Donnerstag, Mai 31, 2007

Gefalle ich dir?

Eine Wahnsinnsfrage. Die Angst, sich damit lächerlich zu machen, scheinen andere seltener zu haben als ich. Als ob das Voten befreit. Der Einzige, dem ich die Frage im Fünf-Minuten-Takt stellen würde, reagiert sowieso nicht. Ich sehe aus, als ob ich unglücklich bin. Wahrscheinlich bin ich es auch. Verirrt in einer anderen Generation, ohne Halt in der eigenen Mitte. Gefalle ich dir?

Berufserfahrung und Qualifikation

Was für Schlüsselqualifikationen habe ich... Die Standardfrage beim Bewerbertraining. Autosuggestive Potentiale bis zur Ablation, grins. Ich kann überall abschalten, egal wie hyperaktiv mein Gegenüber ist. Ist das eine Schlüsselqualifikation? Vielleicht eine als Geleitschutz. Aber ob das einen guten Lektor ausmacht? Verdammt, warum bin ich geeigneter als andere für das, was ich will? Weil ich perfekt Fahrstuhl fahren kann? Weil sich immer wieder Welpen in meine Nähe verirren? Weil ich jemanden mag, der mich nicht mag? Es ist verrückt.

Verlag ddp goldenbogen

Bärensteiner Str. 30
01277 Dresden
Telefon: 0351 31585-0

Mitte September soll ich mich wegen einem Praktikum bei ihm melden, dieses Jahr sei alles voll, sagt die Männerstimme am Telefon. Also eine Notiz im Kalender. Das Praktikum sei möglich, für eine Anstellung als Lektor sehe er keine Perspektive. Zweihundert Meter Arbeitsweg, träum.

Erster Lichtblick

R. S. Sachbuch GmbH
Am Feld 2a
01257 Dresden
Telefon: 0351 2137465

8.00 bis 14.30 Uhr ist Frau Belger erreichbar. Sie sei für Praktikas verantwortlich. Jetzt bin ich zwar schon außerhalb von Striesen, aber immer noch in Dresden. Wege sind Schritte.

Opera Verlagsges. mbH

Das Büro auf der Krenkelstraße gibt es seit 1998 nicht mehr, sagt ein grinsender Wessie am Telefon.

Junius Verlag

Der Junius-Verlag hat lediglich seine Buchhaltung an der besagten Stelle, sagt mir eine Frauenstimme, die sich mit Jakob vorstellt.

Bücherpresse Vertriebsgesellschaft mbH

Die Bücherpresse gebe es seit Jahren nicht mehr, sagt mir eine andere nette Frauenstimme. Die Nummer führte in die Auftragsabteilung des Dresdner Druck- und Verlagshauses. Die Gelben Seiten führten in die Irre, sagt sie. Hab mich höflich verabschiedet.

Akadpress GmbH

Die Telefonnummer führt in die alten Bundesländer. Sie seien zu zweit und bieten keine Praktika an, sagt die Frauenstimme am anderen Ende. Sie sei in der Grafik. Ob auf der Königstraße in Dresden mehr als ein Briefkasten ist, weiß sie nicht. So viel zum ersten Dresdner Verlag auf der Liste. Ein stolzer Name, eine noch stolzere Adresse, aber scheinbar ein Fake. Morgen zwischen acht und vier erreiche ich wahrscheinlich den Chef der zwei.

Gepflegt mit hoher Servicequalität

Nein, in dem Stellenangebot steht nicht "devot, servil und gefällig". Außerdem habe ich die Ausbildung nicht. Die suchen jemanden für´s PR. Ich kenne meinen Markt immer weniger. Die Haare sind tropfnass. Die Eltern haben das Zimmer inzwischen fertig vorgerichtet und sind beide noch gereizter als sonst. "Was will ich hier" habe ich heute früh angelesen. Wie der Autor hieß, habe ich vergessen. 1989 ist er gestorben. Er war im Benin, als irgendein Umsturz war und ist als Tourist an die Wand gestellt worden.

Mittwoch, Mai 30, 2007

Verlage in Dresden

Firma Akadpress GmbH
Verlage
Adresse: Königstr. 17
Postleitzahl 01097 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 201 43554100 Fax: +49 201 43554101

Firma Bücherpresse Vertriebsgesellschaft mbH
Verlage
Adresse: Bärensteiner Str. 30
Postleitzahl 01277 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 351 3187032 Fax: +49 351 3187038

Firma Junius Verlag GmbH
Verlage
Adresse: Bärensteiner Str. 30
Postleitzahl 01277 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 351 3187051 Fax: +49 351

Firma Opera Verlagsges. mbH
Verlage
Adresse: Krenkelstr. 3
Postleitzahl 01309 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 2643 901910 Fax: +49 2643 901911

Firma R. S. Sachbuch GmbH
Verlage
Adresse: Am Feld 2a
Postleitzahl 01257 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 351 2137465 Fax: +49 351 2701250

Firma Rossini Verlag GmbH
Verlage
Adresse: Ammonstr. 35
Postleitzahl 01067 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 351 4977071 Fax: +49 351 4977076

Firma SV Verlag für Publizistik und Kommunikation GmbH
Verlage
Adresse: Lingnerallee 3
Postleitzahl 01069 Stadt: Dresden
Telefon: (+ Vorwahl) +49 351 4859651 Fax: +49 351 4874749

OK, das ist erst mal eine Adressliste für´s Telefonieren nächste Woche. Muss mir bloß noch einen flotten Spruch zurechtlegen, dass ich die erste Minute am Telefon überlebe.

Redakteurin Amtsblatt

Das Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit in Dresden hat eine Stelle ausgeschrieben. Vielleicht habe ich Glück. Da werden sich bestimmt viele bewerben. Ein Job bei Charly, träum. Der wird inzwischen bestimmt auch weiß sein. Hab alles in die Bewerbung reingepackt, was ich an Pfunden habe. Ihn von der SZ aus anzurufen, tat gut. Grad wenn es knifflig war. Das Amtsblatt ist relativ eigenständig und trotzdem überschaubar. Grad läuft wieder Dreadlock holiday von 10 CC, danach Dieses Leben von Juli. Fehlt nur noch Jump von Van Halen.

Hoffnung, Mut und Würde

Grad kommt die Ablehnung vom Ärzteverlag aus Köln und die Zusage zur Weiterführung der Rente für ein Jahr von der Ärzteversorgung. Hab beim Berufsregister angerufen, um zu erfahren, wem ich den Zwischenbescheid der Ärzteversorgung sende. Irgendjemand fragte, ob die Kassenärztliche Vereinigung sich schon gemeldet hat.

Vater malert

Mutter ist schwindlig. Sie steigt nicht auf die Leiter. Das Wohnzimmer wird grün. Sie sortiert Bücher. Der Elektriker ist nicht gekommen. Und ich suche und suche, ohne einen Partner zu finden, einsam in einer großen Stadt. Tim schläft. Vater malert und kommt dabei vom Hundertsten ins Tausendste, wird müde, bricht ab und beginnt das Nächste.

Dienstag, Mai 29, 2007

"The Police" tourt wieder

Die Frontstimme gehört Sting, hab ich grad gelesen. Speedy meinte gestern, dass ich wirr bin. Irgendwann fand er den Blog mal so gut, dass er es mir geschrieben hat, und ich hatte es vergessen. Wirr. OK. Der Blog ist also gut. Nun denn. Was kann ich da überhaupt noch schreiben? Wäre da edles Schweigen nicht angebrachter? Gleich ist der Kaffee alle, und ich muss bei den Eltern die Wohnzimmerdecke streichen. Ich tu mir leid. Ausgerechnet die Decke. Tim schläft noch. Dabei wollte ich ihm gerade mitteilen, dass ich heute nicht da bin. Aber das ist ihm sowieso egal. Er will ausschlafen und danach zu den anderen Großeltern. So, der Kaffee ist alle.

Presslufthammer am Morgen

Ferien. Bin auf Selbstsuche, während neben dem Zahnarzt jemand mit Presslufthammer hantiert. Wie definiere ich mich? Als Mutter auf Partnersuche, ist das erste, was mir einfällt. Auf Groke-Suche. Auf der Suche nach einer Radiostimme. Gestern hat mich ein ehemaliges Scheidungskind angegiftet. Ich wäre verheult. Natürlich fehlen mir meine Kinder. Meine... Wie austauschbar Zeit ohne dieses "Meine" wird. Und der Presslufthammer bohrt sich in mein Hirn. Irgendjemand hupt. Wovon träumt man bei so viel Krach? Vom Licht? Von Wespentaillen? Vom Getragen-Sein? Vater ist am Telefon. Der Elektriker hat ihn versetzt. Er will jetzt streichen. Ich soll die Decke machen. Tim schläft. Er fehlt mir. Groke wird heute senden, ohne dass ich ihn höre.

Montag, Mai 28, 2007

Moonwalker

Hab ihn gefunden. Robert rief grad an vom anderen Ende der Welt. Er will mit mir zum Japaner an der Ecke gehen, sagt er vom anderen Ende der Welt. Ob ich zu ihm komme, fragt er. Nach Californien. Hier regnet es in Strömen. Ich will zwei Straßen weiter und trotzdem trocken ankommen. Das wird noch Stunden dauern. Es hat sich eingeregnet. Nina sitzt in München auf dem Bahnhof und wartet auf den Zug. Noch 15 Minuten. Eine Brezel isst sie. Leberkäse oder Weißwurst mag sie nicht, aber Brezeln. Ich wär jetzt gern bei ihr, schon um zu sehen, wie sich die Nacht in München anfühlt. Im Allgäu wird es schneien, behauptet Barsch. Und der Cursor springt auf Brezeln zurück. Irgendwo in Europa zeltet Martin gerade.

Blitzlicht

Wenn ich die Zulassung habe, kann ich wieder als Arzt arbeiten. Aber darüber entscheidet das Regierungspräsidium anhand eines Gutachtens. Das aktuelle Gutachten, das Morgner, ein vom Amtsgericht bestimmter Psychiater, erstellt hat, ermöglicht mir lediglich die Arbeit als Medizinjournalist, von der ich aber momentan aufgrund der großen Konkurrenz nicht leben kann, nicht aber das Arbeiten als Arzt. Über die Rente selbst hat die Sächsische Ärzteversorgung aufgrund dieses Gutachtens in ihrer Vorstandssitzung am 23.5. entschieden. Im Laufe der Woche bekomme ich das Ergebnis. Was ich selber darüber denke, spielt bei dieser Entscheidung eine untergeordnete Rolle.

Schicke Bilder

OK, den Spiegel hätte ich vorher putzen müssen. Aber das ist bei meinen zittrigen Händen nur in der Vergrößerung zu sehen. Speedy hat sich das Foto gewünscht. So, jetzt siehst du mich. Desillusionierend genug? Auf SWR3 kommt inzwischen schon die zweite Christine zu Wort. Ich habe mir vorgenommen, mich nicht zu wundern.

Sonntag, Mai 27, 2007

Mimik



Wie fühlt sich Glück an? Weißt du überhaupt, dass du glücklich bist, wenn du glücklich bist? Oder ist es nur die Sehnsucht nach Nähe, die das Gesicht maskenhaft verzerrt. Und wenn, ist diese Sehnsucht selbst schon Unglück? Und wenn, wie sieht die Mimik dabei aus? Tim hat mich heute wieder mal fotografiert. Und es ist wie immer: Egal wie gereizt er ist, die Fotos werden entspannter, als wenn ich mich selbst fotografiere. Verrückt. Warum sehe ich glücklich aus, wenn ich angeschnauzt werde?

Pfingsten



Gestern war ich zur RSA-Oldienacht. Axel hatte mich eingeladen. Tausende waren in der Jungen Garde. Die Bühne war weiter weg als in der Oper, die Gesichter mangels Großbildleinwand nicht zu erkennen. Franz wollte Village People sehen. Mich hatten die Rubettes am meisten berührt. Der Sänger schien so zerbrechlich zu sein. Streckenweise lag er deutlich neben dem, was er dreißig Jahre vorher bei rund im Playback angeboten hatte. Es war ein Marathon, vier Stunden Musik, dazwischen das Gelaber von Gerd Edler und von Böttcher und Fischer. Ich wusste wieder, warum ich die drei nicht leiden konnte. Grillen und Bier scheinen Edler wichtig zu sein, Böttcher und Fischer laberten zum x-ten Mal übers Dopen. Mit einer Woche Verzögerung.

Franzens CD ist da, aber ich finde mich darauf nicht zurecht. Irgendein Titel meint Moonwalking. Ich bin plötzlich müde. Endlos müde.

Samstag, Mai 26, 2007

Police

Franz will eine CD mitbringen, damit ich Christians Zeilen besser verstehe. Es sei ein Titel von Police. Ich nehme Christians Brief mit, um die Zeilen zu vergleichen. Im Gegenzug bringe ich die BeeGees-CD mit, die Staying Alive nicht mehr spielte an dem Tag als einer der BeeGees nach einer Gastritis am Magen operiert wurde, unter der OP einen Herzstillstand bekam und kurz darauf an Infarkt starb. Ich war durch den Wind. Alltagsromantik eben. Oder Synchronizitätspanik. Hab dann noch den BeeGee an der Überwachung hängen sehen, wie er das Piepen seines EKGs hört und in einen Bigeminus abdriftet, das Beeeeepbeepbeepbeepbeeeeep von Holiday im Ohr. OK, zum Frühstück werden die BeeGees laufen, und wir werden zu Staying Alive Brötchen kauen. Abgeklärt wie beim Nachsinnen über Wölfchens Selbstmord bei Aventis, wenn New York Mining Disaster 1941 läuft. Dort geht es um ein Event und nicht um Aventis. Viereinhalb Jahre danach sehe ich es gelassener. Ähnlichkeit ist Zufall, nies. Und wenn, fällt sie auch nur mir auf. Ich freue mich auf die CD von Police. Moonwalker.

Ingwer & Wimperntusche

Wochenende und alles hat Zeit. Neben mir der Einkaufszettel. Ingwer und Wimperntusche fehlen. Das werden sie noch eine Weile. Das Radio dudelt, die Minuten bis Tim aufwacht scheinen kaum zu vergehen. Ein Brötchen habe ich schon gegessen und alles mit Honig vollgetropft. Der erste Kaffee ist auch schon getrunken. Sehnsucht... All I wonna do is making love with you. Aus dem Nichts taucht sofort wieder der Einzige in meinem Frontalhirn auf. Warum ging mir das früher nie so? Früher, als mir jede Zweierstory nur den Lauf der Weltgeschichte aufzuhalten schien? Mir fehlt eine kompakte Domain zum Einchecken, kompakter als diese Flirtbörsen, vernetzter als der Blaster und zeitnäher als der Bund gegen Anpassung. Gleich ist es um Zehn, und Tim wacht auf.

Ich war beim Bäcker


Der Kaffee duftet. Am liebsten würde ich Tim sofort anrufen. Aber er schläft bestimmt noch. Zeit zu bloggen. Das Laub lag hinterm Haus im Winter 2003. Damals hatte ich noch keine Digicam. Jedes Foto lagerte Ewigkeiten irgendwo. Wie das Laub im Wald hinterm Haus. Ich sehne mich nach Licht. Als ob jeder Tag in dieser Wohnung ungelebt ist. Die Brötchen duften. Gleich rufe ich Tim an. Vielleicht ist Nina auch da.

Am Ende der Welt


Hab die Passage gefunden, über die Groke gesprochen hatte, als ich im Reisebericht von Thomas gelesen hatte. Der Zufall, gleichzeitig "am Ende der Welt" zu lesen und zu hören, hatte mich verblüfft. So sehr, dass ich den Kontext erfassen wollte. Also doch keine versteckte Kamera, sondern Alltagsromantik :-)

Bund gegen Anpassung

Warum rasiert sich eine Nation?, fragt sie freudlos, nachdem sie mich bittet, das Handy wegen möglicher Überwachung abzustellen. Konspirativ wie eine Postwurfsendung ist sie. Sie kommt aus Baden-Württemberg.

Freitag, Mai 25, 2007

Blitzkrieg

In der Luft der Fischgeruch von abgestandenem Blut, im Schädel Alltagsleere, klingle ich wieder einmal Sturm bei den Kindern, trauere der Sonne nach und mache trotzdem keinen Schritt vor die Tür aus Angst, Groke zu verpassen. Mitten in dieser Idylle taucht heute Axel auf. Er ist Zimmermann und sucht eine Partnerin. Im Moment scheine ich dabei in seiner engeren Auswahl vorzukommen. Er hat zwei gern kochende Schwestern und einen Job, der ihn zehntageweise quer durch Deutschland treibt. Im Moment baut er in Österreich Holzhäuser und versetzt dabei auch Wände. Ich sei unkompliziert, sagt er. Und mit meiner Krankheit habe er keine Erfahrung, würde er aber klar kommen. Was auch immer das bedeutet.

Post

Das Wissenschaftsministerium hat geschrieben: Ich hätte auf eine Mail vor einem Monat nicht geantwortet. Puh, mein Spamfilter ist schlimm. Da warte ich die ganze Zeit auf die Mail und übersehe sie im Spam. Mal sehen, ob der Platz tatsächlich weg ist. Im Oktober wäre das Praktikum. Tims Blutwerte sind ok. Da ist nichts, was seine Müdigkeit erklären könnte. Ich würde mit ihm am liebsten Surfen lernen. Er will nach Südamerika, sagt er, als Hannes von Australien schwärmt. Wirtschaftsingenieur will der werden. Nina will sich dem Leben hingeben, sagt sie Vater. Was auch immer das bedeutet. Erhöhter Leistungsdruck mündet nur in der Psychiatrie, bestätige ich ihr. Vater schnauft. Wenn Tim keine Lust zum Surfen hat, muss ich bei Vater am Montag die Decke streichen. Ich würde Tim gern ein paar unvergessliche Tage ermöglichen. Südamerika. Warum muss Unvergessliches immer so weit weg sein?

Donnerstag, Mai 24, 2007

Gänsehaut-Abenteuer

"Eigeninitiative und Teamgeist sind für Sie genauso selbstverständlich wie systematisches und strukturiertes Arbeiten", lese ich gerade. Groke ist auf Sendung, und ich bin wie immer glücklich. Gestern fragten mich zwei Dresdner voneinander unabhängig, ob ich Lust auf ein Abendteuer hätte. Da ich das d selten in dem Wort gelesen hatte, vermutete ich zuerst, dass es der Gleiche war. Kurz drauf witterte ich versteckte Kameras. Aber dann spielte Groke I love it when you call, als meine Mutter anrief, nachdem ich gerade wieder über die Vergeblichkeit meines Fernwehs gejammert hatte. So viele Kameras kann es gar nicht geben. Zufall verblüfft mich immer wieder. Es war Zufall. Zufall als Abenteuer. Grund genug, eine Gänsehaut zu bekommen. Gestern las er was von "am Ende der Welt" vor, als auf meinem Monitor gerade ein Text von Thomas über AOL "am Ende der Welt" auftauchte. Im selben Moment stürzte das Notebook ab. Ein magischer Augenblick. Grund genug, ihn festzuhalten.

Integrationsverweigerer

Eins mit deinem Beziehungswahn, vermutest du in jedem Zufall Bedeutung, fahndest nach Gleichzeitigem und planst Veränderung immer langsamer. Alles scheint dich zu meinen. Du wippst zwischen Jetzt und Gleich, beobachtest dich und integrierst eins mit allem den Laser im Tunnel wie ein Trockendock Fernweh.

Virtuelles Leben

Sich nicht erwischen zu lassen, wenn die Lust kommt, oder sich nackt vor dem Unsichtbaren zu präsentieren und dabei mit verschiedenem Gerät in sprühendes Eichelviolett zu entschwinden... Gerade versinkst du noch vor Scham, im nächsten Moment vergehst du vor Lust am Selbst, schläfst Arm in Arm mit dir ein und schreckst kurz darauf in Zeitnot auf. Virtuelle Nähe - ein Wort nach dem anderen entsteht auf dem Monitor. Du ahnst kaum, ob dass das eingetippte Paket den Empfänger genauso ergreift wie dich. Dann die eigene Stimme neben der fremden am Telefon zu hören, befreit dich nicht. Ernüchtert tauschst du das Notebook gegen den überwachen Co. Grad eben noch schien alles leicht und weit, und schon bist du mitten im Straßenbahn-Deutsch: Wirst gefragt nach Körbchengröße und Posteife und konterst mit Fragen zur Biografie. Schon wird die Lust überschaubar, alltagstauglich, schrumpft. Du schließt, beruhigt nichts verpasst zu haben, und kehrst zum Einerlei zurück. Und wieder ist der Traumprinz unerreichbarer als sonst.

Google versus Internet Explorer

Was passiert da eigentlich, wenn www.SR1.de seit mehreren Minuten nur noch über Google erreichbar ist? Gestern tauchte die Seite lediglich stumm auf, heute gar nicht. Alles ist so anonym. Nur www.SWR3.de scheint zu gehen. Internet. Dabei wollte ich nur unter dem Themen-Bottom schauen, ob Groke Simarro heute noch vertritt. Nein, es ist nicht wahr: Ich will ihn hören. Gestern stürzte der PC ab, nachdem ich eine Datei über Stunden zusammengebastelt hatte. Wieder eine voller Gedankensprünge. Mit Blasterauszügen. Der Absturz war bühnenreif. Nach einer Seite über Babies in der Kunst lässt dich der SR1 plötzlich laden. Es ist Zufall. Aber eindrucksvoll ist es trotzdem. Ich schmelze wieder hin, sobald ich an Seestern denke. Wahrscheinlich ist es seine Gleichgültigkeit, die mich anzieht.

Mittwoch, Mai 23, 2007

Vertraut

Alles dreht sich. Jede Bewegung scheint zu viel zu sein. Ich spüre meinen Durst kaum. Mit jedem Glas Flüssigkeit fühle ich mich wieder sicherer. Vorher war sogar der Blick ins Gras oder auf Steine zu viel. Alles stresste. Ich hatte Angst. Angst plötzlich in ein fremdes Leben hinein zu geraten, als wäre es eine Einbahnstraße. Die Stimmen am Telefon ähneln sich. Die Namen zerfließen zu einem gewaltigen Filz. WillsteQuatschen überrollt mich. Die spielerische Leichtigkeit der Mails bekommt eine bedrohliche Festigkeit, sobald der Andere am Telefon von seinen Träumen, Wünschen und Sorgen erzählt und dann im Gegenzug erwartet, dass ich von mir berichte. Ich fühle mich überfordert. Überfordert durch die Träume und überfordert durch die Neugier. Inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr, was ich tatsächlich suche, ob so eine UnerreichbarkeitsIkone wie Groke nicht doch das einzig Machbare ist, was in meinem verkorksten Alltag Platz findet.

Vorsorge

Was müsste eine Geruchs-Datei enthalten? Wie eindeutig konserviert sie? Christian hat mir seinen Geruch per Post geschickt. Pudrig wie Pastellkreide und betäubend wie Speick. Ein paar Tage noch und es ist verdunstet. Hab den Brief mit zum Yoga genommen. Meine Message :-) Patchouli riecht so, sagt Petra.

Sternbild Waschmaschine

OK, es war ein Gag. OK, er war nicht von ihm. Trotzdem fand ich den Abschluss nett. Groke verabschiedet sich mit einem Blick auf sein Horoskop. Sternbild Waschmaschine ist er und kommt heute ins Schleudern. Aber was ist schon ursprünglich? M. hat sich gestern eine Gurke anal bis zur Hälfte eingeführt und hat es genossen, dass er dabei eine Erektion bekam. Dass die Gurke abbricht, sei unwahrscheinlich. Etwas Lebendiges, Maskulines lehnt er ab. Die Gurke lässt sich durch Pressen leicht entfernen, sagt er. Das Gefühl, dass das Radio mit ihm spricht, scheint er auch zu kennen. Ob er das Gleiche erlebt wie ich, weiß ich nicht. Wie Information fließt, ist immer wieder spannend. Ich hab heute hinter jedem Fenster Leben gewittert und bin ganz verschämt durch meine Wohnung gestiegen, duschend, das Solarium ertragend und das Eincremen wieder einmal vermeidend. Wer cremt sich schon gern vorm Spiegel ein, wenn er dazu jedes Rollo schließen muss? Wo beginnt Nähe? Ist Scham schon Nähe? Die alte Fabrik belebt sich von Woche zu Woche mehr. Eine Theaterschule ist nebenan eingezogen. Vielleicht hat Tim Lust dort mitzumachen. Eine Theaterschule, ein Tanzclub, ein Fitnessstudio und ein Billiardclub gleich nebenan - eigentlich ist es nett hier.

Dienstag, Mai 22, 2007

Tagespauschale von 25 Euro

Prostituierte sollen eine Tagespauschale von 25 Euro an die Steuer abführen, plant Bundesfinanzminister Steinbrück. Die einzelne Dienstleistung kostet 150 Euro. In der Regel muss eine Prostituierte dabei je 50 Euro an Vermieter und Zuhälter abführen. 400 000 Prostituierte gibt es in Deutschland. Täglich nutzen ein bis anderthalb Millionen Männer ihre Dienste. Eine Prostituierte hat nur selten ein Einkommen von mehr als 2000 Euro netto. Nach dem Abzug des Tagessatzes bleiben ihr 500 Euro im Monat zum Leben. Wahrscheinlich steigt der Preis für den Endverbraucher.






Tim

Hab Lust, die Welt mit seinen Augen zu sehen, zu hören, was er hört, zu denken, was er denkt. Ich liebe ihn. Gestern waren wir bei Karin. Jedes ihrer Äderchen trat deutlicher hervor als sonst. EBV will sie ausschließen. Seine Müdigkeit ist inzwischen zurückgegangen. Mich schmeißt es immer noch, sobald ich an die Erregergruppe denke. Alles ist so bedeutungsgeladen. Ich nehme es panikartig verzerrt wahr. Wo beginnt Integration? Was geht bei EBV außer zuzuwarten? Ich hasse Herpesviren. Tim ist so zerbrechlich. Am liebsten würde ich ihn ganz einhüllen, bei ihm sein und ihn atmen. Hab Lust mit ihm Sport zu machen. Sit and wait, is all I can do... Im Körnergarten war Beach-Volleyball. Am liebsten würde ich dort mit ihm spielen. Oder im Bürgerpark.

Montag, Mai 21, 2007

Zwenkau

Unendliche Weite und in dieser Weite eine Vorahnung von Kielwasser. Du siehst auf den Grund eines gewaltigen Sees. Um dich herum nackte Erde und Mohn. Jeder Schritt kann eine Lawine lostreten. Gut einen Baggerführer bei sich zu haben. Fünf Jahre sind die Fotos schon wieder alt. Ein alter Tagebau.









Romantikmodul

Er ist ihr nah. Sie küssen sich sogar, wenn ich dabei bin. Es tut gut, meine Einzige so zu sehen. Ich bin gespannt, ob sie tatsächlich nach Afrika geht. Franz heißt er und ist Bassist. Ich bin gespannt, wann mein Romantikmodul wieder funktioniert. Als ich ihm sage, dass sie wegen ihm keine Zwiebeln gegessen hat, ist sie sauer auf mich, ganz Bühne. Liebe ist Stress. Grad geht Groke mit genervter Stimme auf Sendung. Komischer Tag. Rrrrrrrrrromantik, schmacht. Irgendwann ein bißchen Romantik wär schön. Hab vorhin eine Massage angeboten bekommen, von einem Wildfremden. Im Briefkasten liegt ein Brief, der mit Achselschweiß markiert ist. Schweiß, der pudrig nach Speick und Patchouli riecht. Sommer. Auf der Rückseite stehen Gitarrenakkorde. Vielleicht spielt Franz sie mir vor oder Martin. Schlimmstenfalls maile ich das SWR3-Archiv an, ob sie die wave-Datei haben. Aber da geht es dann wieder um das Urheberrecht, grübel. Es ist alles so schwierig.

Touchy

Morgenblind schäle ich mich aus dem, was grad noch warm und vertraut war, um diese verdammte Woche zu beginnen. Montagmorgen, ganz allein, umgeben nur von den eigenen Gasen. Keine Schweißsocken. Niemand, der permanent auf mich einredet. Nur ich und mein Notebook.

Forever not yours.


Sie sollen übergeführt werden, liest ein Nachrichtensprecher gerade. Leichen zu führen, staun. Bislang hatte ich dabei immer an Überführung gedacht. Aber bei der Bundeswehr ist manches offensichtlich anders. Zeitgleich hatte ich bei Willste Quatschen in Fotos gestöbert. Wie ist das mit dem Copyright bei nichtverlinkbaren Fotos? Ich habe es nur mal geborgt. Es steht hier nur mal kurz.

La Palma


Urlaub unter Palmen, mitten in einer Bananenplantage. Sogar die Presse hatten wir dabei. Es war das erste Mal, dass ich so viele Mauern gesehen hatte. Grund genug zu fotografieren.

Sonntag, Mai 20, 2007

Michael

Ist die Zeit bleiern, Nähe erdrückend und das Kommende scheinbar unausweichlich, ist er da, grad einen Link entfernt, verfügbar, als hätte er nur auf mich gewartet.

Zerknautscht zurückgelassen saß sie auf dem Sofa

Was war er schön. Nichts trübte seine Aura. Er strahlte. Alles an ihm war einmalig. Besonders seine Sehnsucht nach Nähe. Er war die aufdringlichste Schmeißfliege, die sie je erlebt hatte. Er hatte ein Ziel: Nähe zu geben, ohne erreichbar zu sein. Ein Stalker der letzten Generation. Ihn zu kennen, hieß nicht gelebt zu haben, sondern lediglich Maden Heimat zu geben. Maden, gläsern wie seine Sehnsucht.

Fremd

Wieder war ein Brief von Franz im Briefkasten. Diesmal ein Abschiedsbrief. Meine Adresse stand drauf. Hab bei ihm angerufen. In der Forensischen Psychiatrie. Der Pfleger sagte, dass er vor dem Fernseher sitzt und Witze macht. Hab meine Telefonnummer hinterlassen müssen. Ich hab keine Ahnung, wer alles solche Briefe von ihm bekommt. André wollte ihm schreiben. Ich werde André nach seinem Briefwechsel fragen. Ich sitze vor dem Papier, und mir fällt nichts ein. Weder zu seinem angekündigten Tod, noch zu seinem HolMichHierRaus. Bei WillsteQuatschen ist einer, der ihm ähnelt. Dervonganzoben nennt er sich und beschreibt sich als groß und dick. Für einen Gag lässt der es auch krachen.

Samstag, Mai 19, 2007

Als Kind war sie mir unheimlich, Maria. Ich habe sie nur selten gesehen. Sie war im Westen. Vaters Mutter. Wenn sie da war, wurde Selbstverständliches unheimlich. Sogar der Schornsteinfeger. Ich war drei, als sie mir sagte, dass mich der Schornsteinfeger mitnimmt, wenn ich nicht gehorche. Eine strenge, fremde Frau. Zu Weihnachten und zum Geburtstag schickte sie regelmäßig Pakete. Mit 57 starb sie zu Weihnachten. Den Brief, den sie kurz vorher gelesen hatte, hielt ich vierzig Jahre später in Händen: Mutter hatte ihn geschrieben. Dass sie gut alleine klar käme, stand da drin und dass es Vater gut gehe, da wo er war. Ein Schlaganfall zu Weihnachten. Die beiden Frauen haben sich gehasst, glaube ich.


Der erste Urlaub ohne Eltern



Ich war gerade 15, als ich mit Heiner und seinen Freunden nach Prag gefahren bin. Wir wohnten in der Nähe vom Wenzel in einer Jugendstil-Wohnung. Der Vermieter sprach deutsch. Er hatte eine Pappe quer durch sein Schlafzimmer gezogen, um es zu vermieten. In der Küche hielt er ein Schwein und eine Dohle. Das Schwein lebte direkt neben dem Kohlenherd, die Dohle in einem in Kopfhöhe rundum laufenden Käfig. Im Fenster wuchsen Tomaten. Ein belebter Prager Hinterhof war das. Es war so schön, dass ich es mit Martin Jahre später wieder erleben wollte, aber da gab es den Mann nicht mehr. Stattdessen gab es Leopold, den Dresdner. Der wohnte neben der Schillerschule in einem Raum ohne Dielen. Im Winter hatte er Eis auf den Pfützen in seiner Wohnung, auf dem er Kerzen anzündete. Inzwischen ist Leopold auch für immer unerreichbar. Aber Bernd Hentschel wohnt ganz in der Nähe. Bernd, das bedrohte Volk, ein Dichter, der für alle Welt kämpft, aber weder Strom noch Wasser hat.





















Dass ein Ast, der trägt, oberschenkelstark sein sollte, war mir klar. Schön, dass das bei Gabelbäumen anders ist.

Handlesen

Unterwegs viel Gepäck zu haben, bloß um Straßentheater zu machen, fand ich blöd. Also hab ich das gemacht, was mir durch das Studium am leichtesten fiel: Guidelines gelernt - Handlinien, Berge, Furchen und Kerben. Fünf Mark habe ich für die einzelne Hand verlangt. Ein stolzer Preis damals. Trotzdem hat es so viele gereizt, dass es für das tägliche Abendbrot reichte. Der Bärtige vorn, inzwischen Politiker, hatte damals Schuhe geputzt, eine steile Karriere.
Es tut gut, in alten Fotos zu kramen. Es ist der schnellste Weg, zur Besinnung zu kommen. Das Foto ist aus dem Winter 2003. Hinterm Haus in den Weinbergsmauern.

Haus am Meer


Hab Christian gelesen. Er fehlt mir. Das alte Schlachtschiff verstaubt inzwischen. Jetzt wieder Wind zu spüren, wäre schön.



Freitag, Mai 18, 2007

Und dein zweites Ich murkst dann die Patienten ab

Er ist gelernter Jurist, arbeitet von zu Hause aus und sucht jemanden für seine Tochter. Heute hat er mich gefragt, wer Uwe ist. Ein gelernter Sieger auf der Überholspur. Hab mich tatsächlich provozieren lassen und ihm meine Hilfe angeboten. Komisch, dass ich ihn überhaupt bemerkt habe. "Und dein zweites Ich murkst dann die Patienten ab", hat er mir unterstellt. Ein Psychiater, der mir Fremdgefährdung unterstellt, und ein Jurist, der überall Mord wittert. Schmackig, Dresdens Männer sind ein Grund auszuwandern.

Counter

"Vielleicht hast du einen Trojaner drauf, den die Antivirus-Software nicht erkennt", sagt Andreas. Mein Provider misst zwischenzeitlich keinen Traffic. Irgendwas verändert sich gerade auf meiner Festplatte. Sie wird langsam. Von einer Minute auf die andere. Es ist quälend. Hab an einen Counter gedacht - einen Counter, um das, was da beim Schreiben passiert, zuordnen zu können. Andreas spricht wenig. Es scheint sein Job zu sein, wenig zu sprechen. Er ist müde. Dresden ist einsam. Ich kann SR1 nicht empfangen und weiche deshalb terrestrisch auf JUMP aus. Ich habe Angst, verrückt zu werden. "Sehr eindrucksvoll anzuschauen", beschreibt ein Reporter gerade einen Auftritt in Wahnsdorf. Ich hätte gestern am liebsten alles Licht ausgemacht und sämtliche Spiegel verhangen. "Shake it like a polaroid picture..." - ein eindrucksvoller Anblick. Es riecht nach Lichtschacht. Nach Mais, kalten Händen und großer Müdigkeit. Was kann ein Counter? Bin ich weniger verrückt, sobald ich sehe, wo Information fließt? Was ist überhaupt Information? Wie fremd ist Nähe? Wie erregt Fremdes?

Donnerstag, Mai 17, 2007

Er ist Fotograf

"Du bist fotogen", behauptet er. Ich halte mein Gesicht eher für ein Schlachtfeld. Jede Scharfeinstellung lässt eine Kraterlandschaft entstehen, von den Pickeln und den störrischen Haaren ganz abgesehen. Er hat mehrere Mappen mit Aktfotos dabei, die in den Elbwiesen und in den Schlossgärten am Elbhang entstanden waren. Von den Handschellen bis zum Riemen war an alles gedacht. Das Studio ist offensichtlich professionell ausgerüstet. Eigentlich will ich aktuellere Bewerbungsfotos mit optimal ausgeleuchtetem Gesicht. Was heißt eigentlich, unsere Vorstellungen gehen offensichtlich auseinander. Zaghaft hole ich Artikel über ein GenerationenCafé und eine Arbeitslosen-Broschüre aus dem Regal. Schließlich konzentriere ich mich auf das Wesentliche: auf den Stoff im gleißenden Licht, seinen Faltenwurf und das Haar der Frauen. Dann zeigt er mir einen Vertrag, einen, den die Cellulite-Inhaberinnen offensichtlich auch unterschrieben hatten und der ihre Persönlichkeitsrechte garantieren soll.

Anruf um Mitternacht

Mitten in der Nacht klingelte das Telefon. Christian. Ich war grad beim Chatten, hatte mein Innerstes preisgegeben, meine Rasierversuche. Ich war perplex. Hab mich erwischt gefühlt. Erwischt beim Rasieren. Losgegangen ist es damit, dass ein WQ-ler beim Einschalten der Webcam ankündigte, dass er nichts anhat. Ist ja nichts Ungewöhnliches, hatte ich vermutet. Ich bin wahrscheinlich in dem Alter, in dem mann die Hosen runter lassen kann, ohne sich beobachtet zu fühlen. Aber was mir auffiel, war die Rasur. Er war tatsächlich StefanRaab-mäßig rasiert. Und er beschrieb das Körpergefühl als faszinierend. Er fühlte sich gepflegt. Und er kündigte an, dass er, falls ich ihn besuche, die Tür so öffnet, wie er vor der Webcam zu sehen war. Aus irgendeinem Grund sah ich sofort den Pieschener Hafen vor mir und vierspurigen Verkehr. Die Aussicht auf dieses verheißungsvolle Miteinander war für mich Grund genug, das erste Mal da zu rasieren, wo ich sonst nur Wasser ran ließ. Es war verrückt. Plötzlich war alles so weich wie ein Männerkinn. Mcneps Rumpsteak-Gleichnis ging mir durch den Kopf. Ob ich häufig onaniere, hat er gefragt, nackt wie er war. Ich hab mich alt gefühlt in dem Moment. Alt wie der Pieschener Hafen. Es war peinlich. Und mitten in den beginnenden Chat darüber klingelte das Telefon. Es war Mitternacht.

Mittwoch, Mai 16, 2007

Tabus

sie hat wahrscheinlich mehr tabus, als ihr bewusst ist. sie schaut ihrem partner gern in die augen, am liebsten spricht sie dabei über alles, was ihr gerade durch den kopf geht. mittendrin aufzustehen, um eine idee aufzuschreiben, hat sie sich inzwischen abgewöhnt, auch wenn es ihr dann schwerer fällt, sich zu konzentrieren. wenn der raum ganz still ist, ist das schlimm für sie. radio dabei tut ihr gut. sonst wird ihr das miteinander schnell zu existentiell. mancher spukt ihr fast ständig durch den kopf, egal, ob das radio an ist oder nicht.

verdammt

ich weiß noch nicht, was ich mache. tim wollte zu fanie nach leipzig fahren. jetzt hat er kopfschmerzen. wir waren gestern zur brillenuntersuchung. er hat so viel erzählt wie noch nie. er schläft gerade. wenn er nicht nach leipzig fährt, wird er mich wahrscheinlich nur stundenweise um sich haben wollen. x. ist frisch verliebt und wird wahrscheinlich unterwegs sein. eigentlich wollte sie tim nachfahren. hab beiden angeboten, mit nach leipzig zu fahren. die idee fanden beide nicht so toll. mal sehen, was aus den kopfschmerzen wird. ich werde also die tage hauptsächlich zuwartend verbringen und viel online sein. gestern abend war ich skaten, obwohl es tim nicht gut ging. als ich heimkam, schlief er schon. aber vielleicht ist es ja auch nur der englischtest, für den tim nicht gelernt hatte, der ihm kopfschmerzen macht. zuzuwarten ist blöd. tim und x. wohnen zwei straßen weiter bei martin, und ich habe nicht mal einen schlüssel, um leise in tims zimmer zu schauen, ohne ihn zu wecken. außerdem will er ja auch allein klar kommen. aber gestern hat er plötzlich so viel erzählt, als er die tropfen bekommen hatte. ein teufelszeug. seit gestern ist ihm klar, dass er eine brille bekommen kann. die schwächste, aber eine brille. ich wäre am liebsten bei ihm. schon um ihm die chance zum fluchen zu geben. es flucht sich besser, wenn einer zuhört, und martin ist gerade auf dienstreise. wahrscheinlich wird es so, dass er bis mittag schläft und heute abend nach leipzig fährt. ich muss nur warten, bis er aufwacht. um 11 habe ich einen "fototermin" mit falk vom wq.

Dienstag, Mai 15, 2007

Boah, was ich erlebt habe

Bei WillsteQuatschen hat sich ein zukünftiger Neurologe eingecheckt. Dreißig ist er. Der hatte eine Fragetechnik wie ein Vergaser. Erst hat er Kliniken, Aufenthaltszeiten und Diagnosen, dann den Betreuer abgefragt. Fremdgefährdung will er ausschließen. Hab den Kontakt zu ihm abgebrochen.

Sonntag, Mai 13, 2007

Willste Quatschen?

Er ist wegwerfend, ist alles, was mir durch den Kopf geht, wenn Thomas schreibt, dass er sich für mich interessierte. "Ich will keinen Kontakt mehr zu dir", schreibt er. Mitte zwanzig ist er, wie war ich mit Mitte zwanzig? Ich hab es schon wieder vergessen. Wo beginnt ein Offline-Kontakt? Beim Telefonieren? Beim SichTreffen? Tino kommt gleich. Er will. Ich finde es überstürzt. Wir hatten nur kurz miteinander telefoniert, als er eine Idee hatte: Rollenspiele bei Schizophrenie zum Abgrenzen von Phantasie und Wirklichkeit. Hab mir vorgenommen, das Radio anzulassen, schon um mich selbst zu spüren. Er setzt Rollenspiele höher an als Dokumentation, glaube ich. Ich finde den Blog besser als jedes Rollenspiel.

Samstag, Mai 12, 2007

Angst und Depression

Losgegangen ist es mit einem Adressverzeichnis. Ich hatte im Forum Wissenschaft beim Zusammenstellen von Adressen das Gefühl, beobachtet zu werden. Als ob das Radio mich meint. Jeder meiner Einträge schien von dem/der im Radio gesehen und bewertet zu werden. Irrational war das.

Freitag, Mai 11, 2007

Zeit, tief durchzuatmen

Wochenende. Breathe von Midge Ure läuft im Radio. Der Rausschmeißer an sich. Er spricht, schmacht. Ich werde schwach. Er, der Einzige. Und hustet kein einziges Mal. Es ist alles so weit weg, heul. Und schon wieder ein Unfall. Wenigstens verlabert er sich. Ganz so weit weg ist er nicht. Zeit, tief durchzuatmen. Und er legt Come to sin von den Bananafishbones auf. Nostalgie. Bin gleich wieder in Gedanken am Mac im Museum: Die Sonne schien, und ich hatte das ganze Aquarium nur für mich. Jedes Geräusch meinte mich, jede eingelegte CD war schon fast ein Außenkontakt. Und mit jeder nrj-Einwahl wurde das Adressverzeischnis-Schreiben zum Fundamentalerlebnis. Es war tatsächlich, als ob sich die ganze Welt um mich drehte. So achsennah war ich vorher nie. Damals hatte ich Adressen für Angst und Depression in Deutschland zusammengestellt.

Life Plus

Hab Karl Bellmann getroffen. Joe hat uns miteinander bekannt gemacht. Er will ein Team aufbauen, um Geld zu verdienen. Life Plus interessiert ihn. Er erlebt sich als Unternehmer. Mir ist kalt. Grokes Seite bei SR1 ist offline. Hüftspeck... Ich muss was gegen diese permanente Sehnsucht tun, die macht so hilflos.

Donnerstag, Mai 10, 2007

Fit statt fett

Ich müsste mich bewegen. Die Quatschzone ist faszinierend. Kaum will ich mich zurückziehen, ist da eine neue Mail. Und dann auch noch von dem, den ich mag. Und es sieht fast so aus, als ob er mich auch mag. Hab das erste Mal die Buddie-Liste ausprobiert. Es riecht nach Frühling. Zeit an Welpenschutz zu denken, würde Groke sagen, wenn er was sagen würde. Sehnsucht nach Nähe ist alles, was mir durch den Kopf geht. Am Leben teilnehmen zu können, ohne Zielscheibe für Mitleid zu sein, wäre schön.

Die Realität ist das, was du von ihr denkst.

Der Satz ist Balsam auf meine eitle Seele. Ich nehme ihn als Einschlafhilfe.

Mittwoch, Mai 09, 2007

Schreiben und Wohnen

Hab eine neue Domain entdeckt. Vielleicht ist dort ein fließenderer Übergang zwischen On- und Offline-Zeit.

Putze, Mama oder Hure

Zur Wende war ich grad im Erziehungsurlaub. Das Begrüßungsgeld habe ich mit dem Baby auf dem Arm abgeholt. Damals hatte ich eine erste Ahnung der Geldnot, die mich seitdem umgibt. Geldnot kannte ich vor der Wende nicht, nur Warenmangel. Und das Rollenmuster als Putze, Mama oder Hure gab es damals nicht. Aber dem nachzutrauern hat keinen Sinn. Das ist vorbei. Das gemeinsame Eigentum an Produktionsmitteln für ein ganzes Volk hat sich nicht bewährt. Und mit der Privatisierung war die Geldnot offensichtlich notwendig verbunden. Witzig war, dass sich gerade durch die Geldnot, also durch die Währungsunion, so schnell das ganze System ausdehnen ließ. Und da stehst du daneben und staunst. Staunst, wie selbstverständlich Zeit fließt und das Alter über dich hereinbricht wie eine Urgewalt. Ich sehe heute noch den wütenden Bankangestellten vor mir, der mir das Geld für die regennasse X. in die Hand drückte und dafür einen Stempel in meinen Personalausweis machte. Geld, für das Rossin ein Keyboard kaufte, um eine Band zu gründen. Die Band gab es nie. Auch seine Ehe ist inzwischen kaputt. Stattdessen fliest er als Pianist Bäder. Musiklehrer wollte er nie werden. Zu X. Geburtstag tauchte sein Sohn wieder auf. X. kannte ihn nicht. Woher auch. Damals war sie noch ein Baby. Ausverkauf der Träume. 9.10 Uhr meldet SR1 den obligatorischen defekten Laster auf der A8, Ohnmacht.

Dienstag, Mai 08, 2007

BigBrother-Container-Rausch

Hab gerade eine erste Literaturstelle zur psychiatrischen Rehabilitation bei Schizophrenie von Wulf Rössler zugeschickt bekommen. Beim Englisch-Kurs hatte ich im Vergleich zu anderen weniger Englisch-Kurs-Vorbereitungszeit und mehr Hausarbeitszeit angegeben: Schreiben hatte ich nicht als Arbeitszeit gewertet. Es ist Zeit zu arbeiten und den englisch-schreibenden Schweizer ins Deutsche zu übersetzen. Rössler ist die ICF wichtig, die Internationale Klassifikation der Funktionsfähigkeit, Behinderung und Gesundheit.
Für Janssen-Cilag sind
- Halluzination und Wahn,
- Depression, abgestumpfte Emotionen und sozialer Rückzug und
- disorganisiertes Denken
die Hauptangriffspunkte für die medikamentöse Therapie bei schwerer Geistesstörung (SMI).
Supported Employment (SE) favorisiert Rössler für die berufliche Rehabilitation: Die, die beim SE mitmachen, fänden und behielten eher eine Beschäftigung. Mit dem Innehaben eines Jobs verbessere sich auch das nicht-berufliche Outcome - das Selbstbild, die soziale Integration, die Beziehungen und das Suchtverhalten. Wer durch SE Langzeitbeschäftigung fand, hatte eine verbesserte Kognition, mehr Lebensqualität und bessere Symptomkontrolle. Allerdings handelte es sich oft um ungelernte Teilzeitjobs. Außerdem beschränkte sich der Beobachtungszeitraum auf zwölf bis 18 Monate.

Montag, Mai 07, 2007

QYPE

Ich kann mein Profil nicht verändern, der Server stürzt regelmäßig ab. Neue Kommentare zu schreiben, hatte ich schon aufgegeben.

Keine Brauen

Keine Brauen stehen für Schwierigkeiten beim Umgang mit offenem Feuer, behauptet Kai Karsten. Karsten und Groke nebeneinander zu erleben, muss aufregend gewesen sein. Schade, dass mir das entgangen ist.

Schreiben

"Aus der Bewunderung wurde schnell Abhängigkeit", beschreibt jemand auf Sputnik gerade die Beziehung zwischen den beiden Hauptfiguren einer Reality-Soap, die mit BigBrother-Mitteln ein KZ improvisiert. Gerade hatte ich noch an "SEE ME, FEEL ME, HEAR ME" von Michael Sailer gedacht und Tim Wiese gehört. Tim Wiese ist tatsächlich DER Tim Wiese, der mit seinem "DasIstEklig" 2001 meine Biografie gekippt hatte. Von da an schien alles mit allem zusammenzuhängen. Gut, dass es Groke gibt.

Sonntag, Mai 06, 2007

Speed Dating

Gestern feierte Vater Geburtstag. Wieder stellten alle fest, wie sehr ich meiner Schwester ähnle. Und die begann genussvoll von einem Film über Speed Dating zu erzählen. Innerhalb kürzester Zeit lernst du dich neben mehreren Flirtpartner kennen. Ein marktkonformes Miteinander: Du checkst durch das Dating deinen eigenen Marktwert und sparst dabei Zeit, allerdings ohne gleichzeitig Geld zu sparen. Organisiert wird das in Dresden von einem Berliner Veranstalter. Stressärmer, als einen Playboy-Fototermin zu organisieren oder für eine Dessousfirma zu modeln, um den Einzigen zu erobern, scheint es zu sein. Innerhalb eines Zeitbudgets von sieben Minuten lernt frau jeweils einen Mann kennen. Kurz drauf kam ihr Einziger, stellte fest, dass ich ihr ähnle, und Tim wurde es schlecht. Vater und Mutter begannen zu diagnostizieren, und Tim trollte sich. Das war es dann für den Geburtstag. Speed Dating.

Fischlippen

Es ist schon berauschend: Du blastest, und scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann quälst du dich mit Schuldvorwürfen, versuchst sie zu verarbeiten und blastest, blastest um sie zu verarbeiten, scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann entartet der Kreislauf zur Groteske, so dass es Zeit wird, das Erlebte im google-ferneren Blog zu beackern, mit dem Ergebnis, dass der plötzlich vergoogelt wird. Verrückt. Ein riesengroßer Filz, der schwer zu durchbrechen ist. Höchstens mit Neuroleptika in Echtzeit, bis alles hinter einem dicken Vorhang aus verlorenen Illusionen verschwindet. Was bleibt, ist das verschwommene Gefühl, dass der im Radio irgendwann auf dich reagiert hatte, eine Tatsache, die angesichts der Einschaltquote gänzlich unwahrscheinlich ist. Also nimmst du weiter Neuroleptika und überlegst, ob die Dosis genügt, um Eigenzeit zielführend zu planen. Zielführend mit einer effektiven Inventur beginnend, also blastend und bloggend, bis scheinbar der im Radio reagiert. Irgendwann bist du dann sogar bereit, Flugzeugabstürze als redaktionsinterne Vereinbarungen einzuordnen.

Samstag, Mai 05, 2007

Jogurth & Kaffee

Hab zum Frühstück bei Lablue eine nette Geschichte gelesen:

Es war einmal ein junger Mann, der suchte die Wahrheit. Er durchstreifte das Land und fragte jeden: "Du, sag, kennst du die Wahrheit?" Aber niemand konnte es ihm sagen. Bis er eines Tages zu einer Höhle kam. Am Feuer sah er eine hässliche Frau sitzen, so alt wie die Zeit. Und sie war die Wahrheit und lehrte ihn. Als er die Wahrheit kannte und ging, fragte er sie: "Kann ich auch etwas für Dich tun?" Die Wahrheit nickte: "Ja." Sie lächelte: "Sag den Menschen, dass ich schön bin."

Gestern war ich erschrocken, als mir ein Altenburger bei Lablue sein Foto schickte. 49 ist er. Ich wusste nicht, wie alt ich in fünf Jahren aussehe. Ich war erschrocken. "Da brauche ich mich wohl nicht um dich bemühen", hat er gefragt. "Mir geht es gut. Dir auch?", war alles, was mir darauf einfiel. Meine Midlife-Krise. 88 will ich werden. Vater ist jetzt 82, seit heute.

Grad kam die Nachricht, dass ein Flugzeug über Kamerun abgestürzt ist. Ja, Kamerun. Das Wrack wurde gefunden. X. ist genervt, dass ich sie deshalb anrufe. Ich würde an jedem Land etwas finden, wenn sie dort hinwill. Auf meinen Einwand, dass das Land extrem unübersichtlich ist, fragt sie zurück, ob ich befürchte, dass sie dort mit dem Flugzeug abstürzt. Mir ist Kamerun nie aufgefallen, jetzt höre ich bei den Nachrichten genauer hin. Im ersten Moment denke ich - 007 wie immer - das Flugzeug ist dort abgestürzt, weil ich zu Kamerun gebloggt habe. Aber den Gedanken kann ich schneller wieder loslassen als sonst. Der Anruf bei X. tut gut, so genervt sie auch ist. Bedingtheiten und Zufälle abzugrenzen, fällt mir beim Sprechen noch leichter als beim Schreiben. Google listet den Blog nicht mehr unter Groke. Ein komisches Gefühl ist das, zwischen Erleichterung und Beklommenheit. Versteh einer die Software, komisch. Es ist Zufall, genauso sehr Zufall wie das anfängliche Listen des Blogs unter seinem Namen. Irgendjemand hatte die Option Volltextsuche in Blogs eingegeben, nehme ich an. Vorhin hatte ich bei Lablue das Foto von einem Kölner gesehen, der für sich und seine mollige, drei Jahre ältere Frau einen Mann sucht, mit dem Sex zu Freundschaft werden könnte. 37 ist der und scheint mitten im Leben zu stehen. Fehlt nur noch, dass er Adresse und Hausnummer nennt. Der scheint den Wunsch tatsächlich ernst zu meinen. 150 Menschen waren an Bord des Flugzeuges. Klar habe ich an X. gedacht. Ob sie nicht lieber nach Israel will. Aber da wird ja auch geschossen. Kamerun, ok. Ausgerechnet Kamerun. Zeit, in die Sonne zu gehen.

Du verrennst dich

André sagt, dass ich mich verrenne und meint damit meine Selbstporträts. Ich komme mit der Digicam immer besser zurecht. Wenn das Akku besser wäre, könnte ich damit mehr Außenaufnahmen machen. Heute früh hab ich bei Sputnik reingehört, aber nicht erkennen können, wann Tim Wiese auf Sendung ist. Nur dass er morgens sendet, habe ich gelesen. "Schön, dass Sie uns zuhören", sagt Reufsteck grad und erinnert an das erste Autoradio. Irgendjemand will die Überwachung in Deutschland auch in unzugänglichen Wohnungen ausweiten. Mal sehen, ob dann seltener verhungert wird. Frisch am Morgen, berührt von allem, was da gerade irgendwo passiert, als ob sich ein Vorhang öffnet. Sehen und gesehen zu werden, scheint dann eins zu sein. Michael habe ich gestern gelesen, habe mich aber fast unbeobachtet dabei gefühlt. Ein Ausruhen vom Jetzt.

Sehnsucht nach Gleichheit

Was macht mehr Freude, innezuhalten oder zu synchronisieren? Tim hört jetzt Fußballsendungen und überlegt inzwischen genau wie ich, wer spricht und ob es live oder Aufzeichnung ist. Hab ihm gesagt, dass, wenn das Spiel aufgezeichnet ist, auch der Sprecher aufgezeichnet worden sein kann, aber zu einem anderen Zeitpunkt. Wann ist etwas intensiv gelebte Zeit? Bei Simulationen? Oder bei Gleichzeitigkeit? Hab gestern Jochen Graf gehört und nur Distanz gespürt. Jessica Schwarz wird heute dreißig. Mehr habe ich mir nicht gemerkt. Jetzt ist Michael Reufsteck zu hören, von Null auf 42. Ist es das? Langstreckenlauf, um sich selbst zu spüren? Bin wieder neben dem Notebook eingeschlafen. Frisch zu sein, ist ihm wichtig. Gestern sprach mich ein 49-Jähriger im Chat an, weil er sich offensichtlich langweilte. Aber da war Hans schon im Chat. Wie alt ist Jochen Graf eigentlich? Gestern hat mich aus Versehen ein 16-Jähriger angemailt. Er ist aus Dresden und will etwas mit mir unternehmen. Tim war es nicht, der ist 13. Immerhin hat er bei mir gegessen. Sogar Kuchen. Zwar schnell hintereinander weg, um schnell weiter zu kommen, um im Park Fußball zu spielen, aber immerhin. Fußball per Software, im Fernsehen und im Park, irgendwann in einer Mannschaft. Er lebt intensiv. Auf seine ganz eigene Art.

Chat

Hab Hans kennengelernt. Ich lache zu selten.

Freitag, Mai 04, 2007

Ausgerechnet Kamerun

Vielleicht hätte ich mit Nina früher nach Klein-Afrika fahren sollen Irgendwo nahe der Lüneburger Heide liegt Kamerun.

Synchronisieren

Was ist das Ende einer Story? Bin beim Altpapiermachen über Tim Wiese gestolpert. Das erste Mal fiel mir der Name bei www.nrj.de auf, später beim Fußball und dann bei MDR Sputnik. Scheinbar ist der Name häufig. Den nrj-Wiese habe ich lange gesucht. Als der auf Sendung war, hatte ich permanent das Gefühl, in einem BigBrother-Container zu sitzen, er an den Reglern und am Mikro, ich im Lichtschacht. Damals hab ich auf jede Veränderung von Stimmfärbungen geachtet und eigene Handlungen davon abhängig gemacht, als ob mich ein Synchronisieren weitergebracht hätte. Inzwischen ist er genauso verschwunden wie andere nrj-Moderatoren. Und wer sucht schon bloß wegen einer Namensgleichheit nach weiteren Parallelen? Google formatiert ja keine Biografien. http://www.radioforen.de/showthread.php?t=6026 behauptet, dass der Sputnik- und der nrj-Wiese die selbe Person sind. Vielleicht höre ich da tatsächlich mal rein und schau mir nicht nur Frizz-Beilagen an. Aber ich mag Sputnik nicht. Als ich das am 7. März 2003 einer in Sachsen-Anhalt im Auto gehört hab, hat mich einer fast auf den Acker gedrängelt. Es war der Horror. Bin rechts ran gefahren und hab den Sender ausgeblendet. Den terrestrisch zu hören, war die Hölle. Aber per Webradio müsste es gehen. Mal sehen. Damals war der Citroen schon Schrott. Bei dem Unfall damals hatte ich Mike@Work auf nrj gehört, und die Ampelkreuzung war in drei Richtungen freigegeben. Wenige Sekunden vor dem Crash hatte Mike@Work bei -6 Grad Joachim Witt mit "Die Flut" aufgelegt. Januar 2002 war das. Die Flut kam dann im August, das Jahrhundert-Hochwasser. Martin meinte nur, ich hätte aufpassen müssen. Weltverschwörungsschrott eben. Wer rechnet schon damit, dass eine Ampelschaltung spinnt? Hab danach überall versteckte Kameras gewittert, besonders als ich im Frühjahr 2002 mit einem Schweizer Pfarrer über das gigantische Einfluten tschechischer Jungbrunst im Elbtal gesponnen hab. Es war alles verrückt. Die ganze Welt. Und ich DER 007, den alles zu meinen schien. Schreiben half mir. Radio zu hören und zu schreiben. Dann verlor fast jede Befürchtung an Schwere. Manchmal schien eine bekannte Stimme auf einem anderen Sender wieder aufzutauchen, wie die von Mike@Work auf RTL Sachsen als Mike Neudorf. Aber manche Stimmen ähneln sich auch. Januar 2005 fiel mir Mike Neudorf auf, als mein Notebook kaputt war und ich deshalb nur terrestrisch hören konnte. Thomas hört fast ständig Radio1. Als er hier war, fehlte es ihm, genau wie mir Groke.

Donnerstag, Mai 03, 2007

Grinsen nach Plan


Großkampf. Die Mundwinkel hängen. Täglich Facebuilding. Grinsen wäre schön. Grinsen über alles und jeden. Nichts ist so bescheuert, dass nicht wenigstens ein Grinsen machbar wäre. Vorhin doppelte sich wieder vieles beim Kristian Thees-Hören. Grund genug zu grinsen. Offline habe ich selten die Ruhe, dass mir Gleichzeitiges überhaupt auffällt. X. will nach Kamerun, sagt sie. Tim will Fußball trainieren. Hab nach Kamerun und Fußball gegoogelt. Missionar auf Zeit will X. werden. Tim sucht eine Fußballmannschaft. Ich hatte zuerst an Dynamo gedacht. Gleich am Straßburger Platz. Aber Tim will erst mal schnuppern. Zweimal pro Woche zu trainieren und dann noch Punktspiele zu machen, wird hart. Im Moment spielt er zweimal pro Woche Tischtennis. Aber in der Zeit, in der er zu Hause vor dem PC sitzt und virtuelle Bälle kickt, kann er auch auf dem Rasen trainieren. Kamerun, verdammt, ausgerechnet Kamerun? Warum geht nicht auch Israel oder Marokko? Grinsen, ich muss mehr grinsen. Das ist wichtig. Ich brauche mehr Spiegel.

Betroffenen-KZ mit einsamem Heilsbringer

Mango zu kauen und dabei auf den Groke-Altar zu stieren, versöhnt mit Unheilbarem. Vorhin rief Norbert an. Ich soll mich an eine Selbsthilfegruppe wenden, sagt er. Das Miteinander mit Betroffenen ist seiner Meinung nach DIE Ressource. Dass ich mich durch so einen Zusammenschluss isoliert fühle, wundert ihn. Vielleicht noch durch einen einsamen Heilsbringer nach außen abgeschottet.

Angst trennt


Social Skills. Sich in den Anderen hineinzudenken und hineinzufühlen ist bei Schizophrenie erschwert. Angst trennt. Seit gestern ist Groke so weit weg wie jeder andere. Es war alles nur Autosuggestion, sehr intensiv, aber Autosuggestion. Unheimlich intensiv war das. Ich hätte schwören können, er liest mich. Verrückt war das. Eben schizophren. "Kann mich irgendwer verstehn", kommt grad auf SR1 - Platz 11 in den Hörer-Charts.

Rehabilitation bei Schizophrenie

Misst man das Outcome an
• sozialer Rolle und Beziehungen,
• Arbeit und Freizeit,
• Lebensqualität und
• Interaktionen
scheint es in den Niederlanden ein interessantes Projekt zu geben:

"Im EQOLISE-Projekt, welches die Umsetzbarkeit des Supported Employment in Europa prüfte, gelang es, mehr als die Hälfte von 312 Patienten auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. In der Kontrollgruppe, die in traditionellen Einrichtungen, wie Werkstätten, betreut wurden, war dies nur etwas mehr als ein Viertel der Patienten. Auch die weiteren Parameter sprechen eindrucksvoll für das Supported Employment. Lebensqualität und Arbeitszufriedenheit waren signifikant größer, Ängste und Depression signifikant geringer. Solche deutlichen Unterschiede ergaben sich in allen sechs Zentren, die an EQOLISE teilnahmen, unabhängig von den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen."

Hab bei Google nichts Deutschsprachiges dazu gefunden und deshalb verschiedene Verbände dazu angeschrieben.

Mittwoch, Mai 02, 2007

Frisch blondiert


Boah, bin ich schön. Sogar von oben. Strähnchen hat sie mir auf den Schädel gezaubert. Das HIV-Testbesteck ist da. Jetzt hat plötzlich alles alle Zeit der Welt. Ich bin so froh, dass es ihr inzwischen genügt, dass sie sich testen könnte, wenn sie es wollte. Der Test hält sich bestimmt einige Jahre. Irgendwann kann ich ihn vielleicht unbenutzt entsorgen. Ich hasse ihn. Seit Jahren. Ich hasse ihn, wie ich Ausreiseanträge gehasst hatte. Ein HIV-Test ist für mich nach wie vor nichts weiter als ein Ausreiseantrag aus dem Hier und Jetzt.

Stapelbares

Für Cie Yu listet Google Stapelbares. Nur ein Buchstabe ist anders. Vorher hatte ich nach Cie Yun gesucht. Ich habe kalte Hände. Gleich geht Groke auf Sendung, und ich muss/will zum Friseur. Stapelbares. Ich will sie sehen. Vielleicht kommt Nina mit.

Projekttheater


Bin ganz Selbstzweifel. Alles was mir einfällt, scheint lächerlich zu sein. Alle Welt hat mehr Tiefgang als meine ewigen Versuche, mit der Digicam Augenblickliches zu dokumentieren. Sogar der Bücherstapel ist scheinbar belanglos. In der Neustadt kam ich an einem zerfetzten Plakat vorbei. Die Frau, die davor stand, ähnelte der auf dem Plakat, lachte mich an und steckte mir eine Karte zu. Nothingness. Jetzt liegt die Karte direkt neben meinem Monitor, vor dem Groke-Altar. Cie Yu heißt sie und tritt morgen im Projekttheater auf. Sie tanzt. Als sie da stand, redete ein schwarzhaariger Asiate auf sie ein. YoonA Yu könnte das gewesen sein. Am Sonnabend vor dem Tango war auch ein Asiate da. Mit weiten, ausgebeulten Jogginghosen und breitem Grinsen. Udo hat gleich die Yoga-Übungen beim Schnuppern vergessen und sämtliche Spannung heimatlich ausgekostet. Thomas explodierte fast bei jedem Schritt. Da war kaum die ruhige asiatische Gelassenheit zu spüren, nach der ich mich sofort wieder gesehnt hatte, als ich die Jogginghosen sah. Thomas in Globetrotter-Funktionskleidung, jeder Moment durchgetimt wie auf einer Weltreise. Und da Cie Yu. Ich habe Lust, sie zu sehen, mit ihr zu reden, sie zu berühren und mit ihr zu lachen.

Schmachtgestöhne

Ein verlängertes Wochenende Thomas, ein Besuch bei Martin und ein Anruf von Micha. Bin noch wie betäubt, alles scheint belanglos zu sein. Heute gehe ich zum Friseur, grad wenn Groke auf Sendung ist. Schade. Zeus und Wirbitzky spekulieren auf SWR3 gerade über die euphorisierende Wirkung von Hortensien, über Beckhams Grundstückskaufentscheidungen, über die aktuellen Salatpreise und über den geschmacklichen Unterschied von Salat und Socke. Ich weiß noch nicht, wie ich die Rechnung für den Eisenmangel-Artikel ausstelle. 19 Prozent Mehrwertsteuer muss ich aufschlagen. Michas Conny tut mir leid. Ihre Eifersucht nervt ihn, sagt er. Sie scheint ihn sehr gern zu haben. Ich freue mich auf die neue Farbe im Haar. Gestern abend waren die Augenringe kurzzeitig fast weg. Ob ich Martin gern habe, weiß ich nicht. Nur dass es nach wie vor weh tut, wenn ich Claudia sehe, spüre ich. Es ist alles so irrational. Überall riecht es nach Mitleid. Das ist das Schlimmste an den Augenringen, diese Vorahnung von Mitleid. Hab grad bei Lablue Johann gelesen. Seine Karin ist ausgezogen. Jetzt ist ihm einsam, schreibt er. Anfangs war es ihm egal. Sabine meldet sich nicht mehr. Sie hat viel zu tun, scheint es. André bloggt nicht mehr. Es scheint ihm gut zu gehen. Jetzt hat er wieder Familie. Familie... Wem nützt es, wenn ich anders lebe, als ich lebe? Was ist überhaupt wichtig? Ein guter Gag? Zu faszinieren? Micha fährt quer durch Deutschland. Tag für Tag. Und Conny wartet auf ihn. Augenringe.

Dienstag, Mai 01, 2007

Magische Momente im Alltag

Ich schließe den Kühlschrank, und Simarro sagt: "Jetzt ist die Tür zu." Ich schreibe über kalte Füße, und Groke erinnert sich an seine Füße im letzten Winter. Simarro und Groke sind weit weg und können nicht lesen, was ich gerade schreibe, trotzdem zieht sofort mein ganzer Tag an mir vorbei, und ich fühle mich beobachtet. Grad als ob meine Neuroleptika-Dosis zu niedrig ist. Ich hasse magische Momente, so gerne ich allein Radio höre. Dann kann ich kaum noch schreiben. Anders als wenn ich aufnehme, was ich höre. Den Reifennachriller zum Beispiel. Oder Thomas´Geschichte von der nähesuchenden Beamten, die mindestens zwei Männer auf einmal braucht, um sich zu spüren. Da zuzuhören ist wie Urlaub. Alles ist so weit weg, dass es mich garantiert nicht meint, und ich brauche es nicht zu verstehen, um zu funktionieren. Da ist nichts, was Synchronisation zu meinen scheint.

Eine breite Oberlippe wär schön

Die Digicam etwas von unten gehalten, verbreitert die Oberlippe, kaschiert Augenringe und macht das Oberlid plastischer. Allerdings werden Kinn und Nase länger. Google listet nichts Brauchbares zu breiten Oberlippen, nur Haemangiome. Wie verstärke ich die Oberlippendurchblutung autosuggestiv außer per Wärme? Ob die deshalb so schmal ist, weil die Füße kalt sind? Oberhalb der Oberlippe war doch der Schockpunkt, der Punkt, den ich drücken muss, wenn einer im haemorrhagischen Schock war, grübel. Ich schmeiße schon wieder alles durcheinander. Das stimmt bestimmt nicht. Eine kalte Nase und eine kalte Oberlippe, dazwischen der Akupressurpunkt? Verdammt, wie finde ich das per Internet? Da scheint ein Meridian vorbei zu führen über den Kopf, den Rücken bis zum Damm. Das liest sich eher wie Sympathicolyse, grübel, Also zwar wie Wärme, aber auch wie Gefäßweitstellung, wäre also beim Blutungsschock eher schlecht. Wer weiß, jaul. Vielleicht bietet Google ja noch mehr. Ein warmer Hintern durch Nasenstüber ist auch nix Naheliegendes. Allmählich vermengt sich Gelesenes mit Gedachtem. Ich verlinke Gelesenes, um es wiederzuerkennen. Bei Krämpfen, Ohnmacht, Schwindel, Epilepsie, starker Erregung soll der Punkt helfen, steht da. War das vielleicht ein kardiogener und kein haemorrhagischer Schock? Dann müsste es reichen, zwischen Oberlippe und Nase zu drücken, bis das Diazepam aufgezogen ist. Aber eine fremde Hand im Gesicht ist ja an sich nichts Beruhigendes. Ich kann mir nicht vorstellen, wie das funktionieren soll. Aber eigentlich wollte ich da ja auch gar nicht drücken, sondern eine breitere Oberlippe. Sie muss ja nicht gleich so breit wie auf dem Foto hier sein. Aber vielleicht ist die auch nur von unten fotografiert. Jetzt habe ich kalte Füße trotz Kompression. Sympathikolyse scheint er also nicht zu machen. Oder es ist ein Bilanzproblem wie beim Küssen und beim Augenreiben. Da wird ja auch nicht jeder bradykard. Mancher pegelt sich dann auf irgendwelche zufälligen Taktgeber ein. Ich hab mal einen Mann kennengelernt, dessen Puls war beim Sex synchron zum Wecker, also exakt 60. Und das über Minuten. Ob es verrückter ist, den Puls über mehrere Minuten zu messen oder pulssynchron einzurasten, ist mir inzwischen egal. Aber einprägsam war es.

Vorsicht in der S-Bahn

Nicole Koester hat heute tatsächlich "Vorsicht in der S-Bahn" gesagt, als sie auf SWR3 Verkehrsmeldungen durchgab. Hab mehrere Sekunden gezögert, bevor ich Thomas danach fragte, ob er das Gleiche gehört hat wie ich. Er war erst empört, dass ich ihm nicht zuhöre, meinte bloß, dass es normal ist, wenn solche Meldungen kommen. Er hatte es garantiert nicht gehört. Irgendwann maile ich Nicole Koester und frage sie, ob sie tatsächlich "Vorsicht in der S-Bahn" statt "Vorsicht auf der Autobahn" gesagt hat. Hat Baden-Baden eine eigene S-Bahn? Mir kam das alles so komisch vor, dass ich eher an eine akustische Halluzination geglaubt habe. Thomas war das wie gesagt total egal. Es war schrecklich. Fast so schrecklich wie der Zigarettenqualm, von dem Robert behauptet, dass Leppi ihn macht. Ich glaub ihm nicht. Wie dick muss Qualm sein, dass er zwei Etagen hoch zieht? Robert lügt. Leppi wohnt im zweiten, er im dritten, ich im vierten Stock. Außerdem riecht es auf Roberts Flur genauso. Aber mein verdutztes Gesicht hat er genossen, als ich mir den röchelnden Leppi mit Zigarette zwischen den Zähnen vorgestellt habe. Vorsicht in der S-Bahn. So ein Quatsch. Ich feiere mich gerade: Blogge und höre Groke. Dazu verfliegt der Qualm vor dem Fenster einen Moment lang. Nicht lange, aber immerhin. Röchelt auf dem Gang, als ob ihm jeder Schritt zu viel ist, geht ins Eigenste und qualmt.

Drei Tage Besuch

Die drei Tage Besuch sind bald vorbei. Bin so viel Nähe kaum gewohnt. Stundenlange Gespräche, endlose Wege und ständig das Gefühl, sofort schlafen zu können. Jetzt wacht Thomas auf. Frotteurismus im Hamsterkäfig geht nicht, sagt Thomas, das sei nicht eng genug. Und dass die Waage zwei Kilo zu viel wiegt. So, jetzt weißt du es auch.