Freitag, Februar 16, 2007
Fernwehguru
Hab grad unter Stalking bei Wikipedia das Stichwort Nachbarschaft aufgeschnappt und muss schon wieder an Hess denken. Hausfriedensbruch nannte der das, wenn ich Besuch bekam. Dreizehn Jahre ist das inzwischen her. Anfangs hatte ich seine Reaktionen für einen Gag gehalten. Kurz drauf hab ich dann begriffen, wie ernst es ihm war. Der wohnt direkt neben dir, spricht dir aber jedes Recht auf Kontakte ab. Wie Einzelhaft war das. Ausziehen sollte ich, wollte er. Warum auch immer. Elf Jahre hab ich dort dann trotzdem noch gewohnt. Der Garten war schön und die Fenster riesengroß am Südhang. Inzwischen denke ich nur noch selten an ihn. Ist ja auch schon lange her. Mehr als zwei Jahre. Hab ihn kein einziges Mal gesehen seitdem. Ich weiß nicht mal, ob er immer noch hinkt. Der hat all seinen Hass in das Hinken reingepackt, sobald er mich gesehen hat, am besten noch seinen Rollstuhl vorgefahren. Als ich in Söbrigen einen mit Rollstuhl sensen sah, musste ich sofort wieder an Hess denken. Ein Kampfhuhn hatte der. Das kam sofort mit gesenktem Kopf und ausgebreiteten Flügeln auf mich zu, als ich ihn angestaunt hab. Eine enge Häuserschlucht war das, in der du auch ohne Sense kaum mit dem Rollstuhl wenden konntest. Ein gefährliches Leben für ein Huhn war das. Heute habe ich bei der SZ einen Text von Kati Huhn gegengelesen. Mal sehen, ob Google die Notiz jetzt deshalb mit Kati Huhn verlinkt. Zuzutraun wär es der Software.
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