Donnerstag, Februar 08, 2007
Jogurth und Plüsch
Ich hatte Hunger, und mir war kalt. Aber müde bin ich immer noch. Die Haare wasche ich jetzt noch nicht. Damit warte ich noch eine Stunde. Morgen ist die Opern-Premiere. Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich mir Groke her wünschen. Nur für ein paar Minuten. So, dass ich ihn sehen kann. Vielleicht sogar so, dass er merkt, dass er an einem anderen Ort ist. Das Blaue Licht. Das Neonlicht ist schon komisch. Aber der Jogurth tat gut. Ich staune, dass Tim das rote Sofa so mag. Wenn ich mit ihm telefoniere, während er auf dem roten Sofa liegt, ist er so nah. Gestern hat Andreas wieder mal gesimst. Er wollte grad einen Kaffee trinken. Was ist schlimmer, einer, der trinkt, einer, der sein Kind nicht mehr sehen will, oder einer, der sich grad noch in die Luft sprengen wollte? Warum gibt es nirgendwo diese Insel mit Palmen für mich? Vielleicht auf den Malediven? Heute früh setzte sich einer mit Zeitung neben mich, knüllte das Papier zusammen, schaute sehnsüchtig zu einem Mädchen rüber, faltete das Papier wieder auseinander, schien zu lesen, stand auf und ging. Alles mit so viel Nachdruck, als ob er grad in Gedanken war. Hab ihm nur aus den Augenwinkeln zugeschaut und dabei einem alten Mann mir gegenüber zwischen die Beine gestiert. Bevor ich das gemerkt hatte, wand sich der alte Mann. Peinlich. Naja. Ich war in Gedanken und hab nur den Breitcord gesehen. Der legte sich in weiten Falten. Daneben raschelte das Zeitungspapier durch den Walkman hindurch. Die Sonne schien. Straßenbahn. Wenn ich könnte, wie ich wollte, wär Groke jetzt hier. Würde irgendwelchen Schnulli erzählen und sich dabei im Nacken kratzen. Aber erzählen würde er ununterbrochen. Das ist wichtig. Es müsste ständig blubbern.
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