Sonntag, September 30, 2007
Lange Nacht des Sports
Einen Yogalehrer habe ich nicht gefunden, nur eine vertraute Stimme. Robert Drechsler stand auf der Bühne und moderierte. Er sah in dem Moment aus wie Dirk Bellmann. Nina verteilte Flyer. Sie war so schön wie immer. Nur ich war noch ein bißchen mehr stolz auf sie als sonst.
Samstag, September 29, 2007
Sport
Im Pool gibt es einen Verein, bei dem ich preiswerter Billard spielen könnte. Ich soll mich heute nach 18 Uhr melden. Da ist dann ein Festangestellter da, sagte die nette Stimme am Telefon. Ich will bei der Langen Nacht des Sports einen Volleyball-Verein finden und nach Yoga-Lehrern schnuppern.
Nah am Wasser
Ich hab gestern Stunden lang unter Spannung gestanden, ohne zuordnen zu können warum. Hab überall Ö, Ü oder Ä gesehen. Selbst Augenpaare waren nichts weiter als die Ergänzungen zu Umlauten. Ich war ausgebrannt, ohne Schlaf zu finden. Alvar, Liane und Groke rückten gleichzeitig weg. Grund genug zu heulen, als Grokes Stimme nach Sieben plötzlich wieder zu hören war. Ich war ganz Bühne mit sämtlichen Umlauten bis zu dem Moment. Es war, als ob mich jemand dabei beobachtete wie beim Pflaumenessen mit einem Ha,DuDachtest,SieSchmeckt? Ich bin reif für Kaffee mit Chili. Mit einem SeiSüß,Lächle im Kopf, gefriert mir alles Spontane, und ich sehne mich nur noch nach Kuschelwärme, trinke meinen Chili-Kaffee und träume von Groke, die Tigerkatzenkette in den Händen. Seitdem ich diese Kette habe, ist er nicht mehr so weit weg. X. hat sie mir geborgt. Tim war der Erste, dem sie auffiel. Vorhin ging Franz ans Telefon. Ich war verblüfft, hab nur gehört, dass das nicht Tim ist. Heute ist Einradtag und die lange Nacht des Sports. Tim hat ja ein Einrad, wird aber lieber mit Jonas proben, als beim Einradhockey zuzuschaun. Andreas kommt nachher. Wir gehen zur Langen Nacht des Sports, X. macht dort Promotion für die Fitness Company. Ich will sehen, wer wo in Dresden Volleyball oder Billard anbietet. Andreas war gestern in der Straße E, hat dort Leute Billard spielen sehen und an mich gedacht. Wahrscheinlich war das das Straßencafe. "Da läuft einem glatt die Sonnenmilch aus dem Schritt", tönt der SR1, bevor die Übertragung abbricht. Pech, jetzt nach dem Text zu fragen, wird schwer. 12:44 war das - ein Text zur Herbst-Depression. Hab dem Sender gemailt, um zu erfahren, wo die Wave-Datei archiviert ist. Vielleicht bekomme ich eine Antwort. Groke selbst zu fragen, führt wahrscheinlich nicht weiter. Der antwortet mir selten. Vielleicht ist seine Mailbox zu voll.
Freitag, September 28, 2007
Reiseziel Saarbrücken
Ich habe mich immer häufiger in Saarbrücker Domains eingecheckt. Trotzdem kam das Stellenangebot für das Weglaufhaus Saar überraschend. Plötzlich rückte alles verdammt nah heran. Hab sofort Sabine gemailt, aber die lehnte natürlich dankend ab. Was würde es auch ändern, wenn sie plötzlich in einem Weglaufhaus werkelt? Der Orientierungskurs gestern war intensiv: Ich habe mit Michaela Tango getanzt und Haarschnitte angeboten. Das Bewerbertraining sollte das einläuten - erst tanzend begleiten, dann Eigenes vermarkten. Ich habe gestaunt, das jeder, der mich dann ansprach, auch tatsächlich eine Leistung vergüten wollte: Drei wollten Haarschnitte, einer geputzte Fenster. Sylvia gehe ich aber lieber aus dem Weg. Ich mag nicht, wie sie streitet. Der Blaster-Alvar scheint im Moment zu recherchieren, wer wann wo wie Bewertungspunkte vergibt. Dass ich meine eigenen Texte positiv bewerte, scheint ihn zu stören.
Dienstag, September 25, 2007
Maria Forker
Hab mir einen Notizzettel gemacht auf der Rückseite einer Buchankündigung. Risperdal Ausschleichen war einer der Punkte. Das sieht sie zurückhaltend. Es als Fernziel im Auge zu behalten akzeptiert sie, genau wie die Approbation.
Montag, September 24, 2007
Rehabilitation als Journalist
Die Rehaberaterin vom Arbeitsamt finanziert das individuelle Rehabilitationsmanagement der FAW nicht. Entsprechende Praktika soll ich deshalb auch noch nicht vereinbaren.
Mein nächster Artikel ist über die Delegiertenkonferenz der Antifa in Dresden für Sigurd Goldenbogen. Dabei geht es ihm um Gedenkstätten und NPD-Verbot, mir um den Gedenktag für die Psychiatrietoten am 2. Oktober, der seit 2004 vom Bund der Psychiatrieerfahrenen begangen wird. Ich bin gespannt, was auf der Konferenz dann tatsächlich verbalisiert wird.
Karin kam heute nicht zum Yoga, sie hatte einen Autounfall, kann kaum aufstehen, war beim Arzt und bekocht sich inzwischen selbst.
Mein nächster Artikel ist über die Delegiertenkonferenz der Antifa in Dresden für Sigurd Goldenbogen. Dabei geht es ihm um Gedenkstätten und NPD-Verbot, mir um den Gedenktag für die Psychiatrietoten am 2. Oktober, der seit 2004 vom Bund der Psychiatrieerfahrenen begangen wird. Ich bin gespannt, was auf der Konferenz dann tatsächlich verbalisiert wird.
Karin kam heute nicht zum Yoga, sie hatte einen Autounfall, kann kaum aufstehen, war beim Arzt und bekocht sich inzwischen selbst.
Sonntag, September 23, 2007
1600 bis 1800 Euro brutto sind das zu erwartende Gehalt als Gesundheitskaufmann, sagt Arnim. Mit der Fortbildungsakademie der Wirtschaft und dem Arbeitsamt eine individuelle Rehabilitation zu vereinbaren und bei Goldenbogen stundenweise dazu zu verdienen wird sinnvoller sein. Am Dienstag spreche ich wegen den Risperdal-Depotspritzen die zerebrovaskulären Symptome - hängender linker Mundwinkel, Taubheit im linken Arm, Schmerzen im rechten Bein - mit der neuen Psychiaterin durch.
Samstag, September 22, 2007
Andreas war da.
Wir waren im Gerücht Weißwein trinken. Die Nacht war kühl. Aber die Heizung war an. Die Frauen, die Andreas kennt, sind zum Teil psychiatrie-erfahren. Andreas sagt, dass der Chef vom Klax Wolle Foerster heißt - Wolle, wie der Wolle, bei dem Janos Wieland Filme schneidet. 36 Überwachungskameras gibt es im Klax. Wenn Andreas beim Überlegen nach rechts oben schaut, denke ich sofort an Groke. Rackwitz gefällt ihm.
Lavendel & Zitrus
In Saarbrücken experimentieren Schulen mit Düften: Statt verschwitzter Turnschuh, altes Butterbrot und nasse Kreide prägen jetzt Lavendel und Zitrus den Raum. Ob das auf lange Sicht mehr nützt, als zu schaden, wird sich zeigen. Hummel favorisiert die beide Düfte auch.
Freitag, September 21, 2007
Martin
Manchmal warst du mir so vertraut wie mein Notebook oder wie der Kater. In solchen Augenblicken war ich ziemlich zufrieden, weil ich dich erkannt hatte. Dann, nach wenigen Sekunden warst du schon wieder weit fort in Gedanken und sahst so entspannt dabei aus. Du warst schön, besonders wenn du wütend warst. Manchmal hielt ich deine Nähe kaum aus. Beim Notebook gab es da einen Schalter. Der Kater drehte dann bei. Und du? Wenn du wütend warst, fingst du an zu philosophieren mit Anwesenheitskontrolle, grad wie zur Konfirmandenstunde. Am schönsten warst du, wenn du im Schlaf gelacht hast. Aber das hast du nur selten gemacht.
Phantasiereise im Orientierungskurs
Suche nach den Quellen deiner Kraft und zeige sie mir. Erinnere dich an Stationen deines Lebens. Das kann auch schmerzhaft sein. Störungen gehören dazu. Du kannst die Phantasiereise abbrechen, indem du die Augen öffnest, dich bewegst oder den Raum verlässt. Nimm eine angenehme Körperhaltung ein. Richte die Augen auf einen ruhigen Punkt im Raum. Nimm Kontakt wahr. Nimm den Atem wahr und auch Bewegungen. Wandere durch deinen Körper vom Scheitel bis zur Sohle. Entspanne dich dabei. Erinnere dich an die Zeit, als du fünf bis sechs Jahre alt warst. Was für ein Kind warst du?Phantasievoll oder aufgeweckt? Du hast vielleicht Träume, wer du am liebsten sein willst, wenn du groß bist... Nun bist du elf oder zwölf Jahre alt, gehst zur Schule und hast auch noch andere Interessen oder beschäftigst dich mit etwas, was dich fasziniert. Es gibt viele Möglichkeiten - nachmittags oder am Wochenende oder in den Ferien. Gibt es jemanden, der dir besonders wichtig ist in dieser Zeit? Später in deiner Jugendzeit hast du vielleicht Ideale. Und du hast Wünsche und Sehnsüchte, die dein späteres Leben betreffen. Was ist dir wichtig? Womit beschäftigst du dich? Du sammels vielleicht erste Erfahrungen in den Ferien oder in einem Praktikum. Wie geht es dir damit? Wie fühlt es sich an? ...und du beginnst ein Ausbildung. Beende jetzt diese Übung, indem dir bewußt wird, wo dein Körper Kontakt hat und wo seine Grenzen sind, und kehre bewusst in den Raum zurück. Suche dir einen Platz im Raum und male ein Bild.
Meine Haut ist so trocken wie noch nie, ich fröstle schnell. Hab heute Zwiebelkuchen gebacken. X. und Tim waren da. Ich bin glücklich. Gleich sendet Groke. Halb acht kommt Andreas, wir wollen ausgehen. Gestern rief er an, als Groke sendete. Es fällt mir schwer, zweien, die gleichzeitig sprechen, zuzuhören. Ein leichter Weißwein wäre schön. Am Sonntag kommt Arne nach Dresden. Er ist Kaufmann im Gesundheitswesen, will aber so bald wie möglich berentet werden. Seine alte Geschichte hat ihn wieder eingeholt, sagt er. X. hat mich gefragt, wo ich am liebsten wohnen würde. Ein deutsches Dorf am Mittelmeer wäre schön. Aber dann verpasse ich meine Enkel. Franz mag Vancouver, sagt X. Ein Panorama-Blick auf Sommersprossen... Tja. Vielleicht bekommen meine Enkel Sommersprossen und rote Locken. Fernweh ganz nah. X. hat mir ihre Kette geborgt - eine rotgetigerte Katze. Martin hatte sie ihr geschenkt, als sie in Venezuela war. Ich habe viel getrunken, trotzdem sehe ich müde aus. Bevor X., Franz, Martin und Tim nach London fahren, muss ich herausfinden, wie und wo man dort gut und günstig essen kann.
Diese Woche
Nina hat sich einen schwarzen Fleece-Pullover gekauft. Manuela hat mir erzählt, wie sie in Stuttgart hungern musste. Groke hat keine 200 Euro auf dem Sparbuch. Und ich habe heute keinen Durchfall gehabt: Zwei Tage Orientierungskurs, und mein Körper reagiert. Tim schreibt nächste Woche eine Orientierungsarbeit in Deutsch. Konjunktiv 1 wird für die indirekte Rede, Konjunktiv 2 für Möglichkeiten und höfliche Wünsche genutzt, habe ich gerade bei Wikipedia gelesen. Meine Augenringe sind wieder da.
Donnerstag, September 20, 2007
Wendo
Immer wieder neu zu entscheiden, ob ich Nähe ablehne oder zulasse, habe ich heute gelernt, auch wie es ist, abgelehnt zu werden, Achtsamkeit eben.
Mittwoch, September 19, 2007
abgestempelt und dann?
Karla Kundisch stellt unter "abgestempelt und dann?" verwandelte Briefumschläge aus. Zur Eröffnung der Ausstellung am 25.9. 2007 um 18 Uhr im Diakonischen Werk, Georgenstraße 1-3 (2. Etage) in Dresden zeigt sie die DVD von und mit Dorothea Buck "70 Jahre Zwang und Gewalt in gesprächslosen Psychiatrien erlebt und miterlebt". Die Ausstellung ist dann voraussichtlich bis Mitte Januar 2008 montags bis freitags 10 bis 16 Uhr zu sehen.
Mittwoch
Heute war der erste Kurstag für mich. X. ist wieder fit. Sogar das Fahrrad ist ok. Morgen ist Wendo-Kurs. Heute begann der Tag mit Tai Chi. Anschließend war eine Phantasiereise in die eigene Kindheit. Um Träume und Kraftquellen ging es dabei. Meine Kraftquelle ist die äußere Form, den mir meine Eltern bieten. Viele meiner Ziele ergaben sich daraus. Jedenfalls heute habe ich das so gesehen. Woraus sich die innere Form ergibt, wollte Liane Freudenberg wissen. Die suche ich noch, habe ich eingeräumt. Aus meinen Kindern ergibt sie sich, denke ich mittlerweile. Michaela schöpft die Kraft aus sich selbst, indem sie sich zum Mittelpunkt macht. Das Gespräch mit ihr tat gut. Ich hatte kurzentschlossen Lösungsangebote für sie und für Susann, ungefragt. Eigentlich wollte ich lediglich zuhören. Aber das ist schwer. Ich brauchte die Ratschläge schon, um mich selbst darzustellen. Mir war bis dahin gar nicht bewußt, wie wichtig mie Selbstdarstellung ist. Ich habe heute sogar Tim alle meine Sorgen erzählt, von den Hüftschmerzen über das Ausgaben-Einnahmen-Missverhältnis, bis hin zum wahrscheinlich kaputten Geschirrspüler. Tim fliegt mit Martin, X. und Franz in den Herbstferien nach London. Ich weiß noch nicht, was ich mit den beiden in den Herbstferien unternehme. Außer Billard und Wandern fällt mir nicht viel ein. Ich würde gern mit Tim übers Hochland wandern. Am 29. September ist die Lange Nacht des Sports. Hab die SG Striesen per Mail gefragt, wo und zu welchen Bedingungen ich in Striesen Billard und Volleyball spielen kann.
Regelwerk zur Vergütung von Sozialarbeit
Die Geschäftsführerin des Allgemeinen Behindertenverbandes in Deutschland e.V. Elvira Queiser hat auf meine Frage nach einem dem GOÄ ähnlichen Regelwerk zur Vergütung von Sozialarbeit geantwortet. Ich soll mich an den SoVD, den VdK oder an den Paritätischen Wohlfahrtsverband wenden. An den Paritätischen Wohlfahrtsverband habe ich schon geschrieben.
Dienstag, September 18, 2007
Aufregend
Gestern hätte ich fast Grokes Stimme am Telefon gehört. Er hatte in Exters Sendung den Liedanfang von Delilah eingespielt, die 0681/2131 genannt und gefragt, ob das ein Mann oder eine Frau auf deutsch oder englisch singt. Ich bin tatsächlich bis ins Studio durchgekommen und war aufgeregt wie lange nicht. Danach habe ich sofort X. und Tim anrufen müssen, um ihnen die Neuigkeit zu erzählen. X. nahm es gelassen und war nur noch wütend über meine Fragen an Franz zum Newcomer-Konzert, dem Live-Mitschnitt, der Direktübertragung auf dd-radio.com, dem CD-Cover, dem Entwurf für die Eintrittskarten, dem Video und dem Angebot an MTV. Immerhin habe ich bei der Gelegenheit erfahren, dass das Video schon angedacht ist. Das Fastgespräch mit Groke hat sie wie gesagt kalt gelassen. Nicht mal ein Artikel bei mercury war ein Grund, tiefer zu atmen. Aufregend war es nur für mich.
Montag, September 17, 2007
mercury
"Mercury ist das neue Magazin für junge Leute im Alter von 16 bis 20 Jahren, das in einer Auflage von 300.000 bundesweit kostenlos an Gymnasien, Realschulen und über Jugendverbände verteilt wird. Mercury erscheint im Verlag Deutsche Zeitung GmbH in Zusammenarbeit mit der Wochenzeitung Rheinischer Merkur. Zielgruppe sind junge Leute mit Engagement, die Neues entdecken und die Welt bewegen wollen. Ihre Leitfragen sind - Wer bin ich? - Was ist mir wichtig? - Wie will ich leben? Die Redaktion besteht einerseits aus erfahrenen Magazinmachern und andererseits aus jungen Nachwuchsjournalisten. Alle Geschichten werden aus der Sicht der Zielgruppe erzählt. Dabei stehen die Themenfelder gesellschaftliches Engagement, Werte, Freundschaft und Beziehungen im Fokus des Magazins. Daneben beschäftigen wir uns mit Innovation, Wissenschaft und Technik sowie Beruf und Karriere."
Hab sofort Nina und Tim als Autoren vor mir gesehen.
Hab sofort Nina und Tim als Autoren vor mir gesehen.
Newcomer On Stage
3500 Euro kostet eine Live-Schaltung, schätzt O.: 1000 Euro Miete der Anlage, zwei Techniker vor Ort, Aufbau, Abbau, Helfer 2000 Euro, ein Techniker im Studio 500 Euro. Wer das Geld zahlen soll, ist mir unklar. Natürlich der Veranstalter, sagt O. Der Veranstalter zahlt das nicht, meint F. Er hat seine Freunde, die das Video machen, da kommt es billiger, sagt F. Werbung lehnt N. zunehmend ab. Zumal Werbung für F.s Musik. Ich soll für mich selber werben, sagt sie. Ob ich denn keine Texte habe, hinter denen ich so stehe, dass ich sie vermarkten würde? Wo beginnt Intimes, wo Kommerz? Grabschen ist N. zu intim. Deshalb mag sie nicht im Peaches Flyer verteilen. Als ich ihr erzählt hatte, dass Janos im Klax gekellnert hat, fuhr sie mich an, ob ich nicht weiß, dass dort gestrippt wird. Daraufhin habe ich mir verkniffen, ihr zu erzählen, dass er auch als Lude gejobbt haben soll. Konkret: Er hat Mädchen mit dem Auto durch die Stadt gefahren. Ilona hat das auch mal gemacht. Im Winter hat sie dann oft gefroren, während sie gewartet hat. Bei Orangekiss versandet nach dem Informationsabgleich über die Lieblingscocktails jedes Gespräch, es ist der Markt für Bands - MySpace für Dresdner.
Weglaufhaus
Während der Akutbehandlung in der Psychiatrie ist die Todesrate gegenüber der Normalbevölkerung auf das 5-fache erhöht; die Selbsttötungsrate innerhalb eines Jahres nach Anstaltsaufenthalten mit Neuroleptikabehandlung sogar bis auf das 100-fache.
Eine Demonstration zum Gedenktag für die Toten in der Psychiatrie am 2.10. von der Dreikönigskirche zum Theaterplatz wäre nächstes Jahr gut.
Weglaufhäuser zu finanzieren, ist schwerer, als Zwangseinweisungen zu vergüten. Weglaufhäuser sind marktkonformer. Wenn ein Notarzt beschließt, jemanden zwangseinzuweisen, muss der Jemand zahlen. Wenn der gleiche Jemand in ein Weglaufhaus will, zahlt die Krankenkasse nichts. Zwangseinweisungen in Deutschland haben zugenommen, Weglaufhäuser gibt es im Moment nur für Obdachlose. Ob Weglaufhäuser tatsächlich besser sind, wird sich zeigen. Auf alle Fälle verzichten sie auf Pharmaka. Das macht die Abrechnung kompliziert. Man braucht einen neuen Vergütungsschlüssel, um die Arbeit dort zu entlohnen. Deshalb habe ich dem Paritätischen Wohlfahrtsverband gemailt, um zu erfahren, welche Ansatzpunkte er sieht. Sozialarbeit lässt sich schwer auf Vergütung herunterbrechen. Und wer will schon eine Pauschalhilfe. Die Pakete auf ein GoÄ-konformes Regelwerk zu splitten, ist wahrscheinlich eine Wahnsinnsarbeit. Ich will irgendwann mal ein Weglaufhaus in Dresden gründen. Vorher will ich die Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen machen. Das ist mein Traum. Im Moment stehe ich noch ganz am Anfang. Weglaufhäuser entstehen gerade in mehreren Städten. Am weitesten ist das in Berlin gekommen: Die finanzieren sich selbst.
Eine Demonstration zum Gedenktag für die Toten in der Psychiatrie am 2.10. von der Dreikönigskirche zum Theaterplatz wäre nächstes Jahr gut.
Weglaufhäuser zu finanzieren, ist schwerer, als Zwangseinweisungen zu vergüten. Weglaufhäuser sind marktkonformer. Wenn ein Notarzt beschließt, jemanden zwangseinzuweisen, muss der Jemand zahlen. Wenn der gleiche Jemand in ein Weglaufhaus will, zahlt die Krankenkasse nichts. Zwangseinweisungen in Deutschland haben zugenommen, Weglaufhäuser gibt es im Moment nur für Obdachlose. Ob Weglaufhäuser tatsächlich besser sind, wird sich zeigen. Auf alle Fälle verzichten sie auf Pharmaka. Das macht die Abrechnung kompliziert. Man braucht einen neuen Vergütungsschlüssel, um die Arbeit dort zu entlohnen. Deshalb habe ich dem Paritätischen Wohlfahrtsverband gemailt, um zu erfahren, welche Ansatzpunkte er sieht. Sozialarbeit lässt sich schwer auf Vergütung herunterbrechen. Und wer will schon eine Pauschalhilfe. Die Pakete auf ein GoÄ-konformes Regelwerk zu splitten, ist wahrscheinlich eine Wahnsinnsarbeit. Ich will irgendwann mal ein Weglaufhaus in Dresden gründen. Vorher will ich die Ausbildung zur Kauffrau im Gesundheitswesen machen. Das ist mein Traum. Im Moment stehe ich noch ganz am Anfang. Weglaufhäuser entstehen gerade in mehreren Städten. Am weitesten ist das in Berlin gekommen: Die finanzieren sich selbst.
Sonntag, September 16, 2007
Kauffrau im Gesundheitswesen
Bei Lablue habe ich jemanden getroffen, der die Ausbildung gemacht hat, aber durch eine posttraumatische Belastungsstörung gebeutelt ist und deshalb grad nicht arbeitet. Wenn ich zum nächsten Beratungsgespräch zur beruflichen Rehabilitation auf dem Arbeitsamt bin, ist grad die Demonstration zum Gedenktag für die Psychiatrie-Toten. Außerdem ist da der Orientierungskurs für erwerbslose Frauen. Eine parallele Demonstration in Dresden wäre gut.
Hab Elisabeth Dederke vom Bund der Psychiatrieerfahrenen deshalb gemailt: "Was hältst du von so einer Demonstration in Dresden am 2. Oktober auf dem Theaterplatz nach einer Andacht in der Dreikönigskirche? Direkt miterlebt habe ich eine Frau, die in Oberloschwitz in den Tod gesprungen ist, eine, die dort den Sprung mit Querschnittslähmung überlebte, und zwei Männer, die in der Geschlossenen der Dresdner Uniklinik fast an Medikamenten-Nebenwirkungen (Schlundkrampf, Kammerflimmern) krepiert sind, und bin immer noch betroffen. Das hätte ich sein können, der da fast erstickt ist."
Wenn ich irgendwann Kauffrau im Gesundheitswesen bin, passe ich auf, dass nur das vergütet wird, was vom Klienten auch eingefordert wurde. Ich fühle mich schon fast wie ein Antifaschist. Verdammt, mich ekelt. Eine Demonstration wäre gut.
Hab Elisabeth Dederke vom Bund der Psychiatrieerfahrenen deshalb gemailt: "Was hältst du von so einer Demonstration in Dresden am 2. Oktober auf dem Theaterplatz nach einer Andacht in der Dreikönigskirche? Direkt miterlebt habe ich eine Frau, die in Oberloschwitz in den Tod gesprungen ist, eine, die dort den Sprung mit Querschnittslähmung überlebte, und zwei Männer, die in der Geschlossenen der Dresdner Uniklinik fast an Medikamenten-Nebenwirkungen (Schlundkrampf, Kammerflimmern) krepiert sind, und bin immer noch betroffen. Das hätte ich sein können, der da fast erstickt ist."
Wenn ich irgendwann Kauffrau im Gesundheitswesen bin, passe ich auf, dass nur das vergütet wird, was vom Klienten auch eingefordert wurde. Ich fühle mich schon fast wie ein Antifaschist. Verdammt, mich ekelt. Eine Demonstration wäre gut.
Gedenktag der Psychiatrie-Toten
Der Bundesverband Psychiatrie-Erfahrener hat den 2. Oktober zum Gedenktag der Psychiatrie-Toten erklärt. Aus diesem Grund ruft der Landesverband Psychiatrie-Erfahrener Nordrhein-Westfalen (LPE NRW) e.V. zu einer Demonstration auf.
Er gedenkt an diesem Tag der durch oder in Folge psychiatrischer Behandlung verstorbenen Menschen. Wenn die "Selbstgefährdung" der Hauptgrund ist, sämtliche Bürgerrechte zu verlieren und zwangsweise in die Psychiatrie gebracht zu werden, wird die Frage erlaubt sein, warum sich gerade NACH psychiatrischer Behandlung besonders viele Menschen töten.
Oder sollte etwa das Wohl der "psychisch Kranken" gar nicht der Zweck der Psychiatrie sein?
(aus einer Mail)
Er gedenkt an diesem Tag der durch oder in Folge psychiatrischer Behandlung verstorbenen Menschen. Wenn die "Selbstgefährdung" der Hauptgrund ist, sämtliche Bürgerrechte zu verlieren und zwangsweise in die Psychiatrie gebracht zu werden, wird die Frage erlaubt sein, warum sich gerade NACH psychiatrischer Behandlung besonders viele Menschen töten.
Oder sollte etwa das Wohl der "psychisch Kranken" gar nicht der Zweck der Psychiatrie sein?
(aus einer Mail)
Samstag, September 15, 2007
Vergütung von Sozialarbeit
In der Berliner Krisenpension arbeiten zum Großteil ehrenamtliche Mitarbeiter. Sie scheinen aber nur wenig zu dokumentieren. Angeblich verhandeln sie gerade mit einer bestimmten Krankenkasse über die Vergütung.
Ich bin dabei, eine Lobby für ein Dresdner Weglaufhaus zu suchen. Dazu bin ich zu den wöchentlichen Treffen des Bundes der Psychiatrieerfahrenen im KISS und heute zu einer Tagung des Landesverbandes Selbsthilfe gegangen. Der nächste Schritt ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe Schizophrenie im KISS. Um dabei meine Gedanken zu sortieren, habe ich eine Gruppe Schizophrenie bei meinnachbar.net gegründet.
Puh, jetzt wird das WDR2-Hören anstrengend. Ich zappe zu SR1.
Das Weglaufhaus in Berlin kenne ich bis jetzt aus einer Diplomarbeit, dem Internet und den Erzählungen von Petra, die dort Klientin war.
Ich träume von einem Haus, vor dem Sabine sich wahrscheinlich gruseln würde: ein Haus, in dem die Dokumentation den Großteil des Tages ausmacht. Eine Dokumentation, die Transparenz, Reproduzierbarkeit und Angemessenheit der erbrachten Leistung dokumentiert. In diesem Rahmen interessieren mich die Regelsätze für Sozialarbeit. Nur so lässt sich meiner Meinung nach gewährleisten, dass die erbrachte Leistung marktnah erfolgt und nicht a la Zwangseinweisung über Klienten verfügt wird. Günstigstenfalls erfolgt die Dokumentation dezentral durch den Leistungsempfänger. Aber das ist wahrscheinlich eine Utopie. Einen Klienten so weit zu bringen, dass er eine Leistung nur erhält, wenn er sie entsprechend dokumentiert, funktioniert nur an wenigen Stellen. Die Eingabemasken sind wahrscheinlich sehr schwierig zu entwerfen. Es wird ja wahrscheinlich umfangreicher als der Dokumentationsaufwand innerhalb der Steuererklärung. Auslöser war für mich das Abrechnungssystem in der Anästhesie an der Dresdner Uniklinik. Anfangs war es sehr schwerfällig mit Zahlenkodierungen. Später kam mehr Papier dazu, aber es floss auch mehr Geld. Und die Abteilung ist expandiert.
Aber der nächste Schritt ist erst einmal die Gründung einer Selbsthilfegruppe Psychiatrie, die in sich netzwerkt. Dazu habe ich Elisabeth Dederken angesprochen, die die Psychiatrieerfahrenen in Sachsen leitet. Es war schon ein komisches Gefühl, heute "Weglaufhaus Dresden" unter meinem Namen auf der Teilnehmerliste der Selbsthilfetagung zu schreiben. Aber PR ist wichtig. Wenn nirgendwo etwas drüber steht, wird es nie was. Dokumentation ist nicht alles, aber ein Anfang. Sie schafft Klarheit.
Ähnlich wie bei einem Diabetes-Projekt, das hier gerade zur Selbsthilfe anläuft: Jan Schulze, sein Kopf, ist gleichzeitig sächsischer Ärztekammerpräsident. Angefangen hat er mit der Forderung nach einem Screening. Inzwischen ist der Fragebogen marktorientierter, sogar mit Kostenvoranschlag für die einzelnen Behandlungs, resp. Beratungswege.
Letztendlich lässt sich alles in Module zerlegen, auch ein Beratungsgespräch. Und auf dieses Zerlegen in Module kommt es mir an. Ansonsten bleibt die Berechnung der Kostensätze tatsächlich bei äußerlich sichtbaren Veränderungen wie dem Ankleiden stecken, und alles andere würde nicht vergütet. Jan Schulze hat für seine Schritte beim Diabetes grad das Bundesverdienstkreuz angepinnt bekommen.
Was mir an dem Berliner Weglaufhaus nicht gefällt, ist das Einschlusskriterium Obdachlosigkeit: Die nehmen wegen der Finanzierung nur Obdachlose auf. Daher meine bisherige Gedankenkette.
Ich bin dabei, eine Lobby für ein Dresdner Weglaufhaus zu suchen. Dazu bin ich zu den wöchentlichen Treffen des Bundes der Psychiatrieerfahrenen im KISS und heute zu einer Tagung des Landesverbandes Selbsthilfe gegangen. Der nächste Schritt ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe Schizophrenie im KISS. Um dabei meine Gedanken zu sortieren, habe ich eine Gruppe Schizophrenie bei meinnachbar.net gegründet.
Puh, jetzt wird das WDR2-Hören anstrengend. Ich zappe zu SR1.
Das Weglaufhaus in Berlin kenne ich bis jetzt aus einer Diplomarbeit, dem Internet und den Erzählungen von Petra, die dort Klientin war.
Ich träume von einem Haus, vor dem Sabine sich wahrscheinlich gruseln würde: ein Haus, in dem die Dokumentation den Großteil des Tages ausmacht. Eine Dokumentation, die Transparenz, Reproduzierbarkeit und Angemessenheit der erbrachten Leistung dokumentiert. In diesem Rahmen interessieren mich die Regelsätze für Sozialarbeit. Nur so lässt sich meiner Meinung nach gewährleisten, dass die erbrachte Leistung marktnah erfolgt und nicht a la Zwangseinweisung über Klienten verfügt wird. Günstigstenfalls erfolgt die Dokumentation dezentral durch den Leistungsempfänger. Aber das ist wahrscheinlich eine Utopie. Einen Klienten so weit zu bringen, dass er eine Leistung nur erhält, wenn er sie entsprechend dokumentiert, funktioniert nur an wenigen Stellen. Die Eingabemasken sind wahrscheinlich sehr schwierig zu entwerfen. Es wird ja wahrscheinlich umfangreicher als der Dokumentationsaufwand innerhalb der Steuererklärung. Auslöser war für mich das Abrechnungssystem in der Anästhesie an der Dresdner Uniklinik. Anfangs war es sehr schwerfällig mit Zahlenkodierungen. Später kam mehr Papier dazu, aber es floss auch mehr Geld. Und die Abteilung ist expandiert.
Aber der nächste Schritt ist erst einmal die Gründung einer Selbsthilfegruppe Psychiatrie, die in sich netzwerkt. Dazu habe ich Elisabeth Dederken angesprochen, die die Psychiatrieerfahrenen in Sachsen leitet. Es war schon ein komisches Gefühl, heute "Weglaufhaus Dresden" unter meinem Namen auf der Teilnehmerliste der Selbsthilfetagung zu schreiben. Aber PR ist wichtig. Wenn nirgendwo etwas drüber steht, wird es nie was. Dokumentation ist nicht alles, aber ein Anfang. Sie schafft Klarheit.
Ähnlich wie bei einem Diabetes-Projekt, das hier gerade zur Selbsthilfe anläuft: Jan Schulze, sein Kopf, ist gleichzeitig sächsischer Ärztekammerpräsident. Angefangen hat er mit der Forderung nach einem Screening. Inzwischen ist der Fragebogen marktorientierter, sogar mit Kostenvoranschlag für die einzelnen Behandlungs, resp. Beratungswege.
Letztendlich lässt sich alles in Module zerlegen, auch ein Beratungsgespräch. Und auf dieses Zerlegen in Module kommt es mir an. Ansonsten bleibt die Berechnung der Kostensätze tatsächlich bei äußerlich sichtbaren Veränderungen wie dem Ankleiden stecken, und alles andere würde nicht vergütet. Jan Schulze hat für seine Schritte beim Diabetes grad das Bundesverdienstkreuz angepinnt bekommen.
Was mir an dem Berliner Weglaufhaus nicht gefällt, ist das Einschlusskriterium Obdachlosigkeit: Die nehmen wegen der Finanzierung nur Obdachlose auf. Daher meine bisherige Gedankenkette.
Marktkompatible Gesundheit
Bei aller Liebe zur direkten Kommunikation ist mir das defizitorientierte, ach so soziale Miteinander gruslig. Petra Stephan verbalisiert ihre eigenen Sorgen und Nöte lösungszentrierter als für ihr Klientel: Bei denen fordert sie primär Trauerarbeit ein bis hin zu testamentarischem Miteinander. Eine junge Blinde und eine alternde MS-lerin saßen neben ihr auf der Bühne. Ort des Geschehens war die Landeszentrale für politische Bildung. Man scheint sich dort zu kennen. Jedenfalls stürzten gleich drei Mann auf mich zu, um zu erfahren, wer ich bin und was ich dort will. Hab Mafia geschnuppert bei so viel ungewohnter Nähe. Aber es war der Landesverband für Selbsthilfe.
Auf meine Frage, ob sie an einem ähnlichen Bewertungsmaßstab wie dem GOÄ für Ärzte auch für Sozialarbeiter mitarbeiten will, konterte Petra Stephan: "Bilden Sie Rangreihen! Was ist das Wichtigste? Achten Sie auf eine ausgewogene Balance! Das Selbstwertgefühl steigt mit dem Selbstmanagement!" Bleibt als nächster Schritt, die Evangelische Fachhochschule anzusprechen, ob eine Diplomarbeit das Aufsplitte sozialpädagogischer Pauschalpakete in abrechenbare Einzelposten aufsplitten helfen könnte, um ein finanzierbares Weglaufhaus zu konzipieren. Sonst bleibt Sozialarbeit für alle tatsächlich am Gynäkologenstuhl für Rollstuhlfahrerinnen und der Gebärdendolmetscherin für den Klassenelternabend hängen. Das Weglaufhaus als Einrichtung der Behinderten-Selbsthilfe diesseits des PsychKG war jedenfalls noch kein Thema, das SGB IX allerdings schon.
Auf meine Frage, ob sie an einem ähnlichen Bewertungsmaßstab wie dem GOÄ für Ärzte auch für Sozialarbeiter mitarbeiten will, konterte Petra Stephan: "Bilden Sie Rangreihen! Was ist das Wichtigste? Achten Sie auf eine ausgewogene Balance! Das Selbstwertgefühl steigt mit dem Selbstmanagement!" Bleibt als nächster Schritt, die Evangelische Fachhochschule anzusprechen, ob eine Diplomarbeit das Aufsplitte sozialpädagogischer Pauschalpakete in abrechenbare Einzelposten aufsplitten helfen könnte, um ein finanzierbares Weglaufhaus zu konzipieren. Sonst bleibt Sozialarbeit für alle tatsächlich am Gynäkologenstuhl für Rollstuhlfahrerinnen und der Gebärdendolmetscherin für den Klassenelternabend hängen. Das Weglaufhaus als Einrichtung der Behinderten-Selbsthilfe diesseits des PsychKG war jedenfalls noch kein Thema, das SGB IX allerdings schon.
Sorgen-Nöte-Perspektiven
Heute ist die Auftaktveranstaltung zu "Frauen mit Behinderungen" in der Landeszentrale für politische Bildung. Mal sehen, wer kommt. Ich werde zur beruflichen Rehabilitation bei Schizophrenie fragen. Das interessiert mich am meisten. Schade, dass ich Groke dadurch verpasse. Er sendet schon wieder am Wochenende. Ob seine Familie das verkraftet? Er fehlt mir so. Aber das tut er bestimmt vielen, sobald er die Klappe hält statt überzusprudeln. Diese verdammte Sehnsucht. Vielleicht ist es nur eine pervertierte Sehnsucht nach Leben, mit der ich ihn überfrachte. So, Versammlungsromantik. Es wird nett.
Freitag, September 14, 2007
Tim ist mit Martin zur Documenta. Ich gehe morgen zur Selbsthilfe-Tagung. Ich bin gespannt, wer da kommt. Vorhin rief Martin Witt an, mitten in Grokes Sendung. Das war schlimm. Ich wollte jedes Wort, das er sendet, in mich aufsaugen. Er ist so weit weg. Hab Lust, ihn mit meinen Gedanken, Sehnsüchten und Hoffnungen zuzuspammen. Mein Fernweh zerfrisst mich. Goldenbogen hat einen Job für mich. Einen Zweiseiter mit Fotos zur Antifa-Delegiertenkonferenz am 16. Oktober im Gewerkschaftshaus. Das Aufnahmegerät und den Fotoapparat muss ich mir vorher anschauen. Antifa heißt die Schrift und erscheint bundesweit quartalsweise. Budjet. In Ruhe.
Praktikum
Heute habe ich ein Gespräch mit dem Verleger Goldenbogen wegen einem Praktikum. Gestern beim Tango habe ich mich nicht wohl gefühlt. Die Anderen waren alle so schön. Meine Hose sitzt nicht gut. Außerdem fühle ich mich dick. Ich bin ganz bedrückt. Nachher schreibe ich die Bewerbung. Ich habe immer öfter das Gefühl, erschreckend arm zu sein. Tim hat sich Germina-Schuhe gewünscht. Als ich sie gekauft habe, habe ich die Wende verflucht. Mir ist einsam.
Donnerstag, September 13, 2007
Lübeck
Den Blauen Engel hat er fotografiert. Tastest du seine Bilder mit der Maus ab, dreht sich die Stuckdecke. Eingebundene Mann-Zitate und Filmszenen wären schön.
Mittwoch, September 12, 2007
Doro Pesch
Ich Will Alles
Ich bin von Dir besessen
Und ich kann Dich nicht vergessen
Denn ich bin in Deinem Bann
Und ich denke immer daran
Wenn Du mich so tief berührst
Deine Lippen auf mir spürst
Ja dann press Dich fest an mich
Und Du weisst ich will nur Dich
Und ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, komm liebe mich
Ich will mehr, ich will alles
Ich will nur Dich, komm liebe mich
Komm her
Du wirst mir nicht entkommen
Und Du kannst mir nicht entfliehen
Wir sind viel zu weit gekommen
Und Dein Körper ist mein Ziel
Deine Seele, Deine Liebe
Dein Blut und Dein Herz
Und ich werde Dich erkämpfen
Um Dich kämpfen bis zum Schmerz
Und ich will
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, oh liebe mich
Ich will mehr, ich will alles
Ich will nur Dich, oh nimm mich
Ich will mehr, will Dir verfallen
Will Dich haben, will Dich lieben
Ich will Dich, will von Dir alles
Will Dich lieben, und werd Dich finden
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, oh liebe mich
Ich will mehr, will Dir verfallen
Will Dich besitzen, muss Dich haben
Ich will mehr, ich will Dich lieben
Und werd Dich finden,
Ich will Alles, ich will mehr
Will Dir verfallen, oh liebe mich
So wie ich Dich, liebe mich, liebe mich
Nimm mich, nimm mich, nimm mich
Ich will alles, ich will Dich lieben
Ich werd Dich finden, ich werd Dich kriegen
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich lieben, ich werd Dich kriegen
Nimm mich, nimm mich, nimm mich
So wie ich Dich,
Ich bin von Dir besessen
Und ich kann Dich nicht vergessen
Denn ich bin in Deinem Bann
Und ich denke immer daran
Wenn Du mich so tief berührst
Deine Lippen auf mir spürst
Ja dann press Dich fest an mich
Und Du weisst ich will nur Dich
Und ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, komm liebe mich
Ich will mehr, ich will alles
Ich will nur Dich, komm liebe mich
Komm her
Du wirst mir nicht entkommen
Und Du kannst mir nicht entfliehen
Wir sind viel zu weit gekommen
Und Dein Körper ist mein Ziel
Deine Seele, Deine Liebe
Dein Blut und Dein Herz
Und ich werde Dich erkämpfen
Um Dich kämpfen bis zum Schmerz
Und ich will
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, oh liebe mich
Ich will mehr, ich will alles
Ich will nur Dich, oh nimm mich
Ich will mehr, will Dir verfallen
Will Dich haben, will Dich lieben
Ich will Dich, will von Dir alles
Will Dich lieben, und werd Dich finden
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich, oh liebe mich
Ich will mehr, will Dir verfallen
Will Dich besitzen, muss Dich haben
Ich will mehr, ich will Dich lieben
Und werd Dich finden,
Ich will Alles, ich will mehr
Will Dir verfallen, oh liebe mich
So wie ich Dich, liebe mich, liebe mich
Nimm mich, nimm mich, nimm mich
Ich will alles, ich will Dich lieben
Ich werd Dich finden, ich werd Dich kriegen
Ich will mehr, ich will alles
Ich will Dich lieben, ich werd Dich kriegen
Nimm mich, nimm mich, nimm mich
So wie ich Dich,
Risperdal
Hab grad die Anwendungsbeschränkungen für Risperdal gelesen: "Die Patienten sind darauf hinzuweisen, dass sie Anzeichen für ein mögliches zerebrovaskuläres Ereignis wie plötzliches Erschlaffen, Taubheit im Gesicht, Armen oder Beinen sowie Sprach- und Sehstörungen unverzüglich berichten sollen. Ohne Verzug sind alle Behandlungsmöglichkeiten einschließlich Abbruch der Therapie abzuwägen."
Hab sofort Maria Forker angerufen, um die dem Ulnaris entsprechende Taubheit zu hinterfragen, die mir seit Wochen wiederholt auffällt. Der gesamte Plexus brachialis fällt im Sinne einer schlaffen Lähmung seltener aus. Maria Forker ordnet die Arzneimittelinformation eher der Gerontopsychiatrie zu, so dass für mich kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Ich will die drei Spritzen noch nehmen und danach auf ein orales Präparat umstellen. Und zwar eins, bei dem ich eher ab- als zunehme und weniger verlangsamt bin. Unter dem Risperdal bekomme ich das Kreuzen beim Tango erst spät mit und erscheine im Wach-Test in der Ausstellung Schlaf und Traum eher müde.
Hab sofort Maria Forker angerufen, um die dem Ulnaris entsprechende Taubheit zu hinterfragen, die mir seit Wochen wiederholt auffällt. Der gesamte Plexus brachialis fällt im Sinne einer schlaffen Lähmung seltener aus. Maria Forker ordnet die Arzneimittelinformation eher der Gerontopsychiatrie zu, so dass für mich kein unmittelbarer Handlungsbedarf besteht. Ich will die drei Spritzen noch nehmen und danach auf ein orales Präparat umstellen. Und zwar eins, bei dem ich eher ab- als zunehme und weniger verlangsamt bin. Unter dem Risperdal bekomme ich das Kreuzen beim Tango erst spät mit und erscheine im Wach-Test in der Ausstellung Schlaf und Traum eher müde.
Müde
Gestern war ich das letzte Mal bei Petra Müller-Greven. Ich habe eine Gruppe Schizophrenie bei MeinNachbar eröffnet und bin daraufhin in mehrere Familien aufgenommen worden. Wernado von der Leipziger Soteria-Klinik hat geschrieben: Er hat keine Erfahrung mit dem Ausschleichen von Risperdal-Depotspritzen.
Tobias, den Webmaster von WQ, habe ich gefragt, ob er Banner für die Newcomer on stage schaltet.
Tobias, den Webmaster von WQ, habe ich gefragt, ob er Banner für die Newcomer on stage schaltet.
Dienstag, September 11, 2007
Montag, September 10, 2007
Galileo
Zeit für Kaffee und zum Träumen. Chili habe ich keins rein gemacht.
Mario Wernado von der Leipziger Soteria schreibt im Sächsischen Ärzteblatt, dass Rohypnol nicht DIE Lösung bei sozialem Leid ist. Hab per Mail gekontert: Wie schleichen Sie Risperdal aus? Statt "Budgetierte Paarung" habe ich "25 mg Risperdal Depotspritzen bei Schizophrenie" in den Betreff geschrieben.
Ich hab Lust, bei Galileo einen Beitrag dazu zu platzieren, schon um mich selber besser zu sortieren. Zwanghaftes Präsentieren nennt Breaker das und unterscheidet in intellektuell und dumm. Export ist sein Job. Dabei hatte er so viele Rechtschreibfehler in so wenigen Worten, dass das Geschriebene nur noch nach Wut roch: Da war kein Freud mehr zu spüren, nur noch Verletztheit.
Es regnet. Nina und Tim sind hoffentlich noch im Trockenen in der Schule.
Ein Film über Schizophrenie in Deutschland wäre schon toll, auch um Wahn präziser als Informationsdefizit fassen zu können.
Letzte Nacht habe ich WDR2 auf dem SR1-Livestream gehört. Der sendete die ARD-Popnacht mit den entsprechenden bundesweiten Unfallmeldungen. Hab gespürt, dass es mir nicht gut tut, diese Unfallmeldungen zu hören und hab bis Fünf gewartet, um zu sehen, ob Groke auf Sendung geht. Ab Fünf sendete tatsächlich der SR1 selbst wieder, aber natürlich kein Groke. Ich bin sofort eingeschlafen. Die Spannung war wie weggeblasen.
Hab Groke gemailt, dass ich mich freuen würde, wenn er am 16. November zur Cynetart in Dresden wäre. Vielleicht antwortet er sogar. Aber vielleicht liest er die Mail auch gar nicht. Das ist alles so weit weg. Es ist nur die Stimme, die ich gerne und so oft wie möglich höre. Einseitig. Einseitiges Hören.
Frank hat gemailt, dass er ab und an im Blog liest, wie ich Christian.
Der Hörfunkkurs fällt aus: Es sind nur drei Bewerber geworden. Drei, wie beim Weglaufhaus. Elisabeth Dederke listet mich unter Weglaufhaus-Initiative und nimmt mich als Mitglied in den Bund der Psychiatrieerfahrenen auf. Hab ihr die Mail an Susanne Cordts zum Krisenpension-Vortrag geschickt. Ein Adressverzeichnis potentieller Mitglieder der Selbsthilfegruppe Schizophrenie existiert bis jetzt nur in Karla Kundischs Kopf.
Ich stolpere schon wieder über anonyme Austauschbarkeit bei tragfähiger Struktur.
Mario Wernado von der Leipziger Soteria schreibt im Sächsischen Ärzteblatt, dass Rohypnol nicht DIE Lösung bei sozialem Leid ist. Hab per Mail gekontert: Wie schleichen Sie Risperdal aus? Statt "Budgetierte Paarung" habe ich "25 mg Risperdal Depotspritzen bei Schizophrenie" in den Betreff geschrieben.
Ich hab Lust, bei Galileo einen Beitrag dazu zu platzieren, schon um mich selber besser zu sortieren. Zwanghaftes Präsentieren nennt Breaker das und unterscheidet in intellektuell und dumm. Export ist sein Job. Dabei hatte er so viele Rechtschreibfehler in so wenigen Worten, dass das Geschriebene nur noch nach Wut roch: Da war kein Freud mehr zu spüren, nur noch Verletztheit.
Es regnet. Nina und Tim sind hoffentlich noch im Trockenen in der Schule.
Ein Film über Schizophrenie in Deutschland wäre schon toll, auch um Wahn präziser als Informationsdefizit fassen zu können.
Letzte Nacht habe ich WDR2 auf dem SR1-Livestream gehört. Der sendete die ARD-Popnacht mit den entsprechenden bundesweiten Unfallmeldungen. Hab gespürt, dass es mir nicht gut tut, diese Unfallmeldungen zu hören und hab bis Fünf gewartet, um zu sehen, ob Groke auf Sendung geht. Ab Fünf sendete tatsächlich der SR1 selbst wieder, aber natürlich kein Groke. Ich bin sofort eingeschlafen. Die Spannung war wie weggeblasen.
Hab Groke gemailt, dass ich mich freuen würde, wenn er am 16. November zur Cynetart in Dresden wäre. Vielleicht antwortet er sogar. Aber vielleicht liest er die Mail auch gar nicht. Das ist alles so weit weg. Es ist nur die Stimme, die ich gerne und so oft wie möglich höre. Einseitig. Einseitiges Hören.
Frank hat gemailt, dass er ab und an im Blog liest, wie ich Christian.
Der Hörfunkkurs fällt aus: Es sind nur drei Bewerber geworden. Drei, wie beim Weglaufhaus. Elisabeth Dederke listet mich unter Weglaufhaus-Initiative und nimmt mich als Mitglied in den Bund der Psychiatrieerfahrenen auf. Hab ihr die Mail an Susanne Cordts zum Krisenpension-Vortrag geschickt. Ein Adressverzeichnis potentieller Mitglieder der Selbsthilfegruppe Schizophrenie existiert bis jetzt nur in Karla Kundischs Kopf.
Ich stolpere schon wieder über anonyme Austauschbarkeit bei tragfähiger Struktur.
Sonntag, September 09, 2007
Wochenende
Sehnsucht

Hab die Pressestelle des Societätstheaters gefragt, wer die Konzerte der Newcomerbands sendet, deren Plakate Nina im Regen verteilt hat, und sie um eine Bannerwerbung auf der WillsteQuatschen-Startseite dazu gebeten.
Rahmen
Als er auszog, ist sie verrückt geworden. Er holte sie nach sechs Wochen aus der Psychiatrie ab. Ob ich in einer Beziehung lebe, fragte er. Hab sofort mit Ja geantwortet und so schnell es ging, das Gespräch abgebrochen.
Hab vorhin Jan Garcia gemailt: Ich möchte so gern seine Musik hören. Er wird wahrscheinlich wieder nicht reagieren. Vielleicht hat er ja auch noch gar nichts aufgezeichnet, sondern spamt dazu nur auf seiner Crew-Seite, um sich für die Charts zu "entschuldigen". Drei Neuvorschläge habe ich diese Woche gemacht. Ich bin gespannt, was davon durchkommt. Trolle/Siebenhaar, Old Man River und Grokes Carnival 2000 von Prefab Sprout wären schön. Mal sehen, was der Rahmen zulässt.
Janos hat mich bei Willstequatschen angeklickt, aber nicht geantwortet: Newcomer Bands scheinen ihn weniger zu interessieren als mich.
Hab vorhin Jan Garcia gemailt: Ich möchte so gern seine Musik hören. Er wird wahrscheinlich wieder nicht reagieren. Vielleicht hat er ja auch noch gar nichts aufgezeichnet, sondern spamt dazu nur auf seiner Crew-Seite, um sich für die Charts zu "entschuldigen". Drei Neuvorschläge habe ich diese Woche gemacht. Ich bin gespannt, was davon durchkommt. Trolle/Siebenhaar, Old Man River und Grokes Carnival 2000 von Prefab Sprout wären schön. Mal sehen, was der Rahmen zulässt.
Janos hat mich bei Willstequatschen angeklickt, aber nicht geantwortet: Newcomer Bands scheinen ihn weniger zu interessieren als mich.
Ob es einen Mittelweg zwischen budgetierter Paarung a la Fallpauschale und einklagbaren Leistungsmodulen in der Sozialtherapie gibt? Wie komme ich wieder von den Depotspritzen weg? Sie kommen einer Zwangssterilisation gleich. Reinhard ordnet den Gesprächsbedarf, das Zuhören, ungleich höher ein. Alleinsegler halluzinieren am zehnten Tag, sagt er. Vieles von dem, was er sagt, berührt mich sehr.
Krisenpension
21 Tage bleiben die Klienten im Schnitt. Der Tagessatz ist niedriger als in der Klinik. Über 50 Mitarbeiter hat die Krisenpension. Medikamente schleichen sie nicht aus. Therapeuten dürfen im Quartal 40 Euro für Gesprächstherapien abrechnen, für Zyprexa fallen dabei 1200 Euro an. Benzodiazepine werden inzwischen verstärkt eingesetzt.
Der nächste sinnvolle Schritt ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Schizophrenie im KISS.
Der nächste sinnvolle Schritt ist die Gründung einer Selbsthilfegruppe für Schizophrenie im KISS.
Samstag, September 08, 2007
Was ich nicht mag
Wenn er sich beim Tango stärker auf die Tanzrichtung konzentriert als auf mich, so dass ich nur noch seine rechte Schulter begleite. Dann kann ich auch gleich windsurfen und brauche mich nicht extra aufs Parkett stellen.
Frei. Nur ich. Niemand, der mich einengt. Niemand, der irgendwas von mir will. Unmengen von Zeit. Die Lippen sind ausgedörrt, der Atem heiß, die Augen feucht. Das Bad ist längst vergessen, der Schlaf weit. Du fehlst mir, mehr als ich es dir sagen kann. Woher kommt diese Sehnsucht? Ist es das allmähliche Gesunden oder nur die Angst vor Einsamkeit? Alltag. Schritt für Schritt. Janos sitzt gern im Ferrari. Tim schneidet an dem Film. Jetzt schläft er. Ich auch bald. Spät genug ist es.
Freitag, September 07, 2007
Video
epesse schrieb am 23.5. 2001 um 23:24:46 Uhr: Als er ihr den mit Zitronensaft in Spiegelschrift auf Pergament geschriebenen Liebesbrief in die Hand drückte, konnte er ja noch nicht wissen, dass sie blind war.
Du fehlst mir jetzt schon
Hab versucht, ein Video in den Blog zu stellen. Eins, das Tim gemacht hat. Irgendwas klappt nicht. Vorhin habe ich endlich die Orangekiss-Party-Einladung von Enni ausdrucken können. Das Netz ist heute instabiler als sonst. Ob ich dir durch ein Video näher bin? Im Spiegel sehe ich heute dicker aus als sonst. Ich trau mich nicht auf die Waage. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, wäre ich jetzt bei dir. Irgendwo und ganz nah. Vielleicht liest du hier. Heute habe ich einen Moment lang geträumt, du rufst mich an. Aber das macht nur diese Katie-Melua-CD. Ich träume von dir. Davon, dass du so oft an mich denkst wie ich an dich. Davon, dass ich dir manchmal fehle. Davon, dass ich vor deiner Tür stehe und dass du sie öffnest, mich anlachst und umarmst. Und dann verkrieche ich mich tiefer unter meiner Decke und grüble über alles Unerwartete nach, was mir heute passiert ist: Warum hatte Franz keine Socken an? Wieso trinkt Nina so wenig, wenn sie Schnupfen hat? Warum habe ich bis jetzt nie Mohn in den Apfelkuchen getan? Warum sehne ich mich so nach dir? Warum bist du so weit weg? Warum lässt sich dieses verdammte Video nicht laden? Es ist noch gar nicht so lange her, da hätte ich schwören können, ich bekomme ein Kind von dir. Nacht für Nacht tauchte der Traum wieder auf. Christian habe ich mal damit geschockt, dass Tim ihm ähneln würde. Aber ich glaube, das hat er gar nicht gemerkt. Er hat gar nicht gemerkt, dass ich ihn in Tim sehe. Als ob er mir dadurch näher ist. Ein Foto hätte ich gern von ihm. Hab schon das Netz nach ihm abgegrast. Global handeln... Ich suche dich überall. Auch in meinen Erinnerungen. Global. Mir ist warm. Ich habe Lust, dich zu berühren. Ich bin eins mit mir, sobald ich an dich denke. Ich liebe dich.
Donnerstag, September 06, 2007
Mittwoch, September 05, 2007
Gekocht schmeckt Katze nach Kaninchen & Huhn
Ich könnte ihm ewig beim Tanzen zusehen. Schade, dass es hier keine dunklen Tangokneipen gibt. Hab für das POOL als Superkneipe gevotet und mir La von HR3 gewünscht. Gekocht schmeckt Katze nach Kaninchen & Huhn, schreibt MSN.
Dienstag, September 04, 2007
Blättern im Dresdner
Am 29. September ist in Dresden Einradtag. Die Bardinale diskutiert unter anderem Netz + Radio, am 9. September ist am Albertplatz ein Mikrofon offen. Tim freut sich auf das Drum Festival. Ich stolpere über deVision und schwelge schon wieder in Erinnerungen an den Print-Anbieter von Welt der Wunder.
Montag, September 03, 2007
Regennass
Petra hat Matthias mit einem Quietsche-Entchen unter ihrem Fenster weinen hören. Es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass das wirklich passiert ist. Ihre Bank hatte eine Absage gemailt. Mir war elend. Was, wenn sie später im Weglaufhaus auch Quietsche-Entchen halluziniert? Hab Karla angerufen, weil mir so zum Heulen war. Erst eine nuklear verseuchte Wohnung, dann das Quietschvieh. Mir war einsam. "Sind wir nicht alle manchmal ein bißchen wahnsinnig?", war Ninas fast gleichgültige Antwort. Sie war noch regennass. Sie zu hören, tat mir gut. Hab ihr Trolle Siebenhaars Sweet Dogs vorgespielt und natürlich Delilah. Sweet Dogs spielte Marcus Barsch, als ich SWR3 starten konnte. Und das, nachdem ich es vergeblich bei MySpace abzuspielen versucht hatte.
Sonntag, September 02, 2007
Dresden Chat
Einsam ist das. Die Füße sind kalt. Nachher backe ich Bratapfelkuchen. Mir ist herbstlich. Der Strauß, den ich gestern in den Elbwiesen gepflückt habe, sieht traurig aus. Der Kaffee ist alle. Die Tasse hält nur wenige Minuten vor. Jetzt Waden zum Füßewärmen... Huchja. Mich anlehnen, die Augen schließen und endlos lange kuscheln. Der Kaffee ist alle. Zeit aufzustehen, mich anzuziehen, Kuchen zu backen und den Tomaten-Zucchini-Gratin vorzubereiten. Aber dazu sind die Notebook-Lautsprecher zu leise. Dann würde ich Groke verpassen. Also ziehe ich mir lieber die Decke bis zur Nasenspitze hoch und stöbere in Dresden Chats mit der in Nebel getauchten Maillebahn. Maillebahn und kalte Füße sind seit Jahrzehnten eins. Seit den ersten Crossläufen in der Unterstufe quer durch das Herbstlaub. Und jetzt durch das Bild zum Chat? Puh. Werden die warm, ohne aufzustehen?
Tim
Das Schlagzeug macht ihn glücklich. Ich könnte ihm stundenlang zuhören. Zwei Gitarristen und eine Singstimme fehlen noch. Hab mich schon wieder eingemischt und bei SR1 in den Lostopf gegriffen. Oma Ida hatte jahrelang Lotto gespielt und den Gewinn in Gedanken immer wieder neu verteilt - Aida. Nächste Woche beginnt der Tangokurs. Ich träume schon wieder.
Samstag, September 01, 2007
Lichtschacht
Du bist in Gedanken, und trotzdem meint alles dich. Jeder deiner Gedanken ist gläsern. Bleibt nur, ihn aufzuschreiben, um ihn wenigstens so festzuhalten. Du hörst deinem Kind zu und staunst, was es sieht und denkt, weißt aber, dass du ihm fremd bist. Einerseits scheinst du jedem Unsichtbaren gläsern zu sein, andererseits bist du deinem eigenen Kind fremd. Ob das das Notebook macht? Was wäre, wenn es plötzlich nicht mehr da wäre? Groke wäre weg, die Communities wären weg und es bliebe dieses sterile Striesen. Sogar das Dresdner Webradio wäre unerreichbar. Ich bin froh, dass ich das Notebook habe, auch wenn ich das Gefühl habe, mit allem bis zum Zerreißen verbunden zu sein - auf der Suche nach dem wirklichen Blau.
September
Bin noch bettschwer. Der September fängt gerade an. Grund genug liegen zu bleiben. Morgen probiere ich Gratin. Nina ist in Berlin, Tim kauft Becken. Nur ich hab noch nichts vor. OrangeKiss, MyFlirt und WillsteQuatschen habe ich schon abgegrast.
Uwe Groke mag Carnival 2000 von Prefab Sprout und wohnt in Eschberg. Das ist in der Luftaufnahme direkt neben dem Halberg und scheint ein Neubaugebiet zu sein. Die Wohnungen dort sind allerdings so teuer wie hier in Striesen. Vor ein paar Jahren soll es noch ein sozialer Brennpunkt gewesen sein. Jetzt ist das Erste, was Google dazu listet, der Immobilienmarkt.
Bei OrangeKiss stoße ich auf einen altvertrauten, schon lange nicht mehr gegangenen Weg: Die Schwedenlöcher in der Sächsischen Schweiz. Ich sehne mich so nach Nähe.
Tim kennt die Schwedenlöcher schon. Er war oft dort. Mit anderen. Wie ich. Den Weg kennt er aber auch nicht. In der Gruppe achtest du weniger auf den Weg als auf die Gespräche. Aber wenn du vor dem Monitor sitzt und die Fotos siehst, merkst du erst, wie schön es dort ist. In die Schwedenlöcher gehen wir nicht zusammen. Dazu hat Tim keine Lust. Aber den Gratin essen wir morgen zusammen. Jetzt kauft er gerade die Becken.
Uwe Groke mag Carnival 2000 von Prefab Sprout und wohnt in Eschberg. Das ist in der Luftaufnahme direkt neben dem Halberg und scheint ein Neubaugebiet zu sein. Die Wohnungen dort sind allerdings so teuer wie hier in Striesen. Vor ein paar Jahren soll es noch ein sozialer Brennpunkt gewesen sein. Jetzt ist das Erste, was Google dazu listet, der Immobilienmarkt.
Bei OrangeKiss stoße ich auf einen altvertrauten, schon lange nicht mehr gegangenen Weg: Die Schwedenlöcher in der Sächsischen Schweiz. Ich sehne mich so nach Nähe.
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