Freitag, Dezember 14, 2007
Storyboard
Allmählich verstehe ich Ninas Wut, als ihr Trickfilmlehrer ein Drehbuch wollte. EinfachLosZuMachen ist schöner als Skizzen mit Regie-Anweisungen zu spicken. Aber dann kann es allerdings passieren, dass der Film genauso auf Halde kommt wie die Blumenuhr, bei der meine einzige Regieanweisung für zehn Stunden das Blühe! an eine Mohnpflanze war. Hab mitgeschrieben wie bei einem Narkoseprotokoll, trotzdem ließ sich der Text kaum verdichten. Nachts halb Drei begann der Dreh im Botanischen Garten und endete in der Mittagshitze. Micha hatte mich hingefahren, obwohl ich die Tour x-mal mit dem Rad "geprobt" hatte. Zwei Minuten Film wurden es dann, aber nur Text für dreißig Sekunden. Pech. Halde. Ich hatte selten so viel Leere in meinem Schädel wie in der Woche. Der Zeitdruck war zu massiv. Da war keine Assoziation, keine Anekdote. Ich hätte mindestens noch drei Wochen gebraucht, um nach dem Filmen jemanden zu finden, der mehr zu sagen hatte, als im Internet stand, und daraus eine Story zu machen. Steffen hat inzwischen sogar eine Soap gedreht. Vielleicht Schrott. Egal. Ein Firmenporträt ist besser, da habe ich eher einen Fahrplan als bei einer einzelnen Mohnblüte, auch wenn ich die Firma nicht galileo-mäßig zwei Tage lang lahm legen darf. Aber vielleicht ist sie das ja schon vorher. Sibylle Berg fehlt mir. Aber das ist alles noch so weit hin, mindestens zwei Wochen. Bis dahin pauke ich erst noch Software und das KnowHow über Storyboards. Nina hat die Kamera am Schreibtisch fixiert: Immer wenn sie eine Idee hat, dreht sie weiter - das ist ideal.
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