Sonntag, Juni 24, 2007

OneNightStand

Manchmal ist nach einer Nacht schon alles klar: Du weißt, das nichts geht. Ist die Eingangsinvestition, die eingangs investierte Zeit, umfangreicher, als du es sonst zulässt, fragst du dich, warum du erst nach dieser einen Nacht gemerkt hast, dass da nichts ist. Nichts, das das Bleiben lohnt. Zumal wenn zwischen dem SchönesWetterHeute und dem WasMagstDuZumFrühstück mehr als drei Sätze lagen, ist es jedes Mal aufs Neue ernüchternd. Ein Symptom der Austauschbarkeit in der Großstadt. Schön, wenn dann wenigstens ein BistDuOK?MirGehtEsGut als Feedback bleibt. Und du blätterst in deinen eigenen Erinnerungen wie ein Fremder. Dabei drehst du dich gerade nur schneller als sonst im Kreis, siehst Vertrautes verschwimmen, und Fremdes verwischt mit Vertrautem zur Grimasse. Er ist Inder und erfolgreich. Ein erfolgreicher Inder in Dresden. Kein Grund, neidisch zu werden. Der Erfolg ist hart erarbeitet. Das Leben ist hart, sagte er letzte Woche, es ist kurz, diese. Irgendetwas hat sich verändert. Ein OneNightStand. Verdammt, warum strengt Begleiten so an? Warum hat Tim keine Lust, mit mir zusammen zu sein, wenn er auf dem Elbhangfest ist? Ich sitze schon wieder seit Stunden zu Hause, telefoniere, schreibe und höre. Im Radio Groke. Vorhin war Sven am Telefon. Ob Erfolg etwas ist, was ich auch irgendwann wieder einmal spüre? Vielleicht morgen: Ich will Blumenkohl kochen.