Mittwoch, April 18, 2007
Keine Sorge, mir geht´s gut.
Heute kommt Tim. Zu mir. Es gibt Hühnerbrühe. Hab immer seltener das Gefühl, gläsern zu sein. Unfallmeldungen nehme ich gar nicht mehr wahr. Artikel schreiben zu müssen, ist gut. Gestern war ich im Kino. "Keine Sorge, mir geht es gut." Die Szenen in der Psychiatrie waren sehr authentisch. Lili, die Zwillingsschwester, die ihren Bruder sucht, ähnelt Fannie. Das Gesicht ist genauso beweglich. Meins ist dagegen wächsern. Aber die Webcam produziert auch fast nur Standbilder bei meiner niedrigen Übertragungsrate. Gestern war Martin Witt da. Er sagt, dass er mich vermisst hat. Das hat er früher nie gesagt. Vielleicht sollte ich öfter die Haare waschen. Egal. Vermisst zu werden ist nicht alles. Groke vermisse ich schon seit Ewigkeiten. Ob der sich die Haare schwarz gefärbt hat, um irgendjemandem zu ähneln? Wenn ich ihn vor mir sehe, dann mit langen roten Locken. "Ich begehre dich etwas", hat mir gestern jemand im Chat geschrieben. Erotik war ihm wichtig. Genausogut hätten wir über optische Halluzinationen reden können. Davon habe ich genauso wenig Ahnung. Erotik... Hühnerbrühe. Ich habe viel zu viel Hühnerbrühe gekocht. Ich habe zugenommen. Drei Kilo in einer Woche. Ich lese über verhungernde Arbeitslose und werde fett, weil ich Fleisch esse, um keinen Eisenmangel zu bekommen. Weißes Fleisch, aber Fleisch. Ob das Fleisch so viel Flüssigkeit bindet? Denn nur durch das Essen allein erklären sich die drei Kilo nicht.
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