Hab vorhin mit der Ärzteversorgung telefoniert. Ich will arbeiten, leben und arbeiten. Am liebsten schreiben und vom Schreiben leben. Auch wenn meine Sprache schlichter ist als die anderer. Das kann ein Vorteil sein, meint Apelt. Apelt arbeitet bei der Ärzteversorgung. Ich hab ihn noch nirgendwo im Internet gefunden, ihn nur gelesen und am Telefon gesprochen. Die Stimme klingt angenehm. Menschlich. Er scheint mir zuzutrauen, dass ich wieder arbeite. Das liebe ich an ihm. Wahrscheinlich würde ich jeden vergöttern, der mir auch nur andeutungsweise zutraut, dass ich wieder arbeite. Ich bewerbe mich für ein Praktikum beim Sächsischen Ärzteblatt, habe ich ihm gesagt. Das ist grenzwertig, darauf er. Kontakt zu suchen ist besser, als sich zu verkriechen, habe ich gekontert.
Wenn ich könnte, wie ich wollte, würde ich Groke anrufen, mitten am Tag, ihm Hallo sagen und ihm sagen, dass ich ihn mag, der drei-Millionen-Stimme. Jetzt ist gerade Michael Spleth auf Sendung. Das gab mal eine Zeit, da hab ich mich beim Zuhören beobachtet gefühlt. Hab mich dann freigeschrien, bis sogar Google listete, was ich dachte. Aber die Klappe zu halten, wenn ich mich beobachtet fühle, halte ich nicht aus. Das waren Kleinigkeiten, die dieses Gefühl, beobachtet zu werden, auslösten. Zum Beispiel das Aufschreien, wenn ich SWR3 über Satellit hörte und nicht ins Internet kam. Plötzlich schrie Spleth auf. Wer mich beobachtete, wusste ich nicht, auch nicht, was Spleth grad erlebte. Aber diese Gleichzeitigkeit irritierte mich so sehr, dass ich mich beobachtet fühlte. Beobachtet vom großen Unsichtbaren. Irgendwann habe ich dann so reagiert wie auf Arbeit: Ich hab Kontakt gesucht zu dem, bei dem mir Gleichzeitiges auffiel, also auch zu Spleth. Das ist ja nichts Ungewöhnliches, wenn einer von drei Millionen Hörern Kontakt sucht. Irgendwann dachte ich, dass Mailen wenig Sinn hat und dass Blasten oder Bloggen genügt, da ja sowieso keine oder kaum Antwort auf die Mails kam, bis Google listete, was ich schrieb, Sonnenkind in meinem Blog einen Eintrag zu Marcus Barsch kommentierte und Voyager im Blaster über das Telemediengesetz spekulierte. Tim ordnet Mails als Belästigung ein. Jedenfalls meine Mails an Groke. Mir hat Tim noch nie gemailt. Mails ordnet er wie gesagt als Belästigung ein. Bloggen und Blasten ist besser, auch wenn Groke mal einen Tag weniger lacht als andere. Aber deshalb aufzuhören, das zu schreiben, was ich denke, wäre idiotisch. So viel muss Internet können. Toschibar bezeichnet meinen Output als Spam. Aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Ich lese ihn auch kaum. Es ist Internet.
Freitag, Februar 23, 2007
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