Sonntag, Mai 06, 2007
Speed Dating
Gestern feierte Vater Geburtstag. Wieder stellten alle fest, wie sehr ich meiner Schwester ähnle. Und die begann genussvoll von einem Film über Speed Dating zu erzählen. Innerhalb kürzester Zeit lernst du dich neben mehreren Flirtpartner kennen. Ein marktkonformes Miteinander: Du checkst durch das Dating deinen eigenen Marktwert und sparst dabei Zeit, allerdings ohne gleichzeitig Geld zu sparen. Organisiert wird das in Dresden von einem Berliner Veranstalter. Stressärmer, als einen Playboy-Fototermin zu organisieren oder für eine Dessousfirma zu modeln, um den Einzigen zu erobern, scheint es zu sein. Innerhalb eines Zeitbudgets von sieben Minuten lernt frau jeweils einen Mann kennen. Kurz drauf kam ihr Einziger, stellte fest, dass ich ihr ähnle, und Tim wurde es schlecht. Vater und Mutter begannen zu diagnostizieren, und Tim trollte sich. Das war es dann für den Geburtstag. Speed Dating.
Fischlippen
Es ist schon berauschend: Du blastest, und scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann quälst du dich mit Schuldvorwürfen, versuchst sie zu verarbeiten und blastest, blastest um sie zu verarbeiten, scheinbar reagiert der im Radio auf dich - im schlimmsten Fall mit Unfallmeldungen. Irgendwann entartet der Kreislauf zur Groteske, so dass es Zeit wird, das Erlebte im google-ferneren Blog zu beackern, mit dem Ergebnis, dass der plötzlich vergoogelt wird. Verrückt. Ein riesengroßer Filz, der schwer zu durchbrechen ist. Höchstens mit Neuroleptika in Echtzeit, bis alles hinter einem dicken Vorhang aus verlorenen Illusionen verschwindet. Was bleibt, ist das verschwommene Gefühl, dass der im Radio irgendwann auf dich reagiert hatte, eine Tatsache, die angesichts der Einschaltquote gänzlich unwahrscheinlich ist. Also nimmst du weiter Neuroleptika und überlegst, ob die Dosis genügt, um Eigenzeit zielführend zu planen. Zielführend mit einer effektiven Inventur beginnend, also blastend und bloggend, bis scheinbar der im Radio reagiert. Irgendwann bist du dann sogar bereit, Flugzeugabstürze als redaktionsinterne Vereinbarungen einzuordnen.
Samstag, Mai 05, 2007
Jogurth & Kaffee
Hab zum Frühstück bei Lablue eine nette Geschichte gelesen:
Es war einmal ein junger Mann, der suchte die Wahrheit. Er durchstreifte das Land und fragte jeden: "Du, sag, kennst du die Wahrheit?" Aber niemand konnte es ihm sagen. Bis er eines Tages zu einer Höhle kam. Am Feuer sah er eine hässliche Frau sitzen, so alt wie die Zeit. Und sie war die Wahrheit und lehrte ihn. Als er die Wahrheit kannte und ging, fragte er sie: "Kann ich auch etwas für Dich tun?" Die Wahrheit nickte: "Ja." Sie lächelte: "Sag den Menschen, dass ich schön bin."
Gestern war ich erschrocken, als mir ein Altenburger bei Lablue sein Foto schickte. 49 ist er. Ich wusste nicht, wie alt ich in fünf Jahren aussehe. Ich war erschrocken. "Da brauche ich mich wohl nicht um dich bemühen", hat er gefragt. "Mir geht es gut. Dir auch?", war alles, was mir darauf einfiel. Meine Midlife-Krise. 88 will ich werden. Vater ist jetzt 82, seit heute.
Grad kam die Nachricht, dass ein Flugzeug über Kamerun abgestürzt ist. Ja, Kamerun. Das Wrack wurde gefunden. X. ist genervt, dass ich sie deshalb anrufe. Ich würde an jedem Land etwas finden, wenn sie dort hinwill. Auf meinen Einwand, dass das Land extrem unübersichtlich ist, fragt sie zurück, ob ich befürchte, dass sie dort mit dem Flugzeug abstürzt. Mir ist Kamerun nie aufgefallen, jetzt höre ich bei den Nachrichten genauer hin. Im ersten Moment denke ich - 007 wie immer - das Flugzeug ist dort abgestürzt, weil ich zu Kamerun gebloggt habe. Aber den Gedanken kann ich schneller wieder loslassen als sonst. Der Anruf bei X. tut gut, so genervt sie auch ist. Bedingtheiten und Zufälle abzugrenzen, fällt mir beim Sprechen noch leichter als beim Schreiben. Google listet den Blog nicht mehr unter Groke. Ein komisches Gefühl ist das, zwischen Erleichterung und Beklommenheit. Versteh einer die Software, komisch. Es ist Zufall, genauso sehr Zufall wie das anfängliche Listen des Blogs unter seinem Namen. Irgendjemand hatte die Option Volltextsuche in Blogs eingegeben, nehme ich an. Vorhin hatte ich bei Lablue das Foto von einem Kölner gesehen, der für sich und seine mollige, drei Jahre ältere Frau einen Mann sucht, mit dem Sex zu Freundschaft werden könnte. 37 ist der und scheint mitten im Leben zu stehen. Fehlt nur noch, dass er Adresse und Hausnummer nennt. Der scheint den Wunsch tatsächlich ernst zu meinen. 150 Menschen waren an Bord des Flugzeuges. Klar habe ich an X. gedacht. Ob sie nicht lieber nach Israel will. Aber da wird ja auch geschossen. Kamerun, ok. Ausgerechnet Kamerun. Zeit, in die Sonne zu gehen.
Es war einmal ein junger Mann, der suchte die Wahrheit. Er durchstreifte das Land und fragte jeden: "Du, sag, kennst du die Wahrheit?" Aber niemand konnte es ihm sagen. Bis er eines Tages zu einer Höhle kam. Am Feuer sah er eine hässliche Frau sitzen, so alt wie die Zeit. Und sie war die Wahrheit und lehrte ihn. Als er die Wahrheit kannte und ging, fragte er sie: "Kann ich auch etwas für Dich tun?" Die Wahrheit nickte: "Ja." Sie lächelte: "Sag den Menschen, dass ich schön bin."
Gestern war ich erschrocken, als mir ein Altenburger bei Lablue sein Foto schickte. 49 ist er. Ich wusste nicht, wie alt ich in fünf Jahren aussehe. Ich war erschrocken. "Da brauche ich mich wohl nicht um dich bemühen", hat er gefragt. "Mir geht es gut. Dir auch?", war alles, was mir darauf einfiel. Meine Midlife-Krise. 88 will ich werden. Vater ist jetzt 82, seit heute.
Grad kam die Nachricht, dass ein Flugzeug über Kamerun abgestürzt ist. Ja, Kamerun. Das Wrack wurde gefunden. X. ist genervt, dass ich sie deshalb anrufe. Ich würde an jedem Land etwas finden, wenn sie dort hinwill. Auf meinen Einwand, dass das Land extrem unübersichtlich ist, fragt sie zurück, ob ich befürchte, dass sie dort mit dem Flugzeug abstürzt. Mir ist Kamerun nie aufgefallen, jetzt höre ich bei den Nachrichten genauer hin. Im ersten Moment denke ich - 007 wie immer - das Flugzeug ist dort abgestürzt, weil ich zu Kamerun gebloggt habe. Aber den Gedanken kann ich schneller wieder loslassen als sonst. Der Anruf bei X. tut gut, so genervt sie auch ist. Bedingtheiten und Zufälle abzugrenzen, fällt mir beim Sprechen noch leichter als beim Schreiben. Google listet den Blog nicht mehr unter Groke. Ein komisches Gefühl ist das, zwischen Erleichterung und Beklommenheit. Versteh einer die Software, komisch. Es ist Zufall, genauso sehr Zufall wie das anfängliche Listen des Blogs unter seinem Namen. Irgendjemand hatte die Option Volltextsuche in Blogs eingegeben, nehme ich an. Vorhin hatte ich bei Lablue das Foto von einem Kölner gesehen, der für sich und seine mollige, drei Jahre ältere Frau einen Mann sucht, mit dem Sex zu Freundschaft werden könnte. 37 ist der und scheint mitten im Leben zu stehen. Fehlt nur noch, dass er Adresse und Hausnummer nennt. Der scheint den Wunsch tatsächlich ernst zu meinen. 150 Menschen waren an Bord des Flugzeuges. Klar habe ich an X. gedacht. Ob sie nicht lieber nach Israel will. Aber da wird ja auch geschossen. Kamerun, ok. Ausgerechnet Kamerun. Zeit, in die Sonne zu gehen.
Du verrennst dich
André sagt, dass ich mich verrenne und meint damit meine Selbstporträts. Ich komme mit der Digicam immer besser zurecht. Wenn das Akku besser wäre, könnte ich damit mehr Außenaufnahmen machen. Heute früh hab ich bei Sputnik reingehört, aber nicht erkennen können, wann Tim Wiese auf Sendung ist. Nur dass er morgens sendet, habe ich gelesen. "Schön, dass Sie uns zuhören", sagt Reufsteck grad und erinnert an das erste Autoradio. Irgendjemand will die Überwachung in Deutschland auch in unzugänglichen Wohnungen ausweiten. Mal sehen, ob dann seltener verhungert wird. Frisch am Morgen, berührt von allem, was da gerade irgendwo passiert, als ob sich ein Vorhang öffnet. Sehen und gesehen zu werden, scheint dann eins zu sein. Michael habe ich gestern gelesen, habe mich aber fast unbeobachtet dabei gefühlt. Ein Ausruhen vom Jetzt.
Sehnsucht nach Gleichheit
Was macht mehr Freude, innezuhalten oder zu synchronisieren? Tim hört jetzt Fußballsendungen und überlegt inzwischen genau wie ich, wer spricht und ob es live oder Aufzeichnung ist. Hab ihm gesagt, dass, wenn das Spiel aufgezeichnet ist, auch der Sprecher aufgezeichnet worden sein kann, aber zu einem anderen Zeitpunkt. Wann ist etwas intensiv gelebte Zeit? Bei Simulationen? Oder bei Gleichzeitigkeit? Hab gestern Jochen Graf gehört und nur Distanz gespürt. Jessica Schwarz wird heute dreißig. Mehr habe ich mir nicht gemerkt. Jetzt ist Michael Reufsteck zu hören, von Null auf 42. Ist es das? Langstreckenlauf, um sich selbst zu spüren? Bin wieder neben dem Notebook eingeschlafen. Frisch zu sein, ist ihm wichtig. Gestern sprach mich ein 49-Jähriger im Chat an, weil er sich offensichtlich langweilte. Aber da war Hans schon im Chat. Wie alt ist Jochen Graf eigentlich? Gestern hat mich aus Versehen ein 16-Jähriger angemailt. Er ist aus Dresden und will etwas mit mir unternehmen. Tim war es nicht, der ist 13. Immerhin hat er bei mir gegessen. Sogar Kuchen. Zwar schnell hintereinander weg, um schnell weiter zu kommen, um im Park Fußball zu spielen, aber immerhin. Fußball per Software, im Fernsehen und im Park, irgendwann in einer Mannschaft. Er lebt intensiv. Auf seine ganz eigene Art.
Freitag, Mai 04, 2007
Ausgerechnet Kamerun
Vielleicht hätte ich mit Nina früher nach Klein-Afrika fahren sollen Irgendwo nahe der Lüneburger Heide liegt Kamerun.
Synchronisieren
Was ist das Ende einer Story? Bin beim Altpapiermachen über Tim Wiese gestolpert. Das erste Mal fiel mir der Name bei www.nrj.de auf, später beim Fußball und dann bei MDR Sputnik. Scheinbar ist der Name häufig. Den nrj-Wiese habe ich lange gesucht. Als der auf Sendung war, hatte ich permanent das Gefühl, in einem BigBrother-Container zu sitzen, er an den Reglern und am Mikro, ich im Lichtschacht. Damals hab ich auf jede Veränderung von Stimmfärbungen geachtet und eigene Handlungen davon abhängig gemacht, als ob mich ein Synchronisieren weitergebracht hätte. Inzwischen ist er genauso verschwunden wie andere nrj-Moderatoren. Und wer sucht schon bloß wegen einer Namensgleichheit nach weiteren Parallelen? Google formatiert ja keine Biografien. http://www.radioforen.de/showthread.php?t=6026 behauptet, dass der Sputnik- und der nrj-Wiese die selbe Person sind. Vielleicht höre ich da tatsächlich mal rein und schau mir nicht nur Frizz-Beilagen an. Aber ich mag Sputnik nicht. Als ich das am 7. März 2003 einer in Sachsen-Anhalt im Auto gehört hab, hat mich einer fast auf den Acker gedrängelt. Es war der Horror. Bin rechts ran gefahren und hab den Sender ausgeblendet. Den terrestrisch zu hören, war die Hölle. Aber per Webradio müsste es gehen. Mal sehen. Damals war der Citroen schon Schrott. Bei dem Unfall damals hatte ich Mike@Work auf nrj gehört, und die Ampelkreuzung war in drei Richtungen freigegeben. Wenige Sekunden vor dem Crash hatte Mike@Work bei -6 Grad Joachim Witt mit "Die Flut" aufgelegt. Januar 2002 war das. Die Flut kam dann im August, das Jahrhundert-Hochwasser. Martin meinte nur, ich hätte aufpassen müssen. Weltverschwörungsschrott eben. Wer rechnet schon damit, dass eine Ampelschaltung spinnt? Hab danach überall versteckte Kameras gewittert, besonders als ich im Frühjahr 2002 mit einem Schweizer Pfarrer über das gigantische Einfluten tschechischer Jungbrunst im Elbtal gesponnen hab. Es war alles verrückt. Die ganze Welt. Und ich DER 007, den alles zu meinen schien. Schreiben half mir. Radio zu hören und zu schreiben. Dann verlor fast jede Befürchtung an Schwere. Manchmal schien eine bekannte Stimme auf einem anderen Sender wieder aufzutauchen, wie die von Mike@Work auf RTL Sachsen als Mike Neudorf. Aber manche Stimmen ähneln sich auch. Januar 2005 fiel mir Mike Neudorf auf, als mein Notebook kaputt war und ich deshalb nur terrestrisch hören konnte. Thomas hört fast ständig Radio1. Als er hier war, fehlte es ihm, genau wie mir Groke.Donnerstag, Mai 03, 2007
Grinsen nach Plan

Großkampf. Die Mundwinkel hängen. Täglich Facebuilding. Grinsen wäre schön. Grinsen über alles und jeden. Nichts ist so bescheuert, dass nicht wenigstens ein Grinsen machbar wäre. Vorhin doppelte sich wieder vieles beim Kristian Thees-Hören. Grund genug zu grinsen. Offline habe ich selten die Ruhe, dass mir Gleichzeitiges überhaupt auffällt. X. will nach Kamerun, sagt sie. Tim will Fußball trainieren. Hab nach Kamerun und Fußball gegoogelt. Missionar auf Zeit will X. werden. Tim sucht eine Fußballmannschaft. Ich hatte zuerst an Dynamo gedacht. Gleich am Straßburger Platz. Aber Tim will erst mal schnuppern. Zweimal pro Woche zu trainieren und dann noch Punktspiele zu machen, wird hart. Im Moment spielt er zweimal pro Woche Tischtennis. Aber in der Zeit, in der er zu Hause vor dem PC sitzt und virtuelle Bälle kickt, kann er auch auf dem Rasen trainieren. Kamerun, verdammt, ausgerechnet Kamerun? Warum geht nicht auch Israel oder Marokko? Grinsen, ich muss mehr grinsen. Das ist wichtig. Ich brauche mehr Spiegel.
Betroffenen-KZ mit einsamem Heilsbringer
Mango zu kauen und dabei auf den Groke-Altar zu stieren, versöhnt mit Unheilbarem. Vorhin rief Norbert an. Ich soll mich an eine Selbsthilfegruppe wenden, sagt er. Das Miteinander mit Betroffenen ist seiner Meinung nach DIE Ressource. Dass ich mich durch so einen Zusammenschluss isoliert fühle, wundert ihn. Vielleicht noch durch einen einsamen Heilsbringer nach außen abgeschottet.
Angst trennt

Social Skills. Sich in den Anderen hineinzudenken und hineinzufühlen ist bei Schizophrenie erschwert. Angst trennt. Seit gestern ist Groke so weit weg wie jeder andere. Es war alles nur Autosuggestion, sehr intensiv, aber Autosuggestion. Unheimlich intensiv war das. Ich hätte schwören können, er liest mich. Verrückt war das. Eben schizophren. "Kann mich irgendwer verstehn", kommt grad auf SR1 - Platz 11 in den Hörer-Charts.
Rehabilitation bei Schizophrenie
Misst man das Outcome an
• sozialer Rolle und Beziehungen,
• Arbeit und Freizeit,
• Lebensqualität und
• Interaktionen
scheint es in den Niederlanden ein interessantes Projekt zu geben:
"Im EQOLISE-Projekt, welches die Umsetzbarkeit des Supported Employment in Europa prüfte, gelang es, mehr als die Hälfte von 312 Patienten auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. In der Kontrollgruppe, die in traditionellen Einrichtungen, wie Werkstätten, betreut wurden, war dies nur etwas mehr als ein Viertel der Patienten. Auch die weiteren Parameter sprechen eindrucksvoll für das Supported Employment. Lebensqualität und Arbeitszufriedenheit waren signifikant größer, Ängste und Depression signifikant geringer. Solche deutlichen Unterschiede ergaben sich in allen sechs Zentren, die an EQOLISE teilnahmen, unabhängig von den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen."
Hab bei Google nichts Deutschsprachiges dazu gefunden und deshalb verschiedene Verbände dazu angeschrieben.
• sozialer Rolle und Beziehungen,
• Arbeit und Freizeit,
• Lebensqualität und
• Interaktionen
scheint es in den Niederlanden ein interessantes Projekt zu geben:
"Im EQOLISE-Projekt, welches die Umsetzbarkeit des Supported Employment in Europa prüfte, gelang es, mehr als die Hälfte von 312 Patienten auf dem ersten Arbeitsmarkt unterzubringen. In der Kontrollgruppe, die in traditionellen Einrichtungen, wie Werkstätten, betreut wurden, war dies nur etwas mehr als ein Viertel der Patienten. Auch die weiteren Parameter sprechen eindrucksvoll für das Supported Employment. Lebensqualität und Arbeitszufriedenheit waren signifikant größer, Ängste und Depression signifikant geringer. Solche deutlichen Unterschiede ergaben sich in allen sechs Zentren, die an EQOLISE teilnahmen, unabhängig von den vorherrschenden gesellschaftlichen Strukturen."
Hab bei Google nichts Deutschsprachiges dazu gefunden und deshalb verschiedene Verbände dazu angeschrieben.
Mittwoch, Mai 02, 2007
Frisch blondiert

Boah, bin ich schön. Sogar von oben. Strähnchen hat sie mir auf den Schädel gezaubert. Das HIV-Testbesteck ist da. Jetzt hat plötzlich alles alle Zeit der Welt. Ich bin so froh, dass es ihr inzwischen genügt, dass sie sich testen könnte, wenn sie es wollte. Der Test hält sich bestimmt einige Jahre. Irgendwann kann ich ihn vielleicht unbenutzt entsorgen. Ich hasse ihn. Seit Jahren. Ich hasse ihn, wie ich Ausreiseanträge gehasst hatte. Ein HIV-Test ist für mich nach wie vor nichts weiter als ein Ausreiseantrag aus dem Hier und Jetzt.
Stapelbares
Für Cie Yu listet Google Stapelbares. Nur ein Buchstabe ist anders. Vorher hatte ich nach Cie Yun gesucht. Ich habe kalte Hände. Gleich geht Groke auf Sendung, und ich muss/will zum Friseur. Stapelbares. Ich will sie sehen. Vielleicht kommt Nina mit.
Projekttheater
Bin ganz Selbstzweifel. Alles was mir einfällt, scheint lächerlich zu sein. Alle Welt hat mehr Tiefgang als meine ewigen Versuche, mit der Digicam Augenblickliches zu dokumentieren. Sogar der Bücherstapel ist scheinbar belanglos. In der Neustadt kam ich an einem zerfetzten Plakat vorbei. Die Frau, die davor stand, ähnelte der auf dem Plakat, lachte mich an und steckte mir eine Karte zu. Nothingness. Jetzt liegt die Karte direkt neben meinem Monitor, vor dem Groke-Altar. Cie Yu heißt sie und tritt morgen im Projekttheater auf. Sie tanzt. Als sie da stand, redete ein schwarzhaariger Asiate auf sie ein. YoonA Yu könnte das gewesen sein. Am Sonnabend vor dem Tango war auch ein Asiate da. Mit weiten, ausgebeulten Jogginghosen und breitem Grinsen. Udo hat gleich die Yoga-Übungen beim Schnuppern vergessen und sämtliche Spannung heimatlich ausgekostet. Thomas explodierte fast bei jedem Schritt. Da war kaum die ruhige asiatische Gelassenheit zu spüren, nach der ich mich sofort wieder gesehnt hatte, als ich die Jogginghosen sah. Thomas in Globetrotter-Funktionskleidung, jeder Moment durchgetimt wie auf einer Weltreise. Und da Cie Yu. Ich habe Lust, sie zu sehen, mit ihr zu reden, sie zu berühren und mit ihr zu lachen.
Schmachtgestöhne
Ein verlängertes Wochenende Thomas, ein Besuch bei Martin und ein Anruf von Micha. Bin noch wie betäubt, alles scheint belanglos zu sein. Heute gehe ich zum Friseur, grad wenn Groke auf Sendung ist. Schade. Zeus und Wirbitzky spekulieren auf SWR3 gerade über die euphorisierende Wirkung von Hortensien, über Beckhams Grundstückskaufentscheidungen, über die aktuellen Salatpreise und über den geschmacklichen Unterschied von Salat und Socke. Ich weiß noch nicht, wie ich die Rechnung für den Eisenmangel-Artikel ausstelle. 19 Prozent Mehrwertsteuer muss ich aufschlagen. Michas Conny tut mir leid. Ihre Eifersucht nervt ihn, sagt er. Sie scheint ihn sehr gern zu haben. Ich freue mich auf die neue Farbe im Haar. Gestern abend waren die Augenringe kurzzeitig fast weg. Ob ich Martin gern habe, weiß ich nicht. Nur dass es nach wie vor weh tut, wenn ich Claudia sehe, spüre ich. Es ist alles so irrational. Überall riecht es nach Mitleid. Das ist das Schlimmste an den Augenringen, diese Vorahnung von Mitleid. Hab grad bei Lablue Johann gelesen. Seine Karin ist ausgezogen. Jetzt ist ihm einsam, schreibt er. Anfangs war es ihm egal. Sabine meldet sich nicht mehr. Sie hat viel zu tun, scheint es. André bloggt nicht mehr. Es scheint ihm gut zu gehen. Jetzt hat er wieder Familie. Familie... Wem nützt es, wenn ich anders lebe, als ich lebe? Was ist überhaupt wichtig? Ein guter Gag? Zu faszinieren? Micha fährt quer durch Deutschland. Tag für Tag. Und Conny wartet auf ihn. Augenringe.
Dienstag, Mai 01, 2007
Magische Momente im Alltag
Ich schließe den Kühlschrank, und Simarro sagt: "Jetzt ist die Tür zu." Ich schreibe über kalte Füße, und Groke erinnert sich an seine Füße im letzten Winter. Simarro und Groke sind weit weg und können nicht lesen, was ich gerade schreibe, trotzdem zieht sofort mein ganzer Tag an mir vorbei, und ich fühle mich beobachtet. Grad als ob meine Neuroleptika-Dosis zu niedrig ist. Ich hasse magische Momente, so gerne ich allein Radio höre. Dann kann ich kaum noch schreiben. Anders als wenn ich aufnehme, was ich höre. Den Reifennachriller zum Beispiel. Oder Thomas´Geschichte von der nähesuchenden Beamten, die mindestens zwei Männer auf einmal braucht, um sich zu spüren. Da zuzuhören ist wie Urlaub. Alles ist so weit weg, dass es mich garantiert nicht meint, und ich brauche es nicht zu verstehen, um zu funktionieren. Da ist nichts, was Synchronisation zu meinen scheint.
Eine breite Oberlippe wär schön
Vorsicht in der S-Bahn
Nicole Koester hat heute tatsächlich "Vorsicht in der S-Bahn" gesagt, als sie auf SWR3 Verkehrsmeldungen durchgab. Hab mehrere Sekunden gezögert, bevor ich Thomas danach fragte, ob er das Gleiche gehört hat wie ich. Er war erst empört, dass ich ihm nicht zuhöre, meinte bloß, dass es normal ist, wenn solche Meldungen kommen. Er hatte es garantiert nicht gehört. Irgendwann maile ich Nicole Koester und frage sie, ob sie tatsächlich "Vorsicht in der S-Bahn" statt "Vorsicht auf der Autobahn" gesagt hat. Hat Baden-Baden eine eigene S-Bahn? Mir kam das alles so komisch vor, dass ich eher an eine akustische Halluzination geglaubt habe. Thomas war das wie gesagt total egal. Es war schrecklich. Fast so schrecklich wie der Zigarettenqualm, von dem Robert behauptet, dass Leppi ihn macht. Ich glaub ihm nicht. Wie dick muss Qualm sein, dass er zwei Etagen hoch zieht? Robert lügt. Leppi wohnt im zweiten, er im dritten, ich im vierten Stock. Außerdem riecht es auf Roberts Flur genauso. Aber mein verdutztes Gesicht hat er genossen, als ich mir den röchelnden Leppi mit Zigarette zwischen den Zähnen vorgestellt habe. Vorsicht in der S-Bahn. So ein Quatsch. Ich feiere mich gerade: Blogge und höre Groke. Dazu verfliegt der Qualm vor dem Fenster einen Moment lang. Nicht lange, aber immerhin. Röchelt auf dem Gang, als ob ihm jeder Schritt zu viel ist, geht ins Eigenste und qualmt.
Drei Tage Besuch
Die drei Tage Besuch sind bald vorbei. Bin so viel Nähe kaum gewohnt. Stundenlange Gespräche, endlose Wege und ständig das Gefühl, sofort schlafen zu können. Jetzt wacht Thomas auf. Frotteurismus im Hamsterkäfig geht nicht, sagt Thomas, das sei nicht eng genug. Und dass die Waage zwei Kilo zu viel wiegt. So, jetzt weißt du es auch.
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