Samstag, November 11, 2006

Er

Hab den Wecker auf 3:45 gestellt. Schon den zweiten Tag. Um keine Minute zu verpassen. Punkt vier läuft dann das Webradio, ich krieche unter die warme Decke, höre ihn und schlafe sofort ein. Glück kann so einfach sein. Fünf vor sechs wache ich dann auf, höre, wie er sich verabschiedet, hadere mit meinem Schicksal und stelle den PC aus. Schließlich habe ich nur ISDN und muss sparen. Das Leben ist hart. Aber wenigstens habe ich ihn allein verschlafen. Und irgendwie war er ja da. Das Groke. Manchmal schnappe ich ein paar Brocken auf und träume dann bunter. Ziemlich existentiell, ich weiß. Bunt zu träumen, ist existentiell. Grad an so grauen Tagen.

1 Kommentar:

Christine Salzer hat gesagt…

Er saß hinter mir. Rücken an Rücken. OK, es waren vier Meter Raum dazwischen. Aber eben Rücken an Rücken. Als er aufstand und sich umdrehte, wurde er rot und sprach in lupenreinem Sächsisch. Das X auf dem Pullover sah aus wie ein Gefahrenhinweis. Drei Sekunden lang war er Groke. Für mich. Die Frisur ist beknackt geworden. Aber das wusste er schon vorher. Aus irgendeinem Grund brauchte er nicht zu bezahlen.