Freitag, Februar 23, 2007
Prägung
In der Zeit, in der ich auf Stimmfärbungen geachtet hatte, hab ich dann am liebsten in gleichmäßigen Stimmen geankert. Groke hat so eine Stimme. Jan Garcia, wenn er aufgezeichnet abgespielt wird, auch. Und Norbert Diener oder Bernd Lechler. Hab mich dann geborgen gefühlt und gespürt, wie die Panik nachließ. Irgendwann hatte ich dann bewußt auf Moderationspläne geachtet, um diese Erholungszeiten mitzunehmen. Eine zeitlang schien Jan Garcia ständig auf Sendung zu sein. Bis ich dann im Oktober 2004 kein SWR3 mehr hören konnte. Plötzlich konnte ich nur noch terrestrisch Radio empfangen und hatte kein Notebook mehr. Hab dann begonnen, auf Papier Tagebuch zu führen, um trotz Umzug zuordnen zu können, was in meinem Kopf passierte. Bis der Tsunami kam. Mit dem Tsunami war alles für mich Fassbare überschritten. Plötzlich ähnelten sich Stimmen irrational. Ähnlichkeiten, die ich so noch nicht erlebt hatte, waren das. Ein Vorstandsmitglied von einem deutschen Reisebüro hatte plötzlich die vertraute Stimme eines ehemaligen Nachbarn. Als ich den Nachbarn anrief, um mit ihm über den Zufall zu lachen, wurde es noch verworrener. Irgendwann konnte ich es nicht mehr in Worte fassen und hatte nur noch versucht zu schlafen. Bis ich begriff, dass das, was da gerade am anderen Ende der Welt passierte, auf mich einprasseln wird, egal wie weit ich mich zurück zu ziehen versuche. Da war nirgendwo ein Platz zum Ankern geblieben, nur Bewegung. Joggen und das Ankern im Rhythmus. Zeit, Arbeit zu suchen, um aus dieser beklemmenden Enge auszubrechen, auf die Kinder zuzugehen, für sie da zu sein und mich als Mutter zu spüren. Ich begann, sämtliche Namen und Zeiten von dem, was ich wahrnahm, festzuhalten, um nicht durchzudrehen. Nach kurzer Zeit konnte ich auch bei terrestrischen Sendern Stimmen, Stimmfärbungen und Namen zuordnen. Aber die jahrelange Vertrautheit fehlte. Die Nachbarwohnungen waren still. Aber das irritierte mich nicht. Stille war ich gewohnt.
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1 Kommentar:
Christine, ich möchte dich in meine Arme nehmen, dich beschützen und dir zeigen wer ich wirklich bin. Vielleicht kapierst du es irgendwann. Freiheit, Gemeinsamkeit, das Leben, den Erfolg, alles kommt nicht von allein. Ich weiß mehr über dich als du denkst, ich vertehe dich, ich hab dich lieb. Denke dran. Bitte.
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