Mittwoch, Februar 28, 2007

Groke fehlt mir

Kalte Füße, verheulte Augen und nirgendwo rote Locken, nur kalte Füße. Irgendwer hat sich ausgedacht, dass ich bei lablue chatten darf. Heute. Plötzlich und unerwartet. Das ganze Wochenende hatte ich Single-Chats erfolglos abgegrast. Vera schaute mir grad über die Schulter, als sich die Mail nicht wegklicken ließ. Was war ich kompetent, der Text war peinlich - leider hab ich das erst gemerkt, als Vera ihn vorlas. Es war zum KnallrotAnlaufenUndNieWiederLuftHolen, aber Vera war es offensichtlich gewohnt. Meine Texte, schmacht. Naja, nach dem Gegenlesen war sie gnädiger und überflog das Korrigierte nur stumm.

Die letzten Stunden Praktikum

Ich warte noch auf ein paar Fotos und bin ganz verschnupft. Die Augen glühen. Schlafen wär gut. In meiner Mailbox sind Zuschriften von Leuten, die ich nicht kenne, die aber alle beide irgendwie an Groke erinnern. Der Eine fährt Harley, der Andere kommt aus dem Saarland und ist 45. Ich fühle mich gläsern und durchschaubar.

Van Halen - Jump

Franz ist zwangsgeräumt worden und wartet in der Erlanger Forensischen Psychiatrie auf seine Gerichtsverhandlung, weil er damit gedroht hatte, sich in seiner Wohnung vor der Räumung in die Luft zu sprengen. Aus der Psychiatrie schreibt er mir, dass er mit mir leben will. Meine Eltern sind schockiert, ich bin auch verblüfft. Ich soll ihm Arbeit besorgen, schreibt er. Ich weiß nicht wie und habe Angst. Was, wenn es mir so geht wie ihm? Bin ich selbst davor sicher, zwangsgeräumt zu werden? Was, wenn er nach der Verhandlung tatsächlich vor meiner Tür steht? RS Nemo sagt, ich wär selber schuld, weil ich meine Adresse ins Netz gestellt habe. Ein fremder Mann, mit dem ich nicht reden kann, steht dann plötzlich in meiner Wohnung. Ich will das nicht. Er liebt mich, schreibt er. Und dass das ewig dauern soll. Ein Albtraum. Eine Zwangseinquartierung. Eigentlich wäre das jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Groke-Auftritt, so von links mit einem bißchen Spotlight.

Dienstag, Februar 27, 2007

Deine Stimme gegen Armut

Das ist es. Es ist Liebe. Wahrscheinlich ist es das, was ich in Grokes Stimme reinhöre. Eine ganz vorsichtige Sehnsucht. Vergöttert zu werden, ist ihm peinlich. Er hat schon viel gesehen, Vietnam, Kanada und Thailand. Der Job scheint gut zu sein. Er macht ihn gut. Ich bin gespannt, ob ich ein Praktikum beim Sächsischen Ärzteblatt bekomme.

Struktur

Franz beginnt wieder zu planen. "Martin, wir mögen dich auch", sagt Marcus Barsch gerade. Ob Martin auch keine Intimsphäre neben mir hatte? Was ist Intimsphäre? Bin fast erstickt. Wir mögen dich auch... Ob neben mir viele ersticken? Die Kasachin gestern hatte so ein Strahlen. Gert hat das auch. Eigentlich müsste ich glücklich sein. Ich brauch nur wieder träumen zu lernen.Martin strahlend. Ich hab ihn einmal in den zwanzig Jahren strahlen sehen, so wie Christian auf Arbeit täglich strahlte. Entspannt war er, hab ich mir gesagt. Strahlen hat wahrscheinlich eher was mit Nahkampf zu tun. Christian hat ständig gekämpft. "Kess", sagt Marion. "Es ging schnell, weil sie kess war." Hab keine Lust, kess zu sein. Ob das schon diese nervende Melancholie ist, die mich an anderen früher immer so wütend gemacht hatte? Vorhin rief Stefan an: Seine Dagmar ist verrückt und liebt ihn. Melkfett hat sie ihm nachts um den Zeh geschmiert, Socken drüber gezogen und ist gegangen - eine wilde Nacht. Wenn auf der Friedhofsmauer ein Zapfen ist, ist das ein Zeichen von ihr. Er mag sie auch, glaube ich. Hab überlegt, wem ich nachts Melkfett um den Zeh schmieren würde. Allzu lang ist die Liste nicht geworden. Vor allem dann im Dunklen noch nach Socken zu suchen, hätte ich keine Lust.

Zwei Dumme, ein Gedanke

Und das Fell wird wieder dicker. Diese Welle, die mich überrollt hatte, lässt nach. Saarbrücken ist am anderen Ende Deutschlands, Goerge und Groke zu verwechseln, tut gut, und ich schlafe mich übermorgen richtig aus. Ich werde zum Training gehen, Yoga machen und mich vielleicht irgendwann verlieben. Groke und Goerge zu verwechseln ist es. Dann lässt diese Panik, bei scheinbaren Interessenübereinstimmungen Liebe ausschließen zu wollen, um nicht eigene Ziele aus dem Auge zu verlieren, nach. Verdammt, ich liebe ihn. Als wäre es mein Nabel. Es wird Zeit, dass ich wieder Bewerbungen schreibe, um mich selbst zu spüren. OK, Saarbrücken ist nicht mein Ziel. Das ist nicht mehr mein Ziel. Das ist nicht mehr mein Ziel. OK, ich bin verliebt. OK, da sind keine übereinstimmenden Gedanken. OK, Franz denkt, ich will mit ihn leben. Aber das liegt daran, dass seine Situation gerade ausweglos zu sein scheint. Ist es das vielleicht? Ist es, dass meine Situation ausweglos zu sein scheint, und dass ich mir deshalb einrede, ich bin in Groke verliebt? Das ist alles so durcheinander. Jedenfalls will ich nicht nach Saarbrücken. Es hat sich also nichts verändert. ich war nur durcheinander. Hab Mails über Mails geschrieben, weil ich wieder einen schizophrenen Schub hatte, respective verliebt war. Es ist alles so eklig. Verdammt, warum schreibt Franz ausgerechnet mir? Warum mir? Warum maile ich Groke? Weil das der Einzige ist, der vertraut reagiert? Verdammt, was ist vertraut? Was ist das für ein Muster?

Formale Denkstörung

Beim Hören, Lesen und Schreiben verschmilzt alles zu einem undurchdringlichen Filz, bei dem ich schon nach kurzer Zeit nur noch wenig Gehörtes eindeutig zuordnen kann. Manchmal schreibe ich es mit, auch wenn mein eigener Gedanke dadurch abreißt. Aber schon dieses Gedankenabreißen schafft eine irrationale Nähe, die ich so offline und ohne Webradio nur selten erlebe. Manchmal habe ich sogar das Gefühl, das Gehörte bezieht sich auf das, was ich schreibe, wenn die Stimmfärbung sich ändert oder das Gesprochene zunehmend verworren wird, als ob sich mitten im Gedanken dessen, der da spricht, die eine oder andere Perspektive beim Lesen verändert hat. Nur bei Groke ist das selten. Ich habe das bisher als Distanz und Souveränität eingeordnet, eingedenk der inhaltlichen Denkstörung ErLiestMichBeimSchreiben. Manchmal wird es dann allerdings noch verrückter: Dann denke ich, er sieht mich beim Schreiben. Beim Webradio passiert mir das und da auch nur beim SWR3, einem drei-Millionen-Sender, bei dem ich mich an sich anonym und geborgen gefühlt hatte, bis Google begann, den Blog unter den Namen einzelner Moderatoren in vorderen Positionen zu listen, sobald man den Namen des Moderatoren mit dem Sender verknüpft. Anfangs hatte ich den Effekt beabsichtigt, um bei mir unheimlichen Häufungen innerhalb der Verkehrsmeldungen Wahrscheinlichkeiten leichter zuordnen zu können. Später hat es mich beim Schreiben irritiert. Ich habe dann den einen oder anderen Kommentar schon beim Schreiben vergoogelt gesehen. Das tat nicht gut. Ich hatte zu filtern begonnen und beim Schreiben gezögert, also nicht mehr den vollen Zugriff auf den Gedanken beim Schreiben, den ich nur mit Gehörten verknüpfen wollte. Am extremsten für mich war, als Uwe Groke mailte, dass er nach Kai Karsten gegoogelt hatte und in meinem Blog über das Wort Idiot gestolpert war. Ich hab mich sofort unter Rechtfertigungsdruck gesehen, warum und in welchem Zusammenhang in einem Text von mir "Idiot" steht, als ob ich schon beim Schreiben ihn als Leser mitgedacht hätte. Der gesamte Text war ein Konvolut von Gedankensplittern, eher ein Notizzettel als irgendetwas zu Vergoogelndes. Google beim Schreiben mitzudenken, lehne ich nach wie vor ab, es stört mich formal beim Denken. Wer in den Zeilen trotzdem Weiterführendes sucht, nimmt sich beim Lesen wichtiger als ich ihn. Vielleicht ist das auch der Hauptgrund dafür, dass Groke nur auf einen Bruchteil meiner Emails antwortet, obwohl ich beim Mailen anders schreibe als beim Bloggen oder Blasten: Ich schreibe manchmal sogar Hallo drüber. Verdammt, der ganze Text ist nur aus dem Gefühl heraus entstanden, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass Groke mir jetzt nicht mailt. Ich warte seit Stunden, seit Tagen, öffne ständig die Mailbox und blättere inzwischen sogar den Spam durch, nur um nicht zu verpassen, falls er mailt. Aber er mailt nicht. Und das ist mehr als eine formale Denkstörung. Die ist wahrscheinlich schon inhaltlich. Verdammt, wo beginnen inhaltliche Denkstörungen? Ich hab es schon wieder vergessen.

Montag, Februar 26, 2007

Michael Spleth

hat mir mal eine mail mit vier punkten geschickt.... hab selten so lange gegrübelt wie über den vierten punkt

Fischer-Verlag

Das ist einer der wenigen Verlage, bei denen ich angerufen hatte, ob ich ein Manuskript redigieren darf. Damals war Kloss in Leipzig, erzählte mir die Dame am Telefon, die für sein Buch verantwortlich war. Danach noch ein paar Anrufe in Torgau und ich hab mich wieder auf mich selbst konzentriert, also Tom Barkley im Irak gesucht. April 2003 war das. Hab gestern ein Foto von Groke aus der Zeit gesehen. Besonders entspannt sah der auch nicht aus. Es war eben eine schlimme Zeit.

Ruth Strasser

Als ich mich bei ihr bewerben wollte, kam ganz zufällig ein Hochwasser dazwischen. Das Elbe-Hochwasser. Das war der Gag, den ich Rau am meisten übel nahm. OK, wenn die Tschechen ihre Hauptstadt fluten wollten, war das die Angelegenheit eines souveränen Staates. Aber dann tatenlos zuzuschauen, bis die Sächsische Schweiz und schließlich fast die Herzklinik landunter war, war gemein. Ich konnte nur kurz mit der Strasser telefonieren, da tauchte die Stadt schon in Mallorca-Stille. Nix Internet, nix Telefon, nix Infrastruktur und alle Brücken dicht. Nur noch August-Sonne. Dafür ein Statement zum Zuwanderungsgesetz im Juni 2002 verantwortlich zu machen wär das Letzte. Der Einzige, der rechtzeitig reagierte, war Wickert: Hamburg blieb fast staubtrocken. Im Frühjahr drauf schickte Wickert Kloss in den Irak. In Torgau kannte Kloss niemand. Nicht mal im Einwohnermeldeamt. Aber da hatte ich auch erst nachgefragt, als Kloss über den Jordan ging, und nicht während des Hochwassers. Das war alles so unüberschaubar.

Gral

Ich schwelge schon wieder in Erinnerungen an Fehlversuche, Goerge zu einem Statement in Sachen Vision zu provozieren. Mehr als die Schlagworte Faction und Machbarkeit hatte er nicht vorgegeben. Knastwärter und Lagerist war so das Harmloseste was mir zu seiner "Machbarkeit" einfiel, besonders als ich seine Intentionen zur Luftrettung gelesen hatte. Der und Hubschrauber waren sowieso eine eigenartige Kombination. Warum verdammt fällt mir das erst jetzt ein? Was hat Goerge gemacht, als der sächsische Polizei-Hubschrauber abstürzte? Januar 2005 war das, am 17. Januar 2005. http://www.unisg.ch/org/idt/cfac.nsf/338a93192a5036c7c12568ff0040fed0/1EC1807F9CDDC49DC125703F003F5CA1/$FILE/D+2005+Bulletin0501.pdf Die wollten grad die Wärmebildkamera einschalten, zur Personensuche, als der Propeller sich verabschiedete. OK, es war nur ein zeitlicher Zusammenhang. Bordtechniker und Pilot sind ja auch nicht mehr zu befragen. Trotzdem war das wieder einer der Augenblicke, in denen ich blöde Kuh mich gefragt hab, was ich grad gemacht habe, statt zum Gralshüter zu schauen. Warum hab ich ausgerechnet zu Fastnacht darüber mit Polizisten gesprochen, die wussten, dass ich eine Stalking-Strafanzeige auslösen wollte? Was verdammt hat Goerge gemacht, als ich vom Ministerium des Innern über die Straße zum DJV gegangen bin? Warum verdammt lasse ich mich durch Gleichzeitiges immer noch so schnell verunsichern, dass ich nicht bei anderen recherchiere, bevor ich mein eigenes Inventar kippe? Machbarkeit, knurr. Der immer mit seiner angeblichen Sehnsucht nach Überschaubarem. http://christoph16.de/crew.notarzt.php Kein Internist auf dem Christoph 16, tja. So ist das Leben. Nicht dass es mir leid tut. Alles wird gut. Goerge träumt von Luftrettung. http://www.cardiovasc.de/hefte/2005/03/12.php Egal. Das hätte ich zwei Jahre eher haben können, jaul. Dreimal Blättern bei Google und ich hätte es schon 2005 gewusst. Aber damals war mein Notebook ja kaputt. Jedenfalls hat sich mein Tagebuch nach dem 17.1.2005 noch stärker verändert als nach der Selbstinstruktion vor dem Tsunami. Mein Fell war dünn geworden. So dünn, dass ich mich überwacht fühlte. Also bleibt die Frage, was hat Goerge am 17.1.2005 um 11:16 gemacht? Markus Strasser rief jetzt auf SWR3 an. Zufall, dass der Strasser heißt. Ist ja ein 3-Millionen-Sender. Und wer weiß schon, wer Ruth Strasser ist? Egal. Es ist alles so egal, und ich bin entspannt. Bis auf den Nacken, der glüht schon wieder. Irgendwie hängt immer alles mit allem zusammen. Scheißschwerkraft. Überschaubar ist das, was ich zu fokussieren bereit bin. Einmal Vergöttern, respective nach Groke googeln wird jetzt das Beste sein.

Fieber

Ich glaube, ich werde krank, Fieber messen, Haare waschen und losgehen. Noch drei Tage Praktikum. Tim und Nina sind gerade das erste Mal auf dem Weg in die neue, hässliche Schule. Aber ich kann nur an Groke denken. Er hatte gestern seine letzte Sendung auf SWR3, hat er geschrieben. Kein Wort über ein Warum und Wieso. Nur, dass er bei SR1 anfangen wird. Das ist alles so unwirklich. 36,12 Grad Celsius. So viel hatte ich lange nicht. Ich scheine krank zu werden. Die Nase ist zu, die Augen glühen, mir ist schlecht. Ich fühle mich elend. Irgendwo am anderen Ende der Welt verändert sich gerade was.

Sonntag, Februar 25, 2007

Ich kann gar nicht so viel heulen, wie ich will

Ausgerechnet zu diesem muffigen Hinterwäldlersender will der hin. Zu einem mit Extraarchiv und scheinbar ohne Musikredakteure. Was hat der vor außer Rückzug? Hab jetzt bestimmt eine halbe Stunde reingehört, aber außer der Ankündigung, dass Christian Balser dort anfängt, nichts Ermutigendes gelesen. Jedes Wachsfigurenkabinett ist bewegter. Eine Ansammlung von Staubfängern ist das. Will der provozieren? Wen will er damit treffen? Ist das Heimat? Allmählich begreife ich, was mich an Goerge fasziniert hat: Diese schnoddrige Abwehr. Ich hätte Exter eher hören müssen, statt permanent um einen Job in Saarbrücken zu kämpfen. "Das ist unverschämt", labert Garcia grad. Hab keine Ahnung, woran er denkt. Bin wütend. Fast so wütend wie neben Paul, der seine Patienten zusammenscheißt. Hast du schon mal einen Traditions-Chinesen seine Patienten zusammenscheißen sehen? Es war die Hölle. Meditiert über Ruhe und Gelassenheit und flippt im nächsten Moment bühnenmäßig aus. Jetzt müllt Garcia wieder meine Eigenzeit zu. Straight wie ein Dildo.

Unwiderstehlich

Hab mein Spamfilter ausgeschaltet und heule in den Tag: Ich kann Groke nur noch hören, wenn ich mittags zu Hause bin.

Die Sendestruktur beim SR1 ist ganz anders als bei SWR3. Die Moderatoren wechseln nach einem anderen System. Außerdem scheint SR1 eine andere Zielgruppe zu haben. Das muffelt so. Zappe gerade zwischen Garcia und Exter hin und her. Exter geht vom DuDarfst- in den DuKannst-Modus über. Offensichtlich fühlt er sich beobachtet. Der Mann ist peinlich. Und das vollständig. Ob Suchmodus oder Kommentar. Entweder der ist schon vor Jahren ohne Erfolg zum Abschuss frei gegeben worden oder die Saarländer mögen ihn. Ich befürchte Letzteres. Den über Intranet reden zu hören hat was Nostalgisches. Der kommt immer mit monarchoidem Plural. Charmant wie ein Kloschlüssel. Den würde Mcnep vergöttern. So ungefähr stelle ich mir Mcneps Leitbild vor.

a-ha: Touchy

Ich träume von dir, höre dich, suche dich und finde dich in mir. Du bist in allem, was ich tu. Ich liebe dich.

Samstag, Februar 24, 2007

Wanted: Er, halbnackt. Bürokaffeeservice.

Ich war unterwegs. In anderen Blogs. Auch bei http://mundgeblasen.blogspot.com/2006/01/heute-befindlichkeitsbloggen-am-montag.html und bin gleich ins Träumen gekommen. Ein Kaffee wär jetzt gut, einer ohne aufzustehn. Hab mir versuchsweise das Notebook mit ins Bett genommen, aus dem Notebook Groke. Im Hals kratzt es. Tim will ich heute sehen. Nach dem Büro. Bettina hat mir den Text schon angelegt. Ich brauche nur auf die Citycard zu warten, um hin zu fahren. Die ist noch bei Nina. Gestern hab ich eine SMS für sie geschrieben und über mein Handy gestaunt. Es ist kalt. Ein Kaffee wär jetzt wirklich gut. Noch drei Tage Praktikum, dann bewerbe ich mich beim Sächsischen Ärzteblatt. Morgen ruft Gerd in der SZ an wegen einem Vorstellungsgespräch für eine Festanstellung. Vielleicht lerne ich bei dem Gespräch etwas dazu. Gerd kann herrlich strahlen. Ich staune immer wieder, wie er verhandelt. Das möchte ich auch können. So hab ich Groke das erste Mal gehört: in mein Kissen geknüllt und bettwarm, der kam grad vom Geburtstag, von seinem Geburtstag, mit einer Selbstverständlichkeit, wie du sie nur beim eigenen Geburtstag hast. Bei mir lief gleich ein ganzer Film ab, als ich die Crew-Webseite las. Pauda, was verdammt ist Pauda? Neben mir lag Tim und schlief. Die Wände gelb, das Sofa blau, der Fußboden weiß, wie jeden Tag. Im Bett liegen und schweben... Wenn das Zwiebeln im linken Handgelenk vom Aufstützen nicht wär, wär Notebook und Bett die ideale Kombination.

Fleisch-gewordene Hoffnung

Ich esse Blutwurst, während ich ihn das erste Mal sehe. Blutwurst und Sauerkraut. Er hat diesen Gang, den du nicht vergisst, der dich innehalten lässt, egal, woran du gerade denkst. Mit dem schwebt er mit mir zum Mensa-Thresen. 3,10 Euro spendiert er mir, in Sektlaune, und einen Kaffee. Mit sämtlichen potentiellen Chefs will er reden. Der Bey stelle ich ihn nicht vor. Kurz darauf sagt Monks ab. Verdammt, ich merke jetzt erst, wie sehr ich auf den Job fixiert bin. Pressesprecher für sämtliche psychiatrischen Dachorganisationen in Deutschland zu werden, ist schon eine verrückte Perspektive. Aber alles ist nichts gegen diesen Gang. Syringomyelie ist das erste, was ich denke, und Blutwurst.

Altern ist strafbar

Er trägt Kamera, sonst nichts, abgesehen von einer Schuppenflechte, aber die mit Würde. Sobald ich - aus Versehen - zu ihm rübersehe, beginnt er zu reden, mit mir. Er sei Profi und habe schon viele Filme gedreht. Aufgezeichnet, denke ich. Nein, er dreht sie, in seiner Schoßwühle. Stadtgeschichte interessiert ihn, sagt er. Ich schwitze und bitte ihn um seine Telefonnummer. Damit ist er zufrieden. Zwei Minuten Eigenzeit investiere ich und Papier und Stift. Die Nummer zeichnet er selber auf. Den Zettel drehe ich.

Pack nicht zu viel Hoffnung hinein,

hat er gesagt. Wahrscheinlich ist es das, was Fokussieren und Vergöttern zu einer so peinlichen und unerträglichen Last für den Anderen werden lässt, dieses Übermaß an Hoffnung. Ich schreib schon wieder, als ob Groke hier liest, die Beine übereinander geschlagen und flach atmend. "Was tust du, um mich zu beeindrucken", hatte mal einer im Chat gefragt. Einschlafen und von dir träumen. Verdammt weit weg ist alles, sobald ich aufwache. Vielleicht ist das auch nur die Müdigkeit, die träge an den Lidern zieht.

Apokalypse

Das Ende war schlimm: Ich bin bei Multimedica gesperrt worden, und das obwohl Multimedica damals mein einziges Ziel und Goerge dort für mich Hafen war. So wütend ich über viele seiner Antworten war, so ausweglos schien es mir, meine Fragen woanders zu stellen. Wer sollte mir antworten, wenn schon Goerge nicht reagierte? Ich war total eingeengt. Schließlich wich ich auf Google aus. Google statt Multimedica, www.werweisswas.de und www.assoziations-blaster.de dazu und Radio, SWR3. Plötzlich fiel mir dann Groke auf, und ich reagierte wieder nach dem gleichen Schema: vergöttern und fokussieren, fokussieren und vergöttern. Wahrscheinlich hätte es jeder andere sein können, aber aus irgendeinem Grund dachte ich, er meint genau mich, wenn er spricht. Genau, wie ich es bei Goerge dachte. Er meint mich. Eine Wahnsinnsillusion, Beziehungswahn, eine inhaltliche Denkstörung. Und die Apokalypse kam dann ziemlich schnell: Mit der ersten Neuroleptika-Dosis schien es mich zu zerreißen, jede Zelle einzeln. So etwas hatte ich noch nie erlebt. Es passierte etwas Gewaltiges in meinem Körper, aber ich bin nicht erstickt dabei, bei der Therapie auf Gerichtsbeschluss. Es war wie eine Hinrichtung. Bis dahin hatte ich Spurenelemente aufgetankt und Fitnesstraining gemacht und mich in meinem Körper wohl gefühlt, und mit der Therapie verplumpte und verblödete ich innerhalb weniger Stunden.

Inhaltliche Denkstörung

Allmählich verliert alles seine Kraft. Auch Beziehungswahn. Ich fühle mich wie ein auf Sonne geprägter Maulwurf. Ich versuche nett zu sein, statt mich zu vergraben. Ein idiotischer Versuch, der einsam macht wie Fernweh. Ich sehne mich nach einer Radiostimme, die gleichzeitig drei Millionen hören und hoffe, dass sie die Welt für mich bunt macht mit einem Lachen, verüble ihr jeden Unfall, den sie meldet, und träume von dem Körper, der dazugehört. Als ob das Träumen mehr Kraft gibt, als jeder eigene Schritt. Um es noch unverständlicher werden zu lassen, stelle ich mir vor, er, der Vergötterte, sieht mich auf irgendeinem Weg, während ich schreibe. Es ist alles in allem genauso sinnlos wie jeder Versuch, den eigenen Lebenskreis zu verlassen, um intensiver träumen zu können. Ich gehe kaputt dabei, verzehre mich und bin trotzdem nicht in der Lage, einfach aufzuhören. Es ist, als ob mir alle Welt dabei zuschaut und darauf wartet, was passiert, dabei weiß ich schon beim Nachbarn nicht, was er tut, sobald er den Schlüssel hinter sich im Schloß rumdreht.
In die Ferne zu lieben, ist psychotisch, hatte der Psychiatrie-Professor in der Vorlesung gesagt. Bei mir ist die Familie auseinandergebrochen, als ich von Goerge geträumt hatte, um Martin leichter zu begleiten. Zum Schluss war es kein Begleiten mehr, nur noch Träumen. Goerge hatte sich zurückgezogen, sobald ich mich bei ihm beworben hatte. Ich war verletzt wie lange nicht. In der Zeit baute die Denkstörung sich auf. Ich hatte geschrieben, so viel wie lange nicht. Bei allem, was ich tat, schaute er mir zu - darin bestand sie. Er war wie ein Leuchtturm für mich, ohne es selbst zu ahnen. Ich wurde immer unbeweglicher und grübelte mehr, hab meine Kinder und mich selbst kaum mehr gespürt. Schließlich schien alles um mich herum gemacht, Radio, Fernsehen und Internet. Ich schrieb bei www.werweisswas.de und packte alle Enttäuschung in meine Zeilen. Ich hatte so viel von Goerge erwartet, aber er reagierte nicht. Wenige Jahre später wiederholte sich alles mit Groke neu. Hab ihn mit Erwartungen überfrachtet und dabei kaum gespürt, wenn mich jemand zu erreichen versuchte. Ich war wie taub. Ich konnte es durch nichts rational begründen. Es war nur ein irrwitzig intensives Gefühl, das ich am ehesten als Prägung einordne. Los ging diese Prägung bei Goerge damit, dass er mir mitten in einen PC-Gau hinein mailte, dass ich in sein Intranet geraten sei, wodurch auch immer. Ich hatte es als willentliches Verschmelzen eingeordnet und begonnen, ihn zu vergöttern. Scheinbar wollte er Kontakt, dabei war lediglich eine Grenze aufgebrochen, mehr nicht. Ich verstrickte mich immer mehr in Wunschvorstellungen und fühlte mich ihm nah.

Freitag, Februar 23, 2007

Biedere Gier

"Suche die Stelle, an der du dich von deinem Körper löst", hatte ich mir damals als Instruktion zur Selbsthypnose aufgeschrieben. Damals war jede Minute Trance Gold wert. "So lange du hier sitzt und in Trance bist, ist es schmerzlich zu erinnern, was damals war, und es ist nicht immer leicht, dem Schmerz einen bestimmten Platz zu geben. Doch was meinst du, wirst du fühlen, wenn du nachher auf der Straße den ersten Menschen siehst, der wirklich froh ist und zufrieden. Wirst du denken, der hat allen Schmerz in seinem Bewußtsein schon vergessen?", hatte ich mich am Tsunami-Vorabend instruiert. Damals hatte Stefan Lukas noch Locken, glaube ich.

Prägung

In der Zeit, in der ich auf Stimmfärbungen geachtet hatte, hab ich dann am liebsten in gleichmäßigen Stimmen geankert. Groke hat so eine Stimme. Jan Garcia, wenn er aufgezeichnet abgespielt wird, auch. Und Norbert Diener oder Bernd Lechler. Hab mich dann geborgen gefühlt und gespürt, wie die Panik nachließ. Irgendwann hatte ich dann bewußt auf Moderationspläne geachtet, um diese Erholungszeiten mitzunehmen. Eine zeitlang schien Jan Garcia ständig auf Sendung zu sein. Bis ich dann im Oktober 2004 kein SWR3 mehr hören konnte. Plötzlich konnte ich nur noch terrestrisch Radio empfangen und hatte kein Notebook mehr. Hab dann begonnen, auf Papier Tagebuch zu führen, um trotz Umzug zuordnen zu können, was in meinem Kopf passierte. Bis der Tsunami kam. Mit dem Tsunami war alles für mich Fassbare überschritten. Plötzlich ähnelten sich Stimmen irrational. Ähnlichkeiten, die ich so noch nicht erlebt hatte, waren das. Ein Vorstandsmitglied von einem deutschen Reisebüro hatte plötzlich die vertraute Stimme eines ehemaligen Nachbarn. Als ich den Nachbarn anrief, um mit ihm über den Zufall zu lachen, wurde es noch verworrener. Irgendwann konnte ich es nicht mehr in Worte fassen und hatte nur noch versucht zu schlafen. Bis ich begriff, dass das, was da gerade am anderen Ende der Welt passierte, auf mich einprasseln wird, egal wie weit ich mich zurück zu ziehen versuche. Da war nirgendwo ein Platz zum Ankern geblieben, nur Bewegung. Joggen und das Ankern im Rhythmus. Zeit, Arbeit zu suchen, um aus dieser beklemmenden Enge auszubrechen, auf die Kinder zuzugehen, für sie da zu sein und mich als Mutter zu spüren. Ich begann, sämtliche Namen und Zeiten von dem, was ich wahrnahm, festzuhalten, um nicht durchzudrehen. Nach kurzer Zeit konnte ich auch bei terrestrischen Sendern Stimmen, Stimmfärbungen und Namen zuordnen. Aber die jahrelange Vertrautheit fehlte. Die Nachbarwohnungen waren still. Aber das irritierte mich nicht. Stille war ich gewohnt.

Synchronizitätspanik

Das Schlimmste, was mir beim Freischreien passiert ist, war die scheinbare Unfallhäufung. Es war, als ob irgendjemand erreichen wollte, dass ich schweige, mich zurückziehe und zuwarte, bis die Unfallwelle vorbei ist. Ich hab daraufhin so wenig wie möglich verändert, um Gleichzeitiges zeitlich eindeutiger zuordnen zu können. Klar, dass ich abgesehen von temporären Zusammenhängen nur veränderte Stimmfärbungen zuordnen konnte. Und auch die immer seltener. Es war, als ob die Häufung immer gewohnter wurde. Das zu verbalisieren, war schwer. Wer will auch Unfallmeldungen, Geschriebenes und Stimmfärbungen abgleichen? Da bleiben zu viele variable Unbekannte. Es waren temporäre Zusammenhänge, ein Filz. Irgendwann habe ich trotzdem begonnen, Unfallmeldungen in Worten festzuhalten. Allmählich verlor es das bedrohlich Bezwingende. Ich konnte mich nylonschürzenmäßig auf mein dickes Fell konzentrieren und darauf, wann mir die Unfallmeldungen stärker auffielen als sonst. Sobald ich das einkreiste, wurde es überschaubarer: Ich merkte, auf welche Ziffernfolgen ich stärker reagierte. Losgegangen war es damit, dass ich versucht hatte, Claudia-Engramme auszublenden, nachdem ich monatelang überall ihre Physiognomie gewittert hatte. Zum Schluss hieß dann fast jeder Unfall Claudia, egal wo. Jeder schien nur dazu gemacht zu sein, mir zu beweisen, dass ich ein Nichts bin, ein störendes Etwas.

Angelika Warheit

André mag sie. Pressesprecher soll sie sein. Ich hab kein Bild von ihr gefunden. Ein Praktikum beim Ärzteblatt anzustreben, ist bestimmt zielführender. Wenn ich daran denke, dass Garrelt die Bey eingesetzt hat, damit ich meine Rente nicht riskiere, indem ich schreibe, komme ich jetzt noch ins Grübeln. Ich begreife nicht, was er will außer Macht. Aber warum verdammt will er die in mein Leben ausdehnen? Was reizt den so an meinem Leben, dass er eingreifen will? Hat der als Richter nicht genug andere Schauplätze, um sich wie auch immer zu verwirklichen? Warum hat der das Recht, sich in mein Leben einzumischen? Warum ausgerechnet der? Und warum ausgerechnet in mein Leben? Ich fühle mich so wehrlos. So ungeschützt. Ungeschützt vor diesem Fremden. Angelika Warheit. Warum denke ich bei der sofort an Garrelt? An einen Dresdner Vormundschaftsrichter, der nirgendwo im Internet auftaucht?

Schritt für Schritt

Hab vorhin mit der Ärzteversorgung telefoniert. Ich will arbeiten, leben und arbeiten. Am liebsten schreiben und vom Schreiben leben. Auch wenn meine Sprache schlichter ist als die anderer. Das kann ein Vorteil sein, meint Apelt. Apelt arbeitet bei der Ärzteversorgung. Ich hab ihn noch nirgendwo im Internet gefunden, ihn nur gelesen und am Telefon gesprochen. Die Stimme klingt angenehm. Menschlich. Er scheint mir zuzutrauen, dass ich wieder arbeite. Das liebe ich an ihm. Wahrscheinlich würde ich jeden vergöttern, der mir auch nur andeutungsweise zutraut, dass ich wieder arbeite. Ich bewerbe mich für ein Praktikum beim Sächsischen Ärzteblatt, habe ich ihm gesagt. Das ist grenzwertig, darauf er. Kontakt zu suchen ist besser, als sich zu verkriechen, habe ich gekontert.
Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich Groke anrufen, mitten am Tag, ihm Hallo sagen und ihm sagen, dass ich ihn mag, der drei-Millionen-Stimme. Jetzt ist gerade Michael Spleth auf Sendung. Das gab mal eine Zeit, da hab ich mich beim Zuhören beobachtet gefühlt. Hab mich dann freigeschrien, bis sogar Google listete, was ich dachte. Aber die Klappe zu halten, wenn ich mich beobachtet fühle, halte ich nicht aus. Das waren Kleinigkeiten, die dieses Gefühl, beobachtet zu werden, auslösten. Zum Beispiel das Aufschreien, wenn ich SWR3 über Satellit hörte und nicht ins Internet kam. Plötzlich schrie Spleth auf. Wer mich beobachtete, wusste ich nicht, auch nicht, was Spleth grad erlebte. Aber diese Gleichzeitigkeit irritierte mich so sehr, dass ich mich beobachtet fühlte. Beobachtet vom großen Unsichtbaren. Irgendwann habe ich dann so reagiert wie auf Arbeit: Ich hab Kontakt gesucht zu dem, bei dem mir Gleichzeitiges auffiel, also auch zu Spleth. Das ist ja nichts Ungewöhnliches, wenn einer von drei Millionen Hörern Kontakt sucht. Irgendwann dachte ich, dass Mailen wenig Sinn hat und dass Blasten oder Bloggen genügt, da ja sowieso keine oder kaum Antwort auf die Mails kam, bis Google listete, was ich schrieb, Sonnenkind in meinem Blog einen Eintrag zu Marcus Barsch kommentierte und Voyager im Blaster über das Telemediengesetz spekulierte. Tim ordnet Mails als Belästigung ein. Jedenfalls meine Mails an Groke. Mir hat Tim noch nie gemailt. Mails ordnet er wie gesagt als Belästigung ein. Bloggen und Blasten ist besser, auch wenn Groke mal einen Tag weniger lacht als andere. Aber deshalb aufzuhören, das zu schreiben, was ich denke, wäre idiotisch. So viel muss Internet können. Toschibar bezeichnet meinen Output als Spam. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich lese ihn auch kaum. Es ist Internet.

Gehemmt

Das ist es: Ich bin gehemmt. Dieses SichFreiSchreien passiert nicht mehr. Ich ersticke allmählich an meiner eigenen Sehnsucht. Peinlich. Bloß nicht gesehen werden in so einem Moment. Was ist schlimmer als beim Sehnen gesehen zu werden? Der Atem wird wieder tiefer. Wahrscheinlich war das nur ein kurzer Anfall, ein bißchen Sehnsucht nach Frühling im Februar. Ich wär gern alles für dich, eine Liebe. Das, was dir das Atmen leicht macht, das Sehnen wäre ich gern für dich. Ich wäre gern deine Sehnsucht. Am liebsten die nach mir. Tja, ich bin gehemmt. Es ist ganz deutlich. Sonst hätte ich jetzt einen strukturierten Job, statt in schwülstigen Zeilen zu vergehen. Aber es ist menschlich. Verdammt, ich habe keine Struktur.

Leerlauf meets Existenzangst

Ich sitze im Büro und warte auf DIE Idee. Nichts zu spüren von dem Ansteckenden, das Kreativität anderer hat. Alles stolpert träge durch mein Hirn, haspelt, zerfasert und verstrickt sich. Ein Filz. Es ist nichts als belangloser Filz. Nichts Grandioses. Nichts, was der Bedeutung des Augenblicks angemessen wäre. Es ist Frühling, und alles, was in mir passiert, ist träges Dösen. Ich hätte gern einen Job. Nicht irgendeinen. Einen sicheren Job. Einen, mit dem ich eine helle Wohnung mieten kann. Eine mit Garten. Mit viel Garten. Verdammt, tut das gut, ohne Verben zu schreiben. Ich könnte tausende Sätze ohne Verben schreiben. Ich trinke Kaffee, schwelge im Licht und protze mit Zeit. Eigentlich geht es mir gut. Nur Yoga fehlt.

Schreiben, um gelesen zu werden, ist das Letzte, was mir in meinem Tagebuch passieren wird, hatte ich mir vorgenommen.

Inzwischen reagiere ich auf jede veränderte Stimmfärbung beim Schreiben. Es ist schon fast wie beim Blasten. Alles oder Nichts. Entweder mich meint alles oder nichts. Dieses rückhaltlos Exzentrische, das ich als Liebe verkläre, ist wahrscheinlich nur Sehnsucht nach Halt, nach Sinngebendem. Ich fühle mich wie ein Blatt im Wind, dabei hat der Frühling noch nicht einmal begonnen. Es ist, als ob meine Zeit rasend schnell verrinnt, als ob bald alles zu spät ist. Diese nagende Angst kostet mich viel Kraft und diese permanente Angst vor Gleichgültigkeit besonders. Vor dieser Gleichgültigkeit, mit der ich Anna Ullrich in letzter Zeit zuhöre. Die macht mir Angst vor und um mich selbst.

Physiogel

Es ist so ziemlich alles schief gegangen, was schief gehen konnte. Sie ähnelt Petra. Hab die ganze Zeit an Petra denken müssen und kaum strukturiert gefragt. Nein, die Hautveränderung sei nicht bakteriell. Im nächsten Atemzug nannte sie ein Cortison-Präparat, hielt es aber selbst für übertrieben. Es sei eine Stressreaktion. Ich hätte nicht gedacht, dass NettSeinMüssen so toxisch ist. Als ob Haut permanent Lüge abrechnet. Jedes IchBinNett,UmDirZuGefallen schuppt mir entgegen. Alles ist so sinnlso heute. Du hast nicht gelacht. Kein einziges Mal. Hast du mich gelesen? Was hast du gedacht, wenn du mich gelesen hast? Spürst du mich überhaupt? Und wenn wobei? Warum kann ich an nichts anderes denken? Lüge ich mich selbst an? Vielleicht verwechsle ich dich nur. Ich verwechsle dich mit jemandem, den ich mal sehr gern hatte. Mir ist schon wieder kalt. Hab Gänsehaut und beiße die Zähne zusammen, dabei macht das Falten und die Lippen schmal. Sie hat tatsächlich das Gleiche zu mir gesagt wie zu Mutter. Ich mag sie nicht. Vielleicht mag ich auch Petra nicht. Vielleicht mag ich dich nicht. Flokati-Hängematten-Frust. Mir ist einsam. Dein Lachen fehlt mir. Jede Spitze bleibt mir im Hals stecken. Ich fühl mich wie geknebelt und versuche nett zu sein, nur damit du lachst. Ich bin korrumpierbar. Habe eine Beißhemmung, sobald ich an dich denke. Vielleicht ist das Liebe. Vielleicht ist das auch nur Angst. Angst davor, ohne dein Lachen zu erfrieren. Wahrscheinlich ist es Liebe oder Fernweh.

Donnerstag, Februar 22, 2007

Nein, du gehörst zu Kurt

Verdammt, keiner da. Bin extra eher aufgestanden. Die roten Flecken sind wieder dunkler. Irgendeine antibiotische Salbe wär gut, aber es war keiner da. Der Termin war ein Irrtum. Eine halbe Stunde habe ich warten müssen, bevor ich jemanden erreicht habe. Wenigstens habe ich Groke konsumiert. Die volle Dosis, ohne wieder einzuschlafen. Jetzt einen neuen Hautarzttermin, jaul.

Mittwoch, Februar 21, 2007

Autosuggestion

In der Ruhe liegt die Kraft, auch die Anziehungskraft. Übernächste Woche beginne ich wieder mit Yoga. Irgendwie geht es immer weiter, auch ohne Vertrag.

Projektion

Wenn sie MS haben soll, er aber komisch läuft, denke ich als Erstes an eine Infektion. Bin immer noch geprägt von den Treponemen, die ich vor zwanzig Jahren unterm Mikroskop gesehen hatte. Die waren verdammt vital, regelrecht unternehmungslustig.

Wenn wünschen helfen würde,

... würdest du jetzt anrufen, per Bildtelefon. Und ich würde dich atmen hören, dich sehen und ein Grinsen hören, das außer mir niemand sonst hört, ein Grinsen nur für mich. Und der Einzige, der mich liest, wärst du.

mir ist zum heulen

André hat eine Art Nachruf in seinem Blog geschrieben. Einen mit meinem Namen drüber. Ich sehne mich nach Sicherheit, nach irgendetwas, was Halt gibt. Mir ist einsam. Verdammt, warum hab ich versucht, in das Bild hinein zu gehen. Es hätte doch genügt, weiter zu träumen. Dann bei jedem Schritt unsicher abzuwägen, als ob es der letzte sein wird, ist zum Ersticken. Alles bekommt plötzlich eine überhöhte Bedeutung. Die Leichtigkeit, das ganze Spontane ist weg. Ich bin wie versteinert. Aber was ist schon spontan daran, Namen wie Schutzschilder vor sich her zu schieben. Verdammt, mir ist einsam. Zum Schreien einsam. Ob das Hunger ist?

Dienstag, Februar 20, 2007

Kennst du das, du weißt genau, du bist allein, trotzdem

wünschst du dir ein gesicht her. und das so intensiv, dass du bald schon nicht mehr spürst, dass alles, was da passiert, nur in deiner phantasie geschieht? eine inhaltliche denkstörung. das geht natürlich nicht mit jedem gesicht. es muss eins sein, das so nirgendwo sonst auftaucht, aber gleichzeitig scheinbar unauffällig ist. nicht mit diesem zerbrechlich schmalen zittern, das gleich zu beben beginnt, sobald du die zwanzig-quadratmeter-intimzone querst. aber auch ohne die routinierte wächserne ignoranz eines gelernten wächters. ein everybody eben. einer, der überall sein könnte, ohne aufzufallen. und sobald du dich an diesen everybody gewöhnt hast wie an inventar, spürst du schmerzhaft jeden moment, in dem er fehlt. schmerzhaft fehlt. und es zerreißt dich, als ob dir jemand etwas nimmt, nennst es liebe und schreist alles und jeden dafür an, dass es nur eine denkstörung ist und nichts greifbares. du bist allein. es ist nicht zu übersehen. du bist tatsächlich wieder einmal allein. zieh dich warm an.

abgeklärt

Bin immer noch ganz durcheinander. Mein Kartenhaus ist wieder mal in sich zusammengefallen. Nein, er hat keine Kinder, nicht einmal eine Familie. Der, von dem ich mir gewünscht hatte, dass er die Welt so sieht, wie ich sie sehe, hat plötzlich ein eigenes Leben und ist nicht mehr nur die Spielkarte, die ich auslegen muss, um mir selbst ein Stück näher zu kommen. Hab es als Liebe verklärt, dabei war es nur Suche nach mir selbst. Eine Suche, bei der ich mich an scheinbar Konstantes zu klammern versucht hatte. Und das Konstanteste, was für mich greifbar schien, war er. Und jetzt plötzlich schreibt er, er hat keine Familie. Anfangs hab ich mich beruhigt, dass er nicht jedem hysterischen Fan von seinem Privatleben erzählen wird, schon gar nicht im Internet. Und dann hab ich mich beim Abklopfen verpasster scheinbarer Chancen beobachtet. Leben als Schachspiel. Es ist alles nur ein Spiel und kein Grund, anzunehmen, dass es ausgerechnet mich meint. Verdammt, wie denke ich? Konstanz. Nichts als Konstanz. Wie beim Schach. Vorhin rief Gerd an. Ich kenne ihn kaum, 120 Quadratmeter bewirtschaftet der allein und scheint deshalb sparen zu müssen. Auto fährt er jedenfalls keins mehr. Er riecht gut und hatte scheinbar keine Brille auf. Jedenfalls fand er mich anziehend. Vielleicht waren die roten Flecke blasser als sonst. Vielleicht wollte er auch einfach nur jemanden sehen, neben dem er sich weniger einsam fühlt. Meine Füße sind kalt. Vielleicht biete ich ihm eine Runde Schach an. Schon, um ihn kennen zu lernen. Schach ist immer noch der kürzeste Weg ins andere Hirn. Jedenfalls für mich. Da finde ich mich am leichtesten zurecht. Alles wird überschaubar und vorhersehbar. Ich werde Tee kochen. Das ist, als ob alles gefriert. Warum ist es so schwer, genau den zu erreichen, den ich erreichen will?

und was tust du, um mich zu beeindrucken?

Klar, sobald ich von der Singlebörse erzähle, kommen Spitzen, das war mir zwar nicht klar, aber besonders gewundert hatte es mich nicht. Er: 35 und offensichtlich gelangweilt. Chat lässt ja alles offen. Ich bin selber schuld, wenn ich zu viel Verständnis erwarte, resignier. Das heißt, ich weiß gar nicht, was ich von ihm erwartet hab. Jedenfalls nicht, dass er beeindruckt werden wollte. Seine datingcafé-Datei wollte er mir gleich zeigen. Darauf hatte ich nicht nahtlos reagiert. Wahrscheinlich war es das. Die neuen Praktikanten sind bildhübsch und ausgeruht. Urlaub wär gut. Eine Schulter zum Anlehnen und Urlaub. Und viel Bewegung. Hab gestern in Trachau angerufen. Wegen einer Wohnung. Irgendwo wieder Kietzluft zu schnuppern, wär gut. Dazu zu gehören. Und das nicht nur zu einem Chat ohne Forum. Ich freu mich auf Yoga. Selbst als Ziel. Yoga, ich mach Yoga, um dich zu beeindrucken. So. Verdammt, warum bin ich auf einen Wildfremden wütend, nur weil ich ihm mehr von mir erzählt hatte, als mir gut tat? Es ist ein Wildfremder. Und das bleibt er auch.

mich freischreien

heute bin ich aufgewacht aus dem albtraum. mir ist es, als hätte ich ihn schon tausend mal geträumt. gestern auf der fahrt heim erzählte jemand im radio von dem kick. ein film. als ich die geschichte hörte, war mir klar, dass die nacht schlimm wird. egal, gehört ist gehört. bin selber schuld, wenn ich mdr einschalte. hab von kartoffelfeuer geträumt. aber es waren keine kartoffeln. es war eine feuerbestattung. mir war zum erbrechen im aufwachen. hab das radio angeschaltet. ein bißchen sonne aus dem weltweiten. ich atme schon wieder gleichmäßig. es war nur ein kurzer albtraum, kein film, der sich wiederholt, auch wenn ich wach bin. auf sendung groke. gleich mit der telefonnummer. dass besetzt sein würde, war mir klar. es war ja auch das erste mal, dass ich mich freischreien wollte. blöder albtraum.

Montag, Februar 19, 2007

Alltag

Es ist wie jeden Tag. Ich rufe an, und sie schlafen. Ich rufe wieder an, und Tim hat keine Lust, egal was ich ihm vorschlage. Ich frage mich, ob er den Ferienkalender überhaupt lesen würde, wenn ich ihn maile. Warum mache ich den Kalender überhaupt? Er spielt sowieso nur am PC. Irgendwas hat das, was nur er spürt.

Vorhin war mein Cursor komisch. Ich konnte vieles nicht zuordnen. Der bewegte sich plötzlich wie von selbst. Krieg gleich wieder Gänsehaut, wenn ich daran denke. Es gab mal eine Zeit, da hab ich ständig solche Zufälle erlebt. Und plötzlich lag ein Permanentmagnet unter der USB-Schnittstelle. Manchmal wechselt der serifenfreie Cursor gen Pfeil. Ein System kann ich dabei noch nicht erkennen. Aber der Wechsel fällt mir auf.

Auffahrunfall hinter der Kuppe

Hab mich selten so verstanden gefühlt wie beim Genuss von Anno Wilhelm zum Rosenmontag. Es war wie ein Blick in den Spiegel. Nur die Nylonschürze fehlt noch. Selbst das beseelte KaiKarsten-Grinsen stimmte. Leider alles nur von Konserve. Bleibt die Story von der blaster-modulierten Fahrzeugelektronik als Nylonschürzen-Gau. Erholsamer kann ein Gag nicht sein. Hab jedenfalls länger drüber lachen als über sein tuttifrutti-Kostüm 2004.

Sonntag, Februar 18, 2007

Verflucht einsam ist das

Grad läuft "Life is a rollercoaster" von Ronan Keating. Das erste Mal hatte ich das bewusst im August 2000 gehört, als ich im Forum Wissenschaft am Deutschen Hygiene-Museum gearbeitet hatte. Radio nrj im Ohr und einen Mc Apple unter den Fingern. Ab und an eine CD, Rammstein oder die Einstürzenden Neubauten, habe ich die Leere dort weniger gespürt. In den ersten Tagen war ich ganz allein in dem Großraumbüro, das mehr und mehr einer Außenstelle des Bundestages glich. Um psychische Gesundheit ging es, später um Patientenrecht, in jedem Fall um viel Geld. Da die eigenen Mittel und Wege zu erkennen, war schwer.

http://www.datingcafe.de/ hab ich wieder durchgeblättert, wie immer rote Locken und blaue Augen als Beuteschema eingetippt, geheult und weiter gesucht.

Glück

Ich bin glücklich. Der Himmel ist strahlend blau. Eine vertraute Stimme im Ohr döse ich. Nichts fehlt. Ein perfekter Morgen. Nur ein bißchen einsam ist es.
Was ist das in der Stimme? Hat der Kinder? Wie alt sind die? Sind die glücklich? Warten die mit dem Frühstück auf ihn? Arbeitet seine Frau? Ist sie erfolgreich? Wie fühlt sich die Nähe bei den beiden an? Ist die selbstvergessen oder eher strukturiert leidenschaftslos? Huch, Leidenschaft ist sowieso etwas ganz Seltenes. Streiten die sich leise? Wie geht es ihr, wenn sie weg will, er aber wieder zu idiotischen Zeiten eingeteilt ist? Sind die Kinder dann versorgt?
Verdammt, wann kommt meine Probearbeit? Ich will so gern wissen, was kommt.

Samstag, Februar 17, 2007

Petra

"Ein kunterbunter Hauch schillernder Wolken über den Städten im Fluss am Rande des Waldes. Das Röhren der Hirsche am Anfang der Zeiten", schreibt es und zittert. Und ich das ganze Publikum. Warum da so viel Plural nötig ist, sagt sie nicht. Ich bin ihr wahrscheinlich sonst zu nah. Bin dann bald gegangen.

Und immer wieder dieses Frösteln, sobald ich an dich denke

Wenn ich von meiner Zukunft träume, so wie ich sie mag, sehe ich mich in einem hellen Großraumbüro in einer Redaktion mit Soundkarte, meine Kinder ganz nah und Groke zum Greifen nah. Einen einzigen Groke. Jedesmal, wenn gar nichts mehr geht. Als Vodoo-Puppe. Vielleicht sogar mit Spracherkennungs-Software, damit die Feedback-Illusion bleibt. Gestern hat er zweimal eine Wave-Datei eingespielt, auf der eine Frau sagte, dass sie ihn heiraten würde. Wenn sie nicht schon verheiratet wär. Jetzt klingelt es, aufatme.

Räume ohne Radio und TV

Vielleicht ist es das: Sobald ich mich in Räumen ohne Radio oder TV bewege, konzentriere ich mich leichter. Dann vergeht nicht so viel Zeit, in der ich lediglich abwäge, wo Information wie fließt. Jetzt läuft natürlich wieder Webradio. Dieses irrationale Fernweh, sobald da draußen eine scheinbar perfekte Welt vor sich hin blubbert. Immer diese Sehnsucht, daran teil zu haben. Und dann diese eigene Leere, auf die ich mich zurück geworfen fühle, sobald ich google. Als ob alles verflacht, sobald ich danach suche. Überall grinsen mich lediglich meine Cookies an, um mir zu beweisen, dass ich mich wieder einmal im Kreis drehe.

Freitag, Februar 16, 2007

Domain

So gut ein bißchen Inventur im Blog tut, eine Domain wie www.werweisswas.de fehlt mir.

Bin schon wieder verletzt und angreifbar

Eigentlich ist überhaupt nichts passiert. Nur ein bißchen Bryan Adams, ein bißchen Marquess, dazu Werbung für salzfreies Müsli, alles ganz ohne Verkehrsmeldungen. Alles in allem kein Grund, sich aufzuregen. Nur dieses IchWillWissen,WasErGeradeDenkt zerfrisst mich. Je einsilbiger er wird, um so unsicherer werde ich. Dabei projeziere ich, das ist mir schon klar. Eigene Leere. Ich habe das Gefühl leer zu sein, sobald er schweigt. Und er schweigt oft. Franz schweigt und nennt es eine interessante Zeit. Er hat viel zu erzählen, schreibt er. Aber das ist auch alles, was er schreibt. Irgendwann fasst er seine Patiencen vielleicht tatsächlich in Worte.

Fernwehguru

Hab grad unter Stalking bei Wikipedia das Stichwort Nachbarschaft aufgeschnappt und muss schon wieder an Hess denken. Hausfriedensbruch nannte der das, wenn ich Besuch bekam. Dreizehn Jahre ist das inzwischen her. Anfangs hatte ich seine Reaktionen für einen Gag gehalten. Kurz drauf hab ich dann begriffen, wie ernst es ihm war. Der wohnt direkt neben dir, spricht dir aber jedes Recht auf Kontakte ab. Wie Einzelhaft war das. Ausziehen sollte ich, wollte er. Warum auch immer. Elf Jahre hab ich dort dann trotzdem noch gewohnt. Der Garten war schön und die Fenster riesengroß am Südhang. Inzwischen denke ich nur noch selten an ihn. Ist ja auch schon lange her. Mehr als zwei Jahre. Hab ihn kein einziges Mal gesehen seitdem. Ich weiß nicht mal, ob er immer noch hinkt. Der hat all seinen Hass in das Hinken reingepackt, sobald er mich gesehen hat, am besten noch seinen Rollstuhl vorgefahren. Als ich in Söbrigen einen mit Rollstuhl sensen sah, musste ich sofort wieder an Hess denken. Ein Kampfhuhn hatte der. Das kam sofort mit gesenktem Kopf und ausgebreiteten Flügeln auf mich zu, als ich ihn angestaunt hab. Eine enge Häuserschlucht war das, in der du auch ohne Sense kaum mit dem Rollstuhl wenden konntest. Ein gefährliches Leben für ein Huhn war das. Heute habe ich bei der SZ einen Text von Kati Huhn gegengelesen. Mal sehen, ob Google die Notiz jetzt deshalb mit Kati Huhn verlinkt. Zuzutraun wär es der Software.

Traffic

Irgendwann leiste ich mir einen funktionierenden Counter, schon um zu sehen, was Hypertext tatsächlich macht. Grad wenn ich häufige und zentrale Kurzworte wie ich oder du verlinke. Das Blasterforum hat sich verändert. Vielleicht werde ich aber auch nur alt. Oder der Winter ist einfach nur grauer als andere. Morgen kommen Tim und Nina vom Snowboarden heim. Morgen besuche ich Petra. Betroffenheitslyrik. Mir ist kalt.

Gutachten

Der Bey ist es lieber, wenn meine Approbation ruht und wenn ich Rente kriege. Alles andere macht ihr Angst, sagt sie. Heute hatte ich wieder das Gefühl, ich bin zu sehen. Ich bin allein im Raum, hab nur den Fernseher an und werde unsicher, sobald irgendwas im Fernsehen mit mir zu tun zu haben scheint, bis hin zum Gefühl zu sehen zu sein. Es ist verrückt. Wahrscheinlich hilft es nur, drüber zu schreiben. Audiovisuelle Autokonfrontation. Schritt für Schritt. Je verrückter, umso lauter. Ich kann es mir durch nichts erklären. Es ist einfach irrational und mündet mit regelmäßiger Boshaftigkeit in Unfallmeldungen auf der A81. Seele ist es nicht. Es ist nur wirr. Zum Schreien wirr.

MTV

Hab vorhin Ville Valo & Natalia Avelon mit "Summer Wine" und Rammsteins Live-Mitschnitt "Ich Will" von der Völkerball-DVD direkt nacheinander gesehen. Das war ein Massivreiz. Als ich zu einem Rammstein-Konzert "Ich will" gehört hatte, bin ich gegangen: Mein Lied mit 15 000 anderen zu hören, war mir zu viel. Hab dann auch die CD nicht mehr aufgelegt. Heute lief es wieder, direkt nach Summer Wine. Dieses AllesMeintMich in der Menge war mir zu nah. Bis dahin hat mir Gleichklang wenig ausgemacht.
Im Moma läuft grad ein Beitrag über den Opernball. Gestern hat Petra Buhl sich bei einem Dean Reed Unterhosen-Foto geschüttelt. Dass die überhaupt wusste, dass es einen Dean Reed gab, bevor sie das Foto gesehen hatte, bezweifle ich. Hab die Seite nicht gelesen. Aber Morgners Gutachten hab ich gelesen. Das war mir zentral genug. Bin früher als sonst schlafen gegangen aus Angst, sonst Fieber zu kriegen. Wen Reed gesehen hat, sobald der schmachtete, ist mir inzwischen egal. Dass er allerdings genau die gleiche Unterhose hatte wie Millionen andere, war schon ernüchternd. Dass es nur wenige Brotsorten gab, war zu verkraften, aber dass du bei Kleidung immer mit x Doppelgängern rechnen musstest, hatte mich damals gestört. Inzwischen ist es mir egal.

Donnerstag, Februar 15, 2007

Google verlinkt den Blog

Eine Zeitlang war das Nennen von Namen für mich Selbstschutz, um mir Gleichzeitiges besser merken zu können und langsamer durchzudrehen. Grad wenn die Verkehrsmeldungen zum Ersticken waren. Zum Ersticken, weil wieder mal die A81, die A61 oder die A63 gestaut war oder weil die A66 und die A3 direkt nacheinander aufgelistet wurden. Künstlerische Freiheit des Autors, klar, trotzdem Grund genug für mich, ein Engramm-Cookie zu setzen. Für mich. Und nur für mich. Inzwischen führt Google das aber ad absurdum, indem es die Passagen listet wie eine allgemeinverständliche Information. Grad wie den Schlüsselcode des Primzahl-Heinis im Blasterforum. Einfach nur zum Überlesen und Weiterblättern für Dritte war das gedacht. Eine Notiz im Weltweiten. Ein Cookie. Mein Cookie. Hab das aktuelle Gutachten gelesen. Da waren nur wenige Tage zwischen Untersuchung und Schreiben, trotzdem stand da schon wieder vieles drin, was er mit Erinnertem verwechselt haben muss. Jedenfalls hatte es nichts mehr mit mir zu tun. Cookies. Seine Cookies in meinem Gutachten. Gutachten zum Gegenlesen zuzustellen ist nicht üblich, leider. "Goldig" hat er geschrieben. Wer auch immer das Wort gebraucht hat. Es sei goldig gewesen. Klingt nach Bey.

Regen

So ausweglos der Blick aus dem Fenster bei Sonne scheint, so anheimelnd ist der prasselnde Regen auf dem Fensterblech. Die Dachziegel glänzen vor dem Grau. Zeit fürs Solarium. Heute sehe ich die Schöpfer des Arbeitslosen-Stadtführers. Mich fröstelt. Hab den Fototermin vergessen zu vereinbaren. Hab grad die Handwerkerrechnung beim Hausverwalter beglichen und bin von allen unterwegs begrüßt worden. Von Leuten, die ich gar nicht kannte. Hab sofort geträumt, wer das alles sein könnte hinter den runtergezogenen Kapuzen. Groke war natürlich auch dabei. Den sehe ich den ganzen Tag in jedem zweiten Gesicht. Noch dazu ein Groke, der mir Hallo sagt. Ein guter Tag.

Mittwoch, Februar 14, 2007

Vorfreude

Blättere gerade auf den von Sean Monks ins Netz gestellten Psychiatrie-Seiten. Die sind angenehm logisch aufgebaut, ohne verwirrendes Beiwerk. Und das bei den vielen Berufsverbänden. Die Syndromtexte sind schön knapp. Täglich eine aktuelle Meldung, dazu ein Syndrom pro Woche. Die Links sind plausibel. Ich mag die Struktur.

Das große Erbrechen

Hab grad locker flockig x Verkehrsmeldungen überhört, schon kam das Dankeschön: Ein defektes Auto auf der A63. Software macht´s möglich. Da wird sogar ein Datenabruf illustrativ. Nicht dass ich deshalb gleich unsicher werde. Auf der A63 passiert selten was, fast so selten wie auf der B6. Aber die B6 gehört ja nicht zum unmittelbaren Einzugsbereich des SWR3. Insofern trägt der Vergleich. Huchja, es ist Ulf-Time. Zeit, an ihn zu denken und tiefer auszuatmen. Ich muss wahrscheinlich noch öfter Verkehrsmeldungen hören, um zu begreifen, wie schnell eine Stunde vergeht. Das heißt, der ist erst seit einer halben Stunde auf Sendung und verkündet schon das zweite Mal die neusten Stautiefen. Erstaunlich. Wer weiß, wozu das noch gut ist. Vielleicht wird SWR3 demnächst das Autoradio Nummer Eins in ganz Süddeutschland.

Sabine war heute nur in Trance zu ertragen. Jedes Wort ein Quietschen, jeder Kommentar ein potentieller Rausschmiss. Wenn die könnte, wie sie wollte, wär ich heute mehrfach rausgeflogen, nur weil Vera krank und Stefan im Urlaub ist. Jeder konnte sich anhören, wie mies es ihr ging. Ein echter Kotzbrocken. Zum Schluss war ich so weichgespült, dass ich sogar Anna Ullrich freiwillig angerufen hab, um den Artikel über sie zu schreiben. Ich überlege grad, ob es Sinn hat, Alex Schneider von meiner Zwangseinweisung zu erzählen und Verkehrsmeldungen im terrestrischen Funkbereich zu recherchieren. Nö, Telefonieren mit Anna Ullrich ist mir stressig genug. Nicht schon wieder zwangseingewiesen werden, bloß weil irgend ein Staumelder Bühnenerleben hat. Ich rudimentiere hier sonst nur noch zum Datenwrack.

Außerdem sind das sowieso nur Momentaufnahmen. Und da gibt es viele, von jedem Moment. Trends sind interessanter, zum Beispiel der Trend auf meinem Konto. Und der wird sich bestimmt nicht verändern, sobald ich Alex von irgendwelchen Synchronizitäten zwischen dem, was auf meinem Notebook und dem was im SWR3 passiert, erzähle. Der wird genauso reagieren, wie ich es an seiner Stelle machen würde: Sendezeitpunkt und Empfangszeitpunkt abgleichen. Und dann bleibt: Da liegen mindestens 50 Sekunden dazwischen. Alles, was auch nur halbwegs nach Kausalität riecht, ist Autosuggestion. Wozu also das Gespräch? Es ist nur verschenkte Zeit.

Distanz

Ich atme dich. Bist weit weg. Dir geht es gut. Meine Angst wird ganz klein neben dir. Ich liebe dich.

Fastnacht

Inzwischen ist es zwei Jahre her, dass ich so viel Angst um Tim hatte, dass ich Claudia wegen Stalking anzeigen wollte. Inzwischen ist viel passiert. Einiges wie in Trance. Es war ein Riesenfilz. Manchmal spüre ich diese Nähe von Wildfremdem heute noch, bei Umfragen: Ich frage WoIstIhrLieblingsortInDresden? und schon sprudeln aus der Anonymität heraus erstaunlich viele Daten. Irgendwann ist es wahrscheinlich wie in der Stuttgarter Stadtbahn: Da geht eine Welle durch den Wagen, sobald einer tiefer atmet. Aber vielleicht ist das ja normal.

Seele

Ich seh dich vor mir, will dich berühren, deine Schläfen, die Locken, den Nacken, dir nah sein. Du fehlst mir mehr als alles andere. Ich verliere mich in dir. Alles zieht mich zu dir hin. Du bist alles, was mir fehlt. Ich liebe dich, liebe dich wie einen Traum. Einen Traum, der mich überall hin begleitet. Du bist in mir, in allem, was ich tu. Alles, was ich will, bist du. Ich liebe dich. Ich sehne mich nach dir. Ich will dich berühren, will deine Stimme hören, will dich in mir spüren. Du bist alles, was ich will. Jeder Gedanke bist du. Alles was ich will, bist du. Du fehlst mir so. Ich bin zerrissen neben dir. Ich seh dich in allem. Jedes Lachen, jedes liebe Wort erinnert mich an dich. Ich will bei dir sein. Eins mit dir. Für eine Ewigkeit. Du füllst mich ganz aus. Jedes deiner Worte klingt in mir nach. Ich will dich berührn, deine Lippen auf mir spürn. Ich bin von dir besessen und ich kann dich nicht vergessen. Alles rückt weit weg, sobald ich an dich denke. Ich habe heute nichts versäumt, denn ich hab nur von dir geträumt. Schlimm war, als ich dachte, du verwechselst dich mit Franz. Fremd und nah. Ich liebe dich und fühle mich weniger einsam, sobald ich an dich denke. Dann spüre ich diese beißende Nähe des großen Unsichtbaren weniger, der jeden meiner Schritte zu kommentieren scheint.

Dienstag, Februar 13, 2007

Bin heute als Letzte gekommen und als Erste gegangen

Bin immer noch wie benommen. Der Tag verging rasend schnell. Zwischendurch die obligatorische kalte Dusche von Petra Buhl nach der Umfrage. Wieder ihr Standardkommentar EsIstWirr. Und das, nur weil ich mich auf ihre Seite verirrt hatte, unfreiwillig. Kurz nach dem fast überschwenglichen GehtSchon von Thilo Alexe hatte es mich schon verblüfft. Grad als ob die Beiden miteinander im Clinch liegen. Aber ich muss nicht alles verstehen. Immerhin hatte Petra den Text gelesen. Thilo hat wahrscheinlich nur die Fotos gesehen. WasBedeutetFürSieDer13.Februar? hatte ich zu fragen. Petras Deutung WohinSindSieUnterwegs? Ich hätte nicht gedacht, wie viel Spannung eine Frage erzeugen kann. Die Mittsechziger drehten sich auf dem Absatz um und ließen mich stehen wie eine schlimme Kindheitserinnerung. DazuSageIchNichts, die einzige Antwort. Dann ein heilpädagogischer Jungdynamiker, der die Tiefflieger zwischen Altmarkt und Blauem Wunder vor 62 Jahren anzweifelte. Bin Achterbahn gefahren bei den Antworten. Zwischendurch zwecks Erholung die Frage WasHaltenSieDavon,DassDieFußballspieleWegenDerGewaltAmLetztenWochenendeAbgesagtWerdenSollen. Kurz durchatmen und dann weiterbohren. Ich seh aus, als ob ich Urlaub brauche. Und ich brauche Urlaub. Viel Licht und ein bißchen Liebe wär nett. Also ein bißchen Selbstbeweihräucherung. Ich liebe mich. Immerhin brauchte ich dem Amerikaner nicht hinterherzurennen, der bei der Frage SindSieDresdner weglief. An manchen Tagen will mann eben kein Amerikaner sein. Wo beginnt Bühnenerleben? Bei Zettel und Stift oder erst bei durchgefrorenen Füßen? Bin heute als Erste gegangen. Die Nase läuft.

Alvar

Ins Blasterforum hatte sich ein Amokläufer verirrt. Bin froh, dass Alvar so schnell reagiert hat. Hab den Text wieder gelöscht. Der führt nicht weiter und verunsichert nur.

Sonntag, Februar 11, 2007

Was macht einen Menschen l(i)ebenswert?

Gelesen bei Siegfried Zingel

Liebenswert wird ein Mensch, wenn er erkennt, dass er in der Unendlichkeit des Lebens eingebunden und geborgen ist und von diesem Lebensprinzip erhalten wird. Und aus dieserErkenntnis kann er ein lebenswertes Leben in Freude leben und mit Würde sterben, wie bescheiden seine Rolle in dieser Welt auch sein mag.

Fragen

Fühlt man sich mit Migräne leichter? Lässt die Eigenschwere da nach? Wo entsteht das Schweregefühl? Im Nacken? In der Nasenwurzel? Beim Ausatmen? Beim Knie-Anziehen? Beim Jochbein-auf-der-Faust-Abstützen? In den Fingerspitzen? Oder zwischen den Beinen?

Schnee

Ich sehe ihn und friere, so warm es ist. Hab ihn gar nicht fallen sehen, nichts gehört diese Nacht. Das Radio lief. Bin wie gerädert. Jetzt müssten Nina und Tim die ersten Minuten auf der Piste sein. Morgen um die Zeit sitze ich im Zug nach München. Der Migräne-Text ist noch nicht fertig. Ich hab Lust zu schlafen, Ewigkeiten zu schlafen. Weit weg zu sein, bloß nicht in diesem Migräne-Text, bei dem sofort Schmerzen einsetzen, sobald ich schreibe. Hab das Fliegenband fortgetan. Es war ein Riesenfriedhof geworden. Jetzt ist niemand mehr da, der mir über die Hände wandert und nervt. Ich bin müde.

Samstag, Februar 10, 2007

Ein ruhiger Tag

Von München fährt kurz vor Sechs der letzte brauchbare Zug. Am Dienstag ist Großkampftag, Immobilienhaie löchern. Ich seh jetzt schon den Aufmacher für Donnerstag: "Sie hatte keine Idee, der Grundtext blieb lasch". Wie bringe ich Bewegung in einen Artikel über Winterstarre? Durch Kontreres? Nebenan rollt der werweisswas-Chat ab. Die Dachwohnung in dem Stadtpalais ist schön. Fast wie ein Penthouse. Der Grundriss ist schön. 170 Quadratmeter.

War da noch was?

Vielleicht ist ja schon alles gesagt. Vielleicht ist das ja auch nur Sehnsucht nach Nähe. Nach der Nähe, die dieses Klappern der Tastatur suggeriert. Was verdammt haben diese Tasten, was das gesprochene Wort nicht hat? Den verlinkten Zeitschalter? Diese Gewissheit, Gleichzeitiges leichter zuordnen zu können? Es ist berauschend. Es klappert, und ich fühle mich geborgen. Irrational geborgen im Moment. In dem Moment, in dem ich schreibe. Als ob alles machbar wäre durch das Klappern der Tasten.

Es klingt nach Frühling

Die schlimmste Art jemanden zu vermissen ist die, an seiner Seite zu sitzen und zu wissen, dass er nie zu einem gehören wird, schreibt Moli. Hab sie vorhin das erste Mal im SWR3-Chat gelesen. Im SWR3-Moderationsplan steht, dass Uwe Groke am Sonntag nicht sendet. Ich hatte mich die ganze Woche auf ihn gefreut. Ich habe auf Arbeit keine Soundkarte. Stattdessen übernachtet Kai Karsten am Mikro. Ich begreife nicht, wie Kai Karsten das durchhält. Ob der einen Kredit aufgenommen hat? Oder ob ihm die Arbeit so viel Spaß macht, dass er alles dafür tut? Der hat fast täglich Sendungen. Wie Stefan Raab. Vielleicht nimmt er den Job genauso gelassen und erlebt ihn nicht als Stress.

Und immer wieder diese Verzweiflung

Ob Angst ein Grund ist aufzustehen? Oder liegenzubleiben? Wenn ich einen Vertrag mit Sylvia Schmidt hätte, bräuchte ich nicht nach München zu fahren. Aber was sollte in dem Vertrag stehen? "Ich brauche dich"? Ein bißchen wenig wäre das. Brauche ich Franz? Wenn ich Sylvia Schmidt und Franz Josef Will überlappe, bleibt: Die Rente ist zu knapp.
Weiberfasching ist am schmutzigen Donnerstag, sagt Jochen Graf. Schmutzig stünde für schmalzig.
"Das Leben hält nichts mehr für mich bereit", hatte Thomas vor Jahren geschrieben. Damals war er noch keine 40. Wenn ich nach ihm suche, suche ich nach Klett WBS. Aber die Struktur von damals gibt es schon lange nicht mehr. http://www.kunstindresden.de/deutsch/vergangenes/visser.html fiel mir bei der Suche auf. Bei einem anderen Thomas http://www.tk-studio.de/tk-studio/impressum.html.

Peter Grimes

Puh, schrecklich. Opern-Premiere. Wegen der hätte ich das Vorstellungsgespräch nicht verschieben brauchen. So viel breitgelatschtes Elend kann ich auch draußen sehen. Dazu brauche ich nicht in die Oper. Petra war mit Franz im Chat, als Franz sich in die Luft sprengen wollte, sagt André. "Bäng, bäng", singt grad jemand auf SWR3. Oper. Bedrückend ausweglos erlebt André grad alles. Scheinbar. Blöde Dunkelheit überall. Dazu die abgeschaltete Heizung. Wieso ist die heute aus? Ist die immer um die Zeit aus, und ich merk das nur, weil ich so spät heim gekommen bin? Und das wegen Peter Grimes, jaul. Eine schreckliche Oper. Hab fast die ganze Zeit damit zugebracht, das Libretto zu lesen. Aber die Oper blieb trostlos. Ich dachte, es ist so eine Art Musical. Aber das war ja nicht Goerge Gershwin sondern Benjamin Britten. Pech. Das Stück zu sehen, war ein hartes Stück Arbeit. Da hätte ich genausogut den sächsischen Faschingskalender schreiben können. Das war genauso trostlos. Immer wieder die gleichen Zahlen, die gleichen Worte und dazu Eintrittspreise und Webadressen. Ich hätte nicht gedacht, dass in Sachsen so viel Fasching gefeiert wird. Vielleicht hätte ich mich doch auf Dresden beschränken sollen. Bei Peter Grimes war einer der Sänger so dick, dass ich gestaunt hatte, dass er trotzdem singen konnte. Der ist auch in Rheingold so dick http://www.omm.de/veranstaltungen/musiktheater20022003/bilder/DOkh-das-rheingold1.jpg Der Bauch scheint also echt zu sein.

Freitag, Februar 09, 2007

Flokati-Hängematte

Es gibt kaum ein Material, das mich so fasziniert wie Sisal. Aufgefaserter Kokos vielleicht. Eigentlich wollte ich Sisal im Flur. Aber vor der Wende gab es nur Filz oder Kokosläufer. Seitdem träume ich von Materialkombinationen. Von Materialien, die extrem weich sind und durch ihre Verarbeitung einen Massageeffekt bekommen und robusteren Materialien, die in Spuren streichelweich werden. Samtnoppen und -cord zu Bouretteseiden-Strukturen oder mehrfach gekämmter Baumwolle.

Donnerstag, Februar 08, 2007

Jogurth und Plüsch

Ich hatte Hunger, und mir war kalt. Aber müde bin ich immer noch. Die Haare wasche ich jetzt noch nicht. Damit warte ich noch eine Stunde. Morgen ist die Opern-Premiere. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir Groke her wünschen. Nur für ein paar Minuten. So, dass ich ihn sehen kann. Vielleicht sogar so, dass er merkt, dass er an einem anderen Ort ist. Das Blaue Licht. Das Neonlicht ist schon komisch. Aber der Jogurth tat gut. Ich staune, dass Tim das rote Sofa so mag. Wenn ich mit ihm telefoniere, während er auf dem roten Sofa liegt, ist er so nah. Gestern hat Andreas wieder mal gesimst. Er wollte grad einen Kaffee trinken. Was ist schlimmer, einer, der trinkt, einer, der sein Kind nicht mehr sehen will, oder einer, der sich grad noch in die Luft sprengen wollte? Warum gibt es nirgendwo diese Insel mit Palmen für mich? Vielleicht auf den Malediven? Heute früh setzte sich einer mit Zeitung neben mich, knüllte das Papier zusammen, schaute sehnsüchtig zu einem Mädchen rüber, faltete das Papier wieder auseinander, schien zu lesen, stand auf und ging. Alles mit so viel Nachdruck, als ob er grad in Gedanken war. Hab ihm nur aus den Augenwinkeln zugeschaut und dabei einem alten Mann mir gegenüber zwischen die Beine gestiert. Bevor ich das gemerkt hatte, wand sich der alte Mann. Peinlich. Naja. Ich war in Gedanken und hab nur den Breitcord gesehen. Der legte sich in weiten Falten. Daneben raschelte das Zeitungspapier durch den Walkman hindurch. Die Sonne schien. Straßenbahn. Wenn ich könnte, wie ich wollte, wär Groke jetzt hier. Würde irgendwelchen Schnulli erzählen und sich dabei im Nacken kratzen. Aber erzählen würde er ununterbrochen. Das ist wichtig. Es müsste ständig blubbern.

Fasching

Es war so unwirklich, wie Fasching nur sein kann. Stundenlang suche ich sachsenweit Karnevalsvereine heraus, stoße schließlich auf einen Karnevals-Dachverband und maile Franzens Anwalt den Versuch einer Antwort. Er will mit mir leben, schreibt er, und ein Kind. Und er hofft auf Spendenmittel von werweisswas. Franz, der Terrorist. Ich habe das Gefühl zusammenzubrechen, sobald ich an Franz denke. Es ist, als ob er alle Kraft aus mir heraus saugt. Die Kraft, die ich gern für Nina und Tim hätte. Die Kraft, die ich auftanke, sobald ich an Groke denke. Ich fühle mich wie ein Schlauch. Leer oder zugedröhnt von Fremdem. Da ist nichts, was bleibt. Alles rast. Ich will schlafen. Lichtdurchflutet schlafen. Irgendwo am Meer im Sand. Vielleicht in Vietnam. Da soll das Licht besonders gut tun, sagt Groke. Ich liebe ihn, glaube ich. Vielleicht ist es das. Jemanden, der weit genug weg ist und sein Leben scheinbar im Griff hat, zu lieben, Franz als Hologramm drüberzulegen und an meine Kinder zu denken. Channeln nennt Kerstin Klesse das, glaube ich. Kanalisieren von Energien. Ich bin schon fast in Vietnam. Zwei Atemzüge lang. Das Neonlicht tut gut. Es ist fast blau. Nichts, was zu Nähe und Herzlichkeit zwingt. Es ist einfach nur hell. Und der Migräne-Artikel braucht noch Zeit. Da ist nichts mehr, das mich meint. Es fließt an mir vorbei. Big Hug heißt große Umarmung, hab ich gelesen. Der ist wirklich angekommen. Auf Arbeit zu Hause. Verdammt, warum feiern alle an den selben Tagen den selben Fasching? Ich werde die Webseiten einfügen und Karnevalsvereine auswählen. 1985 hab ich im Studentenclub Fasching "organisiert". Einmal und nie wieder, hab ich mir damals geschworen. Alle feierten, waren angetütert und ich stand an der Garderobe. Hab danach nur noch Plakate geschrieben. Tresen war sowieso nie meins. Jemandem beim Besoffenwerden zuzuschauen, ist die Hölle. Und das Tag für Tag. Dann den wachsenden Weltschmerz mitkonsumieren zu dürfen... Nein, danke. Dann lieber Bands einladen und rumtelefonieren. Eigentlich müsste ich glücklich sein: Ich sitze am PC und schreibe. Alles, was mir durch den Kopf geht. Ich bin gespannt, was Nina erzählt, wenn sie bei dem Franzosen kellnert. Allmählich lassen die Nackenschmerzen nach. Vielleicht war das nur forciertes Mitleid. Nackenschmerzen aus Mitleid. Mitleid mit mir selbst.

Mittwoch, Februar 07, 2007

Die üblichen Verdächtigen

Meist hat alles eine ganz einfache Ursache: Ich bin draußen, EINE Information fehlt mir, DIE Information, die alles formiert. Bleibt nur diese unheimliche Gleichzeitigkeit, die mich Verschwörung wittern lässt. Bis ich dann den Trigger gefunden hab, vergehen Lichtjahre voller Anspannung, in denen alles mich meint.

Winterfliege

Eine neben der anderen klebt auf dem Leimband. Inzwischen sind sie kaum noch zu zählen. Eine einzige wagt sich noch auf meine Hand. Mein Nacken glüht.

Liebling Dresden

Hab Peter Ufer angesprochen, ob Ivette Wagner die Nachfolgeartikel machen kann. Ähnlich wie ihre Reihe "Frühstück mit...", mein Praktikum endet ja am 28. Februar. Ivette selbst will ich morgen fragen. 25 Datensätze sind das inzwischen.

Sabine

Sie kommentiert meinen Blog nicht mehr, schreibt sie. Sie will mir nicht weh tun, schreibt sie, und will kein Eindringling sein. Sie vermutet, dass ich gar keine Kommentare will. Wahrscheinlich werde ich die Kommentarfunktion auf anonyme Kommentare erweitern, um mir zu beweisen, dass es mir nichts ausmacht, dass Google mittlerweile auch unter Michael Spleth und unter Robby Gierer Internet-Einträge von mir listet. Der Worst Case ist ja schon eingetreten: Sabine ordnet das, was ich schreibe, als schizophren ein. Ausgerechnet die Frau, der ich in den letzten Jahren die meisten Emails geschrieben hatte. In der Zeit hätte ich lieber blasten oder bloggen sollen. Es hat sich nicht gelohnt. Zu spät, es ist vorbei. Die Mails sind geschrieben, die Zeit ist vorbei. Warum verdammt hab ich mich so auf Sabine konzentriert? Was habe ich in den Mails an sie gesucht, was ich nicht autokonfrontativ finden konnte? Warum habe ich mich so eingeengt? Oder war das schon Rückzug, mich auf sie zu konzentrieren? Genauso, wie es Rückzug war, nur einen einzigen Sender stundenlang zu hören? Ist Sehnsucht nach Kontinuität an sich schon Rückzug? Heute rief Thomas Kreh wieder an. Er will einen Stadtführer für arbeitslose Männer über 50 in Dresden machen. Ich hab sofort an André gedacht, als ich ihn hörte. Er ist Elektriker, war auf Montage und hat als Hausmeister gearbeitet. Er hat einen Kollegen bei einem Starkstromunfall verloren und will nicht mehr als Elektriker arbeiten. Vielleicht passen er und André zusammen. Die Stimme klang am Telefon angenehm. Am Montag ist mein Vorstellungsgespräch. Ich habe Existenzangst. Die Kontoauszüge sind schlimm.

Monks

Harald Rösch hat angerufen. Montag ist Vorstellungsgespräch. Peter Ufer wünscht mir Glück. Die Kontoauszüge sind schlimm. Am Freitag gehe ich in die Oper. Die Eltern haben mir die Karte geschenkt. Es ist eine Premiere, "Peter Grimes" von Benjamin Britten.

Gefasel

Wo beginnt Struktur? Verdammt, hat ein Fragebogen mehr Struktur als Brainstorm?

Petra Buhl

Ein ganzer Film lief bei mir ab, als ich den Namen das erste Mal las. Meine Vermieterin in München hieß Buhl. Petras kannte ich viele. Jede einzelne tauchte sofort auf, als ich den Namen las. Inzwischen kann ich mich leichter zurücklehnen, ohne sie zu verwechseln. "Sie hält alles auf, aber nichts kommt raus", hat sie die Arbeit von jemandem in eine Kurzform gebracht, schaute zu mir rüber, und im nächsten Moment war meine Umfrage gekickt. Drei Stunden Frösteln auf der Kreisstraße und ein Schnupfen waren mit einem Grinsen beiseite geschoben. Inzwischen freue ich mich auf das Ende des Praktikums.

Stefan

Er hatte Dagmar aufgenommen. Sie war obdachlos. Plötzlich veränderte sich vieles in seiner Wohnung, von der Reißzwecke im Aquarienzeitschalter bis zum verschwundenen Wohnungsschlüssel. Und bei jedem Aufstöhnen nur das Feedback DuBistSchizophren. Er war wehrlos. Jeder konnte mit ihm scheinbar alles machen, auch Dagmar. Ich hab mir seine Geschichte angehört, ohne etwas zu sagen. So viel Zuspruch war er nicht gewohnt. Das Schweigen tat ihm gut.

Vielleicht lösche ich wieder die Kommentarfunktion. Die Bemerkungen von sv tun mir bloß weh. Ich hab keine Lust mehr, sie zu lesen. Ich erlebe sie nur noch als Eindringling. In ihrem Blog hatte ich nur einmal geschrieben.

Trojaner oder Schizophrenie?

Du sitzt an deinem PC und wunderst dich über Gleichzeitigkeiten, notierst, vergleichst und notierst. Irgendwann fragst du dich: Warum ausgerechnet dein PC? Natürlich willst du nicht schizophren sein. Also notierst du weiter. Irgendwann muss sich das Verwirrspiel schließlich auflösen. Insgeheim beliest du dich über Besonderheiten bei Schizophrenie, schaust aus dem Fenster und bist sofort nah am Wetter. Du fühlst dich angreifbar durch jede Veränderung. Und jeder kann dich mit DuBistSchizophren verunsichern. Klar, dass du dich zurückziehst, von jedem potentiellen Angreifer. Und wenn es tatsächlich ein Trojaner ist, was dann? Bist du dann ansteckend? Was bedeutet das für deinen Blog? Letztendlich wirst du damit leben müssen, dass du notieren kannst, so viel du willst, der Moment wird sich dir nie vollständig erschließen. Das einzige, was bleibt, ist die zeitliche Zuordnung. Es ist dein Leben. Und du lebst es genau so, wie du willst: Du notierst.

Dienstag, Februar 06, 2007

Niels-Christian Fritsche

Mein neuester Liebling. Klemperer mag er und Semper.

Praktikum

Gestern hatte ich eine Umfrage in einem Wohngebiet. Nur wenige öffneten die Tür, als ich klingelte. Es ging um Gebühren zum Straßenbau. Eine Kreisstraße quer durch ein Wohngebiet soll zum Autobahnzubringer aufgerüstet werden, dazu soll der Fußweg verbreitert werden, das sollen die Anwohner mitfinanzieren. Zwei waren bereit, dazu Rede und Antwort zu stehen.

Es ist alles weit weg.

Hab gestern wieder dieses schizoide ErSiehtMich erlebt. Diesmal bei Robby Gierer. Sogar bei Robby Gierer. Dieses schießschartenmäßige Miteinander, das mich früher so leicht aus der Bahn geworfen hat. Los ging es 22 Uhr mit einem Hingucker auf der SWR3-Startseite: "SWR3 Intensiv (22 - 24) mit Robby Gierer. Themen: Uwe Groke bringt euch Neues von Gwen Stefani, Client, Keith Urban, Damien Rice, Akon & Snoop Dogg, Zweitfrau und Jan Delay." Ein Online-Redakteur hatte offensichtlich Gierer und Groke verwechselt. Kurz drauf dann die Verkehrsmeldungen: 22:22 Fußgänger auf der A6, 22:38 Fußgänger auf der A3, 22:42 Falschfahrer auf der A81 und dazwischen keine einzige Meldung zur halben Stunde. Hab mich beobachtet gefühlt wie lange nicht mehr. Schizoid war das.

Montag, Februar 05, 2007

Oktober 2004

Als ich zu Frank Elstner in den www.assoziations-blaster.de eintragen wollte "Ich wünsche ihm die Mordkommission auf den Hals", ging mein Notebook kaputt. Nichts ging mehr, nicht mal eine einsame Diode. Die Revision ergab einen Haarriss in der Hauptplatine. Meine Versicherung vergütete den Schaden als Überspannung. Den Elektrosmogdetektor hatte ich in dem Moment leider nicht eingeschaltet, so dass ich nicht sehen konnte, ob das Gerät auch nach außen veränderte Felder abstrahlte. Ich hatte an Stalking per Trojaner gedacht, den Virus allerdings nicht nachweisen können, denn das Notebook war inzwischen Schrott. Immerhin hatte es nicht geraucht, sondern ist still verschieden.

Lagerfeuerromantik

Das ist schon wieder fünf Jahre her, dass ich mich bei Ärzte ohne Grenzen für Afghanistan beworben hab. Ich wollte endlich wieder arbeiten. Es hat nicht geklappt. 600 Euro im Monat wären das gewesen. 1400 Euro Berufsunfähigkeitsrente bekomme ich jetzt, mehr als das Doppelte. Allerdings waren Kost und Logie in Afghanistan umsonst. Irgendjemand wusste damals, dass die Tulpen von dort kommen. http://www.mazar-i-sharif.de/Blumen.htm Bis dahin hab ich immer die "Frau in den Dünen" Tulpen suchen sehen. http://de.wikipedia.org/wiki/Die_Frau_in_den_D%C3%BCnen Heute kopiere ich Artikel für die Monks. Seiten für Ärzte im Netz sind das. Die suchen einen Online-Redakteur. Außerdem schreibe ich über einen Kinderanwalt und schnuppere O-Ton beim Seniorensport.

Chatten

Deutschland ist Handballweltmeister geworden, hab es im Fitnessstudio gesehen, nrj gehört und Handball gesehen. Christoph stellt immer Radio und Fernsehen gleichzeitig an. Abends im Chat kam André, sein Tag war schlimm, in seinem Blog hat er beschrieben, was war.Ich hab im Traum alles vermengt und bin wie gerädert aufgewacht. Zum Schluss hab ich nur noch überlegt, ob ich aufstehe und die Haare wasche oder ob ich weiterschlafe. Die Haare sind inzwischen fast trocken, nur die Strähnen sehen blutiger aus als sonst.

Sonntag, Februar 04, 2007

Nur mal eben kurz

Da ist er, der Gallensteinträger von morgen. Es gibt nichts Bequemeres als ein Tragetuch. Jedenfalls für den Moment. Dass dabei jedes Gespräch versandet, bevor es begonnen hat, da du ja jede Regung sofort spürst, ist mir erst Jahre später klar geworden, als ich eine zwei Monate alte Emanze mit ihrer Mutter streiten sah. Das hab ich verpasst. Stattdessen hat er Gallensteine.

Hologramme

Hab mehrere Seiten auf, die überlappen, denke an mehrere Menschen gleichzeitig, die verschmelzen. Zu blasten und gleichzeitig zu hören, ist extrem intensiv. Inventur kann nicht gründlicher sein. Terrestrisch zu hören und dazu zu blasten, ist instruktiver als jede Autokonfrontation mit Word pur, obwohl der Word-Cursor auch dominant werden kann.

Schnucki

Evi Seibert hat den gleichen Spitznamen wie Nachbars Sohn. 50 ist der jetzt. Ich höre grad das erste Mal bewußt Jan Seidel. Er ist Nachrichtensprecher auf SWR3. Sein Foto war mir auf http://www.swr3.de/info/crew/index.php?name=jan.seidel aufgefallen. Tat gut, die Stimme zu hören. Das Gesicht kann ich mir trotzdem noch nicht beim Sprechen vorstellen. Ich möchte auch so entspannt sprechen können. Hm, das ist eine Stimme zum neidisch werden. Aber vielleicht ist das auch nur die Vita. Der raucht, schreibt er. Puh. Ob Peter Ufer raucht? Egal. Ich muss nicht alles kapieren. Sie funktionieren nicht mehr, grübel. Dass mir der Satz so lange durch den Kopf spukt, staun. Ich überlappe immer öfter Albrecht und Ufer, statt Ufer und Groke, bin selber schuld, dass es mir mies geht.

Sie funktionieren nicht mehr

So zwischendurch dieser Spruch war schon verblüffend, genauso verblüffend wie das IchBinNichtAllein,IchHabeSabineUndChristine auf dem WDR. Hab mir nicht gemerkt, wie der Film hieß. Tim scheint noch zu schlafen. Bin gespannt, ob wir uns heute sehen. Hab gestern mit B. gesprochen. Wenn der Kontakt zum Kind durch Streit versandet, bahnt er den Umgang. Mit dreizehn musste er ins Heim, weil er seine Adoptiveltern verloren hat. Inzwischen verstehe ich ihn besser. 62 ist er jetzt. Er hat mir viel von sich erzählt und war dann selbst darüber erschrocken. Es war fast wie früher, ein Hauch Weißkittelzone. Über Franz weiß ich so gut wie gar nichts. Abends rief Stefan an, hab nur zugehört, das genügte ihm. Mehr wäre wahrscheinlich auch zu viel gewesen. Schon das Zuhören war invasiv. Dagmar heißt seine unglückliche Liebe.

Samstag, Februar 03, 2007

Sonntag

Hab mich gerade bei Monks beworben. Nur Arbeitsproben fehlen noch. Die machen Internet-Auftritte für medizinische Berufsorganisationen. In München haben die ihren Sitz.

Gelassenheit, Harmonie und das Zulassen von Chaos

Gestern habe ich das erste Mal den vollständigen Liebling-Text dem Interviewpartner zum Gegenlesen und zur Textarbeit zugemailt und gestaunt, mit wie viel Hingabe er in dem Text gestrichen hat, um SEINEN Text daraus entstehen zu lassen. Um jedes Satzzeichen hat er gefeilscht. Es tat gut, ihn so zu erleben. Kurz drauf hat Vera in meinem Text rumgestrichen, für Ironie ist kein Platz in der Zeitung, darauf Stefan. Dabei hatte Christian Ziehnert eine ganze Weile überlegt, bevor er gesagt hatte, dass sein Lieblingsort in Dresden das Bett ist. Mein Lieblingsort ist das eigentlich auch, grad an so nasskalten Tagen. Auf der Südhöhe wohnt er mit Blick auf das Erzgebirge. Ich war mit ihm genau dort, wo die meisten ihren Lieblingsort angegeben hatten: im Quartier um die Frauenkirche. Neben ihm stand ein Polizist, der auf jede Frag bereitwillig antwortete, bis ich ihn nach seinem Namen fragte. Er wollte nicht genannt werden. Ein Foto von sich wollte er schon gar nicht in der Zeitung. Er hätte schlechte Erfahrungen gemacht, als er mal zu einer kostenlosen Heißluftballonfahrt mit Kollegen hingefahren ist. "Erster vor Ort ist die Polizei", sei die Bildunterschrift gewesen. Eigentlich ist "Liebling Dresden" ein Kurz-Interview.

Finanzielle Unsicherheit

Die zehrt. Grad wenn ich Anna Ullrich und Franz Josef Will erlebe. Alles scheint so ausweglos zu sein. Wer kann sich in so einer Zeit noch Freundschaft oder Solidarität leisten? Panik spüre ich immer öfter.

Pressesprecher

Die Uniklinik hat einen Pressesprecher. Ohne ihn scheint kein Arzt ein Interview geben zu dürfen. Gleichzeitig wählt er sogar die Redakteure aus, mit denen dieser Arzt das Interview machen darf. Das erinnert mich an das Miteinander von Sächsischer Zeitung und Rathaus. Konkret bedeutet das, dass ich Sabatowski nicht interviewen darf, weil er, der Pressesprecher Bedenken gegen meine Person hat, die er nicht in Worte zu fassen bereit ist. Ich bin wütend auf ihn. Immer noch. Der Artikel sollte den anderen stützen. Jetzt habe ich "nur" noch den zur Selbsthilfegruppe. Ich werde Sylvia Schmidt anrufen müssen, um die Inhalte abzustimmen.

Freitag, Februar 02, 2007

Dieser unterbelichtete Hinterzimmertyp!

So blond wie der ist, so blöd ist er. Ich hasse ihn. Grad hatte ich den Interviewpartner, schon drängt dieser Mister Wichtig sich dazwischen. Was haben die davon, den einzuengen. Die. Ich seh schon x Leute um den herum. Sämtliche Zwangseinweiser des Hauses. Das sind die Gleichen, die ihre eigene Frau in die Dementen-WG abschieben würden. Ohne Telefon und Bus. Mir ist so bitter. Bin nur noch gegen und kaum noch für. Bei jedem, den ich sehe, wittere ich gleich einen Dementen-Einweiser oder Migräne-Wegspritzer. Revenstorf hat noch mal gemailt, obwohl er um zwölf los musste. Entsprechend ist die Mail. Ich liebe ihn für diese Mails. Mit jedem einzelnen Rechtschreibfehler. Besser geht nicht. Mehr Nähe geht nicht. Mir wird schon wieder ganz kuschlig. Huchja. Dieser unterbelichtete Hinterzimmertyp von Ostermeyer, der. Ich bin jetzt noch verdutzt, dass ich mit dem jemals zusammenarbeiten wollte. Vielleicht hat er ja jetzt gelberes Licht. Irgendwann rechnet vielleicht mal einer nach, was es für die Uniklinik bedeutet, wenn ihr Pressesprecher weitab vom Schuss in einem Hinterzimmer haust. Unterm Strich ist das verdammt teuer. Labert wie ein Bundestagsabgeordneter und kriecht auf dem Zahnfleisch.

Huch

Hab in der Schmerzambulanz angerufen. Bin gespannt, ob Sabatowski reagiert. Albrecht ist krank, sagt Frau Wunderlich. Albrecht soll aber entscheiden, ob Sabatowski das Interview geben darf. Russisch ist das.

Tragik

Drei Fliegen sind mir auf den Leim gegangen. Inzwischen genieße ich ihren Tod. Die besetzen jetzt sogar meine Zahnbürste, alles was nur ein bißchen feucht ist und aromatisch duftet. Vielleicht sollte ich lieber Ajona nehmen. Dentagard ist im Moment wahrscheinlich nicht das Richtige.

Brett

"Das Blut fließt vom Kopf in die Hände, die Hände werden warm. Wie bei einem fließenden Bach, bei dem die Schleusen geöffnet werden... Der Kopf wird durch einen blauen Lichthelm abgekühlt und geschützt", so Revenstorf vorhin am Telefon zur Suggestion bei Migräne. Nach Sex im Stehen hab ich ihn nicht gefragt. Ob orgastische Manschetten anders ausfallen, wenn die Betroffene die Geschichte von jemandem visualisiert, der eine dicke Mauer um sich baut, so dass er nicht mehr mit Migräne reagieren muss? Ich wechsle von sie auf er. Verwirrt? Und ausatmen.

Donnerstag, Februar 01, 2007

müde

bleiern schwer
entspannt und warm
ohne eile

alles hat zeit

Webcam

Manchmal wünsche ich mir die. Michael Reufsteck hat heute vormittag ein paar Fotos zugelassen. Fotos, auf denen sein Gesichtsfeld ein bißchen zu ahnen ist. Diverse Monitore, Regler und viel Fläche, dazwischen ein Mikro in Kinnhöhe. Ich hab gestaunt, dass das im Raum fixiert ist. Ich dachte, die haben ein Headset. Aber vielleicht genügt ja ein Aufnahmekopf für den ganzen Raum.
Mein Artikel gestern war grottenschlecht. Hab es erst heute gesehen. Peinlich. Mit x Fehlern. Ich hatte nicht geahnt, dass ich so unkonzentriert war. Verdammter Zeitdruck. Ich komme nach Hause, fühle mich ausgepowert und über Radio dröhnt Siegerstimmung. Ein Reise nach Kanada ist zu gewinnen. Muss jedes Mal sofort an Franz denken, wenn ich von der Reise höre, und an Anna Ullrich. Peter Ufer hat heute gemeint, dass ich nicht mehr funktioniere. Dass ich gestern mies drauf war, hab ich selbst gemerkt. Die Anna-Ullrich-Anrufe hatten mich geschlaucht.
Heute war der Weißig-Artikel in der Zeitung. Gestern kam ich erst um fünf in die Redaktion. Früh das Interview, nachmittags die Dementen-WG. Ich wusste nicht, dass der Artikel zu der WG gleich raus sollte, sonst wäre ich länger beim Festakt geblieben, Vera ist komisch. Ich verstehe nicht, wie die plant. Hat mich gleichzeitig für einen Außentermin und für die Redaktion eingeplant. Ich komme nicht an sie ran. Sie schaut mich nicht mal an beim Reden. Meine eigene Rubrik läuft halbwegs. Mich gruselt vor dem Praktikumsende. Das Abtrainieren wird schlimm. Mal sehen, wie die Arbeit im Magazin-Verlag anläuft.

Anna

Heute darf ich wieder für sie telefonieren. Hab Lust, den Artikel bald abzuschließen, schon um sie seltener zu hören. Aber das wird wahrscheinlich eher eine Reality-Soap mit unendlich vielen Fortsetzungen. "Anna bettelt sich durch Dresden", wär doch ein toller Arbeitstitel. Hab ihr von dem GenerationenCafe erzählt und ihr die Telefonnummer von Andreas Hempel gegeben. Bin gespannt, was sich ergibt. Das heißt, ehrlichgesagt bin ich nicht gespannt. Es wird sich wahrscheinlich nichts ergeben. "Die wollen doch nur Geld", behauptet sie.