Samstag, Dezember 30, 2006

Ein stiller und freundlicher Charakter

"Der hat sich doch immer so gehemmt bewegt." "Das war nur die Feinmotorik, die war bei dem gestört." "Weißt du, dass wir Luise immer damit unter Druck setzen können, dass Charly kommt, wenn sie sonst nicht reagiert?" "Ist der nicht beim Regierungspräsidium?" So war das Feedback auf mein Aufjaulen, dass ER am Telefon war. Jeder wusste irgendwas über ihn, aber keiner, ob er jetzt tatsächlich beim Presseamt ist. Sehr romantisch, das alles. Dass unser Kater einer Dreijährigen Angst macht, die sich sonst durch nichts schockieren lässt, hat mich schon beeindruckt. Gegenprojektion war das, glaube ich. Oder irgendwas noch Komplizierteres. Ob der Anästhesie-Charly deshalb so ruhig war? Ob ich den anders gesehen hab, nur weil ich an den Lockenschlacks gedacht hab? Ich kapiere immer seltener, wie ich funktioniere. Vater fing an zu zittern, er hatte mit seinem Vater zusammen gearbeitet. Aber warum er da zittern muss, ist mir unklar. Das war nur gleichzeitig. Auch dass er dann ein halbes Ei verschwinden und wiederauftauchen lassen musste, war mir unheimlich. Ich hatte Angst, dass er sich dran verschluckt. Inzwischen stand Martin an der Tür und kam nicht rein, weil die Klingel nicht funktionierte. Spannend, das alles. Besonders der Grund für den Stromausfall: Eine zerbrochene Fliegenpilzlampe aus dem Weltweiten mit der Inschrift "Nicht für Kinder unter 14 Jahren. Dekoration."

1 Kommentar:

Christine Salzer hat gesagt…

Charlies Vater war kurz drauf gestorben. Kurz nach seinem 80. Geburtstag.