Mittwoch, Mai 23, 2007

Vertraut

Alles dreht sich. Jede Bewegung scheint zu viel zu sein. Ich spüre meinen Durst kaum. Mit jedem Glas Flüssigkeit fühle ich mich wieder sicherer. Vorher war sogar der Blick ins Gras oder auf Steine zu viel. Alles stresste. Ich hatte Angst. Angst plötzlich in ein fremdes Leben hinein zu geraten, als wäre es eine Einbahnstraße. Die Stimmen am Telefon ähneln sich. Die Namen zerfließen zu einem gewaltigen Filz. WillsteQuatschen überrollt mich. Die spielerische Leichtigkeit der Mails bekommt eine bedrohliche Festigkeit, sobald der Andere am Telefon von seinen Träumen, Wünschen und Sorgen erzählt und dann im Gegenzug erwartet, dass ich von mir berichte. Ich fühle mich überfordert. Überfordert durch die Träume und überfordert durch die Neugier. Inzwischen weiß ich schon gar nicht mehr, was ich tatsächlich suche, ob so eine UnerreichbarkeitsIkone wie Groke nicht doch das einzig Machbare ist, was in meinem verkorksten Alltag Platz findet.