Samstag, Juli 07, 2007
Überflieger
Jump sendet nur terrestrisch, wie SR1, hat aber eine Zehn-Sekunden-Webcam. Hab eine gewisse Ahnung von Gleichzeitigem, wenn ich die Seite aufrufe. Das beruhigt. Hab Lust zu synchronisieren, auch wenn die Musik grad ziemlich sentimental ist. R. hat gerade angerufen, dass sein Vortrag noch nicht fertig ist. Es wird nichts aus dem Tango. Aber wenn ich durchhalte, höre ich mich in einen neuen Sender rein, ohne Synchrones überzubewerten. Vorhin habe ich jemanden per Webcam kennengelernt, der heute zu viele Schrauben gesehen hatte: Erst wollte er meine msn-Adresse, dann, dass ich meine Webcam einschalte, und schließlich, dass ich mich ausziehe. Ein Fremder. Wahrscheinlich macht der das oft. Vielleicht geht ja jemand auf seine Wünsche ein. Eigentlich ist es mir auch egal. Aller tausend Meter macht er eine Stichprobe, wenn er seine Schrauben presst. Er hatte Nachtschicht. Irgendwann war mir auch seine Müdigkeit egal, und ich habe den Kontakt blockiert. Wenig später habe ich das GlücklichVergeben bei WQ gelöscht. Es war alles nur Zufall, nichts Zwingendes, nichts, dass es lohnt nachzudenken oder innezuhalten. Internet eben. Du denkst, du bist zu irgendwas verpflichtet, dabei atmet ihr nur eine Luft.
Barfuss
Mittelherwigsdorf. Du läufst barfuss über Grobkiesel, Geschreddertes und Reisig und durch Sumpf, balancierst über Balken, Steine und Baumstämme, krempelst die Hosen hoch oder raffst den Rock und kühlst die Füße in der Mandau, bevor der Schlamm sich wieder zwischen die Zehen drängt.
Panik
Heute ist der totale Globalisierungsgau: Zwei Milliarden hören das Gleiche. Grund genug, dass sämtliche Web-Accounts spinnen. Gestern stürzte mein PC so oft ab wie lange nicht, heute pausieren SR1 und WDR2 im Web. Panik. Angeblich ist das Live Earth Konzert kostenlos. Aber die Übertragungsrechte im Internet sind kryptisch. Die NPD demonstriert in Frankfurt/M. Einsam ist das.
Freitag, Juli 06, 2007
Schwester
"Die Alte hat doch einen an der Waffel"
Boah, Groke. Sonst so zurückhaltend, wettert der los. Irgendwas an Amy WineHouse scheint ihn zu reizen. Was ihn konkret nervt, wenn er mit ihr in einem Raum ist, sagt er nicht. Ich bin grad bei R., als er das sagt, und bin von einem Moment auf den anderen eingeschlafen. R. hat einen potenten Lautsprecher, so dass ich nicht bei jedem Wort fast in das Notebook reinkriechen muss, um etwas aufzuschnappen. Gestern war ich auf dem Arbeitsamt: Ich soll alle Bewerbungsunterlagen und das Gutachten zusammenstellen. Nächsten Freitag ist dann ein Beratungstermin. Viel verspreche ich mir nicht davon. Aber es ist ein winziger Schritt. Unabhängig davon bewerbe ich mich bei der Lokalredaktion der DNN. Außerdem lege ich die Bewerbungsbestätigung vom Amt für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und die Praktikumszusage vom Wissenschaftsministerium bei. Gläserner geht nicht. Das gefährlichste sei der Rückzug, behauptet eine Arbeitslosenseite. Stimmenhören, wo beginnt das und wo Rückzug? Beim Fotografieren ohne Schminke? Ogott, das hohe Alter :-))
Donnerstag, Juli 05, 2007
Mittwoch, Juli 04, 2007
Ich will dich jetzt
Er hat Videos verlinkt und GlücklichVergeben in seinem Profil ergänzt. Am liebsten wäre ich jetzt bei ihm, um das Blau in mich aufzusaugen. Ich mag dieses Blau an ihm sehr. Ich sehe ihm gern beim Atmen zu. Stundenlang könnte ich ihm dabei zusehen. Dabei, wie sich sein Blick verändert, gerade in dem Moment, in dem ich bei ihm bin, ohne zu ahnen, was er denkt. Ob ich anders denke, wenn ich gezwungen bin, in einer fremden Sprache zu sprechen? Klarer? Straight? Geordnet? Meistens vergesse ich, dass er nur einen Bruchteil verstehen wird. Bloß wenn die Augenringe auftauchen, merke ich, dass ich ihn überrolle. Heute habe ich ein Gesicht erlebt, das offen war wie ein Buch: Sie war jahrzehntelang daheim und hatte vorher als Krippenerzieherin gearbeitet. Es tat gut, sie zu sehen. Am liebsten hätte ich die Telefonnummern mit ihr ausgetauscht. Sie war gütig, glaube ich. "Sie haben auch eine schwere Biografie", hat sie gesagt. Viel mehr hat sie nicht über sich erzählt. Ob es die Gier ist, das was mir lieb ist zu zerstören, die es mir so schwer macht, mich selbst zu beobachten, sobald ich mich verliebe? Eine schwere Biografie ist das mit dieser Gier. Und ich sehe mir dabei zu, wie er leidet. Wie seine Augen immer dunkler werden, ihm schwindelt, und mir fällt nichts ein außer diesem bohrenden IchWillDichJetzt.
Danke für die Info
Es tut immer noch weh, wenn du ihn das sagen hörst. Weiter weg, gleichgültiger geht nicht. Du liest, hörst es und bist draußen. Es ist abgeschlossen. Fast noch ausschließlicher als jedes IchKannDichVerstehen. Danke für die Info. Vielleicht unterlegt er es noch mit einem monarchoiden Wir. Und schon stehst du irgendwo einsam am Rand und witterst Brackwasser, erwischt beim Innehalten von irgendeinem Zugvogel auf der Durchreise. Irgendeinem Zugvogel, der dir auffällt. Als ob sich das, was dich umgibt, plötzlich verändert. Dabei ist das alles nur in deinem Kopf. Du isolierst dich von Tag zu Tag mehr, ziehst dich zurück und hoffst darauf, in dir selbst das zu finden, was du bei ihm umsonst suchst. Er ist nur zufällig da, falls er überhaupt da ist. Er ist entspannt. Vielleicht ist es das, was du suchst: diese Unruhe, das Getriebene, Vorwärtspeitschende, das permanent Suchende. Vielleicht ist es das, was du vermisst, sobald er mal ein bißchen ruhiger ist.
Augenringe
Hab heute früh nicht SR1 gehört und prompt Groke verpasst. Stattdessen war ich zum Bewerbertraining und habe das erste Mal von der DIN 5008 gehört. Kurz vorher hab ich Thea Koch angerufen: Sie hat mit Hummel gesprochen und kein Interesse an dem Thema. Irgendwie bin ich erleichtert. Der Raum, in dem Hummel arbeitet, ist so dunkel. Und Thea Koch ist sehr verschlossen. Ich muss nachzufragen lernen. Ich muss die jeweils für den Job geforderten Kenntnisse und Fähigkeiten, die ich in den Praktika erworben habe, in den Lebenslauf reinpacken, um transparenter zu werden. Hab Hummel per Mail gefragt, was er davon hält, Lavendel und Zitrone im Patientenflur zu verstäuben und zu untersuchen, ob sich die Krankenhausverweildauer nach Tonsillektomie dadurch verkürzt. Seinen Ex-Kollegen Zimmer hab ich gefragt, ob die Spermienmotilität mit der Vigilanz des Probanden korreliert. Und um noch einen nachzuschieben, habe ich die Keck in der Kinderwunschsprechstunde angemailt, ob Pheromone die Oogonienpermeabilität verändern. Zum Schluss noch zwei systemische Goerge-Fragen: Gefährden Pheromone hypovolämische Patienten? Wie erklären Sie sich die behinderte Nasenatmung unter Viagra? Bin immer noch bei R.s Augenringen. Von einem Moment auf den anderen waren die da. Die Handvenen waren gefüllt, hypovoläm war er wahrscheinlich nicht. Tiefschwarz waren die Augenringe. So schwarz, wie sie bei mir nur in der Webcam sind. Irgendwas muss da im Kopf ablaufen, eine Anspannung, irgendwas regional Begrenztes. Vielleicht ein Vasospasmus. Was färbt sich sonst in so kurzer Zeit so dunkel? Ob da Traubenzucker hilft? Verrückt, dass ich ihm so nah sein will, obwohl es ihm dann offensichtlich beschissen geht. Ich bin nicht OK, heul.
Dienstag, Juli 03, 2007
Entwurzelt & aufdringlich.
Eine edle Kombination. Passend dazu Hausfrauenausdruckstanz... Hab vorhin Mike Lehnert von der MB Finanz AG wegen einem 14-tägigen Praktikum angesprochen. Das war ein Tipp von Suendig aus Lablue, nachdem ich von der HMI erzählt hatte. Die HMI ordnet Lehnert ähnlich wie Suendig als Drückerkolonne ein. Wer die meisten finanziellen Erfolge suggeriert, ist oft am meisten verschuldet, sagt er. Sommer in der Stadt. Morgen frage ich Thea Koch, ob sich die Aufwachphase durch Lavendel und Zitrone verkürzt. Vielleicht hat sie das ja schon ausprobiert. Petra Wittig ist in Arnsdorf, sagt eine Frau von Lebendiger Leben. Sie wohne jetzt in Leipzig.
Montag, Juli 02, 2007
don't_underestimate_me_maybe_one_day_i'll_give_u_a_job
Huchja, tut gut, das zu lesen. Und erst einmal das Schreiben, schmacht. Hab kurz vorher im Weltweiten geblättert und gestaunt, wie einfach Information kodiert werden kann. Aber da steckt viel Arbeit drin, um so einfach zu werden.
Thesen
1. Viagra macht hirnstammnah ein venöses Pooling, so dass sich die Nasendurchblutung und damit die Pheromon-Empfindlichkeit verändert.
2. Auch wenn der Betroffene keine Jacobsonsche Drüse hat, bindet sich radioaktiv markiertes Pheromon an Gefäßnervenbündel in Riechhirn-Nähe.
3. Indem Viagra die Pheromon-Empfindlichkeit erhöht, reguliert es auch die Hautdurchblutung bis hin zur Erektion.
2. Auch wenn der Betroffene keine Jacobsonsche Drüse hat, bindet sich radioaktiv markiertes Pheromon an Gefäßnervenbündel in Riechhirn-Nähe.
3. Indem Viagra die Pheromon-Empfindlichkeit erhöht, reguliert es auch die Hautdurchblutung bis hin zur Erektion.
Es gibt keine menschlichen Pheromone, behauptet Hummel
Boah, wie ist der denn drauf, heul. Der ist total zu: Es gibt keine menschlichen Pheromone, sie sind nicht zu riechen, es ist keine Verbindung zwischen Jacobsonscher Drüse und Hirn nachweisbar. Auf meine Frage, ob das durchblutungsabhängig variiert, kontert er, dass bei Viagra die Nase dicht ist, ohne sich auf Dosis-Wirkungs-Beziehungen, resp. Titration, einzulassen. Ein Kotzbrocken. Hab mich sofort bei Martin Witt ausheulen wollen, was denn aus der neurohumoralen These geworden ist, aber da ging nur eine Kleinmädchenstimme ans Telefon. Gommel heißt sie. Hummel hat mich dann total in die Anästhesie-Ecke gedrängt: Eine Verkürzung der Aufwachphase durch Lavendel und Zitrone wäre ein Thema, das er betreuen würde. Es ist alles so verlogen. Warum bleibt der nicht bei den Basics, sondern driftet ins Küchendeutsch ab? Bin schon wieder ganz Fliehkraft. Martin sitzt gleich neben Hummel. Im Dunklen. Und lauter nette Mädchen um ihn herum, eine hübscher als die andere. Eigentlich Grund genug, dran zu bleiben. Aber die Kellerstimmung ist schon ein Hammer.
Sonntag, Juli 01, 2007
Halsschmerzen
35 mg Vitamin C sind in einem Liter Sperma enthalten, da ist die Aldi-Komprette sicherer.
Eigentlich mag er gelbe High Heels
Du trittst ein in den Dom und brichst sofort in Panik aus: Wie ziehst du, ohne die Tasche vorher abzulegen, Sandalen aus? Wie beeindruckst du am nachhaltigsten? Und warum verdammt willst du ausgerechnet jetzt beeindrucken? Wem nützt das? "Du warst mir lieber als mein Haus", singt Gwildis grad. Du plauzt in eine Biographie und benennst sofort alles, was dich stört, als ob dich jemand darum gebeten hätte. Typisch Mutter, würde Nina sagen. Ganz ohne Filter. Er mag gelbe High Heels, also kein Grund zu powern.
Skaten
Vielleicht borge ich mir einen Sturzhelm. Gestern hatte ich Angst vor dem Hinfallen ohne Helm. R. hat angerufen. Er hat Lust, Tango zu tanzen. Heute treffen wir uns das erste Mal. Er ist Türke und lebt seit fünf Jahren in Deutschland. "Die Leute sollen unsere Mutter gut im Gedächtnis behalten, voller Freude", sagt grad einer im Radio, ein Prinz. Ich erreiche Nina und Tim nicht. Ich weiß immer noch nicht, ob Tim Spaß hatte. Hab mich wieder in Haematom-Farben geschminkt. Die stehen mir komischerweise am besten, besser als braun und schwarz.
Chronischer Schmerz
Mango, Banane, Kirsche und Pfirsich - dazu Kaffee. Ein schöner Morgen. Die Kirschen sind sauer. W. ruft an: Heute vor 15 Jahren war sein Unfall. Er will das, was er erlebt hat, aufschreiben. Vielleicht kann ich ihm helfen. Internet scheint er nicht zu haben. Ich versuche, straight zu sein. Seine Stimme ist erregt. Ich muss ihm mehr über mich erzählen, damit er besser kalkulieren kann. So viel Erregung habe ich lange nicht mehr erlebt. Hoffentlich findet er sonst mehr Ruhe. Die Mango tat gut. Es war fast, als ob Groke da war. Vergöttert zu werden, muss schlimm sein, ging mir bei dem Video nicht durch den Kopf. Entspannend ist es nicht gerade. Ob W. das Gefühl hatte, dass ich ihn vergöttere? OK, das lasse ich für mich so stehen: Ich vergöttere W. Das trägt. Vielleicht wird er dann ruhiger. Auf alle Fälle entspanne ich mich dann leichter. W. als Leuchtturm... Das wird beknackt ohne Internet. Vielleicht hat er schon ein paar Unterlagen zusammengetragen. Hoffentlich stimmt meine Sudeck-These nicht. Zehn Jahre ist die Archivierungspflicht für Anästhesieprotokolle, wenn ich mich richtig erinnere. Scheißschwerkraft, das wird hart, gläsern zu bleiben. Das wird wahrscheinlich ein Gedächtnisprotokoll. Gatzweiler hatte operiert, Barbara den Plexus gesetzt und die Krügerin Hintergrund gemacht. Aber das hat die Michel mit ihm in der Schmerzambulanz sicher alles schon durchgekaut. Einen Sudeck nach Plexus bei Handchirurgie... Es wird verdammt hart, da straight zu sein. Am besten, ich knalle ihm meine Befürchtung als erstes an den Kopf, um berechenbar zu sein. Die Liebscherin war damals total fertig, als ich bei ihrem Lebenspartner von Sudeck gesprochen hatte. Pandora-mäßig war das. Es ist, als ob jemand das Stichwort Schizophrenie in deine Unterlagen schreibt: Du veränderst sofort dein Körperschema und bist wie neuprogrammiert. Trotzdem muss ich das zuerst sagen. Aber was gibt es als selbstbestimmtes Gegengewicht zum Sudeck außer die Revenstorfsche Kältesuggestion? Mir ist schlecht. Der Plexus war ja nur ein winziger Abschnitt in der Biographie. Das Beschissenste war damals, das Barbara sich infrage gestellt hatte. So mies war sie noch nie drauf wie an dem Tag, wenn ich dabei war. Aber das war in einem anderen Raum, das kann er nicht gemerkt haben. Ob ich dadurch anders war?
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