Sonntag, April 22, 2007

Es ist wie jeden Tag Spaghetti essen


Einen Artikel zu Ende zu schreiben - grad zum Eisenmangel oder zum Hören - ist wie jeden Tag Spaghetti essen. Schwerstarbeit. Ich drücke mich davor, so oft es geht. Statt dessen hänge ich jedem einzelnen Gedanken nach, als ob es der letzte wär. Seit gestern bin ich stolzer Besitzer eines orange-rot gestreiften H&M T-Shirts und einer Mango. Fehlt nur noch ein Detail in Pink. Fleisch. Tjaja. Sicherheitshalber habe ich meinen Lieblingspullover drübergezogen. Das Assoziationsblaster-Shirt unter dem Pullover sieht aus wie schulmädchenmäßig aus, frotzelt Thomas. Aber den Schriftzug ohne was drüber zu tragen, ist es zu kalt. Außerdem bin ich offline nicht locker genug dazu. Thomas meint, über die Linse drüber weg zu schauen, wirkt professioneller und nicht so tot wie der Blick direkt in die Kamera. Hab Tims Venedig-Foto vor mir. Das ist ja ganz gut geworden. Ob die Augenringe vom Zähnezusammenbeißen kommen? Es ist doch nichts aus der Ausstellung zu Schlaf und Traum geworden: Tim macht eine Radtour mit Martin, Nina schläft mit meiner Citycard, und kurz nach Fünf kommt Micha vom Motorradrennen. Im Radio Markus Barsch. Wenn ich Eiweißkonzentrate nehme, die Eisentabletten schlucke, Augen-Yoga mache und mich noch einen Moment hinlege, sind die Augenringe vielleicht heller. Irgendwann wird das Digicam-Selbstporträt perfekt. So perfekt, dass ich alle anderen löschen kann.

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