Samstag, November 04, 2006
Paarbildung zum optimierten Selbstschutz
Es gab mal eine Zeit, da brauchte ich nicht ständig Dritte, um mich sicher zu fühlen. Vielleicht macht das die posttraumatische Belastungsstörung aus, dass ich mir nie zugetraut hab, als alleinerziehende Mutter einen Job zu finden. Vielleicht ist grad diese Angst der Grund, dass ich eher an so einem Fernwehguru wie Groke klammere, als mir Schritt für Schritt einen Artikel nach dem anderen zusammenzuschachteln, um irgendwann von dem Geschriebenen leben zu können. Fakt ist, sobald ich ihn höre, erlebe ich mich als logischer und strukturierter. Wie bei einem großen Bruder. Einer zum Anlehnen. Weit genug weg, um ihn ungestört zu vergöttern. Ungestört durch irgendwelche Pläne. Der hat seinen Job, seinen Tag und scheint halbwegs glücklich zu sein. Glaube ich. Grad war mein Lütter da. Mit einer furchtbaren Mütze. Einer, die sein Vater jahrelang aufhatte. Nicht dass ich sie bei ihm blöd fand, aber das war mir dann doch zu viel unerwartete Nähe. Ausgerechnet die Mütze. Ein Fernwehguru ist schon gut. Da kann ich mich besser konzentrieren. Zum Beispiel auf Gestationsdiabetes. Klar war ich anfangs sauer, dass sie Schwangerschaft und nicht Schizophrenie thematisiert hat. Aber wer will schon sämtlichen sächsischen Schwangeren schizoides Entgleisen in der Frühschwangerschaft nachweisen? Wem nützt das? Und wer soll das bezahlen? Den Zusammenbruch eines Syndroms in normatives Verhalten? Biometrie der Wahrnehmung zur Früherkennung einer Stoffwechselentgleisung... Immerhin funktioniert der Test mit Glukose und nicht mit Insulininjektion. Ich bin schon wieder bitter. Hinter mir läuft PSR. Nix Groke. Aber seine Autogrammkarte hab ich vor mir.
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3 Kommentare:
lach, ich glaub, die Bereitschaft zur Mitwirkung sämtlicher sächsischen Schwangeren ist eher zwecks Nachweis von Diabetes als schizoides Entgleisen zu gewinnen. Apropos schizoid ... ich hab jetzt hin & her überlegt, ob ich so kommentiere, daß der Link zu meinem Blog öffentlich erscheint, oder ob ich doch lieber nicht von jedem gelesen werden können möchte. Ob schizophren und schizoid gegensätzliche Pole sind? Divide et impera ist es jedenfalls nicht, was mich oft treibt.
Bizarres zu Verfratzen macht nur wenige glücklich. Wahrnehmung ist immer individuell, egal, wie eng du Gleichzeitiges dokumentierst. Blutzucker und Wahrnehmung zu skalieren ist wahrscheinlich unmöglich. So unmöglich, dass es nicht einmal innerhalb einer Biographie vergleichbar wird.
Obwohl, es gibt schon Sachen, die man sehen kann. Farbringe, "Heiligenscheine", religiöse Verklärtheit ist ja nichts weiter, als starker Hunger. Je hungriger, um so verklärter. Die Farbringe und Aureolen bleiben dann auch bei geschlossenen Augen stehen. Als wären es komplementäre Nachbilder. Wovon auch immer. Es sind eben Wahrnehmungsstörungen. Wahrnehmungen, die stören. Noch verrückter wird es beim Channeln. Dann verschiebt sich das Mienenspiel bis hin zum Verfremden der Mimik. Schlägt dann bei starkem Hunger die Stimmung um, kann anfängliche Wut in Angst kippen. Das skalierbar zu machen, ist unmöglich. Ich müsste meinen Blutzucker fast ununterbrochen messen. Und auch dann wäre es nur eine These. Herausgelöst aus dem Gesamtstoffwechsel und seinen Veränderungen. Bei der Studie, die die Fachkommission vorhatte, geht es wie gesagt nicht um Hypoglykämie (resp. Hunger), sondern um Glukosetoleranz, also nicht um Schizophrenie.
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