Mittwoch, Oktober 31, 2007
Sonntag, Oktober 28, 2007
Kinder als Akteure und als Kunden
Kinder als Akteure zu stützen, heißt, eine Vielzahl von Sozialleistungen und Bildungsmodulen schwellenfrei und vernetzt anzubieten, dass das Kind, auch wenn die Mutter nicht allgegenwärtig ist, möglichst selbstbestimmt aus dem Spektrum der Möglichkeiten wählen kann, ohne zu dem Zweck eine Ganztagsschule zu autorisieren. Zu DDR-Zeiten gab es erste Anfänge dazu in der Pionierorganisation, in der sich Gleichaltrige zur Selbsthilfe in Brigaden organisierten.
So wie ein Markt immer wieder Marktforschungsstudien erfordert, um ihn zu aktualisieren, ist es wichtig Bildungsträgerangebote auf Kundenzufriedenheit hin zu hinterfragen, um nicht beim totalitären Pauschalzwang mit Ganztagsförderschulen zu enden.
Nicht erst der durch Zentralabitur abgefragte Bildungsstandard lässt sich durch das Zusammenfügen unterschiedlicher Module erreichen. Je vernetzter diese Module sind, um so ganzheitlicher ist die daraus resultierende Denkart.
In der DDR war ich mal in Mauernähe im Niemandsland, einer Zone, in die ich nur mit Passierschein kam und in der jede Landkarte oder Beschilderung fehlte. Ich musste Einheimische fragen, um mich zurecht zu finden. Die hatten die Ortskenntnis und damit Herrschaftswissen. "Berater" gab es keine. Stattdessen bin ich von Grenzern fast über den Haufen gefahren worden, als ich mich beim Spazieren im Wald verlaufen hatte.Unvernetzte Wissensbrachen erinnern mich an den Wald im Niemandsland. Insider finden sich gut in ihnen zurecht. Als Hinzukommender fühle ich mich wie einer der Verlierer der PISA-Studie. Berater sind schon wichtig, je neuralgischer das Thema ist, um so wichtiger – sie vernetzen.
Aktienoptionen auf Kinder dürfen keine Schuldenrisiken für Kinder bergen. Das Weiterzahlen von Kindergeld im Weltwärts-Programm finde ich gut.
So wie ein Markt immer wieder Marktforschungsstudien erfordert, um ihn zu aktualisieren, ist es wichtig Bildungsträgerangebote auf Kundenzufriedenheit hin zu hinterfragen, um nicht beim totalitären Pauschalzwang mit Ganztagsförderschulen zu enden.
Nicht erst der durch Zentralabitur abgefragte Bildungsstandard lässt sich durch das Zusammenfügen unterschiedlicher Module erreichen. Je vernetzter diese Module sind, um so ganzheitlicher ist die daraus resultierende Denkart.
In der DDR war ich mal in Mauernähe im Niemandsland, einer Zone, in die ich nur mit Passierschein kam und in der jede Landkarte oder Beschilderung fehlte. Ich musste Einheimische fragen, um mich zurecht zu finden. Die hatten die Ortskenntnis und damit Herrschaftswissen. "Berater" gab es keine. Stattdessen bin ich von Grenzern fast über den Haufen gefahren worden, als ich mich beim Spazieren im Wald verlaufen hatte.Unvernetzte Wissensbrachen erinnern mich an den Wald im Niemandsland. Insider finden sich gut in ihnen zurecht. Als Hinzukommender fühle ich mich wie einer der Verlierer der PISA-Studie. Berater sind schon wichtig, je neuralgischer das Thema ist, um so wichtiger – sie vernetzen.
Aktienoptionen auf Kinder dürfen keine Schuldenrisiken für Kinder bergen. Das Weiterzahlen von Kindergeld im Weltwärts-Programm finde ich gut.
Glück ist...
...wenn es jemanden gibt, den du liebst, jemanden, der dich liebt, und wenn du deine Entscheidungen selbst treffen kannst.
Samstag, Oktober 27, 2007
Die Haut spannt, die Lider sind schwer. Bleiern müde fühlt sich der Morgen an. Ich schiebe die Diskussionsberichte und das "Am Rande notiert" vor mir her. Groke ist auf Sendung. Ich fühle mich leer. Mir ist kalt, dabei läuft die Heizung auf Maximum. Nina und Tim scheinen noch zu schlafen. Ich will mit ihnen 17 Uhr zum TrickfilmLounge Festival in die Scheune.
Virtuelles Miteinander
Hab grad sechs Verwarnungspunkte bei radioforen.de bekommen wegen "werbendem oder unnötigem Posten". Ich hatte nach attraktiven Communities von Regionalsendern gefragt. Bei Orangekiss hat Nick mich verwarnt, ich würde werben, ohne Gespräche zu suchen, als ich über Sonia Cillari geschrieben hatte. Bald habe ich mein "eigenes" Forum zum Weglaufhaus Dresden - aber die Seite ist erst noch im Entstehen. Zu moderieren ohne einzuengen ist schwer. Hab die Oskarstraße 14 vor Augen und träume schon wieder vom medikationsfreien Mekka für die akute Krise.
Freitag, Oktober 26, 2007
Persönliches Budget
Der 1. Januar 2008 bringt eine Neuerung für Behinderte: Sozialleistungen werden dann nicht mehr nur als Sachleistung angeboten, sondern können auch ausgezahlt oder als Gutschein vergeben werden - und das an verschiedenen, vernetzten Stellen. Die Höhe der Zahlungen soll nach einem individuell festzustellenden Bedarf gewährt werden. Der Betroffene kann selbst entscheiden, welche Hilfen für ihn am besten sind. Das umfasst Leistungen wie Arznei, Verband-, Heil- und Hilfsmittel, Arbeitsassistenz und Kraftfahrzeughilfe. Es wird Zeit, ein ähnliches Budget für Kinder zu schaffen, um Gleichbehandlung zu ermöglichen und der in Deutschland erschreckend schnell wachsenden Kinderarmut entgegenzuwirken. Ergebnisgerechtigkeit und Verfahrensgerechtigkeit... Musikunterricht hat wahrscheinlich wenig mit Verfahrensgerechtigkeit zu tun: Choreographie und Ablauf stehen fest, für Kreativität bleibt kaum Raum, wie in autoritären Systemen überhaupt. Cheerleading im Schwarm...
Drinnen & Draußen
Wenn das Telefon kaputt ist, werde ich nervös. Tim schweigt sich am Telefon meist aus oder spielt mir die Musik von einer Band vor, von der erwartet, dass ich sie genauso gut kenne und vergöttere wie er. Dabei kann ich mich meistens nur daran erinnern, dass er den Namen schon mal genannt hat. Es ist, als ob wir in unterschiedlichen Welten leben - das einzige Bindeglied das Telefon.
X. hat gelacht, als ich ihr von der Mail erzählt hatte: Shilpa heißt sie, hat im Schnitt eine Milliarde Zuschauer pro Film und tourt gerade durch Deutschland und England. Ich hatte sie bei "TV total" gesehen. Eine Inderin. Ich habe sofort an X. gedacht und an ihr Praktikum. Aber deshalb Shilpa zu mailen war sinnlos. Inzwischen ist eine Woche vergangen, und sie hat nicht geantwortet. Vielleicht ist Shilpa auch nicht ihr Vorname. Als Surf-Lehrer auf den Malediven zu jobben wäre das richtige Praktikum für X., glaube ich.
Hab den Messenger und ein kryptisches Mobile Phone Programm deinstalliert, und der PC ist wieder so schnell wie vorher. Ich bin glücklich. Es ist wieder Freitag 18 Uhr, aber kein Uwe Groke auf Sendung. Schade eigentlich. Ich hatte mich auf ihn gefreut. Pech. Ich bin so glücklich, dass der PC nicht mehr spinnt. Ich könnte die ganze Welt umarmen. Und ich habe es selbst geschafft, ganz allein, hab Andreas nicht mal angerufen. Ein kurzes Telefonat mit Media-Construct genügte.
X. hat gelacht, als ich ihr von der Mail erzählt hatte: Shilpa heißt sie, hat im Schnitt eine Milliarde Zuschauer pro Film und tourt gerade durch Deutschland und England. Ich hatte sie bei "TV total" gesehen. Eine Inderin. Ich habe sofort an X. gedacht und an ihr Praktikum. Aber deshalb Shilpa zu mailen war sinnlos. Inzwischen ist eine Woche vergangen, und sie hat nicht geantwortet. Vielleicht ist Shilpa auch nicht ihr Vorname. Als Surf-Lehrer auf den Malediven zu jobben wäre das richtige Praktikum für X., glaube ich.
Hab den Messenger und ein kryptisches Mobile Phone Programm deinstalliert, und der PC ist wieder so schnell wie vorher. Ich bin glücklich. Es ist wieder Freitag 18 Uhr, aber kein Uwe Groke auf Sendung. Schade eigentlich. Ich hatte mich auf ihn gefreut. Pech. Ich bin so glücklich, dass der PC nicht mehr spinnt. Ich könnte die ganze Welt umarmen. Und ich habe es selbst geschafft, ganz allein, hab Andreas nicht mal angerufen. Ein kurzes Telefonat mit Media-Construct genügte.
Donnerstag, Oktober 25, 2007
Peinlich
Spontan plapperte ich los, tonlos, dünn. Das Grinsen blieb mir im Hals stecken. Ich fühlte mich starr: Er hörte mich - ich telefonierte mit ihm. Von diesem Moment hatte ich nie geträumt. Ihm zuzuhören fiel mir leicht, aber plötzlich selbst zu sprechen, war schwerer, als ich dachte. Und er schwieg. Ich fühlte mich beobachtet... beim Beobachten beobachtet. Warum verdammt hatte ich ihn angerufen? "Hallo, du kennst mich nicht, aber ich sehne mich nach dir"? Idiotisch. Das ging nicht. Stattdessen hab ich mich mit "Salzer, ich rufe aus Dresden an", gemeldet. Und er legte auf - mein Name und meine Stimme waren ihm fremd. Das zweite Gespräch führte ich dann mit seinem Anrufbeantworter. Wenig später habe ich Martin den gleichen Vorschlag gemacht: Ich will, dass er mit zur Performance von Sonia Cillari kommt. Ich weiß nichts über ihn. Genauso gut könnte ich mich mit der Ampel an der nächsten Straßenecke verabreden. Er macht seinen Job, und den macht er gut. Es war peinlich. Glashart nah, berechnend und eiskalt, ohne nostalgisch verklärte Schwüle - so liebte ich mich. Meine Stimme, tonlos und dünn. Ein Moment von vielen. Das Leben ist kurz. Mein Leben ist kurz. Nein, ein Plappern war es nicht. Mir ist schon wieder tragisch, ganz Harndrang. Und jeder Atemzug endgültig.
Maus-Grau wie Malaria
Ich sehe heute ganz grau im Spiegel aus, arbeite mit Adobe InDesign, bastle mit Miri an weglaufhaus-dresden.de und schreibe für Sigurd Goldenbogen Artikel. Ab Montag bin ich im Wissenschaftsministerium. Die Ärzteversorgung hat dem Arbeitsamt zugesagt, dass mein Ruhegeld bis Mai weiterläuft. Damit liege ich zwar nach wie vor unterhalb der Armutsgrenze von 1450 EURO, aber immerhin nicht in HARTZ IV-Nähe. Deutschland belegt zwar weltweit Platz 14 bezogen auf seine soziale Ausgewogenheit, die Kinderarmut wächst hier aber schneller als in den meisten Industrieländern. Das System ist verrückt.
Mittwoch, Oktober 24, 2007
Indien muss schön sein
Die Film-Lotte aus "Auf der anderen Seite" war dort. Seitdem will Nina hin. Gestern habe ich ein Kroke-Plakat gesehen. "Kroke spielen jüdische Musik, mischen den Klezmer aber mit Jazz, Chanson und Folkeinflüssen", steht irgendwo im Weltweiten.
Dienstag, Oktober 23, 2007
Du schließt die Augen, um sie nie wieder zu öffnen, saugst die Luft in dich ein, um nie wieder auszuatmen, schluckst und spürst noch im selben Moment, wie dein Gaumen trocken schwillt. Er fehlt dir. Du ziehst die Schultern hoch und verschränkst Arme und Beine. Tragisch. Es ist, als ob du wieder schneller gealtert bist als sonst, grau im Grau. Er fehlt dir, es ist nicht zu übersehen. Jeder sieht es. Es schreit aus dir heraus. Nur er spürt es nicht, seit Jahren. Du verzehrst dich und vertrocknest irgendwo weit weg, entfernt von dem, was dir wichtig ist. Kein Grund weiterzuatmen. Zieh die Schultern ruhig hoch. Bald kommt auch die Kälte, und es wird dich zerreißen wie jeden Tag, sobald du an ihn denkst. Und es giemt. Du presst das, was mal Atem war, ächzend heraus und hoffst, dass der Schlaf kommt und dich einhüllt.
Anheimelnd vertraut
Er ist Saarbrücker, kräftig, mit gewinnendem Lachen. Freunden zeigt er verblüffend viel Haut. Abend für Abend löscht er alle Freundschaften in seinem Profil bis auf die Drei, die ihm wichtig sind. Er ist ein Familienvater, dem die Woche lang wird. Liebst du ihn, bist du schnell einsam. Es ist eben ein Saarbrücker. Und wer verliebt sich schon so schnell in einen virtuellen Gegenüber.
Selbsthilfegruppe
In der Dresdner Kontakt- und Informationsstelle für Selbsthilfegruppen (KISS) auf der Ehrlichstraße 3 entsteht eine Selbsthilfegruppe Schizophrenie, die sich monatlich treffen wird. Ziel soll das Stützen in angespannten sozialen Notlagen und der Austausch über scheinbar abweichende Wahrnehmungen sein. In Deutschland gibt es kein Recht auf abweichende Wahrnehmungen. Oft werden sie mit Zwangsbehandlung, Elektrokrampftherapie oder Psychopharmaka abgestraft - Psychopharmaka, deren tierexperimenteller Ansatz eine verminderte mentale Abwehr, das verminderte Sniffing, ist. Inzwischen ist der 2. Oktober auch Gedenktag für die, die in der Psychiatrie erstickten oder am Kammerflimmern verstarben. Zwangseinweisungen werden immer häufiger. Zehntausende, 40 Prozent aller psychiatrischen Krankenhauseinweisungen, waren es noch in den Neunzigern: Oft wird abweichende Wahrnehmung mit Fremdgefährdung gleichgesetzt, der Betroffene anstaltspsychiatrisch isoliert und mit Psychopharmaka gedämpft, statt ihn ambulant sozialtherapeutisch zu begleiten. Das Risiko, selbst einer der Zwangseingewiesenen zu werden und bei Widerstand mit Depotspritzen lebenslang ins Abseits gedrängt zu werden, steigt für jeden Einzelnen. Die eigene Wahnfreiheit nachzuweisen ist im Einzelfall fast unmöglich. Der Betroffene durchläuft dann eine Odyssee von psychiatrischer Reglementierungen, die ihn immer stärker im Alltag, auf Arbeit und in der Freizeit begrenzen und isolieren. Sozialtherapie wird kaum konkret budgetiert und muss vom Betroffenen oft pauschal vergütet werden. Viele landen dadurch in einer Endlosschleife, in der soziales Leid mit Benzodiazepinen gedeckelt wird, fühlen sich isoliert und sind verunsichert. Gut, wenn da andere sind, denen Ähnliches passiert ist und die begleiten wollen.
Montag, Oktober 22, 2007
Ich kann zu Radiostimmen in den seltensten Fällen die Gesichter ergänzen, die ich auf den Fotos sehe. Noch verrückter wird es, sobald ich mir nach einmal gesehenen Fotos das Gesicht ohne Webcam vorzustellen versuche. Gerade bei Uwe Groke bin ich bei jedem neuentdeckten Foto verblüfft. Es wird mir dann jedes Mal klarer, wie fremd eine einzelne Radiostimme bleibt, auch wenn ich sie scheinbar oft gehört habe. Es ist ein fremder Mensch, den ich nur in Sekundenbruchteilen erlebe. Schade eigentlich.
Hab heute meinen ersten Chemie-Text redigiert. Das Schöne war, dass ich ellenlange Sätze zu kurzen Sequenzen zerpflücken konnte, ohne dass Holger, der Autor, der selbst Chemiker ist, eine Veränderung bemerkt hatte. Hab ihm ein Stellenangebot vom Thieme-Verlag rausgesucht, auch wenn der Trainer behauptet, dass Holger ortsgebunden ist und handwerklich arbeiten will. Morgen will ich es ihm mailen. Er hat mit Christine Ertel zusammen gewohnt und gearbeitet. Sie sei jetzt in Syrien.
Sonntag, Oktober 21, 2007
Uwe Groke hat am 6. Juli Geburtstag und ist drei Monate jünger als Martin, der Vater von Nina und Tim. Direkt nach seinem Geburtstag musste er 2003 auf Sendung, damals noch beim SWR3. Was ich damals geschrieben habe, weiß ich nicht mehr, nur dass er auf Sendung ging. Seitdem halte ich meine eigenen Gedanken sorgfältiger fest. Schließlich sendet er ja nicht nur für mich. Es gibt also keinen Grund, mich selbst neben ihm zu vergessen. Und die Distanz erhalte ich mir, indem ich schreibe. Seit letzter Woche mache ich eine Reha. Da kann ich nicht ständig schreiben. Aber ich brauche die Zeit, um nächsten Monat fit für ein Praktikum bei Eileen Mägel im Wissenschaftsministerium zu sein und nicht ständig von einer Radiostimme zu träumen. Verdammt, er fehlt mir. Hoffentlich hat der PC morgen eine Soundkarte und Internetanschluss.
Überlastung
Der Job als Anästhesist war härter als ich ihn mir vorher vorgestellt hatte. Außerdem war er oft freudlos. Da war keine Zeit zum Träumen. Immer ging es um alles, ums Leben. Zu Hause war ich wie ausgebrannt. In der Zeit wurde die Nachbarstochter krank. Ihr Vater schloss die Zufahrt, als bei ihr Krebs diagnostiziert wurde. Da war ich gerade mit Tim schwanger. Ich soll mir einen Hubschrauber kaufen, meinte er. Es gab viel Hin und Her per Anwalt. Dabei war die Wohngegend idyllisch. 
Ich verlor die Lust an meinem Job. Alles wurde mechanisch. Auch zu Hause. Bis ich zusammengebrochen bin. Danach begann ich eine neue Ausbildung. Als Journalist. Ich habe dann jahrelang Gedankenprotokolle gemacht und sie sofort ins Netz gestellt. Dabei fielen mir virtuelle Gleichzeitigkeiten auf, die mich verunsicherten: Im Webradio auf SWR3 schienen sich Unfälle zu häufen, ohne dass ich mich abgrenzen konnte. Alles schien mit mir zu tun zu haben, ohne dass ich mich zurückziehen konnte. Ich erlebte mich als unfrei und hilflos, wie ein Spielball. Als ob es jemand krachen ließ, um mich zu manipulieren. Ich vertraute niemandem mehr, nicht einmal mir selbst. Da begann eine Zwangstherapie.

Ich verlor die Lust an meinem Job. Alles wurde mechanisch. Auch zu Hause. Bis ich zusammengebrochen bin. Danach begann ich eine neue Ausbildung. Als Journalist. Ich habe dann jahrelang Gedankenprotokolle gemacht und sie sofort ins Netz gestellt. Dabei fielen mir virtuelle Gleichzeitigkeiten auf, die mich verunsicherten: Im Webradio auf SWR3 schienen sich Unfälle zu häufen, ohne dass ich mich abgrenzen konnte. Alles schien mit mir zu tun zu haben, ohne dass ich mich zurückziehen konnte. Ich erlebte mich als unfrei und hilflos, wie ein Spielball. Als ob es jemand krachen ließ, um mich zu manipulieren. Ich vertraute niemandem mehr, nicht einmal mir selbst. Da begann eine Zwangstherapie.
Samstag, Oktober 20, 2007
Kompakt
Bin noch wie betäubt beim Wochenrückblick: Die Schreiben ans Amtsgericht wegen der Betreuungsvergütung, der Artikel für die Jahresdelegiertenkonferenz des VVN-BDA, das Hin-und-Her zwischen PTZ, Arbeitsamt und Ärzteversorgung, die Gründung der Selbsthilfegruppe für psychisch Betroffene, das Gespräch mit Miri zum Weglaufhaus und meine aufgeregte Mutter gestern mittag. Tim schläft. Nina ist mit Martin zu AFS unterwegs.
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