Groke zu hören und zu dösen, tut gut. Jetzt dudelt der Deutschlandfunk im Hintergrund. Alles riecht nach Holz, beißend und scharf. Hab die Wäsche überm Stuhl trocknen lassen müssen, weil der Trockenraum voll war. Bitter.

Dienstag, August 07, 2007

Blitz

Vorhin schlug der Blitz direkt neben mir ein. Hab sofort an Tim gedacht. Er war beim Fußball.

Montag, August 06, 2007

Namen

Viele geben Alltagsgegenständen Namen, das spricht für das Vertrauen, das sie in den Gegenstand haben, behauptet Nicole Köster vom SWR3. Ich habe nur für einen Gegenstand einen Namen gehabt: für mein Notebook. Das hatte ich Leppi genannt, bis ich auf die Bärensteiner Straße gezogen bin. Hier wohnt Werner Leppi. Ich gehe jeden Tag an einem Wandbild von ihm vorbei. Und Cörßie, mein Cursor, zappelt schon seit Jahren nicht mehr so spontan herum wie in den Tagen 2001, als die ersten BigBrother-Sendungen liefen. Es gibt also keinen Grund, ihn extra anzusprechen. Aber das Vertrauen ist geblieben, auch wenn es inzwischen schon das zweite Notebook ist. Am friedlichsten schlafe ich neben dem Webradio ein.

Sonntag, August 05, 2007

Weglaufhaus

5.8.07. Mail von Petra an die GLS-Gemeinschaftsbank:
gesundheitsladen-vision

es wird in radebeul ein laden vermietet. dazu habe ich eine sehr schöne idee und suche eure hilfe dabei. dies bezieht sich auch auf den grundgedanken weglaufhauskulturnetzwerkidee.

gesundheitsladenvision

es sollen sich tag und nacht bei unserem laden menschen einfinden dürfen, die bedürftig nach einer tasse tee, nach einem warmen wort und nach einer gemütlichen atmosphäre sind, nach ruhe oder reden, basteln, malen oder leise musik machen oder hören, auf duftlampen oder duftstäbchen lust haben zu riechen, räucherwerk und alles, was der seele gut tut, sei es ein herrlicher pfirsich oder saft in ihrer seele kurieren können. tag für tag ähnliche besetzung. wir werden versuchen, über ladenspenden von der city-herberge dresden und über andere hotels, die abends schließen und noch verwertbare nahrungsmittel abzugeben haben, die über das tafel-e.v.-auto zu uns bringen zu lassen. ansprechpartner für den noch zu mietenden laden sind herr und frau klug 0800 522 222 60. das ganze ist auch eine vorbereitung für eine weglaufhauskulturnetzwerkinitiative, die wir gerade im begriff sind zu organisieren. der laden soll die erste koordinationsstelle des netzwerkes werden. bei stiftungs- oder schenkungsgeldern in den sozialen, kulturellen und auch alternativmedizinischen bereich. vorbestand zu einem internationalen kulturnetzwerk anstatt weglaufhaus.

gesundheitsladen tips und trapps
für medizingeschädigte

wir möchten ein neues netzwerk ins leben rufen wie iscon oder champhill. vielleicht psychokultur oder einfach das erste logo oder einfach bloß seele. eine gemeinschaft, wo viele gemeinschaften sich darauf aufbauen, mit der grundbezeichnung ein kulturnetzwerk seele. suche stiftung oder schenkung für den anfang dieses ladens.

ich bleibe gern mit euch in verbindung und unterrichte euch über das kulturnetzwerk seele. der laden ist uns sehr wichtig. das ist der grundstein des anfangs des kulturnetzwerkes seele.

ganz, ganz liebe grüße von petruschka aus dresden

ich habe zur zeit keine adresse. ich bin wohnungslos. schreibt bitte an christine. christine ist eure ansprechpartnerin. ich habe euch aus münchen schon mal angerufen wegen einem internationalen kulturnetzwerk seele. ich möchte eine art gemeinschaftsreihe gründen, die weglaufhaus-ähnlich ist, wo die menschen die möglichkeit haben, sich zu entspannen und sozial sich zu festigen und vielleicht auch eine art berufsförderwerk anzuschließen - viel individueller gestaltet. dazu brauchen wir häuser, instrumente und möbel und gutes fachliches personal, das zum teil auch aus eigenen reihen stammen wird. aber wir brauchen gute fachliche leitung. phytotherapie zum beispiel, schamanismus, geistheilen, töpfern, musik, malen, wandern, steine sammeln usw.

lasst euch was einfallen, und bitte meldet euch bald.

eure petruschka



5.08.07. Mail von Petra an den Dresdner Kulturdezernenten

liebe grüße von petruschka an den kulturdezernenten. ich habe eine sehr gute idee. dresden deutschland. leiten Sie es bitte nach Berlin, ohne mich zu nennen. mein vorschlag wäre ein ärztekulturfestival zu starten mit viel benefizkonzerten für kindermusiktanztalentevereine übers ganze land. chefarzt doktor schöne radebeul kann sehr schön geige spielen. bitte auch ansprechen.

motto seelische gesundheit der familien

einbezogen in das festival viel hausmusik in kirchen, kathedralen und heiligen kraftorten. benefizziel begabtenförderung jeden alters musikalisch und auch tanz zu finanzieren in allen musikalischen und auch tänzerischen bereichen.

mit ganz herzlichem gruß,
petruschka aus dresden

ich bin zur zeit wohnungslos. bitte mailen Sie, wenn interesse besteht an die adresse von christine.



4.08.07. Mail an Lebendiger Leben e.V. (Turnerweg 6, 01097 DD)
Sehr geehrte Frau W.,
können Sie am 8.8.07 sechs der Ausdrucke zum Weglaufhaus, die Ihre Kolleginnen mit Petra in Arnsdorf erstellt haben, zum Verteilen mitbringen?
Der bisherige Verteiler ist nach Petras Auskunft
1 Lebendiger Leben,
1 Elisabeth Dederke,
1 Heilpraktikerschule,
1 Universitätsbibliothek,
1 Umweltzentrum und
1 Verbrauchergemeinschaft (Matthias).
Herzlich,
Christine



Petra: Mitstreiter könnten auch Steffie Weber-Unger (336 10 20), Antje Fiedler (Tel. 035241 / 52636, Perba, An der Kleinbahn 1, Leuben-Schleinitz, 01623), Karla Kundig (254 29 90), Frau Dressler, Tobias (Radebeul), Frau Klug (Immobilien-Maklerin), Steffi Weber-Unger, ein Schäfer & Geistheiler aus Cottbus (Matthias fragen), Rechtsanwältin Sigrid Thiel (89 00 461, An der Heide 18, 01108 DD), Rechtsanwalt Dr. Moser (432 09 20, Cossebauder Str. 21, DD), Rechtsanwältin Anne Cobes (Leipzig, Poststr. 14 oder 15, Antidiskreminierungsgesetz), André Sachade (Leipzig), Sozialarbeiter von Rosswein, GLS-Gemeinschaftsökobank, Verbrauchergemeinschaft (Jahnstr. 5 - Bhf. Mitte, Aushang „Gesundheitsladen – wer will mitmachen?“) sein. Außerdem will sie eine buddhistische Nonne in Altpieschen, SiebenLinden Hand-in-Hand und eine Heilpraktikerschule ansprechen. Antje Fiedler kenne mehrere Objekte bei Meißen, die für das Projekt geeignet sind.



Helga von dem Teffen am 8.08.07 mit Psychiatrieerfahrenen informiert. Helga kann nicht kommen, da sie zu ihrer Mutter nach Zwickau fahren muss.



27.7.07. Mail an die Psychiatrieerfahrenen-SelbsthilfegruppeHallo Frau D., eine vernetzte Krisenpension http://www.krisenpension.de/ziel.html erscheint mir, falls der der Arzt keine Despotenfunktion hat, auf den ersten Blick sinnvoller als ein Weglaufhaus mit naturbegabten Laientherapeuten. Denn das Spektrum der Therapiemöglichkeiten ist größer, als der Erfahrungshorizont einer konkreten Einzelbiographie es zulässt. Weglaufhaus "riecht" eher nach Gemeinschaftswohnen a la Eurotopia und weniger nach Rettungsstellen-Modul, bindet also mehr Zeit des Klienten. Der Klient muss vorort wohnen. Das mischt seine ureigensten Ziele unter Umständen stärker auf als die ursprüngliche Not selbst. Andererseits ordne ich Psychiatrie-Betroffenheit des Personals als ein wesentliches und notwendiges Alleinstellungsmerkmal für Therapie-Effizienz ein. Waren Sie schon dort? Helga (202 7639) bemüht sich um eine Emailadresse, um besser erreichbar zu sein. Petra (035200/262750) ist noch bis einschließlich 15.8.07 stationär. Ich freue mich auf den Brainstorm am 8. August. Herzlich, Christine


Friday, July 27, 2007 10:44 AM
Re: Weglaufhaus Dresden


> Hallo Frau S., wir sind zur Zeit gerade im "Urlaub" und treffen uns erst am Mittwoch, den 8.August gegen 16.00 Uhr wieder in der KISS, Ehrlichstr. 3, im Elsa-Fenske-Heim. Wenn sie Interesse haben sollten, dabei zu sein, sind sie herzlich eingeladen. Ein interessantes Projekt finde ich die Krisenpansion in Berlin. Es gibt wahrscheinlich auch eine Menge sehr verschiedener Vorstellungen, wie so etwas zu bewerkstelligen ist. Vielleicht wird es ja ein ganz interessanter Nachmittag. Wir sind ab 8.08. wieder jeden Mittwoch in der KISS da. Mit freundlichen Grüßen Elisabeth D.

>> Tue, 24 Jul 2007 19:29:44 +0200 Hallo Frau D., momentan gibt es in Dresden noch kein Weglaufhaus, das wohnungslosen Psychiatrie-Betroffenen den Aufenthalt in der Psychiatrie erspart oder abkürzt. Das ist ein Problem, das Helga, Petra und mir am Herzen liegt. Deshalb sind Helga und ich mit Inge Naumann von der GESOP dazu ins Gespräch gekommen. Ergebnis: Wir brauchen Mitstreiter. Gibt es innerhalb Ihrer Gruppe ein Interesse an einem Weglaufhaus? Sind Mitglieder Ihrer Gruppe an einer Mitarbeit interessiert? Petra liegt gerade in der Arnsdorfer Geschlossenen und freut sich über Telefonate (035200 /262750). Sie sehnt sich nach Hand-in-Hand-Glücksinseln. Im Moment ist sie wohnungslos und will in Altkötschenbroda eine Wohnung bekommen. Deshalb habe ich zu Frau Dressler (Betreutes Wohnen Radebeul) Kontakt aufgenommen. Da Petra bereit ist, in ein betreutes Einzelwohnen zu gehen, um von da aus gemeinsam eine Wohnung zu suchen, hat sie heute von Arnsdorf aus einen entsprechenden Antrag an die GESOP, an das Amtsgericht Kamenz und die Arnsdorfer Klinik-Sozialarbeiterin gesandt. In Berlin gibt es bereits ein Weglaufhaus http://www.weglaufhaus.de/, das von Psychiatrie-Betroffenen geführt wird. Petra war dort, Natalie war ihre Betreuerin. Aber das Haus ist nicht zum Entspannen geeignet. Ein Dreiseitenhof wie im Ökodorf Auterwitz ist besser, sagt Petra. Antje Fiedler will in Auterwitz Abspannwohnung einrichten. Das findet Petra besser als ein Weglaufhaus mitten in der Stadt. Man könnte auch einen Hinfahrdienst organisieren, sagt sie. Petra will eine internationale Weglaufhauskulturnetzwerkinitiative für alle Medizingeschädigten und -betroffenen, die sich über Schenkungen und Stiftungen der GLS-Gemeinschaftsbank finanziert. Eine Verbindung zum Goetheanum in der Schweiz wäre gut, sagt Petra. Inge Naumann hat mir mehrere Diplomarbeiten zu Weglaufhaus und Antipsychiatrie zur geliehen. Die Konzeption wird ein hartes Stück Arbeit, sagt Inge Naumann. Sie rät uns, die Fachhochschule für Sozialarbeit dazu anzusprechen, damit Teile der Konzeption in Belegarbeiten konkretisiert werden. Vorher sei es wichtig, einen Verein zu gründen, um verhandlungsfähig zu sein und Zugriff auf Fördermittel zu bekommen. Um einen Verein gründen zu können, müssen wir mindestens sieben Personen sein. Daher die Mail: Wir brauchen Mitstreiter. Gibt es innerhalb Ihrer Gruppe ein Interesse an einem Weglaufhaus? Sind Mitglieder Ihrer Gruppe an einer Mitarbeit interessiert? Herzlich, Christine

24.07.07. Mail an die Stiftung Ariadne www.ptv-dresden.de, http://www.ptv-sachsen.de/kontakt.php Sehr geehrte Damen und Herren, im Rahmen der Konzeption und Vereinsgründung für ein Dresdner Weglaufhaus suche ich Kontakt zu Psychiatrie-Betroffenen, die Interesse an der Mitarbeit haben. Bislang habe ich Inge Naumann (GESOP), Elisabeth D. (KISS, Psychiatrieerfahrene) und Frau W. (Lebendiger Leben) angesprochen. Da ich Sie als Multiplikator einordne, bitte ich Sie um Mithilfe. Wäre es Ihnen möglich, einen entsprechenden Aushang in Ihrem Bereich zu machen? Herzlich, Christine S.

Die Psychiatriekoordinatorin im Rathaus ist Frau Dr. Kurz 488 4870 Sozialamt. Frau Subran fragt, ob das Wohngruppen für 18-65-Jährige werden sollen. Dann sei der Kommunale Sozialverband Ansprechpartner. Welche Personengruppe, welcher Hilfebedarf soll es sein? Soll es eine Pension werden? Erfahrenen Träger suchen (GESOP, PTV, Diakonie). Finanzierung planen. Belegarbeiten planen. Betreuung sozialpsychiatrischer Dienst? Problem Krisenintervention? 817 8140
Netzwerk Betroffene (KISS 206 1985) nutzen: Psychiatrieerfahrene Elisabeth D.

Anruf beim Krisendienst: Es existiert ein Wegweiser für seelische Gesundheit.

Dreiseitenhof in Radeburg mit Jochen Kiessling angesehen: Der Hof ist baufällig, voller Gerätschaften und gehört einer Erbengemeinschaft. Der angrenzende Bauernhof steht für 50 000 Euro zum Verkauf.

10.07.07. Gespräch in der GESOP 4370 820 Michelangelostr. 11 http://www.gesop-dresden.de/ Inge Naumann 4370 8220: Gespräch mit Helga K. (202 7639) und Jochen Kiessling (259 38 76, Dreiseitenhof Radeburg) über ein Weglaufhaus in Dresden. Inge Naumann verlieh Diplomarbeiten und gab den Rat, einen Verein zu gründen (Material in Schreibladen, Notar, Bibliothek) und Selbsthilfegruppen anzusprechen (KISS 488 1252, Junghansstr. 2, 01277 DD, 2. Etage, Zimmer 255 www.dresden.de/selbsthilfe) Außerdem sei es sinnvoll, die Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit Dresden (FH) www.ehs-dresden.de anzusprechen wegen Zahlen, Fragebögen, Studenten, Diplomarbeit. Das Weglaufhaus Berlin hat Kerstin Kempker in ihrer Diplomarbeit beschrieben. Soteria (Schweiz) habe Erfahrung in der milieutherapeutischen Begleitung.

8.07.07. Helga lädt mich zu einem Gespräch mit Inge Naumann in der GESOP ein.

Sternschnuppen

Diese Nacht sind die ersten Sternschnuppen zu sehen. Bis zum 13. August soll das gehen. Tim ist wieder da. Hab ihn grad gesprochen. Er scheint glücklich zu sein. Zwei Surfanzüge trug er in Polen übereinander. Zu surfen hat er morgen keine Lust, schade. Auch nicht zum Klettern. Habe ich ein Pech, heul. Nicht mal der Barfußweg in Mittelherwigsdorf reizt ihn. Fußball will er spielen. Und ich soll bitte nicht mit dazu kommen. Nachher kommt er, Salat essen. Immerhin. Wenigstens das. X. hat beim Kitesurfen zu springen begonnen. Nächstes Jahr wollen sie wieder hin, mit Franz. Und X. bekommt dann einen Job als Assistant, weil Leute, die deutsch und englisch können, gebraucht werden.

Strand-Lektüre

Ich lese eine Passage aus einem Roman und habe Lust zu erfahren, wie es weitergeht, kämpfe mit dem Telefon und scheitere an der Jump-Hotline. Angeblich ruft jemand zurück. Kurz vorher tönt eine Stimme DieNummerExistiertNicht. 0180/1232345. Kryptisch. Die Online-Verbindung bricht mehrmals zusammen. Ich staune, wie Hören und Sehen zusammenzuhängen scheint, ein Riesenfilz. Anja heißt die Stimme am anderen Ende, die mich nach meinem Alter fragt, bevor sie bestätigt, dass ich im Lostopf drin bin. In der Webcam ist ein blondes Gesicht zu sehen, im Radio stellt sich die scheinbar dazu gehörende Stimme als Stine Hoyer vor. Google listet sie nicht auf den ersten Plätzen.

Morgen ist Tim da

Gabelbaum und Startschot fehlen. Das Surfen wird schwierig. Hab einen Barfussweg rausgesucht. Außerdem will ich mit ihm klettern. Vielleicht zeichne ich einen Morgen am Fenster auf. Am 14. ist im Schlachthof ein Konzert. Aber da ist Tim schon im Trainingslager.

Petras Traum

Aus einer Mail an die GLS-Gemeinschaftsbank:

gesundheitsladen-vision

es wird in radebeul ein laden vermietet. dazu habe ich eine sehr schöne idee und suche eure hilfe dabei. dies bezieht sich auch auf den grundgedanken weglaufhauskulturnetzwerkidee.

gesundheitsladenvision

es sollen sich tag und nacht bei unserem laden menschen einfinden dürfen, die bedürftig nach einer tasse tee, nach einem warmen wort und nach einer gemütlichen atmosphäre sind, nach ruhe oder reden, basteln, malen oder leise musik machen oder hören, auf duftlampen oder duftstäbchen lust haben zu riechen, räucherwerk und alles, was der seele gut tut, sei es ein herrlicher pfirsich oder saft in ihrer seele kurieren können. tag für tag ähnliche besetzung. wir werden versuchen, über ladenspenden von der city-herberge dresden und über andere hotels, die abends schließen und noch verwertbare nahrungsmittel abzugeben haben, die über das tafel-e.v.-auto zu uns bringen zu lassen. ansprechpartner für den noch zu mietenden laden sind herr und frau klug 0800 522 222 60. das ganze ist auch eine vorbereitung für eine weglaufhauskulturnetzwerkinitiative, die wir gerade im begriff sind zu organisieren. der laden soll die erste koordinationsstelle des netzwerkes werden. bei stiftungs- oder schenkungsgeldern in den sozialen, kulturellen und auch alternativmedizinischen bereich. vorbestand zu einem internationalen kulturnetzwerk anstatt weglaufhaus.



gesundheitsladen tips und trapps
für medizingeschädigte



wir möchten ein neues netzwerk ins leben rufen wie iscon oder champhill. vielleicht psychokultur oder einfach das erste logo oder einfach bloß seele. eine gemeinschaft, wo viele gemeinschaften sich darauf aufbauen, mit der grundbezeichnung ein kulturnetzwerk seele. suche stiftung oder schenkung für den anfang dieses ladens.

ich bleibe gern mit euch in verbindung und unterrichte euch über das kulturnetzwerk seele. der laden ist uns sehr wichtig. das ist der grundstein des anfangs des kulturnetzwerkes seele.

ganz, ganz liebe grüße von petruschka aus dresden

ich habe zur zeit keine adresse. ich bin wohnungslos. schreibt bitte an christine. christine ist eure ansprechpartnerin. ich habe euch aus münchen schon mal angerufen wegen einem internationalen kulturnetzwerk seele. ich möchte eine art gemeinschaftsreihe gründen, die weglaufhaus-ähnlich ist, wo die menschen die möglichkeit haben, sich zu entspannen und sozial sich zu festigen und vielleicht auch eine art berufsförderwerk anzuschließen - viel individueller gestaltet. dazu brauchen wir häuser, instrumente und möbel und gutes fachliches personal, das zum teil auch aus eigenen reihen stammen wird. aber wir brauchen gute fachliche leitung. phytotherapie zum beispiel, schamanismus, geistheilen, töpfern, musik, malen, wandern, steine sammeln usw.

lasst euch was einfallen, und bitte meldet euch bald.

eure petruschka

Sonntags, kurz nach dem Aufwachen

Hab grad noch Boyzone - Picture of You im Ohr, schwelge in Erinnerungen und schon tischt Groke einen unglücklichen Mörder auf. Ausgerechnet Eric heißt der Tote, wie der Eric, der mir das Klettern beibringt und dessen Projektleiter vorgestern in den Tod gesprungen ist. Ich habe kalte Füße. Dabei sind es angeblich schon zwanzig Grad im Schatten. Petra hat mir zwei Mails diktiert. Es war wie ein Vermächtnis. Allmählich begreife ich Ursula Ressel, die bei den Basics beginnt, wenn Petra gewaltig träumt.

Samstag, August 04, 2007

Wer hilft wem?

Eine kompakte Broschüre, grusel. Beim Blättern in der Datenbank verschlankt sich der Entscheidungsbaum drastisch, fast als ob ich im Telefonbuch blättere. Eine Seite, die damit verlinkt ist, ist ÖffnetDieTüren - Ein flachbrüstiges Angebot, das nach Armut und Hilflosigkeit riecht.

Hab ein flaues Gefühl

Wahrscheinlich ist es nicht ganz stimmig, hab das Schreiben trotzdem so formuliert: "Zuweisung zum Integrationsfachdienst. Hiermit beantrage ich bei der Sächsischen Ärzteversorgung Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben auf Grundlage des Kapitel 5 des SGB IX, sowie §§9 und 11 des SGB VI."

Freitag, August 03, 2007

Draußen knallt es wie Luftgewehr. Seitdem der Wagen von meinen Eltern draußen steht, hab ich Schiss.

Darf ich dich kennenlernen?

Wenn ich irgendwann mal viel Mut habe, rufe ich Groke an und höre seinen Anrufbeantworter.

Approbation

Es sieht trübe aus - hab keinen Psychiater und keinen Anwalt gefunden, der mich ernsthaft vertritt. Die beiden Rentenversicherungsträger blocken die Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben auch ab: Die Ärzteversorgung verweist auf die Satzung, die Deutsche Rentenversicherung auf die noch nicht in die Rentenversicherung eingezahlten 180 Kalendermonate und damit ans ans Arbeitsamt. Hab Frau Wolf, meine Arbeitsvermittlerin, nicht persönlich erreicht und nur um eine Notiz in den Unterlagen bitten können, dass sie mich dem Integrationsfachdienst zuweisen soll. Ich soll mich ans Sozialgericht wenden, sagt die Frau, die ich dazu beim Bürgerbüro gefragt habe. SGB 9 regelt meinen Anspruch, sagte meine Ansprechpartnerin ber www.lebenshilfe-dresden.de. Hab beim Kramen ein Personalbüro gefunden.

Mittwoch, August 01, 2007

Nähe

Hab grad wieder den Anästhesisten-Song gehört. Jung heißt sie und ist Reha-Berater. Hab alle Antragsformulare ausgefüllt. Morgen früh bringe ich sie weg und verpasse einmal mehr Groke. Er fehlt mir sehr. Eigenartig, wie sehr ich mich an ihn gewöhnt habe. Er hat irgendwas Anheimelndes - keine Ahnung, was. Diese Ahnung von Nähe, egal was er erzählt. Ich weiß nicht, was ich bei ihm suche außer Kontinuität. Am Wochenende kommt Tim heim. Roberto war da. Er hat die Wohnung mit angesehen und vermessen. Der Keller war schlimm. Eine enge Schlucht. Kaffee schützt vor Darmkrebs, kam grad im Radio. Hab schon wieder vergessen, ob das Radio Dresden war. Kai Karsten fragt auf SWR3: Was wären Sie gerne geworden, wenn Sie nicht geworden wären, was Sie sind? Irgendwann wollte ich mal Psychiater werden, aber das ist inzwischen zwanzig Jahre her, und ich bin froh, dass ich es nicht geworden bin. Später Notarzt - das hat zum Glück auch nicht geklappt. Dann Journalist. Das will ich eigentlich noch heute. Eigentlich. Die Jung sagt, dass die BfA das nicht fördert. Der Stern sucht einen Redakteur für Gesundheit und Wissenschaft in Hamburg. Zeit, Bohnen zu essen und über Darmkrebs nachzudenken. Am liebsten würde ich bei Google arbeiten. Das wäre maximale Nähe. Frikadellen wären gut. Ich werde Kaffee trinken. Einen XXL-Kaffee. Als Journalist bei Google zu arbeiten, wäre schön. Am liebsten von Dresden aus.

Zu teuer und zu klein.

Hab gestern eine helle Wohnung mit dunklem Bad gesehen. Bei mir ist das Bad der hellste Raum der Wohnung. Hab Möbel auf dem Grundriss gerückt, ich-strukturiert. Die Wohnung ist zu klein: Ich bekomme nicht alles unter. Mutter hat gestaunt, was ich alles seit dem Gespräch mit Martina unternommen habe. Der Job als Redakteur beim Amtsblatt ist weg, habe ich gestern erfahren. Gestern hatte Petra zwei Frauen von Lebendiger Leben zu Besuch, hat aber nur über das Weglaufhaus mit ihnen gesprochen und nicht über eine Wohnung für sie. Groke protzt grad mit einer XS-Freundin. Warum tut das so weh? Bin schon wieder haptisch. Eine XS-Wohnung. Nachher gehe ich zur BfA. Die heißt jetzt anders, hat Barbara Roßberg gesagt. Mir ist schwindlig. Ich habe Angst, ohne zu wissen wovor. Er hat eine XS-Feundin und findet es gut, alte Kleider an bedürftige Behinderte ins Heim zu geben. Froböse ist jetzt im Heim. Hab ihn zwanzig Jahre nicht gesehen. Ich hab ihn nie gemocht, aber dass er jetzt im Heim ist, hat mich schon gerührt. Übermorgen sehe ich ihn wieder. Mit seiner Frau hatte ich gezeichnet. Gestern hatte ich das Bild wieder in der Hand. An Krebs ist sie gestorben. Die waren so verschworen, jetzt ist er im Heim. Mutter fand das Heim gut. Es würde ihm gut dort gehen, und er hätte sich sehr erholt. Sterbeindustrie ist alles, was mir durch den Kopf geht, wenn ich an Heime denke. Sterbeindustrie für Bedürftige. Nur nicht dort hin müssen.