Sonntag, August 19, 2007
Nachmittag
Witt war gerade in England, erzählt er. Dort sei es jetzt kälter, die Leute seien freundlicher. Links zu fahren macht ihm Spaß. Hab keine Lust mehr, ihn um Arbeit zu betteln. Ich bin so wütend. Ich würde traurig klingen, und man bräuchte einen Henkel, um sich wegtragen zu lassen, sagt er, als ich mich über die formalen Denkstörungen beschwere, die mir die Müller-Greven unterstellt. Hab dann das Radio lauter gedreht, um Groke zu hören. Der spricht grad den saarländischen Wetterbericht und macht wenigstens keinen Schaden. Vorhin hat er Delilah aufgelegt. Das tat gut. Leben kann so einfach sein. Gegen zwölf habe ich mit einem Heidelberger Stahlbauer gechattet, der grad Bon Jovi hörte, während auf den Straßen geschossen wurde, irgendwo in Nigeria - dort lebt er seit zehn Jahren. Ich rufe in Arnsdorf an und frage nach Petra Witt statt Wittig. Martin Witt spukt mir noch durch den Kopf. Petra will mehr Informationen über das betreute Einzelwohnen in Radebeul und befürchtet, dass das dort ein Heim ist. Ihr Betreuer hat auch den Aufgabenkreis Wohnen, bestätigt sie mir. Er hat aber bis Ende August Urlaub. "Machen Sie mit ihr, was Ihnen Spaß macht, um das Soziale kümmert sich ihr Betreuer und die Familie", hat die Meinelt gesagt. Sobald ich Petra nach der Kleinzschachwitzer Wohnung frage, wird sie wütend. Ich soll Frau Weirauch nach C6 fragen, sagt sie. Es wäre vergiftet dort. Ich bin müde. "Ich bin Uwe Groke", tönt es aus dem Radio.
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