Freitag, Dezember 28, 2007

Erdiger Atem

Gestern hatte ich nach Tantra Sex Kursen gegoogelt, als Exter auf Sendung war. Und da war es wieder, dieses DuWirstGesehen. Obdachlose scheinen das öfter zu erleben. Obdachlos am eigenen PC.
Exter war weit weg, mindestens zehn Sekunden, wie immer. Komisch. Abgesehen davon habe ich auch nichts Erregendes gefunden. Nur einen Fotoband zur weiblichen Scham kombiniert mit Mohnknospen, Astlöchern und Muscheln im Sand. Hab an Andreas denken müssen, dieser Geruchs-Messie hat sich beobachtet und entdeckt gefühlt, sobald er ein Mädchen Eis lecken sah. Wobei er sich dann beobachtet fühlte, hat er nicht gesagt. Nur dass sie seine Gedanken lesen könnten. Als wir im Frühling unter Linden gingen, hatte er Angst, ein Messer in den Händen zu haben. Die Lindh war gerade ermordet worden. Er tat mir leid. Ich weiß nicht warum. Aber die Angst kannte ich. Die Angst selbst derjenige zu sein, der gerade schuldig geworden ist. Eine irrationale Angst. Tantra. Scham. Schuld. Wo beginnt Austauschbarkeit? Wir haben alle ein Bett in einem Aufwachzimmer, das auf uns wartet. Jeder von uns wacht irgendwann auf. Wie oft muss sich ein Ereignis wiederholen, um austauschbar zu werden? Wenn ich Grokes MySpace-Seite anklicke und der Login sich verändert hat, ist das immer noch aufregend. Ein Klick, der verbindet. Hab Andreas selten vertraut, nicht mal wenn er schlief. Es war, als ob eine negative Energie von ihm ausging. Egal was er machte. Sogar wenn er den Ritterstern ins Kellerfenster gestellt hatte oder wenn er eine Johannisfeige im Schlosspark geklaut hat. Alles schien so bedeutungsgeladen zu sein. Es war als ob ihn der Unsichtbare ständig begleitete und provoziert werden wollte. Das Messer unter den Linden war nur ein Symbol von vielen. Am schlimmsten war es, wenn er betrunken war und etwas erzählen wollte. Es war dann so verworren, dass ich im nächsten Moment damit gerechnet hätte, dass er mich umbringt. Er konnte dann stundenlang Holz hacken. Mir war selten jemand so fremd. Tagelang vergaß er zu essen, trank Kaffeeschlamm und irgendwelchen Schnaps, bis er Blut kotzte. Als ich dann rote Laken aufzog, wurde er wütend. Hab dann keine Schüssel gebracht, er sollte die Flecke auf den Schaffellen sehen. Tim hat mir versprochen, keine Knaller auf seiner Silvesterfete zu zünden. Die Lindh ist im Herbst umgebracht worden. Aber das Gespräch unter den Linden muss im Frühling gewesen sein, die Blätter waren hell und die Sonne tat gut. Ich hatte ihm grad davon erzählt, dass ich den Flieder hochschwanger gesenst hatte und dass mir Werner deshalb eine eigene Sense geschenkt und seine weggeschlossen hatte. Bis dahin war der Weg hinterm Haus fast zugewachsen. Der Weg, auf den uns Hess langschicken wollte, quer durch den Wald, nachdem er auf unserer Zufahrt Tomaten und Erdbeeren gepflanzt hatte. Aber das ist eine lange Geschichte, noch dazu eine ziemlich traurige. Flieder zu sensen, tut verdammt gut. Auch barfuß. Aber inzwischen würde ich mir wahrscheinlich auch Gummistiefel anziehen und wäre in Gedanken. In Spanien ist heute sowas wie der 1. April. Damals hatte ich Angst um Andreas, sein Atem roch nicht mehr nach Sand, sondern schon nach Schwarzerde. Daher das Fell. Aggressiver ging nicht. Er schien schon innerlich zu verrotten, gleichgültig und selbstvergessen. Ihn rauszuschmeißen ging nicht mehr. Dafür war es zu spät. Irgendwann hat er sich getrollt. Geblieben sind ein paar herzzerreißende Briefe aus dem Entzug danach: Seine Mutter hat ihn nicht mehr in ihre Wohnung gelassen. Eine verrückte Familie. Was sie nicht umbringt, macht sie hart, schien ihre Devise zu sein. Christian Balser hat eine seiner Webseiten immer noch nicht vom Netz genommen. Eine Datenleiche im Weltweiten. Hab meinen Eintrag nicht vollständig löschen können. Peinlich. Am Mikro wirkt er so sortiert, und dann so eine Webseite. Der verzettelt sich eben doch. Und mit dem habe ich vor Groke geprotzt. Nur weil er auf Jump aufgeräumt wirkte. Alvers und Alvar muss ich auseinanderhalten. Die Knispel macht komische Verkehrsmeldungen: Ich kann keinen Zusammenhang zur WDR-Webseite erkennen.

Exstase

Gänsehaut, leider oft auch kalte Füße, dabei eine wohlige Wärme um Schultern und Nacken, genussvolles Schnaufen, SichRäkeln und vor allem unbeschwerte Einsamkeit, nichts was Scham triggert. Mitten im Rammstein-Konzert zusammen mit 15 000 Anderen hab ich das erlebt. Auf ihr »Ich will, dass ihr mich versteht« bin ich dann aufgewacht und sofort gegangen, noch bevor das Konzert zu Ende war. Das Video hatte ich bis dahin nicht gesehen. Es relativiert den Text und engt ihn ein. Aber der Ton bleibt. Hab die CD als DIE Botschaft an mich erlebt, als ich sie das erste Mal hörte. Und dann war ich einer von 15 000, fast schon wieder sozialisiert. Die Band war in der Erdgas Arena so präsent wie auf der CD. Hab leider nur einen Link von 2005 gefunden. Das Gefühl auserwählt zu sein, war weg. Ich war nicht mehr der Messias, nur einer von 15 000, der gleich mit dem Auto im Stau stehen würde. Dann durch die Nacht zu fahren und trotzdem jedes Detail wahrzunehmen, war schwer. Ich war wie in Trance. Das ging mir sonst nur bei Marylin Manson so. Aber da war die Luft auch so verkifft, dass ich nicht mal bis zum Konzertbeginn geblieben bin. Das Publikum war wie in einem Hollywoodschinken. Jeder Einzelne hatte seinen Auftritt, ähnlich wirr wie die Kidman in Moulin Rouge. Lauter Kidmans waren das, jede mit einem kleinem Makel: eine mit Rollstuhl, einer mit halbem Arm. Und die Luft stand. Vielleicht spiele ich Nina das IchWill vor, damit sie begreift, was ich mit einer hörbaren Stimme trotz Schlagzeug und Franzens ach so wichtiger E-Gitarre meine. Schade, dass den beiden keine Akustikgitarre genügt. Damit eine auf 9000 ausgelegte Arena mit 15 000 Leuten zu füllen, muss ja nicht ihr Ziel sein. Groke mag Aerosmith. Das fiel mir im Fahrstuhl wieder ein. Tim fährt heute mit Martin in die Stadt, sagt Martin. Nix Druckwerkstatt. Ob das Fenster unterm Dach zu Goldenbogen gehört? Der H&M-Katalog ist da. Extase.

Donnerstag, Dezember 27, 2007

2008

Hab bei der Extasia das Stichwort Tantra aufgeschnappt und bin beim Googeln in Indien gelandet. Im Mai Klettern zu können wäre schön und danach stromabwärts zu paddeln. Schade, dass es nur so wenige elbnahe Webcams gibt. Irgendein Stein, von dem ich zwar nicht tief falle, aber trotzdem überlegen muss, wäre schön. Noch schöner wäre weich zu fallen. Wie ins Wasser. Vom Surfbrett. Auge in Auge mit dem Schaufelrad. Zwischen Niederpoyritz und Laubegast. Mit einem knallroten Segel. Und dann in Wachwitz an Land zu gehen, um ein Hefeweizen in der Elbterrasse zu trinken. Aber das schmeckt in Laubegast an der Werft mit ofenwarmer Brezel nach dem Skaten noch besser. In der Elbterrasse mag ich lieber die Kartoffelklöße. Ich hab schon wieder Hunger. Ich freu mich aufs Radeln nächsten Sommer. Vielleicht hat die 30 morgen auf. Vielleicht hat Tim Lust.

Wirr

Alvers, Stadteilgeschichte und Container... Bin immer noch nicht in Suchmaschinennähe. Unter Groke listet Alvers Grünen Star. Seit 1982 hab ich den bei mir ausschließen lassen, 2005 das letzte Mal, bloß wegen einem Sportunfall. Container und Stadtteilgeschichte... Es ist gar nicht so lange her, dass Endemol einen Fußballclub vorstellen wollte und Dynamo Dresden im Gespräch war. Damals ging es auch um Videoüberwachung während der BRN. Ich bin gespannt, ob die Überwachungskameradichte im Stadion nach dem Neubau das Klax toppen wird. Ein Film ist ja angeblich schnell gelöscht. Nach der Redaktion, dem Counter und dem Finanzierungsmuster werde ich Alvers fragen. In Ruhe, das sind erst drei Fragen. Verdammt, ich komme nicht mehr auf den Namen des Dresdners, der 1996 ermordet und dann der Rotlichtszene zugeordnet wurde - mein Gedächtnis ist schlimm. Der war nirgendwo beim Übergabebericht in der Anästhesie aufgetaucht, jedenfalls kann ich mich nicht dran erinnern. Vielleicht hat er es auch nicht bis in die Klinik geschafft. Über zehn Jahre ist das her. Ich hatte damals andere Sorgen: Ich hab wie eine Blöde für die Prüfung bei Albrecht gepaukt, ohne mir irgendwas merken zu können. Ich hab nie wieder so viel in so kurzer Zeit abgenommen. Und dann fragt der ausgerechnet nach Pulmonalis-Kathetern.

Behälter für Geleertes


Rosch hat grad das neue Rätsel vorgestellt, während ich am Tatzberg stöbere.
Der Suchmaschinentyp ist da. Der scheint auf dem Gelände zu arbeiten, auf dem die Müllabfuhr ihre Container lagerte. Englische Muttersprachler sucht er. Er will als Geologe eine einer amerikanischen Bio-Suchmaschine nachempfundene Suchmaschine bewirtschaften und hat sich neben der Uniklinik eingemietet, gleich neben Jochen. Karin heißt Roschs Co. und Altglascontainer die Lösung. Ein Michael hat sich das Rätsel ausgedacht, sagt Rosch. Ich glaube aber eher, Alvers übertreibt. Er würde einen Physik-Nobelpreisträger kennen, sagt er. Ein bißchen riecht das nach Universität mitten in der Klinik, aber nach IchWillDurchstarten und nicht nach IchWillBegleiten. Außerdem liest er sich wie Zeitdruck: Sein Team sei jung, schreibt er. Seine Frau ist Argentinierin, auch Geologin. Was die beiden bloß an Genetik interessiert, ist mir noch schleierhaft. Vielleicht will er DNA per Suchmaschine kartografieren. Riecht nicht gerade biografie-bezogen. Ein Überflieger. Ohne regionale Wurzeln. Proteus. Samtgrün. Studieren mit Kind ist das Erste, was mir zu dem einfällt. Englische Muttersprachler, grins... Hab Lust, ihn mit Robert bekannt zu machen, auf dass der mitten im Gespräch einschläft, teilnahmsvoll Ja schmachtet und seine Visitenkarte zückt. Irgendwas mit New York und Börsianer steht da drauf. Der Augenblick wäre schön. Die VVS hat Probleme mit ihren Spesen. Eisstocherer, der.

Hab Uwe Groke, Sigurd Goldenbogen, dem Sandstein-Verlag und Thomas Schultz-Homberg wegen dem Firmenporträt gemailt und mich in das BJSD-Gästebuch eingetragen:

Nr. 202
Gast: Christine Salzer
Ort: Dresden
Datum: Thursday 27. Dec 2007 12:31:27

Wo in der Dresdner Johannstadt war der Neue Jüdische Friedhof? Welche räumlichen Bezüge bestehen dort zum Container-Dienst am Tatzberg (Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft Dresden) und zum BioInnovationsZentrumDresden? Haben Sie Zugriff auf Grundbucheinträge, die weiterführen? Ich mache gerade das Porträt zu einer Firma in dem Gebiet, auf dem ich den Neuen Jüdischen Friedhof vermute. Herzlich, Christine Salzer

Im Saarland gibt es einen Christian Pabst, sagt die Zettler grad.

Mittwoch, Dezember 26, 2007

Hab grad zweimal vergeblich versucht eine Mail vom Insomnia Radio an Philia weiterzuleiten. Groke hat sein Profil aktualisiert. Warum alles so schnell vorbei ist, überlegt er. Wie sie hieß, schreibt er nicht. Verliebt zu sein, muss schön sein. Mich zerreißt es schon wieder.
In Bochum grinst immer noch die Schmerzdiva ins Weltweite. Den Multimedica-Schlagabtausch mit ihm hab ich auch nicht mehr, heul. Strumpf lässt sich leider weniger provozieren. Ich hätte gern eine Diss bei ihm geschrieben, kenn seine Denke aber kaum. Bremen und Schwartau wäre auch eine überschaubare Distanz gewesen. Der WennEr und der HättEr. Pech. ScheißSchizophrenie.
Sehe grad das erste Mal Annettes Pina Bausch. Sie ist viel schmaler, als ich erwartet hatte. Ich hatte jemanden mit Arila Siegerts Statur erwartet. Udo Vieth jobbt auch beim Deutschlandfunk. Der WDR2 ist auch in Köln. Annette hat sogar Penck vertont. Der erinnert mich immer mehr an Cesar Olhagarays Universalsprache.
Robert Christmann hat angerufen. Er ist in Europa.

Die Approbation wäre gut

Christian hat einen Saarländer scheinbar dazu gebracht, an die Küste zu gehen, noch dazu einen mit anästhesiophiler Denke. Wahrscheinlich hat er ihn auch mit WillstDuMitMirArbeiten,IchBinSympathisch und RobbieWilliamsEinwärtsschielen betört. Schade, dass meine Zulassung ruht. Der ist bestimmt total trocken und sachlich, schmacht.

Anaesthesia

Der Computer ist abgestürzt, bevor ich rauskriegen konnte, ob Katrin Schmick Tini heißt. Der Sender ist mir noch fremd. Sabine geht nicht ans Telefon. Aber der Tonfall ist mir inzwischen vertraut. Was Live und was Aufzeichnung ist, erkenne ich nicht. Als ich bei MySpace nach Anaesthesia gesucht hatte, tauchte ein Virus auf meiner Festplatte auf. Die Offerte von einem Teenie. Hab im ersten Augenblick überlegt, ob ich Tim den Link maile. Aber der Schlagzeuger war auf dem Nachbarlink kaum zu hören. Es war nur laut, wie Baustelle. Und dann das Virus. Das war mir dann doch zu dynamisch. Immerhin scheint medikamentöse 1:1-Echtzeit-Interaktion mittlerweile auch für Teenies ein Thema zu sein. Das wusste ich nicht. Ich hoffe, dass das Löschen gereicht hat, um Tylers Link zu entschärfen. Ich hab ihn jedenfalls kein zweites Mal angeklickt. Ich maile dem MySpace-Kundenservice, dass der Link komisch war: "http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=125723 auf http://profile.myspace.com/index.cfm?fuseaction=user.viewprofile&friendid=197410896 ist komisch: mein virenscanner wurde beim anklicken des links aktiviert und erkannte ein virus auf der festplatte. vielleicht war es ein zufall, jedenfalls war es zeitgleich." Nach dem Feedback vom Kundenservice gebe ich Tim den Link, vorher nicht. Das ist stressärmer. Tim muss nicht alles kennenlernen, was interaktionsreich ist. Das hat Zeit. Web- und Medieninformatik zu studieren, kostet in Dortmund mindestens 14 000 Euro. Und ich weiß bis jetzt nur, dass es in Emden billiger ist, aber nicht, wie Dozent und Hörsaal dort harmoniert. Emden klingt holländisch, nach Endemol und Maximalvernetzung. Sprachprofil ist schon gut. Dann fliegt er nicht so schnell auf die Schn..., falls es ihn irgendwann interessiert. Aber es interessiert ihn nicht, sagt er. Auch gut. Szenografie kann man in Dortmund, Karlsruhe und Potsdam studieren. Ingolf Lück hat Mika im Kleinen Eisbären gesprochen.

Klettern

Hab schon wieder weiche Knie, wenn ich das Foto sehe. Ob das mehr als eine Zwei ist? Silvester auf dem Glitsch war schlimm. Ein Link. Sie hat das Gefühl, sie kann nicht mehr, sagt sie. Ich kann die Stimme nicht zuordnen. Es ist immer noch WDR2 mit dem nicht auszupackenden Bongard, wie die Knispel angekündigt hatte. "She came to me one morning", lallt er grad. Vorstellungsgespräch, grusel. Irgendwann in Köln, oder auch nicht. Das lange Warten irritiert mich. Seit dem 7. Dezember sind die Bewerbungsunterlagen vollständig, jedenfalls war da der offizielle Bewerbungsschluss. Ich freu mich aufs Wirtschaftsfernsehen - mein erstes, verdammt wie hieß das - Drehbuch auf englisch? Das muss ich bis dahin wissen. Screenplay? Storyboard, sagt Google. Blumenthal, grübel. Eigentlich will ich mit dem Praktikum beim Wirtschaftsfernsehen das Hörfunk-Volontariat vorbereiten. Da brauch ich eigentlich nur Wort und Ton. Das ist das weihnachtlichste Weihnachten seit langem: Ich habe fast einen halben Stollen gegessen. Sogar die Ingwerwurzel wird alle. Vielleicht träume ich nächstens nicht von den Stimmen für das jeweilige Firmenporträt, sondern von der Firma selber. Laut Horoskop soll ich Groke den Firmennamen möglichst bald nennen, damit er sein Placet mailt. Präcitronic würde ich gern vorstellen, weiß aber noch nicht, was Jochen drüber denkt, und den Suchmaschinentyp eine Straße weiter auch. Vielleicht lässt sich das verbinden. Der Betreuungsverein ist Mieter bei Jochen, die Bey vielleicht auch. Hab Sabine lange nicht mehr gelesen, höre aber ihren Sender. Vielleicht maile ich ihr und frage, wie es Digga geht. Der WDR2 scheint sehr harmonisch zu sein. Mittlerweile meldet er allerdings nicht nur Staumeldungen. Von einem aktuellen Windhorst-Unternehmen steht in dem Link nichts, nur von Privatinsolvenz. Der WDR scheint aus Köln zu senden. Wahrscheinlich interessiert Windhorst mehr, als Google erwartet hatte, so dass der Server spinnt, wo immer der auch steht. Die haben tatsächlich die russische Raumstation beliefert, aber nicht mit Luft, sondern mit Obst. Oder mit beidem. Nina hat keine Lust, über ein Praktikum in der Pressestelle des DLR im Sommer 2009 nachzudenken, wenn "mein" Volontariat zu Ende geht.

Einsame Nervensäge

An Morrison erinnert er nicht. Nur jeder Vierte googelt nach seinem Schwarm. Als ob Google hilft. Im Gegenteil. Ich höre grad jemanden, der im selben Studio gejobbt hat wie Groke. Bei dem Stallhofbrand soll ein Rollstuhlfahrer in der Kanzlei über den Arkaden an dem abgestellten Fahrstuhl gescheitert sein, sagte ein Gegenüber im BTZ. In der Pressemitteilung der Stadt steht davon allerdings nichts. Hab gerade das zweite Mal von Gay Chamber gehört, auf dem WDR2 - vorher von Franz. Hab Franz gefragt, ob er Lust hat, Kontakt zu Chamber aufzunehmen. Franz will lieber selber produzieren. Eigentlich schade, dass er sich den Moment entgehen lässt. So schlimm wäre der eine oder andere Tipp bestimmt nicht, jaul. Hab keine Ahnung, wie ich kuppeln kann. Das ist alles so weit weg, X. will nicht, dass ihre Stimme auf der CD lauter ist. Pech. Ich stresse wahrscheinlich schon wieder wie Mutter: Kaum spielt Till am Lichtschalter, frotzelt sie, ob er Beleuchtungsmeister werden will. Ich suche nach einem Bild von ihm und finde eine Kopie von Vaters Käsebrett in Wolle und ein Kunstwerk zur postkoitalen Tristesse. Ob es die Tücher inzwischen in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, ist nicht zu erkennen. Sogar den Sperrmüll von Tills Vater listet Google. Irgendwann hab ich Till mal neben ihm gesehen, auf einem Laufrad im Fernsehen. Aber das ist inzwischen auch wieder Ewigkeiten her. Ich muss ja auch nicht alles sehen. Mir genügen die Staumeldungen. X. ist es egal, wer sie unterrichtet, die Fachrichtung muss stimmen, sagt sie. Denn die mache sie ein Leben lang. Grafik soll es nicht sein. Hab ihr wahrscheinlich zu wenig Leinwand geschenkt. Die Flächen sind zu klein. Das größte Bild in der Wohnung ist von Fannie und nicht von ihr. Das prägt. Eine halboffene Konservenbüchse mit Heringsfilet in Tomatensoße hat sie gemalt. Ausgerechnet über meinem roten Sofa. X. ausgerechnet von Chamber zu begeistern, wird schwer. Eher kriegt sie eine Depression. Ich nerve schon wieder, ich weiß. Aber du liest hier sowieso nicht, höchstens wenn du Vaters Weihnachtstext suchst. Tim sucht einen Proberaum, ich freu mich so. Lärmdämmung wäre gut, sagt Franz. Polarkreis 18 probt jetzt im selben Haus wie Philia. Was macht eigentlich ein Producer?
Santana will eine eigene Küche bauen. Die Idee klingt gut. Auf Hawaii. Ob das Heimat ist? Aldi-Tomatensaft in der Küche? Eigentlich nimmt er ihn auch nicht ganz aus dem Sortiment. Er verkauft erst den restlichen Gemüsesaft, bevor er Bio-Tomatensaft bestellt. Er hat das mit so einem Stolz gesagt, wie du ihn mit leerverkauften Weihnachtsregalen hast. Größenwahn, hatte ich gedacht, als er mit Bio anfing. Vielleicht wird es eine neue Religion. Aldi goes Bio.
Es ist schon hart, dass von den drei Jahren bei WerWeissWas nichts geblieben ist. Vierzehn Stunden hatte ich dort täglich geschrieben. Das war noch auf der Dresdner Straße 81. Ein bißchen war das wie bei der Sächsischen Zeitung: Da war alles am nächsten Tag auch schon nicht mehr wahr. Wikipedia ist zeitloser, auch wenn da ein BeeGee schon vor Mitternacht gestorben sein soll. Ich hätte wetten können, er hat noch bis zum 13.1.2003 gelebt. Aber die Fanseite schreibt das Gleiche. Bin tatsächlich verbittert. Beim Verlinken merke ich das. Johannes Simon hat grad "Bleiben Sie bei uns" oder sowas Ähnliches gesagt. Kurz drauf kamen die Verkehrsmeldungen. Es zwiebelt schon wieder. Wahrscheinlich ist es genau das, was mir so zu schaffen macht und warum ich so schnell durchdrehe, dieses Bleib gebündelt mit Stress. Heute vor drei Jahren war der Tsunami. Verbittert... Bin ich verbittert? Es ist schon wieder, als ob ich Kontakt nach draußen suche. Heute liegt wahrscheinlich zu wenig Schnee zum Skifahren. Tim geht mit Jonas zu Olaf Schubert, Peinlich. Ich finde Schubert peinlich. Außerdem erinnert er mich an Andreas und an die Weglaufhaus-Webseite. Peinlich eben.
Heute bin ich in der Dresdner Straße 81 gewesen, im Garten. In der Küche brannte Licht. Da hantierte jemand. Mir war fremd. Nicht mal der Gedanke an Groke half. Alles war so beziehungslos. Der Garten war zugewachsen, das Duftbeet inzwischen eine Wiese und der Holzschuppen beim Nachbarn weg. Stattdessen quäkte Grits ehemals dicker Bauch hinter einem offenen Fenster. Grad fiel eine Tür ins Schloß. Der Kneipier vom Dobritzer Sportcasino ist heimgekommen. Mit Hund. Hab ihn noch nie so poltern hören, aber er muss es gewesen sein. Fremd. Nicht mal Google kennt ihn. Hab seinen Namen schon wieder vergessen. Der ist hier nur zum Übernachten. In der 81 kannte ich jeden Baum. Hier gibt es keine Bäume, nur Menschen hinter namenlosen Türen. Wo die Kastanien standen, hat Axel inzwischen Birkenklötze hingestellt. Eigentlich wollte ich damals nur weg. Wohin, war mir egal. Werner hat inzwischen viel gefällt, die ganzen Bäume am Haus. X. sagt, sie ist oft dort. Ich bin nirgendwo oft. Bei Aldi vielleicht. An der Kasse. Der Chef dort hat den Tomatensaft aus der Palette genommen. Was ist Heimat? Ist Aldi-Tomatensaft Heimat? Lachscreme verkauft er auch nicht mehr. Die Regale stehen anders. Nur die Gummibären liegen da, wo sie immer lagen. Vorhin stand da was in meiner Mailbox von jemandem, der sich Freigeist nennt. Er lernt vielleicht eine wunderbare Frau kennen, schreibt er. Und wer zuerst schreibt, hätte schon verloren. Ob Groke zu Hause genauso zurückgezogen lebt wie der Kneipier mit seinem Hund, übersättigt von den vielen Menschen, zu denen er auf Arbeit spricht? Ich wusste bis gestern nicht mal, dass es in Dobritz ein Casino gibt. Google weiß es auch nicht. Ich kann nicht mal den Sportverein zuordnen. Hab den Freigeist gefragt, was die Saarbrücker Zeitung jeden Neuankömmling in der Community fragt. Noch ein bißchen mehr. Worüber er sich zuletzt geärgert hat, wollte ich wissen. Vater hat mich gefragt, was ich mache, ohne auf eine Antwort zu warten. "Who wants to live for ever", singt Queen grad. Beziehungslos. Valli mag Mika und lehnt Alter Bridge ab, sagt Tim. Ich staune, dass Tim so was Lyrisches wie Alter Bridge mag. Aber auf das Konzert im Februar habe ich keine Lust. Extra nach Berlin zu fahren, finde ich blöd. Außerdem ist mir ein ganzes Konzert zu kompakt, zu viel. So lange kann ich mich nicht konzentrieren. Der Stollen liegt immer noch schwer im Magen. WDR2 ist das. Johannes Simon. Blond ist der inzwischen. Sein Steckbrief ist eigenartig. Da ist nichts Vertrautes. Nichts, was reinzieht in die Biographie. Wann zieht eine Biographie überhaupt rein? Es war jedenfalls alles viel zu glatt und geradlinig, kein bißchen in sich gebrochen, ganz Bühne - ein Job, austauschbar wie der Moment. Ein bißchen unglücklich. Ich sei in letzter Zeit so verbittert, sagt X. Wann diese letzte Zeit für sie begonnen hat, weiß ich nicht. Vielleicht fällt ihr der Gegensatz zu Eva auf. Eva tut so glücklich mit ihren drei Kindern und dem Hartz IV. Aber sie zieht mich nicht an. Mich zieht niemand an. "Nicht die Mama". Vielleicht bin ich wirklich verbittert, reif für den Fernsehsessel. Irgendwo im Weltraum kriegen grad ein paar Leute frische Luft und Briefe. Mutter hat Tim und X. rote Handtücher geschenkt, ich war geschockt. Eine Fremde schenkt meinen Kindern Handtücher. Sie hätten keine, sagt sie. Zu fragen hat sie sich abgewöhnt. Die Klinken klebten. Überall lagen ihrige schmierigen Lappen, trotzdem klebten die Klinken. Einer sei für den Herd, einer für den Tisch und einer für den Abwasch. Ich hab noch nie jemanden so neurotisch Wasser sparen sehen. Als wir kamen, behielt sie einen ihrer Lappen in der Hand. Ob ich auch irgendwann in Lappen ankere? Sie hat das Rotkraut gezuckert. Wahrscheinlich war es sogar selbstgeraspelt. Vor lauter Zucker war es so matschig wie ihre Lappen. Die Knödel standen im Wasser. Aber der Braten war perfekt - cross und leicht blutig. Franz behauptete, dass er noch nie so gut gegessen hat.

Dienstag, Dezember 25, 2007

Frösteln

Wenn Scham kalte Füße macht, muss ich mich im Moment wahrscheinlich sehr schämen. Hab nach Ulrich Blumenthal gesucht und weiß schon gar nicht mehr, was ich will. "OK, dann spielen wir was anderes", sagt Spleth. Tim will gern Alter Bridge sehen. Allmählich achte ich auch stärker auf das Schlagzeug.

24. Dezember

Klaus Vesting, der Pfarrer, sieht tatsächlich aus wie Frank Zappa. Er stapelt PartizipII-Konstruktionen, obwohl er selbst merkt, dass der Text schon beim Lesen kaum verständlich ist, und klammert sich an eine miese Timotheus-Brief-Übersetzung. 600 Mitglieder hat die Gemeinde, die offensichtlich hart im Nehmen ist. Im Gesangbuch krame ich sofort nach dem Lied, das Holger Büchner mag. X. hat eine sichere Stimme. Sie hat Angst, das Abi nicht zu schaffen, sobald ich vom Studium spreche. Ich bin wie gelähmt. Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich wenigstens ein paar Worte über die Dortmunder Fachhochschule verlieren. Aber es wird besser sein, ich recherchiere erst mal. Hab dann nur noch nachgeschoben, dass Groke gestern - war es wirklich erst gestern - hintereinander Martin, Claudia und Markus gesagt hatte, während ich mit Robby am Handy über Kaninchenschenkel gefachsimpelt hatte. Plötzlich schien alles wieder so real: dieses ErSiehtMich, ErHörtMich und ErMagMich, das ich sonst nur spüre, wenn das Online-Männchen unter seinem MySpace-Foto blinkert, als ob ich ihn dadurch leichter erreiche. Ich war total aufgeregt. Das muss ich X. erzählen. Aber sie zuckt nur mit den Schultern und ist kein bißchen beeindruckt. Sie sei mit 18 wahrscheinlich noch zu jung zum Studieren. Der Durchschnittsstudent sei 27 Jahre alt. Weihnachten. Heute blinkert das Online-Männchen, obwohl kein Loggin registriert wird. Aufregend ist das alles - Radio und Internet, Internetradio. Dagegen ist der Manchesterhosentyp, der Tim im Bus anspricht, fast Alltag. Tim hörte seine Geschichte heute zum ersten Mal: "Ich bin die Frau aus Laubegast und suche den Mann, der zu mir passt... Ich bin der Herr aus Blasewitz und krieg mein Ding in jede...", nuschelte der und war dankbar für Tims Grinsen. Kindergeld gibt es nur bis 27, aber Tim sagt, das trifft für X. sowieso nicht zu. Die 27 seien nur hypothetisch. Genauso hypothetisch wie mein Webinformatik-Studium. Das nächstwichtige Ziel ist ein Proberaum. Tim sei geil, hat der Manchesterhosentyp gesagt. Hübsch, meinte er, glaube ich. Christian mag mein Foto nicht: Die Augenringe würden fehlen.
Gestern hatte ich WDR2 gehört und wieder dieses verunsichernde Gefühl, mein Monitor wäre im Studio einsehbar. Das gipfelte dann in einer Verkehrsmeldung auf der A61. Immer wenn ich denke, ich bin fit, haut so eine Halluzination dazwischen. Fakt ist, ich kann sie nicht allein mit Medikamenten bewältigen. Drüber zu schreiben ist wichtiger, egal welche Dynamik es auslöst. Ob Neunkirchen oder A61 macht mittlerweile keinen Unterschied. Phobisch reagiere ich so oder so, sobald ich den Reiz nicht kontrollieren kann. 61 ist Martin geboren. Ich hatte grad über Martin geschrieben. Es war wieder, als ob der Verkehrs-Ticker nur dafür da ist, mich zu verunsichern. Irrational eben. Und ich muss es wahrscheinlich noch x-mal schreiben, dass es irrational ist, um nicht mehr bei irgendwelchen Grokes ankern zu müssen, sobald, ja sobald was? Was passiert da eigentlich mit mir? Ein Vernetzungs-Gau? Oder nur ein Umbewerten von Erlebten? Die größte Freiheit, die ich habe, alles und jeden ständig neu zu sehen, scheint plötzlich nicht mehr zu existieren. Sie engt sich ein zu einer Angströhre. Und ich kann kaum ahnen, wann mich die nächste Angstwelle überrollt. Vielleicht ist das der Preis für das virtuelle Miteinander. Vielleicht war es aber auch nur ein ganz normales Fremdeln wie 1998 auf der Zugfahrt nach Bad Gastein, auf der jedes einzelne Bahnhofsplakat nur für mich aufgestellt zu sein schien. Besonders die Würfel mit dem C auf den Bahnsteigen hatten mich verunsichert. Eigentlich komisch. Im Nachhinein. Aber damals war es bedrohlich. Es war, als ob die Welt nur auf mich gewartet hatte, auf mein Missionieren. Und dann bin ich zu allem Unglück tatsächlich aufgestanden, hab jeden Einzelnen angesprochen, der mich hören sollte, ohne ihn mehr als die einzelnen Plakate wahrzunehmen. Die Gedanken rasten. Ich hatte noch keinen Blog, der diese Nähe relativierte. Am verrücktesten wurde es, wenn da Gespräche waren, die ich nicht Wort für Wort hören konnte. Die meinten dann natürlich nur mich: Es ging scheinbar darum, mich stressarm einzuweisen. Meine Angst stieg. Genau die Angst, die ich heute noch spüre, sobald der Verkehrsticker mich zu meinen scheint und kein Groke weit und breit zum Ankern da ist mit seiner ignoranten Ruhe. Und ausgerechnet dieser Groke lässt es zu Weihnachten bei Neunkirchen krachen. Nicht krachen, ein defektes Auto blieb stehen. Und das nicht mal bei Neunkirchen, sondern bei Miesau. Aber ich hatte Neunkirchen gehört. Ich hatte etwas gehört, was ich grad gedacht hatte. Eigentlich normal, das Denken Hören bahnt. Aber sobald ich erregt bin, bahnt es Angst, Angst zu halluzinieren. Schade. Und mitten in der Angst in einem wildfremden, scheinbar verblüfften Gesicht zu ankern, erdet. Es ist dann, als ob ich mich selber einlade zur Langenweile. Es gibt immer ein Danach, auch nach der massivsten Welle.

Wenn ich könnte, wie ich wollte...

...wäre der pinke Panther, den ich heute geschenkt bekommen habe, getigert, Ninas Stimme auf ihrer Rilke-CD lauter, und Tim würde ein Praktikum bei einem Spieleentwickler machen. Außerdem würde Nina übernächsten Sommer beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in der Pressestelle jobben, während ich beim Deutschlandradio, auch in Köln wie Ninas Zentrum, senden würde. Außerdem würde ich göttlich Volleyball spielen. Und ich würde trotzdem im Geld schwimmen. Ich hätte einen Partner, und Tim würde nicht ins Ausland gehen, sondern nach Dortmund kommen, um Web- und Medieninformatik zu studieren, um News interaktiv inszenieren zu lernen. Huchja. Und außerdem würde ich Teller ablecken, auch wenn Martin zuschaut. Verdammt, die Sauce ist mir heute so gut gelungen wie noch nie.