Montag, April 30, 2007

Montag


X. und Tim haben Schule, Thomas ist da, und ich will zum Yoga. Heute ist Walpurgisnacht. X. hat Fanies Bilder in Torgau gesehen, ist aber kaum begeistert. Ich war gerade das erste Mal dieses Jahr im Biergarten, als sie anrief. Yoga. Am liebsten würde ich ständig bei X. und Tim anrufen, um den Moment abzupassen, in dem sie aus der Schule kommen, mit ihnen am Tisch zu sitzen und den Tag zu verplanen. Hab eine neue Digicam-Einstellung ausprobiert. Bis jetzt hatte ich die für Blumen genommen. Da kam jeder Schatten als Kerninformation rüber. Augenringe und Tulpenblüten... Was wäre eine Blüte ohne Schatten? Aber im Gesicht stört er mich. Das Facebuilding hat noch nichts gebracht, die Oberlippe ist nach wie vor schmal.

Sonntag, April 29, 2007

Mein neuer Lablue-Profiltext




Die Augenringe sind seit Tagen spoilermäßig. Der bittere Zug um den Mund ist Tribut an mein hohes Alter und die chronische Erfolglosigkeit beim Umschwärmen des für mich Einzigen, aber Unerreichbaren. Hab mir schon des öfteren anhören dürfen, dass meine Schwärmerei für ihn an Stalking grenzt. Ab und an mache ich Augen-Yoga und Facebuilding. Vielleicht entstehen dabei sinnliche Lippen und verträumte Augen.Ich suche einen Partner zum Tango- und Salsatanzen, Volleyballspielen und Surfen. Ich will Klettern und Scaten lernen. Ich bin freier Autor, schreibe wieder übers Hören, wenn ich nicht gerade Yoga mache oder meine Kinder mit Kochversuchen beglücke. Hühnerbrühe koche ich mit zu viel Zimt, behauptet mein Goldsohn.

Halbnackter Mann mit Kaffee

Hab heute meinen privaten Büroservice. Leider nicht Groke. Im Programm taucht er nirgendwo auf. Gestern waren wir Tango tanzen. Zwischendurch eine SMS aus dem verregneten Frankreich. Tim baut ein Leuchtobjekt, will aber kein Seidenpapier von mir. Ich nerve Tim, sagt Thomas. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann dass ich nicht mehr so explosionsartig zunehme wie in den letzten Tagen, dass die Augenringe weggehen und dass ich eine Variante finde, für Monks zu arbeiten und trotzdem die Rente weiter zu bekommen. Von ein paar Artikeln kann ich nicht leben. Thomas tippt sein Buch weiter. Gestern waren wir beim Kahl-Verlag. Thomas hat Petra Kahl gleich geduzt. Sie will lieber Asien und Norwegen als Reisebücher rausbringen und verweist ihn an Delius Klasing, einen Radler-Verlag.

Freitag, April 27, 2007

Wenn man Ihnen morgen die Weltherrschaft anträgt

Hab heute über eine Stunde unter Hängemattenneid gelitten während Nina genüsslich Schokolade gegessen hat. Nicht dass ich ihr die Hängematte nicht gegönnt hatte, aber ich hätte auch gern drin gelegen. Eigentlich ist sie lang genug für zwei, aber wie stabil der Balkon gebaut ist, weiß ich nicht. Wär ja schade um den schönen Moment gewesen. Sie will ins Ausland. Nicht Europa, nicht Südamerika. Und sozial soll es sein. "Was würden Sie tun, wenn man Ihnen morgen die Weltherrschaft anträgt", steht in irgendeinem Buch, das sie grad liest. Urlaub. Ich würde Urlaub machen. Irgendwo, wo es schön ist. Und das ganz lange. In der Sonne. Licht auftanken. Und wenn das mit der Weltherrschaft stimmt, müssten Nina und Tim mitkommen.

Tagträume

Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich Groke sehen wollen. Am liebsten jetzt sofort. Schon um zu sehen, wie das Rot an den Haarwurzeln durchschimmert. Ich mag das Schwarz nicht. Nicht bei ihm. Ich hab solche Sehnsucht. Ich hänge am Radio und stiere auf die Themenseite. Täglich. Als ob er dann näher ist. Ich gehe kaum noch aus dem Haus aus Angst, ihn zu verpassen. Es ist verrückt. Meine Haut wird fleckig. Bei Lablue tanke ich dann andeutungsweise Nähe auf, um die Zeit bis zu seinem nächsten "Auftritt" zu überbrücken. Am liebsten hätte ich ihn ganz für mich. Ihn einmal zu sehen wäre schön. Boah, die Windows Live Messenger Suche macht´s möglich: Ein Mini-Blitzlicht auf den Göttlichen mit Standbildern. Dazu kackbraune Anzugträger. Peinlich, das Miteinander. Dazu ein Gürtel, den ich gestern schon mal gesehen habe, auf einem Nacktfoto. Ich war immer noch nicht in der Sonne. Irgendwann bin ich nur noch Groll, und mein Grinsen versandet. Ich tu mir leid. Warum macht der das? Warum moderiert der so einen Scheiß? Wer hat sich die Choreografie ausgedacht? Hoffentlich nicht er selbst. Aber vielleicht ging das ja auch alles ganz schnell, nur der Fotograf hat ein Staccato reingebracht. Micha mag Magura, glaube ich. Er verkauft Elektroautos. Rollstühle. Ich hab das Gefühl auseinanderzulaufen. Welk zu zerfließen. Zu zerbröckeln. In der Sonne zu zerbröseln. Ohne Krustimeter. Ich höre Groke so gern. Aber das Drumherum ist schlimm. Es ist so maso, in einer Linie auf einer Bühne uniformiert zu stehen.

Meine erste Rechnung

Der Eisenmangel-Text ist angekommen und gefällt. Ich soll eine Rechnung ausstellen. Zeit, mit der Ärzteversorgung neu zu verhandeln.

Krustimeter & Kruppstahl

Welche Kaugeräusche entstehen beim Blasen? Berühren die Zähne sich da überhaupt? Berühren sich die Zähne beim Kauen? Gibt es Pumuckl-Gummibärchen? Ich brauche Sonne.

Augenringe

Heute sind sie noch stärker als sonst. Alle Welt heißt diese Woche Micha. Ich hab kalte Füße. Struktur wär gut. Eine eindrucksvolle Struktur. Überall Bilder, vollgepackt und überfrachtet mit Erwartungen. Verdammte Augenringe. Und nirgendwo ein Hinweis, wo Groke ist und was er macht. Und wenn, ich könnte sowieso nichts dran ändern. Das ist alles so weit weg. Die Zeit rast. Augenringe wie Spoiler.

Socken in Sandalen und Leggins

Er ist Mediengestalter, schreibt er. Banjo spielt er. Eigentlich ist er Musiker und Mediengestalter. Das Pieschener Elbufer gefällt ihm. Er scheint gern zu fotografieren. Auch sich selbst. Ich würde ihn gern hören. "Streust du dein IchWillDichInMir pauschal ins Volk?", hat Micha mich gestern gefragt. Seine Stimme war dabei klar und leise. Es ging alles so schnell. Viel zu schnell, um zur Besinnung zu kommen. Ich höre gern zu. Immer öfter. Irgendwann hab ich auch wieder Spaß daran zu reden. Das Internet ist sehr still. Hier und da ein bißchen Webradio, aber im Wesentlichen ist es still. http://www.lablue.de/ lässt sich nicht aufrufen. So erschrocken ich über ihn war, so neugierig bin ich. Hab ihn mit meinen Fragen so in die Ecke gedrängt, dass er das Gespräch abbrach, ihn nach Ausbildung und HARTZ IV gefragt, statt ein Treffen zu vereinbaren. Ich wollte seine wave-Dateien im Blog laden. Er war wie gesagt unter Zeitdruck und wollte sich scheinbar nur schnell an Nacktfotos orientieren, unterwegs im Weltweiten. Aber die deshalb zu machen und dann vielleicht noch in den Blog zu stellen, wäre wahrscheinlich doch zu viel Aufwand für den Zugvogel. Haarewaschen und Weckerbatterie wechseln. Heute abend kommt Thomas. Ich soll nicht zu viel erwarten, sagt er. Er rasiert sich nicht. Immerhin fragt Tim inzwischen, wer wer ist, seitdem der eine oder andere Internetler offline auftaucht.

Donnerstag, April 26, 2007

Drinnen & draußen

Ich höre eine Stimme, sehe Bilder und habe doch nur eine Knopflochperspektive auf diese vollkommen fremde Welt. Auch wenn die eine oder die andere Stimme mir irgendwann scheinbar vertraut wird. Alles, was ich da höre, passiert weit entfernt von mir. Und keiner kann mich zwingen, das, was da passiert, zu verstehen - auch wenn es offensichtlich gleichzeitig geschieht. Niemand kann mich zwingen, deshalb meine sichere Höhle zu verlassen. Und wenn ich trotz allem Zusammenhänge zu ahnen meine, sind die lockerer als jede Assoziation in meinem Kopf. Ich sehe nur Bruchstücke von dem, was ich zu ahnen glaube. Und was ich höre, ist schon kurz darauf kaum noch zu entschlüsseln, weder in seiner intrapersonalen, noch in seiner transaktiven Abfolge. Es ist ein Trend, den ich zu ahnen glaube, ohne etwas tatsächlich Greifbares in Händen zu halten. Kein Bild, kein Film, keine wave-Datei. Nur meine Erinnerung. Und wodurch die eingefärbt wurde, ist mir schon lange nicht mehr bewußt. Meine Höhle tut mir gut.

Synchronisieren

Ob es gewebte weiße Seidenstrings ohne Elasthan oder Kappnaht mit breitem Gummi gibt? Und wenn, wie sitzt es sich damit auf Holzstühlen ohne Schaffell, sobald es warm ist? Auf geöltem Holzboden? vor einem Schreibtisch am Fenster? Die Füße auf dem Fell, den Wind in der Nase. Ob dann eher Text entsteht? Übers Hören? Hab immer noch keine Idee, wie ich Hören und Wahrnehmen abgrenze. Unverknüpftes zu hören, ist wahrscheinlich unmöglich. Ein Schaffell wär gut. Fast so gut wie diese kratzenden Socken.

Vergöttert zu werden muss schlimm sein

Irgendwann weiß ich genug über Groke. Hab unter MSN nach ihm gesucht. Endlich eine Suchmaschine, die Fotos von ihm listet, statt nur auf irgendwelche Blogs zu verweisen. Inzwischen kann ich mir eher vorstellen, wie sein Tag abläuft. Vergöttert zu werden, muss tatsächlich schlimm sein, schlimmer als die Angst, von drei Millionen gehört zu werden.

Beleuchtung




Bei seitlichem Licht sind die Augenringe tatsächlich heller als beim Blitzlicht von vorn. Je dunkler der Raum ist, um so weicher zeichnet die Kamera Konturen.

Sich etwas Heißes reingießen

Ist es das Gedudel über stattgehabte oder erwartete Liebesspiele, das Radio attraktiv macht? Und kurz drauf ein Intermezzo zur Organspende, direkt im Anschluss an die Kopfschuss-Story eines Polizisten in Heilbronn. Dort war grad noch Ringfahndung, er liegt im Coma, und schon denkt Rosch weiter: Nur zehn Prozent der Deutschen haben Spenderausweise. Er hat Großes vor. Vielleicht wird er ja noch Programmchef.

Tag des geistigen Eigentums

"Synchronisieren", sagte Marcus Barsch gestern, als er grad PR für Maroon 5 machte. Die synchronisieren sich. Was auch immer das bedeutet. Ich sei ziemlich gedämpft, meinte Micha gestern, als er das neue Foto sah. Und dass ich viel schreibe. Dabei hab ich mich grad gestern wie geknebelt gefühlt. Auch durch Synchrones. Die Gedanken rissen oft ab. Besonders bei Thomas Rosch. "Sit and wait" hatte er aufgelegt, als Nina und Tim in der Schule waren. Jens tat mir gut. Es war wieder dieses IchWerdeGebraucht-Gefühl, dieses irrationale IchGehöreDazu, das ich so nur noch selten habe und das wieder aufflammt, wenn ich mit ihm chatte. Er macht einen guten Job, glaube ich. Ich denke gern an ihn. Aber das geht bestimmt vielen so. Sit and wait - die Hauptbeschäftigung bei der Hospitation auf der Feuerwache. KreuzworträtselLösen und Fernsehen als Glückstrigger und Einsamkeitsmarker. Venedig war eine Kreuzworträtselreise. Ist ein Gedankensprung geistiges Eigentum?

Mittwoch, April 25, 2007

Demenzkranker Heilpraktiker betreute trotz Lizenzentzug weiter Patienten

Gestern hatte ich einen Hamburger im Chat kennengelernt. Einen Feuerwehrmann. Hab mich kaum zurückhalten können, als er von seinem Auge erzählte. Ich war gleich wieder mittendrin in dem Sog. Wahrscheinlich muss ich meinen Profiltext ändern. Es war das erste Mal, dass ich nicht von der Schizophrenie erzählt hatte. Es war mir gar nicht aufgefallen. Ich war mitten im Sog wie gesagt. Nur daran, dass er nicht reagiert hat, hab ich gemerkt, dass ich inzwischen total draußen bin. "Schönen Dank für deine Zuwendung", schmollt Stefan grad. Hab "Arzt, Medizinredakteur" in "Freier Autor" geändert. Die Nachricht von dem Heilpraktiker ging mir an die Nieren.

Selbstporträt

Das Licht unterhalb der Nase müsste genügen, um Augenringe auszuleuchten, sagt Michael. Ich finde mich im Spiegel schöner als in der Kamera, aber da beim MichSelbstFotografieren schöner als beim FotografiertWerden - das Ergebnis ist eher vorhersehbar. Im Radio ist eine angenehme Stimme. Peter Liebertz. Angenehm distanziert. Am Mikro und trotzdem unaufgeregt. Sein Fragebogen ist schlimm. Das Licht, grübel... Im Moment ist es zu grell. Fast wie Blitzlicht. Die Socken kratzen. Blitzlicht und kratzende Socken, na toll. Noch kein Grund, den Planeten zu wechseln. Der Eisenmangel-Artikel ist raus. Zeit fürs Hören. Ich komme nicht bei Lablue rein, um den Hinweis auf den Eisenmangel-Artikel aus meinem Profiltext zu nehmen. Hab mich so aufs Löschen gefreut. Schade. Ich bin gespannt, ob Monks den Artikel akzeptiert. Groke fehlt mir. Bei unaufgeregt muss ich sofort an Groke denken.

Sit and wait

Alles, was nach Rapport riecht, reißt mich sofort aus meinen Grübeleien heraus. Aus dem Nachdenken über Augenringe, über das Danach nach positiven HIV-Testen, über versteckte Kameras und darüber, wen ich wann und wie gern in meinem Leben hätte.

Zu arbeiten ist wie das Schwimmen im Haifischbecken.

Ich muss immer noch an den verhungerten 20-jährigen Arbeitslosen in Speyer denken. Zu arbeiten ist wie das Schwimmen im Haifischbecken, hatte die Bey gesagt. Als ich darauf gekontert hatte, dass ich sie als Haifisch erlebe, ist sie explodiert. Sie will mir Angst machen. Als ob irgendetwas mehr Angst machen kann als die Unfälle. Ein HIV-Test vielleicht. Oder der Kontostand. Alles ist weit weg. Jetzt ruft Rosch eine Claudia an. Eine landwirtschaftliche Darbringung sucht er. Und der PC war plötzlich offline. Minutenlang. Schade.

Überall versteckte Kameras

Es passiert alles in meinem Kopf, bindet Aufmerksamkeit und macht mich müde. Ich bleibe überwach und sehne mich nach Schlaf. Überdreht und wirr. Gestern habe ich Jens im Chat kennengelernt und mir vorgestellt, dass ich ihn ein paar Stunden begleiten könnte. Null Ahnung von nichts, aber dabei sein zu wollen... Chaotisch, ich weiß. Ein Augenarzt hatte ihm gesagt, dass es machbar ist, eine Tränennasengangplastik in eine blühende Entzündung hinein zu machen. Ich hab noch nie in der Augenklinik bei so einer Rekonstruktion mitgemacht, rieche aber überall Komplikation. Der Augenarzt will kein Antibiogramm. Das verunsichert mich. Das Auge ist inzwischen blutunterlaufen. Ich bin weit weg. Verdammt weit weg. Scheißschweigepflicht. Nirgendwo Standards oder Guidelines. Keine Meckergrundlagen. Ich wünsch ihm versteckte Kameras. Meine. Ich wär gern klüger. Bin schon wieder ganz 007.

Frisch gewaschene Haare



Joe war gestern abend da. Mit Digicam. Wir haben Geschichten ausgetauscht. Er macht Webseiten. Zwischendurch rief Micha an. Ich war gleich wieder ganz Fernweh. Licht von der Seite ist günstiger für die Augenringe, sagt Joe. Er fotografiert seit zwanzig Jahren. Hab selten so viel Mitleid gesehen wie in dem Moment, als ich meine Geschichte erzählt hab. Ich scheine wirklich ein Unglückswurm zu sein. Kurz nachdem er gegangen war, ließ Bernd Lechler es auf verschiedenen Autobahnen krachen. Ich hab trotzdem gut geschlafen. Als ich Joe die Google-Suche von SR1 zeigte, war der Blastereintrag dort nicht mehr zu sehen. Wenige Minuten später, allein, hab ich ihn mühelos wiedergefunden.

Dienstag, April 24, 2007

A3, A61, A63, A81

Es ist wieder eine dieser Verkehrsmeldungen, bei der jedes Entspannungstraining Herausforderung ist. Je öfter ich es schreibe, um so eher komme ich damit klar: Auf der A61 kann ein Schwerlasttransporter nicht überholt werden. Auf der A63 liegen Gegenstände. Irgendwo war ein Unfall... 61 ist Martin geboren, 63 bin ich geboren, 81 haben wir uns kennen gelernt. Irgendwann glaube ich noch daran, dass irgendjemand die Schwerkraft erfunden hat, weil er es hasst, wenn ich schwebe. Rüdiger findet meine Schreibe wütend und meine Stimme distanziert. Ich hab das Zeug zum 007: Hab Micha immer noch nicht von Rüdiger erzählt und Rüdiger nicht von Micha. Ein großer Freundeskreis wär schön.

Benetzen

Ich lese dich, erinnere mich, lese weiter und schwimme. Ganz in Gedanken. Ich beobachte träge, was du an Gedanken provozierst und gehe weiter. Schritt für Schritt. Schreibe, lese, döse.

Mein Leben als Schlauchtüte

Es regnet. Ich träume vom Sonnenanbeten und Rosch legt kurz drauf Summer sunshine von den Corrs auf. Wie funktioniert eine Sendung? Warum bekomme ich gerade Gänsehaut? Wo beginnt Selbstverständliches? Ich friere von einer Minute auf die andere. Ob da ein Musikredakteur den Ablauf fixiert? Groke fehlt mir. Gestern stand er 14 Uhr im Programm, tauchte aber nicht auf. Petra Müller-Greven sagt, wenn ich das auf mich beziehe, ist das symptomatisch für eine Verschärfung der Schizophrenie. Rosch labert etwas von einer Programmchefin, später von der Sonne als Chefin, ich höre kaum hin. Mir ist kalt. Kalt wie lange nicht. Ich wäre gern logischer. Vielleicht sollte ich mich stärker auf die Schwerkraft konzentrieren, mich ihr ausliefern und jedes Gedankenabreißen als Einladung zur Trance verstehen. Was meint eigentlich "geschlaucht". Ich fühle mich tütenmäßig geschlaucht. Aufgeblasen im Regen. Die Gänsehaut lässt nach. Irgendwann dokumentiere ich jeden einzelnen Atemzug. Yoga. Ich mag Yoga.

Montag, April 23, 2007

Verliebt oder verknallt?

"An einem Tag kann man sich nicht verlieben, da verknallt man sich höchstens", sagt Nina. Pech, hab ich die Situation verkannt. Wo beginnt Verlieben? Ich sei zu verkopft, sagt er. Er will mich runterholen. Wohin auch immer. Wahrscheinlich bin ich tatsächlich nur verknallt. Verkopft verknallt.

Formel1

Tantalus schrieb am 10.11. 2000 um 01:06:58 Uhr über
Kreis
Ein Irrer wurde zu einem Psychiater gebracht. Er lief die ganze Zeit im Kreis, war sonst aber normal ansprechbar. Auf die Frage des Psychiaters warum er denn die ganze Zeit im Kreis laufe antwortete der Irre, er wolle nicht mehr leben. Der Psychiater fing sofort an zu forschen. Er probierte vieles aus was er in seinen langen Jahren Berufserfahrung gelernt hatte. Er deutete nach Freud, kam aber zu keiner sinnvollen Erklärung. Er hypnotisierte seinen Patienten, um einen Auslöser in der Kindheit zu finden, fand aber keinen Zusammenhang. Er wälzte viele Bücher über Symboldeutung, aber auch die fanden keine Erklärung. Irgendwann fragte der Arzt den Irren ganz einfach warum er denn gerade im Kreise laufe wenn er nicht mehr leben wolle. Der Irre schaute den Arzt erstaunt an. Mit einer Stimme, als wenn es das normalste auf der Welt wäre, erklärte er: "Wenn ich lange genug im Kreis laufe, bohre ich mich irgendwann in den Boden, und je länger ich laufe desto tiefer bohre ich mich. Je tiefer ich mich in den Boden bohre, desto heißer wird es, und irgendwann wir es so heiß sein, dass ich verbrenne. Ist doch klar!?"

Sonntag, April 22, 2007

Es ist wie jeden Tag Spaghetti essen


Einen Artikel zu Ende zu schreiben - grad zum Eisenmangel oder zum Hören - ist wie jeden Tag Spaghetti essen. Schwerstarbeit. Ich drücke mich davor, so oft es geht. Statt dessen hänge ich jedem einzelnen Gedanken nach, als ob es der letzte wär. Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines orange-rot gestreiften H&M T-Shirts und einer Mango. Fehlt nur noch ein Detail in Pink. Fleisch. Tjaja. Sicherheitshalber habe ich meinen Lieblingspullover drübergezogen. Das Assoziationsblaster-Shirt unter dem Pullover sieht aus wie schulmädchenmäßig aus, frotzelt Thomas. Aber den Schriftzug ohne was drüber zu tragen, ist es zu kalt. Außerdem bin ich offline nicht locker genug dazu. Thomas meint, über die Linse drüber weg zu schauen, wirkt professioneller und nicht so tot wie der Blick direkt in die Kamera. Hab Tims Venedig-Foto vor mir. Das ist ja ganz gut geworden. Ob die Augenringe vom Zähnezusammenbeißen kommen? Es ist doch nichts aus der Ausstellung zu Schlaf und Traum geworden: Tim macht eine Radtour mit Martin, Nina schläft mit meiner Citycard, und kurz nach Fünf kommt Micha vom Motorradrennen. Im Radio Markus Barsch. Wenn ich Eiweißkonzentrate nehme, die Eisentabletten schlucke, Augen-Yoga mache und mich noch einen Moment hinlege, sind die Augenringe vielleicht heller. Irgendwann wird das Digicam-Selbstporträt perfekt. So perfekt, dass ich alle anderen löschen kann.

Groke bis Zehn

Jeden Morgen überrascht der SR1 seine Hörer neu. Der Sender verzichtet auf einen wochenaktuellen Moderationsplan, immerhin versucht er, tagesaktuell zu sein. Du checkst dich ein, und ahnst schon Sekunden vorher, welche Stimme dich erwartet. Es ist fast familiär. Nicht so gläsern wie beim SWR3, aber immerhin transparenter als bei PSR. Groke zu hören und gleichzeitig über Phasenverschiebung nachzudenken, tut mir nicht gut, habe ich gemerkt. Ich fühle mich dann sofort angegriffen und erlebe jeden Kommentar als bissig. Das dazu Geblastete ist mir gerade mitsamt dem Notebook abgestürzt. Hab die Datei "wiederhergestellt" und nur Assoziationen zu IchLiebeDich gefunden. Ich bin müde wie lange nicht: manchmal denke ich, du siehst mich und überlege, wie ich von dir gesehen werden will. dann bist du weit weg. weiter als sonst. manchmal schreibe ich dir dann. Kurz drauf gratulierte Groke Jack Nicholson zum 70., als ich Thomas sprach. Grund genug für mich, mich wieder beobachtet zu fühlen, denn Jack heißt Thomas´Claudia. Zeit zu schlafen. Mir ist wirr.

This moment is so much bigger than me

DER Spruch für die Klotür. Ob außen oder innen, überlege ich noch. Schokolade? Es gibt doch nichts Schöneres, als sonntags mit Schokolade und Notebook im Bett zu liegen. Mir tropft gleich der Speichel. Jetzt noch ein halbnackt servierter Kaffee. Ich träume von dir, liege neben meinem Handy und schreibe. Radio.

Samstag, April 21, 2007

Müde

Ich höre bei SR1 nach Neun rein. Plötzlich ist da was, was wie Groke klingt. Mir wachsen gleich wieder Flügel. Im nächsten Augenblick ist die Stimme verschwunden. Grad als ob er spürt , dass ich ihn höre. Micha hat angerufen. Ich bin müde. Nach Hirn-OP ist manches anders, sagt er. Er verkauft Elektro-Autos. Die meisten seiner Kunden sind über achtzig. Manche hatten einen Schlaganfall, einer sogar eine Hirn-OP.

Frühjahrsmüdigkeit

Vielleicht ist es einfacher, nicht zu lachen, um zu lachen, als sich zum Lachen zu zwingen. Sonst habe ich die gleichen Versagenängste wie bei einer aufwendigen sexuellen Inszenierung. Tango, träum... Beim Lachen Zuzuschaun ist vielleicht ein Anfang. Am besten ich mach jetzt Sport, sonst ist das Fitnessstudio wieder zu und die Schokolade alle.

Sonnenstrahldusche - Glück und Intuition bei Extremerfahrungen

Hypnose deutete Charcot als "uneingeschränkte verliebte Hingabe bei Ausschluss sexueller Befriedigung". Womit ich wieder zum x-sten Mal bei "verliebt" und bei "Hingabe"zu suchen beginne. Im Radio ist grad einer mit bayrischem Dialekt am Reden. "Hingabe" als konzentrative Selektion und "verliebt" als vollständig bejahend... Fehlt trotzdem der Rapport im Einzelnen. Meint Charcot, dass er sich tatsächlich einbringt, indem er wertfrei beschreibt? Was löst du in einem Fremden aus, wenn du auf sein Foto mit IchWillDichRiechen reagierst? Ist seine Reaktion vorhersehbar oder sogar reproduzierbar? Was innerhalb einer Transaktion ist überhaupt kalkulierbar und was Zufall? Geht ein IchWill zu weit? Weiter als ein Imperativ? Weiter als ein Komm? Verbindet noch nicht Wahrgenommenes? Oder trennt Erwartung vielleicht wie beim ZiehDichAus? Und ist Hypnose überhaupt eine Extremerfahrung? Eine Extremerfahrung wie das Hören einer Fuge? Wie ein IchWillBeiDirSein auf der Flucht vor mir selbst? Gibt es tatsächlich Parallelen bei Synchronem jenseits von Autosuggestivem? Hypnotisiert hatte ich mich nicht uneingeschränkt hingegeben, nicht einmal vegetativ. Ich hatte nur eben kurz nicht widersprochen. Aber wahrscheinlich ist das allein schon Hingabe genug. Hast du wirklich die Zeit, hier zu lesen? OK, das ist jetzt der letzte Satz - die Frage kommt etwas spät - ich hatte nicht an dich gedacht.

Schlaf und Traum

Morgen gehe ich mit Tim raus ins tosende Leben, Schlaf und Traum erkunden. Tageslichttauglich genug bin ich hoffentlich. Hab grad mit Angelika gechattet, das tat gut.

Schamlos schöne Augenblicke


Hab lange nicht mehr laut gelacht. Ich freu mich auf Sonntag. Mich zu konzentrieren und sofort zu schlafen, sobald ich müde bin, hab ich mir vorgenommen. Lachen als Programm. Wie konzentriere ich mich darauf zu lachen?

Geiselnahme im Gebäude 44

Ich suche gerade nach Permanenttrance in der Paarungsaura, als der SWR3 aus der NASA berichtet. Ich bin 44 Jahre alt. Nachrichten, die eine 44 enthalten, fallen mir auf. Sofort ist die Trance wie weggeblasen. Kurz vorher hatte ich den singenden Groke im Netz gefunden. Norbert denkt an Stalking, wenn er mich liest, und fragt, ob er wieder anrufen soll. Und der Blaster taugt im Moment auch nicht zum Brainstorm. Hab gleich wieder eine Schreibblockade.

Freitag, April 20, 2007

Du magst meine Stimme


Inventur

Und wieder ein Tag halb verschlafen, Kakao getrunken, Apfel gegessen und telefoniert. Die Telefonate dauern in letzter Zeit immer öfter mehrere Stunden. Allmählich werde ich wieder alltagstauglich. Ich kann es sogar zulassen, stundenlang zuzuhören, ohne sofort alles im Wort für ein Danach festzuhalten.

Mallorca-Deutsch

"Ich will dich. In mir. Du fehlst mir. Ich vermisse dich. Komm. Bleib. Für immer. Ich wäre gern schöner und jünger für dich." Was ist das letzte Tabu? Trägt Scham? Oder Sehnsucht? Bei Lablue steht jetzt als Begrüßungsformel bei den meisten statt Hallo BistDuRasiert. Neo-Romantik. Vielleicht sollte ich die Domain wechseln. Zu irgendwas Nachrichtlichem wie der TAZ. Aber die Blogs dort sind so statisch. Wie betöre ich einen Anrufbeantworter so, dass sein Halter den Hörer abnimmt? Womit ich schon wieder beim Stalken wäre. Ob er mich überhaupt bemerkt?

Blickkontakt

Nähe zu sich selbst oder Blickkontakt... Sich im anderen zu verlieren oder sich zweifelnd abzugrenzen? Wo beginnt Distanz, wo Nähe? Leuchtturmcheck beim gezielten Verwechseln. Beobachten von Unerwartetem, um es letztendlich irgendwann zu erwarten und selbst austauschbar schön zu werden, so schön, dass du irgendwann kurz vor dem Verwelken entdeckt wirst. Vielleicht sogar von dir selbst. Beim Blick in den Spiegel. Wie viele Details lässt Alltag zu? Wie sehr verflacht Wiederholung Erlebtes? Wann macht Innehalten satt? Hiroshima-Rosch legt "I don´t like Brigitte" auf. Groke fehlt mir.

Ruhe

Wann ist etwas schön? Und wenn, ist es dann schön genug? "Ich will doch nur spielen, ich tu doch nichts", singt es grad. Bin immer noch aufgewühlt. Da nimmt einer, den ich nicht kenne, mein Foto und schreibt, ob er es schön findet. Er müsse lange drauf schauen, um Schönes zu entdecken, schreibt er. Genauso gut hätte er über Zimt in Hühnerbrühe schreiben können, hab ich mir anfangs gesagt. Trotzdem ging es mir unter die Haut. Ich will nichts von ihm, hab ich mir gesagt, wollte ihn nur einen Moment lang riechen, als ich sein Foto sah, und hab ihm das geschrieben. "Nicht der Uwe", könnte unter allem stehen. Es ist alles so beliebig. Meine Haare sind nass. Hab keine Lust, sie zu fönen. Aber wahrscheinlich ist es das: Fönen und shoppen gehen. Irgendwie raus und neue Eindrücke sammeln, sobald es wärmer wird. Den unmittelbaren Blickkontakt wie im Spiegel kriege ich in der Digicam nicht hin. Der Blick in den Spiegel bleibt tot, verglichen mit jedem Foto von Tim. Dann fühle ich mich nur beim Beobachten beobachtet. Das Glänzen in den Augen fehlt dann. Das Glänzen, das bei jedem Blick in den Spiegel da ist. Es ist schon ein komisches Gefühl, etwas festzuhalten, ohne willentlich einzugreifen. Vielleicht geht das ja auch dar nicht. Nach den vielen Fotos diese Woche befürchte ich das jedenfalls. Was nützt es mir, schön zu wirken? Geht es mir dann besser? Lachen heilt, sagt Nina. Schon, indem ich lache, geht es mir besser. Vielleicht ist es das, was Schönheit vermittelt. Das Grinsen mitten im eigenen Gesicht. Tim hat sich furchtbare Hosen gekauft. Von vorn sehen sie aus, als ob sie gerade herunterrutschen. Sie gefallen ihm. Der Schritt hängt fast zwischen den Knien. Zum Heulen. Aber er ist glücklich. Liest seinen Roman und ist glücklich. Nein, es gibt nichts zu erzählen. Die Haare sind fast trocken. Gefönt. Zeit, über Eisenmangel zu schreiben oder shoppen zu gehen.

Donnerstag, April 19, 2007

EXAKTA DC 4200

Zähne zusammenbeißen und zudrücken, dann fotografiert die Digicam vielleicht doch. Das Akku ist schnell alle. Schade. Die EXAKTA hat nie richtig funktioniert. Grund genug, beim Fotografieren wütend zu werden.

Der AIDS-Test für zwischendurch

Er wollte sich testen lassen, statt sie zu fragen, wie es ihr geht. Sein Schnupfen war hartnäckiger als sonst. Eisenmangel als Infektursache war ihm zu läppisch. Auch dass eine Eisenmangel-Therapie finanziert wird, reizte ihn nicht. Auf ihre Frage, was er machen würde, wenn der Test positiv ausfällt, reagierte er empört. Den Hinweis darauf, dass die Columbia abstürzte, als sie dem Vater seiner Freundin vom HIV-Management an der Uniklinik geschrieben hatte, quittierte er als schizophrene Weltverschwörungsidee. Aber als sie beim Googeln nach "anonymer AIDS-Test" auf eine seuchenpolitische Schweizer Seite stieß, schimpfte er leiser. Sie würde ihn nicht verstehen, sagte er. Sie sei eine Chaotin, sagte er. Wahrscheinlich brauchte sie keine Pille. Aber der Test zwischendurch war ihm wichtig.

Kontext trennt

Bricht einer als Todesschütze in deinen Alltag, ist es ein Amokläufer, klinkt der Gleiche Bomben über deiner Stadt aus, ist er Bestandteil eines funktionierenden Systems. Mutter wünscht sich vieles anders, sagt sie. Auf Kinder könne man sich nicht verlassen. Sie will, dass ich mir etwas zum Anziehen kaufe, das würde mir gut tun. Sie verlässt meine Wohnung meistens fluchend, wenn sie allein kommt. Ihre Augen sehe ich durch die getönten Gläser kaum. Die Gläser braucht sie, weil die Augen sich sonst röten, sagt sie. Der Amokläufer hätte es der Literaturlehrerin wahrscheinlich unmöglich gemacht, ihren Lehrauftrag zu erfüllen, vermutet Mutter. Ihn zu isolieren, war riskant, darauf ich. Jemanden, den du gefährlich findest, musst du verstärkt integrieren, statt ihn zu isolieren. Ich bin schon wieder beim Rentenmarkt. Wenn du jemanden finanziell isolierst, musst du damit rechnen, dass er undifferenziert Widerstand leistet. Sabine kommt mit dem Geld, über das sie verfügt, gut klar, sagt sie. Franz hofft auf eine Spendenaktion. Mutter fürchtet Trittbrettfahrer, wenn so viel über den Amokläufer berichtet wird. Zu isolieren, um zu begrenzen, scheint ihr vertraut zu sein.

Überraschende Nähe

Rüdiger hat versteckte Kameras gewittert, als ich mit ihm gechattet hatte. Es war sein erster Chat. Und da nützte es auch nichts, dass ich von mir erzählt hatte. Ich blieb fremd. Wann trägt Körperschema? Wie noninvasiv ist Nähe? Wie zwingend ist es, Wahrscheinliches zu verbalisieren? Wo beginnt Gewalt? Wie viel Absprache ist machbar? Thomas Rosch legt grad Hiroshima von Wishful Thinking auf. Beobachten. Wann meint etwas mich? Wann bin ich nur zufällig dabei? Es ist verwirrend, an Hiroshima zu denken, wenn ein Südkoreaner wahllos schlachtet. Wahllos wirr. Ein Stimmungsbild. Überraschend nah, aber wirr. Verwirrend wirr. Scheinbar meint es mich. Zufall.

Du fühlst dich beobachtet?

Dann beobachte, was dich beobachtet. Vielleicht bist du es ja selbst. Und jede Synchronizität ist dann nur für dich wahrnehmbar, solange du sie nicht verbalisierst. Der Amokläufer in Virginia war vor zwei Jahren in der Psychiatrie. Das hätte ihn stigmatisieren müssen, sagte jemand im Morgenmagazin. Ich war 2005 auch in der Psychiatrie. Wem würde ich zutrauen, dass er tötet? Welche Rolle spielt dabei die Psychiatrie? Er hatte Literatur studiert, aber keine Öffentlichkeit. Da war nichts, was ihn in der Struktur verankerte. Mitten in der freisten aller Nationen war er isoliert. Ob Freiheit und Isolation Synonyme sind? Grenze und Kontakt, Freiheit und Isolation... Dass er nach einer endgültigen Grenze gesucht hat, indem er tötete? Ich weiß überhaupt nichts über ihn. Das Video schien ihm wichtig zu sein. Zwei Stunden hatte er dafür eingeplant. Wann ist eine Gewaltphatasie Maß für Fremdgefährdung? Ein Arbeitsloser, der verhungert, und ein Amokläufer, der 32 Menschen und dann sich selbst tötet... Beide scheinen krank zu sein. Auf alle Fälle ist es eine andere Generation. Es ist alles weit weg. Trotzdem fühle ich mich beobachtet.

Mittwoch, April 18, 2007

:-)

Gleich ruft Rüdiger an. Rüdiger sieht aus wie Groke. Hab ihn beim Lablue-Chat kennengelernt. Ich bin auf seine Stimme gespannt.

Wenn ich mich mit Digicam vor dem Spiegel fotografiere, bin ich mir auf dem Foto nicht ganz so fremd. Zumindest grinse ich auf dem Foto wie im Spiegel. Vielleicht hänge ich mir einen Spiegel über den Schreibtisch, damit ich öfter dran denke zu grinsen. Spiegeltherapie.

Leere

Da ist dieser bittere Zug um den Mund, den ich hasse. Bei Christiane hat der mich schon gestört. Plötzlich habe ich den selbst. Verhärmt sehe ich damit aus. Das breite Grinsen verirrt sich immer seltener in mein Gesicht. Bin in Endzeitstimmung. Heute läuft die Betreuung aus. Es ist der letzte Tag. Trotzdem spüre ich nichts von der Leichtigkeit, auf die ich mich gefreut hatte. Elsevier sucht wieder einen Redakteur. Morgen rufe ich dort an. Der Aufstieg vom freien Autor zum Redakteur ist wahrscheinlich spektakulärer als der vom Tellerwäscher zum Millionär. Ein Job, um davon zu leben. Tim hat mit Nina schöne Hosen gekauft. Ich bin glücklich. Fehlt nur noch ein Pullover und ein Haarschnitt.

Duft-DJ

Lavendel erinnert ihn an Toiletten. Citronella oder Pheromone verteilt er mit Ventilator oder Fächer im Raum, wenn er mit Justin Timberlake beschallt. Wann wird etwas eine Weltfirma?

Keine Sorge, mir geht´s gut.

Heute kommt Tim. Zu mir. Es gibt Hühnerbrühe. Hab immer seltener das Gefühl, gläsern zu sein. Unfallmeldungen nehme ich gar nicht mehr wahr. Artikel schreiben zu müssen, ist gut. Gestern war ich im Kino. "Keine Sorge, mir geht es gut." Die Szenen in der Psychiatrie waren sehr authentisch. Lili, die Zwillingsschwester, die ihren Bruder sucht, ähnelt Fannie. Das Gesicht ist genauso beweglich. Meins ist dagegen wächsern. Aber die Webcam produziert auch fast nur Standbilder bei meiner niedrigen Übertragungsrate. Gestern war Martin Witt da. Er sagt, dass er mich vermisst hat. Das hat er früher nie gesagt. Vielleicht sollte ich öfter die Haare waschen. Egal. Vermisst zu werden ist nicht alles. Groke vermisse ich schon seit Ewigkeiten. Ob der sich die Haare schwarz gefärbt hat, um irgendjemandem zu ähneln? Wenn ich ihn vor mir sehe, dann mit langen roten Locken. "Ich begehre dich etwas", hat mir gestern jemand im Chat geschrieben. Erotik war ihm wichtig. Genausogut hätten wir über optische Halluzinationen reden können. Davon habe ich genauso wenig Ahnung. Erotik... Hühnerbrühe. Ich habe viel zu viel Hühnerbrühe gekocht. Ich habe zugenommen. Drei Kilo in einer Woche. Ich lese über verhungernde Arbeitslose und werde fett, weil ich Fleisch esse, um keinen Eisenmangel zu bekommen. Weißes Fleisch, aber Fleisch. Ob das Fleisch so viel Flüssigkeit bindet? Denn nur durch das Essen allein erklären sich die drei Kilo nicht.

Dienstag, April 17, 2007

Es ist so abwegig


...über Eisenmangel zu schreiben, wenn da einer verhungert. Was ist das für ein verdammtes System, dass den Einzelnen nicht einmal davor schützt zu verhungern? Dann über fleischreiche Ernährung zu meditieren und beim Meditieren um die Rente zu bangen, die wiederum wichtig ist, um nicht zu verhungern, macht alles noch verrückter. Die Rente ist zu gering, um in Ruhe davon leben zu können und meinen Kindern einen Teil ihrer Wünsche zu erfüllen. Wenn ich etwas dazu verdienen will, gefährde ich meine Rente. Andererseits genügt das, was ich dazu verdienen könnte, nicht zum Leben.

Arbeitsloser verhungert

SWR3 wusste mehrere Minuten lang mehr als Google: Den SWR3-Nachrichten zufolge ist ein Deutscher verhungert, weil er kein Essen kaufen konnte. Das ergab seine Obduktion. Von den durch die Obduktion verursachten Kosten hätte er mindestens eine Woche leben können. Die Bey sagt, auf dem Arbeitsmarkt wäre es jetzt wie in einem Haifischbecken.

Ich habe dich vermisst

Es fühlt sich komisch an, das so zu hören. So unwirklich. Nina und Tim haben das nicht gesagt. Martin Witt hat mich vermisst, sagt er. Im Messenger-Display stand gerade etwas von jemandem, der jemanden begehrt. Ein Fremder eine Fremde. Angeblich begehrt er mich etwas. Mit seinen anfang Zwanzig. Ich bin verblüfft, in mir ist alles taub. Alexithymie nennt Norbert das. Am Telefon mokierte sich Norbert über meine angebliche Bescheidenheit. Der Eisenmangel-Text liegt noch so da wie vorgestern abend. Die verdammte Digicam streikt immer noch. Mit Tim zu fotografieren und dazu Groke im Radio zu hören - das wär´s. Am liebsten hätte ich ihn ganz für mich. Ein paar Augenblicke lang. Vielleicht kann ich ihn mit Hühnerbrühe bestechen. Hab das Groke-Foto wieder neben dem Monitor.

Zukunft planen

Hab gestern das erste Mal nach Salzer & SR1 gegoogelt und nichts Beunruhigendes gefunden. Stattdessen tauchte abends bei Lablue ein Gesicht auf, das Groke ähnelte. Ein Finanzberater. Er hatte noch nie vorher gechattet, schrieb er. Heute ist Groke nicht auf Sendung. Die letzten Tage war ihm warm. Ich hab solche Sehnsucht nach ihm, dass ich alles vergöttere, was nur halbwegs an ihn erinnert. Wärme mag er nicht. Ich friere schnell. Vielleicht ist das Eisenmangel. Nina und Tim wollen heute an den See. Das Wasser wird noch zu kalt sein. Hab Sabine gestern gemailt, dass ich sie überheblich finde. Seitdem hat sie nicht mehr geantwortet. Sie liest den Blog, schreibt sie. Und sie stört, was ich schreibe. Mich stört, dass ich im Spiegel anders aussehe als in der Digicam.

Montag, April 16, 2007

Putengulasch

Nina hat ein neues Rezept aus Brüssel mitgebracht: Putengulasch mit Birnen und Frischkäse. Reichlich gepfeffert und gesalzen schmeckt es phantastisch.

Kalte Füße, leerer Kopf

Bis auf ein IchDrückDirGanzFestDieDaumen blieb mein Kopf ganz leer, als André erzählt hatte, was ihm inzwischen passiert ist. Ich fühle mich wie ausgedörrt. Das Praktikum beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird, wenn überhaupt, frühestens im Oktober/November 2007. Die Bewerbungsunterlagen sind bei Spectator Dentistry angekommen. Der Artikel über Eisenmangel liegt halbfertig da, der übers Hören noch nicht einmal halbfertig. Heute ist Yoga und Englisch. Nina wünscht sich Reishuhn mit Birnen und Käse zum Eissalat. Jetzt geht es zur Bey, den Rentenantrag unterschreiben.

Sonntag, April 15, 2007

I don´t like...


Vorhin kam etwas von Dreadlock holiday, was wie "I don´t like Brigitte" klang, aber "I don´t like cricket oh" hieß. Mir ist immer noch flau. Ob ich die Einzige bin, die das seit Jahren verwechselt? Stimmen hören... Manchmal höre ich überall nur Hass. Ich wollte sehen, wie Tim mich sieht, und das damit vergleichen, wie ich mich selbst in der Webcam erlebe, aber Tim hat immer seltener Lust zu fotografieren. Lieber spielt er neue Titel auf seinen mp3-Player. Außerdem ist das Digicam-Akku auch so schnell alle. Wie unterschiedlich ich mich erlebe, wenn die Fotos direkt danach sind oder erst nach Tagen sichtbar sind... Die Digicam mag ich mehr. Da habe ich den Augenblick noch vor Augen und kann eingreifen. Schade, dass ich mit der Webcam keine Fotos machen kann.

Durcheinander




"Du musst schon verzweifelt sein, wenn du den liebst. Der ist doch so unerreichbar. Was gibt dir das?", fragt Nina. Ein bißchen Glück. Der Text ist inzwischen fast fertig. Ich kann jetzt immer länger schreiben, ohne müde zu werden. Ich will eine Tabelle wörtlich von einer Quelle übernehmen, wenn Monks einverstanden ist. Bin immer noch wütend über Sabines Gelaber zum Urheberrecht. Wenn ein Text gut ist, lässt er sich verwerten. Gelesen zu werden, ist nicht das Schlimmste, was einem Text passieren kann. Vielleicht bin ich ja wirklich verzweifelt und träume mich nur weg, um die Verzweiflung weniger zu spüren. Auf dem Foto sehe ich ja auch nicht grad glücklich aus, obwohl ich grad glücklich war. Verdammt glücklich sogar. Tim saß neben mir.

Sabine

Ihr IchWillNichtMehrArbeiten zieht mich runter, ich will nicht mehr von Rente leben müssen. Schreiben setzt sie mit Abschreiben gleich, sobald es sich auf Gelesenes bezieht. Was ist überhaupt ursprünglich, ohne zusammenhanglos zu bleiben? Natürlich ist vieles schon oft geschrieben, wird aber trotzdem immer wieder neu gebraucht. Wie das tägliche IchLiebeDich. Ich hasse diese selbstzerstörische Leere, die sie in mir hinterlässt. Nächstens lasse ich mir den Orgasmus patentieren, auf dass jeder, der nach mir einen durchlebt, an mich zahlen muss. Vedammt. Vorhin hab ich "I don´t like Brigitte" gehört, die Lyrix nachgelesen und "I don´t like cricket oh" gefunden. Einsam ist das.

Vernetzung

Ich lese dich, höre mich, lese mich und höre dich. Je zeitnäher, um so unmittelbarer erlebe ich es. Mir ist wohlig warm. "Der gewünschte Gesprächspartner spricht." Ich friere. Nur ein paar Sekunden später. Trotzdem ist es kalt.

Samstag, April 14, 2007

Zufall

Ich kann seit mehreren Minuten SWR3 nicht per Webradio hören, aus dem Studio kommt kein Feedback auf meine Email. Zeitgleich sendet der SR1, dass auf der A1 in beiden Richtungen Falschfahrer unterwegs sind, ohne die Informationsquelle zu nennen:

"A1 Saarbrücken-Euskirchen Zwischen Dreieck Nonnweiler und Dreieck Moseltal in beiden Richtungen Achtung,
Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!
Nicht überholen! Vorsicht auf beiden Richtungsfahrbahnen. Wir melden, wenn die Gefahr vorüber ist."

Kaum scanne ich die Nachricht ein, besteht die Gefahr nicht mehr. Es ist Zufall, ein Zufall von vielen. Auch dass nur von einem einzigen Fahrzeug die Rede ist, aber von beiden Richtungen, wundert mich kaum. Jetzt ist es 23.10 Uhr.

Wundern würde mich lediglich, wenn ich jetzt plötzlich SWR3 wieder empfangen könnte. Und es geht. Ab Mitternacht über das SR1-Webradio. Zufall. 00.41 Uhr. SWR3 wird lediglich über www.sr1.de, aber nicht über www.swr3.de gesendet, wie es scheint. Ich muss nicht alles begreifen. Mafeu empfängt auf www.swr3.de auch nichts, es liegt also nicht an meiner IP. Ich geh schlafen.

Hab die Jalousie runtergezogen

Zwei Stunden. Die Sonne stand zwar tief, aber es hat sich gelohnt. Kein Sonnenstich. Allerdings ist die Wohnung ausgekühlt.

Tim in Venedig


Ein paar Sekunden hatte ich dich ganz für mich.

Verwirrt

Es ist jetzt schon der zweite Tag, an dem mein Hirn verrückt spielt. Ich kann fast die Uhr danach stellen. Gegen 18.30 Uhr geht das los. Zu der Zeit steht die Sonne relativ tief und scheint mir ins Gesicht, wenn ich am PC sitze. Ich kam grad vom Sport, setzte mich an den PC, und nichts ging mehr. Die Buchstaben tanzten sinnlos vor mir herum und verschwammen. Tim ging es gestern auch schlecht, Vater auch. Ich wünsch mir Liebe.

Freitag, April 13, 2007

Das erste Honorar ist da

49 Euro für drei Tage Arbeit und extreme Kopfschmerzen. Der Job ist Wahnsinn. Ich werde krank dabei. Schneller als im Saal. Mein Hirn löst sich auf. Über Migräne zu schreiben, ist verrückt. Irgendwas Schönes zu beschreiben, träum. Irgendwelche 10 Best Of-Listen. Dazu ein nackt tänzelnder Barsch im Hintergrund.

Stadtbiene

Hab sie versucht zu retten. Jetzt ist sie fast tot. Vielleicht sticht sie noch einmal. Pollen war keiner an ihr zu sehen. Ich staune, was sie hier gesucht hat.

Rente

Die Bey beantragt die Rentenverlängerung noch, hat sie gerade versprochen. Meine Kontoauszüge hat sie gestern verschmissen. Das waren sämtliche Unterlagen für 2007, die blöde Kuh.

Bundeswehr-Tornado

Der flog von Korsika übers Berner Oberland, als er in einem von 3000er Tal bis auf 300 Meter abtauchte, nicht rechtzeitig aufsteigen konnte und gegen ein Felsmassiv schmetterte. Der Pilot starb, sein Co. verfing sich mit dem Fallschirm im Gestein.

Sonnenstich

Der Drehschwindel wird am ehesten sonnenstich-getriggert gewesen sein. Meine dunkle Wohnung ist immer noch hell genug, um einen Sonnenstich zu kriegen. Jedenfalls am Notebook. Die Variante ist mir jedenfalls weniger unheimlich als nachzuforschen, was die Schwester mir am Dienstag tatsächlich gespritzt hat. Da es ein Retard-Präparat ist, hab ich sowieso keine Chance auszuweichen. Jedenfalls nicht in den nächsten anderthalb Wochen. Also Sonnenstich.

jpg-Dateien

Gestern hat mich ein 21-Jähriger im Chat angesprochen. Bi-Gay hat er sich genannt. Und Fotos hat er mir geschickt. Beim Öffnen der temporären Datei tauchte plötzlich ein JanGarcia-Foto auf. Ich war verblüfft. Ein warmer Schauer war das. Der Gay selbst entpuppte sich dann als offensichtlich leistungsorientierter Physikstudent. Auf den Fotos war er der nette Junge von nebenan. Blieb der Altersunterschied, der ihm inzwischen anscheinend auch aufgefallen war. Allerdings ist Thomas sogar von einer 17-Jährigen angesprochen worden, einer Genferin. Vielleicht ist es ja normal und meine Welpenphobie nur esoterischer Quatsch.

Kann nicht schlafen

Mir spukt immer noch der Tornado durchs Hirn, der gestern über der Schweiz abgestürzt ist. Als ob der Drehschwindel sich dadurch erklärt. Kann ein abstürzendes Flugzeug Drehschwindel machen? Oder stürzt ein Flugzeug bei Drehschwindel ab? Letzte Woche hab ich das erste Mal die Schweiz gesehen, die öden Hochtäler ohne Funkverbindung. Dass die dort überhaupt merken, wenn etwas abstürzt, ist schon erstaunlich. Grund genug, nachts aufzuwachen. Dass dem Busfahrer der Neffe gestorben ist, hab ich schon geschrieben? Er hat sich erschossen. Das ist schon wieder Ewigkeiten her. Eine halbe Woche. Einer, der sich erschießt und einer, der abstürzt. Erfrischende Zeitgenossen sind das nicht. Aber der Drehschwindel war wirklich schlimm. Panik war das wahrscheinlich. Zukunftsangst vor den nächsten fünf Minuten.

Donnerstag, April 12, 2007

Ankern zwecks Leuchtturm-Check

Bin wieder mal kurz vorm Abheben. Die Schädeldecke vibriert schon. Ganz Fliehkraft. Und das nächste Ziel wieder mal lediglich zwischen irgendwelchen Beinen. Es ist alles so beliebig. Warum flirrt das alles so? Warum geliert mein Hirnschmalz? Warum wird alles so beliebig, sobald ich einen neuen Artikel beginne? Eisenmangel... Konzentrationsstörungen, grübel. Warum zieht mich das alles immer gleich so rein? Wem nützt das? Jetzt ein Dildo, und die Schwerkraft hätte wieder einen Spin. Ich weiß nicht mal mehr, wie Karussell geschrieben wird, sobald ich über fehlende Achsen bei überpräsenter Fliehkraft respektive über das Davor beim Durchknallen fachsimple. Und alles nur wegen dem blöden Eisenmangel-Text. Seitdem ich an dem schreibe, geht es mir so mies wie noch nie. Als ob mir jemand permanent das Hirn quirlt. So mies ging es mir nicht mal, als Oma starb. Und da konnte ich kein Lenkrad mehr halten.

Upside Down

Warum ist das so schwer, ruhig zu bleiben, sobald ich Martin anrufe? Warum explodiere ich immer noch jedesmal? Eigentlich ist es albern. Früher habe ich aller fünf Minuten bei ihm angerufen, und es war normal. Früher, als er sich noch nicht scheiden lassen wollte. Jetzt ist alles prinzipiell anders, scheint es. Als ob ich mit einer Wand rede. Ich begreife nicht, was in dem Kopf passiert. Aber vielleicht passiert da auch gar nichts. Jedenfalls nichts, was mit mir zu tun hat. Es geht um einen Zettel, aber sobald ich den mit ihm zusammen ausfüllen muss, wird eine Beziehungskiste draus. Ich bin froh, dass ich nur noch so selten mit ihm zu tun habe, dass jeder einzelne Anruf Zeit hat.

Eisenmangel

Ich habe das Thema für eine Probearbeit bei Monks bekommen. Überschaubar und gefällig soll der Artikel werden. Manches wird sich doppeln. Aber das liegt an den notwendigen Zwischenüberschriften.

Gerichtstermin

Es ist vorbei. Endlich ohne Betreuung. Nur noch der Freifahrtsschein für meine Eltern, mich gegen meinen Willen in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Endlich kann ich wieder mit Versicherung und Behörden selbst verhandeln. Nach dem Gericht war ich im Foto-Laden. Die Italien-Fotos sind fertig. Ich seh schlimm darauf aus. Die Haare, der verbitterte Blick und die zupplige Kleidung. Vielleicht lasse ich mir die Haare abschneiden. In der Webcam sehe ich zufriedener aus, als wenn Tim mich fotografiert. Ein Foto, das ich von Tim gemacht habe, ist so schön, dass ich es am liebsten in den Blog stellen würde. Bis jetzt hängt es neben dem Monitor. Das tut nicht so weh wie das Groke-Foto anzustarren.

Verona




Torre del Lamberti









Balkon aus "Romeo & Julia"

Mittwoch, April 11, 2007

Irgendwas passiert grad in meinem Schädel

Es fühlt sich an wie eine Dekompensation. Der Schädel, der ganze Körper spielt verrückt. Alles verschiebt sich. Als ob ich grad irgendwo Hirn zystisch blähe. Panik. Morgen ist die nächste Gerichtsverhandlung. Die Zeit rast. Alles meint mich. Tims kalte Hände, seine kalten Füße, die Eisenmangel-Datei, die viel zu langsam wächst, und der immer noch nicht geschriebene Ohr-Text. Der Lablue-Chat wächst mir über den Kopf. Es ist fast wie eine überfüllte Sprechstunde, in der ich jedem, der kommt, meine Biographie anzudrehen versuche. Idiotisch. Ich bin froh, dass ich jetzt die Probearbeit für Monks schreiben kann. Mich stört im Moment alles. Der Atem, das Knie, das Ameisenlaufen im Hirn. Es ist, als ob ich rasend schnell verblöde. Panik. Jetzt kommt Marcus Barsch auf Sendung. Grund genug, erst einmal nichts zu tun und nur ganz Ohr zu sein. Vielleicht ist es auch nur das Licht im Gesicht. Alles nervte plötzlich. Los ging das, als Groke aufgeregt haspelte, als ich mit ihm vor Tim protzen wollte. Verdammt, warum ist Tim so schwer zu beeindrucken? Stattdessen hat er eiskalte Hände und Füße. Ich hab ihn nicht massiert. Statt mich durchzusetzen, hab ich sofort nachgegeben, als er Massage blöd fand. Sauna, grübel. Kalte Hände hat Nina inzwischen auch. Ich bin so weit weg, dass es weh tut. Ob das ein Infekt ist? Wenigstens atme ich jetzt tiefer. Der Schädel wird allmählich wieder vertrauter. Die Panikattacke war schlimm. Unfall auf der A61. Tim ist im Internet. Ich komme sowieso nicht durch. Socken braucht er. Am besten dicke. Aber es wird ja jetzt wärmer. Diese blöde Zukunftsangst. Jeder zweite Arbeitslose lebt von HARTZ IV. Wenn ich durch das Schreiben die Rente verliere, aber nur 150 Euro für sechs Seiten Fachtext kriege, wird es blöd.

Schizophrasie

Hab www.swr3.de an und spekuliere über akustische Halluzinationen beim Bloggen:
- Herr Polizist, darf ich bei Rot über die Kreuzung?
- Wenn Sie die Arme dabei heben.
- Wieso?
- Damit man Ihnen im Krankenhaus besser die Sachen ausziehen kann.
Verschränkt. Don´t open too much maps, geht mir immer wieder durch den Kopf. Bin immer noch wahrnehmungsüberfrachtet. Oder ob das die Stille selber ist, die da schreit? Wieso ist das, was da passiert, so wenig überschaubar? Heute hat Knut mich nach dem Auslöser für meinen Absturz gefragt. Ich bin abgestürzt, schreibt er. Ist Andreas dann auch abgestürzt? Ist Rückzug Absturz? Jetzt sprang der Cursor zurück wie in den verdichtetsten 007-Zeiten, als sämtliche Katastrophen der Welt durch mein Filter gingen. Es war Horror. An allem schien ich schuld zu sein, egal wo es gerade krachte. Alles spielte sich direkt vor mir auf dem Monitor ab. Bis sogar das Wetter so nah war, dass ich weinte, sobald es regnete oder umgekehrt: Ich hab geweint, und deshalb regnete es. Es war ein Riesenfilz, zu dem Vorher und Nachher verschmolz. Irgendwann begann ich das, was ich erlebte, mit Tag und Uhrzeit festzuhalten, um zu spüren, wann ich durchdrehe. Ganz Trance, verbunden mit allem, einsam wie ein Laser im Tunnel.

Dienstag, April 10, 2007

Durcheinander

Jetzt klingelte das SWR3-Studiotelefon und klang genauso wie "mein" Klingeln. Verrückt. Hab immer noch zu viele Fenster geöffnet, um zu begreifen, was da grad passiert. Zeitgleich kommt ein Heidelberger Jobangebot zur Laser-Schmerzwahrnehmung bei Borderlinern in meiner Mailbox an. Da verschieben sich gleich wieder Räume in meinem Gesichtsfeld. Als ob ich mir eine Platte mache. Plattenverschiebung. Borderliner... Wann erlebst du dich als Borderliner? Wolken. Wahrnehmungswolken. Drehschwindel. Alles ist weit weg. Niemand zwingt mich, den Laser zu positionieren. Außerdem steht da nicht mal was von Bezahlung. Ob das von irgendeiner Ethikkommission abgesegnet wurde?

Telefonterror

Nachts um drei dein Telefon sturmklingeln zu lassen, das wär´s. Komisch, jetzt klingelt das Notebook, und ich kann nicht zuordnen, wo. Hab acht Fenster geöffnet. Nachts um drei, das wär´s. Und dann Belanglosigkeiten zu updaten. Das IchLiebeDich,DuFehlstMirSo,IchWillDich,Bleib. Nachts um drei. Mitten im Tiefschlaf, wenn du denkst, die Nacht gehört dir, zerreiße ich sie und platze in deinen schönsten Traum.

Wet wet wet


So, hab wieder mal die Welt angeheult, weil Groke Wet wet wet aufgelegt hat. Das ganze IchBinNichtVerrückt-Kartenhaus brach sofort wieder zusammen. Alles, was ich mir an rationalen Erklärungsversuchen für Gleichzeitiges nach dem Tapetenwechsel zurechtgelegt hatte. Es ist wieder alles wie vorher: Das Radio spricht mit mir, er ist mies drauf, und ich bin mittendrin und nicht mehr erste Reihe. Der Bostalsee wird erneuert, sagt er. Ob der mich irgendwann mal gelesen hat? Da ist schon wieder diese Schamgier, dieses verdammte Fernweh. Ich habe tiefschwarze Augenringe, sobald ich von ihm träume. Alles tut so weh. Irre ist das. Tim telefoniert. Wenn ich jetzt plötzlich vor seiner Tür steh, ist er bestimmt sauer. Hab ein Video mit der Digicam aufgenommen. Tim hat es aufgenommen. Er hat sich tatsächlich ein paar Sekunden Zeit genommen, um mich zu filmen. Ich war platt. Kurz drauf versank er wieder in seinem Roman. Vier Tage nebeneinander im Bus.

Bist mir nah

Hab den Kopf in die linke Hand gelegt, das linke Bein über das rechte geschlagen und berühre den Boden kaum. Am intensivsten spüre ich die Unterlage an Kinn, Ellenbogen, Steißbein und Fußballen. Der Nacken spannt, als müsste er Zentner tragen. Dabei schallt alles durch mich hindurch. Ich höre mich atmen. Ab und an. Es vergehen Ewigkeiten zwischen den einzelnen Atemzügen. Meine linke Kniekehle ist warm. Die rechte Hand schwebt träge über den Tasten.

Zurück von der Hirnwäsche

Komme grad wieder vom Psychiater: Die ganze Welt ist zum Schreien. Für ein Baby sei ich zu alt, außerdem soll ich daran denken, wer das Kind versorgt, wenn ich krank werde. Eigentlich müsste ich jetzt Monks anrufen, ob er mir eine Probearbeit schickt. Ich fühle mich mausgrau. Zum Verkriechen grau. Alles, was mich meint, scheint farblos abzublassen. Sogar die Digicam ist hier grauer als in Venedig. Das Licht ist anders, meine Haut fahl und das, was kommt, trostlos. Hätte die Müller-Greven sich darauf beschränkt, zu sagen, dass sie noch nicht in Venedig war, hätte ich sie verstanden. So viel Mensch auf so engem Raum waren dort, alle scheinbar auf der Suche nach einem bißchen Glück. "In Ruhe", war das Einzige, was ich auf ihr erschrecktes SieSindZuAlt antworten konnte. Mutter hat grad eine ehemalige Schülerin zu Besuch. Sie ist 66. Ihr Sohn ist dabei. Mutter schätzt ihn auf Mitte zwanzig. Sie wirkte viel jünger. Nicht, dass sie sympathisch war, aber sie hatte so viel Energie. Zu gut deutsch: Sie nervte. Hab drei Kilo zugenommen in den paar Minuten neben ihr. Wenn ich jetzt einen einzigen Wunsch frei hätte, würde ich mir ein paar Momente Groke Auge in Auge wünschen. Ihn zu sehen, während er spricht, das zu ahnen, was er dabei sieht, und dann zu relativieren, was ich in den letzten Tagen an Nähe gespürt hab, wäre gut. Mindestens so gut wie das Welt-der-Wunder-Praktikum zum Abgleich von Erlebtem. Gestern meinte Tino, ich wär sympathisch. Dabei hatte ich überhaupt nicht zugehört. Mein Schweigen hat ihn vielleicht beruhigt. Zum Glück hat er nicht nachgefragt. Ich koche mir jetzt ein Ei. Schweigend bin ich sympathisch. Er will mich sehen, sagt er. Er hat es eilig. Wolfgang schläft auf dem Bauch. Wenn ich alles geglaubt hätte, dann aber nicht, dass er auf dem Bauch schläft. Jetzt kocht das Eierwasser. Huberta schläft auf dem Rücken, er auf dem Bauch. Und da wundert er sich, dass er flacher schläft als sie. Sie ein bißchen zurückzuholen, wenn sie schnarcht, indem er die Nasenflügel streift, ist ihm zu riskant. Dabei liegt er auf dem Bauch. Ist die Feinmotorik in Bauchlage wirklich angepasster? Den Nasenflügel in Bauchlage zu streifen, ohne im Halbschlaf Abwehrbewegungen ausweichen zu können, ist ihm, wie gesagt, zu riskant. Typisch Wolfgang. Karin kann Bewegungen eindeutig beschreiben. Die Ringfingeraußenseite der rechten Hand kann er ja nur in Linksseitenlage benutzen, wenn er tatsächlich links neben ihr liegt. Ein schwieriges Problem. Auch nach Hirnwäsche. Bleibt das allnächtliche Aufwachen, wenn sie schnarcht. Irgendwann schläft er dann trotzdem. Spätestens wenn er nicht mehr auf dem Bauch schläft.

Montag, April 09, 2007

Ich sehe dich

Seniorenresidenz & Bestattungshaus

In Dresden gibt es eine Region, in der professionell gestorben wird, fernab von geschäftig akademischem Manierismus: Tolkewitz zu Ostern - jeder Grabstein etwas ganz Persönliches, preiswert und sachlich, angemessen und gediegen. Wenn es irgendetwas gibt, was mir Salzurnen-Wasserbestattungen schmackhaft macht, dann das uferfiltratnahe Einäschern gewesener Dresdner in Tolkewitz.

Foto-Software

Hab die Exakta-Digicam-CD eingelegt, und nichts ging mehr. Nicht mal SR1 lässt sich mehr aufrufen. Google findet nicht einmal mehr www.sr1.de. Schade. Irgendetwas hat sich irgendwo verändert. Wahrscheinlich mehreres gleichzeitig an verschiedenen Orten. Ich hatte mit einem Messtechniker gechattet. Der hatte mir geraten, fünf Sekunden die AUS-Taste anzutippen, falls das Notebook nicht mehr reagiert. Woher er wusste, dass das Notebook nicht mehr reagieren wird, weiß ich nicht. Das Webradio lief da noch. Und zwar SR1. Selbst die Webseite
www.sr1.de lässt sich jetzt von meiner IP aus nicht laden. Der Zugang über http://www.medienindex.de/Radio_Saarland.htm ist auch blockiert.

Tapetenwechsel

Venedig tat gut. Hab frei weg heulen können, als ich abends auf dem Markusplatz saß und wie erwartet kein einziges Groke-Double auftauchte. Niemand, der auch ohne Brille auf zwanzig Meter Distanz auch nur annähernd mit ihm zu verwechseln wäre. Als ob ein Riesenfilter über allem lag, ein Filter mit der Option Einmalig. Wer ist schon so einmalig, dass er nicht zu verwechseln wäre? Tim veränderte sich von Minute zu Minute. Ich hätte am liebsten ständig die Kamera draufgehalten. Immerhin reagierte er erst nach Stunden genervt. Mutter perfektionierte ihr Wir-Gefühl. Ich hab noch nie jemanden so oft "Wir" sagen hören wie Mutter in den letzten Tagen. Das Aufregendste war eine weiße Plastetüte, die Mutter unbemerkt quer über den Platz hinter sich her schleifte.Ihr fiel ewig weder das unterschiedliche Geräusch ihrer Schritte, noch das Schleifen der Plaste unter ihren Füßen auf. Sie war ganz Auge. Das Wasser am Marktbrunnen schmeckte wie zuhause. Morgen bringe ich die Filme zum Entwickeln.

Mittwoch, April 04, 2007

Schwarz

Die Webcam streikt.

Einlauf

Es ist schon wieder sechs Jahre her. Da waren Nina und Martin in Venedig. Eigentlich wollten wir zu viert fahren. Kurz vorher hatte ich es mir anders überlegt. Nach Venedig wollte ich nur mit jemandem, den ich wirklich liebe, hab ich Martin an den Kopf geknallt, der mit uns dort seinen vierzigsten Geburtstag feiern wollte. Als Nina und Martin schließlich dort waren, war dort ein Erdbeben, tagte in Genua der G8-Gipfel und es gab den ersten Toten bei den Demonstrationen. Tim förderte mit großen Schmerzen eine Riesenknolle zu tage, nachdem ich idiotischerweise, statt mit Lactose zuzuwarten, einen Einlauf gemacht hatte. Bis dahin hatte er so starke Schmerzen, dass ich befürchtete, der Einlauf zerfetzt ihm den Darm. Hab kaum geschlafen in der Nacht und das erste Mal gechattet, um wach zu bleiben. Beäugt wurde ich dabei von einer Fledermaus, die sich über Tims Kopf in der Textiltapete festkrallte. Ich weiß noch, wie der am anderen Ende fragte, wie der Sex mit meinem Mann ist. Auf seinem Anrufbeantworter hatte er eine ganz leise Stimme und begrüßte mich mit "Liebe Freunde". Trotzdem war ich froh, in der Nacht nicht allein zu sein. Lieber mit so einem absurden Typen zusammen, als nur auf Tims Bauch zu starren. Zur selben Zeit hundert Kilometer weiter verabschiedete sich gerade der Citroen.

Webcam-Benefit

Sobald du die Webcam anwirfst, unterstellst du deinem Gegenüber, dass er dich nackt sehen will, sagt mir mein Instinkt seit ein paar Tagen. Dabei ist es schon Porno genug, Mimik zu beobachten. Du liest eine total sortierte Sprache, siehst das Gesicht dazu und grübelst, was auf seinem Desktop grad alles passiert. Weder Gedanken noch durchgezapptes Fernsehprogramm ahnst du, nicht einmal, wo der Monitor steht. Und sobald du dich nach irgendwas Greifbarem sehnst, rutschst du im Alternativfragemodus gen Cybersex ab, als ob - am Ende des Entscheidungsbaumes angekommen - gerade das Freilegen diverser Geschlechtsteile irgendetwas Verbindliches bringt. Genausogut kannst du dich über das kommende Wetter austauschen. Bislang war Textbearbeitung der einzige reale Benefit, den der Messenger für mich bislang hatte.

Gerupft & abgeschossen

Groke hat es geschehen lassen. Irgendjemand hat ihn gerupft. Schade um die roten Locken. Geblieben ist ein schwarzes Etwas. Eine Fotografin hat ihn danach abgeschossen. Ihr Dekolleté muss dabei verdammt tief gewesen sein. Es tut weh, ihn so zu sehen.

Autorin für Verlag gesucht

Hab gerade bei Newsroom eine interessante Stellenanzeige gelesen: Autorin für Verlag gesucht. Diplomanden wollen sie ansprechen. Meine Diplomarbeit aufzupeppen, wäre vielleicht eine dankbare Aufgabe. Zwanzig Jahre ist die inzwischen alt, also Grund genug, sie lesbar zu schreiben. Sie behandelt schwere Atemnot: Jedem Zwanzigsten versagt die Lunge, bevor er auf die Intensivstation kommt. Die Hälfte stirbt daran. Der Betroffene ringt um Luft und wird trotz Sauerstoffgabe blau. Die Lunge ist entzündet, feucht, schwer, steif und im Röntgenbild diffus aufgehellt. Auslöser dafür kann vieles sein. Thomsen untersucht die Ausatmung, um Trends zu erkennen und zu behandeln. Er beatmet mit erhöhten Drücken oder mit verändertem Atemzeitverhältnis.

Bohemian Rhapsody

Das war Weihnachten 2003. Ich war inzwischen so sortiert, dass ich meine Kinder sehen konnte, ohne sofort Schreikrämpfe zu kriegen, weil ich an ihren Vater dachte. Im CD-Player die Bohemian Rhapsody. Ich hatte den runden Tisch in die Diele geschoben, ihn ausgezogen, mit weißer Decke bestückt und die größten Teller genommen, die ich hatte. Es war ein Fest. Und dazu die stille Frage "Is it just fantasy?" Es war fast so, als ob Spleth mit am Tisch saß. Nina meinte genervt, dass das nicht ihre Musik ist. Inzwischen mag sie Salsa und tanzt ihn auch. Ich könnte ihr stundenlang zusehen, wenn sie Möhren schneidet oder Kartoffeln püriert. Tim steht dann auch ganz versunken neben ihr. Mehlschwitze, grins. Irgendwann mache ich die perfekte Mehlschwitze. Gestern habe ich mir bei der ersten Kartoffel gleich in den Daumen geschnitten. Aber das ist schon fast wieder verheilt.

Delphine

Kai Karsten spielt jedes Mal am Ende seiner Show eine Windows98-wave-Datei mit Delphinschreien ab. Das erste Mal hab ich die bei Hohen Eichen gehört und eher an Eichelhäher gedacht. Hab ihm entsprechend gemailt, um zu erfragen wer bei ihm schreit, aber keine Antwort bekommen. Stattdessen tauchten im nächsten bischupu zu Eichen-Atrappen hochstilisierte Sendemaste auf. Keine Antwort ist auch eine Antwort.

Dienstag, April 03, 2007

Sie lief ihm so lange hinterher, bis er sie nicht mehr fort ließ.

Vorhin fragte mich betagte Lady wieder ein 23-Jähriger, was ich vom Sex mit ihm halte. Keine Telefonnummer, keine Adresse, nur die Höflichkeitsfrage. Das sind so die Momente, in denen ich mich verarscht fühle, aber nicht durch Marktabgleich traumatisieren will. Jung sein kann ja jeder. Aber klettern lernen würde ich gern von ihm. Schon um meine Selbstzweifel zu beackern. "Notgeil" ist Ninas Diagnose. Als JedesProblemMitSexLösenZuWollen übersetzt sie es mir. OK, klettern wär gut, muss aber nicht. Hab sowieso Höhenangst. Ich würde einen offenen Eindruck machen, hat er gesagt. Komische Situation.

Beobachten, erklären, fühlen und fragen

Risperdal und Desmin schließen sich aus. Nix Menopausenkosmetik, jaul. Hommel ist knallhart. Jedenfalls sein Monitor. Das hohe Alter kommt rasend schnell. Und wegen der Kostenübernahme für die neue Spirale hat er offensichtlich auch keine Idee. Die hat dann wahrscheinlich eher mein Psychiater. Verdammt, ist das alles kompliziert. Die Papilloma-Virus-Impfung würde er bis zum 19. Geburtstag durch einzelne Kassen bezahlt bekommen, sagt er. Diese ewige Zitterei vor den Vorsorge-Ergebnissen würde dann wegfallen. Aber die Studien sind offensichtlich noch nicht so tragfähig, dass alle Kassen die Zahlung auch tatsächlich übernehmen. Jedenfalls fiel das kryptische Argument, Papilloma-Viren spuken mit dem ersten Verkehr im Muttermund, angesichts der möglichen Kostenübernahme weg. Andererseits ist mir nicht klar, warum bei der hohen Durchseuchung nur so wenige einen Krebs entwickeln. Aber die haarlose Schöne heute neben mir im Wartezimmer schon eindrucksvoll. Ich konnte mir kaum verkneifen, sie nach der Impfung zu fragen.

versteckte Kameras

Es ist nichts weiter als dieses permanente Überich, diese Stimmen sind das, die ich überall höre, sobald ich irgendeiner Norm nicht zu genügen scheine. Dann zu sehen, dass der andere sich gerade selbst kasteit, statt unbefriedigt in mich selbst zurückzusinken und in meiner Scham zu vergehen, fällt mir schwer. Um so schwerer, je mehr ich ihn vergöttere. Ich höre dann alles überlaut, grell und nah. Nein, nicht alles, nur die Wortfetzen, die mich zu meinen scheinen. 80 Prozent ist das Ausmaß meiner Behinderung und die ist unbefristet. Es ist verhext. Jetzt springt der Cursor zurück wie in alten Zeiten. Es tut gut, ihn so zurückspringen zu sehen. Vergehen. Er ist auf "vergehen" zurückgesprungen. Ich liebe diesen Zufall. Versteckte Kameras meinen ja nur ein IchDenke,DuSiehstMich. Mehr ist es nicht. Und alles Gleichzeitige scheint ein Beweis dafür zu sein, dass du mich siehst. Nicht irgendein Du. Ein Groke-Du. Irgendein Moment, in dem Groke hier blättert. Es ist so, als ob alles, was mir durch den Kopf geht, sich nach irgendwelchen zufälligen Gleichzeitigkeiten in seinen Worten ausrichtet. Das sind natürlich komplexere Veränderungen als das bloße Zurückspringen des Cursors. Nina geht es schlecht. Ich muss los.

danke für die info

Was will ich von Groke? Warum ist er mir so nah? Was für eine Perspektive hat dieses selbstvergessene Schwärmen? Wieso tut es mir so gut, mich fallen zu lassen, sobald ich an ihn denke? Gibt es diese versteckten Kameras tatsächlich? Kameras, vor denen ich mich nur so lange sicher fühle, solange ich schwärme? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Dass meine Gedanken abreißen? Dass Marcus Barsch kurz vor Sendeschluss von MEINEN fettigen Haaren spricht, um mich zu verprellen? Ich als lästiger Hörer... Lästig durch versteckte Kameras und durch mein Freischreien. Oder dass Spleth MICH bemitleidet, wenn er von Selbstzweifeln spricht? Ich höre Wortfetzen und beziehe sie sofort auf mich, nur weil sie scheinbar in meinen Gedankenablauf passen, und der ursprüngliche Gedanke reißt ab. Was ist ein eindeutiges Gespräch? Kann Blog tatsächlich mehr, als ein Selbstgespräch zu sein? Und dann sagt Spleth ausgerechnet "Danke für die Info" zu einem Hörer, genau wie Jens zu mir. Was meint tatsächlich mich? Was ist nur grad zufällig Gedankenbruchstück geworden? Stefan ruft an und regt sich über seine Dagmar auf. Tag für Tag. Ich sage nichts, und er verklärt mich zu seinem Lebensinhalt. So verblüfft ich darüber bin, so selbstverständlich lasse ich es zu, dass Groke für mich vom Alltags-Patch zum Lebensinhalt anschwillt. Ich mag mich als Schwärmer. Das wird es sein. Mehr ist es nicht. Das regungslose Verharren mag ich. Regungslos mit fettigen Haaren.

Montag, April 02, 2007

Frieren

Alles ist so eng und kalt. OK, ich habe mich verrannt. OK, ich bin in einer Sackgasse angekommen. Ich ziehe mich immer weiter zurück, blaste und blogge nur noch. Und nicht mal im Blasterforum komme ich weiter. Es ist einsam. Zu einsam, um sich hier wohl zu fühlen.

Ostern

Ich freu mich so auf Venedig. Morgen gehe ich in die Bibliothek, mir einen Reiseführer holen. Tirol, die Dolomiten, der Gardasee, Venedig, Verona, Mailand und dann noch ein See stehen auf dem Programm. Eine Busreise. Yoga war heute schlimm. Kundalini-Yoga hat Karin das genannt, aber mich nur mit Seitbeugen gescheucht. Die Vorabinstruktion WennDirÜbelOderSchwindligWird,HörAuf war auch schmackig. Und da war es auch kein Trost, dass da noch sechs Andere waren, die sie außer mir schikanierte. Am beunruhigendsten war das Brainjogging durch assymmetrische Bewegungsabläufe: Ich hab es nicht fertiggebracht, mich durch meine Finger zu tasten, ohne Links und Rechts zu verwechseln. Dann nach Hause zu Kommen und den Blaster Aufzurufen, war eins.

Gleichzeitiges

Es gibt nur wenige Sender, die so gläsern sind, dass du das Radio anschalten kannst und schon vorher weißt, wer am Mikro sein wird. Entweder ist dort einer immer auf dem selben Sendeplatz oder er/sie wechselt nach so einem chaotischen Schema, dass du ohne Einsicht in den Moderationsplan nicht planen kannst. Diese Woche vormittags habe ich Pech: Auf SWR3 sendet Reufsteck, auf SR1 eine Rosch-Urlaubsvertretung und auf PSR die unvermeidliche Miss Peggy. Mich jetzt durchs Weltweite zu zappen, um DIE Stimme für den Vormittag zu finden, habe ich keine Lust. Bleibt als geringstes Übel Miss Peggy. Hören an der Schmerzschwelle...

Mir spukt immer noch Sperma durchs Riechhirn, wenn ich Auberginen-Knoblauch-Käse-Auflauf von den Händen spüle und Mcnep lese, der geborenen Vegetariern den Geschmack von Roastbeef vermitteln will, indem er auf Cunnilingus verweist.

Tim ist krank, will aber in Ruhe gelassen, werden, befürchte ich. Das heißt, jetzt schläft er. Als ich ihm angekündigt habe, dass ich zum Yoga will, war er wahrscheinlich sauer. Ich glaube, er weiß, wie wichtig mir Yoga ist. Jetzt kündigt PSR grad eine Papilloma-Virus-Impfung an. Angeblich geht die nur vor dem ersten Verkehr. Hab noch nirgendwo den genauen Mechanismus gelesen. Hören und Schmerzschwelle...

Sonntag, April 01, 2007

Handschmeichler

Rosenkranz für Orientierungslose, nennt Mcnep ihn.

Flirt

Ich berühre deine Hand, streife das Handgelenk, taste mich den Unterarm hinauf und umfasse den Ellbogen. Meine Hand ist warm, ich berühre deinen Nabel ohne Eile. Du liegst sicher, die Unterlage trägt dich. Deine Beine sind entspannt. Haar fällt dir in die Stirn, eine ganze Strähne. Deine Füße sind warm. Ich lege meine Hand auf deinen Nabel und frage dich, ob du etwas verändern willst, meine Hand, die Strähne oder etwas anderes. Du trägst ein Leinentuch, das ist angewärmt. Ich greife dir ins Genick, und du lässt deinen Nacken in meine Hand fallen. Ich knie hinter dir und streife deine Schläfen mit beiden Händen. Ich fühle deine Schultern, streife deine Haare aus dem Gesicht, lege meine Hände auf deine Schultern und lasse sie dort lange liegen. Das Leinentuch ist weiß. Es schmiegt sich an deinen Körper. Es ist frisch gebügelt und berührt dich unterschiedlich stark. Besonders deutlich spürst du es an den Knien, auch am Oberschenkel und am Nabel. An anderen Stellen spürst du es weniger. Dein Atem wird schneller. Ich frage dich, ob du bequem liegst oder ob du etwas verändern willst. Du spürst die Stellen, an denen dein Körper aufliegt - an den Fersen, an den Waden, am Po, am Rücken, an den Oberarmen und am Kopf. Und du spürst die Stellen, an denen er besonders leicht ist - in den Kniekehlen, in der Taille und im Nacken. Du stellst dir eine Linie zwischen deinem Hirn und dem Nabel vor und ziehst alle Gedanken in den Nabel. Die Leichtigkeit breitet sich überall aus. Sie trägt dich. Und du lässt dich davon überraschen, was du als Nächstes tun wirst. Du spreizt die Beine hüftbreit und rettest die Welt, atmest bis ins Becken, und ich mache das Licht an. Ich habe Hunger auf Fisch.

Hab es gefunden

Ich komme mit Google immer besser klar. Die www.radioforen.de -Einträge sind zwar erst vom 29.März, aber es normalisiert sich allmählich. Ich mag die Suchmaschine von Tag zu Tag mehr, auch wenn ich nur einen Bruchteil der Links begreife, die von dem Blog ausgehen. Thomas hat nach sich selbst gesucht. Zwischen Blitzurteil und Grübelei: Hören Sie auf Ihre Seele, titelt eine Illustrierte grad. "Jetzt sehen Sie, wie er wirklich ist!" Weit weg, unerreichbar und eiskalt. Was war grad? Hab ich funktioniert? War ich so nett, wie ich wollte? Ist meine Welt so schön, dass es mir gut tut? Oder träume ich lieber weiter? Irgendein Timo hat grad Gold im Tischtennis bekommen. Tim kennt den bestimmt. Alles fühlt sich so leer an. Hör- und Schmerzschwelle... Eine Grafik wär gut. warum schreibt Franz ausgerechnet mir? Und warum mag ich ihn von Tag zu Tag weniger? "Die Welt ist so klein und doch so groß mit dir und mir im Mittelpunkt", schreibt er. Wer gibt dem das Recht, dadrüber ausgerechnet meinen Namen zu schreiben? Der läuft in eine Sackgasse, denkt, jetzt ist er mir näher und bezeichnet diese Enge als die Welt, in der ich Platz finden soll. Mir ist zum Ersticken. Was er beschreibt, kann ich nicht nachvollziehen. Genauso wenig wie ich kapiert hab, warum er Patience gelegt hat, begreife ich, wie sein Tag jetzt abläuft. Jeder Satz eine Drohung. Ihm könnte etwas passieren, wenn ich nicht reagiere, droht er. Warum sollte ausgerechnet ihm etwas passieren? Es ist unwahrscheinlich, dass ihm etwas passiert. "Hol mich bitte zu dir", schreibt er. Das habe ich so niemandem geschrieben. Nicht mal beim Neuroleptika-Einschleichen. Da hatte ich nur das Groke-Foto im Schubfach. Das hatte gereicht. Warum braucht Franz mehr? Ich will nicht. Ich will nicht. Ich kann nicht mal mit ihm schlafen, geschweige denn mit ihm reden. Ihm etwas zu schreiben, schaffe ich nicht. Das werden nur wüste Schimpfkanonaden. Petra scheint es ähnlich zu gehen. Was wenn er tatsächlich tot wäre? Wie würde es mir dann mit den Briefen gehen? Der ist krank. Krank. Krank. Hören. Grübeln. Aber über dem Brief steht tatsächlich mein Name. "Ich lese dich", ist das Einzige, was der Pfleger ihm ausrichten soll, den ich angerufen habe. Alles andere an Nettigkeiten wäre gelogen. Genauso gelogen, wie auf Andreas zuzugehen, damit er nicht säuft. Verdammt, das ist mein Leben. MEIN Leben. Dilda ist tot. "Das ist Internet", sagt Mcnep. Ich bin entspannt. Fast so entspannt wie beim Lesen von Klaus, der seiner Karin gerade beim Auszug zuschaut. Nein, sie zieht sich nicht aus, sie zieht aus.