Freitag, Juni 29, 2007
Bewegte Bilder mit Groke-Gelaber, schmacht
Endlich eine Endlosschleife. Das hat schon fast Offline-Qualität. Irgendwann setzt sich das Puzzle zu einem plastischen Bild zusammen. Hab Sauerkirschen entsteint und gezuckert, dazu das Video - ein schöner Moment. Mein Schirm ist vorgestern kaputt gegangen. Herrlicher Surfwind war das, aber zu kalt.
Pheromone scheinen keine einheitliche Wirkstoffgruppe zu sein
Eine Substanz hat Hummel bei Teenies untersucht und festgestellt, dass mit Eintritt in die Pubertät die Empfindlichkeit sinkt, so dass höhere Dosierungen eingesetzt werden müssen, damit die Substanz wahrgenommen wird.
Yuhuu
Hab eine erste Zusage von Hummel: Ich kann ihn am Montag mit meinen Fragen zuspammen. Ich hatte kaum gesagt, was ich will, als er schon zurückfragte, ob ich aus der Anästhesie komme und eine Kontrollgruppe vor sich sah. Normovolämische Probanden müssten das sein. Tonsillektomie wäre vielleicht gut. Aber dazu muss ich mir erst anschauen, wie da die Nasenatmung ist und welches Volumen da bewegt wird. Nicht dass die Studie nach hinten los geht, nur weil der Versuchsaufbau idiotisch ist.
Intermezzo
Er saß im Büro, surfte bei WillsteQuatschen und mailte mir. Ob wir uns treffen wollen, fragte er. Klar, darauf ich. Ein paar Minuten später war er da. Ich war ihm scheinbar vertraut. Jedenfalls war sein Blick herzlich und warm. Kurz drauf stand er nackt vor mir, aber sah mich nicht mehr an. Er legte sich hin, schloss die Augen und rührte sich nicht mehr. Ein Fremder bei einer Fremden. Jede Ampelkreuzung war intimer. Ein Miteinander ohne Worte. Er duftete nach Mais. Warum er ausgerechnet zu mir gekommen war, wusste er wahrscheinlich selber nicht. Es war Zufall irgendwo in einer Großstadt.
Doktorarbeit
Verkürzen Pheromone in der Aufwachphase die Krankenhausverweildauer? Thomas Hommel referiert heute über Riechen und Schmecken. Vielleicht kann ich ihn überzeugen, dass er mich beim Beantworten der Frage unterstützt.
Beliebt
Er ist beliebig, der Augenblick. Austauschbar mit vielen davor. Trotzdem vergleichst du, achtest auf jede deiner Regungen. War da grad irgendwas, was du so noch nicht kanntest, irgendwas, was es lohnt, noch wach zu bleiben? Oder bist du schon wieder stumm, weil alles schon gesagt ist? Es rauscht. In dir und um dich herum. Alles scheint zu fließen. Nur du bleibst regungslos. Da ist nichts, was wirklich dich meint. Es riecht nach Gras, dabei ist die nächste Wiese ewig weit weg. Es ist nur die Erinnerung an Gras, die du spürst, mitten in der Stadt. Und die Kälte steigt in dir auf. Die Nase läuft, du fröstelst. Sämtliche Haare stellen sich auf. Du ziehst die Augenbrauen hoch und versuchst zu hören, was da grad war, ohne irgendein Detail wirklich abgrenzen zu können. Es ist Sommer. Vielleicht bist du beliebt. Vielleicht ist es der Augenblick, den du liebst, mit den Fingerspitzen auf den Tasten, scheinbar bei dir selbst und doch ganz Ohr. Vielleicht leistest du dir irgendwann einen Counter. Counter messen ja die Beliebtheit. Und dann spürst du auch ohne den Duft von frischem Gras, dass du lebst. Irgendjemand ist da, der dich liest. irgendjemand, der fast alles liest, was er grad sieht. Irgendjemand, dem es auch jetzt noch nicht zu blöd ist, innezuhalten statt weiterzuzappen. Vielleicht ist es das, was du willst: Du willst diesem Anderen für einen Moment ein bißchen näher sein, näher auch in dem Moment, in dem er in das versinkt, was ihm am nächsten ist, weil er sich an dich erinnert. An den Moment, in dem er vergessen hatte weiterzuzappen. Du bist beliebt, du bist sein Nachbar. Aber vielleicht spürst du auch gar nicht, dass er an dich denkt, sondern nur, wie der Duft nach Gras allmählich verweht.
Geborgenheit II
Ich kuschle mich in mein Bett, ganz Haut, träume von dir und habe keine Lust aufzustehn. Was ich diesen Sommer vorhabe, fragt Mutter mich. Die Tage vergehn, und ich habe Lust, die Zeit anzuhalten. Innehalten. Seit Monaten habe ich Lust innezuhalten. Vielleicht ist das ein Plan. Gestern hatte ich das erste Mal zwei Männer nach DEN 12,2 Sekunden gefragt, um die sich so vieles dreht. Schmerz sei es nicht, aber etwas Ähnliches. Eine kleine Explosion. Hab mich beobachtet gefühlt beim Fragen - noch stärker als bei der Recherche zum Squirting - und bin sofort gen Mikrobiologie abgedriftet. Im SR1-Studio tickt eine Uhr. Gestern hat sich mein Schirm im Sturm verbogen. Was ist Weite? Wo beginnt Geborgenheit? Ob Verletzung die Grenze ist? Verletzung und Schmerz... Gastlichkeit. Gestern war Nina mit Franz hier. Ich hatte wie immer nur Tee da. Und meine Fragen zum Schmerz im männlichen Orgasmus. Es ist ja kein richtiger Schmerz. Es so zu nennen, wäre wie Äpfel und Birnen zu vergleichen. "Wenn da jemand Schmerzen hat, macht er was verkehrt", sagt Franz. Mehr sagt er nicht. Juckreiz ist es nicht, sagst du. Hell, ein schöner Bogen. Spannung, schöner Schmerz, Entspannung und vieles gleichzeitig. Das Uhrenticken ist nicht mehr zu hören.
Nachbarschaftsnetzwerk
Das sind die kyptischsten AGBs, die ich je gelesen habe. Der Datenschutz in der Domain ist auch nur schwer zu erfassen, da sie auf ein Anonymisieren von Personendaten verzichtet. Stattdessen kannst du dort Beliebtheitspunkte erarbeiten.
Donnerstag, Juni 28, 2007
Wir
kennst du das, du weißt genau, mit wem du dir dieses wir wünschst und hast vor nichts mehr angst, als dass es außer dir noch jemand spürt? versteckst alles, was auch nur im entferntesten darauf hinweisen könnte, dass er dir fehlt, und trotzdem ist er allgegenwärtig, dieser verdammte liebeskummer, den jeder dir ansieht und mit einem DeineStimmeIstHeuteAberTraurig quittiert. dir steigt die schamröte ins gesicht, du versuchst einen witz und fällst zurück auf das, was übrig ist, den erbärmlichen rest, den du irgendwann mal ganz stolz ich genannt hast, verwöhnst dich, nimmst dich wichtig, streichelst dich und lächelst gnädig in die runde, in der gewissheit, ihn mindestens die gleiche dosis weltschmerz spüren zu lassen, bis zur nächsten gemeinsamen nacht, in der wieder alles in nebel taucht, als ob es nie gewesen wäre.
Mittwoch, Juni 27, 2007
Schlaf & Traum... Nirgendwo ist etwas Brauchbares zur Ausstellung zu finden. Jedenfalls nichts, womit ich Tim überzeugen könnte, sie sich mit mir anzusehen. Stattdessen verkündet SR1, dass eine 13-jährige Engländerin scheinbar im Schlaf von einem 17-jährigen Deutschen missbraucht wurde. Ein Flyer nach dem anderen landet im Papierkorb.
Flaucher
Am ehesten erinnern die Pratzschwitzer Weiden an den Flaucher. Nur dass sie viel einsamer sind. Und dass da statt des großen Kiesels lehmiger Sand ist. Ich versuche mich mit der SoJungWieHeuteBinIchNieWieder-Formel über das Mittagstief zu retten. Ob der Stoffel Groke war? Vielleicht ist es das: Ich stelle mir bei jedem Stiesel Groke vor und desensibilisiere. Höhlenromantik. Christian verlinkt jetzt seinen Blog, gibt aber scheinbar idiotische URLs ein.
Geld ist wichtig
Es ist wie immer: Eine Bagatellursache und ich rege mich ewig auf. Ich versuche den Namen von dem Stoffel herauszufinden, der auf der 06812131 zufällig ans Telefon gegangen ist, und bin immer noch wütend über seine pampige Reaktion. Pampig wie öffentlicher Dienst war der. Der ist nicht auf mein Geld angewiesen. Schwarzenegger brummt. Das hat er lange nicht mehr gemacht. Das Fundamentalereignis des Vormittags wäre das gewesen, wenn ich Karten für die Saarbrücker Filmnächte gewonnen hätte, mitten im Surfen nach Philipp Osten, der gerade im Hygienemuseum zum Schlaf labert. Ich kann mir den Raum nicht vorstellen, in dem das Telefon steht. Die HMI-ler sind ganz anders: Da kannst du selbst so mies drauf sein, wie du willst, die strahlen trotzdem. Ob ich irgendwann dieses Strahlen auch drauf habe? Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich zu diesen Vortragsabenden gehe: Ich will dieses Bejahende, dieses Strahlen lernen. Du laberst darüber, wie der andere sparen soll, und strahlst ihn dabei an. Lachen macht sexy, behauptet Stefan.
Fremdeln im Weltweiten
Breathe von Midge Ure läuft, kurz bevor die SR1-ler fragen, womit in "Das Parfüm" der Duft konserviert wird. Der Film scheint dort im Moment auch wiederholt zu werden, genau wie in den Dresdner Filmnächten. Hab mit Sparvorwahl angerufen, um "Tierfett" zu blöken, werde aber erst einmal angeblafft, woher und warum ich denn anrufe, Eine komische Telefonzentrale ist das. 01086 - 06812131 hatte ich dazu gewählt. Etwa dreißig Sekunden liegen zwischen dem, was ich über Webradio empfange und dem, was ich über Telefon gehört habe. Wenn der am Telefon gekonnt hätte, wie er wollte, hätte er wahrscheinlich sofort aufgelegt. Mit Micha zu chatten und dem Saarbrücker zu telefonieren, war wie Tag und Nacht. Hab die Nummer ein zweites Mal gewählt, aber es ging keiner ran. Ich dachte, ich erfahre, mit wem ich telefoniert habe. Ein Mann war es. Ich schätze, er war Ende vierzig, untersetzt, mit angedeuteter Glatze. So aggressiv kann nur jemand sein, der sich nicht gerade sexy fühlt und trotzdem zu dem Film Telefonate entgegennehmen soll. Irgendwas zwischen Huch,IstDasPeinlich und IchHabeNochNichtsGegessen war das, jedenfalls nicht wie der typische Praktikant. Ich bin so sauer, dass ich ihm einen leeren Kaffeeautomaten wünsche.
Fernweh
Ruecker liest im Blog, schreibt er im Blaster. Ich hätte ihn fast nach seiner Email und einem Foto gefragt. Dabei ist gerade das Fremde das Besondere im Blaster. Du liest jahrelang fremde Gedankensplitter, ohne das Gesicht zu ahnen, ohne zu sehen, wann es lacht, wann sich die Nase kraus zieht oder sich seine Wangen blähen. Ich habe Lust zu sehen, wie Micha badet, während ich nach einem holzigen Duft suche.
Dienstag, Juni 26, 2007
Gleichzeitiges II.
Draeger scheint das Monitoring höher zu bewerten als den unmittelbaren Blickkontakt zu Operateur und OP-Feld. Da bleibt tatsächlich nur noch die Stimmfärbung, um zu ahnen, was da auf der anderen Seite grad passiert. Verrückt. Verrückt wie Fließband an sich. Oder der Anästhesist will vermeiden, dass er mit seinem Display beim Operateur Trance induziert. Wer der Dritte am Anästhesieplatz ist, bleibt kryptisch. Am ehesten wird das der Anwalt sein. Obwohl, bei den vielen Modulen müsste die Vernetzung auch so stehen. Womit ich unterstelle, dass der eine Arm Spülflüssigkeit und kein HES benestelt. Wer hat, der hat, und wenn es nur ein Ständer ist. Wer weiß, wozu es noch gut sein kann, jemanden von der "anderen Seite" einen Seitenblick in die eigene Intimzone werfen zu lassen... Immerhin kann man den Seitenblick mit Tag und Uhrzeit dokumentieren, wenn irgendwo eine Informationslücke aufgetreten sein sollte. Wozu ist mann Anwalt seiner Beschwerden.
Sommersprossen & rote Locken
Die Haare sind so kurz, dass die Locken nur zu ahnen sind, und die Farbe deckt alles ab, was mal semmelblond war. Stundenlang starre ich das Foto an, kaue Lachs-Salat und suche nach Vertrautem. Ein Großraumbüro scheint das zu sein. An der Wand hängt eine Saarlandkarte. Mischpult und Mäusekino sind kaum zu sehen.
Lange Nacht der Wissenschaft
29. Juni 18.00 Uhr
Technische Universität Dresden Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Medizinisch Theoretisches Zentrum
Fiedlerstr. 42, 01307 Dresden
Präsentation
Riechen und Schmecken
Demonstration mit Funktionsmessung
Prof. Thomas Hummel (HNO-Klinik)
Technische Universität Dresden Medizinische Fakultät Carl Gustav Carus
Medizinisch Theoretisches Zentrum
Fiedlerstr. 42, 01307 Dresden
Präsentation
Riechen und Schmecken
Demonstration mit Funktionsmessung
Prof. Thomas Hummel (HNO-Klinik)
Montag, Juni 25, 2007
Ventilator
- Was ist der Unterschied zwischen Rasenmäher und Minirock?
- Musste mal drunterschauen.
Es ist so nah, es ist der Regen. Das war nur ein Moment, in dem ich mensch gewittert hatte. Wie soll hier unterm Dach plötzlich ein Mensch von draußen am Fenster klopfen. Das Nächste ist nur der beknackte Taubenblick im offenen Fenster. Es ist schon wieder Ewigkeiten her, dass ich am Waldrand mit rohen Eiern jongliert habe. Damals war es plötzlich still, mitten im Frühling, als ob sämtliche Vögel inne hielten. Mir fiel das erst hinterher auf, als das Zwitschern wieder einsetzte. Standby im Wahnsinn. Die Eier blieben ganz. Jedenfalls die Schale.
- Musste mal drunterschauen.
Es ist so nah, es ist der Regen. Das war nur ein Moment, in dem ich mensch gewittert hatte. Wie soll hier unterm Dach plötzlich ein Mensch von draußen am Fenster klopfen. Das Nächste ist nur der beknackte Taubenblick im offenen Fenster. Es ist schon wieder Ewigkeiten her, dass ich am Waldrand mit rohen Eiern jongliert habe. Damals war es plötzlich still, mitten im Frühling, als ob sämtliche Vögel inne hielten. Mir fiel das erst hinterher auf, als das Zwitschern wieder einsetzte. Standby im Wahnsinn. Die Eier blieben ganz. Jedenfalls die Schale.
Leinenpflicht für Fliegen: Wild, willig und triefend
Schokoladenpudding. Bob spekuliert im Blaster darüber, wie Fag-Hags Gays vergewaltigen. Grund genug, im Werweisswas-Archiv zu blättern: Rektales Nudelholz, Sahne mit heißen Kirschen... Es ist schon komisch, sich nach Jahren zu lesen. Ich war damals in der Türkei im Urlaub, war immer noch verblüfft darüber, meinen Tennislehrer strippen zu sehen, und hatte über seinen Arbeitsvertrag gefachsimpelt, als der Thread entstand. Damals war ich schwanger, träumte von Groke und hatte mich bei Thieme in Stuttgart beworben, um ihn terrestrisch zu hören. Ewigkeiten später erfuhr ich, dass sein Studio nicht in Stuttgart, sondern in Baden-Baden war. Die Chance, ihm auf einer Stuttgarter Rolltreppe zu begegnen und ihn gleichzeitig im Walkman zu hören, war also minimal, zumal mit einem eigenen Baby auf dem Arm. Denn der Pilot hatte den Flieger so gesteuert, als ob ihm da vorne zu einsam war, jedes Luftloch hatte er mitgenommen. Auf dem Heimweg hatte ich dann einen Traum weniger, nicht zuletzt weil die Flughafen-Security trotz Hinweis auf die bestehende Frühschwangerschaft den Bodycheck strahlengestützt durchzog: Die behaupteten allen Ernstes, dass ich im Unterleib Waffen schmuggeln kann. Vier Jahre wäre das Kind jetzt. Die Sicherheitslady hielt es nicht für nötig, das Wirkprinzip ihres Magnetstabes zu erklären. Sie war dabei, Massen abzufertigen, stereotyp und im Zeichen der Macht. Angesichts von so viel Kompetenz setzten meine Blutungen ein. Kurz darauf habe ich das erste Menopausen-Präparat geschluckt.
Die Luft ist rein, gute Fahrt
Es ist Mitternacht. Ich höre WDR2 - das erste Mal Kriss Rudolphs Verkehrsmeldungen. Aus ganz verschiedenen Regionen Deutschlands kommen die, es ist eine ARD-Popnacht. Als ich dann "IP und Webradio" poste, sagt er zeitgleich: »Die Luft ist rein, gute Fahrt!« Im ersten Moment wittere ich den klassischen Insert_Coin-Mechanismus, hoffe aber, die Synchronizität ist Zufall.
Sonntag, Juni 24, 2007
Webradio & IP
Hörst du Webradio, gibst du einen Teil deiner Anonymität auf. Es ist anders als beim terrestrischen Empfang. Obwohl ich sogar bei dem erstaunliche Synchronizitäten erlebt hatte. Synchronizitäten, die mir auffielen, sobald ich meine Gedanken dokumentiert hatte. Dann bekamen die einzelnen Moderatoren plötzlich Konturen wie in einer Truman-Show. Alles schien gemacht zu sein, und ich beim Festhalten meiner Gedanken auf Papier war plötzlich mittendrin in einer unendlichen Geschichte, bei der jeder Gedanke sofort das, was der im Radio sendete, zu beeinflussen schien. Bis das, was ich schrieb, immer stärker beeinflusst wurde durch das, was ich hörte. Dann begann ich Namen und Zeiten festzuhalten, um schrittweise wieder zu dem zurückzufinden, was ich als meine Mitte einordnete. Inzwischen genügt mir der Blog, um Gedachtes wiederzuerkennen. Sobald ich weiterzappe als zu SR1 oder SWR3, kostet es mich erstaunlich viel Mühe, mich trotzdem zu konzentrieren. Ich fremdle dann schnell, mitten in meinen eigenen Gedanken. "Please Insert Coins", nuschelt gerade jemand auf Sputnik.de.
Schildkrötennacken
Er ist wieder cross. Berühre ich die Haut, bröselt es. Dabei war er schon seit Wochen nicht mehr glühend heiß. Nur das Kratzen war geblieben. Tasten, Kratzen, Grübeln. Als ob die Tastatur nicht Raum genug ist, um die Fingerkuppen zu spüren. Wenn ich einen Pool hätte, dann einen mit Knabberfischen.
OneNightStand
Manchmal ist nach einer Nacht schon alles klar: Du weißt, das nichts geht. Ist die Eingangsinvestition, die eingangs investierte Zeit, umfangreicher, als du es sonst zulässt, fragst du dich, warum du erst nach dieser einen Nacht gemerkt hast, dass da nichts ist. Nichts, das das Bleiben lohnt. Zumal wenn zwischen dem SchönesWetterHeute und dem WasMagstDuZumFrühstück mehr als drei Sätze lagen, ist es jedes Mal aufs Neue ernüchternd. Ein Symptom der Austauschbarkeit in der Großstadt. Schön, wenn dann wenigstens ein BistDuOK?MirGehtEsGut als Feedback bleibt. Und du blätterst in deinen eigenen Erinnerungen wie ein Fremder. Dabei drehst du dich gerade nur schneller als sonst im Kreis, siehst Vertrautes verschwimmen, und Fremdes verwischt mit Vertrautem zur Grimasse. Er ist Inder und erfolgreich. Ein erfolgreicher Inder in Dresden. Kein Grund, neidisch zu werden. Der Erfolg ist hart erarbeitet. Das Leben ist hart, sagte er letzte Woche, es ist kurz, diese. Irgendetwas hat sich verändert. Ein OneNightStand. Verdammt, warum strengt Begleiten so an? Warum hat Tim keine Lust, mit mir zusammen zu sein, wenn er auf dem Elbhangfest ist? Ich sitze schon wieder seit Stunden zu Hause, telefoniere, schreibe und höre. Im Radio Groke. Vorhin war Sven am Telefon. Ob Erfolg etwas ist, was ich auch irgendwann wieder einmal spüre? Vielleicht morgen: Ich will Blumenkohl kochen.
Sven
Hab versucht, entsprechend aufzutrumpfen: Mit der Theaterschule und dem Tanzclub, dem Fitnesscenter und dem Billiardtreff im Nachbarhaus. Sogar der Kreuzchor probt jetzt hier, solange die Schule rekonstruiert wird.
Samstag, Juni 23, 2007
Du ziehst mich runter
Hab keine Ahnung, warum ich das jetzt überall höre, sobald ich mich vergesse. Als ob ich wieder der ewige Klotz am Bein bin. Stimmenhören... Vielleicht hat er ja sein Handy dabei, damit ich ihn ab und an hören kann. Ich bin müde und gleichzeitig überwach. Wirke ich glücklich genug? Ziehe ich wirklich runter?
Paradox
Ich erreiche dich nicht. Erreicht dich meine Angst? Bin ich dir näher, sobald du meine Angst spürst? Oder ist es nur, dass es mir Hals und Schritt zuschnürt, sobald du mir fehlst? Ich atme, viel mehr passiert nicht. Aber ich atme. Immerhin. Der Atem geht ruhig und langsam. Alles hat Zeit. Irgendwann lässt auch die größte Enge nach. Es regnet. Ich will, dass du mich verstehst, meine Sehnsucht spürst und meine Nähe erträgst. Ich will dich. Ich habe Angst, dich nie zu erreichen, umso mehr, je mehr Nähe ich zulasse.
Freitag, Juni 22, 2007
Wochenende
Es ist wieder einmal Elbhangfest. Dadurch kann ich nicht in Pratzschwitz surfen. Eine dünne Hose wäre gut, ein Hauch aus Viskose, schmacht.
Geborgenheit
Entzündeter Chili-Dung vertreibt Elefanten. Mexicanerinnen haben nach Chili Orgasmusprobleme: Sie schütten weniger Endorphine aus. Gisa Zach war wie Nina in der 11. Klasse in Venezuela. Ob es ein typisch venezuelanisches Lachen gibt? Gestern hat Marcus Barsch Verhörer genannt und danach die Originale vorgespielt. Die meisten waren englisch. Manche Verhörer konnte ich nachvollziehen, sogar Barschs Lachen darüber.
Donnerstag, Juni 21, 2007
Kurz vor dem Einschlafen
Du bist schon fast eingeschlafen, willst nur noch ein paar Streicheleinheiten, schaltest Radio und Messenger ein und liest verdutzt, dass da Lichtjahre entfernt etwas zwischen zwei Männerbeinen schwillt, erinnerst dich an dein Spiegelbild und dein letztes Foto und beschließt, dass dich der Inhaber der Schwellung nicht meint und dass es nicht lohnt nachzudenken. Denn das hattest du ja in der letzten Psychiatriesitzung beschlossen: Du bist entspannt! OK, er benutzt ein Foto als Wichsvorlage. Erstaunlich, dass das geht. OK, du brauchst ihn, zumal er mehr Ahnung von der Software hat als du. Außerdem sieht er nett aus, es tut deinem abgewrackten Ego also auch ganz gut. Aber eigentlich bist du schon müde, fast eingeschlafen. Wahrscheinlich schläfst du wieder einmal auch ohne Streicheleinheiten gut.
Google Street View
Es ist schon wieder ein paar Jahre her, dass ich an der Kreuzung zwischen den Fronten stand, Arzt- und Presseausweis in den erhobenen Händen: Es war sinnlos, die Ersten hoben Flaschen auf, die Polizei verbarrikadierte sich hinter Plexiglasschildern, und ein Jungdynamiker zog mich zur Seite. Als ich den Ältesten unter den verschwitzten Grünkitteln nach dem Einsatzleiter fragte, kam keine brauchbare Antwort. Ein Hubschrauber wäre gut, hatte ich damals gedacht. Kurz darauf brannte es. Google Street View ist vielleicht noch besser.
Simply Red
Jetzt habe ich den 47-jährigen Jungvater gefunden: Es ist Mick Hucknall von Simply Red. "Bei Ihrer Arbeitswut kann Ihnen schon mal ein Irrtum unterlaufen", tröstet mein DNN-Horoskop. Mir fallen standig Strähnen ins Gesicht. Ich lade im Stadtblog ein Bild hoch, und dem Fließtext ist keine Veränderung anzumerken. Immerhin funktioniert die Digicam wieder. Ob das tatsächlich Kamille ist? Ob das Übergänge von Schafgarbe und Kamille gibt? Wahrscheinlich ist es weder das Eine, noch das Andere. Die Ameise ist auch schon lange nicht mehr drauf. Nur ein paar Blattläuse sind noch da. Eine zappelt ganz aufgeregt herum. Ich habe noch nie eine zappelnde Blattlaus gesehen. Bis jetzt hatte ich die für phlegmatische Fresser gehalten.
Bald ist die Groke-Sendung vorbei, die ist immer viel zu kurz. Tim geht nicht ans Telefon, wahrscheinlich ist er noch in der Schule. Alles zu schreiben, was ich denke, schrittweise immer weniger zu denken und schließlich für mich selbst gläsern zu werden - das wär´s. Dann ist alles, was gleichzeitig geschieht, tatsächlich zufällig. Wie beim Yoga auch.
All I have to do is dream
Ich habe den Praktikumsplatz beim Wissenschaftsministerium bekommen. Als ich Traumzeit angeklickt hatte, lief auf SR1 "All I have to do is dream". Ein schöner Zufall. Manchmal ist alles ganz nah, manchmal ist Mcnep weit weg. Seit mehreren Tagen schreibt er nicht mehr im Blasterforum. Stattdessen meldet sich irgendein Idiot mit einer australischen IP. Otto. Ich nenne seit Jahren jeden Australier in Blaster in Gedanken Otto: Otto, Faschist und verstrahlt, irgendwo in Adelaide verstrahlt. Johannes war letztes Jahr in Adelaide. Jetzt wird die Musik so laut, dass ich es nicht mehr mit Kopfhörer hören kann. Ob ich empfindlicher geworden bin? Traumzeit... Ich bin froh, dass Australien so weit weg ist. Der hat irgendwo mitten in der Wüste eine Hütte, in der Hütte einen PC und im Bauch nichts als Wut. Jetzt wird die Musik wieder leiser. Eigenartig. I wonna get away, singt es. Adelaide ist für mich eine verstrahlte Wüste, jeder Laden voller Konserven und Strahlendetektoren. Jedenfalls ist es kein Ort, an dem ich sein will. Da könnte ich auch gleich in der Nevada leben. Die schaue ich mir auch lieber nur auf dem Monitor an. Gestern meinte Stefan, ich wäre süß. Ich habe keine Ahnung, was er mit süß verbindet. Hab die Webcam danach nicht mehr angekriegt. War vielleicht auch besser so. Süß, komisch. Kakao mag er zum Frühstück und dunkle Semmeln. Sein Surfanzug hat einen Rückenreißverschluss. Viel mehr weiß ich noch nicht von ihm. Und dass er es gut findet sich hinzugeben, aber ok, ich muss nicht zu vollständig beschreiben. Jedenfalls hat sein Brett so viel Auftrieb, dass er keinen Wasserstart können muss. Rote Locken zwischen den Fingern zu spüren, wäre schön. Regen.
Lebenslänglich: Der Kugelfisch im Goldfischglas
Hab eine Stadtameise entführt, die Familie getrennt. Inzwischen ist die Straße dazwischen. Ich habe keine Lust umzukehren. Im Radio läuft How To Save a Life von The Fray. Wen würde ich gern kennenlernen? Hab die Ameise abgesetzt. Nein, weggeblasen. Ganz kurz. Es war ja nur ganz kurz und nur dreißig Meter von dem Platz entfernt, auf dem ich sie mit der Kamille gepflückt habe. Sie jetzt zu finden und zurückzubringen ist unmöglich. Vielleicht ist sie ja auch schon längst tot. Tim macht gerade zusammen mit anderen einen Poster über die Sahelzone: Die dürfen nicht so viele Kinder kriegen, dann geht es Ihnen gut, sagt Valli. Die brauchen Kondome, ergänzt Jonas. Ich grüble eigentlich gerade über Squirting, versuche aber trotzdem, aufmerksam zu bleiben und wende ein, dass Kinder die beste Lebensversicherung sind. Eigentlich ist es das ideale Hängemattenwetter. Scholle und Spinat, träum. Textspeier hat einen Kugelfisch ins Goldfischglas getan und kriegt ihn nicht mehr raus. Tim rührt das kaum. Ich blättere die DNN durch, die Ameise ist fast vergessen, auch die Sahelzone: Dunkelblaufastschwarz... Ein Kind. Zwei Kinder. Scholle mit Spinat.
Sommeranfang
In den 70ern hatte ich einen Maiglöckchenduft von Dior. Den hatte ich zur Jugendweihe geschenkt bekommen. Eine Schachtel mit Pepita-Aufdruck war das. Als ich mit Ende dreißig wieder zu der selben Flasche gegriffen hatte, roch es auf der Haut nach Maggi, sobald mir warm wurde. Ich brauchte nichts weiter zu sagen, um die Flasche zu reklamieren. Der Hinweis auf den Maggigeruch genügte. Damals wollte ich noch ein drittes Kind. Stattdessen kam diese beknackte Schizophrenie. Als ich gestern im Bus unterwegs war, erzählte jemand im Radio, dass ein rothaariger 47-jähriger Sänger Vater geworden ist. Ich glaube, es war der Sänger von Van Halen. Ich habe es schon wieder vergessen. Hab gleich wieder an Groke gedacht. Alles erinnert mich sofort an ihn. Dabei hat er jetzt gar keine roten Haare mehr, nur auf dem Foto. Ich muss raus, ich brauche neue Eindrücke, besonders mit den Kindern. Bryan Adams hat Pink ohne Top fotografiert. Nachher gehe ich in die Stadt nach Hosen schaun. Ab 12 sendet Groke. Eine Woche lang. Neue Eindrücke...
Mittwoch, Juni 20, 2007
Geschmeidig

Hab nach mir selbst gegoogelt und hab schon wieder einen Heulkrampf. Wen ich gerne kennenlernen würde, stand über dem Foto. Jemanden, der squirten kann. Schon um sie auszufragen. Am liebsten in einem Interview mit Endoskop. Ich begreife das alles nicht. Es ist grad wieder wie beim ersten Katheterlegen, bei dem ich Angst hatte, zu weit ventral einzugehen, obwohl die SKENEschen Drüsen dorsal der Harnröhre sind. die Drüsen sind so weit von der Scheide entfernt, dass ich mir nicht erklären kann, welchen Sinn die haben sollen. Wahrscheinlich ist es nur ein embryologischer Rest.
Chili desensibilisiert den G-Punkt und mindert so die Endorphinausschüttung
KO-Tropfen
Rohypnol scheint eine Karriere als KO-Tropfen machen. Roche vertreibt es zwar in flüssiger Form, aber nirgendwo steht etwas von oraler Anwendung oder von der entsprechenden Dosierung. Ich kenne es als hochpotente Komprette, die schon vor Jahren Radedorm abgelöst hatte. In Verbindung mit Alkohol soll die Atemdepression beunruhigend sein. Aber Partydrogen sind sowieso nicht das Gebiet, auf dem ich mich zuhause fühle. Ich muss nicht alles wissen. Annexate war das Antidot. Lange her. Hab nach der Ende der 90er abgebrannten Pirnaer Musikfabrik gesucht, als Groke von einem qualmenden Fahrzeug auf der A63 sprach, 1963 bin ich geboren. Ich bin entspannt, die Müller-Greven wäre stolz auf mich: Hab nur gespürt, dass Groke anders atmete, mehr ist nicht passiert. Weder ging mein Puls schneller, noch hab ich flacher geatmet. Bin wieder arbeitsfähig, hoffe ich.
Sicherheit
Langlebigkeit sei eines der Risiken, dass HMI absichert, verkündete ein kirgisisches Muskelpaket.
Gestern kam unerwartet eine Mail: Hab wahrscheinlich nicht genau zugehört: "Tatsächlich Liebe" hieß der Film mit Hugh Grant, in dem Van Halen zu hören war.
Bin zerrissen vor Sehnsucht. Alles ist leer ohne ihn. Ich fühle mich hohl. Jede Regung sehe ich von draußen und beobachte mich gelangweilt.
Gestern kam unerwartet eine Mail: Hab wahrscheinlich nicht genau zugehört: "Tatsächlich Liebe" hieß der Film mit Hugh Grant, in dem Van Halen zu hören war.
Bin zerrissen vor Sehnsucht. Alles ist leer ohne ihn. Ich fühle mich hohl. Jede Regung sehe ich von draußen und beobachte mich gelangweilt.
Geborgenheitspropaganda in der Risikogemeinschaft
Die bei HMI sind schlimm, hatte Paul gesagt. Ganz schlimme Menschen. Konkreter wurde er nicht. Sie vermengen gern Job und Privatleben, glaube ich. Geld ist ein wichtiges Gleitmittel. Ist da irgendwas, was nach Nähe riecht, lässt es sich garantiert auch in Einheiten umrechnen. Hab mich in die Anästhesie zurückversetzt gefühlt, in die Zeit, als Albrecht mein Chef war. Vor lauter Expansion war da kein Raum mehr für Biografie. Alles verkümmerte zum Fließband. Industrielles Schlafen. Irgendwann fiel ihm das selber auf. Aber da war er schon lange nicht mehr im Saal. Lange her. Bei HMI rieche ich wieder diese "Aufbruchsstimmung": Wir machen mehr Geld aus Geld. Expansion als Selbstzweck.
Dienstag, Juni 19, 2007
Aquarellgelb
biggi schrieb am 19.1. 2004 um 17:56:24 Uhr über
Webcam
Sprache schützt vor Nähe. Ganz Nische. Noch effektiver als Einsamkeit. Ich wünsch dir eine eigene Sprache. Eine, die nur du verstehst. Und wenn es Aquarellgelb ist. Eine ganz für dich. Dein Geheimnis. Du bist wichtig. Zu wichtig, um anderen ein Selbst zu ersetzen. Du bist Ich. Komisch. Mir ist heute zum Kotzen komisch. Warum wird Canon so selten mit Kantine verwechselt?
Die Webcam hat viel verändert: Seitdem fühle ich mich selbstbestimmter, es sind nicht mehr die Wände, die mich sehen, da ist ein realer Gegenüber. Zwar sind die Wünsche stereotyp, aber es ist ein Gegenüber. Es ist nicht diese grelle Anonymität, der ich mich ausgeliefert gefühlt hatte, wenn ich nach scheinbar Vertrautem gegoogelt hatte und auf Geblastetes stieß. Du hast geschrieben, ohne zu ahnen, wer dich liest. Obwohl du bei der Webcam auch nicht siehst, wie dein Gegenüber das Material verarbeitet. Du weißt dann nicht, ob du dann irgendwann auf irgendeiner Internetseite landest. Aber es ist wenigstens nicht die Wand und eine der gesichtslosen Stimmen, die dich kommentieren. Echtzeit in Aquarellgelb.
Webcam
Sprache schützt vor Nähe. Ganz Nische. Noch effektiver als Einsamkeit. Ich wünsch dir eine eigene Sprache. Eine, die nur du verstehst. Und wenn es Aquarellgelb ist. Eine ganz für dich. Dein Geheimnis. Du bist wichtig. Zu wichtig, um anderen ein Selbst zu ersetzen. Du bist Ich. Komisch. Mir ist heute zum Kotzen komisch. Warum wird Canon so selten mit Kantine verwechselt?
Die Webcam hat viel verändert: Seitdem fühle ich mich selbstbestimmter, es sind nicht mehr die Wände, die mich sehen, da ist ein realer Gegenüber. Zwar sind die Wünsche stereotyp, aber es ist ein Gegenüber. Es ist nicht diese grelle Anonymität, der ich mich ausgeliefert gefühlt hatte, wenn ich nach scheinbar Vertrautem gegoogelt hatte und auf Geblastetes stieß. Du hast geschrieben, ohne zu ahnen, wer dich liest. Obwohl du bei der Webcam auch nicht siehst, wie dein Gegenüber das Material verarbeitet. Du weißt dann nicht, ob du dann irgendwann auf irgendeiner Internetseite landest. Aber es ist wenigstens nicht die Wand und eine der gesichtslosen Stimmen, die dich kommentieren. Echtzeit in Aquarellgelb.
Squirting Cucumba
Die bis zu fünf Zentimeter große Gurke ist bitter, spritzt, wenn sie überreif platzt, und scheint abzuführen.
Steinschlag im Labyrinth
In dir schwappt es, sobald du dich bewegst. Versteinert Sekret, wird dir schwindlig.
Hab gestern nach Hugh Grant & Van Halen gegoogelt, scheinbar verbindet die Beiden nur die Schwerkraft, resp. dieser Planet. Hab jedenfalls nichts Brauchbares gefunden. Offensichtlich vermarkten die Beiden sich nicht über Google. Aber deshalb "Mitten ins Herz" anzusehen, wäre doch zu viel der Mühe.
Ich trinke wieder mal Mango-Molke und höre Groke, der wie immer meine Mails ignoriert: Weder auf meine Frage nach einem Tanzlust-Video, noch nach Studio-Webcams hat er geantwortet. Stattdessen suche ich schon seit Ewigkeiten nach der Schnittstelle von Van Halens Jump und dem, was da in dem Hugh Grant-Film ablief. Als ob ich dadurch eher sehe, was Groke gesehen hatte. Konfus.
Dabei ist die Verknüpfung von Waldboden und Labyrinth zielführender: Trisha Browns Installation mit Hanfseilen ist gerade auf der documenta zu sehen. Hanf kratzt, zumal als Seil. 15 Minuten bewegen sich die Tänzer jeweils zwischen Hanfseilen und ziehen sich dabei unterschiedliche Kleidungsstücke an. Google listet unter Waldboden Ameisenhaufen. Gezielt zu suchen, ist schwer. Es hat etwas von Wühltisch.
Vielleicht biete ich dem Wellnessmagazin einen Artikel über Squirt an. Aber welchen Spezialisten interviewe ich dazu? Scheinbar kommt es bei intensiver Masturbation, visueller Stimulation und entleerter Harnblase bei manchen Frauen zu einer Ejakulation, die durch die Größe der Skene-Drüse allein nicht zu erklären ist. Aber können sich so viele Leute gleichzeitig irren?
Medline bietet dazu kaum Information an, abgesehen von einem allergischen Gesichtsödem nach Spritzgurken, die stachliger sind als jeder Dildo.
Ob Vaginismus mit Harndrang einhergeht?
Wahrscheinlich ist das eher Histamin als irgendeine Mechanik, wenn im Gesicht etwas schwillt. Was hat der Medline-Franzose mit der Gurke gemacht?
Im Schulterstand ist das wahrscheinlich kein Histamin, sondern eher mechanisch, wenn beim Sonne-Aufspießen etwas eng wird. Aber schwillt es da tatsächlich? Und wenn, was genau? Ich sehe mich dabei nicht im Spiegel.
Ich packe schon wieder zu viele Gedanken in jeden einzelnen Satz.
Hab gestern nach Hugh Grant & Van Halen gegoogelt, scheinbar verbindet die Beiden nur die Schwerkraft, resp. dieser Planet. Hab jedenfalls nichts Brauchbares gefunden. Offensichtlich vermarkten die Beiden sich nicht über Google. Aber deshalb "Mitten ins Herz" anzusehen, wäre doch zu viel der Mühe.
Ich trinke wieder mal Mango-Molke und höre Groke, der wie immer meine Mails ignoriert: Weder auf meine Frage nach einem Tanzlust-Video, noch nach Studio-Webcams hat er geantwortet. Stattdessen suche ich schon seit Ewigkeiten nach der Schnittstelle von Van Halens Jump und dem, was da in dem Hugh Grant-Film ablief. Als ob ich dadurch eher sehe, was Groke gesehen hatte. Konfus.
Dabei ist die Verknüpfung von Waldboden und Labyrinth zielführender: Trisha Browns Installation mit Hanfseilen ist gerade auf der documenta zu sehen. Hanf kratzt, zumal als Seil. 15 Minuten bewegen sich die Tänzer jeweils zwischen Hanfseilen und ziehen sich dabei unterschiedliche Kleidungsstücke an. Google listet unter Waldboden Ameisenhaufen. Gezielt zu suchen, ist schwer. Es hat etwas von Wühltisch.
Vielleicht biete ich dem Wellnessmagazin einen Artikel über Squirt an. Aber welchen Spezialisten interviewe ich dazu? Scheinbar kommt es bei intensiver Masturbation, visueller Stimulation und entleerter Harnblase bei manchen Frauen zu einer Ejakulation, die durch die Größe der Skene-Drüse allein nicht zu erklären ist. Aber können sich so viele Leute gleichzeitig irren?
Medline bietet dazu kaum Information an, abgesehen von einem allergischen Gesichtsödem nach Spritzgurken, die stachliger sind als jeder Dildo.
Ob Vaginismus mit Harndrang einhergeht?
Wahrscheinlich ist das eher Histamin als irgendeine Mechanik, wenn im Gesicht etwas schwillt. Was hat der Medline-Franzose mit der Gurke gemacht?
Im Schulterstand ist das wahrscheinlich kein Histamin, sondern eher mechanisch, wenn beim Sonne-Aufspießen etwas eng wird. Aber schwillt es da tatsächlich? Und wenn, was genau? Ich sehe mich dabei nicht im Spiegel.
Ich packe schon wieder zu viele Gedanken in jeden einzelnen Satz.
Montag, Juni 18, 2007
Vernetzt
Dürr sickert es durch das Wabengespinnst, jeder Luftzug eine Erlösung. Als ob es nie geregnet hat.
Sonntag, Juni 17, 2007
Sonntagmorgen
Bin satt und durstig. Es riecht nach Haut. Du fehlst mir. Ich mag deine Stimme, wie du atmest. Ich mag es, wenn du lachst, wenn du verblüfft bist, wenn du dich verhaspelst, wenn du versuchst, souverän zu sein. Du bist herzlich und gibst schon mit wenigen Worten Wärme. Ich sehne mich danach, dich sehen, dich zu berühren, eins mit dir zu sein. Du bist nicht da, nur Kirschjoghurt.
Alles Liebe

Hören vernetzt anders als Schreiben, Sprechen anders als Lesen. Philia basiert auf beiderseitiger Anerkennung, Liebe im ursprünglichen Sinn. "Es entsteht ein unwillkürlicher Drang zum Festhalten und Beschützen dessen, was Lust erregt" - Sehnsucht. Durst. Alles Liebe.
Synchronschwimmen
Du bist nicht betrunken, solange du auf dem Boden liegen kannst, ohne dich festzuhalten. (Dean Martin)
Samstag, Juni 16, 2007
Badekappenzwang beim sturmgrauen Heimwerken
Der Blaster enthält bislang lediglich das Stichwort Vaginalfontäne, aber noch nicht Squirt. Alles in allem kann ich mir kaum vorstellen, dass so ein winziges Gebilde wie die Skene-Drüse eine urinstrahlstarke Flüssigkeitsmenge produzieren kann. Ich dachte allerdings auch noch während der ersten Schwangerschaft, ich brauche Vagimid, wenn der Schritt feucht wird.
Staging zwecks Sehnsuchtsabgleich
Er wartet. In einem anderen Dezennium. Am anderen Ende des Regenbogens. Mit verschränkten Armen. Gut getarnt.
Klebrige Zunge
Der Mann im Radio hat Durst, ich schlürfe sofort Hagebuttentee und kaue auf einem Pfirsich herum, um irgendwelche Synchronizitäten zu vermeiden, warte auf Vater, der immer noch nicht mit den gezuckerten Erdbeeren aufgetaucht ist, und sehe mich schon in der Aldi-Kassenschlange. Es wird bald regnen. Die BRN im Regen, grusel. Ich friere jetzt schon. Es soll eng dort sein, sagt Tobias. Mit dem Rad kam er kaum durch. Es lebt.
Fondsverkäufer
Er grinst professionell. Du fühlst dich aus irgendeinem Grund verstanden und verwechselst Neugier mit Sympathie. Er dringt in dich ein, hellwach und schon wieder weit weg, kaum dass du in seinen Augen versinkst. Ein Platzhirsch. Rolltreppen haben längere Verweilzeiten. Immerhin ist noch eine Neige geblieben und ein wenig Scham. Der würde auch nie rechts warten, wenn auch nur ein Stufe frei wäre. Der ist unterwegs. Irgendwohin. Verdammt, wohin will ich? Und wann?
Nah am Wasser
Du fehlst mir, ich kann nicht mehr leben ohne dich... Ist schon lange her, als das mal in meinem Display stand. Inzwischen habe ich immer öfter Lust, das selber zu posten. Allem und jedem. Ganz Mitte, ungehemmt. Hab stattdessen das BioQuick-Programm für meinen Geschirrspüler gestartet. Realitätsnähe ist wichtig. Also fange ich erst mal bei Greifbarem an. Bei Hardware. Die ist vergleichsweise überschaubar. Da ist das Synchronisieren nur begrenzt nötig. Ich liebe meinen Geschirrspülautomaten, fast so sehr wie mein Notebook. Die beiden lassen mich fast nie im Stich. Komisch, dass mir das erst auffällt, wenn ich mir überlege, wie ich den Einzigen mit meinem Fernweh überrolle. Wie lastest du ein Biosignal effektiv aus, zumal wenn es einen externes Signal ist? In Speyer ist ein 19-Jähriger bei einer Verkehrskontrolle erschossen worden. Verrückt, es ist verrückt. Er war aufgefallen, ist gejagt worden und wurde noch auffälliger, bis zur Fremdgefährdung. Jetzt ist er tot. Dumm gelaufen. Eben keine Hardware. Was wenn der Einzige sich bedroht fühlt, wenn ich ihn anbaggere? So bedroht wie ich, sobald Martin mir sein IchLiebeDich entgegengeschmachtet hat und ich nur Zwangseinweisung gewittert hatte? Verrückt, da wieder anknüpfen zu wollen. Gestern hat mir ein MDR-Angestellter vorgeworfen, dass ich ihm meine Telefonnummer gegeben habe, und war nicht bereit, mehr als seinen Vornamen preiszugeben. Stefan heißt er, tanzt gerne Discofox, ist 29 und will mich kennenlernen. Ein komischer Sender. Hab mir vorgenommen, demnächst kein MDR zu hören, um mich effektiv zu wehren. Die werden schon merken, was sie davon haben, wenn ich ganz Quote bin. Will mich kennenlernen, sagt aber nicht mal seinen Familiennamen, damit ich nach seinen Beiträgen googeln kann. Ein schmieriger Typ, schmierig wie der Sender. Landesbeiträge hätte er verfasst. Warum bilden die sich ein, die könnten Hörer nach 22 Uhr mit ihren Recherchen behelligen? Ich begreife das Senderprofil nicht.
Stalking
Denke die nächsten fünf Minuten nicht an den Einzigen! Du stalkst deine Gedanken, sortierst dich, und verzettelst dich bei allem Neuen durch diesen Permanent-Abgleich. Wie war das eigentlich vorher? Wie hast du gelebt ohne dieses verklemmte Stalken? Wann hast du das letzte Mal laut gelacht, geflucht oder beim Sex gestöhnt, ohne sofort Schallpegel, Stimmfärbung und Feedback zu analysieren? Was ist überhaupt noch spontan an dir? Zeit, das Single-Dasein zu beenden, den Einzigen zu frequentieren, ihm deine Liebe nahezulegen und neben ihm zu verfetten. Vielleicht versuchst du es erst einmal mit einem "Lieber 0815" statt dem gepflegten "Hi du"? Ob ich ein Komma nach dem 0815 setze? Das wäre gelogen. Will ich überhaupt, dass er kommt? Was wird dann aus dem inzwischen vertrauten Geschmachte? Und du blätterst durch Biografien, stöhnst leise und langweilst dich beim Nachdenken über dich selbst. Stalking, die X-ste.
Freitag, Juni 15, 2007
oring
Was geht dem durch den Kopf, wenn der aus dem Ohrring einen oring macht? Ein Ring wie ein O? Bin schon wieder ganz Trance. Mike Caspers hat versprochen, dass Uwe anruft. Jetzt räumt er ein, dass er die Musik, die er geplant hat, schafft. Ob das Groke war? Kann der gleichzeitig das Tanzfest in St. Wendel moderieren und telefonieren? Oring... john23577 heißt er.
HMI
Du brichst in ein Leben ein, verkündest den Weg zum Heil, akquirierst und beseelst - ein Missionar in Sachen Kapitalbildung. Zurückgeworfen auf deine Illusion von realisierter Echtzeit. Was ist abstrakter als Geld? Sachwert? Wachstum? Ich glaube, ich wäre im Moment ein guter Gärtner: Ich habe Lust zu jäten und zu gießen, ohne Neues zu schöpfen. "Kannst du sehen, was ich säe? Das war nicht geplant", lässt Sputnik es gerade stürmen. Ein schicker Tag. Austauschbarkeit als Freiheitsgrad. Du fährst im Cabrio durch deine Stadt, die Haare nass, dampfst, steigst aus, hast Gänsehaut und fröstelst stundenlang. So nah hast du die Stadt noch nie an dich herangelassen. Cabrio im Regen.
Postkoitale Tristesse eines Schaufelradbaggers
"IchLiebeDich sage ich nur zu Freundinnen und zu meinen Eltern", wehrt er ab. Was verdammt ist da grad passiert? Was hat der gemacht? Abgespritzt? Angst vor zu viel Nähe haben in erster Linie Männer, behauptet die DNN. Ich fühle mich wieder einmal wie eine Rolltreppe. Rush Hour Charme. "Vorausgesetzt Ihr Sachvortrag ist zutreffend..." Dumm gelaufen, die heldische Erfahrung. Souverän zu grinsen muss ich noch üben. Anderthalb Wochen habe ich die DNN noch, dann bewerbe ich mich. Hauptstraße 21 scheint der Sitz zu sein. Er hat eine Fallmanagerin. Es ist schon verrückt, wie Internet Grenze verschiebt: Ich lerne stichwortartig Biografie-Fetzen kennen, höre Gleichzeitiges aus dem Weltweiten und bewege mich dabei kaum, offen wie ein Scheunentor. Bereit, sämtlichen Input ungefiltert zu bunkern. Eine Rolltreppen-Scheune, das Herz weit wie bei einer Hafenhure. Womit ich wieder bei meinem Lebensziel wäre: Fremd- und Autosuggestion trennen zu lernen.
Donnerstag, Juni 14, 2007
Finden Sie den Partner, der Sie glücklich macht
Das fordert Parship.de beim Verlassen der Mailbox und wirbt mit kostenlosen Anmeldungen für seine Drei-Millionen-Domain.
Zuhause
Im Cabrio zum Baggersee, grad da hin, wo Nina Surfen gelernt hat. Der Boden glitscht unter den Füßen weg. Kaum bist du schultertief im Wasser, grummelt es und zucken Blitze. Zwischen den Weiden prasselt der Regen. Die Augen brennen. Es dampft und wird kalt. Mittag. Zeit umzukehren.
Aus Geld mehr Geld machen
Wahrscheinlich war er Broker. Fonds hat er verkauft. Mit Rendite, was immer auch das ist. Und er hat dieses lebensbejahende Grinsen. Dieses Grinsen, dem du blind vertraust. Sicher, auf dem richtigen Weg zu sein. Ein Spieler.
Dienstag, Juni 12, 2007
Du stehst am Rand, sagt er
Mister Zeitnot ist durchgereist. "Du stehst am Rand", ist seine Diagnose. Ob er ganz Mitte ist, weiß ich nicht. Er kennt den Weg, scheint es. Ein Durchreisender eben.
einzeln & frei
Heute habe ich einen Blumenverkäufer gesprochen, der als Handelsvertreter für Rentenversicherungen arbeitet und BMW fährt.
whatever - it´s me
Hab Kuttner entdeckt im Weltweiten. Er labert für die Netzzeitung. Mit Inhaltsverzeichnis. Eine angenehme Abwechslung nach Hases Unterhosen-Bremsstreifen-Monotonie. Die Bewerbung für den SPIESSER ist auch soweit fertig. Ein Vierteljahr Praktikum habe ich Peter Stawowy angeboten.
Persönlich und distanziert
Vertraute Geborgenheit findest du im Geschriebenen nicht. Es bleibt so unverbindlich wie das brodelnde Leben selbst. Jeder Makel wächst zur Grimasse. Und alles, was diese Grimasse verstärkt, wird Einladung zur Selbstverachtung, jedes Anklicken ein potentielles Anspucken. "Du bist hässlich" oder "Hey Süsse" sind die Begrüßungen, die dich erwarten, sobald du Anonymem Angriffsfläche bietest - persönlich und distanziert. Aber das schlimmste ist die Waage. Ich explodiere schon wieder. Bewegung ist wichtig.
Montag, Juni 11, 2007
Stimmen hören
Hab argentinischen Tango aufgelegt, bevor ich das SWR3-Webradio gestartet hatte. Dass da ein Link mit B6 und Roth alle Staus im SWR3-Land ankündigte, fiel mir erst auf, als ich Spleth nicht hören konnte. Die Wiedergabe streikte. Dann begann sofort wieder der SexMitClaudia-Blues. Dass der Palästinenser, der Nina besuchte, ausgerechnet Jack hieß, machte die These von der Weltverschwörung wieder perfekt. Einmal schizophren, immer schizophren. Es tischt echt tischig. Hab mich umsonst beeilt heimzukommen. Schade. "Als Autorin war sie nicht so erfolgreich", kommentiert eine verschleimte WDR2-Stimme irgendwen. Claudia und Jack. Was ist eigentlich konformes Verhalten? Wann driftet es in normiertes Miteinander ab? Wieviel Eiter filtert ein Mikro?
Bewerbung
Ich kann die Artikel nicht als pdf-Datei mailen. Morgen rufe ich beim Spiesser an, ob ich sie als CD vorbeibringen kann. Dann brenne ich eine CD, auf der auch die Zeugnisse drauf sind. Groke hat morgen eine Tanzlehrerin in seiner Sendung. Ich freu mich drauf. Danach hat mich ein WQ-ler zum Gespräch eingeladen. Tim ist jetzt in einer Chat Community für Schüler. Sie ist ähnlich aufgebaut wie studivz. Die flirten dort aggressiv: "Was willst du Hässlicher auf meiner Seite?", hat ihn ein Mädchen gefragt. Ich musste gleich wieder an uglypeople.com denken.
Gleichzeitiges
Bin ich zuhause, verknüpfe ich sämtliche Veränderungen. Zuhause. Nebenan habe ich heute das erste Mal Gespräche gehört. Es ging um Kaffee. Manchmal habe ich Lust, hinüber zu gehen, mich vorzustellen und zu fragen, wer das da ist und was die arbeiten. Vielleicht setze ich sogar die Brille auf. In der Straßenbahn hatte ich sie am Wochenende auf und über die vielen Gesichter gestaunt. Es war wie Kino. Jedes Gesicht ein Film. Aber es war auch eine Strecke, die ich sonst nie fahre. Zwischen Puschkinplatz und Semperoper. OK, die Brille, jetzt. Was verdammt ist das für ein Raum da drüben? Ist das die Besenkammer? Wozu treffen die sich dort? Die meisten Fenster sind zugezogen. Im Radio läuft WDR2: Das Wetter. Ob die hören, wenn ich telefoniere? Meine Stimme sei angenehm, meinte Wolfgang heute am Telefon. Was er bei WillsteQuatschen sucht, weiß er wahrscheinlich selbst nicht. Ablenkung wahrscheinlich. "Was kann ich tun, damit du dich in Dresden wohler fühlst?", hat er gefragt. Ein Augsburger in Dresden. Augsburg ist für mich eine winzige Kneipe mit Samtsofa und Rosenstolz und ein winziger verlassener Bahnhof. Ich hab schon wieder vergessen, was er hier baut. Irgendwas am Bahnhof. Tiefbau. Die beiden wohnen zentral und arbeiten ganz in der Nähe ihrer Wohnung. Als ich in Augsburg war, war es dort heiß und einsam. Grit wohnte dort. Die ganze Wohnung war voller venezianischer Porzellanpüppchen und orangeroter Tücher. Es war sehr still. "Kauf dir eine neue Brille", rät die Radiowerbung gerade. Die Brille nervt beim Schreiben. Ich muss nicht sehen können, was die da drüben machen.
Gläsern
Du schaltest die Webcam an und bist gläsern. Ein Teil deiner Mimik ist zu sehen. Eigentlich ist es normal. Offline bist du beim Reden meist zu sehen, nur dass du kaum redest. Aber jetzt sieht du dich selbst. Und dann triffst du ein Gesicht, dass überhaupt nicht zu fixieren scheint, jedenfalls nicht dein Gesicht. Dein Gesicht, das inzwischen immer wächserner zu sein scheint. Aber so genau weißt du das nicht, du siehst dich ja nicht in der Webcam. Du siehst nur, wie dein Gegenüber den Monitor fixiert statt dein Gesicht, seine Geschichte erzählt und ungerührt bleibt, wenn es dich beim Zuhören schmeißt. Er hat die Geschichte schon oft erzählt, sagt er. Vater ist er vielleicht geworden, so genau weiß er das nicht. Sie will ihn nicht mehr sehen, glaubt er. Irgendetwas hätte er anders machen müssen. Es sei kompliziert. Dabei führt er dich Schritt für Schritt so sicher, dass du dich schon mit ihm auf dem Parkett siehst. Du bist gläsern, so gläsern, dass man dir eine Biografie vor die Füße kotzen kann, ohne befürchten zu müssen, dass du irgendwas veränderst, dass du auch nur einen Gedanken infrage stellst. Aber dieser umherirrende Blick, der dich überhaupt nicht zu bemerken scheint, verunsichert dich. An der Wand ein Foto, das aus der Zeitung ausgeschnitten ist. Es erinnere ihn an sie. Als er das erzählt, kracht es hinter dir stumm im Fernseher, ein Formel1-Unfall. Er ist weit weg. Irgendwo zwischen Zeitung und Fernsehen. Es scheint ihm gut zu gehen, so geborgen zwischen unterschiedlichen Reizen.
Sonntag, Juni 10, 2007
Eintönig
Er korrigiert Geschichte. Seine Gegenüber sind Abiturienten. 22 hat er angehört. Er will gerecht sein. Als Zweitkorrektor. Vor ihm hat ein Anderer schon die Texte bearbeitet. Weichen ihre Bewertungen mehr als drei Punkte voneinander ab, liest ein Dritter gegen. "Deine Sprache ist eintönig", sagt er. Zeit, Wäsche aufzuhängen.
Samstag, Juni 09, 2007
Puschkin, Leipziger Straße 12
OK, es hätte schlimmer kommen können: Der Blitz hätte mich am Bierstand erschlagen können. Aber der fehlte auf der Brache, der Bierstand. Die einzige Möglichkeit zu sitzen, waren zwei Schalholzbretterhaufen. Duftend und harzig.
Was da im Puschkin selbst zu hören war, war lediglich laut. So laut, dass die Digicam vibrierte. Ich habe danach nur noch von den Lippen ablesen können, was Nina über ihren Einzigen sagte. Er ist Bassist bei Philia.
Flamingorosa & Weißherbst
Welche Farbe hat die Zeit? Auf der A43 sind Baumstämme. Bei Lablue schreibt einer, dass er nicht auf der Suche nach schnellem Sex ist. Trocken. Es ist sehr trocken. Sein Beruf sei trocken. Oder war das doch ein anderer? Zum Zurückblättern ist es zu spät. Hab das Gesicht vergessen, zu dem die Worte gehörten. Ich weiß nur noch, dass der mit dem trockenen Beruf ein Doppelkinn hatte und wie ein Oberarzt oder ein selbständiger Veterinär aussah. Oberärzte ähneln selbständigen Veterinären. Chefärzte haben dann noch den hedonistischen Zug, den die strukturierte Langeweile des Anwalts mit sich bringt, um den Lippen. Um die Lippen oder um den Lippen? Egal. Ein trockener Beruf eben. Ich weiß immer seltener, was ich suche. Groke ist heute nicht im Programm gelistet. Wenn ich mir weh tun will, stelle ich mir vor, dass er sich wegen mir nicht listen lassen will. Aber inzwischen ist Google nicht mehr so offensiv: Ich tauche nur noch an wenigen Stellen unter seinem Namen auf, es sind viele Einträge dazugekommen. Software ist eben doch etwas besonderes. "Das juckt keinen heiligen Damm", liest Thomas Bug grad ab. Ich hole mir einen Kirschjoghurt aus dem Kühlschrank und denke an Sauerkraut. Dazu tönt Grölemeyer aus dem Weltweiten.
Freitag, Juni 08, 2007
Enthemmt
Wer vor der Kamera seinen Damm perforiert - resp. im toten Winkel agiert - lächelt auch auf Kommando. Verdammt, wo beginnt Freiheit? Bei entgrenzter Nähe oder beim vollständigen Rückzug? Und was, wenn du überall Nähe witterst, egal, was du tust? Was, wenn alles dich meint? Hab gestern einen Comic gesehen: Tisch hieß die, egal, wie sehr sie sich zurückzog, alles meinte sie. Erektion und Blähung - vielleicht ist das der einzige Suchweg, zu dem ich im Moment noch in der Lage bin, um mein Körperschema wieder zu ordnen. Bin immer noch irritiert, wenn jemand seinen Urinstrahl zur Vaginalfontäne verklärt.
Donnerstag, Juni 07, 2007
Sex als Eingriff
Hab das erste Mal eine Pornosequenz gesehen. Die musste offensichtlich mit Minimalbudget auskommen. Ein Sessel, zwei Personen, viel Licht. Dazu ein Kurzinterview und Großaufnahme des jeweiligen Damms. Es hatte was von Casting. Sex als Eingriff. Die Stellungen waren gleich, der Ablauf des Drehs identisch, auch die Drehzeiten deckten sich weitgehend. Massenabfertigung und die Reaktionsmuster dabei. Offensichtlich waren Kamera, Kameramann und Raum gemietet. Die Partner schienen sich auch fremd zu sein. Großstadthektik bei Fließbandromantik.
Zu klein für ein redaktionelles Praktikum
Fünf der Dresdner Verlage sind zu klein, um dort ein redaktionelles Praktikum zu machen: Auditex, Labhard Medien, Lichtdruck- und Bildverlag der Kunst, Moderne Zeiten Medien und Nobis. Cornelsen und Freie Presse bieten das Praktikum nur außerhalb der Stadt an.
Salatwichser verurteilt
Inzwischen ist es schon wieder gelöscht und Geschichte: Gestern - ich aß gerade das erste Mal Eisbergsalat mit Schinkenstreifen und Buttermilch - landete eine als Schulungsmaterial deklarierte jpg-Datei in meiner Mailbox, auf der eine rotgelockte Schöne mit Sommersprossen im Blitzlichtgewitter des Beglückten Fellatio praktizierte. Ich war so betroffen, dass ich mich kaum zuzubeißen traute und mir vornahm, mich in Zukunft auf Olivenöl und Balsamico zu beschränken. Am erstaunlichsten blieb, dass der Dokumentar auf ein Teleskop verzichtete, um die Größe des Ereignisses zu verdeutlichen.
Mittwoch, Juni 06, 2007
G75
Google listet Mini-Backofen und PSR kommentiert DaHörstDuKeinenWecker. Bilder der Oberweite sind nirgendwo zu sehen. Eigentlich heißt es ja auch 75G. Aber da kommen auch nur Reisessigpulver a 75 Gramm, Deosticks und die Story einer gescheiterten Maklerin.
Das kam grad mit der Post
Was würdest du gerne mit mir tun :
1. mit mir schlafen
2. küssen
3. umarmen
4. verlieben
5. verpiss...dich
6. ignorieren
7. befreundet sein
8. miteinader telefonieren
9. zusammen saufen.
Schick mir die Nummer, was du gerne mit mir machen würdest. Und verschick diese Nachricht an alle Leute auf deiner Liste und an mich!! Erfahre, was die anderen mit dir gerne machen würden! Unterbrich diese Kette nicht.
1. mit mir schlafen
2. küssen
3. umarmen
4. verlieben
5. verpiss...dich
6. ignorieren
7. befreundet sein
8. miteinader telefonieren
9. zusammen saufen.
Schick mir die Nummer, was du gerne mit mir machen würdest. Und verschick diese Nachricht an alle Leute auf deiner Liste und an mich!! Erfahre, was die anderen mit dir gerne machen würden! Unterbrich diese Kette nicht.
Friedhofskatzenschwüle
Nichts drängt, alles hat Zeit. Strukturorganisation... Wie funktioniert ein Friedhof - seine Wege, seine Abläufe, wie funktioniert er? Niemand geht ans Telefon. Wahrscheinlich sind die beiden unterwegs. Ich will abnehmen. Wie immer, wenn ich abnehmen will, denke ich sofort ans Essen. Niemand da zum Bekochen. Essen. Hören. Schreiben. Essen. Ich habe Appetit. Salat? Ich mache Salat. Ein schöner Mittwoch.
Moment, sie will was sagen
Die Neu plauzt mir in meinen Gedanken rein. Grad will ich das erste Mal im Tagesschau-Forum posten. Und schon ist wieder dieses IchBinGläsern da. Als ob die Neu hier mitliest. Komisch, der Moment. Ich hab sofort das Studio vor Augen, die einzelnen Monitore, Regler und Zufälligkeiten, werde wütend und bekomme Lust sie zuzugüllen. Warum verdammt nehme ich Neuroleptika? Doch nicht damit diese Kuh Moment,SieWillWasSagen mitten in meinen Gedanken speit. Und schon poste ich einen total lauen Text. Ich hasse die Neu. Mindestens fünf Minuten. Hier der Text:
Neben den 1-Euro-Jobbern gibt es noch eine weitere Gruppe, die die Arbeitslosenstatistik schönt, die der EU-Rentner. Deren Rehabilitation würde den Arbeitsmarkt erweitern, ist aber scheinbar nicht gewollt. Dadurch gibt es nicht nur eine Zwei- sondern sogar eine Drei-Klassengesellschaft in dieser schnelllebigen Zeit, in der Biografien zu Verfügbarkeiten verkümmern.
Neben den 1-Euro-Jobbern gibt es noch eine weitere Gruppe, die die Arbeitslosenstatistik schönt, die der EU-Rentner. Deren Rehabilitation würde den Arbeitsmarkt erweitern, ist aber scheinbar nicht gewollt. Dadurch gibt es nicht nur eine Zwei- sondern sogar eine Drei-Klassengesellschaft in dieser schnelllebigen Zeit, in der Biografien zu Verfügbarkeiten verkümmern.
Furcht & Suchtverlangen
Vielleicht ist das ein besserer Frageweg als "Blähung und Erektion" - es hat eher einen transpersonalen Touch. Aber das in einen Rapport zu packen ist noch schwerer. Was sind äußere Merkmale bei Blähungen? Woran kannst du überhaupt festmachen, was diesseits des Sonnengeflechts abläuft, ohne Hand oder Ohr anzulegen? Wie sieht frau Abdominales? An der Handvenenfüllung? Gesetzt den Fall, sie sind stark genug, hat er Stress, lebt Widerstand und die Hand ist kalt. Ist die orgastische Manschette eine ektope Blähung? Jetzt riecht es nach Farbe. Frisch. Wenigstens nicht dieser widerliche Essensdunst.
Broca war der Erste, der das limbische System beschrieben hat. Ausgerechnet der Sprachzentrums-Broca. Was war der Broca-Index? Das ist schon wieder so lange her. Den Mandelkern hat er nicht einbezogen, meint Wikipedia. Aber ob er den Hippocampus dazuzählte, hab ich auch nicht gesehen. Das Seepferdchen. Bei Seepferdchen muss ich seit Jahren immer an Wilhelm denken: Er oben und seine Synchronschwimmerin mit abriebstabilen Polsterungen.
Broca war der Erste, der das limbische System beschrieben hat. Ausgerechnet der Sprachzentrums-Broca. Was war der Broca-Index? Das ist schon wieder so lange her. Den Mandelkern hat er nicht einbezogen, meint Wikipedia. Aber ob er den Hippocampus dazuzählte, hab ich auch nicht gesehen. Das Seepferdchen. Bei Seepferdchen muss ich seit Jahren immer an Wilhelm denken: Er oben und seine Synchronschwimmerin mit abriebstabilen Polsterungen.
Erektion & Blähungen
OK, meine Fragetechnik ist idiotisch. Der Rapport ist mehr als unvollständig. Genausogut hätte ich nach irgendetwas anderem Peinlichem direkt nach dem SchönesWetterHeute fragen können. Was ist eigentlich peinlicher als Dammschwäche bei Bauchpresse? Augenringe? Dammschwäche unterhalb der Hutkante... Frontalangriff, es ist ein Frontalangriff. Aber wie kommst du überhaupt so weit, dass du Blähung und Serotonin außerhalb von Parkinson verknüpfen kannst? Die massivsten Knaller hab ich beim Parkinson erlebt. Du drehst permanent Pillen und traust dich kaum noch vor die Tür. Die Libido ist praktisch null: Alles, was dir bleibt, ist endloser Durst. Vielleicht um zu stabilisieren, was bei pontinem neuroleptischen Knebel noch dammnah schwellen kann. Was ist eine globale Begegnung? Eine, in der der andere im selben Moment alles durchlebt - das höchste Hoch und das tiefste Tief - pontin und dammnah? Gekoppelt mit einer Exkretion an sämtlichen ektodermalen Strukturen? Wo ist die Grenze vom Angstschweiß zum Grand Mal? Wieso haben so viele Frauen kalte Füße bei der Ejakulation? Und stimmt das überhaupt? Vielleicht hat das am ehesten etwas mit dem Entropie-Erhaltungssatz zu tun. Limbisches System und Mandelkern ist vielleicht der einfachste Suchweg beim Rapport. Verdammt, ich beobachte mich schon wieder beim Denken und lese mich beim Schreiben, spontan wie ein kalter Finger.
Bewegung tut gut
Durchfall, jeder Gedanke bläht sich zu einem gewaltigen Furz. Und schon wieder ein nackter Mann am anderen Ende der Webcam. Meine Frage nach Erektionen bei Blähungen beantwortet er standardgemäß mit IchHabeKeineBlähungen. Ich habe schon wieder kalte Hände. Bin ich frigide? Warum reagiere ich auf nackte Haut stereotyp mit Versagensangst und Angstschweiß? Vielleicht sollte ich die Domain wechseln, auf den Stepper gehen und dort über Gott und die Welt, über Heimatlosigkeit und Wurzeln nachdenken. Fehlt nur noch, dass mein Magen streikt. Eine Freundin wäre gut. Eine zum OpenEndLabern über das Wohnen in einer WG, in einer WG, in der kein Erbrochenes in der Waschgeldose ist. Eine WG, in der sich meine Kinder wohl fühlen. Im Grünen mit Garten. Und ab und an ein Offline-Mann.
Wo wir alleine schlafen, sind wir heimatlos
Mcnep klugscheißt im Blaster über Heimat. "Wo wir alleine schlafen, sind wir heimatlos", schreibt er. Dann bin ich auf ständiger Heimatsuche. Aber Mcnep hat auch keine Kinder. Er erlebt sich als Epigone. Soll er doch. Ein Epigone, der angekommen ist.
Dienstag, Juni 05, 2007
Regurgitation. Orgastische Manschette diesseits des Zwerchfells
Ob es embryonale Parallelen zwischen Zäpfchen und Gemächt gibt? Hab heute eine Ein-Mann-Feldstudie zum Thema Erektion und Blähung gemacht, bin aber bei der Verknüpfung von orthograd Analem und Neuroektoderm nicht fündig geworden. Stattdessen driftete das Gespräch gen Bondage ab. Es ist sinnlos, den Chat im Messenger für Recherchen zu nutzen. Da kommst du kaum über Grobmorphologisches beim Erregungsablauf beim Würgereflex und dem WennJa,MitWem hinaus. Was verdammt läuft bei S1/S2 ab, was nicht auch durch Hirnnerven gesteuert ablaufen könnte? Was macht Bulimie so attraktiv? Wo ist der Unterschied von Regurgitation und Vaginalspasmus?
Das Risperdal flutet wieder an.
Franz mag es nicht. Es würde Selbstmordgedanken provozieren. Ich bin die Nächte vorher aufgewühlt und wache müde auf. Kurz danach ist die Welt weitgehend sortiert, und ich kann aufs Klo gehen, ohne sämtliche Nachbarn mitzudenken. Meine Uhr war stehengeblieben, obwohl die Batterie noch nicht ganz leer war. Hab sie trotzdem wechseln lassen. Kurz vorher saß mir in der Bahn eine wunderschöne Mittachtzigerin mit furchtbaren Zähnen in Beerdigungsmontur gegenüber, sie wollte zum Kegeln. Als ich sie nach ihrer Jogginghose fragte, blieb sie einsilbig: Sie trifft ihre Kegelschwester in den Schillerplatz-Arkaden. Kegeln wollte sie mit ihr in Tolkewitz. Ist das XXL nicht in Reick? Schwierig. Am liebsten hätte ich sie begleitet. Hab ihr viel Spaß gewünscht. Der Tolkewitzer Friedhof ist groß. Vielleicht lernt man sich dort kennen. Die Haare fielen wunderschön. Ein weißer Flaum.
Montag, Juni 04, 2007
Weißglut
Ich bin immer noch wütend: Du chattest im Messenger und hast das Gefühl, gläsern zu sein. Der Andere kündigt an, sich zu entkleiden, und du überlegst, was er in dir sieht. Stress. Stress bis zur Weißglut. Und du wirst wütend auf alles und jeden, spürst, wie deine Füße kalt werden, hörst, dass ein Unfall in unmittelbarer Umgebung von Thomas, bei Hainsberg, auf dem WDR gemeldet wird - ausgerechnet auf dem WDR - und hast nicht wenig Lust, das Puzzle, das in deinem Kopf entsteht, unmittelbar ins Netz zu kotzen, zusammenhanglos und grell wie Erektion und Gejaule in einem Porno. Durch die Unfallmeldung eingeschüchtert, beschließt du, dich auf Word und die eigene Festplatte zu beschränken und nicht gleich das Weltweite zu fluten, bist aber schon wieder wütend auf dich selbst bei so viel Opportunismus, sobald du spürst, dass du jpg-Dateien nicht in Word laden kannst. Wut, gleißende Wut. Bin immer noch erregt.
WDR2
Der Sender hat keinen transparenten Moderationsplan. Du hörst eine Stimme, ohne sie einem Namen oder einem Gesicht zuordnen zu können. Das verunsichert, egal wie sehr sie sich anbiedert. Jeder Dauerableser auf dem DLF ist leichter zu erkennen als diese Chameleons. Du merkst nur, wie die Füße immer kälter und die Verkehrsmeldungen immer kryptischer werden, verfluchst deine chronische Angst und sehnst dich nach Schlaf. Ein undurchdringlicher Filz. Zeit für Risperdal.
OK, offensichtlich war mein Hilferuf doch laut genug: Johannes Simon heißt er. Dass im WDR plötzlich eine Dresdner Unfallmeldung auftaucht, macht offensichtlich auch einen abgebrühten Wessie stutzig. Oder auch nicht. Ich beruhige mich jedenfalls schneller, als ich dachte. Dass er Milchholen aus dem Windows Live Messenger ähnelt, wird mir ausgeschlafen wahrscheinlich auch nicht mehr auffallen.
OK, offensichtlich war mein Hilferuf doch laut genug: Johannes Simon heißt er. Dass im WDR plötzlich eine Dresdner Unfallmeldung auftaucht, macht offensichtlich auch einen abgebrühten Wessie stutzig. Oder auch nicht. Ich beruhige mich jedenfalls schneller, als ich dachte. Dass er Milchholen aus dem Windows Live Messenger ähnelt, wird mir ausgeschlafen wahrscheinlich auch nicht mehr auffallen.
Sonntag, Juni 03, 2007
Samstag, Juni 02, 2007
Ich finde dich sexy
Du schaust in deine Mailbox, bist müde und liest verblüfft, dass dich ein Mittzwanziger sexy findet und mit dir schlafen will. Nach dem ersten Grübeln, wem dieser Gag nützen könnte, und dem Prüfen von Augen- und Speckringen beschließt du, dich nicht verunsichern zu lassen, beantwortest die Mail und gehst zur Tagesordnung über.
Anonymisiertes
Frauen suchen sich ihre Masseure aus
Je nach Wunsch streichelt er in Boxershorts, vollständig bekleidet oder nackt.
Dass seine Massagen gut tun, hat sich herumgesprochen, Freundinnen reichen seine Telefonnummer untereinander weiter. 50 Frauen betreut der 33-jährige Dresdner inzwischen. Dazu kommt er ins Haus. Oft ist er aller vierzehn Tage da. Besonders Hausfrauen auf dem Weißen Hirsch schätzen seine Hände. 54 Jahre ist die Älteste.
Mit Neukundinnen bespricht er zuerst bei einem Glas Wein, was er genau macht, wo er massiert und wo Grenzen sind. Dann breitet er im Schlafzimmer oder auf dem Sofa eine Decke aus, während sich die Kundin entkleidet. Seine Berührungen seien wie ein Hauch, sagt er. Einfühlsam stimme er die Bewegung ab. Zwei Stunden streichelt er - erst Rücken, Po und Beine, dann Hals und Brust, schließlich Bauch und Scham, bis seine Kundin so entspannt ist, dass sie ein Kribbeln spürt. Er sitzt dabei im Schneidersitz, legt die Beine der Frau über seine Beine und vertieft mit ruhigen Worten ihre Atmung. Dann massiert er Kitzler und Schamlippen, bis multiple Orgasmen eintreten. Je nach Wunsch ist er vollständig bekleidet, trägt Boxershorts oder ist nackt. Ist die Frau kein Single und wird befriedigt, will sie danach meist ihre Ruhe haben, und er geht.
Männer hat er noch nicht massiert. „Schwule haben ihre eigenen Kreise“, sagt er. Er sei Einzelkämpfer und schließe sich niemandem an.
Aufgewachsen ist er in einer Kleinstadt. Die Eltern seiner Mutter hatten dort eine Fleischerei, die er übernehmen sollte. Aber er wurde Anlagenelektroniker und war viel im Ausland unterwegs, auch drei Monate in den USA. Jetzt ist er Vater und will nicht weg. Der Blick früh aus dem Fenster auf die Elbhänge, das Licht, hält ihn. Vier Jahre ist sein Sohn jetzt. Hat er frei, ist er mit ihm im Garten seiner Eltern, an der Elbe Enten füttern oder räubert draußen mit ihm rum.
Er zeichnet gern Elemente, die ohne Anfang und Ende ineinander fließen. Auch die Rose, die er im Schritt trägt, hat er selbst entworfen.
Um nicht zu ermüden und in Form zu bleiben, trainiert er im Fitnessstudio. Im Moment sucht er eine Aktfotografin, um sich seinen Kundinnen besser präsentieren zu können. Er befriedige die Sehnsucht nach Gefühl, sagt er. „Frauen suchen sich ihre Masseure aus.“
Bildunterschrift: Er zeichnet gern Elemente, die ohne Anfang und Ende ineinander fließen.
Je nach Wunsch streichelt er in Boxershorts, vollständig bekleidet oder nackt.
Dass seine Massagen gut tun, hat sich herumgesprochen, Freundinnen reichen seine Telefonnummer untereinander weiter. 50 Frauen betreut der 33-jährige Dresdner inzwischen. Dazu kommt er ins Haus. Oft ist er aller vierzehn Tage da. Besonders Hausfrauen auf dem Weißen Hirsch schätzen seine Hände. 54 Jahre ist die Älteste.
Mit Neukundinnen bespricht er zuerst bei einem Glas Wein, was er genau macht, wo er massiert und wo Grenzen sind. Dann breitet er im Schlafzimmer oder auf dem Sofa eine Decke aus, während sich die Kundin entkleidet. Seine Berührungen seien wie ein Hauch, sagt er. Einfühlsam stimme er die Bewegung ab. Zwei Stunden streichelt er - erst Rücken, Po und Beine, dann Hals und Brust, schließlich Bauch und Scham, bis seine Kundin so entspannt ist, dass sie ein Kribbeln spürt. Er sitzt dabei im Schneidersitz, legt die Beine der Frau über seine Beine und vertieft mit ruhigen Worten ihre Atmung. Dann massiert er Kitzler und Schamlippen, bis multiple Orgasmen eintreten. Je nach Wunsch ist er vollständig bekleidet, trägt Boxershorts oder ist nackt. Ist die Frau kein Single und wird befriedigt, will sie danach meist ihre Ruhe haben, und er geht.
Männer hat er noch nicht massiert. „Schwule haben ihre eigenen Kreise“, sagt er. Er sei Einzelkämpfer und schließe sich niemandem an.
Aufgewachsen ist er in einer Kleinstadt. Die Eltern seiner Mutter hatten dort eine Fleischerei, die er übernehmen sollte. Aber er wurde Anlagenelektroniker und war viel im Ausland unterwegs, auch drei Monate in den USA. Jetzt ist er Vater und will nicht weg. Der Blick früh aus dem Fenster auf die Elbhänge, das Licht, hält ihn. Vier Jahre ist sein Sohn jetzt. Hat er frei, ist er mit ihm im Garten seiner Eltern, an der Elbe Enten füttern oder räubert draußen mit ihm rum.
Er zeichnet gern Elemente, die ohne Anfang und Ende ineinander fließen. Auch die Rose, die er im Schritt trägt, hat er selbst entworfen.
Um nicht zu ermüden und in Form zu bleiben, trainiert er im Fitnessstudio. Im Moment sucht er eine Aktfotografin, um sich seinen Kundinnen besser präsentieren zu können. Er befriedige die Sehnsucht nach Gefühl, sagt er. „Frauen suchen sich ihre Masseure aus.“
Bildunterschrift: Er zeichnet gern Elemente, die ohne Anfang und Ende ineinander fließen.
Freitag, Juni 01, 2007
Heimlich
Grad noch "berühmt", soll jetzt jeder Kontakt heimlich sein, wünscht er sich. Irgendwie erinnert mich das alles an das Miteinander meines lieben Bruders mit der Mutter seiner ältesten Tochter. Ich will seine Vorlesungsmitschriften durchblättern, um einen Überblick über den Studiengang Verlagsherstellung zu bekommen, er wittert Aufreger für seine Einzige. Heimlich. Heimliches Blättern. Nun denn, blättert frau Mitschriften an einem neutralen Ort. Mister Chaos plant. Es wird nett.
Die berühmte reife Frau
Ist das jetzt zu spät für eine Midlife Krise? Hab mich grad noch geborgen gefühlt, da kam die SMS: Er sei der berühmten "reifen Frau" begegnet. Damit scheint er mich zu meinen. Erst dachte ich, boah ich bin berühmt. Dann habe ich begriffen, dass die Position "Frau" austauschbar ist. Groke intoniert grad die HARTZ-Club-Band, ohne einen einzigen Beatles-Titel aufzulegen. Tom. Wieder einer mehr, der nicht ans Handy geht, wenn ich anrufe. Ich bin wirklich berühmt.
Striesen hat irgendwann mal gelebt
Du blätterst in Verlagsverzeichnissen und staunst, was sich alles Verlag nennt, telefonierst und resignierst, jedenfalls auf der Jobsuche. Es ist einsam hier, noch einsamer als im Blaster. Zwischendurch ein Höflichkeitsanruf bei Paul, der behauptet, dass er 10 Uhr vor der Tür steht und dabei damit rechnet, dass du nackt öffnest. Die Jugend von heute ist unter Zeitdruck. OK, das Internet hängt heute auch öfter als sonst, aber insgesamt ist es ein normaler Tag. Es ist Kindertag. 13 ist Tim jetzt, eigentlich schon Jugendlicher. Seit gestern hat er ein neues Handy und einen neuen Tischtennisschläger. Nina hat ihr OK für das Kamerun-Jahr.
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