Donnerstag, November 09, 2006

Mailbox-Träume

Hab grad im Neuenheimer Feld angerufen. In Heidelberg. Der Springer-Verlag ist dort ganz in der Nähe. Der Springer-Verlag, aus dem auch Multimedica hervorgegangen ist. An der Uni suchen die Neuropharmakologen dort jemanden, der sich für Schlaganfallvorsorge interessiert. Anhand der IKK. Nicht der Innungskrankenkasse, ich weiß. IKK meint eine Kinase beim zellulären Selbstmord. Hab mich trotzdem sofort gemeint gefühlt. Dabei geht es nicht um den Lichthof bei Springer. Die Stimme am Telefon war nett. Die Gesichter auf der Institutsseite auch. http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Sektion-Molekulare-Neuropharmakologie.9430.0.html Grund genug zu mailen. Grad scheint die Sonne. Eigentlich ideal um rauszufahren und Charly zu füttern. Aber vielleicht ruft das Oliver ja jetzt grad zurück. Vielleicht auch nicht. Reufsteck schwatzt grad auf dem SWR3. Über Energiesparer. Ein bißchen ist es schade, jetzt zu warten. Vielleicht reagiert er ja auch gar nicht, nachdem er den Blog gelesen hat. Puh, komisch, das Gefühl, Geschriebenes mit fremden Augen zu sehen. Fremde Augen, die ich überhaupt noch nicht kenne. Egal. Ich warte noch zehn Minuten und dann gehe ich los. Das Wetter ist grad so schön. Und Charly hab ich auch schon seit Tagen nicht mehr gesehen. Ich kann hier eigentlich gar nicht weg. Gestationsdiabetes wär gut. Schade, dass die AOK so zögert. Blöde Kassen, die. IKK wär schon interessant. Ich hätte interessant beinah mit Doppel-R geschrieben. Auf dem Foto ist nicht zu erkennen, wer wer ist. Der ist bestimmt viel jünger als ich. Egal. Nicht mein Problem. Olivers müssten so zwischen 28 und 45 sein, glaube ich. Ob er das liest? In der Ambulanz ist er grad. 5:26 ist schon eine Weile her. Eigentlich braucht es wenig, um glücklich zu sein. Einmal "5:26" durchs Radio geflötet und schon bin ich glücklich.

Konfus

Ich schreibe meine Gedanken jetzt noch lückenloser auf. Irgendwann knacke ich den Code, nach dem ich funktioniere, ohne ein Draußen zu brauchen. Gestützte Inventur ist auf die Dauer verdammt teuer. Dazwischen die Worte eines Mannes, der vor einiger Zeit Auschwitz aufgesucht hat. Über Freiheit. Die Freiheit, weg zu gehen. Weg von einem Ort, an dem gestorben wurde. Einem Ort, an dem es diese Rückzugsmöglichkeiten damals nicht gab. Allmählich spüre ich, dass mich Zahlen fast immer zu meinen scheinen, solange ich sie nicht aufschreibe. Ob auf Autokennzeichen oder in Verkehrsmeldungen. Das Fell ist immer noch dünn. Kaum treten zwei, drei bekannte Merkmale auf, kann ich nicht mehr zuhören, ohne Amok zu laufen. Dann trotzdem jede einzelne Zahl mitzuschreiben, kostet Überwindung. Wenigstens ist es inzwischen so, dass ich ein kleines d tippen kann, ohne mich beobachtet zu fühlen. d wie schwanger. Im Blaster spinnt der Primzahlheini seit Wochen herum. Einerseits will er gelesen werden, andererseits codiert er bis zur Unkenntlichkeit. Irgendwie ist es beruhigend, diesen schizoid verklärten Exhibitionismus mitzuerleben. Genausogut könnte er hebräisch schreiben. Ich würde genauso viel in dem Text erfassen. Genauso viel wie aus den Rohrstöckler- und Hodenpreller-Texten, die sich in den letzten Wochen zu Dutzenden wiederholten. Immer wieder das gleiche Schema: 1. ich bin verletzt worden, 2. es war toll. Ein Wahnsinnscode. Jeder braucht ein Stück Unendlichkeit. A61 Unfall, Gegenstände, A8 Fußgänger,A3 7km , A6 Saarbrücken 4 km, A67 Unfall, A661 Stau, A8, A1 6km. A3 4 km... Aber das ist inzwischen schon wieder 20 Minuten her. Konfus. Gedanken.

Mittwoch, November 08, 2006

Betroffenenlobby beim Gestationsdiabetes

Offensichtlich ist die Prävalenz des Gestationsdiabetes in Deutschland niedriger als im Rest der Welt. Irgendwas ist in Deutschland anders. Am ehesten das Früherkennungs-Screening. Oder die Outcome-Diagnostik. Jeder Fall verursacht Kosten von bis zu zwei Millionen Euro, wenn er denn erkannt und behandelt wird. Kosten, die die Kasse so jetzt noch nicht zu tragen braucht. Bislang gibt es noch keine ordentlichen sächsischen Zahlen hierzu. Und sämtliche Studien dazu haben Makel, sagt das Institut für Qualitätssicherung, das dem Gemeinsamen Bundesausschuss direkt zugeordnet ist. Achsennah, wie es ist, steigen die Ladezeiten in Disney-Länge. Ich kann es nicht mal verlinken, ohne mich ISDN-mäßig dumm und dämlich zu zahlen. http://www.iqwig.de/ Das Institut arbeitet wie gesagt dem G-BA zu. Dem gemeinsamen Ausschuss von Ärzteschaft und Kassen. Unter anderem mit dem Ziel, Kosten zu dämpfen. Es versteht sich angeblich als Gegenpol zur Pharmaindustrie. Der B-GA hat eine Studie zur Früherkennung des Gestationsdiabetes in Auftrag gegeben, die wenn sie fertig ist, wahrscheinlich wieder von dem Institut abgeschmettert wird. Inzwischen wächst wahrscheinlich die Anzahl der Betroffenen, die allerdings nichts von ihrer Betroffenheit ahnen. Tja, was kann Medizin? Lohnt Diagnostik? Und wenn, wie teuer wird die Intervention? Puh, hängt hier ein Wasserkopf von Hackern dran. Das ist ja noch ekliger als im Hygienemuseum. Die Software menschelt wie beim Crash. OK, hab den Blogger neu geladen. Der Text war nicht abgestürzt, liest sich allerdings beschissen. Feel Spass am Substrat. Es ist deine Lebenszeit, die du grad beim Lesen verplemperst, nicht meine.

Entflechten von Phantasie und Wirklichkeit

hab groke grad gemailt. ich will wissen, was er bei verkehrsmeldungen sieht. irgendwann begreife ich vielleicht die vernetzungsstellen der einzelnen datenbanken. und ob da tatsächlich einer mit mir spielt, indem er/sie autos zusammenkrachen lässt. irgendsoein ballerspiel mit fahrzeugelektriksoftware. clean wie der pathway beim zurückverfolgen des spielers. ein autobahnrohrstöckler. vielleicht sind es auch mehrere.

Dienstag, November 07, 2006

Sie hatte ein gutes Zeitgefühl

Ok, da war grad ein Gedanke. Jetzt ist er mangels intaktem Zwischenspeicher abgerissen. Pech. Nur ein Rest ist noch da: Robby Gierer hatte grad "Komm doch mal rüber, Mann, und setz dich zu mir hin..." aufgelegt und mit "Sie hatte ein gutes Zeitgefühl" kommentiert. Eine Fließbandromanze für zwischendurch. Mein Kühlschrank ächzt, als müsste er die ganze Wohnung kühlen. OK, da war grad ein Gedanke. Den Rest fasse ich vielleicht noch. Wie willst du ein gutes Zeitgefühl entwickeln, wenn dein nächster Gegenüber größenwahnsinnig ist und sämtliche Notfallpieper des Hauses in Phallusnähe positioniert? Und zwar alle in Nähe seiner eigenen Weichteile? Wie willst du mit so einem Chaoten normal reden? Der war doch immer auf dem Sprung. Immer dabei, die ganze Welt zu retten. Und mit dem dann in Ruhe die nächsten fünf Minuten zu planen, war reinster Masochismus. Klar dass ich den so viel wie möglich im Alleingang machen lassen wollte. Klar, dass ich mich möglichst selten in seinen Tag eingemischt hab. Klar, dass ich so wenig wie möglich seine Patienten mitbegleitet hab. Das war ein anderes Lebenstempo. Als ich ihn tatsächlich mal brauchte, weil die Chefin meinen urlaub vergessen hatte, mein Flieger auf die Canaren aber schon gebucht war, hatte der angeblich einen Termin als Kronzeuge in einem Mordprozess. Mister Urgent Emergent. Ein Einzelkämpfer, mit dem ich so wenig wie möglich zu tun haben wollte. Kein Groke-Double. Eher ein Irrwisch. Wenn der neben dir zusammenbrach, stürzte das halbe Universum ein. Ein Wessie eben. Vernetzt wie TNT.

90er Charme

Im Radio laufen seit heute früh 90er Titel. Bin ganz aufgewühlt. Ich seh mich wieder nächtelang durch die Wohnung spuken. Immer in Angst vor dem nächsten Tag. Vollgestopft mit dem Know How aus Larssen und Co. und zig Fragen im Hinterkopf, auf die ich bis zur Narkose sowieso keine Antwort kriegen würde. Dann, wenn ich trotzdem die eine oder andere Frage zwischen Tür und Angel platzieren konnte, ständig das genervte EsWirJemandVorbeikommen. OP-Plan als Gesetz und Überforderung als Standard. Immer ganz Versagensangst. Wenn ich geträumt hatte, waren das in der Regel Albträume. Und dann kam der für mich schlimmste Tag. Der Tag, an dem eine der Patientinnen bitter frotzelte UndBeiIhnenWerdeIchSterben. Es war die Hölle. Ein bißchen Geborgenheit wäre schön gewesen. Irgendjemand zum Anlehnen. Jemand, der Zeit hatte. Die 90er waren furchtbar. Die einzige Insel, die geblieben war, war die Musik. Und die hab ich mit Erinnerungen überfrachtet wie ein abgetragenes Kleid. Es war die Hölle. Bloß nicht wieder zurück müssen. The Last Warrior hatte ich für sie ausgesucht, musste es aber nie auflegen. Einen Filmtrack. Zu hoffen, dass tatsächlich jemand kommt, war meistens sinnlos. Gut wenn du dich dann wenigstens so weit abgesichert hattest, dass die ganze Vorbereitung so stand, das jeder x-beliebige andere an deiner Stelle sofort übernehmen konnte. Dass du austauschbar warst. Austauschbar zu bleiben war das größte Ziel, das ich damals hatte. Austauschbar für alles und jeden. Als ich dann ausgepowert in der Psychiatrie landete, blieb erstaunlicherweise eine spürbare Lücke zurück. Die hatten tatsächlich gemerkt, das jemand fehlte. Nicht am OP-Plan, aber an den Überstunden. Es war Wahnsinn. Hab meine Kinder kaum gesehen. Nur die Musik lief als Hintergrundrauschen. Ein Alb.

Montag, November 06, 2006

Warten auf den Rest der Welt

OK, es war vorherzusehen, dass ich verdammt viel Groke-Hologramm brauchen würde. Aber das es so hart wird, hatte ich nicht gedacht: Alle laberten diffus über mögliche Handicaps für Mutter und Kind und über die Notwendigkeit ordentlicher Zahlen bei gleichzeitiger integrativer Versorgung. Einer Versorgung, deren Finanzierung so noch nicht gesichert ist, bei einem Datenbestand, der mehr als schwammig ist und für den es noch keine Betroffenenlobby gibt. Es war total verkackt. Bleibt also die Literaturrecherche, um einem blauäugigen Dämonen namens Sawitzki ein klein wenig paroli bieten zu können, wenn er mit diabetologischen KnowHow gestützt den Kostenaufwand für Gestationsdiabetesfrüherkennung auf die möglichen Bestattungskosten bei Totgeburt zurückschraubt. Ein ganz Süßer scheint das zu sein. Ulla-Attachment der ersten Wahl. In der Lage, jede Studie per se ad absurdum zu führen. Unsachlich und breitbeinig. Hab ihn bis jetzt noch nicht eindeutig ergoogeln können. Vielleicht kennt ihn ja wenigstens Medline.

Luftpiraterie

Europaweit gelten neue Regelungen für das Mitführen von Flüssigkeiten in Flugzeugen. http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/1069.htm. Heute trifft sich die Fachkommission Diabetes Sachsen. Ich bin das erste Mal dabei. Es geht um eine Initiative. Gestationsdiabetes. Ich hab meinen Anzug seit Jahren nicht angehabt. Hoffentlich friere ich nicht. Ein Pullover wär gut. Und die Daunenjacke. Anzug ist schlimm. Ich friere schon den ganzen Morgen, sobald ich daran denke. Gestern hab ich das erste Mal beim Sex die chinesische Rückenschule ausprobiert. Und es funktionierte nicht. Ist wahrscheinlich doch eher was für die unbefleckte Empfängnis. Verdammt, warum hab ich mich bloß auf den Anzug eingelassen. Und warum tauchten im Radio Diabetikerflüssigkeiten in der Verordnung auf? Konzentration, prust. Allmählich wird es warm. Hab die Heizung auf Maximum gestellt. Luftpiraterie hat mich noch nie interessiert. Abgesehen von dem Abort nach Flughafenkontrolle hatte ich damit nichts zu tun. Die Rückenschule ist eigentlich ganz simpel. Zumindest beim Untenliegen. Und wenn keiner drauf liegt. Wie die Chinesen die außer beim Cunulingus anwenden ist mir schleierhaft. Und auch da stelle ich sie mir kompliziert vor. Das müssen alles isometrische Dehnungen sein. Nur innerlich spürbar. Ansonsten klappt das nicht. Egal. Heute ist wieder Yoga. So schwer kann das ja nicht sein. Ganzkörperatmung scheinen die das zu nennen. Das geht bestimmt nur bei Frauen. Die Männer sahen jedenfalls nicht allzu verklärt dabei aus. Die Männer. Naja, zwei Exemplare sind dabei. Einer introvertierter als der Andere. Und sie trug einen Hauch von Nichts. Marion aus Lerch. Badewannenatmen bis die Wanne aus der Kehle sprudelt. Egal. Es ist egal. Irgendwann wird auch aus dem beschissensten Moment eine orgastische Zäsur. Ich werde den Anzug tragen wie eine Daunenjacke. Alles wird gut. Vielleicht macht es sogar Spaß, in diesen heiligen Hallen zu sitzen, zu nicken und teilnahmsvoll zu lächeln. Eins mit dem System, nah an dem, was sich da Zukunft zu schimpfen scheint, gröhl.

Sonntag, November 05, 2006

PSR

Boah, was für ein Gefühl: Kaikarsten hören und über Matthias Müller schreiben. Das ist wie Fremdgehen. Schade, dass es da so gar nichts zu erzählen gibt. Außer: Ja, der Empfang war terrestrisch, und ich hab gegessen. So viel wie lange nicht. Also, eine Nussschnitte, eine Banane und noch irgendwas. Salat. Aber den kaue ich jetzt noch. Grad blendet PSR eine Single-Agenturwerbung ein. Zwei Jungdynamiker mit Haustraum. Morgen rückt der vielleicht wieder näher. Hab ein Gespräch in der Fachkommission Diabetes Sachsen vor mir. In einem kleinen Häuschen. Huchja. Mir ist schon wieder einsam.

Samstag, November 04, 2006

Eltern

Wenn ich mir Eltern wünschen könnte, Eltern, die genauso sind, wie ich sie brauche, wären sie jung, schön, verständnisvoll und voller Vertrauen in die Zukunft. Eben so, wie ich selbst wahrscheinlich nie war. Manchmal glaube ich, ich war nie jung. Mich haben die schon alt geboren. Und jedes mal, wenn ich nach Luft schnappe oder einen Hauch von Hoffnung sehe, blasen sie auch das kleinste Licht aus. Meine Eltern. Die größte Strafe, die sich Gott oder wieauchimmer dieser Typ heißt für mich jemals ausgedacht hat, sind diese Eltern.

Lassen Sie das Bett heute mal wieder wackeln.

OK, es kann sein, dass es einen Mittelweg zwischen Lichterkettenfunzeln in den heimischen Hallen und Tangapromenaden zu Massendemos gibt, Öffentlichkeit schützt ja nicht immer. Grad bei Fressattacken, wenn die Haare besenartig antrocknen wünsche ich sie mir weniger. Also bitte weiterklicken. Naja, es hat wohl wieder mal nicht geklappt mit dem Weiterklicken. ------------die Langeweile war mal wieder stärker als dein Drang zum effektiven Auslasten der nächsten fünf Minuten. Verdammt, es hat mich schon wieder: Ich sitze ungeföhnt vor dem Spiegel und denk dich beim Schreiben mit. Lassen Sie das Bett heute mal wieder wackeln. Na, toll. Werde wahrscheinlich doch offline gehen, die Haare fönen, Essen kaufen und die Wäsche aufhängen und von wackelnden Betten schreiben. Irgendwann.

Paarbildung zum optimierten Selbstschutz

Es gab mal eine Zeit, da brauchte ich nicht ständig Dritte, um mich sicher zu fühlen. Vielleicht macht das die posttraumatische Belastungsstörung aus, dass ich mir nie zugetraut hab, als alleinerziehende Mutter einen Job zu finden. Vielleicht ist grad diese Angst der Grund, dass ich eher an so einem Fernwehguru wie Groke klammere, als mir Schritt für Schritt einen Artikel nach dem anderen zusammenzuschachteln, um irgendwann von dem Geschriebenen leben zu können. Fakt ist, sobald ich ihn höre, erlebe ich mich als logischer und strukturierter. Wie bei einem großen Bruder. Einer zum Anlehnen. Weit genug weg, um ihn ungestört zu vergöttern. Ungestört durch irgendwelche Pläne. Der hat seinen Job, seinen Tag und scheint halbwegs glücklich zu sein. Glaube ich. Grad war mein Lütter da. Mit einer furchtbaren Mütze. Einer, die sein Vater jahrelang aufhatte. Nicht dass ich sie bei ihm blöd fand, aber das war mir dann doch zu viel unerwartete Nähe. Ausgerechnet die Mütze. Ein Fernwehguru ist schon gut. Da kann ich mich besser konzentrieren. Zum Beispiel auf Gestationsdiabetes. Klar war ich anfangs sauer, dass sie Schwangerschaft und nicht Schizophrenie thematisiert hat. Aber wer will schon sämtlichen sächsischen Schwangeren schizoides Entgleisen in der Frühschwangerschaft nachweisen? Wem nützt das? Und wer soll das bezahlen? Den Zusammenbruch eines Syndroms in normatives Verhalten? Biometrie der Wahrnehmung zur Früherkennung einer Stoffwechselentgleisung... Immerhin funktioniert der Test mit Glukose und nicht mit Insulininjektion. Ich bin schon wieder bitter. Hinter mir läuft PSR. Nix Groke. Aber seine Autogrammkarte hab ich vor mir.

Donnerstag, November 02, 2006

Altarpflege nach Wühltischromanze

Und es trieft wieder vor verklärter Erinnerung. Alles ist schon wieder so lange her. So lange, dass nur noch sinnlose Wortfetzen bleiben. Die zu wenden, mich dran zu weiden und in andächtiger Leere zu verharren, splittet das trostlose Suchen nach Gestationsdiabetes auf. Jede Ablenkung ist mir recht. Verdammt, warum reagiert er nicht? Warum interessiert ihn nicht, was mich interessiert? Warum heuchelt er nicht wenigstens ein bißchen Interesse? Dass er auf Ratten ausweicht, sobald ich ihn nach Pheromonen frage, nervt mich auch. Wie verändert sich die regionale Durchblutung nach Pheromonapplikation? Eine total simple Frage. Aber sie interessiert ihn seit vier Jahren nicht. Das Naheliegendste wär zumindest eine Erektion nach Pheromonexposition. Und zwar nicht nur bei Ratten. Und analog eine Schwellung des Riechepithels. Dann zu sagen, dass genau das die Kontraindikation für Pheromone nach transnasaler Hypophysektomie ausmacht, hätte ich gerade so noch akzeptiert. Aber dieses vollständige Desinteresse ist schon schlimm. Das nimmt jede postkoitale Tristesse vorweg, nochbevor irgendein Hauch von Idee Raum gegriffen hätte. Ich hasse ihn wahrscheinlich. Gerade jetzt. Mir ist kalt.

Mittwoch, November 01, 2006

Schwarz ist das alles

Hab Lust, Lachyoga zu lernen. Am liebsten neben Markus Barsch. Um dann herzhaft über jede Verkehrsmeldung lachen zu können, die mich zu meinen scheint. Als ob nicht jede Zahl mich meint. Das dauert nur Sekunden, und schon bin ich wieder gefangen in irgendeiner Gedankenschleife. Gestern hab ich Parfüm gesehen. Kurz drauf hätte ich die ganze Welt umarmen können. Ich hatte die ganze Zeit Blähungen und konnte endlich raus. Der gesamte Film bestand fast nur aus Blähungen. Dabei waren das nur Zwiebeln und Pilze. Lachyoga. Am besten mit Kundalini-Flow. Der tötete ganz nebenbei. Katzen, Frauen, alles, was ihm gefiel. Alles, was er brauchte. Einsam war das. Ich hab mich nicht gerochen. Trotz Blähungen. Da lacht Michael Reufsteck. Unheimlich ist das. Immerhin ist er fünfzig Sekunden weit weg. Webradio ist wirklich gut.

Montag, Oktober 30, 2006

Meine erste Hypnose

Ich war stinksauer. Ausgerechnet mich nimmt der zur Demonstration von Analgesie per Hypnose. Ich wollte zuschauen, die einzelnen Schritte in mich aufsaugen. Exzentrisch wie immer, war ihm das natürlich egal. Unter Hypnose konnte er mich am besten kontrollieren. Da war ich nicht so weit weg. Hab trotzdem ständig kontrovers reagiert. Auf Elevation mit verstärkter Eigenschwere, auf Kälte mit Introversion statt mit Widerstand. Aber direkt im "Aufwachen" hab ich ihm dann endlich alles ins Gesicht schreien können, was mir die letzten fünf Minuten auf den Nägeln brannte: Einen Manager als Patienten hatte er nicht verdient. Die Antwort kam spitz wie immer: Vielen Dank in vielerlei Hinsicht. Naja. Die Hypnose selbst war im Übrigen ganz nett. Hab sie oft zu kopieren versucht. Der Einstieg über eine Dachrinne, von der du einen Eiszapfen abbrichst, der in deiner Hand schmilzt und Tropfen für Tropfen in die Ellenbeuge rinnt. Eine Elevation wär aber auch nicht draus geworden, wenn er direkt vor mir gestanden hatte. Wer greift schon nach was Vertikalem. "Ich" in der Suggestion ist ihm zu invasiv. Er siezt lieber. Manager mag er nicht. Die strengen ihn an. Strengten ihn an. 1991 war das.

Gestationsdiabetes

Vielleicht wird das das Thema meiner neuen Doktorarbeit. Gestationsdiabetes interessiert rike im Moment. Schmecken Martin. Mich Biometrie. Vergleichbar Reproduzierbares. Mal sehen, was da unter Früherkennung subsummierbar sein wird. Faktorbildung interessiert mich sehr. Stochastik. Wühlkistennavigation. Serotonin, Pheromon, Insulin... Schmecken, Verfetten, Verarmen... Bin noch ganz am Anfang. Hab noch keine einzige Zahl. Nur Brainstormspam. Multivariates, träum. Aus Zahlen lässt sich ja alles Mögliche Assoziieren. Je nach Perspektive und Filter. Vielleicht findet sich ja was mit 61, 63, 81, 89 oder 93. Es muss ja nicht immer 67 sein.

Apropos Obszönität

MussIchMirSorgenMachen ist noch die freundlichste Umschreibung für WieWarDeinLetzterHIVTest angesichts einer einladenden Erektion. Da sinkst du grad in andächtigste Trance und wirst sofort mit irgendwelchen Eventualitäten genervt. Tja, HIV-Test. Aus irgendeinem Grund kippt der seltener als ein Eva-Test. Wahrscheinlich ist das auch der hauptsächliche Grund für seinen Vertriebsweg. Wird Antikörper doch ganz anders mystifiziert als das Generieren semiautologer Genome. Es ist eben fremd, sagt der Xenophobiker in mir. In mir schreibe ich heute schon das zweite Mal. Mutter als Xenophobiker... Neugeborenenhaemolyse? Egal. HIV-Test also. Verdammt, was misst der jeweils? Antikörper? Und wenn, was sagt dieser Antikörper-Titer tatsächlich aus? Ich habe nicht übel Lust, kurz vor jeder Neuakquise den Informationsstand zum Genbestand, speziell den Antikörperpool meines Gegenübers vor dem Säfteaustausch mit meinem eigenen abzugleichen. Irgendwann wird alles überschaubar. Sogar der eigene Lebensplan. WiewarDeinLetzterHIVTest? Es gab mal eine Zeit, da hätte ich den Test minutenweise aktualisieren können. Und ich hatte nicht im Labor gejobbt. Einfach auf Station. Damals hab ich mich komischerweise extrem sicher gefühlt. Egal wie offen meine Hände waren. Von Desinfektionsmittel verätzt, übernächtigt und ständig unter Versagensangst. WieIstDeinAktuellerHIVTest?

Menschen, mit denen ich gerne schlafen würde

Natürlich sind das meine Kinder, jault die Mutter in mir. Manchmal träume ich aber schon, von wem ich gern ein haldolfreies Mixup hätte. Markus Barsch heißt der Göttliche. 85 Kilogramm wiegt er momentan und hat die Ausstrahlung eines mittleren Erdbebens auf mich. Ich hab sogar eine Email von ihm. ICH! Wer Markus Barsch ist? Ihr Unwürdigen! Es ist DER Moderator auf SWR3. Manchmal legt er die Musik extra für mich auf. Da bin ich mir ganz sicher. Er spürt mich. Mich seinen Stammhörer. Im Gewirr der Anrufe. Irgendwann rufe ich ihn an und frage ihn vor drei Millionen Hörern nach seinem aktuellen Lebendgewicht zwecks Massenabgleich. Achja. Das Leben kann so einfach sein. Es geht natürlich um meine Kinder und die zweckbestimmte Auslastung von Haldol. Was meine Familienplanung betrifft, muss ich natürlich mit meinem Psychiater noch besprechen, wie weiterführend eine Email in der Generationsfolge ist. Mir persönlich macht unser Altersunterschied nichts aus. Alles wird gut. Haldol ist einen Versuch wert. Ich liebe mich. Und damit war ich offline. Aber für den übereifrigen Voyeur noch einen Blick auf das Objekt meiner Begierde: http://www.swr3.de/info/crew/?name=marcus.barsch Nicht anfassen, kreisch. Schlimm genug, dass ich ihn mit drei Millionen teilen muss.

Nur Fliegen sind schöner

Nicht dass ihn morphogenetische Felder interessieren. Für die hat er nur ein müdes Lächeln. Aber warum sich bei niedergeschlagenen Lidern mehr Fliegen an ihn heranwagen als beim professionellen Giftblick, wird wohl ewig sein Geheimnis bleiben. Magnesium interessiert ihn übrigens auch nicht. Und Pheromon leider auch nicht mehr. Obwohl er gerade damit verblüffend gut ausgestattet ist. Aber wen interessiert im Weltweiten schon, wer gerade wie riecht. Zumal er nach eigener Auskunft ein weitgehend mieser Betreuer sein soll. Dem habe ich bislang leider nichts entgegenzusetzen. Eigentlich wollte ich vor vier Jahren einen Artikel über Pheromone schreiben, später eine Doktorarbeit. Aber irgendetwas hat mich davon abgelenkt. Nur Fliegen sind schöner. Besonders ihre Meridiane.

Freitag, Oktober 20, 2006

Jemand, den ich sehr gern hab

Huch, einmal klicken, und er ist da. ganz nah. Gleich auf dem Monitor. Auch wenn er grad Urlaub hat. Ich mag seine Stimme sehr. Hab grad ein paar Fotos ergoogelt. Sein Job scheint ihm Spaß zu machen. Wird Zeit, dass ich auch wieder einen finde, der mich ausfüllt. Ich höre Groke und fange sofort an zu träumen. Plötzlich ist alles möglich. Für das bißchen Illusion liebe ich ihn. An Groke denken und über Wolfgang Pabst schreiben geht nicht, hab ich heute gemerkt. Hab keine Ahnung wieso. Nur dass ich extrem wütend werde, hab ich gespürt. Wütend auf alles und jeden.