Dienstag, Dezember 25, 2007
Gestern hatte ich WDR2 gehört und wieder dieses verunsichernde Gefühl, mein Monitor wäre im Studio einsehbar. Das gipfelte dann in einer Verkehrsmeldung auf der A61. Immer wenn ich denke, ich bin fit, haut so eine Halluzination dazwischen. Fakt ist, ich kann sie nicht allein mit Medikamenten bewältigen. Drüber zu schreiben ist wichtiger, egal welche Dynamik es auslöst. Ob Neunkirchen oder A61 macht mittlerweile keinen Unterschied. Phobisch reagiere ich so oder so, sobald ich den Reiz nicht kontrollieren kann. 61 ist Martin geboren. Ich hatte grad über Martin geschrieben. Es war wieder, als ob der Verkehrs-Ticker nur dafür da ist, mich zu verunsichern. Irrational eben. Und ich muss es wahrscheinlich noch x-mal schreiben, dass es irrational ist, um nicht mehr bei irgendwelchen Grokes ankern zu müssen, sobald, ja sobald was? Was passiert da eigentlich mit mir? Ein Vernetzungs-Gau? Oder nur ein Umbewerten von Erlebten? Die größte Freiheit, die ich habe, alles und jeden ständig neu zu sehen, scheint plötzlich nicht mehr zu existieren. Sie engt sich ein zu einer Angströhre. Und ich kann kaum ahnen, wann mich die nächste Angstwelle überrollt. Vielleicht ist das der Preis für das virtuelle Miteinander. Vielleicht war es aber auch nur ein ganz normales Fremdeln wie 1998 auf der Zugfahrt nach Bad Gastein, auf der jedes einzelne Bahnhofsplakat nur für mich aufgestellt zu sein schien. Besonders die Würfel mit dem C auf den Bahnsteigen hatten mich verunsichert. Eigentlich komisch. Im Nachhinein. Aber damals war es bedrohlich. Es war, als ob die Welt nur auf mich gewartet hatte, auf mein Missionieren. Und dann bin ich zu allem Unglück tatsächlich aufgestanden, hab jeden Einzelnen angesprochen, der mich hören sollte, ohne ihn mehr als die einzelnen Plakate wahrzunehmen. Die Gedanken rasten. Ich hatte noch keinen Blog, der diese Nähe relativierte. Am verrücktesten wurde es, wenn da Gespräche waren, die ich nicht Wort für Wort hören konnte. Die meinten dann natürlich nur mich: Es ging scheinbar darum, mich stressarm einzuweisen. Meine Angst stieg. Genau die Angst, die ich heute noch spüre, sobald der Verkehrsticker mich zu meinen scheint und kein Groke weit und breit zum Ankern da ist mit seiner ignoranten Ruhe. Und ausgerechnet dieser Groke lässt es zu Weihnachten bei Neunkirchen krachen. Nicht krachen, ein defektes Auto blieb stehen. Und das nicht mal bei Neunkirchen, sondern bei Miesau. Aber ich hatte Neunkirchen gehört. Ich hatte etwas gehört, was ich grad gedacht hatte. Eigentlich normal, das Denken Hören bahnt. Aber sobald ich erregt bin, bahnt es Angst, Angst zu halluzinieren. Schade. Und mitten in der Angst in einem wildfremden, scheinbar verblüfften Gesicht zu ankern, erdet. Es ist dann, als ob ich mich selber einlade zur Langenweile. Es gibt immer ein Danach, auch nach der massivsten Welle.
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