Sonntag, Dezember 09, 2007
"Lass los", sagt Martin, sobald ich ankündige, dass ich seinen Vortrag hören will. Er ist stur. Hoffentlich wird der Vortrag besser als die Diss. Ich kenne ihn nur als Schweiger. Dass er inzwischen Lust hat zu sprechen, ist gut. Ich schau immer wieder bei Myspace, ob Groke mich zu seinen Freunden hinzugefügt hat. Aber er scheint noch wählerischer zu sein als Martin. Das LassLos sitzt tief. Warum reagiere ich auf Martin nur immer noch so verletzt? Genügt ein einzelner Groke nicht zum Desensibilisieren? Verdammt, sein Text strotzt vor substantivierten Verben, Passiv und den in farblosen Verben. Hoffentlich schlafen ihm die Zuhörer nicht ein. Rosel wäre eine harte Prüfung gewesen. Schade, dass er gekniffen hat. Hauptsache, er denkt nicht jeden Satz das erste Mal, sobald er sich in die Gesichter vortastet. Und wenn... eigentlich ist es egal, Fehler machen sympathisch. Es ist vielleicht ganz gut, wenn er nicht zu geschliffen labert mit seinem Holpersächsisch. Irgendwie geht die Zeit auch rum. Seine Folien sind total überfrachtet. Es ist zum Heulen. Und die Sätze sind zu lang. Da sind kaum Zwei-, geschweige denn Einsilber. Fünfwortsätze sind die Ausnahme. Sie werden ihm einschlafen, heul. Und Groke antwortet auch nicht. Hoffentlich sendet er morgen.
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