Sonntag, Mai 06, 2007

Fischlippen

Es ist schon berauschend: Du blastest, und scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann quälst du dich mit Schuldvorwürfen, versuchst sie zu verarbeiten und blastest, blastest um sie zu verarbeiten, scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann entartet der Kreislauf zur Groteske, so dass es Zeit wird, das Erlebte im google-ferneren Blog zu beackern, mit dem Ergebnis, dass der plötzlich vergoogelt wird. Verrückt. Ein riesengroßer Filz, der schwer zu durchbrechen ist. Höchstens mit Neuroleptika in Echtzeit, bis alles hinter einem dicken Vorhang aus verlorenen Illusionen verschwindet. Was bleibt, ist das verschwommene Gefühl, dass der im Radio irgendwann auf dich reagiert hatte, eine Tatsache, die angesichts der Einschaltquote gänzlich unwahrscheinlich ist. Also nimmst du weiter Neuroleptika und überlegst, ob die Dosis genügt, um Eigenzeit zielführend zu planen. Zielführend mit einer effektiven Inventur beginnend, also blastend und bloggend, bis scheinbar der im Radio reagiert. Irgendwann bist du dann sogar bereit, Flugzeugabstürze als redaktionsinterne Vereinbarungen einzuordnen.