Sonntag, Dezember 31, 2006
Stefan Hoyer
Der Mann ohne Webcam. Nachrichtenmanagement per Promi-Catwalk scheint seine Stärke zu sein. Es fließt. Immerhin leistet er sich O-Ton.
Widerstandsarme Recherche
Hab inzwischen gelernt vorauszusetzen, dass mein Gegenüber reden will, wenn ich auf ihn zugehe. Dass er fotografiert werden will. Gerade jetzt. In diesem Moment. Von mir. Egal wie ich aussehe. Nur dadurch, dass ich ihn anspreche. Ich spare erstaunlich viel Zeit dadurch. Komisch, dass dazu erst ein Zeitungspraktikum nötig war. Der Übergang vom Störer zum Investigator war eine kleine Revolution für mich. Beobachten, beschreiben und das Beobachtete nach dem Beschreiben wieder Beobachten. Es gibt nur Weniges, was so befriedigend ist wie dieses Wechselspiel von Beobachten und Beschreiben, ohne eingreifen zu müssen. Eine unwahrscheinliche Ruhe trotz Echtzeit geht davon aus. Nichts drängt, nichts treibt. Nur die Gewissheit, dass das, was ich sehe, reproduzierbar - also Teil einer Wahrheit - ist. Und dann das SichAneinanderReiben der unterschiedlichen Perspektiven als Vitalität mitten in einem Konfliktherd zu genießen, tut gut. Es fühlt sich wie Heimat an. Brodelnd und explosiv. Jeder Beschriebene sofort bereit, zu kontern und Richtigstellungen einzufordern. Je detaillierter die Beschreibung wird, um so lauter ist das Feedback.
selbstvergessen nah
strohhalm im weltweiten... und action! ein dahingeworfenes wort, und schon fließt alles. treue... es ist noch gar nicht lange her, da hab ich bei goerge an treue gedacht. das erste und das letzte mal war das, dass ich treue als selbstvergessenheit verklärt hatte, dachte ich. und es ist mir schon wieder passiert. jede fernwehikone ist gut zur tranceinduktion. nur dass goerge momentan noch unerreichbarer zu sein scheint als noch vor fünf jahren. warum schaffe ich es nicht, widerstandsarm zu recherchieren? alex hat riesenstapel papier auf seinem schreibtisch. dazwischen sitzt und qualmt er. so selbstvergessen bin ich zum glück noch nicht. ich spüre meinen körper noch, hoffe ich, treibe mich aber auch nicht so oft auf polizei und gerichten herum wie er. knappe sequenzen über gelebte zeit notiert er. am liebsten würde ich ihn beschatten, um zu sehen, wie seine kurzmeldungen entstehen. selbstvergessen nah. ab mittwoch kann ich hoffentlich nebenwirkungsarm in seinem stapel kramen. jeder gedanke ein eigenes chaos. die stasi interessiert ihn. dieses sichselbstfremdwerden durch die treue unsichtbarer dritter.
Uwe Groke hat mir gemailt. In Worten: MIR. Ich bin glücklich. Ich höre ihn und schlafe sofort ein. Geborgenheit. Irrationale Geborgenheit fühlt sich so an. Die Mail drucke ich aus. Sonst glaubt mir das keiner.
Samstag, Dezember 30, 2006
Das Leben ist kurz.
"Es schlug mein Herz geschwind zu Pferd. Es war getan, fast eh gedacht." Hab heute einen Banker im Chat erlebt, der pokerte. Mit dem Nachdruck eines Kurzzeitweckers. Freudlos war das. Ein Hamsterrad-Macho mit dem Sexappeal einer Kalaschnikow. Trotzdem hab ich auf ihn reagiert. Komisch. Bin wahrscheinlich unterdosiert. Ein Groke-Komplementär. Eigentlich beschreibt ihn das vollständig: Aufdringlich, plump und nah. Aus irgendeinem Grund wollte er, dass LadyZero Anästhesistin wird. Oder er wollte einfach nur Widerstand spüren. Hab mich tatsächlich von ihm provozieren lassen. "Kommunikationsfehler", motzte die Maske dann beim Ausloggen. Bin froh, dass am Dienstag Training bei den Cheerleadern ist. Mal sehen, wie die Fotos werden. Das müsste mein mit Abstand bester Artikel werden. Hab Schiss vor dem Gespräch mit dem Ausländerrat. Die Struktur ist so verwaschen. Ich hab noch keinen Gesprächsfaden Vielleicht hänge ich alles am Zuwanderungsgesetz und den dadurch eingetretenen Veränderungen auf und frag zur Chipkarte nach. Der Internetauftritt ist extrem kompakt. "Ausländer helfen Ausländern" könnte die Überschrift sein. Und irgendwas zum regionalen Vernetzungsgrad. Ich ärgere mich immer noch über den Banker. Der muss nicht daneben stehn, wenn die Kacke am dampfen ist. Warum mutet der das dann anderen zu? Ein Artikel drüber und dann geordneter Rückzug, das isses. Das wär auch was bis zur Rente. In Ruhe & Gelassenheit. Hab letzte Nacht von Paul geträumt. Von dem breiten Grinsen und dem Jobben neben ihm. Der hatte es geschafft: Ein kleines Haus mit einem winzigen OP-Spektrum ohne Notfälle. Trotzdem war seine Familie weg. Ein Haus, ganz neu und ganz leer. Mit Feng Shui Bach und High Tech, aber nur mit den Fotos seiner Familie. Gelebt wurde woanders. Bin gespannt, wie der Weißig-Artikel wird. Vielleicht schicke ich Paul ein paar Artikel. Vielleicht lade ich ihn sogar nach Dresden ein. Das erste Mal Sauna hab ich mit ihm erlebt. Ruhe & Gelassenheit.
Minimalinvasiv
Was minimalinvasiv ist, überlege ich immer wieder neu. Grad wenn Nina über ihre Freunde spricht. Keiner ist morgen für sie da, sagt sie. Familie zählt nicht. Freunde müssen es sein. Oder Salsa. Tim hat versprochen, mir meine Digicams zu erklären. Drei Stück sind das inzwischen, aber keine funktioniert.
Ein stiller und freundlicher Charakter
"Der hat sich doch immer so gehemmt bewegt." "Das war nur die Feinmotorik, die war bei dem gestört." "Weißt du, dass wir Luise immer damit unter Druck setzen können, dass Charly kommt, wenn sie sonst nicht reagiert?" "Ist der nicht beim Regierungspräsidium?" So war das Feedback auf mein Aufjaulen, dass ER am Telefon war. Jeder wusste irgendwas über ihn, aber keiner, ob er jetzt tatsächlich beim Presseamt ist. Sehr romantisch, das alles. Dass unser Kater einer Dreijährigen Angst macht, die sich sonst durch nichts schockieren lässt, hat mich schon beeindruckt. Gegenprojektion war das, glaube ich. Oder irgendwas noch Komplizierteres. Ob der Anästhesie-Charly deshalb so ruhig war? Ob ich den anders gesehen hab, nur weil ich an den Lockenschlacks gedacht hab? Ich kapiere immer seltener, wie ich funktioniere. Vater fing an zu zittern, er hatte mit seinem Vater zusammen gearbeitet. Aber warum er da zittern muss, ist mir unklar. Das war nur gleichzeitig. Auch dass er dann ein halbes Ei verschwinden und wiederauftauchen lassen musste, war mir unheimlich. Ich hatte Angst, dass er sich dran verschluckt. Inzwischen stand Martin an der Tür und kam nicht rein, weil die Klingel nicht funktionierte. Spannend, das alles. Besonders der Grund für den Stromausfall: Eine zerbrochene Fliegenpilzlampe aus dem Weltweiten mit der Inschrift "Nicht für Kinder unter 14 Jahren. Dekoration."
Freitag, Dezember 29, 2006
"Sieg heil, hab Sprengstoff dabei"
In der Bahn neben mir zwei aufgeregte Jungchen mit Silvesterknallern. Ich habe erst gedacht, ich verhör mich. Winkt der eine doch einem Freund am anderen Ende der Bahn, kommentiert seine Handbewegung als SiegHeil und verweist auf seine Tasche mit Vorrat für die Neujahrsnacht. Wo er feiert, weiß er noch nicht. Aber dass es laut wird, lässt er sich 90 Euro kosten. Der war noch keine achtzehn. Hab mich alt gefühlt, wie lange nicht mehr. Ein Gespräch mit ihnen zu beginnen, hätte nichts gebracht. Wie alt sie sind, wissen sie selbst. Wenn ihre Eltern erfahren, wie viel Geld sie für die Knallerei ausgeben, regelt sich vieles sicher von selbst.
Kinderhospiz. Ein Dialog mit jump@mdr.de
C: Wissen Sie schon, wie die Einweisungsprozedur in das von Ihnen geplante Hospiz erfolgen soll? Wie werden die Verantwortlichen die Freiwilligkeit der Einweisung der Minderjährigen sichern, falls sie selbst nicht die hauptsächlichen Entscheidungsträger sein werden?
Jump: Information über das Kinderhospiz Mitteldeutschland findest du unter www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de.
C: Ich habe in dem Internetauftritt leider keine Antwort auf meine Frage gefunden.
Jump: Leider kann ich dir deine Anfrage auch nicht beantworten. Am Besten wendest du dich an die Hotline des Kinderhospizes unter 01805 999 890 (Montag-Freitag von 8-18Uhr).
Über 300 000 Euro hatte Jump in der Vorweihnachtszeit für das Kinderhospiz erzielt.
Jump: Information über das Kinderhospiz Mitteldeutschland findest du unter www.kinderhospiz-mitteldeutschland.de.
C: Ich habe in dem Internetauftritt leider keine Antwort auf meine Frage gefunden.
Jump: Leider kann ich dir deine Anfrage auch nicht beantworten. Am Besten wendest du dich an die Hotline des Kinderhospizes unter 01805 999 890 (Montag-Freitag von 8-18Uhr).
Über 300 000 Euro hatte Jump in der Vorweihnachtszeit für das Kinderhospiz erzielt.
Hab heute das erste Mal Wind und Regen ergoogelt. Der Blog war dabei. Ob die jeden Link erst lesen, bevor sie ihn listen? Bei Groke stehen meine Blastereinträge gleich hinter seiner Crew-Seite. Trau mir kaum noch, über ihn zu schreiben. Ob Google Worthäufigkeiten ermittelt und damit auf Relevanz schließt? Jetzt rückt der Cursor auf Worthäufigkeiten zurück. Sonst macht der sich nur in Word selbständig. Witzige Software. Die scheint seismografisch genau zu reagieren. Nächstens verrückt der Cursor noch, sobald der Fahrstuhl sich einschaltet. Affairen mit Geräten. Hab heute Thilo Alexe auf seine Fotos angesprochen. Drei Monate ist seine Jüngste und heißt Anna. Geheiratet haben sie nicht, hat er mal erzählt. Aber wenn sie ihr Kind Anna nennt, scheint sie auch in nächster Zeit nicht vorzuhaben zu heiraten. Oder? Anna Alexa klingt gut, aber Anna Alexe? Naja. Einen Buchstaben zu ändern, kostet viel Kraft, Zeit und Geld. Ein Baby wär schön. Blödes Haldol.
Charly
Hab heute auf Bettina Klemms Stuhl gesessen. Neben mir Telefonnummern vom Presseamt. Und dazwischen eine, die ich schon mal angerufen hatte. Schuricht. Karl Schuricht. Hab die Kinderstimme noch in den Ohren gehabt und ihn deshalb nicht erkannt. Wenn er es überhaupt war. Hab still für ihn geschwärmt damals. Und er hatte nie auf mich reagiert, war ja auch mindestens vier Jahre älter als ich. Er hat mich überhaupt nicht bemerkt. Als Elisabeth Charly brachte, fiel mir das wieder ein. Inzwischen ist der Kater zehn Jahre alt und Karl scheinbar beim Presseamt. Hab überall rumtelefoniert, um meine Neuigkeit rauszuposaunen. Außer Martins DuWirstDasSchonRauskriegen vor dem HörerInDieStationKnallen blieben alle gelassen. Thilo meinte, ich soll den Schuricht anrufen, um zu erfragen, ob er Charly ist. Hab es mir nicht getraut. Vier Jahre trennen eben doch.
Donnerstag, Dezember 28, 2006
Mittwoch, Dezember 27, 2006
Thilo Alexe
Hab heute das erste Mal auf seinem Stuhl gesessen, an seinem Schreibtisch genestelt und seinen PC benutzt. Vor mir seine Fotos. Hab seine Kinder gesehen und seine Frau. Und den Staub auf den Fotos. Und das viele Papier, das irgendein System zu haben scheint, wie es da so liegt. Bin selten so oft zurückgewiesen worden wie heute. Alle reagierten gereizt. Fast alle. Aber ich habe auf dem Stuhl gesessen, kurz nach der Umfrage. Ich hab gestaunt, wie sehr die Cossebauder sich mit ihrem Ort identifizieren. Zig Autos bretterten an uns vorbei, aber fast alle schwelgten in der Schönheit der lauschigen Ecken. Als ob die Brücke erst in x Jahren fertig sein wird, die den Ort dann endgültig mit Blech fluten wird. Kalt war das.
Voyager hat mir angeboten, den Schreibtisch zu fotografieren und online zu stellen. Womit wieder das leidige digicam-thema aktuell wäre. Ich muss Tim erst fragen, wie das Teil funktioniert. In meinem hohen Alter bin ich zu blöd, so ein komplexes Etwas zu erfassen. Tim kann das jedenfalls schneller. Hat aber heute und morgen keine Lust, resignier. Tja, die Zukunft.
Und es war wie immer: Kaum ist Groke auf Sendung, scheint er nur mit mir zu sprechen, nur für mich Musik aufzulegen und sogar bei den Verkehrsmeldungen nur zu überlegen, wie sie auf mich wirken. Ich - sein einziger wahrer Hörer unter drei Millionen. Ich hätte ihn am liebsten mit IchLiebeDich-Mails zugespammt, als 22:03 seine Stimme aus dem Webradio kam. Mittags und abends auf Sendung sein zu müssen, ist Wahnsinn. Mittags kann ich ihn nicht hören, ohne Soundkarte. Aber da sitze ich ja wenigstens auf dem Alexe-Stuhl. Mittags der Alexe-Stuhl, abends Groke - das ist der Luxus, wie ich ihn mag.
Geschrieben hatte ich die letzten Zeilen auf dem Alexe-Stuhl, den ich grad wieder hab räumen müssen, aber senden konnte ich sie nicht von dort aus, wozu auch immer der PC so nach außen versiegelt ist. Inzwischen ist der Text schon fast nicht mehr wahr. Hab Pech gehabt: Eine phantastische Momentaufnahme, ein toller Bildausschnitt, aber eine miese Auflösung. Der Aufmacher für meinen nächsten Artikel ist im Moment ein Reinfall. Hab eine Intensivkopfwäsche hinter mir. Die Bildabteilung hat mich abblitzen lassen. Pech.
Voyager hat mir angeboten, den Schreibtisch zu fotografieren und online zu stellen. Womit wieder das leidige digicam-thema aktuell wäre. Ich muss Tim erst fragen, wie das Teil funktioniert. In meinem hohen Alter bin ich zu blöd, so ein komplexes Etwas zu erfassen. Tim kann das jedenfalls schneller. Hat aber heute und morgen keine Lust, resignier. Tja, die Zukunft.
Und es war wie immer: Kaum ist Groke auf Sendung, scheint er nur mit mir zu sprechen, nur für mich Musik aufzulegen und sogar bei den Verkehrsmeldungen nur zu überlegen, wie sie auf mich wirken. Ich - sein einziger wahrer Hörer unter drei Millionen. Ich hätte ihn am liebsten mit IchLiebeDich-Mails zugespammt, als 22:03 seine Stimme aus dem Webradio kam. Mittags und abends auf Sendung sein zu müssen, ist Wahnsinn. Mittags kann ich ihn nicht hören, ohne Soundkarte. Aber da sitze ich ja wenigstens auf dem Alexe-Stuhl. Mittags der Alexe-Stuhl, abends Groke - das ist der Luxus, wie ich ihn mag.
Geschrieben hatte ich die letzten Zeilen auf dem Alexe-Stuhl, den ich grad wieder hab räumen müssen, aber senden konnte ich sie nicht von dort aus, wozu auch immer der PC so nach außen versiegelt ist. Inzwischen ist der Text schon fast nicht mehr wahr. Hab Pech gehabt: Eine phantastische Momentaufnahme, ein toller Bildausschnitt, aber eine miese Auflösung. Der Aufmacher für meinen nächsten Artikel ist im Moment ein Reinfall. Hab eine Intensivkopfwäsche hinter mir. Die Bildabteilung hat mich abblitzen lassen. Pech.
Montag, Dezember 25, 2006
Willkommen
Tilo heißt er und kann herrlich strahlen. Ein Ponny und einen Hund hat er und wohnt in einem Turm. Mitten im Funkloch unterm Fernsehturm. Das Telefonhäuschen ist ziemlich weit weg. Ein Münztelefon. Fast wie in der Klapper klingt das, wenn Münze für Münze in der Kiste verschwindet. Ich glaube, das war die linke Hand. Gatzweiler hat links gesessen. Das ist alles schon so lange her. Manchmal wünsche ich mir, ich wär nie Arzt geworden, dann könnte ich über alles schreiben, was ich erlebt habe. Journalist zu sein, ist schon der bessere Job.
Lieber Markus, ich bin seit ein paar Tagen bei einer Zeitung und dadurch auch mit Fotografen unterwegs, sehe also den Fotografierten beim Fotografiertwerden. Deine Fotos helfen mir sehr, mir die Gesichter zu den Radiostimmen vorzustellen, zumal ich sie selber so noch nie gesehen hab. Danke. Komisch ist das zeitlich Versetzte. Dass ich erst Jahre später diese Momentausschnitte sehe. Aber ein bißchen kann ich dann den Moment ahnen, wie er gewesen sein könnte. Danke. Du hilfst mir sehr. Morgen bin ich wieder mit Fotograf unterwegs. In Cossebaude. Gläsern zu sein, ist mir wichtig. So gläsern, dass das, was ich sehe, deutlich wird. So unwahrscheinlich das Wahrgenommene auch ist. Gestern rief mich ein Patient an. Patient deshalb, weil ich vor vierzehn Jahren bei seiner Notfall-OP dabei war. Das war einer der wenigen Dienste, die ich als Arzt gemacht hatte. Ich hatte inzwischen oft an ihn gedacht. Aber dass ich ihm auch durch´s Hirn gespukt sein muss, hab ich gestern erst begriffen. Es war unwahrscheinlich, woran er sich noch erinnerte. Er schien gläsern für mich zu sein damals. Inzwischen hab ich erkannt, dass ich draußen war. Ich hab nur einen winzigen Bruchteil von dem erfasst, was er durchgemacht haben muss, obwohl ich ihn die Stunden damals wie eine Schmeißfliege begleitet hab. Er ist in sämtliche Fallen gerutscht, die nur denkbar sind. Von Herz-OP bis hin zur Amputation. Und das nach einer simplen Hand-OP. Mir ist schon klar, dass ich mit ein paar Stunden Begleiten kaum in ein Leben eingreifen kann, aber meiner Allmachtsphantasie tat das mindestens genauso weh wie das Blättern meiner Eltern in der gestrigen Zeitung: Sie haben mich einfach nicht gelesen. Ich war zu weit weg. Dabei hab ich die Äpfel fotografieren lassen, die sie mir kurz vorher geschenkt hatten und drüber geschrieben. Sie haben nicht mal meinen Namen gelesen. Nicht mal, als ich sie gebeten hatte, nach mir zu suchen. Hab dann über Nähe spekuliert. Über gefühlte und über realisierbare Nähe. Damals bei der Notfall-OP hatte ich gerade einen Hypnosekurs abgeschlossen und alles frisch Gelernte in die Minuten gepackt. Und dann kriegt der doch tatsächlich einen Sudeck und muss den kleinen Finger amputieren lassen. Zwar zwölf Jahre später, aber amputieren. Hab gegrübelt, was überhaupt machbar ist. Kurz vor dem Einsetzen des Sudeck hatte er die Herz-OP. Und am OP-Vorabend hatte er bei mir angerufen. Ich hatte Angst um ihn. Das kam rüber. Mehr nicht. Ich war mies drauf. Er hatte dann brüsk aufgelegt und kurz nach der OP den Sudeck entwickelt. Klar ist das meiste multifaktoriell. Grad bei Reflexdystrophien. Aber mir ist schon klar, dass ich eine Chance verschenkt habe. Hab nur meine/seine Angst gespiegelt, statt zuzuhören. He, das sollte eine Mail werde. Inzwischen ist sie so lang geworden, dass ich sie lieber in den Blog stelle, als dich damit zu erschlagen.
Lieber Markus, ich bin seit ein paar Tagen bei einer Zeitung und dadurch auch mit Fotografen unterwegs, sehe also den Fotografierten beim Fotografiertwerden. Deine Fotos helfen mir sehr, mir die Gesichter zu den Radiostimmen vorzustellen, zumal ich sie selber so noch nie gesehen hab. Danke. Komisch ist das zeitlich Versetzte. Dass ich erst Jahre später diese Momentausschnitte sehe. Aber ein bißchen kann ich dann den Moment ahnen, wie er gewesen sein könnte. Danke. Du hilfst mir sehr. Morgen bin ich wieder mit Fotograf unterwegs. In Cossebaude. Gläsern zu sein, ist mir wichtig. So gläsern, dass das, was ich sehe, deutlich wird. So unwahrscheinlich das Wahrgenommene auch ist. Gestern rief mich ein Patient an. Patient deshalb, weil ich vor vierzehn Jahren bei seiner Notfall-OP dabei war. Das war einer der wenigen Dienste, die ich als Arzt gemacht hatte. Ich hatte inzwischen oft an ihn gedacht. Aber dass ich ihm auch durch´s Hirn gespukt sein muss, hab ich gestern erst begriffen. Es war unwahrscheinlich, woran er sich noch erinnerte. Er schien gläsern für mich zu sein damals. Inzwischen hab ich erkannt, dass ich draußen war. Ich hab nur einen winzigen Bruchteil von dem erfasst, was er durchgemacht haben muss, obwohl ich ihn die Stunden damals wie eine Schmeißfliege begleitet hab. Er ist in sämtliche Fallen gerutscht, die nur denkbar sind. Von Herz-OP bis hin zur Amputation. Und das nach einer simplen Hand-OP. Mir ist schon klar, dass ich mit ein paar Stunden Begleiten kaum in ein Leben eingreifen kann, aber meiner Allmachtsphantasie tat das mindestens genauso weh wie das Blättern meiner Eltern in der gestrigen Zeitung: Sie haben mich einfach nicht gelesen. Ich war zu weit weg. Dabei hab ich die Äpfel fotografieren lassen, die sie mir kurz vorher geschenkt hatten und drüber geschrieben. Sie haben nicht mal meinen Namen gelesen. Nicht mal, als ich sie gebeten hatte, nach mir zu suchen. Hab dann über Nähe spekuliert. Über gefühlte und über realisierbare Nähe. Damals bei der Notfall-OP hatte ich gerade einen Hypnosekurs abgeschlossen und alles frisch Gelernte in die Minuten gepackt. Und dann kriegt der doch tatsächlich einen Sudeck und muss den kleinen Finger amputieren lassen. Zwar zwölf Jahre später, aber amputieren. Hab gegrübelt, was überhaupt machbar ist. Kurz vor dem Einsetzen des Sudeck hatte er die Herz-OP. Und am OP-Vorabend hatte er bei mir angerufen. Ich hatte Angst um ihn. Das kam rüber. Mehr nicht. Ich war mies drauf. Er hatte dann brüsk aufgelegt und kurz nach der OP den Sudeck entwickelt. Klar ist das meiste multifaktoriell. Grad bei Reflexdystrophien. Aber mir ist schon klar, dass ich eine Chance verschenkt habe. Hab nur meine/seine Angst gespiegelt, statt zuzuhören. He, das sollte eine Mail werde. Inzwischen ist sie so lang geworden, dass ich sie lieber in den Blog stelle, als dich damit zu erschlagen.
Sonntag, Dezember 24, 2006
Mein Weihnachten
Mein Weihnachten ist jetzt grad. Ich hab alles, was ich mir wünsche: Ein paar Stunden Groke und danach meine Kinder. Ein schöner Tag.
Love Is All Around (Wet Wet Wet)
Es ist schon wieder ein paar Wochen her. Ich hatte eine regelrechte Fliegenplage hier. Beim Tippen setzten die sich auf die Finger, beim Bildwechsel auf das IE-Pictogramm. Mitten in den Nahkampf hinein spielte MarcusBarsch Wet Wet Wet »I can feel it in my fingers...«. Ich war verblüfft. Nicht dass ich es als Synchronizitätspanik eingeordnet hatte, aber die Gleichzeitigkeit fiel mir schon auf. Als er den Titel wieder mal auflegte, hab ich das erste Mal geahnt, was Kundalini-Flow bedeuten könnte. Hab mich selten so frei gefühlt wie in den Sekunden. Als ich beim Yoga davon erzählt hab, wurde das Training stressig bis sportiv. Dem Hauptkommissar gefielen die Fliegen überhaupt nicht. Das erste, was er veränderte, war der Fliegenfänger vorm Fenster. Dreißig Fliegen pro Fänger. Inzwischen hatte er seine Tanzschuhe wieder eingepackt, aber der letzte Fliegenfänger aus der Großpackung hing noch vorm Fenster. Im Radio war wieder einmal MarcusBarsch. Wie sehr der Fliegenfänger an den Haaren klebt, fiel mir erst im Dunklen auf. Jetzt ist auch der weg. Alles ist wieder wie vorher. Nur den Kundalini-Flow muss ich weiter üben. Der tat gut.
Samstag, Dezember 23, 2006
Mitleid
Nichts ist toxischer als dieses Ahnen von Mitleid beim Sortieren von Drinnen und Draußen, von Nähe und Distanz. Ich verziehe mich dann immer tiefer in mein Schneckenhaus und beschimpfe jeden, der es wagt, meine Ruhe zu stören. Oder ich schweige ihn an. Je nach Wahl der Waffen. Eigentlich tue ich mir selbst grad leid. Meine Kinder haben keine Zeit für mich. Das ist schrecklich. Es gibt nichts Schrecklicheres. Aber bitte KEIN Mitleid.
Radiostimmen
...helfen mir beim Sortieren von Nähe und Distanz. Das ideale Eichmaß. Grad Groke. Auf die Stimme zu verzichten ist wie OhneUhrZuLeben. Hab mich gewöhnt an die Stereotypie. Schade, dass ich beim Artikel-Schreiben kein SWR3 hören kann. Die Soundkarte fehlt im PC. Bleibt nur die imaginäre Nähe dessen, der noch kurz vorher an dem PC gesessen hat, um freier zu schreiben. Die Schmierer auf der Tastatur und die hingeworfenen Zettel, die ein wenig über die letzten Gedanken verraten, die dem Anderen durch den Kopf gegangen sein könnten, bevor er das Feld geräumt hat. Hab fast alle Spuren auf dem bisherigen PC beseitigt. Bis auf einen Ordner. Den hatte ich vergessen. Hoffentlich kann sie den nicht öffnen. Da ist nur Müll drin. Die allerersten Schritte im Wordpad. Das ist schon eine Woche her und gar nicht mehr wahr. Peinlich. Das Archiv ist nicht nach Autoren sortiert. Wer weiß, wozu das gut ist.
Freitag, Dezember 22, 2006
Assessmentcenter
In dem Pflegeheim, in dem ich zuletzt recherchiert hatte, gibt es ein Assessmentverfahren, bei dem die Demenz verschiedenen Stadien zugeordnet wird und entsprechend Gruppen gebildet werden. "Damit die Schwächeren vor Gehässigkeiten geschützt werden", sagte die Heimleiterin. TeilenUndHerrschen war alles, was mir dazu einfiel. Immerhin wirkt das Mobiliar hotelartig. Aber das Miteinander bestimmt der direkte Geldfluss, sagt mir mein Instinkt. Und den vermittelt ein Sozialverband im Hintergrund. Ob der ein Assessment fordert, frage ich im nächsten Pflegeheim.
Donnerstag, Dezember 21, 2006
Hotel auf Lebenszeit. Gepflegt wohnen.
Ich war heute wieder in einem Pflegeheim. Das ist noch ganz leer. Alles ist neu. Es ist erst eröffnet worden. Tagesstrukturierende Bereiche hat das. Ergotherapie eben. Neue, teure Möbel stehen überall. Das Personal scheint noch unverbraucht zu sein. Frisch gecastet.
Dienstag, Dezember 19, 2006
Bloggen ist schwieriger, als ich dachte.
Grad ist mir eine Seite abgestürzt. Nix Besonderes stand drin. Vielleicht wechsle ich den Psychiater wieder. Hab eine Komillitonin wiedergetroffen. In ihrer Praxis. In Ruhe. Schritt für Schritt. Tat gut, das Gesicht nach knapp zwanzig Jahren wieder zu sehen. Eine akademische Lehrpraxis hat sie jetzt. Dunkel ist es bei ihr. Viel Baum. Da helfen auch die roten Haare nichts. Vielleicht wechsle ich zu ihr. Vielleicht ähnle ich ihr zu sehr. Spiegelschau. Ich weiß nicht, was ich von ihr will. Ein bißchen Ruhe, ein bißchen Mitte vielleicht. Hab aber das Gefühl zu grimassieren und mich verstärkt zu kontrollieren, sobald ich an sie denke. Verrückt. In Ruhe. Schritt für Schritt. Hab nie groß mit ihr zu tun gehabt, weil ich im Saal war, während sie auf Station pfuschte. Vielleicht verwechsle ich sie auch. Ihre Tür ist schlimm. Nix Gummi, nix Öl. Die knallt ins Schloss. Und ihre Schwester braucht Stunden, um zu spritzen. Verdammt, mir ist plötzlich so einsam nach dem Hallo zwischen Tür und Angel. Als ob ich an mir selber vorbeigegangen bin.
Ergotherapie
Hab ihn vorhin beim Psychiater getroffen. Er geht zur Ergotherapie. Spaß macht es keinen, und freiwillig ist es auch nicht. Ein Praktikum zu machen, hat er keine Lust. Wahrscheinlich bekommt er einen Betreuer. Per Amtsgericht. Er will keinen Betreuer. Irgendwie kommt mir das alles bekannt vor. Nur dass ich Lust auf Praktika habe. Als ob Berufsunfähigkeitsrente und Betreuung in Deutschland eine Einheit bilden. Er hätte Angst. Über der Brust. Hab nicht weiter gefragt. Kinder hat er keine. Hab die Tür ins Schloss fallen lassen. Sie krachte laut. Bin erschrocken. Vielleicht wechsle ich zu ihr. Ich kenne sie irgendwie. Das Gesicht kommt mir bekannt vor. Als ob sie in meinem Studienjahr war. "Erster Privatknast", sagt Jump grad. Nina fragte, was mich an SWR3 fasziniert. Es ist ein Familienersatz. Für mich.
Sonntag, Dezember 17, 2006
Wut
Hab Wut auf alles und jeden, höre KaiKarsten und rechne mir die verbleibende Zeit vom Solarium bis zu Dieters Hallo gegen 17 Uhr aus. Bin müde. Blöde Bluterei. Ich wäre heute gern in die Sauna gegangen und bin wütend auf ihn. Auf ihn und auf Voyager. Hab selten so bescheuerte Mails bekommen wie die von Voyager zur Heimunterbringung. Eigentlich müsste mir klar sein, dass jemand, der Obdachlosenbetreuung gemacht hat, keine Ahnung vom Mobbing im vorstationären Bereich hat. Verdammt, warum ist das so schwer, sich vor "Rettern" zu schützen? Ein Job wär gut. Einer, der mich und meine Kinder finanziell absichert. Am liebsten einer in einer Redaktion. Bei der Sächsischen Zeitung zum Beispiel. Als Arzt zu arbeiten, hab ich nach dem bisherigen Kampf um die Approbation keine gesteigerte Lust mehr. Was nützt mir dieses ewige HinUndHer mit irre teuren Gutachten, die doch nur wieder bestätigen, dass ich den Job nicht mehr machen darf? Vielleicht ist das ja auch ein Geschenk. So klar zu erfahren, wie beschissen es sein muss, als Arzt zu arbeiten, braucht es vielleicht erst ein Gutachten. Ein Gutachten, das klärt, dass es offensichtlich keinen Markt gibt, der Arztsein regelt. Mich auf einem Markt durchzusetzen wäre vielleicht leichter als vor einem Gutachter. Da sind die Chancen realer. Die Interessen sind dann auch transparenter.
1., 2., 3.
Irgendwann wird alles gut. Heute basteln die Kinder mit ihrer Oma ein Lebkuchenhaus. Dieter hat seinen Brunch. Schön wär, wenn er seine Sachen hier danach abholt. Vielleicht maile ich ihm das so. Ein fremder Mann, der mal kurz durch mein Leben gestolpert ist und meinen Körper durcheinander gebracht hat. So durcheinander, dass er jetzt fast ständig blutet. Zu Weihnachten sehe ich Tim und Nina. Tim will ich ein Buch über Mediation schenken, Nina eins über die gelassene Art, Konflikte zu lösen. Ich lebe jeden Tag, als wäre es mein letzter. Zeitungschreiberei lebt ja auch davon, dass der Gedanke wahrscheinlich bald abreißt. Grad war André da. Er zieht um. Sein Bett ist schon fertig. Vielleicht feiert er ja auch mit seinem Kind. Die Sonne strahlt. Silvester will ich mit Tim zusammen sein. Bleigießen wäre schön. Vielleicht sogar zusammen mit Rosl und Werner.
Steuererklärung 2005
Die zweite SZ-Woche ist vorbei. Inzwischen stand mein Name mehrfach in der Zeitung. Ich könnte mich dran gewöhnen, ihn dort zu lesen. Fast als ob der Papierstapel Heimat wird. Weniger schön ist das Schreiben vom Finanzamt. Ich soll mein Einkommen 2005 präzisieren. Auf seinem hauseigenen Papier. Krankheit, Scheidung, Unterhalt und Berufsunfähigkeitsrente soll ich listen. Grund genug, mich sofort wieder im Weltweiten zu vergraben, ohne wieder aufzutauchen.
Der Counter-Service hat mich angemailt. Als ob ich den je bedienen konnte. Der Link ist zwar auf der Seite, aber genausogut könnte der zum CIA dort sein. Das würde mir genauso wenig nützen. Ich hab keine Ahnung, wie der Link funktioniert. Mittlerweile ist es mir auch egal, wie viele sich hierher verirren, nachdem sie durch Florida und Tibet gesurft sind. Es ist irgendeine virtuelle Besenkammer und nicht mehr. Mein eigentliches Leben spielt sich hier nicht ab. Es ist nur so eine Art Notizbuch. So für zwischendurch. Wer hier stöbert, wird sich sowieso nicht zurechtfinden. Es ist gedankenverworren wie meine Steuererklärung. Jaja, die Betreuungspflichtigen im fernen Deutschland.
Der Counter-Service hat mich angemailt. Als ob ich den je bedienen konnte. Der Link ist zwar auf der Seite, aber genausogut könnte der zum CIA dort sein. Das würde mir genauso wenig nützen. Ich hab keine Ahnung, wie der Link funktioniert. Mittlerweile ist es mir auch egal, wie viele sich hierher verirren, nachdem sie durch Florida und Tibet gesurft sind. Es ist irgendeine virtuelle Besenkammer und nicht mehr. Mein eigentliches Leben spielt sich hier nicht ab. Es ist nur so eine Art Notizbuch. So für zwischendurch. Wer hier stöbert, wird sich sowieso nicht zurechtfinden. Es ist gedankenverworren wie meine Steuererklärung. Jaja, die Betreuungspflichtigen im fernen Deutschland.
Samstag, Dezember 16, 2006
Sozialanwalt
Ich bin momentan scheinbar nicht in der Lage, Nina Unterhalt zu zahlen, trotzdem beansprucht die vom Gericht bestellte Betreuerin Gelder von mir. Ich wäre vermögend, sagt sie. Deshalb will ich den Unterhalt durch das Jugendamt neu berechnen lassen. Das geht auch ohne Sozialanwalt, hoffe ich.
Freitag, Dezember 15, 2006
Uwe
Heute früh wippte eine alte Frau in der Straßenbahn hin und her und rief: "Uwe!" Hab Gänsehaut bekommen und mich wippen sehen. Irgendwann kam eine, ihr die Mütze abnehmen. Wenn die ganze Welt verrückt ist, hilft manchmal nur noch Wippen und "Ulf!" schreien. "Uwe" hab ich noch nicht probiert. In der Bahn war es still, ein Baby grinste. Die Mütze hat sie sofort wieder gekriegt.
Donnerstag, Dezember 14, 2006
verrückt
Vorhin kam ich nicht ins Weltweite. André war da. Ich hätte ihn am liebsten rausgeschmissen, als er zu kommentieren anfing, was er sah, statt weiter zu schlafen. Lieber wär ich allein gewesen. Ohne ihn und seine bescheuerten Kommentare. Allein mit Radio. Hab sofort überlegt, warum ich wollte, dass er kommt. Sehnsucht nach Nähe oder irgendsowas Irrationales. Mehrere Stunden war das Internet weg. Nachher rufe ich bei Media Construct an. Bis Neun ist dort niemand erreichbar.
Dienstag, Dezember 12, 2006
Hab Lust, mich fallen zu lassen
Der Regen ist eisig. Der Schlaf klebt noch an den Lidern. Jeder Atemzug ein Stück Arbeit. Schlaf. Endlos langer Schlaf. Ohne zu überlegen, was gut tut oder nützt. Nur schlafen. Endlos lang. Weit weg von dem, was dich meint. Und dann irgendwas zu finden, woran du glauben kannst. Und wenn es der nächste Atemzug ist. Der Glaube daran, dass es sich lohnt, noch einmal Luft zu holen. Dass es sich lohnt, wach zu sein. Dabei zu sein. Mit allen Sinnen. Pflegeheim ist schlimm. Dornröschens hundertster. Dement. Gleichgültig. Gerade eben noch nicht tot.
Betreuer & Richter
Das ging damit los, dass ich eine Stalkingstrafanzeige gegen seine Neue machen wollte. Noch am selben Abend wurde ich zwangseingewiesen. Eine unheimliche Maschinerie. Wenig später setzte ein Richter eine Betreuerin ein, um mich gegen meinen Willen medikamentös behandeln zu lassen. Hab selten so viel Todesangst gespürt wie in den Tagen damals. Eigentlich wollte ich ein Baby. Egal von wem. Den Kontakt zu meinen Kindern und ein Baby. Deshalb die Stalkingstrafanzeige gegen die Neue. Inzwischen hat der Richter entschieden, dass die Betreuerin einen Heimvertrag über mich abschließen kann. Ein eigenartiger Staat. Manchmal wache ich heulend auf. Manchmal kommt mir das große Kotzen, wenn ich in den Spiegel schaue. Wie Freiheit riecht, weiß ich schon lange nicht mehr. Ich hätte genug Geld, um sie zu bezahlen, sagt die Betreuerin. Irgendwann kaufe ich mir einen neuen Pullover und Socken. Muss ja nicht gleich ein Urlaub mit meinen Kindern sein. Aber vor dem Pflegeheim habe ich Angst. Gestern war ich nach langer Zeit wieder drin. Die Heimleiterin stellte mehrere als dement vor. Zur Einweisungsprozedur befragt, zählte sie vergessenes Anziehen, Essen oder den atypischen Umgang mit den eigenen Ausscheidungen auf. Ich habe Angst, aus Armut im Heim zu landen, statt arbeiten zu können. Aber so viele Heime gibt es zum Glück nicht. Vielleicht gibt es ja doch noch irgendwas, um sich auf den nächsten Tag zu freuen. Die Kinder. Bin müde. Heute abend ist Ortsbeiratsitzung in Pieschen. Es geht um ein Schulungszentrum für Gesundheit und Sozialwesen. Ich erwarte nichts Gutes. Irgendwas zum unbegrenzten Kasernieren von Menschenmassen. Haushalten mit menschlicher Zeit.
Montag, Dezember 11, 2006
Angst
Ich habe immer öfter Existenzangst. Mein Konto rast gen Null. Angeblich gelte ich als vermögend. Es ist alles so perspektivlos. Ich weiß nicht, wie ich meine Existenz absichern kann. Immer öfter flüchte ich mich in Phantasiewelten, um nicht in diesem grellen Dunkel aufzuwachen. Jede Ablenkung ist mir recht. Ablenkung von diesem JederKannDichVergasenLassen-Modus. Mundtot zu sein und nicht mehr schreiben zu können, weil ich in irgendeinem Heim gelandet bin, ist der schlimmste Albtraum für mich.
Samstag, Dezember 09, 2006
Feinfrost
Klar muss entlüftet werden. Das war mir klar. Was mir nicht klar war, ist, wie schnell ein Raum auskühlt. Ich bin wütend. Verdammt, warum hab ich da nicht eher dran gedacht. So schön das Praktikum ist, so schwer ist es dadurch, Hilfe zu bekommen, wenn in der Wohnung was nicht klappt. Hab Martin, den Hausmeister, Dieter und André angesprochen. Mal sehn, wer mir tatsächlich hilft. Ich bin wütend. Dieter in seiner breitärschigen Ruhe, André oder der Hausmeister, der nicht mal ans Telefon geht und keinen Anrufbeantworter hat.
Besatzungsmacht
Es geht schon wieder los, ich fühle mich wie versteinert. Er sagt: "Es ist verständlich, wenn eine Mutter mit ihren leiblichen Kindern zusammenleben will." Liegt neben mir im Bett und spricht von einer Mutter. Er meinte mich. Meine Besatzungsmacht spricht mit mir. Wie immer Müll. Es fällt mir schwer, ihm zuzuhören. Alles wird symptomatisch neben ihm. Ich fühle mich nur noch als Syndrom. Trotzdem höre ich mich, wenn auch immer seltener ein IchLiebeDich sagen. Nachher gehen wir ein Kalkulationsprogramm durch. Eine Frau berechnet ihren Alltag. Schon um mit diesem permanenten Grinsen klarzukommen. Es gibt nur weniges, was mich so nervt wie dieses Grinsen und diese Sprüche über Normalität. Da nenne ich lieber jeden Massagestrahl im Whirlpool Markus Barsch und sieze mich. Will meine Betreuerin mich in den Selbstmord treiben, dass sie meinen Eltern die eventuell notwendige Heimeinweisung damit erklärt, dass ich auf irgendeinem Dach stehen könnte? Und wenn, wie viele hat sie schon so entsorgt in ihrem KleinAuschwitz? Geld ist wichtig. Dafür tut sie so ziemlich alles, das ist es, was ich von ihr bis jetzt weiß.
Freitag, Dezember 08, 2006
Schreibzwang
Es plätscherte wieder mal. Wort für Wort verrann. Konnte mich kaum noch erinnern. Eine Gedankenflut. Und mittenrein labert Lechler. Alles versandet, sobald er mich zuspammt. Und da hilft es nichts, ans Danach zu denken. Der Gedanke reißt ungeschrieben sofort ab. Abschalten zu können, ist wichtig. Allein zu sein und abzuschalten, bis der Schlaf kommt, statt Radio um Radio aufzudrehen, um durch den Einzelreiz nicht überrollt zu werden. Ich war heute dabei, als Thilo neben Katja wegschmolz. Das war das erste Mal, dass er mir nah war. Komisch, wie viel Abstand nötig ist, damit ich mich verlieren kann. Hab ihn gemocht in dem Moment. Sehr sogar. "Komme ich in deinen Erinnerungen auch vor", fragt Dieter grad. Bin müde. Der Barsch fehlt mir.
Donnerstag, Dezember 07, 2006
Sponti-Nostalgie
Weg isse. Eine halbe Woche Redaktion, und ich streiche jeden Satz dreimal, bevor er entsteht. Die Zeit tropft. Peter Ufer ist kleiner als ich, verheiratet und beneidenswert ausgeruht. Ich will auch irgendwann so gelangweilt jobben können. Immer zwei drei Schmierenwitze auf den Lippen und zurückgelehnt, bis der Schlaf kommt. Barsch scheidet grad aus. Ein guter Mann. Scheiß-Haldol. Eine Stimme zum Wegschmelzen hat der. Besonders, wenn er Frust schiebt. Morgen hab ich meine zweite Begegnung. Außerdem geht mein erster Artikel jetzt (in Worten JETZT) gerade in den Druck. Ich werde gedruck. Es ist orgastisch. Dildomäßig. Galaktisch. Normal eben. Nunja. Ihr dürft mich lesen. Morgen interviewe ich eine Kräuterhändlerin.
Mittwoch, Dezember 06, 2006
Die hübsche Blonde
Seh grad im offline Modus Barsch. That´s the way where my heart goes, schmalzt eine hübsche Blonde aus dem Radio dazu. Manchmal überlege ich schon, ob die WLAN-Verbindung sicher ist. Barsch sehe ich gern. Hab jetzt seine Autogrammkarte im Kalender. Wenn es mal sehr chaotisch ist, grinse ich mich neben ihm frei. Und das ist es oft. Grad beim Dateiabgleich. Ich sollte gestern ernsthaft zwei Dateien per Hand abgleichen. Das war grad so wie Telefonbuch telefonisch redigieren. Ich dachte, ich werde blöde. Eine echte Praktikantenarbeit. Da tut das Barsch-Foto gut. Oder beim Sex. Wenn ich wieder mal das Gefühl hab, im falschen Bett zu liegen. Ein bißchen Barsch kurz vor der Ejakulation, und das ganze Miteinander bekommt einen historischen Touch, rückt weit weg und passiert gerade irgendwo anders. Das Foto ist schon gut. Fast so gut wie Sabines Grinsen. Das ist nur ein Hauch. So zwischendurch. Du kriegst es kaum mit.
Dienstag, Dezember 05, 2006
O-Ton
Hab Groke und Barsch verpasst. Barsch nur um Minuten. Stattdessen hab ich Dresdner O-Ton aufgetankt. Auf dem Markt und in der Eigentümerversammlung. Es lebt. Hab mich selten so sehr mittendrin gefühlt. Hab sogar das Wetter gespürt. Eigentlich ist das eine schöne Stadt. Das Schreiben ging wie von selbst. Aber das geht es ja immer. Ich würde gern schneller schreiben können, um weniger zu verpassen. Sabine ist zum Verlieben. Hab vorhin gesehen, dass sie DJV-Vorsitzende ist. Sie ist in Ordnung. Wenn die Ja sagt, meint sie auch Ja und nicht vielleicht. Das tut gut. SWR3 titelt grad 10,7 Mio von Armut bedroht. Wege sind Schritte. Ein Praktikum, ein Job und irgendwann ein sicheres Gehalt. Das alles bei einem Job, der Spaß macht. Ich will in den DJV eintreten. Mal sehn, was die nächsten Tage bringen. Nur um Geld zu verdienen, brauch ich keinem Richter mehr in den Arsch kriechen. Hoffe ich.
Sei schön, du wirst gesehn
Das Spiegelbild heute früh hat wieder mal Ruinencharme. Acht Stunden Schlaf. Ich verstehe nicht, wie es andere schaffen, schön zu sein, wenn sie leiden. Ich leide gerade wahnsinnig. Der Gerichtsbeschluss macht mir zu schaffen. Diese Hilflosigkeit. Auschwitzmäßig ist das. Einsam ist mir. Warum hat ein Richter das Recht, mein Leben mehrfach zu verpfuschen? Gedankenfreiheit, Meinungsfreiheit... Alles so schöne Worte, die einen faden Beigeschmack bekommen, wenn ich diesen Besserwessi erlebe. Ob Sibylle Berg auch einen Betreuer hat? Ich hab zugenommen. Dabei hab ich gestern außer Erbsensuppe kaum was gegessen, sondern im Gegenteil fast gehungert. Mehr Jogurth essen, grübel. Vielleicht ist Jogurth tatsächlich der Weg. Sei schön, du wirst gesehn.
Montag, Dezember 04, 2006
Lechler
Kaum schreibe ich über die B43, verschwindet sie aus den Unfallmeldungen. Stattdessen labert er nur noch über die A3. Zur halben Stunde taucht sie dann in einem Bündel von anderen Unfällen auf. Von Unfällen, die er so vorher überhaupt nicht gelistet hatte. Ein komischer Typ. Auf den möchte ich nicht angewiesen sein, wenn ich tatsächlich auf der Autobahn bin. Nicht auf den und nicht auf seine mit Bundesstraßeninformationen aufgemischten Verkehrsmeldungen. Bei dem Einzugsgebiet sind seine Zahlenspielereien Wahnsinn. Wahnsinn, der kostenintensiv werden kann. Und da steht meine eventuelle Heimeinweisung noch als geringster Posten zu Buche. Psychiatrie ist ja billig. Billig für den Staat. Auch wenn es der größte Kostenfaktor innerhalb der Gesundheitskosten ist. Aber was dieses Spielen mit Unfallmeldungen kostet, liegt garantiert drüber. Außerdem geht es da meist ums Leben und nicht nur um Lebenszeit. Es ist und bleibt Wahnsinn, damit zu spielen.
Ein anderes Lebensgefühl
Hab PSR an und rechne mit jeder Minute. Grad spielen Lukas und Schier KillingMeSoftly an, ich schminke mich vorm Spiegel und der nächste Unfall ist bei Salzaue. Kurz drauf gibt es eine vorweihnachtliche Familienzusammenführung. Und keiner da, mit dem ich über Zufälle lachen kann. Ein anderes Lebensgefühl. Hab gestern über Tim Auer erzählt. Über sein ÜberallStinktEsNachKerosin nicht. Nur darüber, dass er in Peking war. Ich freu mich auf´s Praktikum. Endlich Stories ausschlachten zu können. Stories, die zufällig auf der selben Zeitungsseite stehen. Wie die Story von Claudies Familie, die plötzlich in mein Leben reingebrochen ist. Wie eine Naturkatastrophe.
Sonntag, Dezember 03, 2006
Und die Mailbox bleibt leer
Es ist Ruhe eingezogen. Online. Morgen beginnt das Praktikum. Bin müde und gleichzeitig aufgewühlt. Ein Vierteljahr. Hab den Fitnessvertrag verändert. Auf Sparflamme. Nur noch Sauna. Nix Yoga. Um Yoga tut es mir leid. Morgen beginnt auch der Englischkurs.Ich freu mich auf beides. Auf Praktikum und auf Englisch. Dieter tut mir gut. Sauna überhaupt. Er weiß die Massagestrahlzeiten so genau wie ich nur den SWR3Moderationsplan. Hoffentlich ist der Schnupfen ausgestanden.
Samstag, Dezember 02, 2006
Entgleisung
Alle sind krank. Blöder Infekt. Warme Sachen sind wichtig. Warme Sachen, die den Kindern gefallen. Und dabei diplomatisch zu bleiben, ist schwer. Ob das Liebe ist oder nur Kalkulation? Dieter tat mir gut. Vierzehn Uhr kommt er. Ohne zu fragen. Normal. Eigentlich normal. Hab Leberwurst gegessen. Tim ist ja nicht da. Entgleisung, grins. Beim Tango war ein Pärchen ganz verbittert. Tanzte perfekt, aber ohne Feuer. Ein anderes hat um jede Bewegung gestritten. Beim Streit zuzuschaun, war interessant. Ob die Bitterkeit aus dem Beobachtetwerden kam? Dass die beiden sich schon so lange anstarren lassen, dass nur noch Bitterkeit bleibt? Da war nichts mehr spontan. Alles war perfekt. Aber langweilig. Manchmal sehne ich mich nach der Langenweile. Überschaubar strukturierte Nähe. Kein Richter, der mich am liebsten ins Heim stecken würde, um seine Ruhe zu haben. Kein Ex, der sich zwischen mich und die Kinder stellt, um sich für die paar Glücksmomente, die sie ohne ihn haben könnten zu rächen. Obwohl so glücklich ist ein 50. Geburtstag auch nicht. Hab jetzt die Großeltern angerufen, dass die Kinder nicht genug warme Sachen haben. Großangriff. Eben Diplomatie. Bin immer noch müde.
Freitag, Dezember 01, 2006
Träumen, fürchten, lieben, vertrauen
Das Verrückteste, was mir passiert ist, war, Verkehrsmeldungen auf mich zu beziehen. Als ob ich den Hauch einer Chance hätte, so etwas Wirres wie eine Unfallmeldung zu beeinflussen. Zu akzeptieren, dass da scheinbar etwas mich meint, dass da scheinbar jemand Gott spielt, ich aber nichts daran ändern kann, war grad so, als ob ich stehenbleiben will, während der neben mir aus dem Fenster springt. Weiterzugehen ist der einzige Selbstschutz, der mir bleibt. Er wird nicht springen, und die Verkehrsmeldung wird nichts mit mir zu tun haben. Auch die nächste nicht. Die klingen bloß so komisch vertraut. Und dass sie vertraut klingen, ist Zufall. EsIstEklig. Zeitgleich und Zufall. Weit weg. Fast so weit weg wie der Neurochirurg damals. Dieter ähnelt Thomas immer weniger. Nur dieses Misstrauen, dieses ständige Misstrauen ist noch da. Diese Sehnsucht nach Distanz. Nach Freiheit. Alles ist so düster. So angstgetönt. Im Radio dudeln Liebeslieder. Hab gerade gebadet. 80%ig ist die Behinderung. Was haben andere, was mir fehlt? Angstfreiheit? Naivität? Lebensfreude? Ein eigenes Ziel? Einen Traum? Jugend? Halt? Nähe zu irgendetwas, was ihnen wirklich wichtig ist? Selbstverständlichkeit im Tun... Hab keine Verben im Moment. Versinke nur in Selbstmitleid. Ich fühle mich ausgebrannt. Dabei ist nichts weiter passiert. Groke hat einen Unfall auf der A63 gemeldet. Mehr war nicht. Und schon bricht mein ganzes Kartenhaus zusammen. Der ganze Altar ist in sich zusammengefallen. Der große Groke ist eben doch nicht mehr und nicht weniger als eine Radiostimme von vielen. Das Radio, das mit mir spricht. Es ist normal. Klar. Warum soll ausgerechnet bei dem nix passieren, was ich nicht... Was ich nicht was? Hab tatsächlich darauf gewartet, dass André sich rührt. Als ob er mir näher ist, sobald ich Angst um ihn habe. Ob Angst Perversion der Sehnsucht nach Nähe ist? Warum will der Richter mich im Heim unterbringen lassen? Will der mich überhaupt im Heim unterbringen? Was sieht der? Was befürchtet der? Spricht von seinem Job, um den er kämpfen musste, und setzt mich unter Druck. Ob der das oft macht? Vielleicht ist es das Bühnenmäßige, das mich an den Unfällen fasziniert. Plötzlich scheine ich wichtig zu sein. Mitten in meinem Beziehungswahn. Aber was für Beziehungen sind das überhaupt, die ich da wähne? Das IchHörDichUndFühleMichSoGeborgen,DassIchSicherFahre? Das DuWirstEsSchonSchaffen? Oder das AllesGeht? Wie lange trägt so eine Illusion?
Geduld
Du spürst es kaum: vergißt, lässt dich fallen, treibst, ohne Worte und träumst dich weit weg. Du suchst, bebst, ahnst ihn, voll Angst und Wut. Verlierst dich in ihm ganz, findest keinen Halt und bist allein. Jeder sieht es, denkst du. Du fällst ganz langsam ins Nichts. Ohne Liebe.
spontan & herzlich
naiv & warm. fast besoffen. ein bisschen verträumt und trotzdem wach. nah am wetter. verben wären gut, ich weiß. irgendwann fallen mir auch wieder verben ein.
Weihnachtsgeschichte
Hab vorhin PSR meine Weihnachtsgeschichte gemailt. Sie ist angekommen.
"2001 hatte ER einen Bandscheibenvorfall, wollte aber Sex von oben. Ich hatte Angst vor neurologischen Ausfällen, war mir nicht sicher und wollte deshalb mit meiner Freundin darüber reden. In dem Moment meinte Tim Wiese auf nrj DasIstAberEklig. Darauf meine Freundin Ja,DuHastRichtigGehört. Von dem Tag an beschlief sie meinen Mann. Als ich 2005 eine Strafanzeige wegen Stalking gegen sie auslösen wollte, wurde ich wegen Schizophrenie zwangseingewiesen. Die Ehe wurde kurz darauf geschieden. Männer kann ich inzwischen immer seltener ernst nehmen. Huchja, ein normales Gespräch mit der jetzigen Frau meines ExMannes hätte schon etwas Weihnachtliches."
"Die Frau ist immer noch toll", säuselte die Tücking grad auf SWR3. Toll. Natürlich schützt Öffentlichkeit eher als Zwangseinweisung.
"2001 hatte ER einen Bandscheibenvorfall, wollte aber Sex von oben. Ich hatte Angst vor neurologischen Ausfällen, war mir nicht sicher und wollte deshalb mit meiner Freundin darüber reden. In dem Moment meinte Tim Wiese auf nrj DasIstAberEklig. Darauf meine Freundin Ja,DuHastRichtigGehört. Von dem Tag an beschlief sie meinen Mann. Als ich 2005 eine Strafanzeige wegen Stalking gegen sie auslösen wollte, wurde ich wegen Schizophrenie zwangseingewiesen. Die Ehe wurde kurz darauf geschieden. Männer kann ich inzwischen immer seltener ernst nehmen. Huchja, ein normales Gespräch mit der jetzigen Frau meines ExMannes hätte schon etwas Weihnachtliches."
"Die Frau ist immer noch toll", säuselte die Tücking grad auf SWR3. Toll. Natürlich schützt Öffentlichkeit eher als Zwangseinweisung.
Aufenthaltsbestimmungsrecht
Sie wollte sie jederzeit unterbringen können. Ohne Gerichtsbeschluss. Auschwitzmäßig roch das. Sie hatte keine Zeit. Rein menschlich gesehen. Verdammt, ich will endlich mein eigenes Leben leben können. Ohne Betreuer. Ohne Gerichtsbeschluss. Scheißstaat.
Stalker
Frauen hatten seine Gefühle verletzt. Ließen sie sich nicht erpressen, resignierte er. Einsam und verletzt. Verdammt, ich bin immer noch wütend. Mit einer Seelenruhe erzählt der, dass er sein Kind nicht mehr sehen wird, nachdem ich stundenlang wegen ihm meine eigenen Kinder weniger gesehen hatte als ihn. Warum denke ich überhaupt noch an ihn? Ist doch schade um meine Zeit. Ein konzeptionsloser Idiot ohne Struktur, der unter akutem Magnesiummangel leidet, den Mangel aber nur als Gefühlschaos auslebt und alles und jeden stalkt, statt seinen Stoffwechsel auf Vordermann zu bringen. Nur nicht sein Arzt sein müssen. Vorgestern kletterte er aus meinem Badfenster, um nach Satellitenschüsselpositionen zu schauen. Bin weggegangen, um nicht zusehen zu müssen, wenn er ausrutscht. Mir ist zum Ersticken neben ihm. Gleichgültigkeit wär schön. Grenzenlose Gleichgültigkeit. Es ist schade um die Zeit, die ich an ihn denke. Der agiert wie ein Idiot. Jede Aktion konfus, jede Entscheidung ein Griff ins Klo. Nur nicht durch ihn erpressbar sein, grusel.
Donnerstag, November 30, 2006
Wühltisch-Euphorie
Plötzlich geht alles. Jeder Link wird zur Einladung. Fast ist es schade, dass das Praktikum am Montag beginnt. Meditiere gerade über Stalking. Ob Groke Kinder hat? Hab mal gehört, wie er mit einem Teenie geschwatzt hat. Das tat gut. Fast so gut wie LeberwurstStulleEssen,OhneSofortAnTimDenkenZuMüssen. Ich hab tatsächlich zwei Leberwurststullen gegessen. Mit Genuss. Emails, die den Anderen zwingen, seinen Lebensrhythmus zu ändern, gelten als Stalking. Hab Rike mehrfach gemailt. Quatsch. Egal. Ich denke, wenn jemand etwas als Stalking einordnet, verbalisiert er das auch. Gestern hab ich meine ExChefin in der Straßenbahn getroffen. Die Hände waren so warm wie immer. Sagenhaft warm. Und die Augen leuchteten. Irgendwas war anders. Ein Lidstrich oder so. Sie sah anders aus als sonst. Irgendwie jünger. Auf jeden Fall ausgeruht. Die Riehnsche fehlt mir. Schade, dass sie tot ist. Fünfzig wäre sie jetzt. IchWillDochNurInRuheArbeiten hat sie mal gejammert, als ich ihr GutenTag gesagt hatte. Ich war selten so weit weg. Hab mich danach nicht mehr getraut, sie anzusprechen, bis sie mit Schlaganfall in der Klinik lag. Auf das SieWillIhreRuheHaben ihres Mannes hab ich mir dann jeden Anruf verkniffen. Ob das gut war, weiß ich nicht. Das Leben hat sie sich trotzdem genommen. Hab oft gegrübelt, was sie jetzt grad machen würde, wenn sie an meiner Stelle wär. Salsa oder Tango? In Ruhe, grins. Manchmal war sie verblüffend schön. Wenn sie tatsächlich mal in den Spiegel geschaut hatte. Aber das passierte selten. Die schnarrende Stimme war einmalig. Und jetzt gibt es von ihr nur noch den Link. Und ein paar Erinnerungen.
WLAN
Hab jetzt endlich DSL. Plötzlich ist die Wohnung dunkler. Erstaunlich. SWR3 aus dem Leptop und eine Rechnung, die überschaubarer werden wird. 16 Euro im Monat. Dazu hab ich ISDN abgemeldet. Analog genügt inzwischen. Komisch, dass das jetzt so dunkel ist. Halb fünf. Bin noch wie betäubt. Eigentlich wollte ich ins Fitnesscenter, sitze aber wie hypnotisiert vor dem Monitor. Verrückt. Nachher kommt Dieter. Morgen haben die Kinder frei. Es ist, als ob ich das jetzt erst alles sehe. Ich habe DSL. Ich merke jetzt erst, wie sehr es mir gefehlt hat.
Mittwoch, November 29, 2006
MAXXonair
Vielleicht komme ich damit ins Weltweite und kann damit SWR3 hören, ohne auf die Uhr zu schauen. In drei Monaten scheint das Gebiet erschlossen zu sein. Bis dahin mache ich bei der Sächsischen Zeitung Praktikum. Eine Satellitenschüssel lohnt inzwischen nicht. Eher eine Überbrückung mit einem anderen WLAN-Anbieter. Vielleicht hat Versatel auch bis dahin ein interessantes Angebot. Hab vorhin eine monatliche Abbuchung zuordnen können. Es ist eine Zahnzusatzversicherung. Vielleicht mache ich der demnächst eine Kostenzusammenstellung zu erbrachten Leistungen mit der Bitte um Kostenübernahme. Es war wie Weihnachten, als mir der Zettel in die Hände kam. Bis dahin dachte ich, das ist Kabel Deutschland. Enviva oder so heißen die. Es war aufregend.
Kreisch,
Es ist wahr: Er ist fett geworden. Der Traum meiner schlaflosen Nächte hat die Konfektionsgröße 52 hinter sich gelassen. Stefan Hoyer. Ernüchternd ist das. Aber manchmal ist Fettwerden ja auch Notwehr. Wer weiß, wie viel Welt er inzwischen retten musste. Mir ist einsam. Nachher schau ich mir eine Dachwohnung an. Düster genug ist der Tag ja, um zu vergleichen, was drei Meter Höhenunterschied tatsächlich ausmachen. Vielleicht gehe ich dann auch auf UMTS über, um mich ins Weltweite einzuchecken. Ab Montag mache ich in der Sächsischen Zeitung Praktikum. Mal sehen, wie das meine Heiz- und Internetkosten drosselt. Finde grad nichts Vorzeigbares von Peter Ufer. Google scheint nicht sein wichtigster Gegenüber zu sein. Die Lokalredaktion jedenfalls hab ich mir ausgesucht. Warm, trocken und hell in der sechsten Etage. Das lässt sich merken. Bis Montag. Essen gibt es auch gleich im Haus. Bleibt nur noch das Placet der Sächsischen Ärzteversorgung, um durchstarten zu können. Es wird weihnachtlich. Aber dass der Hoyer fett geworden ist, ist schlimm. Was haben die bloß mit dem gemacht? Zerliebt sieht der aus, kreisch.
Fun, Fun, Fun
Bühne frei... Kaum habe ich einen Sender für mich entdeckt, profiliert der sich mit Unfallmeldungen. Irgendwann kommen die dann zu Festzeiten. Beim SWR3 ist das ein bis zweimal stündlich, beim PSR habe ich noch keine Regel entdeckt. Wenigstens nennt der PSR erst die Orte, zwischen denen es gekracht hat und nicht swr3-überflügmäßig primär die Straßennummer. Dann meinte wirklich alles mich. Wie der NIMDA-Angriff am 11.9.01, als plötzlich aol.exe-Attachments in meiner Mailbox auftauchten, während mehrere amerikanische Flugzeuge ihre Route unabhängig vom Flugplan änderten. Hab erst an verrücktgewordene Autopiloten gedacht und seitenweise eine österreichische Notenlehre kopiert. Dann habe ich mir gesagt, dass ein Flugzeug eine Institution ist, die nix mit AOL zu tun hat. Genauso wenig wie das Mautsystem mit deutschen Unfallmeldungen. Funk ist Funk ist Funk. In ein paar Wochen agiere ich auch kabelfrei. Mal sehen, wie sich die Schwindelanfälle dann anfühlen. Im Saal war ja Kabelfreiheit DAS Stigma. Abgesehen vom Pieper ging da nix. Lange her. Mehr als neun Jahre inzwischen.
Sonntag, November 26, 2006
Bilder hochladen

Ich glaube, jetzt habe ich den Bogen raus. Hier ein Foto von Weihnachten 2004. Kurz vor der Tsunami-Nachricht. Danach stimmte nichts mehr. Es war, als ob alles mich meinte. Die ganze Welle. Ich hatte das Gefühl zu zerbrechen. Als ob irgendwas handgemacht war an dieser Welle. Ein Aufeinandertreffen komischer, brennstabbestückter Vögel. Irgendwelcher Drachensegler, die es krachen lassen wollten. Und ich nicht in der Lage, irgendwas daran zu ändern. Bin zerbrochen daran. Es war Wahnsinn. Den Rest gab mir dann noch der Hubschrauberabsturz in Thalheim wenige Tage später, als ich grad zwischen dem Ministerium des Innern und dem Büro des Deutschen Journalistenverbandes pendelte. Es war so fremdbestimmt wie selten. Dieses DasIstAllesSoWeitWeg funktionierte plötzlich nicht mehr. Mein Fell war zu dünn geworden. Zu dünn, um mich effektiv zurückziehen zu können.
Kochen

Immer wieder die gleiche Bettelei: Worauf habt ihr Appetit? Ist es OK, wenn ich für euch koche? Kaum ist Er aus dem Haus, geht es wieder los. Alles ist offen, nichts von vornherein klar. Hab Lust, mich zu verkriechen, aber weiß nicht, wohin. Irgendwelche exotischen Rezepte hochzujubeln, macht mir keinen Spaß. Kochen selbst eigentlich auch nicht. Wahrscheinlich ist das nicht zu übersehen. Blöder Husten. Hab meine DSL-Versuche durchgeschaut. MAXXonair scheint der mit Abstand erfolgversprechendste zu sein. OpenEnd online sein zu können, wär schön. Grad das Blasten tut mir gut. Und das Googeln. An vieles hab ich mich einfach gewöhnt. Wie an den wöchentlichen Yogakurs. Ohne fehlt mit was. Mal sehen, ob sich die jpeg-Datei hochladen lässt. Das war unser erster Urlaub. Paddeln. Vor uns zwei Übereifrige. Ich war quietschsauer. Als ob die Zeit lief. Den anderen Beiden konnte es nicht schnell genug gehen, die hatten sich wahrscheinlich miteinander gelangweilt.
Tja, Bilder wären gut.
Der Blog spricht mit mir: Die nachfolgenden Images wurden nicht hochgeladen. Immerhin ein Feedback. Ausgerechnet das Bild auf der Wippe aus einer Zeit, in der ich ganz unten war. Ganz unten, aber glücklich. Ich hatte wieder mal überlebt. Irgendeine Bagatelle, die plötzlich zum E-Fall geworden war. Eine stielgedrehte Zyste. Eigentlich anfangs nichts weiter als ein verklemmter Pups, aber plötzlich ein kindskopfgroßes Etwas im Bauch. Das Foto ist ganz nett. So als ob es sich gelohnt hatte zu bleiben. Huchja. Ist sowieso schon lange her. Mehr als zwanzig Jahre. Grund genug, verklärt nostalgisch zu labern. Die nachfolgenden Images wurden nicht hochgeladen. Was mich nach wie vor verunsichert, ist die Ähnlichkeit meines Neffen mit meinem Sohn. Also: Der Nichtzusehende ist nicht mein Sohn. So viel zum Bloggen heute. Ich versuche ein bißchen offline zu leben.
Mittwoch, November 22, 2006
Familie
Er will etwas erreichen, glaube ich. Irgendwas Wichtiges. Die Ringelstrumpfhosen zum Minirock sind es nicht. Die will er nicht tragen. Er hat Größeres vor. Sex mit der Schwiegermutter. Nachdem die Mutter seines Kindes ihn nicht erhört hat. Irgendwie muss es weitergehen, er sei verzweifelt. Mein Scanner ist schlecht. Die Bilder sind unscharf, außerdem kriege ich keine jpg-Dateien zustande. Mir ist einsam. Wenn wenigstens der gem-BA-Chef dem Ärztekammerpräsidenten schon geantwortet hätte, damit ich den Artikel schreiben kann... Es ist alles so verfahren. Nichts geht. Nur warten. Und schlafen. Grau in Grau.
Dienstag, November 21, 2006
Tja,
so ist das eben: Wo es still ist, bleibt es still. Der Charme der Unberührtheit hat schon was. Hab grad beschlossen, in meinem nächsten Leben ein rosa Hochzeitskleid beim Inder zu ordern. Ohne lila Reißverschluss und rückenfrei. Der Auserwählte muss nicht unbedingt die Traummaße 92-10-42 haben. Aber die 10 Mio wären nicht unbedingt ein Trennungsgrund. Jedenfalls nicht sofort. Vielleicht genügen tatsächlich die 42 Grad Fieber bei 92 Jahren. Astrid ist wirklich gut. Dass ich nicht selbst drauf gekommen bin, ist der einzige Makel, den die Idee hat. Der Benefit ist jedenfalls nachhaltiger als beim steifen Hals nach Mango-Ingestion. Vielleicht schaffe ich es ja auch, die Approbation wiederzukriegen. Irgendwie geht es immer weiter. In Ruhe. Und ohne zudringliche Nächstenliebe.
Montag, November 20, 2006
Liebe Freunde des erweiterten Selbstgesprächs,
Sie frequentieren die Zone des blinden Vertrauens. Alles, was Sie hier lesen, wurde tatsächlich irgendwann von irgendjemandem geschrieben. Es handelt sich also um angewandte Software mit sämtlichen Risiken, die das Nachnutzen von Vorgedachtem mit sich bringt. Herzlich Willkommen. Lassen Sie sich fallen, und vertrauen Sie darauf, dass es irgendjemand merkt. Hauchen Sie leise ein HiTraffic und fühlen Sie die Wärme menschlicher Nähe in Ihrer linken Hosentasche, sobald Sie in Ihr vorgematschtes Taschentuch greifen. Ja, es rührt an, diese Software. Es ist gelebte Zeit. Sind Ihre Füße warm, oder wollen Sie vielleicht doch noch vorher auf´s Klo? Es werden Zeiten kommen, die Ihnen nicht mehr die freie Wahl lassen. Zeiten, in denen Sie zu Ihrem Schnupftuch greifen müssen, um sich selbst zu spüren. Kurz nachdem die letzte IhrPostingKonnteInDiesemWertvollenBlogLeiderNichtVeröffentlichtWerden,UmIhnNichtZuBeschmutzen-Meldung an Sie erfolgt ist und Sie in schamroter Wut zurückgelassen hat. Nein, Sie sind nicht der Erste, aber mit Sicherheit der Letzte, der es versucht hat, in MEINEM Blog zu posten. Dies ist ein erweitertes Selbstgespräch, und Sie sind nichts weiter als ein zufälliger Passant.
Bitte weiterzappen
Hab heute meinen peinlichen Tag. Bitte weiterzappen, oder ich werde peinlich. Verdammt, noch drei Tage bis Mittwoch und vier bis zum Gerichtstermin. Warum ist das alles so zäh. Warum hat der immer so kalte Hände, warum ist der Husten so trocken? Warum trinkt der nicht einfach heiße Brühe? Warum bin ich nicht bei ihm? Warum ist er nicht glücklich? Oder ist er vielleicht glücklich, und ich merke es bloß nicht? Jetzt bei ihm zu sein, ohne nur wichtig zu schweigen, wär schön. Ihn zuzuspammen mit jedem einzelnen Gedanken. Grad so, wie es fließt. Oder denke ich plötzlich nicht mehr, sobald ich ihn sehe? Ihn zu streicheln tut gut. Mutter zu sein überhaupt. Ich will, dass der Raum um ihn herum warm ist. Egal wie lange ich dazu schweigen muss. Hab Lust zu wissen, wovon er träumt. Grad wenn er bellt. Ein Gedankentagebuch WasDenkeIchBeimBellen... Karin schaute mich nur mitleidig an. Der Blick war schlimm. Dieser Na,Kleines,NichtMalDasGeht?-Blick. Hypnose lernen und nicht mal Husten covern zu können. Peinlich. Aber jetzt gibt es ja Superman. Der Hauptkommissar wird schon machen. Mir ist kalt.
Er war da
Deus ex machina. Was für ein Auftritt. Plötzlich war er da. Ich wär fast im Fernseher gelandet ohne ihn. Nicht im Fernsehen. Eher glasbestückt gleich neben dem Sofa. Hab ihn gleich mit den reichhaltigen Tiefs meiner letzten Stunden konfrontiert. Außerdem mit dem Blog. Und das Schlimmste, was passieren konnte, ist passiert: Der Kerl stottert plötzlich. Mir ist zum Schreien. Ein bißchen Text, und plötzlich spricht Superman staccato. Ich liebe ihn. Glaube ich. Das ging alles so schnell. So urgent-emergent-mäßig. Mir wird schon wieder nostalgisch. Sogar Schwarzenegger brummt leise mit. Aber vielleicht ist das ja alles nur ein Trick, und der stottert mit Absicht. Zutrauen würde ich ihm alles. Das ist grad so, als ob ein bißchen Gert in ihm steckt. Egal, bewerben ist wichtig. Und einen sinnvoll strukturierten Text zu schreiben. Irgendwas Weltbewegendes. Etwas, was gebraucht wird. Die Äpfel schmecken wirklich gut. Hab ihm einen Sack voll mitgegeben. Ohne vorher zu kosten. Die schmecken besser als meine Fischsuppe, resignier. Donnerstag ist Gerichtstermin. Vielleicht kommt er mit.
Sonntag, November 19, 2006
Frosteinbruch
Und er ging. Mit großer Geste. Er liebte. Große Gesten zumindest. Letzte Nacht hatte ich ihn in mir und Barsch im Ohr. Ich war selten so durcheinander. Nicht mal Blähungen konnte ich mehr kontrollieren. So viel Aufregungen in meinem großartigen Leben. Jetzt ist er gegangen. Für immer, scheint es. Alles war so wichtig. Für ihn. Meine Blähungen sind weg. Gestern dachte ich noch, ich muss sterben. Irgendwo in der Gosse. An im Dünndarm verklemmten Winden. Ileusmäßig. Hab dann in den Beckenboden geatmet und alles an chinesischem Rückenschulenwissen mobilisiert, was im Gehen abrufbar war, mich dramatisch im Nachtwind gekrümmt und den Rest der Nacht Luft abgelassen. Inzwischen ist er gegangen. Er hatte Großes vor, glaube ich. Die wahre Liebe. Jetzt lässt das Frösteln allmählich nach. Die Heizung ist gut. Hab sie auf Maximum gestellt. Die Gänsehaut ist auch nicht mehr zu sehen. Alles war nur ein kurzer Schauer. Vielleicht war das auch nur der Kommentar des großen Unsichtbaren zu meinem DuRedestWieEinGeradeNochNichtGestorbener zu meinem Vater. FragDochDenHauptkommissar, ist seit gestern Vaters Standardantwort. Es wird nett. Ich seh mich schon im erweiterten Familienkreis Hirschgulasch hinterwürgen. Freundlich grinsend einander zunicken und mit Thüringer Klößen den Schlund verkleistern. Der Hauptkommissar kennt meinen Blog noch nicht. Den kennt nur Stoppel. Aber der hat sich ja vor ein paar Minuten mit großer Geste aus meinem Leben verabschiedet. Heinrich VIII. war gründlicher. Eigentlich habe ich Glück. Einmal Türenknallen hat ihm gereicht. Ich hab damals eine Stereoanlage, Martins Lieblingsstück, in den Container schmeißen und das Schnupftuch der Neuen mit Hylotox desinfizieren müssen, um nicht zu ersticken. Die Blähungen sind weg. Immerhin. Wenn ich nicht so müde wäre, würde ich jetzt Fischsuppe kochen. Aber für die Suppe ist es jetzt sowieso noch zu früh. Der Lachs würde zerfallen. Erst wollte ich Rotbarschfilet nehmen. Aber bei Lachs bin ich mir sicherer, dass keine Gräte mehr drin ist. Aldi macht´s möglich. Hab ihn im Whirlpool kennengelernt, ihn gesehen, mich sortiert und beschlossen, ihn anzubaggern. Die Schreibblockade seitdem war zwar ein Hammer, aber allmählich finde ich auch wieder Worte, ohne sofort zu stolpern. Der Massagestrahl ist auf die Dauer verdammt hart, wenn frau sich nicht treiben lässt, wusste er. Eine Feldstudie war das wahrscheinlich. Der hockt dort Woche für Woche und vergleicht. Gründlich scheint er zu sein.
Freitag, November 17, 2006
Prophylaxe statt eugener Zuchtwahl
Wache grad mitten in der Nacht auf, höre Barsch und denke an Rike. Hab eine Dachzeile, die greifen müsste. Populistisch genug ist sie hoffentlich. So populistisch, dass sie eine möglichst frühzeitig einsetzende Diabetes-Therapie in der Schwangerschaft hoffentlich beschleunigt.
1. Welche Rolle spielten die deutschen Krankenkassen bei der eugenen Zuchtwahl des dritten Reiches?
2. Wie ist die Einweisungspraxis in deutsche Hospize?
OK, schlüssig genug ist es nicht. Aber Grund genug aufzuwachen, um den oralen Glukosetoleranztest zu promoten. Verdammt, ich höre Barsch und schmelze weg. Alles weg. Tja, dann war´s wohl auch vorher nix. Das kindliche Outcome mit eugener Zuchtwahl durch Therapieunterlassung zu vergleichen, geht wahrscheinlich schief. In Ruhe. Vielleicht findet sich ja doch das eine oder andere Kind, das primär im Hospiz landete. Das als Einzelfall zu beschreiben, wär´s. Dann wär die ganze Studie für das Pilotprojekt zur Früherkennung des Gestationsdiabetes überflüssig. Aber in welchem Hospiz finde ich den Zwerg? Mir ist schon wieder wohler. Albtraummäßig war der Druck vorhin noch. Gute Nacht, Deutschland. Ich geh schlafen. Es ist wie in alten Zeiten: Ich spuke nachts durch die Wohnung, aber die entscheidende Idee bleibt aus. Nix Dachzeile mehr, nur noch feuchte Hose beim Gedanken an Barsch. Blöder Endorphinspiegel. Verlieben ist toxisch. Hoffentlich reicht das bißchen Barsch, um nett zu träumen. Das Radio muss ich wieder ausschalten, das wird bei Webradio sonst zu teuer. Zumal bei ISDN. Eine Email an Rike mit dem Extrakt ist wahrscheinlich auch noch zu früh. Bin noch zu chaotisch.
1. Welche Rolle spielten die deutschen Krankenkassen bei der eugenen Zuchtwahl des dritten Reiches?
2. Wie ist die Einweisungspraxis in deutsche Hospize?
OK, schlüssig genug ist es nicht. Aber Grund genug aufzuwachen, um den oralen Glukosetoleranztest zu promoten. Verdammt, ich höre Barsch und schmelze weg. Alles weg. Tja, dann war´s wohl auch vorher nix. Das kindliche Outcome mit eugener Zuchtwahl durch Therapieunterlassung zu vergleichen, geht wahrscheinlich schief. In Ruhe. Vielleicht findet sich ja doch das eine oder andere Kind, das primär im Hospiz landete. Das als Einzelfall zu beschreiben, wär´s. Dann wär die ganze Studie für das Pilotprojekt zur Früherkennung des Gestationsdiabetes überflüssig. Aber in welchem Hospiz finde ich den Zwerg? Mir ist schon wieder wohler. Albtraummäßig war der Druck vorhin noch. Gute Nacht, Deutschland. Ich geh schlafen. Es ist wie in alten Zeiten: Ich spuke nachts durch die Wohnung, aber die entscheidende Idee bleibt aus. Nix Dachzeile mehr, nur noch feuchte Hose beim Gedanken an Barsch. Blöder Endorphinspiegel. Verlieben ist toxisch. Hoffentlich reicht das bißchen Barsch, um nett zu träumen. Das Radio muss ich wieder ausschalten, das wird bei Webradio sonst zu teuer. Zumal bei ISDN. Eine Email an Rike mit dem Extrakt ist wahrscheinlich auch noch zu früh. Bin noch zu chaotisch.
Donnerstag, November 16, 2006
Emailadressen der Ressortleiter der Redaktionen
Sächsische Zeitung, Klappe II. Ich stolpere wieder über so ein grusliges Emailprogramm. Eins ohne Ablage. Eins, das Text umformatiert zu Schüttgut. Es ist kein Text mehr. Nur noch Masse. Und dazu eine Masse ohne Ablage. Ich maile denen, dass ich den Rest meines Lebens mit denen zubringen will und habe nichts in der Hand. Keine Kopie. Nichts. Und das, obwohl ich dran geglaubt hatte, dass sie freie Mitarbeiter suchen. Aber eigentlich brauchen die eher einen Webmaster. Jedenfalls für ihr Emailprogramm. Verdammt, nirgendwo stehen die Telefonnummern der Ressortleiter. Vielleicht gehe ich über die Telefonzentrale. GutenTag,IchWüssteGern,WasFürRedaktionenSieHaben.NennenSieMirBitte SämtlicheTelefonnummern. Es wird nett. Anja Otto hat auf SWR3 heute was gewonnen. Zufall. Irgendwann finde ich sämtliche Telefonnummern der SZ-Redaktionen. Vielleicht sogar über Google. Ich liebe Google. Für den vollständigeren Genuss vorher noch der Link zum SZ-Mailsystem: http://www.sz-online.de/interaktiv/mailanszo/ Ich kenne nichts Diskriminierenderes als diese Mailboxfunktion.
Zwangsjackenhalitose
Es gibt nichts Knebelnderes als zwei poppende Fliegen auf der nichtangeschlossenen Maus. Abgesehen von Zwangsjackenhalitose. Resp. Reufsteck, wenn er über Erfolg spricht. Legt einen Titel von Sarah C. auf und spricht von Erfolg. Da bleibt jede Idee ungedacht. Eben Zwangsjackenhalitose. Also Reufsteck. Ogott, warum nervt mich das so? Plötzlich über Gefallen on top nachdenken zu müssen, ist Stress. Und dann noch diesen ExKrankenhausfunkGuido dazu. Warum tu ich mir den an? Bloß, um zu merken, dass ich Quote genieße? Jetzt wechselt die Stimme. Siehe da: Es ist 12 Uhr. Alles vorbei, alles wird gut. NehmenSieMit,WasSieKriegenKönnen, säuselt die jetzt belegt. Die Knetsch-Stimme laut Moderationsplan. Aber die ist nicht so markant, dass ich sie sofort voen der Reufsteck-Knödelei abgrenzen können muss. Jetzt legt der auch noch Crazy auf. Das Franz-Lieblingslied. Nachdem Franz mir erklärt hat, dass ich nur den Chat mit ihm brauche, um Internet ausreichend auszulasten. Und ich? Ich höre schon wieder seit Stunden SWR3 und fülle diesen Blog, den sowieso niemand liest. Wahnsinn. Hier zu wettern ist sinnlos. Nein, nicht sinnlos. Mir geht es danach besser. Ich ersticke nicht ganz so schnell. Bei www.werweisswas.de habe ich nur den Chat, aber nicht das Forum. Sarah C. ist erfolgreich... Zwangsjackenhalitose.
Sächsische Zeitung
Jaja, Traum und Wirklichkeit sind oft nur einen Link weit voneinander entfernt. Über Groke Bloggen und bei der SZ wegen einem Praktikum nachfragen. Hab grad mit Iris Schawohl von der SZ telefoniert: Ein Praktikum erscheint ihr nicht sinnvoll, eher freie Mitarbeiterschaft. Ich soll mich bei den Ressortleitern der einzelnen Redaktionen melden. Ich will! Ich will mich da melden. Wellness-Themen zum Beispiel könnte ich bearbeiten. Funktionskleidung und Pheromonspiegel, grübel. Hautdurchblutung und Erektion. Irgendsowas Randständiges, was eh überlesen wird für die hinterletzte Spalte. In Ruhe. Alles wird gut. Schritt für Schritt. Vielleicht kommt noch eine TED-Umfrage zur weiblichen Spontanejakulation dazu. Irgendwas Seriöses eben. Bin schon so durcheinander, dass ich die benutzte Kaffeetasse in den Kühlschrank stellen will. So viel zum Wollen und Können. Mal sehn, die haben ja ein bestimmtes Profil. Ich kann also nicht Spontanejakulation in die Überschrift bringen. Das muss dann irgendwo anders stehen. Irgendwie schlüssig, aber trotzdem nachhaltig. Lymphknotendrainage durch ganzheitliches Atmen oder so. Irgendwas halbwegs Hahnebüchenes. Heute hab ich das erste Mal gehört, dass die 1400 Polizisten statt Videoüberwachung bei dem Fußballspiel zwischen Union Berlin und Dynamo Dresden eingesetzt hatten. Das war ja fast intim. Pro Zuschauer ein Bodyguard oder so. Huchja, die Pheromone und die Funktionskleidung. Brainstorm unter Zeitdruck ist blöd. Am besten ich piesacke Martin Witt wegen DFG-Fördermitteln, statt einen Artikel zusammenzukrampfen. Mir ist schon wieder einsam. Vielleicht mache ich auch einfach nur eine virtuelle Sitverdammtwiewirdkomgeschrieben meiner Angebeteten und vergleiche die passageren Füllungszustände der Hautvenen. Ohmann. Es ist schon wieder so langweilig, dass ich fast verblöde. Verblöden beim SichSelberLesen ist so masochistisch. Fast so masochistisch wie ReufsteckHören. Der knödelt schon seit Stunden das Mikro zu. Jetzt fließt überhaupt nichts mehr. Ich denk das Leser mit. Verdammt, wie konnte mir das passieren. Einen Leser mitzudenken ist das Letzte. Das passiert mir in der Regel nur bei Groke. Und dann fange ich sofort an zu schleimen. Als ob das Schleimen irgendwas ändern würde. Peinlich. SZ. Irgendwann geht meine Mutter ans Telefon, hört den Anrufbeantworter ab und gibt mir die Telefonnummern der Ressortleiter der einzelnen Redaktionen durch, die angeblich alle im Impressum stehen, damit ich die mit meinem IchWillFürSieAlsFreierMitarbeiterArbeiten zumüllen kann. Ich seh jetzt schon die Überschrift „Leistenerosionen durch Sisal“. Huchja.
Mittwoch, November 15, 2006
Einsam ist das hier
Hab grad die Nachbarblogs angeschaut. Die sind erschütternd weit weg. Einer in China und einer in Florida. Da brauche ich mich nicht zu wundern, dass die Seite erst 95mal aufgerufen wurde. Das ist wie Warten in der Wüste auf Wasser. Idiotisch zu glauben, das Bloggen verbindet. Und Voyager hat mich vor Spammern gewarnt. Genauso gut hätte sie mich vor dem nächsten Buch von der Berg warnen können. Das kommt hier genauso wenig an. Mir ist zum Schreien. Nix los hier. Mir ist zum Umziehn. In irgendeine deutsche Domain, wo wenigstens ein Bruchteil der Leute, die sich auf die Seite verirren, deutsch können. Es ist zum Piepsen. Voyager lacht sich jetzt bestimmt ins Fäustchen.
Ich kann ohne dich nicht leben
...stand gestern in meinem Handy-Display. Erst war ich schockiert, dann hab ich überlegt, wen ich mit der Message schikanieren würde. Groke fiel mir auf Anhieb ein. Das genervte Gesicht beim Wegzappen würde ich schon gerne sehen. Huchja, hab heute meinen Tag der ausgeprägten Nächstenliebe. Gestern hatte ich Einsiedlerkrebs Kontakt, wenn auch großteils akustisch, zu mehr Männern als ich ohne Nachschwankung ertrage. Martin Witt hat keine Lust, mich als Doktorvater zu betreuen. Verdammt. Er sagt nicht mal, worüber er grad arbeitet. Seinen Stuhl bearbeitet er ganztags. Mehr weiß ich bis jetzt nicht. Und sein bestes Teil durchblutungstechnisch. Warum ist der so stur? Warum erzählt der auch nicht das winzigste Detail? Die Bücher, die ich von ihm rausgesucht hab, hat er angeblich alle nicht geschrieben. Sein Name wär häufig, sagt er. Anatomiebücher. Ich bin wütend wie lange nicht. Ich kann ohne dich nicht leben, hab ich ihm nicht entgegengefaucht. Aber viel fehlte nicht.
Dienstag, November 14, 2006
Chef vom Dienst
Das gab mal eine Zeit, da war ich so gut drauf, dass ich mich auch als Chef vom Dienst bei Welt der Wunder beworben hatte. Letztendlich wurde ein Praktikum draus. Mit einem Match um die stärkeren Nerven. 800 Euro hat er vorgestreckt für zwei Sendeminuten, die es dann so nie gab. Inzwischen erreiche ich ihn nicht mal per Mail. Wie sich Hass anfühlt, weiß ich inzwischen. Hab selten so viel Energie in zwei Minuten investiert.
Verzweiflung
Eigentlich geht es mir gut. Ich verdiene ein paar Euro und kaufe damit alles für eine Hühnerbrühe. Er wird gesund. Nicht ganz so schnell wie sonst. Aber gesund. Ein bißchen Heulen. Ein bißchen Selbstverachtung. Ein bißchen in die Ferne lieben und den Unsichtbaren anschreien. Dann kann der Tag beginnen.
Samstag, November 11, 2006
Er
Hab den Wecker auf 3:45 gestellt. Schon den zweiten Tag. Um keine Minute zu verpassen. Punkt vier läuft dann das Webradio, ich krieche unter die warme Decke, höre ihn und schlafe sofort ein. Glück kann so einfach sein. Fünf vor sechs wache ich dann auf, höre, wie er sich verabschiedet, hadere mit meinem Schicksal und stelle den PC aus. Schließlich habe ich nur ISDN und muss sparen. Das Leben ist hart. Aber wenigstens habe ich ihn allein verschlafen. Und irgendwie war er ja da. Das Groke. Manchmal schnappe ich ein paar Brocken auf und träume dann bunter. Ziemlich existentiell, ich weiß. Bunt zu träumen, ist existentiell. Grad an so grauen Tagen.
Cynetart
Das erste Mal, dass mir nicht gleich Klaus Nikolai über den Weg stolperte. Stattdessen jedes Exponat kryptisch wie nie. Nix erklärte sich selbst. Nirgendwo jemand, der ein Wort zu viel verlor. Nur diverse Flachbildschirme. Dazwischen dieverse Kameras. Und ich ohne Fernwehguru, aber zum Glück mit Nina. Tim hatte keine Lust auf FremdPC. Episode 1 aus http://www.inanimatealice.com/ hat mich angerührt. Mehrere Minuten. War verschwunden. Für Nina. Sie hatte mich gesucht. Bis sie selbst in die Story eintauchte. Die mit Abstand sympathischste Installation war die für Hände und Tinte http://thesystemis.com/drawnInstallation/: Du malst auf Papier, scannst das Gemalte, legst das Papier beiseite, bringst deine Hände ins Bild und bewegst so das Gemalte. Ein Hauch von Freiheit. Zumindest in der vierten Dimension. Ein winziges Gefühl von dem, was Zeit bedeuten könnte, vermittelt die Installation. Grad wie eine Groke-Zeitansage.
Lust
er ist glücklich, sagt er. keine ahnung warum er mir das immer wieder sagen muss, sobald er mich sieht. und wie toll sie ist. bin ich sein arzt? hab keine lust seinen tüv zu machen. warum erzählt er mir, dass es ihm gut geht? seh ich aus, als ob ich das wissen muss? langsam kann ich eine strichliste machen: er ist immer noch glücklich. vielleicht am besten tabellarisch, damit ich ihn besser von den anderen noch glücklichen unterscheiden kann. aber warum die augen dabei so rot sein müssen, kapiere ich nicht. macht glück die augen rot? und warum muss ich mich dazu umarmen lassen? kann der seine sehnsucht nach nähe nicht woanders entsorgen?
Freitag, November 10, 2006
Sehnsucht
Mich zerreißt es schon wieder vor Fernweh. Wie jedes Jahr zur Cynetart. Das sind die Tage im Jahr, an denen ich gern mein Wachsfigurenkabinett beleben würde. Einmal den Namen angeklickt, müsste derjenige welcher sofort da sein und die virtuellen Landschaften mit mir begehen. Vielleicht kommen meine Kinder morgen mit.
http://www.kunsthausdresden.de/
http://www.medienkulturzentrum.de/
http://www.culturall.de/?http://www.culturall.de/kultur/dresden/festival/cynetart/cynetart.html
http://www.kunsthausdresden.de/
http://www.medienkulturzentrum.de/
http://www.culturall.de/?http://www.culturall.de/kultur/dresden/festival/cynetart/cynetart.html
Hypertext
Jetzt ist der Blog so groß geworden, das Blättern Mühe macht. Hypertext wär gut. So was MindMappingArtiges. Alvar fehlt mir. Alvar Freude und seine Software.
Doktorarbeit & Vorlesung
Allmählich sehe ich Licht am Ende des Tunnels: Hab das Vorlesungsverzeichnis des Uniklinikums Im Internet gefunden. Nicht allein, aber immerhin. Zwar ist der nur bis heute, aber der für nächste Woche müsste ja auch bald dort auftauchen. Dann setze ich mich in die Vorlesung und lerne die Vokabeln des potentiellen Doktorvaters. Schritt für Schritt. In Ruhe.
Autokonfrontationstechnik bei Schizophrenie
Hab gestern hans.diener@uni-duisburg-essen.de angemailt, um ihn nach Literatur zur Autokonfrontationstechnik bei Schizophrenie zu fragen. Ich bin mir sicher, dass ich bei Multimedica davon bei ihm gelesen hatte. Er erinnert sich nicht mehr, als ob ich ihn verwechselt habe. Da er sich aber auch nicht mehr an Multimedica erinnert, hab ich erst mal geschaut, ob sich da eine Struktur verändert hat. Zwischen Tür und Angel erinnert mann sich ja an manches nicht mehr. Am Telefon war Diener heute mehr als ablehnend. Nicht verblüfft, eher genervt. Hab deshalb direkt das Multimedica-Archiv angeschrieben. So direkt, wie es bei dieser Bertelsmann-Struktur im Moment geht. Über info@medizin-online.de. Aber vielleicht ist das ja inzwischen auch gar nicht mehr Bertelsmann. Das Eingangsportal hat sich zumindest stark verändert. Diener wehrte ab, dass er Neurologe ist und keine Ahnung von Schizophrenie hat. Bin immer noch verwirrt über die Antwort.
Hab jetzt noch einmal die Multimedica-Unterlagen herausgesucht. Leider hatte ich nur einen Bruchteil ausgedruckt. Der Ausschluss damals kam für mich unerwartet. Vielleicht maile ich Günter Goerge. Vielleicht hat der noch Zugang zum Archiv. Der Expertenrat Psychiatrie bestand 1999 noch. 2000 scheinbar nicht mehr. Der Name Deister taucht dabei auf. Googeln nach Deister AND Schizophrenie ist der nächste Schritt. Und wenn der nicht weiterführt, frage ich Goerge.
Hab jetzt noch einmal die Multimedica-Unterlagen herausgesucht. Leider hatte ich nur einen Bruchteil ausgedruckt. Der Ausschluss damals kam für mich unerwartet. Vielleicht maile ich Günter Goerge. Vielleicht hat der noch Zugang zum Archiv. Der Expertenrat Psychiatrie bestand 1999 noch. 2000 scheinbar nicht mehr. Der Name Deister taucht dabei auf. Googeln nach Deister AND Schizophrenie ist der nächste Schritt. Und wenn der nicht weiterführt, frage ich Goerge.
Donnerstag, November 09, 2006
Mailbox-Träume
Hab grad im Neuenheimer Feld angerufen. In Heidelberg. Der Springer-Verlag ist dort ganz in der Nähe. Der Springer-Verlag, aus dem auch Multimedica hervorgegangen ist. An der Uni suchen die Neuropharmakologen dort jemanden, der sich für Schlaganfallvorsorge interessiert. Anhand der IKK. Nicht der Innungskrankenkasse, ich weiß. IKK meint eine Kinase beim zellulären Selbstmord. Hab mich trotzdem sofort gemeint gefühlt. Dabei geht es nicht um den Lichthof bei Springer. Die Stimme am Telefon war nett. Die Gesichter auf der Institutsseite auch. http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Sektion-Molekulare-Neuropharmakologie.9430.0.html Grund genug zu mailen. Grad scheint die Sonne. Eigentlich ideal um rauszufahren und Charly zu füttern. Aber vielleicht ruft das Oliver ja jetzt grad zurück. Vielleicht auch nicht. Reufsteck schwatzt grad auf dem SWR3. Über Energiesparer. Ein bißchen ist es schade, jetzt zu warten. Vielleicht reagiert er ja auch gar nicht, nachdem er den Blog gelesen hat. Puh, komisch, das Gefühl, Geschriebenes mit fremden Augen zu sehen. Fremde Augen, die ich überhaupt noch nicht kenne. Egal. Ich warte noch zehn Minuten und dann gehe ich los. Das Wetter ist grad so schön. Und Charly hab ich auch schon seit Tagen nicht mehr gesehen. Ich kann hier eigentlich gar nicht weg. Gestationsdiabetes wär gut. Schade, dass die AOK so zögert. Blöde Kassen, die. IKK wär schon interessant. Ich hätte interessant beinah mit Doppel-R geschrieben. Auf dem Foto ist nicht zu erkennen, wer wer ist. Der ist bestimmt viel jünger als ich. Egal. Nicht mein Problem. Olivers müssten so zwischen 28 und 45 sein, glaube ich. Ob er das liest? In der Ambulanz ist er grad. 5:26 ist schon eine Weile her. Eigentlich braucht es wenig, um glücklich zu sein. Einmal "5:26" durchs Radio geflötet und schon bin ich glücklich.
Konfus
Ich schreibe meine Gedanken jetzt noch lückenloser auf. Irgendwann knacke ich den Code, nach dem ich funktioniere, ohne ein Draußen zu brauchen. Gestützte Inventur ist auf die Dauer verdammt teuer. Dazwischen die Worte eines Mannes, der vor einiger Zeit Auschwitz aufgesucht hat. Über Freiheit. Die Freiheit, weg zu gehen. Weg von einem Ort, an dem gestorben wurde. Einem Ort, an dem es diese Rückzugsmöglichkeiten damals nicht gab. Allmählich spüre ich, dass mich Zahlen fast immer zu meinen scheinen, solange ich sie nicht aufschreibe. Ob auf Autokennzeichen oder in Verkehrsmeldungen. Das Fell ist immer noch dünn. Kaum treten zwei, drei bekannte Merkmale auf, kann ich nicht mehr zuhören, ohne Amok zu laufen. Dann trotzdem jede einzelne Zahl mitzuschreiben, kostet Überwindung. Wenigstens ist es inzwischen so, dass ich ein kleines d tippen kann, ohne mich beobachtet zu fühlen. d wie schwanger. Im Blaster spinnt der Primzahlheini seit Wochen herum. Einerseits will er gelesen werden, andererseits codiert er bis zur Unkenntlichkeit. Irgendwie ist es beruhigend, diesen schizoid verklärten Exhibitionismus mitzuerleben. Genausogut könnte er hebräisch schreiben. Ich würde genauso viel in dem Text erfassen. Genauso viel wie aus den Rohrstöckler- und Hodenpreller-Texten, die sich in den letzten Wochen zu Dutzenden wiederholten. Immer wieder das gleiche Schema: 1. ich bin verletzt worden, 2. es war toll. Ein Wahnsinnscode. Jeder braucht ein Stück Unendlichkeit. A61 Unfall, Gegenstände, A8 Fußgänger,A3 7km , A6 Saarbrücken 4 km, A67 Unfall, A661 Stau, A8, A1 6km. A3 4 km... Aber das ist inzwischen schon wieder 20 Minuten her. Konfus. Gedanken.
Mittwoch, November 08, 2006
Betroffenenlobby beim Gestationsdiabetes
Offensichtlich ist die Prävalenz des Gestationsdiabetes in Deutschland niedriger als im Rest der Welt. Irgendwas ist in Deutschland anders. Am ehesten das Früherkennungs-Screening. Oder die Outcome-Diagnostik. Jeder Fall verursacht Kosten von bis zu zwei Millionen Euro, wenn er denn erkannt und behandelt wird. Kosten, die die Kasse so jetzt noch nicht zu tragen braucht. Bislang gibt es noch keine ordentlichen sächsischen Zahlen hierzu. Und sämtliche Studien dazu haben Makel, sagt das Institut für Qualitätssicherung, das dem Gemeinsamen Bundesausschuss direkt zugeordnet ist. Achsennah, wie es ist, steigen die Ladezeiten in Disney-Länge. Ich kann es nicht mal verlinken, ohne mich ISDN-mäßig dumm und dämlich zu zahlen. http://www.iqwig.de/ Das Institut arbeitet wie gesagt dem G-BA zu. Dem gemeinsamen Ausschuss von Ärzteschaft und Kassen. Unter anderem mit dem Ziel, Kosten zu dämpfen. Es versteht sich angeblich als Gegenpol zur Pharmaindustrie. Der B-GA hat eine Studie zur Früherkennung des Gestationsdiabetes in Auftrag gegeben, die wenn sie fertig ist, wahrscheinlich wieder von dem Institut abgeschmettert wird. Inzwischen wächst wahrscheinlich die Anzahl der Betroffenen, die allerdings nichts von ihrer Betroffenheit ahnen. Tja, was kann Medizin? Lohnt Diagnostik? Und wenn, wie teuer wird die Intervention? Puh, hängt hier ein Wasserkopf von Hackern dran. Das ist ja noch ekliger als im Hygienemuseum. Die Software menschelt wie beim Crash. OK, hab den Blogger neu geladen. Der Text war nicht abgestürzt, liest sich allerdings beschissen. Feel Spass am Substrat. Es ist deine Lebenszeit, die du grad beim Lesen verplemperst, nicht meine.
Entflechten von Phantasie und Wirklichkeit
hab groke grad gemailt. ich will wissen, was er bei verkehrsmeldungen sieht. irgendwann begreife ich vielleicht die vernetzungsstellen der einzelnen datenbanken. und ob da tatsächlich einer mit mir spielt, indem er/sie autos zusammenkrachen lässt. irgendsoein ballerspiel mit fahrzeugelektriksoftware. clean wie der pathway beim zurückverfolgen des spielers. ein autobahnrohrstöckler. vielleicht sind es auch mehrere.
Dienstag, November 07, 2006
Sie hatte ein gutes Zeitgefühl
Ok, da war grad ein Gedanke. Jetzt ist er mangels intaktem Zwischenspeicher abgerissen. Pech. Nur ein Rest ist noch da: Robby Gierer hatte grad "Komm doch mal rüber, Mann, und setz dich zu mir hin..." aufgelegt und mit "Sie hatte ein gutes Zeitgefühl" kommentiert. Eine Fließbandromanze für zwischendurch. Mein Kühlschrank ächzt, als müsste er die ganze Wohnung kühlen. OK, da war grad ein Gedanke. Den Rest fasse ich vielleicht noch. Wie willst du ein gutes Zeitgefühl entwickeln, wenn dein nächster Gegenüber größenwahnsinnig ist und sämtliche Notfallpieper des Hauses in Phallusnähe positioniert? Und zwar alle in Nähe seiner eigenen Weichteile? Wie willst du mit so einem Chaoten normal reden? Der war doch immer auf dem Sprung. Immer dabei, die ganze Welt zu retten. Und mit dem dann in Ruhe die nächsten fünf Minuten zu planen, war reinster Masochismus. Klar dass ich den so viel wie möglich im Alleingang machen lassen wollte. Klar, dass ich mich möglichst selten in seinen Tag eingemischt hab. Klar, dass ich so wenig wie möglich seine Patienten mitbegleitet hab. Das war ein anderes Lebenstempo. Als ich ihn tatsächlich mal brauchte, weil die Chefin meinen urlaub vergessen hatte, mein Flieger auf die Canaren aber schon gebucht war, hatte der angeblich einen Termin als Kronzeuge in einem Mordprozess. Mister Urgent Emergent. Ein Einzelkämpfer, mit dem ich so wenig wie möglich zu tun haben wollte. Kein Groke-Double. Eher ein Irrwisch. Wenn der neben dir zusammenbrach, stürzte das halbe Universum ein. Ein Wessie eben. Vernetzt wie TNT.
90er Charme
Im Radio laufen seit heute früh 90er Titel. Bin ganz aufgewühlt. Ich seh mich wieder nächtelang durch die Wohnung spuken. Immer in Angst vor dem nächsten Tag. Vollgestopft mit dem Know How aus Larssen und Co. und zig Fragen im Hinterkopf, auf die ich bis zur Narkose sowieso keine Antwort kriegen würde. Dann, wenn ich trotzdem die eine oder andere Frage zwischen Tür und Angel platzieren konnte, ständig das genervte EsWirJemandVorbeikommen. OP-Plan als Gesetz und Überforderung als Standard. Immer ganz Versagensangst. Wenn ich geträumt hatte, waren das in der Regel Albträume. Und dann kam der für mich schlimmste Tag. Der Tag, an dem eine der Patientinnen bitter frotzelte UndBeiIhnenWerdeIchSterben. Es war die Hölle. Ein bißchen Geborgenheit wäre schön gewesen. Irgendjemand zum Anlehnen. Jemand, der Zeit hatte. Die 90er waren furchtbar. Die einzige Insel, die geblieben war, war die Musik. Und die hab ich mit Erinnerungen überfrachtet wie ein abgetragenes Kleid. Es war die Hölle. Bloß nicht wieder zurück müssen. The Last Warrior hatte ich für sie ausgesucht, musste es aber nie auflegen. Einen Filmtrack. Zu hoffen, dass tatsächlich jemand kommt, war meistens sinnlos. Gut wenn du dich dann wenigstens so weit abgesichert hattest, dass die ganze Vorbereitung so stand, das jeder x-beliebige andere an deiner Stelle sofort übernehmen konnte. Dass du austauschbar warst. Austauschbar zu bleiben war das größte Ziel, das ich damals hatte. Austauschbar für alles und jeden. Als ich dann ausgepowert in der Psychiatrie landete, blieb erstaunlicherweise eine spürbare Lücke zurück. Die hatten tatsächlich gemerkt, das jemand fehlte. Nicht am OP-Plan, aber an den Überstunden. Es war Wahnsinn. Hab meine Kinder kaum gesehen. Nur die Musik lief als Hintergrundrauschen. Ein Alb.
Montag, November 06, 2006
Warten auf den Rest der Welt
OK, es war vorherzusehen, dass ich verdammt viel Groke-Hologramm brauchen würde. Aber das es so hart wird, hatte ich nicht gedacht: Alle laberten diffus über mögliche Handicaps für Mutter und Kind und über die Notwendigkeit ordentlicher Zahlen bei gleichzeitiger integrativer Versorgung. Einer Versorgung, deren Finanzierung so noch nicht gesichert ist, bei einem Datenbestand, der mehr als schwammig ist und für den es noch keine Betroffenenlobby gibt. Es war total verkackt. Bleibt also die Literaturrecherche, um einem blauäugigen Dämonen namens Sawitzki ein klein wenig paroli bieten zu können, wenn er mit diabetologischen KnowHow gestützt den Kostenaufwand für Gestationsdiabetesfrüherkennung auf die möglichen Bestattungskosten bei Totgeburt zurückschraubt. Ein ganz Süßer scheint das zu sein. Ulla-Attachment der ersten Wahl. In der Lage, jede Studie per se ad absurdum zu führen. Unsachlich und breitbeinig. Hab ihn bis jetzt noch nicht eindeutig ergoogeln können. Vielleicht kennt ihn ja wenigstens Medline.
Luftpiraterie
Europaweit gelten neue Regelungen für das Mitführen von Flüssigkeiten in Flugzeugen. http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1069.htm. Heute trifft sich die Fachkommission Diabetes Sachsen. Ich bin das erste Mal dabei. Es geht um eine Initiative. Gestationsdiabetes. Ich hab meinen Anzug seit Jahren nicht angehabt. Hoffentlich friere ich nicht. Ein Pullover wär gut. Und die Daunenjacke. Anzug ist schlimm. Ich friere schon den ganzen Morgen, sobald ich daran denke. Gestern hab ich das erste Mal beim Sex die chinesische Rückenschule ausprobiert. Und es funktionierte nicht. Ist wahrscheinlich doch eher was für die unbefleckte Empfängnis. Verdammt, warum hab ich mich bloß auf den Anzug eingelassen. Und warum tauchten im Radio Diabetikerflüssigkeiten in der Verordnung auf? Konzentration, prust. Allmählich wird es warm. Hab die Heizung auf Maximum gestellt. Luftpiraterie hat mich noch nie interessiert. Abgesehen von dem Abort nach Flughafenkontrolle hatte ich damit nichts zu tun. Die Rückenschule ist eigentlich ganz simpel. Zumindest beim Untenliegen. Und wenn keiner drauf liegt. Wie die Chinesen die außer beim Cunulingus anwenden ist mir schleierhaft. Und auch da stelle ich sie mir kompliziert vor. Das müssen alles isometrische Dehnungen sein. Nur innerlich spürbar. Ansonsten klappt das nicht. Egal. Heute ist wieder Yoga. So schwer kann das ja nicht sein. Ganzkörperatmung scheinen die das zu nennen. Das geht bestimmt nur bei Frauen. Die Männer sahen jedenfalls nicht allzu verklärt dabei aus. Die Männer. Naja, zwei Exemplare sind dabei. Einer introvertierter als der Andere. Und sie trug einen Hauch von Nichts. Marion aus Lerch. Badewannenatmen bis die Wanne aus der Kehle sprudelt. Egal. Es ist egal. Irgendwann wird auch aus dem beschissensten Moment eine orgastische Zäsur. Ich werde den Anzug tragen wie eine Daunenjacke. Alles wird gut. Vielleicht macht es sogar Spaß, in diesen heiligen Hallen zu sitzen, zu nicken und teilnahmsvoll zu lächeln. Eins mit dem System, nah an dem, was sich da Zukunft zu schimpfen scheint, gröhl.
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