Sonntag, April 01, 2007
Flirt
Ich berühre deine Hand, streife das Handgelenk, taste mich den Unterarm hinauf und umfasse den Ellbogen. Meine Hand ist warm, ich berühre deinen Nabel ohne Eile. Du liegst sicher, die Unterlage trägt dich. Deine Beine sind entspannt. Haar fällt dir in die Stirn, eine ganze Strähne. Deine Füße sind warm. Ich lege meine Hand auf deinen Nabel und frage dich, ob du etwas verändern willst, meine Hand, die Strähne oder etwas anderes. Du trägst ein Leinentuch, das ist angewärmt. Ich greife dir ins Genick, und du lässt deinen Nacken in meine Hand fallen. Ich knie hinter dir und streife deine Schläfen mit beiden Händen. Ich fühle deine Schultern, streife deine Haare aus dem Gesicht, lege meine Hände auf deine Schultern und lasse sie dort lange liegen. Das Leinentuch ist weiß. Es schmiegt sich an deinen Körper. Es ist frisch gebügelt und berührt dich unterschiedlich stark. Besonders deutlich spürst du es an den Knien, auch am Oberschenkel und am Nabel. An anderen Stellen spürst du es weniger. Dein Atem wird schneller. Ich frage dich, ob du bequem liegst oder ob du etwas verändern willst. Du spürst die Stellen, an denen dein Körper aufliegt - an den Fersen, an den Waden, am Po, am Rücken, an den Oberarmen und am Kopf. Und du spürst die Stellen, an denen er besonders leicht ist - in den Kniekehlen, in der Taille und im Nacken. Du stellst dir eine Linie zwischen deinem Hirn und dem Nabel vor und ziehst alle Gedanken in den Nabel. Die Leichtigkeit breitet sich überall aus. Sie trägt dich. Und du lässt dich davon überraschen, was du als Nächstes tun wirst. Du spreizt die Beine hüftbreit und rettest die Welt, atmest bis ins Becken, und ich mache das Licht an. Ich habe Hunger auf Fisch.
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