Freitag, Juli 27, 2007

Besoffen ins All oder Herr im eignen Haus

Ich höre Groke zu mir sprechen und bin ganz Quote. Es ist scheinbar zusammenhanglos und direkt an mich gerichtet. Wahnsinn. Komischer Tag. »Wenn Sie Angst haben, zum Arzt zu gehen«, sagt er. Ich bin beim Mailen an Elisabeth Dederken und schwafle über naturbegabte Laientherapeuten, die ihre biografische Erfahrung über tradierte Methodik stellen und Ureigenstes spontan und ungefiltert durchpeitschen wie Eintänzer ohne Choreografie. Petra will nur tanzen und sich nicht in einen Teppich dabei einwickeln, sagt sie. Immerhin. Hab keine Lust sie ersticken zu sehen, drohe ich ihr, und maile ans LebensGut Pommritz, um den Schamanen zu finden, der sie 2002 fasziniert hatte. Ich hasse ihn. Was hat der, dass sie ihm ähneln will? Er stampft im Kreis durch das Gewölbe, dass alles bebt. Ich rücke näher an die Wand, um beim Einbrechen der Decke übrig zu bleiben. Irgendwann genügt ihm der Reiz nicht mehr: Er wickelt sich in einen Teppich, löscht das Licht, stöhnt und ächzt, beginnt zu röcheln und wird still. Ob das Exstase oder schon Ersticken ist, ist nicht mehr zu erkennen. Das Nahtoderlebnis sei gewollt und kurativ wirksam, sagt er. Sexual Healing ist das nicht. Das ist nur verrückt: Der bringt sich fast um neben ihr und zwingt sie, ihm dabei zuzuschaun. Ein Exhibitionist. Ich hab schon wieder kalte Füße und atme zu flach. Elisabeth Dederken favorisiert Krisenpensionen. Hab ein neues Forum entdeckt: Vielleicht finde ich da Informationen zu Gedächtnisprotokollen für Zwangseinweisungen.

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