Mittwoch, Dezember 19, 2007

High Vibrations

In fünf Tagen ist Weihnachten. Der Tisch ist im Wohnzimmer ist fürs Frühstück gedeckt. Aus dem Lautsprecher von nebenan erklingen vorweihnachtliche Melodien. Wunderbar das Wiegenlied von Mozart in A-Dur, bald nun ist Weihnachtszeit, …. Vier rote dicke Kerzen erstrahlen im vierten Advent. Den Tisch im Wohnzimmer haben wir beide gedeckt. Yoghurt mit Apfelstückchen, im Brotkörbchen dünn geschnittene Scheiben von Bäcker Wipplers Roggensaftbrot. Aus der Teekanne dampft Rotbuschtee, daneben stehen drei Marmeladensorten, am köstlichsten die von Gertrud fabrizierte Aprikosenmarmelade aus eigener Ernte. Mir knurrt der Magen, wann kommt nur Gertrud endlich zum Frühstück! Gertrud wäscht und spült in der Küche Gläser. Nun setze ich mich ans Klavier und spiele „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, Hunger - wir haben Durst“. Und weil mein Vorspiel immer noch keine Wirkung zeigt, wiederhol ich’s Spiel gleich dreimal. Jetzt endlich ist sie da. Von der weihnachtlichen Stimmung eingefangen, umarme ich sie: „ Du, es ist so schön, dass wir beide uns noch haben.“ Drauf sitzen wir am Tisch und greifen zu. Begonnen wird mit dem Yoghurt. „Sepp, warum lässt du deinen Esslöffel so stark wackeln, mit deinem Zittern erschreckst du doch immer deine ganze Umgebung. Mach es doch so wie ich, ich lasse den Löffel auf dem Teller aufgesetzt, da wackelt er nicht, und führe den Löffel ganz schnell zum Mund, wenn er offen ist. Wenn deine Hand so zittert, erschrickst du auch Gäste beim Essen. Ich glaube fast, das macht dir Spaß!" “Ja, Gertrud, das macht mir Spaß.“ Und ich stecke die Mahnung mit einem Lachen weg. Ob ich in Zukunft aufs Frühstück verzichte? Denkste!!!

Hab die Geschichte Tim vorgelesen, und Tim findet sie gut. "Gibt es in der SZ die Rubrik ,Opa schreibt eine tolle Geschichte' ", fragt er. Wem genau soll ich die Geschichte mailen? Eine Auflagefläche wäre schon gut, jedenfalls besser, als in Rückenlage den Zucker in der ganzen Wohnung zu verteilen, wenn er den Tee süßen will.

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