Freitag, November 16, 2007

Sturm

In Bangladesch hat es über Nacht fast tausend Menschen aus dem Leben gerissen. Hab Tim gefragt, welche Region in Indien wettersicher ist. Aber das hat er nicht in Geografie gehabt. Hab X. sprachlos in dem Stimmengewirr im Katastrophengebiet gesehen. Mich hat es geschmissen vor Angst. Tim fragte nur zurück, was dann aus dem Katzenstreu wird. Das ist seit kurzem seine Standardreaktion, sobald ich ihn nerve. Wetter und Indien... Irgendwie kriege ich das raus. Mir fehlen nur noch die richtigen Deskriptoren.

Hab Sesamknäcke ausprobiert. Darauf hatte ich mich seit Tagen gefreut. Die Clementinen duften. Das Wochenende wird schön. Morgen früh rufe ich im Seidnitz-Center beim Heberer (0351/25 23 169) an, ob sie Fiaker-Brot haben, radle rüber, es kaufen, koche den Kürbis von den Eltern, lade Tim und X. zum Essen ein - ich habe noch nie Koriander, Möhre und Kokos kombiniert - und gehe abends zur CYNETart zu der Performance von Sonia Cillari. Zu zweit wäre es schöner, aber Tim weiß noch nicht, ob er mitkommt. Lust hat er keine. Die Installation, bei der X. einen Animationsfilm mit Minimalaufwand generiert hatte, hatte mich so fasziniert, auch wenn wie immer nicht oder kaum geheizt war. Aber die Galerie in der Rähnitzgasse 2006 war auch nicht so abgelegen wie das Festspielhaus Hellerau 2007. Insofern verstehe ich Tim sehr gut. Vielleicht interessiert ihn Massage.

Donnerstag, November 15, 2007

Beharrlich, furchtlos, selbstkontrolliert, statusorientiert und zielstrebig... Integer, vertraut, vorsichtig und friedfertig... Ich arbeite seit Wochen in einem Keller hinter Gittern und dazu noch mit einer Jalousie, die nur halb aufgeht. Heute rissen ganz kurz die Wolken auf. Das war ein großartiger Moment.

Irgendwann

Diamantpressung gibt es ab 4641 Euro (0,4 Karat, unabhängig vom Schliff) inkl. Überführung der Asche in die Schweiz und Kultivierung des Diamanten. Hinzu kommen Kosten für die Einäscherung ab 2300 Euro (ohne Feier), bis 3800 Euro (mit Feier, Sarg, Blumen und Anzeige). Das wären dann mindestens 7000 Euro. Vater hat gestöhnt. Hab es Mutter gemailt.

Ich habe einen neuen Sitzball. Der ist noch besser als der Liegesessel. Ich fühle mich wie neugeboren. Er ist fast 65 Zentimeter hoch.

Hab beim Bäcker in der Schiller Galerie nach Fiakerbrot gefragt, aber nur Kräuterbrot bekommen. Mit Zwiebeln und Gurke hat es mir aber auch gut geschmeckt, Vater scheinbar auch. Am Wochenende gibt es Kürbissuppe.
In der Altmarktgalerie gibt es Shiatsu-Liegesessel. Zwei Euro kostet die Benutzung. Ich konnte mir kaum verkneifen, mich drauf zu legen im Galerie-Keller neben dem Springbrunnen.

Vater hat mich vorm Einschlafen als Kellerkind bedauert, und das ausgerechnet, als ich unter der Dachschräge lag. Wie immer beim Einschlafen. Mein Job ist im Keller, immerhin ruhig. Aber Vaters Bedauern hat mir das Einschlafen vermiest.

Mittwoch, November 14, 2007

Weglaufhaus Dresden

Wenn der Dresdner Internetdienstanbieter die Seite offline nimmt, kann Miri sie trotzdem als Referenzobjekt nutzen, sagt Tim. Dass er nicht bereit ist, die Inhalte kostenfrei im Netz zu belassen, hatte der Internetdienstanbieter, auf dessen Server die Seite ist, gestern angekündigt und mir seine Auslagen mit fünf Euro monatlich veranschlagt. Das seien Auslagen, die er nicht bereit sei, vorzuschießen, wenn sein Kontakt zu mir nicht seinen Vorstellungen entspräche. Zu diesen Vorstellungen gehören unter anderem gemeinsam erlebte Konzerte und ewige Telefonate zu Zeiten, zu denen ich normalerweise schlafe oder zu denen Groke sendet. Das ist das Aus für die Webseite. Hart für Miri. Mittlerweile verstehe ich Elisabeth Dederke immer besser, die situativ differenziert, wobei sie mit wem in welchem Umfang zusammenarbeitet. Jeder macht seine Erfahrungen. Der nächste Schritt wird sein, Fördermittel zu beantragen. Als Ein-Mann-Gruppe wird das allerdings schwierig. Aber es muss ja nicht alles sofort sein. Jedenfalls ist das besser, als von einem Internetdienstanbieter abhängig zu sein, der mit mir spielt. Das Selbsthilfenetzwerk seelische Gesundheit funktioniert auch ohne die Seite. Den nächsten Vertrag mit einem Internetdienstanbieter mache ich schriftlich.

Sonntag, November 11, 2007

Miri hat das Weglaufhaus ins Netz gestellt.

Stefan rief an: Dagmar Wiezcorek sei wieder da gewesen. Google listet den Namen mehrfach. Was er beschreibt, klingt unwahrscheinlich. Sie sei in seiner Wohnung, wenn er nicht da ist, obwohl er ein neues Schloss eingebaut hat. Hab ihn gebeten, auf sein Phantom zuzugehen, um die Diskrepanz zwischen Wahrgenommenen und Tatsächlichem zu erfassen.

Und ich träume von einem Groke-Double.

Ich bin in der Zeitung

Wieder ein Tag ohne Groke und mit Regen.

Samstag, November 10, 2007

Es regnet

Samstag morgen, SR1 im Ohr, Potato vor Augen. "Ich hab ja schon meinen Vogel im Studio", sagt Mike Caspers gerade. Tim schläft. Zeit für Kaffee, Haarewaschen und Aufbrezeln fürs Bewerbungsfoto. Aber es regnet. Inzwischen ist es schon wieder mehr als zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal bei ihr war. Damals hatte sie einen verdammt tiefen Ausschnitt und eine Perlenkette. Tim strahlte und zeigte seine Zähnchen - zwei Jahre war er damals. Ich bin schon wieder aufgeregt. Ich finde keine Pflaster mehr. Die Bettwäsche muffelt. Ich habe keine Lust aufzustehen. Kaffee, schmacht. Die Schwangerschaftsfotos erinnern mich an die Frauenärztin ein paar Meter weiter. Das war damals ein verrückter Tag bei ihr. Sie hatte meine Eltern angerufen, nachdem ich sie gefragt hatte, warum sie meine Schwester nicht von der Hysterektomie zurückgehalten hat, zumal ihre Enkelin grad zu stillen war und die Blutungen dadurch auch gestillt werden könnten. Damals hatte mir die Schlenk ihre Notarztdienste angeboten, aber letztendlich dafür gesorgt, dass ich in die Psychiatrie kam. Ein verrückter Tag eben. Meine Schwester hatte das Stillen mit Hinweis auf die Stärke der Blutungen und die Beratung der Schlenk abgelehnt. Die Schwangerenfotos zeigen kaum die Familie. Es regnet immer noch. Ich weiß noch nicht, was ich für das Foto anziehe. Groke fehlt mir. Uwe Groke fehlt mir. Im Ministerium ist auch ein Uwe. Der flucht immer, wenn er mit Dritten "alleine" ist und ich dabei bin. Ich sehne mich nach Haut, ganz Kellerkind in der Mansarde. Der Job im Keller schlaucht doch, so ruhig der Raum dort ist. Entweder ich bin im schattigen Großraumbüro-Kreuzfeuer oder in der kauzigen Kellergemeinde... Sonne auf der Haut wäre schön, Groke zum Aufwachen eben. Aber ich kann im Keller kein SR1 empfangen, nur MDR Figaro. Und das ist genauso trostlos wie der Keller. Deutschlandradio hat für die Wissenschaftsredaktion ab Oktober 2008 ein Volontariat in Köln oder Berlin ausgeschrieben. Nothing compares to you, läuft grad.
Als ich Nina von der euro-scene erzählt habe, hatte ich eigentlich erwartet, dass sie sich über die trostlosen Themen mokiert. Stattdessen erzählte sie, als sie von den Kindertotenliedern hörte, von einem pädophilen Religionslehrer, der gleichzeitig Sport unterrichtete, Wilhelm hieß und nach seiner angeblich tatsächlich praktizierten Schwanzvergleichinstruktion im Sportunterricht von der Kreuzschule verwiesen worden, aber nicht vom Dienst suspendiert worden sei. Letztendlich lief das Gespräch auf einen Antrag auf Kostenübernahme für die Praxisgebühr an das Kreuzgymnasium hinaus, das bei krankheitsbedingtem Fehlen bei Klausuren ein ärztliches Attest fordert. Der Schwanzvergleich lässt sich mit zehn Jahren Verzögerung wahrscheinlich kaum nachweisen, auch wenn es einen Onkel Thomas gibt, der das erlebt haben soll.

Freitag, November 09, 2007

Hab bei einer Befragung mitgemacht

Bin gespannt, ob ich tatsächlich etwas gewinne.

Donnerstag, November 08, 2007

Kinderarmut

Ich habe heute das erste mal im Landtag gesessen und Apfel gesehen, den Fraktionsvorsitzenden der Partei, die ein Erziehungsgehalt fordert, scheinbar eine FrauenZurückAnDenHerd-Initiative. Dabei hat Sachsen weniger Krippen als andere neue Bundesländer. Es ging um Kinderarmut: 200 000 Kinder in Sachsen sind arm, 46 Prozent der Kinder in Görlitz, jeder vierte Sachse. Die Lösung, die mehrere Frauen im Landtag anboten, waren Ganztagsschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit frühkindlichen Bildungsangeboten. 530 000 Menschen erhalten heute Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld - 200 000 mehr als Bezieher von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe Ende 2003. Bis 2020 wird die Altersarmut eine Massenerscheinung. 20 Prozent der Bevölkerung sind Migranten. Unter den Deutschen sei mehr Geld als je zuvor. Dabei sei es ungleicher verteilt als je zuvor. Vorhin habe ich das Institut für transkulturelle Medizin entdeckt.

Mittwoch, November 07, 2007

Seelenpresse

Bin schon wieder ganz Fernweh. Das Unterschreiben der Petition hat nicht geklappt. Ich tauche zweimal auf: an postition 848 UND 849. Hab gefragt, ob der Webmaster das korrigieren kann. Hab Michael Alvers angerufen: Bei ihm ein redaktionelles Praktikum zu machen, scheint nicht viel Sinn zu haben. Er sucht englische Muttersprachler. Stanford scheint ihm wichtig zu sein. Karin hat mich auf ihn aufmerksam gemacht, jedenfalls auf das Bioinnovationszentrum, in dem er arbeitet. Genetik ist das erste Stichwort, das er anbietet. Ein Fremder. Geografie hat er studiert und mit einem Nobelpreisträger zusammengearbeitet, einem Physiker. Hab ihm erzählt, dass ich in der SZ-Lokalredaktion und bei Welt der Wunder war und jetzt in der Pressestelle des Wissenschaftsministeriums an einem Flyer über das Studieren mit Kind arbeite. Genetik, Physik und Geografie... Zweidimensionales hat ihn mal interessiert. Papier, träum... Unvernetztes Papier voller Insulaner-Kauderwelsch, verlinkt zum Exoten-Gurutum, immer in Erwartung, entdeckt zu werden, versteckt mitten im tiefsten Europa. Allmählich verstehe ich die Traditions-Saarländer. In Frankfurt/Oder kann man grenznah und multinational Internationale Beziehungen studieren. Aber Osteuropa interessiert X. nicht, Kitesurfen in Polen schon. Hab Stefan Strohschneider gefragt, mit welchen indischen Hochschulen er zusammenarbeitet. Indien interessiert X. eher.

Dienstag, November 06, 2007

Interkulturelle Kommunikation

Hab grad einem Regensburger Organisationspsychologen, der sich für interkulturelle Psychologie interessiert, mailen wollen, um zu erfahren, mit welcher indonesischen Hochschule er kooperiert, als ich über sein IchMacheWoandersWeiter gestolpert bin. Mir wurde gleich ganz multidisziplinär. Zeit schlafen zu gehen. Morgen ist auch noch ein Tag. Außerdem paukt Nina jetzt die Dynamik des Waldsterbens für Geografie und hat keinen Nerv für Auslandspraktika oder Studienwahl.

Sonntag, November 04, 2007

Batterlauf

Uwe Groke hatte Startnummer 693 und ist, so Tim, eine gute Zeit gelaufen. Auf den Fotos habe ich ihn nicht entdeckt. Heute gibt es Barsch mit Erbsen und Kartoffelbrei und dazu eine Recherche übers Waldsterben. Im Fernsehen die Nordtour. Ein bißchen ahne ich seinen Tag, die Gesichter, die er gesehen hat, und die Wege, die er gelaufen ist. Nina stellt gerade alles infrage - ihre Sehnsüchte und ihre Wünsche. Das jugendliche Chaos fehlt ihr. Sie will weg, weit weg. Vater will, dass ich Haemochromatose bei mir ausschließen lasse. Karin spendet scheinbar oft Blut, und er vermutet, sie hat eine Eisenstoffwechselstörung. Ich träume so gern. Ich könnte den ganzen Tag in Fotos blättern, um nach einem Gesicht zu suchen, dass ich sowieso nicht wiedererkennen kann, wenn kein 693 drunter steht. Ich sehne mich nach seiner Stimme. Am Wochenende war Ursula da. Ich soll Kryptopyrrolurie bei mir ausschließen lassen, sagt sie. Letztendlich geht es ihr darum, dass ich ausreichend Zink und Vitamin B6 nehme.

Ich stöbere in Videos


Rebecca Salzer - Office Furniture,
Slow Day At Work,
David Blaine Street Magic

Samstag, November 03, 2007

Meine Lieblingsmusik

Midge Ure - Breathe
Annie Lennox - Dark Road
Plain White T's - Hey There Delilah
F4 - Le Smou
Jewish Klezmer
Toms Diner

Klezmer

Tim hatte heute Musik für Autokolonnen gesucht. Klezmer finde ich dafür immer noch am schönsten.

Donnerstag, November 01, 2007

Indische Links

Mitgiftmord
Durga
Lonely Planet
Local Guide
Marco Polo
Polyglott
Auswärtiges Amt
Hamburger Bibliothek
Bibliothek in Karlsruhe
Indologie-Lehrstuhl in Heidelberg
Wildlife
Indische Sprachen
Indische News
Google
Studiengang Internationale Beziehungen
Deutsche Welle

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Indien/Links/DIndPartnerschaft.pdf Beide Regierungen begrüßen die positive Entwicklung im Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden, insbesondere das neue Austauschprogramm zwischen den fünf Indian Institutes of Technology und sechs Technischen Hochschulen in Deutschland, das auch eine Ausbildungsphase in deutschen Unternehmen vorsieht, sowie die Einführung zahlreicher englischsprachiger Studiengänge an deutschen Hochschulen. Sie stellen fest, daß der akademische Austausch ein Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit bleiben und weiter ausgebaut werden soll. Sie werden sich deshalb dafür einsetzen, daß in diesem Bereich laufende Programme ausgeweitet und, wo notwendig, neue Initiativen ergriffen werden. Die von der Vereinigung Indischer Hochschulen (AIU) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Februar 1999 geschlossene Vereinbarung über wissenschaftliche Zusammenarbeit setzt den Rahmen für eine verstärkte Kooperation zwischen deutschen und indischen Universitäten. Die hierdurch eröffneten Perspektiven zur Verstärkung des Austauschs von Studenten und Wissenschaftlern sollten voll genutzt werden, insbesondere durch die Einrichtung von Hochschulpartnerschaften. Der Ausbau des akademischen Austauschs kann nicht allein Aufgabe staatlicher Stellen sein. Beide Seiten regen daher die Schaffung eines privaten deutschindischen Stipendienfonds durch die Industrie an, der die Aufgabe übernehmen soll, von deutschen und indischen privaten Förderern und Unternehmen Mittel einzuwerben.

Luzie
Go Out
HS Karlsruhe
World of XChange
College Contact

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Indien/Links/DeutschIndischeErkl_C3_A4rung.pdf Beide Seiten begrüßen den Beschluss des indischen Rates für Kulturbeziehungen (Indian Council for Cultural Relations), an verschiedenen deutschen Universitäten fünf Wanderlehrstühle für moderne Indologie einzurichten.

http://www.aswnet.de/indien/infomaterial.html
Amnesty International

Straßenplan


Viele Straßen in meiner Umgebung tragen Ortsnamen aus dem Erzgebirge. Heute fiel mir auf, dass es den Ort Bärenstein im Erzgebirge zweimal gibt: im oberen Erzgebirge bei Weipert - bei Vaters Verwandten - und bei Altenberg.
Heute habe ich SR1 weder mit Windows Media Player, noch mit Real Player hören können.

Weltmeisterschaft

Der Schönste