X. und Tim haben Schule, Thomas ist da, und ich will zum Yoga. Heute ist Walpurgisnacht. X. hat Fanies Bilder in Torgau gesehen, ist aber kaum begeistert. Ich war gerade das erste Mal dieses Jahr im Biergarten, als sie anrief. Yoga. Am liebsten würde ich ständig bei X. und Tim anrufen, um den Moment abzupassen, in dem sie aus der Schule kommen, mit ihnen am Tisch zu sitzen und den Tag zu verplanen. Hab eine neue Digicam-Einstellung ausprobiert. Bis jetzt hatte ich die für Blumen genommen. Da kam jeder Schatten als Kerninformation rüber. Augenringe und Tulpenblüten... Was wäre eine Blüte ohne Schatten? Aber im Gesicht stört er mich. Das Facebuilding hat noch nichts gebracht, die Oberlippe ist nach wie vor schmal.
Montag, April 30, 2007
Sonntag, April 29, 2007
Mein neuer Lablue-Profiltext
Die Augenringe sind seit Tagen spoilermäßig. Der bittere Zug um den Mund ist Tribut an mein hohes Alter und die chronische Erfolglosigkeit beim Umschwärmen des für mich Einzigen, aber Unerreichbaren. Hab mir schon des öfteren anhören dürfen, dass meine Schwärmerei für ihn an Stalking grenzt. Ab und an mache ich Augen-Yoga und Facebuilding. Vielleicht entstehen dabei sinnliche Lippen und verträumte Augen.Ich suche einen Partner zum Tango- und Salsatanzen, Volleyballspielen und Surfen. Ich will Klettern und Scaten lernen. Ich bin freier Autor, schreibe wieder übers Hören, wenn ich nicht gerade Yoga mache oder meine Kinder mit Kochversuchen beglücke. Hühnerbrühe koche ich mit zu viel Zimt, behauptet mein Goldsohn.
Halbnackter Mann mit Kaffee
Hab heute meinen privaten Büroservice. Leider nicht Groke. Im Programm taucht er nirgendwo auf. Gestern waren wir Tango tanzen. Zwischendurch eine SMS aus dem verregneten Frankreich. Tim baut ein Leuchtobjekt, will aber kein Seidenpapier von mir. Ich nerve Tim, sagt Thomas. Wenn ich mir was wünschen könnte, dann dass ich nicht mehr so explosionsartig zunehme wie in den letzten Tagen, dass die Augenringe weggehen und dass ich eine Variante finde, für Monks zu arbeiten und trotzdem die Rente weiter zu bekommen. Von ein paar Artikeln kann ich nicht leben. Thomas tippt sein Buch weiter. Gestern waren wir beim Kahl-Verlag. Thomas hat Petra Kahl gleich geduzt. Sie will lieber Asien und Norwegen als Reisebücher rausbringen und verweist ihn an Delius Klasing, einen Radler-Verlag.
Freitag, April 27, 2007
Wenn man Ihnen morgen die Weltherrschaft anträgt
Hab heute über eine Stunde unter Hängemattenneid gelitten während Nina genüsslich Schokolade gegessen hat. Nicht dass ich ihr die Hängematte nicht gegönnt hatte, aber ich hätte auch gern drin gelegen. Eigentlich ist sie lang genug für zwei, aber wie stabil der Balkon gebaut ist, weiß ich nicht. Wär ja schade um den schönen Moment gewesen. Sie will ins Ausland. Nicht Europa, nicht Südamerika. Und sozial soll es sein. "Was würden Sie tun, wenn man Ihnen morgen die Weltherrschaft anträgt", steht in irgendeinem Buch, das sie grad liest. Urlaub. Ich würde Urlaub machen. Irgendwo, wo es schön ist. Und das ganz lange. In der Sonne. Licht auftanken. Und wenn das mit der Weltherrschaft stimmt, müssten Nina und Tim mitkommen.
Tagträume
Wenn ich einen Wunsch frei hätte, würde ich Groke sehen wollen. Am liebsten jetzt sofort. Schon um zu sehen, wie das Rot an den Haarwurzeln durchschimmert. Ich mag das Schwarz nicht. Nicht bei ihm. Ich hab solche Sehnsucht. Ich hänge am Radio und stiere auf die Themenseite. Täglich. Als ob er dann näher ist. Ich gehe kaum noch aus dem Haus aus Angst, ihn zu verpassen. Es ist verrückt. Meine Haut wird fleckig. Bei Lablue tanke ich dann andeutungsweise Nähe auf, um die Zeit bis zu seinem nächsten "Auftritt" zu überbrücken. Am liebsten hätte ich ihn ganz für mich. Ihn einmal zu sehen wäre schön. Boah, die Windows Live Messenger Suche macht´s möglich: Ein Mini-Blitzlicht auf den Göttlichen mit Standbildern. Dazu kackbraune Anzugträger. Peinlich, das Miteinander. Dazu ein Gürtel, den ich gestern schon mal gesehen habe, auf einem Nacktfoto. Ich war immer noch nicht in der Sonne. Irgendwann bin ich nur noch Groll, und mein Grinsen versandet. Ich tu mir leid. Warum macht der das? Warum moderiert der so einen Scheiß? Wer hat sich die Choreografie ausgedacht? Hoffentlich nicht er selbst. Aber vielleicht ging das ja auch alles ganz schnell, nur der Fotograf hat ein Staccato reingebracht. Micha mag Magura, glaube ich. Er verkauft Elektroautos. Rollstühle. Ich hab das Gefühl auseinanderzulaufen. Welk zu zerfließen. Zu zerbröckeln. In der Sonne zu zerbröseln. Ohne Krustimeter. Ich höre Groke so gern. Aber das Drumherum ist schlimm. Es ist so maso, in einer Linie auf einer Bühne uniformiert zu stehen.
Meine erste Rechnung
Der Eisenmangel-Text ist angekommen und gefällt. Ich soll eine Rechnung ausstellen. Zeit, mit der Ärzteversorgung neu zu verhandeln.
Krustimeter & Kruppstahl
Welche Kaugeräusche entstehen beim Blasen? Berühren die Zähne sich da überhaupt? Berühren sich die Zähne beim Kauen? Gibt es Pumuckl-Gummibärchen? Ich brauche Sonne.
Augenringe
Heute sind sie noch stärker als sonst. Alle Welt heißt diese Woche Micha. Ich hab kalte Füße. Struktur wär gut. Eine eindrucksvolle Struktur. Überall Bilder, vollgepackt und überfrachtet mit Erwartungen. Verdammte Augenringe. Und nirgendwo ein Hinweis, wo Groke ist und was er macht. Und wenn, ich könnte sowieso nichts dran ändern. Das ist alles so weit weg. Die Zeit rast. Augenringe wie Spoiler.
Socken in Sandalen und Leggins
Er ist Mediengestalter, schreibt er. Banjo spielt er. Eigentlich ist er Musiker und Mediengestalter. Das Pieschener Elbufer gefällt ihm. Er scheint gern zu fotografieren. Auch sich selbst. Ich würde ihn gern hören. "Streust du dein IchWillDichInMir pauschal ins Volk?", hat Micha mich gestern gefragt. Seine Stimme war dabei klar und leise. Es ging alles so schnell. Viel zu schnell, um zur Besinnung zu kommen. Ich höre gern zu. Immer öfter. Irgendwann hab ich auch wieder Spaß daran zu reden. Das Internet ist sehr still. Hier und da ein bißchen Webradio, aber im Wesentlichen ist es still. http://www.lablue.de/ lässt sich nicht aufrufen. So erschrocken ich über ihn war, so neugierig bin ich. Hab ihn mit meinen Fragen so in die Ecke gedrängt, dass er das Gespräch abbrach, ihn nach Ausbildung und HARTZ IV gefragt, statt ein Treffen zu vereinbaren. Ich wollte seine wave-Dateien im Blog laden. Er war wie gesagt unter Zeitdruck und wollte sich scheinbar nur schnell an Nacktfotos orientieren, unterwegs im Weltweiten. Aber die deshalb zu machen und dann vielleicht noch in den Blog zu stellen, wäre wahrscheinlich doch zu viel Aufwand für den Zugvogel. Haarewaschen und Weckerbatterie wechseln. Heute abend kommt Thomas. Ich soll nicht zu viel erwarten, sagt er. Er rasiert sich nicht. Immerhin fragt Tim inzwischen, wer wer ist, seitdem der eine oder andere Internetler offline auftaucht.
Donnerstag, April 26, 2007
Drinnen & draußen
Ich höre eine Stimme, sehe Bilder und habe doch nur eine Knopflochperspektive auf diese vollkommen fremde Welt. Auch wenn die eine oder die andere Stimme mir irgendwann scheinbar vertraut wird. Alles, was ich da höre, passiert weit entfernt von mir. Und keiner kann mich zwingen, das, was da passiert, zu verstehen - auch wenn es offensichtlich gleichzeitig geschieht. Niemand kann mich zwingen, deshalb meine sichere Höhle zu verlassen. Und wenn ich trotz allem Zusammenhänge zu ahnen meine, sind die lockerer als jede Assoziation in meinem Kopf. Ich sehe nur Bruchstücke von dem, was ich zu ahnen glaube. Und was ich höre, ist schon kurz darauf kaum noch zu entschlüsseln, weder in seiner intrapersonalen, noch in seiner transaktiven Abfolge. Es ist ein Trend, den ich zu ahnen glaube, ohne etwas tatsächlich Greifbares in Händen zu halten. Kein Bild, kein Film, keine wave-Datei. Nur meine Erinnerung. Und wodurch die eingefärbt wurde, ist mir schon lange nicht mehr bewußt. Meine Höhle tut mir gut.
Synchronisieren
Ob es gewebte weiße Seidenstrings ohne Elasthan oder Kappnaht mit breitem Gummi gibt? Und wenn, wie sitzt es sich damit auf Holzstühlen ohne Schaffell, sobald es warm ist? Auf geöltem Holzboden? vor einem Schreibtisch am Fenster? Die Füße auf dem Fell, den Wind in der Nase. Ob dann eher Text entsteht? Übers Hören? Hab immer noch keine Idee, wie ich Hören und Wahrnehmen abgrenze. Unverknüpftes zu hören, ist wahrscheinlich unmöglich. Ein Schaffell wär gut. Fast so gut wie diese kratzenden Socken.
Vergöttert zu werden muss schlimm sein
Irgendwann weiß ich genug über Groke. Hab unter MSN nach ihm gesucht. Endlich eine Suchmaschine, die Fotos von ihm listet, statt nur auf irgendwelche Blogs zu verweisen. Inzwischen kann ich mir eher vorstellen, wie sein Tag abläuft. Vergöttert zu werden, muss tatsächlich schlimm sein, schlimmer als die Angst, von drei Millionen gehört zu werden.
Sich etwas Heißes reingießen
Ist es das Gedudel über stattgehabte oder erwartete Liebesspiele, das Radio attraktiv macht? Und kurz drauf ein Intermezzo zur Organspende, direkt im Anschluss an die Kopfschuss-Story eines Polizisten in Heilbronn. Dort war grad noch Ringfahndung, er liegt im Coma, und schon denkt Rosch weiter: Nur zehn Prozent der Deutschen haben Spenderausweise. Er hat Großes vor. Vielleicht wird er ja noch Programmchef.
Tag des geistigen Eigentums
"Synchronisieren", sagte Marcus Barsch gestern, als er grad PR für Maroon 5 machte. Die synchronisieren sich. Was auch immer das bedeutet. Ich sei ziemlich gedämpft, meinte Micha gestern, als er das neue Foto sah. Und dass ich viel schreibe. Dabei hab ich mich grad gestern wie geknebelt gefühlt. Auch durch Synchrones. Die Gedanken rissen oft ab. Besonders bei Thomas Rosch. "Sit and wait" hatte er aufgelegt, als Nina und Tim in der Schule waren. Jens tat mir gut. Es war wieder dieses IchWerdeGebraucht-Gefühl, dieses irrationale IchGehöreDazu, das ich so nur noch selten habe und das wieder aufflammt, wenn ich mit ihm chatte. Er macht einen guten Job, glaube ich. Ich denke gern an ihn. Aber das geht bestimmt vielen so. Sit and wait - die Hauptbeschäftigung bei der Hospitation auf der Feuerwache. KreuzworträtselLösen und Fernsehen als Glückstrigger und Einsamkeitsmarker. Venedig war eine Kreuzworträtselreise. Ist ein Gedankensprung geistiges Eigentum?
Mittwoch, April 25, 2007
Demenzkranker Heilpraktiker betreute trotz Lizenzentzug weiter Patienten
Gestern hatte ich einen Hamburger im Chat kennengelernt. Einen Feuerwehrmann. Hab mich kaum zurückhalten können, als er von seinem Auge erzählte. Ich war gleich wieder mittendrin in dem Sog. Wahrscheinlich muss ich meinen Profiltext ändern. Es war das erste Mal, dass ich nicht von der Schizophrenie erzählt hatte. Es war mir gar nicht aufgefallen. Ich war mitten im Sog wie gesagt. Nur daran, dass er nicht reagiert hat, hab ich gemerkt, dass ich inzwischen total draußen bin. "Schönen Dank für deine Zuwendung", schmollt Stefan grad. Hab "Arzt, Medizinredakteur" in "Freier Autor" geändert. Die Nachricht von dem Heilpraktiker ging mir an die Nieren.
Selbstporträt
Das Licht unterhalb der Nase müsste genügen, um Augenringe auszuleuchten, sagt Michael. Ich finde mich im Spiegel schöner als in der Kamera, aber da beim MichSelbstFotografieren schöner als beim FotografiertWerden - das Ergebnis ist eher vorhersehbar. Im Radio ist eine angenehme Stimme. Peter Liebertz. Angenehm distanziert. Am Mikro und trotzdem unaufgeregt. Sein Fragebogen ist schlimm. Das Licht, grübel... Im Moment ist es zu grell. Fast wie Blitzlicht. Die Socken kratzen. Blitzlicht und kratzende Socken, na toll. Noch kein Grund, den Planeten zu wechseln. Der Eisenmangel-Artikel ist raus. Zeit fürs Hören. Ich komme nicht bei Lablue rein, um den Hinweis auf den Eisenmangel-Artikel aus meinem Profiltext zu nehmen. Hab mich so aufs Löschen gefreut. Schade. Ich bin gespannt, ob Monks den Artikel akzeptiert. Groke fehlt mir. Bei unaufgeregt muss ich sofort an Groke denken.
Sit and wait
Alles, was nach Rapport riecht, reißt mich sofort aus meinen Grübeleien heraus. Aus dem Nachdenken über Augenringe, über das Danach nach positiven HIV-Testen, über versteckte Kameras und darüber, wen ich wann und wie gern in meinem Leben hätte.
Zu arbeiten ist wie das Schwimmen im Haifischbecken.
Ich muss immer noch an den verhungerten 20-jährigen Arbeitslosen in Speyer denken. Zu arbeiten ist wie das Schwimmen im Haifischbecken, hatte die Bey gesagt. Als ich darauf gekontert hatte, dass ich sie als Haifisch erlebe, ist sie explodiert. Sie will mir Angst machen. Als ob irgendetwas mehr Angst machen kann als die Unfälle. Ein HIV-Test vielleicht. Oder der Kontostand. Alles ist weit weg. Jetzt ruft Rosch eine Claudia an. Eine landwirtschaftliche Darbringung sucht er. Und der PC war plötzlich offline. Minutenlang. Schade.
Überall versteckte Kameras
Es passiert alles in meinem Kopf, bindet Aufmerksamkeit und macht mich müde. Ich bleibe überwach und sehne mich nach Schlaf. Überdreht und wirr. Gestern habe ich Jens im Chat kennengelernt und mir vorgestellt, dass ich ihn ein paar Stunden begleiten könnte. Null Ahnung von nichts, aber dabei sein zu wollen... Chaotisch, ich weiß. Ein Augenarzt hatte ihm gesagt, dass es machbar ist, eine Tränennasengangplastik in eine blühende Entzündung hinein zu machen. Ich hab noch nie in der Augenklinik bei so einer Rekonstruktion mitgemacht, rieche aber überall Komplikation. Der Augenarzt will kein Antibiogramm. Das verunsichert mich. Das Auge ist inzwischen blutunterlaufen. Ich bin weit weg. Verdammt weit weg. Scheißschweigepflicht. Nirgendwo Standards oder Guidelines. Keine Meckergrundlagen. Ich wünsch ihm versteckte Kameras. Meine. Ich wär gern klüger. Bin schon wieder ganz 007.
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