Montag, Juli 30, 2007
Zappen
MDR Klassic verkündet um 8 Uhr, dass Brad Pitt und Angelina Jolie in Berlin auf der Torstraße 140 mit ihren vier Kindern eine 600 Quadratmeter große Mansarde erworben haben. Außerdem sei ein Landsitz in Arbeit. Die beiden wollten sich aus der Schauspielerei zurückziehen, und Berlin sei, verglichen mit Japan, Großstadt genug.
Medizin & Zusatzstudium
Ich wollte gerade nach "Medizin & Zusatzstudium" googeln, als SWR3 meldete, dass ein Rollstuhlfahrer, der von der Brust abwärts gelähmt ist, wegen sexuellem Missbrauch verurteilt wurde. Illegale Preisabsprachen bei flächendeckendem Anheben der Milchpreise diskutiert das Bundeskartellamt gerade. Die Nachrichten sind wirklich interessant. Ich bekomme Lust auf SWR3. Hab Trilsch gemailt, ob er mich beim Erkämpfen der Wiederzulassung als Arzt beraten kann. Martina rät mir ein Organigramm, um effektiver mehrgleisig zu fahren.
In Gedanken
Bin in Gedanken schon beim Einrichten der neuen Wohnung. Einiges werde ich verkaufen müssen. Sie ist kleiner als die jetzige, hat aber einen Balkon. Hab Christoph gefragt: Der Fitnessvertrag hat eine Kündigungsfrist von vier Wochen zum Vertragsende. Ich muss also bis zum 16.10.07 schriftlich kündigen.
Bin drin
Robby Williams hat mich in seine Kontaktliste aufgenommen. Ein komisches Gefühl. Ich bin einer von 77 000 Kontakten.
Gerade rief ein Makler an: Hab für morgen abend einen Besichtigungstermin vereinbart. Im Internet sieht die Wohnung traumhaft aus - hell und geräumig. Mal sehen, wie es mit DSL, Telefon, Kabelfernsehen, Waschmaschine, den konkreten Abmessungen, dem Weg zum Fitnessstudio und den Einkaufsmöglichkeiten ist. Endlich kein Teppich mehr und trotzdem fußwarm, träum.
Gerade rief ein Makler an: Hab für morgen abend einen Besichtigungstermin vereinbart. Im Internet sieht die Wohnung traumhaft aus - hell und geräumig. Mal sehen, wie es mit DSL, Telefon, Kabelfernsehen, Waschmaschine, den konkreten Abmessungen, dem Weg zum Fitnessstudio und den Einkaufsmöglichkeiten ist. Endlich kein Teppich mehr und trotzdem fußwarm, träum.
Over & Out
Jenny hat mich gesperrt. Sie hat hier gelesen, schreibt sie. Jenny verwaltet das Forum für falsche Erinnerungen. Heute bin ich wieder bei Martina zur Psychotherapie-Sitzung. Ich will wieder arbeiten können. Gleich sendet Groke. Hab mich mit R. zum Tangokurs angemeldet. Tangokurs, Hörfunkkurs, Orientierungskurs für erwerbslose Frauen, Praktikum im Ministerium für Kunst und Wissenschaft und ab 2008 die Qualifizierung zur Kauffrau im Gesundheitswesen. Mal sehen, was Martina dazu sagt. Vater war gestern bedrückt, Mutter auch. Beide hatten keine Lust mit mir zu reden. Ich sehne mich nach Nähe. Die Milch wird teurer, Butter bis zu 50 Prozent, sagt Groke grad. Bezahlte Arbeit wäre gut. 50 Cent oder 50 Prozent? Begründet wir der Preis mit einer Dürre in Australien und dem gestiegenen Bedarf in China.
Sonntag, Juli 29, 2007
Bin aufgewühlt
Nach langer Zeit war ich wieder mal beim Tango, selbstfremd und zerrissen, angespannt und ausgebrannt. Seit Stunden versuche ich zu schlafen. Meine Gedanken rasen und überschlagen sich. Ich bin durch den Wind. Hab gestern das erste Mal im Forum für falsche Erinnerungen geschrieben und fühle mich total zerpflückt.
Samstag, Juli 28, 2007
Psychiatrie-betroffen in Deutschland
Hunderttausende werden Jahr für Jahr in die Psychiatrie eingewiesen. Viele unter der Diagnose schizoaffektive Psychose. Die entsprechende Diagnosenummer auf einen Einweisungsschein zu schreiben, ist eine kleine Mühe. Das sich für den Betroffenen daraus ergebende Stigma blockiert die berufliche Rehabilitation lebenslänglich. Trotzdem fließen ständig gewaltige Mittel in gerade diesen Behandlungsweg. Gutachter, die nach Stigmatisierung den Weg ins Berufsleben zurück ebnen, gibt es kaum. Damit kommen zu den Millionen Arbeitslosen viele Erwerbsunfähigkeitsrentner hinzu. Das ist eine Last, die irgendwann zur Verelendung nicht zuletzt dieser Psychiatrie-Betroffenen führt. Eine Blüte, die diese Verelendung treibt, ist ein Forum für induzierte Erinnerung, in dem sich Psychiatrie-Erfahrene gegenseitig die Richtigkeit ihrer Erinnerungen absprechen. Elender geht nicht, wenn sogar die Wahrnehmung des Einzelnen in der "Angehörigenarbeit" ad absurdum geführt wird, statt sie sinnvoll mit anderen Positionen zu vernetzen, um Andersdenkende zu reintegrieren.
Gläsern & sicher
Radio hat den Reiz des Unmittelbaren und Synchronen beim Stimmenhören auch im Verkehr. Andererseits ist dadurch oft schwer vorherzusehen, wie sich die Inhalte entwickeln, vieles erscheint willkürlich. Um eine "Regie" im Hörfunkstudio zu ahnen und so unter anderem zu erkennen, wie welche Verkehrsmeldung wann wie den Weg bis zum Mikro findet, wäre eine Webcam, die den Panoramablick auf die Studiomonitore zulässt, gut. Scheinbar haben aber nur wenige Sender Interesse am Echtzeit-Kino, und die Moderatoren erleben sich eher als Piloten.
Schmale Oberlippe
Mir war ihr Grinsen noch gar nicht aufgefallen, aber das haben viele. Schwarzenegger, mein 20-jähriger Kühlschrank, brummt heute leiser. Ich höre grad Jump: Chris Derer fragt einen Filmdialog von Curtis und Schwarzenegger ab. Das ist alles weit weg. Dass sich das Tim-t grad nicht tippen lässt, macht mir gleichzeitig Gänsehaut und Brechreiz.
Störung vor Regel
Wenn die Online-Durchsuchungen gesetzlich geregelt sind, wird es schlimm: Danach ist nichts mehr wie vorher. Hast du bis dahin über Nimda- oder Trojaner-Attacken gestöhnt, sehnst du dich nun nach ihnen zurück, denn du konntest mit deiner Software mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit das Arbeitstempo deines PC wieder beschleunigen. Darf sich aber das exekutive Auge auf deiner Festplatte einnisten, um den Querulanten 0815 zu beobachten, hilft dir nichts mehr. Es wird die Hölle sein, Teil eines Ganzen zu bleiben, ohne dass Rückzug vorm Investigationsstau möglich ist. Dagegen sind akzidentelle Erschießungen bei französischen Passkontrollen harmlos. Inzwischen schwächt Beck seinen Vorstoß laut Jump ab: Online-Durchsuchungen seien erst statthaft, sobald der Betroffene sich mit Anwalt dagegen wehren kann. Es wird heiß, fast dokumentationspflichtig. Aber wie willst du eine Durchsuchung als Betroffener dokumentieren? Du siehst nur, dass die Ladezeiten variieren. Aber den Verursacher für den veränderten Traffic kannst du nicht nachweisen.
WG
Hab eine WG in der Friedrichstadt entdeckt. Mehr als 40 Quadratmeter hätte ich da. Bin gespannt auf die Besichtigung. Heute sehe ich im Spiegel nett aus. Auch die Waage ist gnädig. Vielleicht wird der Tag schön. Vater war gestern da und hat Kassensturz gemacht. Er sah gut aus: Er kam von seinem ersten Rückentraining. Ich hatte wieder mehr Ausgaben als Einnahmen. Mir ist schlecht. Ich weiß nicht, wie andere es schaffen klarzukommen. Ich freue mich auf den Kurs für erwerbslose Frauen. Nächste Woche ist das Gespräch bei der BfA wegen der Qualifizierung zur Kauffrau im Gesundheitswesen. Ich will arbeiten. Wenn alles so klappt, wie ich will, ist erst der Hörfunkkurs, dann der Erwerbslosenkurs, dann das Praktikum in der Pressestelle des Ministeriums für Kunst und Wissenschaft, dann der Reha-Vorbereitungskurs, und dann beginnt die zweijährige Qualifizierung zur Kauffrau im Gesundheitswesen. Das in einer WG wäre schön. In einer WG mit Telefon- und Internet-Flatrate.
Hunger nach Nähe
Hab mich im Forum für falsche Erinnerungen eingeloggt: "Ich bin 2005 zwangseingewiesen worden und ein Jahr stationär und in der Tagesklinik behandelt worden, als ich eine Stalking-Strafanzeige auslösen wollte. Ich interessiere mich für Gedächtnisprotokolle anderer zu ihren Zwangseinweisungen, bin gerade beim Brainstorm zur Entstehung eines Dresdner Weglaufhauses und habe Interesse daran, etwas zu Krisenpensionen zu erfahren."
Freitag, Juli 27, 2007
Besoffen ins All oder Herr im eignen Haus
Ich höre Groke zu mir sprechen und bin ganz Quote. Es ist scheinbar zusammenhanglos und direkt an mich gerichtet. Wahnsinn. Komischer Tag. »Wenn Sie Angst haben, zum Arzt zu gehen«, sagt er. Ich bin beim Mailen an Elisabeth Dederken und schwafle über naturbegabte Laientherapeuten, die ihre biografische Erfahrung über tradierte Methodik stellen und Ureigenstes spontan und ungefiltert durchpeitschen wie Eintänzer ohne Choreografie. Petra will nur tanzen und sich nicht in einen Teppich dabei einwickeln, sagt sie. Immerhin. Hab keine Lust sie ersticken zu sehen, drohe ich ihr, und maile ans LebensGut Pommritz, um den Schamanen zu finden, der sie 2002 fasziniert hatte. Ich hasse ihn. Was hat der, dass sie ihm ähneln will? Er stampft im Kreis durch das Gewölbe, dass alles bebt. Ich rücke näher an die Wand, um beim Einbrechen der Decke übrig zu bleiben. Irgendwann genügt ihm der Reiz nicht mehr: Er wickelt sich in einen Teppich, löscht das Licht, stöhnt und ächzt, beginnt zu röcheln und wird still. Ob das Exstase oder schon Ersticken ist, ist nicht mehr zu erkennen. Das Nahtoderlebnis sei gewollt und kurativ wirksam, sagt er. Sexual Healing ist das nicht. Das ist nur verrückt: Der bringt sich fast um neben ihr und zwingt sie, ihm dabei zuzuschaun. Ein Exhibitionist. Ich hab schon wieder kalte Füße und atme zu flach. Elisabeth Dederken favorisiert Krisenpensionen. Hab ein neues Forum entdeckt: Vielleicht finde ich da Informationen zu Gedächtnisprotokollen für Zwangseinweisungen.
Donnerstag, Juli 26, 2007
Scham
Lindsay Lohan trägt ein Band am Knöchel, das ihren Blutalkoholwert aufzeichnet. Mcnep entschuldigt sich für Schamlippensushi. Petra will Schamane werden. Gleich kommt Vater wegen der Rückenschmerzstudie.
Von der Stereotypie der Macht bei großen Stückzahlen
"Was schauen Sie da?", spricht sie mich an und erzählt ihre Geschichte: Sie hat sich ein Buch gekauft, um zu sehen, wie andere mit dem Tod umgehen. Als Sechsjährige war sie dabei, als andere, auch Kinder, ein Grab ausheben und sich erschießen lassen mussten. Sie ist schwerkrank, sagt sie. Es ist Hautkrebs. Gegen die Schmerzen bekommt sie Morphinpflaster und ist von ihrem Arzt vor Albträumen gewarnt worden. "Sind Sie Studentin?", fragt sie mich, weil ich grad in der Diplomarbeit von Inge Naumann blättere. Ich darauf, dass ich bis vor zehn Jahren als Arzt gearbeitet hatte, aber aus gesundheitlichen Gründen aufhören musste. Wegen einer Schizophrenie. Das ist schlimm, meint sie. Sie kennt das: Da kann man mit dem Anderen gar nicht reden, aber eine Stunde später ist es wieder, als sei nie etwas gewesen. Hab ihr von dem russischen Kasernengelände auf dem Heller erzählt, auf dem jetzt das Berufsförderungswerk steht. Da sind wir schon an der Hartmannstraße angekommen, und ich muss raus. Ich wünsche ihr viel Freude daran, in Gedanken zu sein. Tino heißt der Ex von Susanne Lorenz. Schreiben tut gut. Immer wieder. Das ist alles weit weg. Zehn Jahre. Barbara Roßberg hat mir einen Job genannt: die Kauffrau im Gesundheitswesen.
Ernährungsberater
In der Psychiatrie sind fast alle fett. Sich entsprechend der Ernährungspyramide zu ernähren und ausreichend zu bewegen ist schwer. Die Leiche der deutschen Geisel wird heute obduziert. Der war 44 und hatte Diabetes. Ich habe zugenommen. Ich muss mich bewegen und klebe schon wieder am Notebook, um Groke nicht zu verpassen. Komisch. Es ist schon komisch, je bewusster ich weniger esse, um so schneller nehme ich zu. Das selbstvergessene Surfen hilft wahrscheinlich am ehesten abzunehmen. Groke hören und surfen. Bin froh, dass ich den Job bei Ärzte ohne Grenzen nicht gekriegt habe, sonst würde ich jetzt grad mit irgendwelchen afghanischen Löchern in der Brust auf irgendeinem deutschen Obduktionstisch liegen. Jetzt mit der Straßenbahn zum Heller zum Berufsförderungswerk zu fahren ist mir aufregend genug. So aufregend, dass ich fett werde. Verdammt, ich begreife nicht, wie mein Körper funktioniert, wann ich ausbrenne und wie ich mich erhole. Es ist alles so durcheinander. Die ganze Bilanz ist chaotisch. Vielleicht mache ich sie die nächsten Tage schriftlich, um zu sehen, ob ich mit der Schilddrüse in die Unterfunktion abrutsche und dadurch zunehme. Hab im Moment wahrscheinlich zu selten Hunger und zu oft Appetit. Aber der Durst ist schon wichtig. Vielleicht bin ich mit dem Gesamteiweiß jetzt so weit im Grünen, dass jeder Tropfen Flüssigkeit gleich eingelagert wird. Aber dann wäre die Haut nicht so trocken. Oder doch? Bin durcheinander. 9:40 - ich muss los.
Salzwüste
Wüsten begrünen, Regenwälder aufforsten und Menschen aufrichten will Petra. Mutter sagt, als die Russen vor Jahren eine Wüste begrünt hatten, sei der Aralsee fast ausgetrocknet. Hab nach einer Aralsee-Webcam gesucht, aber nur Fließtext gefunden. Groke meldet grad Rückstau bei einer provisorischen Ampelanlage. Das ist alles so weit weg. Ich hab kalte Hände. Und kalte Füße. Und Durst. Gleich ist das Gespräch im Berufsförderungswerk. Mutter will eine Ernährungsberatung. Ich soll Ernährungsberater werden, sagt sie. Und dass die Idee, in dem Diabetes-Netzwerk mitzuarbeiten, gut wäre. Hab ihr von der Internetfamilie, die die Früherkennung aus der Bahn geworfen hatte, erzählt als Revanche für die Aralsee-Story. Dann kam Julia, und Mutter hatte keine Zeit mehr zum Telefonieren, weil sie Frühstück machen musste. Vater bekommt heute eine Spritze in Friedrichstadt, geht aber abends in das Fitnessstudio wegen der Rückenstudie. Petra hat angerufen, weil sie Matthias nicht erreicht. Wüsten begrünen, träum. Ich hab schon wieder Durst.
Mittwoch, Juli 25, 2007
Lebenskünstler
In der Lebenskünstler-Broschüre der Stadtverwaltung tauchen die BfA und das Assessmentcenter eines Berufsförderungswerkes auf. Hab dort angerufen und jeweils einen Termin zur Reha-Beratung vereinbart. Nachmittags war Alex da. Er recherchiert wieder über amerikanische Kultur. Das Internet will er dazu nicht nutzen. Gedrucktes findet er seriöser. Er hört kein Radio. Hab gestaunt, wie sehr das trennt. Hab heute wieder stundenlang nach Jan Schlegel gesucht, ohne etwas Eindeutiges zu finden. Direkt anzurufen, fehlt mir der Mut. Vielleicht maile ich.
Dein Lächeln verändert die Welt
In New York steht die schönste Müllhalde der Welt: Eine Komplimentemaschine mit 150 verschiedenen Anmachsprüchen. Ich muss schon wieder an Peter Ufers Zeugnis denken: Die Hälfte des Blattes handelte ab, wie toll die Sächsische Zeitung ist. Danach folgten ganz blasse Kommentare zu mir. Ufer als Selbstdarsteller. Fehlte nur noch eine Kolummne zum Zustand seiner Unterhose. Halt, das war Hase. Ich verwechsle da gerade etwas. Nirgendwo steht mehr etwas über seine Bremsstreifen in der Unterhose, tja. Alles fließt. Ich wünsche mir gebratenen Fisch, ich habe Hunger. Am liebsten Barsch.
Nostalgie
Hab Torsten Überdiek angerufen, aber nur seine Sprechstundenhilfe erreicht: Er steht im Saal. Er wird sitzen, denke ich. Zwischen irgendwelchen Beinen. Hab ihr die Adresse des HIV-Test-Vertreibers gegeben. Ich glaube zwar nicht, dass er sie weitergibt, finde es aber trotzdem wichtig, dass er sie hat.
Oase
Gesundladen, Kommune, Verein ... Jedem schwebt ein anderes Offline-Konstrukt vor. Eine Pension zur Krisenintervention, irgendwas Nahes, aber Unverbindliches, was dich auffängt, dir Halt gibt, aber möglichst wenig einengt. Groke powert mit Ganzkörpereinsatz für seinen Sender - auch eine Art Oase. Immerhin besser als die Absperrungen bei Großveranstaltungen. Jetzt legt er Runaway von Del Shannon aus seinem Geburtsjahr auf. Ein Weglaufhaus, träum. Die halbe Woche hat er geschafft. Übermorgen hat Tim Geburtstag. Hab Lust, Tim anzurufen.
Spinntus.
Rot vor Wut, grün vor Neid und gelb vor was? Was verbindet Wut und Neid? Ob Ampeln auch empathisch sein können? Dann nimmt jeder ein Stück von dir mit, hat Christian Kellner mal gesagt. Jeder würde ein Stück von mir mitnehmen. Hab mich selten so ausgelaugt gefühlt wie in dem Moment, als er das sagte. Das war auf der chirurgischen Wachstation. Ich war kurz vorher in der septischen Buchte gewesen. Er ist dann wieder in den Saal gegangen. Neben Schaps hat er sich wohl gefühlt. Vielleicht habe ich ihn deshalb in Gedanken so oft mit Friedemann Pabst verglichen. Floh ist ja sogar sein Patenkind. Patenkind eines IM in einem ehemals angeblich verwanzten Haus. Eine verrückte Zeit. Friedemann hat diesen himmelblauen Ullrich-Mühe-Blick. Dieses introvertierte Sendungsbewusstsein. Immer halb den Rücken zu dir und den Kindern. Hab Annette Jahns für ihre Geduld bewundert. Annette und Christian ähneln sich. Zumindest ihr Gequassel. Ich muss immer noch an das asbach-uralte Funkgerät denken, dass Schaps zur Taufe mit sich rumgeschleppt hatte, weil er glaubte, dass er für die Senftenberger dadurch auch im Gewölbekeller erreichbar ist.
Kriseninterventions-Netzwerk
"Störung vor Regel" ist nicht jedermanns Sache: Du rudimentierst dann zur Überwachungseinheit, die kurzstreckig begleitet, statt selbstbestimmt Eigenzeit zu strukturieren. Nicht sehr kreativ, eher minimalistisch und introvertiert. Wie eine Ampel. Ich werde schon wieder rot.
Gute Laune
Ein Jöbble, träum. Eins mit Soundkarte. Groke sendet grad in Sachen Tanzlust. Er rettet. Bei der Wiedereingliederung Behinderter. Huchja, das Leben ist K(r)ampf. Komisch, wie entspannt Chaos wird, sobald ich es aufschreibe. Auterwitz scheint schön zu sein. Trotzdem will ich ein Weglaufhaus mitten in der Stadt. Eine Art Pension für Kurzentschlossene mit winzigem Zeitbudget. Eine Rettungsstelle für Miss und Mister Urgent-Emergent zwecks Tapetenwechsel. Aber welcher Diagnoseschlüssel auf dem Zettel stehen muss, damit die Krankenkasse zahlt, ist mir schleierhaft. "Psychose" jedenfalls nicht. Das wird sonst ein Labyrinth ohne sinnvollen Ausgang. Wenn Psychiatrie-Betroffene das Personal stellen, ist das schon mal ein sinnvoller Anfang, um das Oben und Unten entgültig infrage zu stellen, grad für die Urgent-Emergents auf Durchreise. Sonst kann ja jeder kommen und düstere Zukunftsphantasien in den Raum stellen. Je dichter das Weglaufhaus-Netzwerk ist, je internationaler, um so größer ist die Mobilität. Ich liebe Petras Träume, auch den, DIE Aktie mit Zukunft zu sein, und das noch mehr als Rikes Traum vom Entlassungsverbot in der Schwangerschaft.
Gestationsdiabetes
Rike spitzt gern zu. Auch mit ihrem Gestationsdiabetes-Projekt. Kunath scheint an dem Projekt zu zweifeln. Jedenfalls fließt das Geld der hiesigen Krankenkassen verzögert, obwohl der Kammerpräsident dahinter steht. Irgendwie beruhigend, auch wenn ich dadurch geringere Chancen auf einen Job im Netzwerk habe. Das Diabetes Screening in der Frühschwangerschaft macht mir Angst: Ich habe die Geschichte einer Familie miterlebt, für die dadurch eine Welt zusammengebrochen ist. Eine Welt, die ohne Insulin vielleicht funktioniert hätte. Die Schwangere ist durch das Screening rausgepickt worden, mit Insulin bestückt krankgeschrieben worden und hat dadurch ihren Job verloren. Entnervt ist sie mit dem großen Kind zum Psychiater gegangen und hat es auf ADH therapieren lassen. Rike meinte nur, dass es unmöglich ist, wenn eine Schwangere entlassen werden darf. Auf meine Einräumung, dass die Diagnostik einen gewaltigen Kollateralschaden ausgelöst hatte, konterte sie: Wäre eine Totgeburt besser gewesen? Sie ist tatsächlich überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Gut, dass es Kunath gibt. Gut, dass Betroffene eine Stimme haben, auch wenn sie sich auf angebliche Totgeburten beruft. Eine saubere Statistik der Todesursachen ist wichtig, mindestens so wichtig wie ihr Gestationsdiabetes-Screening. Das sind alles Biografien, in die sie mit ihrem Screening einbricht. Verdammt, ich brauche Arbeit. Wenigstens ist der Gestationsdiabetes-Test freiwillig. Ich würde ihn ansonsten als Körperverletzung einordnen, egal wie gefährdet das Ungeborene ohne den Test ist. Rike ist eben Kinderärztin, aber keine Gynäkologin. Eine Arbeitsrechtlerin gehört mit an den Netzwerk-Tisch.
Mühe ist tot
Seinen Clinch mit Jenny Gröllmann habe ich jetzt noch vor Augen. Ihre Kinder sind jetzt Vollwaisen.
Mitten im Schlaf
Das Telefon klingelte. Ich schlief. Am anderen Ende reklamierte Chris mein Schweigen. Mitten in der Nacht mehr als wach. Ich kenne die Ungeduld. Als ich noch Narkosen gemacht hatte, war das meine Zeit: Zwischen Zwei und Drei bin ich durch die Wohnung gestiegen und habe Input für die OP am nächsten Morgen gesucht, ohne Schlaf zu finden. Freudlos und voller Angst, irgendetwas zu übersehen in diesen viel zu knappen Anästhesie-Büchern. Inzwischen stehen sie wie Fremdkörper in meinem Regal, veraltet und schon nicht mehr wahr.
Dienstag, Juli 24, 2007
Weglaufhaus
Das Weglaufhaus muss innerhalb der Stadt sein, nicht unbedingt so zentral wie das Frauenschutzhaus, aber leicht ohne Hilfe zu erreichen. Ein altes Fabrikgelände wäre gut. Im Radio läuft gerade "Nicht von dieser Welt" von Xavier Naidoo. Groke ist auf Sendung. Er hatte letzte Woche eine Sommergrippe. Es ging ihm schlecht, sagt er. Zeit, Mango-Molke zu trinken. Hab den Anrufbeantworter des Krisendienstes angerufen, um zu erfahren, ob es schon Vereine gibt, die ein Weglaufhaus in Dresden gründen wollen - ich suche ein Portal, über das ich Mitstreiter finde. Was ich bis jetzt gefunden habe, bringt mich nicht grad weiter: Speed hat inzwischen offenbar die Digicam für sich entdeckt.
Keiner will mich
Das ist das Erste und Letzte, was mir bei der Bewerberei durch den Kopf geht. Es schnürt mir die Kehle zu. Ich fühle mich wie ausgedörrt und atme wieder mal viel zu flach. Nicht dass ich eine Riesenschiene erwartet hatte, aber einen ausgeruhten Gesprächspartner, der gut zuhört. Jemanden wie Martina. Eine Freundin wie Martina, das wär´s. Einen Schutzengel. Dabei ist es nur, dass die Datenbank so bescheuert ist. Ich hab sie mir noch nicht vertraut gemacht. Vielleicht probiere ich auch noch andere Datenbanken aus. Das Geld reicht gerade zum Überleben, und sogar dafür ist es knapp. Manchmal stelle ich mir vor, allen geht es so wie mir, und alle kommen mit dem Wenigen besser aus als ich. Und dann bekomme ich Angst vor der Zukunft. Angst davor, nie mehr in den Urlaub fahren zu können, nie mehr ein neues Kleid kaufen zu können, mich immer beobachtet zu fühlen und nie wieder eine intakte Familie zu haben. Nina und Tim fehlen mir sehr. Dass ich nicht weiß, wie es ihnen geht, zerreißt mich.
Freiheit
Ich sehne mich nach Sonne, Wärme und Nähe. Am Strand zu liegen und zu surfen wäre jetzt schön. Stattdessen bin ich in der finstersten, trübseligsten Matratzengruft und spekuliere über Sein und Werden. Ein Freund wäre gut, einer zum Ausquatschen. Herzlich und vertraut. Ob es jetzt in Polen regnet? Tim hat kein passendes Neopren zum Kitesurfen. Ich freue mich auf ihn.
Ämterkram
Hab gestern das erste Mal mit Boerner, dem Hauptgeschäftsführer der Ärztekammer, gesprochen. Welche beruflichen Perspektiven ich als Arzt ohne Approbation in Sachsen habe, wollte ich wissen. Ich könnte eine Ausbildung als Krankenschwester oder als MTA beginnen, sagt er. Wegen Wiedereingliederungsprogrammen für Behinderte soll ich mich an das Regierungspräsidium wenden. Hab Rike danach angerufen. Sie will Jan Schulze, den Kammerpräsidenten, ansprechen, war aber gerade im Gehen. Ich versuche heute wieder, sie zu erreichen. Jetzt klingelt das Telefon: Jemand von der Telekom ruft wegen einer Störungsmeldung an und fragt, ob alles wieder in Ordnung ist. Ich bin unglücklich, glaube ich. Jetzt gerade. Irgendwas zieht mich gerade runter. Alles ist so weit weg.
Montag, Juli 23, 2007
Radio Dresden
Je lokaler, um so entspannter ... Jedenfalls die Verkehrsmeldungen werden dann überschaubarer. Ich höre seit ein paar Minuten Radio Dresden. Stimmen kann ich noch nicht zuordnen. Die Webseite enthält weder Moderationsplan noch Webcam. Es ist eben ein Privatsender. Die pfuschen lieber ungesehen. Ihren Namen scheinen die Moderatoren auch nur selten zu nennen. Dafür ist nur ein Unfall, der zwar ausgerechnet in Loschwitz, aber der Körnerplatz ist eben auch beknackt. Da kracht es öfter. Ich werde bei Radioforen.de nach Privatsendern fragen, die eine Webcam und einen Moderationsplan haben. Allzu viele sind das bestimmt nicht. Sonst stellt sich vielleicht heraus, dass die privaten ihre Moderatoren stärker ausbeuten als öffentlich-rechtliche Sender. Hab grad bei Radio Dresden das erste Mal angerufen: 0351 - 500 110 ist die Verkehrs-Hotline. Ich wollte Karten gewinnen. Pech. Auf der 0180180180 4 nimmt keiner ab. Mark Mathew heißt der Sprecher. Mark am Nachmittag nennt er seine Sendung. Wohin das Karten-Telefon führt, weiß ich nicht. Ich habe heute früh Groke verpasst: Erst war ich bei Martina, dann beim Yoga. Wenn ich jetzt (16 Uhr) ewig nach den Karten telefoniere, verpasse ich den Rückruf vom Ärztekammer-Hauptgeschäftsführer wegen meiner Frage nach beruflichen Perspektiven ohne Approbation.
Prospektiv
Sieben Staus und Behinderungen meldet Jump. Ich war nach dem vorhergehenden Posting schon wieder hellhörig geworden. Ich werde die nächsten Verkehrsmeldungen so lange dokumentieren, bis ich mir sicher bin, dass da nichts korreliert. Manchmal ist es verrückt. Jedenfalls werde ich nie wieder so lange schweigen wie vor der Fastnacht 2005. Das Schweigen hat mich wahrscheinlich die Approbation gekostet. Nicht dass da irgendein Psychotronik-Spielmatz Bühnenerleben hat. Navigator und Mautkiste sind neben dem Handy die Eingänge, die ich mir als Autoelektronik-Laie vorstellen kann. Tschechen scheinen Psychotronik als Parapsychologie zu definieren. Russische Webseiten habe ich dazu noch nicht gefunden. Immerhin. Psychotronik und Krieg vernetzt Google scheinbar nicht. In Ruhe. Ist ja auch schon wieder Jahre her, seit "die Russen" eine entsprechende Gesetzespassage zum Verbot psychotronischer Waffen diskutiert hatten. Es ist alles so weit weg. Im übrigen kann mich niemand zwingen, etwas zu begreifen, was nicht so offensichtlich ist wie das offene Bürofenster nebenan. Ich schreibe einfach auf, was mir auffällt, korreliert es, sehe ich weiter, korreliert es nicht, ist es um so besser. Es ist Alltag, und eine Korrelation ist unwahrscheinlich, genauso unwahrscheinlich wie eine radioaktive Verseuchung von Petras Wohnung. Den Gedanken deshalb aber zu verdrängen, bindet Energie.
Sonntag, Juli 22, 2007
Gruslig
Grad hat mir Prometheus bei WillsteQuatschen gemailt, dass ich das Posting zu Singewald löschen soll. Beide sind Anwälte. Hab es gelöscht, ohne zu kapieren, warum. Prometheus ist derjenige, der mich per Messenger aufgefordert hatte, die Webcam anzustellen und mich auszuziehen. Ein gelernter Jurist. Als ich das Singewald erzählte, meinte der, dass er das Virtuelle nicht mag und dass er das Gespräch abbrechen will. Jetzt, wie gesagt, verlangt Prometheus, der seinen realen Namen bis jetzt nicht geschrieben hat, dass ich das Posting zu Singewald lösche. Ob die Zwei sich kennen, weiß ich nicht. Nachher gehe ich zu Martina. Juristen wegen der Approbation anzusprechen, scheint sinnlos zu sein.
Fernweh II
MSN hat einen Kalender, der nicht so viel Stauraum für freie Information hat wie der Blog, aber auf lange Sicht leichter zu verwalten ist. Mittlerweile ist das, was ich schreibe, nicht mehr Begleitung zu dem, was ich höre, sondern das Radio Soundtrack zu meinem Tag. Bernd war grad in Brasilien. 32 Grad waren es im Schnitt. Und da will Tim für ein Jahr hin. Osteuropa wäre viel schöner. Prag oder so. Das hätte Zukunft. Nina will auf den Mond, sagt sie. Immer öfter. Idiotisch, sich so einzuengen. Als ich von Lisa Nowak erzählte, fiel ihr das das erste Mal ein. Die erste Frau auf dem Mond zu sein, würde ihr gefallen. Ich bin erschrocken, habe aber nichts gesagt. Aber bestimmt war es mir anzusehen. Ausgerechnet auf den Mond ... Kitesurfen geht ja noch, Bungee war schon schlimm, aber jetzt das, grusel. Vielleicht war das aber auch nur so dahingesagt. Hab jetzt einen Dresdner gefunden, der aus Kamerun stammt. Aber der interessiert sie noch nicht, sagt sie. Vielleicht ist sie ja auch bis dahin Mutter. Ich würde mich freuen. Das wäre mir lieber als ihr Kamerun-Jahr.
Ich lese mich grad
Hab mich auf Stayfriends verewigt, nachdem ich stundenlang nach Groke-Lebenszeichen mit verschiedenen Metasuchmaschinen gefahndet hatte und auf Einträge von mir selber gestoßen bin -

in der SZ, im Ärzteblatt, in einem Diabetes-Netzwerk und auf einer weiteren Seite.

in der SZ, im Ärzteblatt, in einem Diabetes-Netzwerk und auf einer weiteren Seite.
Samstag, Juli 21, 2007
Schlaflos
"Da hast du aber ein schweres Schicksal", sagt sie. Und ich kann mich nicht wehren gegen so viel Mitleid. Mir ist einsam. Ich bin müde, finde aber keinen Schlaf. Hab das Groke-Video wieder angesehen. Es erinnert mich immer mehr an den Welt der Wunder Caspar. Grad wie er den Kopf zurückwirft. Respekt und Erfolg gewohnt. Distanziert, professionell fremd und routiniert. Das ganze Gegenteil von Petra. Petra, um die sich viele scharen, jeder mit einem anderen Ziel. Ich sehne mich nach Nähe und Wärme.
Freitag, Juli 20, 2007
Chris
Hab Chris gelesen, es scheint ihm wieder gut zu gehen. Ich muss jetzt sämtliche Badehosen, die ich gestern für Tim bei C&A gekauft habe, zurückbringen. Er will doch was Bermuda-Artiges. Alles andere ist ihm zu schwul. Was auch immer an einer Badehose schwul sein kann. Der Schritt muss in Kniehöhe hängen, dann fühlt er sich wohl.
Donnerstag, Juli 19, 2007
Austauschbar
Gleichwertig, egal, fremd ... Ich höre gerade Marcus Barsch, den Bauch voll Jogurth und Roter Grütze. Im H&M-Spiegel sah ich austauschbar aus - die ganze Schminke war weg. Der lila Kajalstift wischt sich so schnell weg. Ich freu mich aufs Klettern am Sonnabend im Liebethaler Grund.
Zappen
Ich zappe jetzt öfter. Irgendwann höre ich vielleicht auch wieder CD, ohne mich leer zu fühlen. Mich auf eine einzelne Stimme in einem Senderstudio zu konzentrieren, betäubt. Will sagen: Groke ist seit dem 8. Juli nicht auf Sendung und reagiert auch auf Emails nicht. Offensichtlich hat er Urlaub. Das erste Vierteljahr seit Arbeitsbeginn beim SR1 ist inzwischen vorbei. Hab seine Sendung am 8. Juli leider verpasst, da wegen des Live Earth Konzertes das Webradio nicht lief. MSN hatte die alleinigen Echtzeit Streaming Rechte. Groke fehlt mir. Bestimmt geht es ihm gut.
Mittwoch, Juli 18, 2007
Weglaufhaus
K. hat mir seinen Dreiseitenhof in Radeburg gezeigt. Es ist ein riesiges Lager für alles Mögliche. Das Nachbargrundstück steht auch zum Verkauf. Morgen sieht er Helga und gibt ihr das Konzept des Berliner Weglaufhauses. Er hat versprochen, bis dahin selbst darin zu lesen. Er erzählte ununterbrochen. Er will sich um mich kümmern, sagt er. Die Brombeeren in seinem Garten schmecken gut. Hab einen Auflauf gemacht. Nina und Tim waren zufrieden. Jetzt treffe ich L. Er arbeitet als Mediator.
Entscheidet die das?
Hab Martin Witt von der Behauptung der Müller-Greven erzählt, dass ich die Approbation nicht wieder kriegen werde. Entscheidet die das?, hat er zurückgefragt. Ich bin mir immer sicherer, dass es gut ist, den Psychiater zu wechseln.
Dienstag, Juli 17, 2007
Inventur
Ich hab mich zu einem Hörfunkkurs angemeldet. Außerdem hab ich mich darum beworben, mit Dresdner Psychologen Sucht mit fMRT zu hinterfragen. Meine Chancen, den Job in der Psychologie zu kriegen, sind gering. Im September und Oktober habe ich einen Orientierungskurs für erwerbslose Frauen, im November ein Praktikum im Wissenschaftsministerium. Nächste Woche wollen meine Kinder ohne mich Kitesurfen lernen. Das tut weh, nachdem ich auch nicht Snowboarden kann. Meine Angst ist schlimm. Aber Kitesurfen wäre ich schon gern gegangen. Stattdessen gehe ich am Samstag mit einem Wildfremden klettern. Morgen schau ich mir einen Dreiseitenhof nördlich von Dresden an, auf dem eine Bekannte ein Weglaufhaus gründen will. Bis jetzt wusste ich nicht mal, dass es so etwas überhaupt schon gibt. Die Diplomarbeiten zur Antipsychiatrie stapeln sich auf meinem Schreibtisch, und ich habe wieder einmal das Gefühl, nicht gelebt zu haben, resp. zu wenig Sex.
Touch Screen
Ich will einen Hörfunkkurs belegen. Irgendwann kapiere ich die Abläufe im Hörfunkstudio. Wie ein TV-Studio funktioniert, habe ich mir ja auch ein Vierteljahr lang angesehen. Welchen Sinn hat das, Neuroleptika zu schlucken, wenn sich die Informationslücke dadurch nicht erschließt. Die Müller-Greven hat heute das erste Mal behauptet, dass ich nie wieder als Arzt arbeiten darf. Hab daraufhin Martina Pinzer angerufen, um mit ihr durchzusprechen, wie ich die Approbation wiederbekomme. Mit ihrem Mann Thomas hab ich am Tisch gestanden. Wenn die mir nicht helfen kann, sieht es in Sachsen tatsächlich schwarz für mich aus. Jedenfalls am Patientenbett. Freunde sind wichtig, sagt sie.
Montag, Juli 16, 2007
Virologie
Es gibt Momente, die haben so eine eigenwillige Dramatik, dass ich Drehbücher wittere. Es war im Januar 2002. Im Radio lief die Witt´sche Flutankündigung. Ich fuhr mit meinem Citroen als Pillnitzer aus der Pillnitzer Straße ins Ampelgrün. Gänsehautbestückt in der verschneiten Mittagssonne. Gleichzeitig mit mir hatten alle anderen Fahrtrichtungen Grün. Es krachte. Das Ampelgrün ließ sich nur durch Zeugen nachweisen. Ich war die Einzige, die einen Zeugen hatte. 600 Euro war der Zeitwert meines Autos, das Sekunden später Totalschrott war. Monate später kam die Flut. Es war Zufall. Ich war nur dabei. Kurz vorher war an dem guten Stück die gesamte Elektronik ausgefallen. Mitten auf dem Blauen Wunder war es stehengeblieben. Inzwischen ist es Pressmasse.
Sonntag, Juli 15, 2007
Irgendwann irgendwo
Ich suche nach dem Touchscreen, als Matthias Karpe einen FKK-Strand in Altensalz vorstellt. Salz kommt oft in Ortsnamen vor. Trotzdem bin ich verblüfft. Ich gehöre nicht zur Zielgruppe des Senders, ich bin zu alt. Danach meldet Karpe, dass ein LKW auf der A2 brennt. Ich weiß immer noch nicht, wo die A2 ist. Ob es einen Zusammenhang zwischen Studioabläufen und der Fahrzeugelektronik in Unfallautos gibt? Inzwischen sind die Webcams offline, und ich höre SWR3.
Samstag, Juli 14, 2007
Fünf-Tage-Blitz-Diät
Ich habe einen Bikini bestellt, den ersten seit über zehn Jahren. Brombeerfarben ist er. Im August wird er geliefert. Am Montag scheint es doch nicht so heiß zu werden. Ich sehne mich nach Sonne. Vielleicht lege ich mich in die Sonne. Heute gehe ich, wenn alles klappt, mit Tim zum Schaubudensommer. Vater darf heim, die Zwei bekommen einen Bücherschrank. Die Diät beginnt eklig, mit einem Löffel Olivenöl. Ich weiß noch nicht, ob ich mitmache.
Alles fließt
Während ich noch über Monatsbinden sinniere, spekuliert Mcnep darüber, ob es sich lohnt, bei Kopfschuss den Mund zu öffnen, damit der Augendruck weniger steigt.
Radweg im Auwald
Ich träume von einer Eigenheimsiedlung im Auwald. Der Fluss ist schmal, mein Haus aus Glas und Stahl. Der Stahl ist rot gestrichen. Zum Haus führt ein Radweg. Was fehlt, ist Sonne. Es ist sehr ruhig. Rauch zieht durch die Wipfel. Irgendjemand grillt. Eigentlich bin ich auf der anderen Flussseite. Vielleicht habe ich auch gar kein Haus, sondern bin ein Wanderer. Anna-Maria Scholz wohnt in der Eigenheimstraße 3. Beim Aufwachen habe ich Durst.
Alkohol
Er heißt Smolka genau wie der Informatiker, der in Saarbrücken vor seinem Hörsaal mit einem Bauchschuss niedergestreckt wurde. Das fMRT bei Sucht interessiert ihn. Am Montag bewerbe ich mich bei ihm auf eine Teilzeitstelle. Hab ein Hybrid aus String-Emil, Smolka und dem Kettensägen-Yuppie aus American Psycho vor Augen. Das Radio dudelt in die Nacht. Morgen steht wieder kein Groke im Programm. Hab die Startseite von SR1 in ARD geändert.
Freitag, Juli 13, 2007
Grabsteinsuche
Wenn ich vom Aldi heimkomme, fallen mir regelmäßig die halbfertigen Grabmale auf. Die Größe scheint standardisiert zu sein. Das, was wie Sandstein aussieht, ist bei genauerem Hinschauen polierter Basalt - zu hart, um rechtzeitig zu verrotten. Damit kann eine ganze Gruft versorgt werden, so klein kann die Schrift da werden.
Wahrscheinlich bin ich glücklich
Hab grad einen Blick ins Haifischbecken genossen: Eine verwanzte Datenbank und eine verhaltensblonde Arbeitsvermittlerin - mafiöser geht es nicht. Da fällt es kaum noch auf, dass Torke sich Anästhesist nennt, sobald ich Jump einschalte. Als ich an der F6-Fabrik vorbeikam, schallte mir Gelächter entgegen. Hab vor lauter Wut den Aldi leergekauft. Mango, Bananen, Pfirsiche, Aprikosen und Heidelbeeren. Dazu vier Sorten Molke. Immerhin hat die Arbeitsvermittlerin mich mit einer Jobbörsen-Auswahl ausgerüstet. Wenn ich träume, dann von einem bananengroßen Tampon.
Donnerstag, Juli 12, 2007
Überrascht lernen
Aus Fehlern lernst du intensiver als aus Geglücktem, da die Überraschung innere Bilder aktiviert.
Tim sucht jetzt einen Probenraum. Das Konzert der Arctic Monkeys hat ihm gut getan.
Er fährt gerne Achterbahn, hat aber keine Lust, mit mir zur Rummelnacht zu gehen. Museum reizt mich weniger.
Tim sucht jetzt einen Probenraum. Das Konzert der Arctic Monkeys hat ihm gut getan.
Er fährt gerne Achterbahn, hat aber keine Lust, mit mir zur Rummelnacht zu gehen. Museum reizt mich weniger.
Weglaufen bedeutet Aufgeben
... sagt eine Dresdner Wuchtbrumme, die eine MIV-Webseite anbietet. Wegfahren ist edler. Ich lese heute überall LassDasMitDemWeglaufhausSein, egal wo ich blättere. Groke hat vielleicht grad seinen ersten Urlaub. Das erste Vierteljahr hat er ja geschafft. Jump meldet gerade das zweite Mal, dass der Chemnitzer Mord aufgeklärt ist, ohne Thomas Wloch namentlich zu erwähnen. Google hat nur eine nicht abrufbare Quelle dazu. Laut SZ ist ein Thomas W. in Niedersachsen gefasst worden.
Virtuelle Kiezkneipe
Der Unterschied zwischen WillsteQuatschen und MeinNachbar liegt in der Art der Vernetzung. Bei Mein Nachbar ist ein Google-Stadtplan dabei. Der fehlt bei WillsteQuatschen. Dadurch ahne ich nur selten die Situation, aus der heraus der Andere schreibt. Eigentlich suche ich eine virtuelle Entsprechung für den Ortsverein Pillnitz, in dem ich früher war, hier in Striesen. Also einen Verein, der sich bei allem einmischt, von der Verkehrsregelung über Radwege bis zum Bereitstellen von Probenräumen für entstehende Bands und von Räumen zum Ratschen und Planen außerhalb der Versöhnungskirche, außerhalb der sozialpsychiatrischen Grundversorgung und außerhalb von Kneipen. Räumen, die nicht so einzweckgebunden sind wie bei Tanz- oder Fitnessstudios. Eine Aufenthaltszone rund um einen Kamin mit minimaler Bewirtung, vielleicht mit Bibliothek und Internetanbindung, ohne horrende Preise für Billiardtische oder irgendwelche Kurse einzufordern. Etwas Generationsübergreifendes, das den Stadtteil meint.
Check in in der Bärensteiner Straße.
Hab mich bei MySpace und bei MeinNachbar eingeloggt.
Das Nachbarschaftsnetzwerk ist noch in der Testphase. Bis jetzt haben sich deutschlandweit etwa 330 Nachbarn eingetragen. Bei MySpace hat eines der Busenwunder dort schon allein mehr als eine Million Freunde. Die meisten Dresdner bei MeinNachbar hatten sich mitte Juni eingeloggt, sind seitdem aber nicht mehr da gewesen. Es wird weitaus weniger angenommen als WillsteQuatschen. Der Anspruch ist allerdings ganzheitlicher. Es geht quer durch alle Generationen. Sex ist dort nur eine Facette von vielen. Eben Nachbarschaft.
MSN hatte die alleinigen weltweiten Echtzeit-Streamingrechte für die "Live Earth"-Tage, schreibt Thomas Marx, der Musikredakteur, der für die "Live Earth"-Tage bei SR1 zuständig war. Ich scheine inzwischen also mit MySpace an der richtigen Adresse angekommen zu sein. Allerdings ist dort nur ein Striesener, und der reagiert nicht auf mich. Stattdessen meldet sich ein Venezuelaner und ein Californier: beide scheinen mich heiraten zu wollen. Aber die versenden ihre Heiratswünsche wahrscheinlich nach dem Schneeballprinzip und nicht mit dem Ziel, ein Nachbarschaftsnetzwerk aufzubauen. Striesen ist zu weitläufig, um da außerhalb eines Straßenzuges alle erreichen zu wollen. Vielleicht fange ich damit an, Thomas, meinem Nachbarn, eine Haftnotiz an die Tür zu kleben, dass ich mit ihm Tee trinken will. Ein Nachbarschaftsnetzwerk ist mir jedenfalls wichtiger als ein Weglaufhaus oder irgendein Eutopia-Projekt oder irgendeine Call-by-Call zusammengestückelte Community.
Das Nachbarschaftsnetzwerk ist noch in der Testphase. Bis jetzt haben sich deutschlandweit etwa 330 Nachbarn eingetragen. Bei MySpace hat eines der Busenwunder dort schon allein mehr als eine Million Freunde. Die meisten Dresdner bei MeinNachbar hatten sich mitte Juni eingeloggt, sind seitdem aber nicht mehr da gewesen. Es wird weitaus weniger angenommen als WillsteQuatschen. Der Anspruch ist allerdings ganzheitlicher. Es geht quer durch alle Generationen. Sex ist dort nur eine Facette von vielen. Eben Nachbarschaft.
MSN hatte die alleinigen weltweiten Echtzeit-Streamingrechte für die "Live Earth"-Tage, schreibt Thomas Marx, der Musikredakteur, der für die "Live Earth"-Tage bei SR1 zuständig war. Ich scheine inzwischen also mit MySpace an der richtigen Adresse angekommen zu sein. Allerdings ist dort nur ein Striesener, und der reagiert nicht auf mich. Stattdessen meldet sich ein Venezuelaner und ein Californier: beide scheinen mich heiraten zu wollen. Aber die versenden ihre Heiratswünsche wahrscheinlich nach dem Schneeballprinzip und nicht mit dem Ziel, ein Nachbarschaftsnetzwerk aufzubauen. Striesen ist zu weitläufig, um da außerhalb eines Straßenzuges alle erreichen zu wollen. Vielleicht fange ich damit an, Thomas, meinem Nachbarn, eine Haftnotiz an die Tür zu kleben, dass ich mit ihm Tee trinken will. Ein Nachbarschaftsnetzwerk ist mir jedenfalls wichtiger als ein Weglaufhaus oder irgendein Eutopia-Projekt oder irgendeine Call-by-Call zusammengestückelte Community.
Mittwoch, Juli 11, 2007
Verworren
Ich habe ein Probeabo der SZ. Heute steht da die Geschichte der Astronautin Lisa Nowak drin. Der Stern beschreibt sie anders. Noch verrückter liest sich, was unter dem Eintrag "Studentin erwürgt" heute bei Google zu lesen ist. Eigentlich wollte ich herausfinden, was aus Thomas Wöhrl geworden ist, der per Großfahndung wegen Mordverdacht gesucht wurde. Thomas Wloch heißt er, sehe ich gerade. Wöhrl steht auf der Werbebroschüre, die ich Nina und Tim mitnehmen will. Tja, mein Hirn verknüpft gern und oft. Wenn das Stichwort groß und zentral im Kontext steht, passiert mir das selten, aber wenn es beiläufig am Rand steht.
Dienstag, Juli 10, 2007
Dienstag Abend
Jürgen war da. Er will Ärzten als Mitarbeiter für die HMI gewinnen. Ob ich Kontakte hätte, wollte er wissen. Ich hab ihm lediglich Ärztekammer und Marburger Bund nennen können und den Flyerständer in der Uniklinik-Mensa. Bei WillsteQuatschen meinte Held, das was ich schreibe, sei grenzwertig und interessiert niemanden. Dann schob er nach, dass ich eine starke Frau wäre, die viele Rückschläge zu verkraften hätte. Ich hab den Kontakt abgebrochen. Das war mir gruslig. Ich schreibe nicht, um ihm interessant zu sein, sondern weil ich das, was ich wahrnehme, festhalten will.
Missing Link
Ich kann mich jetzt selbst im Blaster weder kommentieren, noch zitieren. Das macht mich wütend. Ich hatte einen Unfall von Leipzig nach Zwickau verlegt. Tja, falsch zugehört, nehme ich an. Hab schon wieder Gänsehaut, wenn ich mir vorstelle, ich wäre jetzt bald wieder im Saal. Das wird wahrscheinlich nix. Ich habe eine zu hohe Fehlerquote beim Erinnern von Gehörtem. Kaum kommt etwas scheinbar Vertrautes, drifte ich in eine seitliche Arabeske ab. Petra hat mich gefragt, ob ich zur Anhörung komme. Sie ist wieder mal weggesperrt. Vater sagt, ich soll es mir lieber verkneifen, sonst behalten "die" mich auch gleich da. Petra wird immer engmaschiger in die Geschlossene gesperrt. Ihre Zwangseinweisungen kann sie wahrscheinlich bald selbst nicht mehr zählen. Dagegen ist mein nichtfunktionierender Link eine Bagatelle.
Break
So, Mittagessen ohne Jump. Tim war da. Jetzt schalte ich Sender und Webcam wieder an, und die befürchteten Unfallmeldungen bleiben glücklicherweise aus. Chrissie und Martin vorhin waren also doch Zufall und keine Unfall-Aura. Timo Klose heißt derjenige welcher am Mikro. Zeit, offensiver zu werden und zum terrestrischen Empfang zu blasten ist erst heute abend, da ich jetzt zur Gesop muss, um zwei Diplomarbeiten abzuholen: eine zur Antipsychiatrie und eine zum Berliner Weglaufhaus. So viel wie möglich von den Unterlagen überlasse ich Helga. Schließlich war es ja Helga, die das Weglaufhaus in Dresden gründen wollte. Es hat einen faden Beigeschmack, wenn ich daran denke und Gnarls Barkleys "Crazy" im Radio läuft. Anlaufpunkt für Franz zu werden, habe ich ehrlich gesagt keine Lust.
Regen
Er hat einen Kamin. Ich interessiere ihn nicht. Trotzdem mailt er mir ständig. Wahrscheinlich traut er sich einfach nicht, eine Mail zu löschen. Ich hab die Jump-Studiowebcam an: Da ist nur Marc Torke an den Reglern, Eva Schinz und Verkehrsstudio-Bert, deren Stimmen er einspielt, sind nicht zu sehen. Das hat mich im ersten Moment verblüfft: Ich konnte abgesehen von den nach wie vor nicht einsehbaren Monitoren Gleichzeitiges nicht eindeutig zuordnen. An sich ist das kein Grund zu stutzen. Nur dass er einen Martin und eine Chrissie unter den Hörern ansprach, stieß mir danach flau auf. Ich hab schon wieder verstärkte Vernetzung gewittert, obwohl ich schon fast sämtliche Gedanken in das Online-Tagebuch poste, also kaum Anlass für überhöhtes Interesse biete. Ich sehne mich nach Groke. Groke mit Webcam, das wär´s. Da könnte es auf sämtlichen Autobahnen gleichzeitig krachen, und ich wäre trotzdem entspannt. Aber die Unfallmeldungen bei Jump sind im Moment unauffällig. Ich habe also keinen Grund überzureagieren. Das muss keine Aura sein.
Montag, Juli 09, 2007
Deutschlandradio Kultur
Ich höre seit einer Weile Deutschlandradio Kultur. Terrestrisch. Es plätschert. Es geht um alles und um nichts, auch um den Schöpfungsmythos im Biologieunterricht. Zeit zu duschen, weiterzuzappen und für einen Sonnenbatzen mit Aprikosenkonfitüre. Nebenan stehen die Fenster auf, aber niemand ist zu sehen. Montagmorgen. Ich freue mich auf Yoga. Jump dudelt.
Sonntag, Juli 08, 2007
Stress & Pech: Wandelt Hunger Wut in Angst?
Vielleicht finde ich darauf eine Antwort im Diabetes-Netzwerk. Eine Visuelle Analogskala, die den erlebten Blutzucker listet. Zum Einwilligungsverfahren bei Hospizeinweisungen habe ich auch noch nichts gefunden, auch nicht zum Finanzierungsmuster dabei.
Weglaufhaus
Ich spekuliere gerade über Herbstzeitlose, als Helga anruft: Sie will ein Weglaufhaus gründen. Weder habe ich Lust mitzumachen, noch interessiert mich ihr Projekt. Aus irgendeinem Grund sage ich trotzdem Ja. Ich sage bei Helga oft Ja. Ich habe keine Ahnung warum. Lustvolle Zweisamkeit ist es nicht. Ich sehe sie immer noch in dem pinkfarbenen Wollkleid, dass von ihr überquillt, während sie von ihrer Ahnenreihe erzählt: Sie ist ein direkter Nachkomme von Honecker und Kaiser Wilhelm und stammt aus dem Saarland. Irgendjemand hat sie verfolgt, sie ist Flüchtling. Das hat sie schriftlich. Ihre Wohnung sieht aus wie eine Pflegestation, und neben dem Waschbecken steht statt Flüssigseife Erbrochenes. Helga will ein Weglaufhaus gründen. Ihre Tochter soll dort als Sozialarbeiter arbeiten. Wenn ich vor irgendetwas weglaufen sollte, dann garantiert nicht zu Helga. Hab immer noch den Geruch von Erbrochenem an den Händen, sobald ich an sie denke.
Welk
Die Füße sind kalt. Ich klappere die einzelnen ARD-Radiostationen ab, immer in der Hoffnung, Groke rechtzeitig zu hören. R. wird jetzt schon fast unterwegs sein. Eine Woche hab ich davon geträumt, wieder zwanzig zu sein. Paul meint, das tut gut. Ich fühle mich nur einsam. Einsam und verletzbar. Als ob das Leben an mir vorbeizieht und mich vergisst. Wo brodelt es, wenn es brodelt? Hab vorhin die Geschichte von zwei Frauen gesehen, die sich aus der Prostitution zurückziehen wollen, eine in die Malerei, die andere in die Altenpflege. Jetzt höre ich Jump - im Wechsel terrestrisch und Webradio. Irgendwann begreife ich Synchrones als unabhängig. Es ist hart, grad als ob im Schnelldurchlauf Phantasie Wirklichkeit kopiert. Du hörst etwas, denkst, es hat mit dir zu tun, und begreifst erst Jahre später, dass es weniger dich meint als jede Software. Es ist anonym, nicht echt, kein Kiez, global wie Bahnhofsklo. Wie anonym ist Berührung? R. hat Luftaufnahmen in sein Profil gepackt und zwei Tänzer. Mir geht es nicht gut neben ihm: Ich habe das Gefühl rasend schnell zu altern. Als ob die Zeit schneller vergeht, seitdem ich ihn kenne. Kennen... Seitdem ich gesehen habe, wie schnell Augenringe ein Gesicht überschatten können. Eine Woche, länger war es nicht. Er ist zielstrebig. Ich wäre auch gern zielstrebig. Ist das ein Ziel, jemanden zuzuhören und sich dabei selbst zu spüren? Ein Ziel, von dem es sich leben lässt? Mit dem es sich leben lässt? Es ist, als ob der Schmelz blättert, der schon lange nicht mehr da war, und jedes Lachen gefriert. Glücklich vergeben. Ein Traum.
Samstag, Juli 07, 2007
Überflieger
Jump sendet nur terrestrisch, wie SR1, hat aber eine Zehn-Sekunden-Webcam. Hab eine gewisse Ahnung von Gleichzeitigem, wenn ich die Seite aufrufe. Das beruhigt. Hab Lust zu synchronisieren, auch wenn die Musik grad ziemlich sentimental ist. R. hat gerade angerufen, dass sein Vortrag noch nicht fertig ist. Es wird nichts aus dem Tango. Aber wenn ich durchhalte, höre ich mich in einen neuen Sender rein, ohne Synchrones überzubewerten. Vorhin habe ich jemanden per Webcam kennengelernt, der heute zu viele Schrauben gesehen hatte: Erst wollte er meine msn-Adresse, dann, dass ich meine Webcam einschalte, und schließlich, dass ich mich ausziehe. Ein Fremder. Wahrscheinlich macht der das oft. Vielleicht geht ja jemand auf seine Wünsche ein. Eigentlich ist es mir auch egal. Aller tausend Meter macht er eine Stichprobe, wenn er seine Schrauben presst. Er hatte Nachtschicht. Irgendwann war mir auch seine Müdigkeit egal, und ich habe den Kontakt blockiert. Wenig später habe ich das GlücklichVergeben bei WQ gelöscht. Es war alles nur Zufall, nichts Zwingendes, nichts, dass es lohnt nachzudenken oder innezuhalten. Internet eben. Du denkst, du bist zu irgendwas verpflichtet, dabei atmet ihr nur eine Luft.
Barfuss
Mittelherwigsdorf. Du läufst barfuss über Grobkiesel, Geschreddertes und Reisig und durch Sumpf, balancierst über Balken, Steine und Baumstämme, krempelst die Hosen hoch oder raffst den Rock und kühlst die Füße in der Mandau, bevor der Schlamm sich wieder zwischen die Zehen drängt.
Panik
Heute ist der totale Globalisierungsgau: Zwei Milliarden hören das Gleiche. Grund genug, dass sämtliche Web-Accounts spinnen. Gestern stürzte mein PC so oft ab wie lange nicht, heute pausieren SR1 und WDR2 im Web. Panik. Angeblich ist das Live Earth Konzert kostenlos. Aber die Übertragungsrechte im Internet sind kryptisch. Die NPD demonstriert in Frankfurt/M. Einsam ist das.
Freitag, Juli 06, 2007
Schwester
"Die Alte hat doch einen an der Waffel"
Boah, Groke. Sonst so zurückhaltend, wettert der los. Irgendwas an Amy WineHouse scheint ihn zu reizen. Was ihn konkret nervt, wenn er mit ihr in einem Raum ist, sagt er nicht. Ich bin grad bei R., als er das sagt, und bin von einem Moment auf den anderen eingeschlafen. R. hat einen potenten Lautsprecher, so dass ich nicht bei jedem Wort fast in das Notebook reinkriechen muss, um etwas aufzuschnappen. Gestern war ich auf dem Arbeitsamt: Ich soll alle Bewerbungsunterlagen und das Gutachten zusammenstellen. Nächsten Freitag ist dann ein Beratungstermin. Viel verspreche ich mir nicht davon. Aber es ist ein winziger Schritt. Unabhängig davon bewerbe ich mich bei der Lokalredaktion der DNN. Außerdem lege ich die Bewerbungsbestätigung vom Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Praktikumszusage vom Wissenschaftsministerium bei. Gläserner geht nicht. Das gefährlichste sei der Rückzug, behauptet eine Arbeitslosenseite. Stimmenhören, wo beginnt das und wo Rückzug? Beim Fotografieren ohne Schminke? Ogott, das hohe Alter :-))
Donnerstag, Juli 05, 2007
Mittwoch, Juli 04, 2007
Ich will dich jetzt
Er hat Videos verlinkt und GlücklichVergeben in seinem Profil ergänzt. Am liebsten wäre ich jetzt bei ihm, um das Blau in mich aufzusaugen. Ich mag dieses Blau an ihm sehr. Ich sehe ihm gern beim Atmen zu. Stundenlang könnte ich ihm dabei zusehen. Dabei, wie sich sein Blick verändert, gerade in dem Moment, in dem ich bei ihm bin, ohne zu ahnen, was er denkt. Ob ich anders denke, wenn ich gezwungen bin, in einer fremden Sprache zu sprechen? Klarer? Straight? Geordnet? Meistens vergesse ich, dass er nur einen Bruchteil verstehen wird. Bloß wenn die Augenringe auftauchen, merke ich, dass ich ihn überrolle. Heute habe ich ein Gesicht erlebt, das offen war wie ein Buch: Sie war jahrzehntelang daheim und hatte vorher als Krippenerzieherin gearbeitet. Es tat gut, sie zu sehen. Am liebsten hätte ich die Telefonnummern mit ihr ausgetauscht. Sie war gütig, glaube ich. "Sie haben auch eine schwere Biografie", hat sie gesagt. Viel mehr hat sie nicht über sich erzählt. Ob es die Gier ist, das was mir lieb ist zu zerstören, die es mir so schwer macht, mich selbst zu beobachten, sobald ich mich verliebe? Eine schwere Biografie ist das mit dieser Gier. Und ich sehe mir dabei zu, wie er leidet. Wie seine Augen immer dunkler werden, ihm schwindelt, und mir fällt nichts ein außer diesem bohrenden IchWillDichJetzt.
Danke für die Info
Es tut immer noch weh, wenn du ihn das sagen hörst. Weiter weg, gleichgültiger geht nicht. Du liest, hörst es und bist draußen. Es ist abgeschlossen. Fast noch ausschließlicher als jedes IchKannDichVerstehen. Danke für die Info. Vielleicht unterlegt er es noch mit einem monarchoiden Wir. Und schon stehst du irgendwo einsam am Rand und witterst Brackwasser, erwischt beim Innehalten von irgendeinem Zugvogel auf der Durchreise. Irgendeinem Zugvogel, der dir auffällt. Als ob sich das, was dich umgibt, plötzlich verändert. Dabei ist das alles nur in deinem Kopf. Du isolierst dich von Tag zu Tag mehr, ziehst dich zurück und hoffst darauf, in dir selbst das zu finden, was du bei ihm umsonst suchst. Er ist nur zufällig da, falls er überhaupt da ist. Er ist entspannt. Vielleicht ist es das, was du suchst: diese Unruhe, das Getriebene, Vorwärtspeitschende, das permanent Suchende. Vielleicht ist es das, was du vermisst, sobald er mal ein bißchen ruhiger ist.
Augenringe
Hab heute früh nicht SR1 gehört und prompt Groke verpasst. Stattdessen war ich zum Bewerbertraining und habe das erste Mal von der DIN 5008 gehört. Kurz vorher hab ich Thea Koch angerufen: Sie hat mit Hummel gesprochen und kein Interesse an dem Thema. Irgendwie bin ich erleichtert. Der Raum, in dem Hummel arbeitet, ist so dunkel. Und Thea Koch ist sehr verschlossen. Ich muss nachzufragen lernen. Ich muss die jeweils für den Job geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten, die ich in den Praktika erworben habe, in den Lebenslauf reinpacken, um transparenter zu werden. Hab Hummel per Mail gefragt, was er davon hält, Lavendel und Zitrone im Patientenflur zu verstäuben und zu untersuchen, ob sich die Krankenhausverweildauer nach Tonsillektomie dadurch verkürzt. Seinen Ex-Kollegen Zimmer hab ich gefragt, ob die Spermienmotilität mit der Vigilanz des Probanden korreliert. Und um noch einen nachzuschieben, habe ich die Keck in der Kinderwunschsprechstunde angemailt, ob Pheromone die Oogonienpermeabilität verändern. Zum Schluss noch zwei systemische Goerge-Fragen: Gefährden Pheromone hypovolämische Patienten? Wie erklären Sie sich die behinderte Nasenatmung unter Viagra? Bin immer noch bei R.s Augenringen. Von einem Moment auf den anderen waren die da. Die Handvenen waren gefüllt, hypovoläm war er wahrscheinlich nicht. Tiefschwarz waren die Augenringe. So schwarz, wie sie bei mir nur in der Webcam sind. Irgendwas muss da im Kopf ablaufen, eine Anspannung, irgendwas regional Begrenztes. Vielleicht ein Vasospasmus. Was färbt sich sonst in so kurzer Zeit so dunkel? Ob da Traubenzucker hilft? Verrückt, dass ich ihm so nah sein will, obwohl es ihm dann offensichtlich beschissen geht. Ich bin nicht OK, heul.
Dienstag, Juli 03, 2007
Entwurzelt & aufdringlich.
Eine edle Kombination. Passend dazu Hausfrauenausdruckstanz... Hab vorhin Mike Lehnert von der MB Finanz AG wegen einem 14-tägigen Praktikum angesprochen. Das war ein Tipp von Suendig aus Lablue, nachdem ich von der HMI erzählt hatte. Die HMI ordnet Lehnert ähnlich wie Suendig als Drückerkolonne ein. Wer die meisten finanziellen Erfolge suggeriert, ist oft am meisten verschuldet, sagt er. Sommer in der Stadt. Morgen frage ich Thea Koch, ob sich die Aufwachphase durch Lavendel und Zitrone verkürzt. Vielleicht hat sie das ja schon ausprobiert. Petra Wittig ist in Arnsdorf, sagt eine Frau von Lebendiger Leben. Sie wohne jetzt in Leipzig.
Montag, Juli 02, 2007
don't_underestimate_me_maybe_one_day_i'll_give_u_a_job
Huchja, tut gut, das zu lesen. Und erst einmal das Schreiben, schmacht. Hab kurz vorher im Weltweiten geblättert und gestaunt, wie einfach Information kodiert werden kann. Aber da steckt viel Arbeit drin, um so einfach zu werden.
Thesen
1. Viagra macht hirnstammnah ein venöses Pooling, so dass sich die Nasendurchblutung und damit die Pheromon-Empfindlichkeit verändert.
2. Auch wenn der Betroffene keine Jacobsonsche Drüse hat, bindet sich radioaktiv markiertes Pheromon an Gefäßnervenbündel in Riechhirn-Nähe.
3. Indem Viagra die Pheromon-Empfindlichkeit erhöht, reguliert es auch die Hautdurchblutung bis hin zur Erektion.
2. Auch wenn der Betroffene keine Jacobsonsche Drüse hat, bindet sich radioaktiv markiertes Pheromon an Gefäßnervenbündel in Riechhirn-Nähe.
3. Indem Viagra die Pheromon-Empfindlichkeit erhöht, reguliert es auch die Hautdurchblutung bis hin zur Erektion.
Es gibt keine menschlichen Pheromone, behauptet Hummel
Boah, wie ist der denn drauf, heul. Der ist total zu: Es gibt keine menschlichen Pheromone, sie sind nicht zu riechen, es ist keine Verbindung zwischen Jacobsonscher Drüse und Hirn nachweisbar. Auf meine Frage, ob das durchblutungsabhängig variiert, kontert er, dass bei Viagra die Nase dicht ist, ohne sich auf Dosis-Wirkungs-Beziehungen, resp. Titration, einzulassen. Ein Kotzbrocken. Hab mich sofort bei Martin Witt ausheulen wollen, was denn aus der neurohumoralen These geworden ist, aber da ging nur eine Kleinmädchenstimme ans Telefon. Gommel heißt sie. Hummel hat mich dann total in die Anästhesie-Ecke gedrängt: Eine Verkürzung der Aufwachphase durch Lavendel und Zitrone wäre ein Thema, das er betreuen würde. Es ist alles so verlogen. Warum bleibt der nicht bei den Basics, sondern driftet ins Küchendeutsch ab? Bin schon wieder ganz Fliehkraft. Martin sitzt gleich neben Hummel. Im Dunklen. Und lauter nette Mädchen um ihn herum, eine hübscher als die andere. Eigentlich Grund genug, dran zu bleiben. Aber die Kellerstimmung ist schon ein Hammer.
Sonntag, Juli 01, 2007
Halsschmerzen
35 mg Vitamin C sind in einem Liter Sperma enthalten, da ist die Aldi-Komprette sicherer.
Eigentlich mag er gelbe High Heels
Du trittst ein in den Dom und brichst sofort in Panik aus: Wie ziehst du, ohne die Tasche vorher abzulegen, Sandalen aus? Wie beeindruckst du am nachhaltigsten? Und warum verdammt willst du ausgerechnet jetzt beeindrucken? Wem nützt das? "Du warst mir lieber als mein Haus", singt Gwildis grad. Du plauzt in eine Biographie und benennst sofort alles, was dich stört, als ob dich jemand darum gebeten hätte. Typisch Mutter, würde Nina sagen. Ganz ohne Filter. Er mag gelbe High Heels, also kein Grund zu powern.
Skaten
Vielleicht borge ich mir einen Sturzhelm. Gestern hatte ich Angst vor dem Hinfallen ohne Helm. R. hat angerufen. Er hat Lust, Tango zu tanzen. Heute treffen wir uns das erste Mal. Er ist Türke und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. "Die Leute sollen unsere Mutter gut im Gedächtnis behalten, voller Freude", sagt grad einer im Radio, ein Prinz. Ich erreiche Nina und Tim nicht. Ich weiß immer noch nicht, ob Tim Spaß hatte. Hab mich wieder in Haematom-Farben geschminkt. Die stehen mir komischerweise am besten, besser als braun und schwarz.
Chronischer Schmerz
Mango, Banane, Kirsche und Pfirsich - dazu Kaffee. Ein schöner Morgen. Die Kirschen sind sauer. W. ruft an: Heute vor 15 Jahren war sein Unfall. Er will das, was er erlebt hat, aufschreiben. Vielleicht kann ich ihm helfen. Internet scheint er nicht zu haben. Ich versuche, straight zu sein. Seine Stimme ist erregt. Ich muss ihm mehr über mich erzählen, damit er besser kalkulieren kann. So viel Erregung habe ich lange nicht mehr erlebt. Hoffentlich findet er sonst mehr Ruhe. Die Mango tat gut. Es war fast, als ob Groke da war. Vergöttert zu werden, muss schlimm sein, ging mir bei dem Video nicht durch den Kopf. Entspannend ist es nicht gerade. Ob W. das Gefühl hatte, dass ich ihn vergöttere? OK, das lasse ich für mich so stehen: Ich vergöttere W. Das trägt. Vielleicht wird er dann ruhiger. Auf alle Fälle entspanne ich mich dann leichter. W. als Leuchtturm... Das wird beknackt ohne Internet. Vielleicht hat er schon ein paar Unterlagen zusammengetragen. Hoffentlich stimmt meine Sudeck-These nicht. Zehn Jahre ist die Archivierungspflicht für Anästhesieprotokolle, wenn ich mich richtig erinnere. Scheißschwerkraft, das wird hart, gläsern zu bleiben. Das wird wahrscheinlich ein Gedächtnisprotokoll. Gatzweiler hatte operiert, Barbara den Plexus gesetzt und die Krügerin Hintergrund gemacht. Aber das hat die Michel mit ihm in der Schmerzambulanz sicher alles schon durchgekaut. Einen Sudeck nach Plexus bei Handchirurgie... Es wird verdammt hart, da straight zu sein. Am besten, ich knalle ihm meine Befürchtung als erstes an den Kopf, um berechenbar zu sein. Die Liebscherin war damals total fertig, als ich bei ihrem Lebenspartner von Sudeck gesprochen hatte. Pandora-mäßig war das. Es ist, als ob jemand das Stichwort Schizophrenie in deine Unterlagen schreibt: Du veränderst sofort dein Körperschema und bist wie neuprogrammiert. Trotzdem muss ich das zuerst sagen. Aber was gibt es als selbstbestimmtes Gegengewicht zum Sudeck außer die Revenstorfsche Kältesuggestion? Mir ist schlecht. Der Plexus war ja nur ein winziger Abschnitt in der Biographie. Das Beschissenste war damals, das Barbara sich infrage gestellt hatte. So mies war sie noch nie drauf wie an dem Tag, wenn ich dabei war. Aber das war in einem anderen Raum, das kann er nicht gemerkt haben. Ob ich dadurch anders war?
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