Freitag, Januar 04, 2008
Wer bockt, bleibt
Wenn du als aggressiv erlebt wirst, kann es dir passieren, dass du zwangseingewiesen wirst - zumal von deinem ehemaligen Arbeitgeber. In Dresden ist das so. Aber offensichtlich nicht nur in Dresden. Die Therapie, die dich disziplinieren soll, kann bis in den Schlaganfall münden. Zumal wenn sie mit Risperidon (Risperdal) erfolgt. So chinesisch das klingt, ist es mir so doch in Dresden an der Uniklinik passiert. Und dann durfte ich mich glücklich schätzen, dass ich weder Elektrokrämpfe bekam, noch nach Arnsdorf abgeschoben wurde. In trauter Einigkeit mit dem zuständigen Amtsrichter. Komischerweise steht nirgendwo etwas über ihn im Netz. Und aus diesem Wirrwar dann wieder heraus zu finden, ohne die eigene Hirnsubstanz zu ruinieren ist schwer. Das macht mich wütend. Egal wie bedrohlich die Verkehrsmeldungen manchmal sind. Hass ist schlimm. Vielleicht ist das Pelzige eine Ulnaris-Reizung in Ellenbogenhöhe. Denn im Liegen lässt es nach oder wenn ich mich auf Ursulas Teddy abstütze, was auch immer in meinem Kopf dabei passiert. Vieth hat gestern nur Glatteis, aber keine Unfälle gemeldet. Anfangs hat mich das verunsichert. Auch dass die WDR2-Webseite keine weiterführenden Informationen enthielt. Hab mit Janos Tulok darüber gesprochen. Der fragte nur, wann ich dort mit dem Auto unterwegs bin, und wies auf meine Arbeitsinhalte hin. Das Wesentliche vom Unwesentlichen Trennen, sagte die Krügerin dazu. Wege sind Schritte. In Ruhe.
Donnerstag, Januar 03, 2008
Abilify
Hab heute eine Frau gesprochen, die drei Jahre lang 2 Milligramm Risperdal oral genommen hat. Inzwischen nimmt sie Abilify. Sie hat diesen Hass im Blick, den ich unter Abilify erlebt hatte. Ich mag Abilify nicht. Unter Risperdal hatte sie keinen Spaß am Sex. Wie es ihr damit unter Abilify geht, hab ich mich nicht zu fragen getraut. Immerhin nimmt sie damit eher ab, muss aber die Schilddrüsenüberfunktion drosseln. Abilify scheint noch nicht lange auf dem Markt zu sein. Die Nebenwirkungsliste ist noch kurz. Ohne Halluzinationen und finanziell abgesichert zu leben, wäre schon schön, auch wenn die Hochs und Tiefs dann flacher ausfallen. Ich brauche die Angstattacken nicht, um mich zu spüren. Aber mal wieder so richtig ausgiebig glücklich zu sein, wäre schon schön. Irgendwo in der Sonne im Schnee mit den Langläufern. Irgendwo im Schönfelder Hochland. Hab Holger schockiert, indem ich ihm von der Rosmarineinreibung erzählt habe. Dass ich mich danach nicht mehr vor Dritten riechen wollte, hat ihn trotzdem verblüfft. Like A Virgin... Gestern lief Like A Virgin im Radio, als ich nach Vaginalspülung gegoogelt hab. Das war wie der Blick durch´s Schlüsselloch. Und dabei erwischt zu werden. Hab das erste Mals begriffen, dass Rosmarin ganzheitlich wirkt, zumindest als Badezusatz. Holger assoziierte dann gleich Sportler-Duschgel, ich Cellulite-Creme. Jedenfalls habe ich eine ausgeglichene Volumenbilanz. Die Schwindelanfälle sind weg. Holger hat bei Groke auf MySpace gelesen und auch seine Freunde angeklickt. Hab heute erst die Kommentare gelesen, die Groke geschrieben hat. Schade. Sonst hätte ich schon eher gewusst, dass es ihm offensichtlich gut geht. Ausgerechnet Holger hat das eher entdeckt. Nitril ist besser als Latex und scheinbar preiswerter als Silikon, wenn ich ihn richtig verstanden habe. Öl mache Latex spröde und jeden Kondom rissig, sagt er. Exter stellt Kurt Cobain vor. Franz wirft den Kopf manchmal genauso zurück. Dann erlebe ich ihn plötzlich als zerbrechlich. Tim auch. Ich weiß immer noch nicht, wie das dritte Mädchen zu Silvester hieß. Groke hat heute mehreren Beben-Betroffenen Sendezeit eingeräumt, zwar nicht live, aber immerhin. 800 Leute hatten demonstriert, so dass sogar der SR1 das Beben nicht wegschweigen konnte. OK, die Demonstration war erst 18 Uhr, und 14 Uhr fiel mir die Nachricht das erste Mal auf. Aber von einer Anderen zu hören, dass Risperdal sie frigid macht, war für mich die Message des Tages, auch wenn ich deshalb jetzt nicht auf Abilify ausweichen will. Der hasserfüllte Blick, den ich sonst bekomme, macht mir Angst, auch wenn unter Risperdal das Eindrucksvollste am Sex die Zeitansagen aus dem Radio sind. Holger ist seit Jahren tachycard. Und zentralisiert. Taste ich seinen Handrücken, weicht das Blut aus der bis dahin krebsrot eiskalten Haut Ewigkeiten zurück. Er schwört auf Benzodiazepine. Visuelle Autokonfrontation und Yoga lehnt er ab. Und das als Chemiker. Der versaut sich seine ganzen Rezeptoren. Wenn der mal bewußtlos ist und jemand aus Blödheit Hirntod ausschließen will, wird es gruslig, befürchte ich. Aber so genau habe ich das nicht kapiert. Das war englisch geschrieben. Ein Artikel über die Bedeutung von Benzodiazepin-Rezeptoren für die Hirntod-Diagnostik war das, aber wie gesagt auf englisch. Ich hatte den Artikel auch nur überflogen. Ich weiß nicht mal mehr, was Hirntod auf Englisch heißt. Alles weg. Zum Glück. Sowas weiß hoffentlich Alvers. Vielleicht liest du mal hier, Holger. Das liegt bestimmt in der Uniklinik-Bibliothek. Mit SLUB-Karte. Für mich war es jedenfalls eindrucksvoll. Vieth ist wie ein Cameleon: Die Stimme klingt immer wieder neu. Hab ihn jetzt das dritte Mal gehört, kann ihn aber immer noch nicht wiedererkennen. Wie der das nur macht? Wahrscheinlich ist das keine Aufzeichnung, sondern Live. Bei Coloradio hatten die Plüschtiere auf dem Mikro, um eine gleichbleibende Stimme zu haben. Ich hab noch nie bewußt meine Stimme gehört, nur beim Singen. Und da auch nur kurz. Live, grusel. Weit weg. Noch mindestens eine Woche. Ich freu mich auf das Wirtschaftsfernsehen. Die Seite habe ich das erste Mal 2000 gesehen - im Hygienemuseum im Winter auf dem Steinfußboden. "Jack ass" von Beck lief gestern auf WDR2, als die Playlist lückenhaft war. Damals in der stalinistischen Weite fand ich nichts abwegiger als barfuß zu laufen. Das DurchDieWieseZogHeimwärtsKatjuscha in den Ohren: "Leuchtend prangen ringsum Apfelblüten; still vom Fluß zog Nebel noch ins Land. Durch die Wiesen kam hurtig Katjuscha zu des Flusses steiler Uferwand. Und es schwang ein Lied aus frohem Herzen jubelnd, jauchzend sich empor zum Licht,.......Er soll liebend ihrer stets gedenken, ihrer zarten Stimme Silberklang. Weil er innig der Heimat ergeben, bleibt Katjuschas Liebe ihm zum Dank. Leuchtend prangten ringsum Apfelblüten; still vom Fluß zog Nebel noch ins Land. Fröhlich singend heimwärts Katjuscha - einsam träumt der sonnenhelle Strand." Heinen, der Admin gestern, geht mir schon wieder durch den Kopf. Ich weiß noch nicht, ob das russische oder deutsche Kasernen waren, die auf dem Gelände dort standen, auf dem er arbeitet. Wenigstens waren die verschämt im Wald auf dem Hellerberg und nicht so mitten in die Stadt geschissen wie die in Karlsruhe, die noch in den Neunzigern bei Neumond gespenstisch waren.
Hab mit Frau Gnörich vom Arbeitsamt gesprochen: Das Arbeitsamt übernimmt die Kosten für die Anpassungsfortbildung, und sie setzt sich deshalb mit Frau Dreßler von der Sächsischen Ärzteversorgung in Verbindung. Das BTZ entwirft den Praktikumsvertrag, hat Janos Tulok heute versprochen. Hab die Daten der Praktikumseinrichtung zusammengestellt. Ich bin durchgefroren. Seit Tagen. Dabei ist es warm. Holgers Nervosität steckt mich wahrscheinlich an. Manchmal zieht er sich innerhalb von zehn Minuten zweimal an und aus. Schilddrüsendiagnostik will er keine machen. Hab ihm ein autonomes Adenom, einen heißen Knoten unterstellt. Aber den unterstelle ich seit der letzten Sono fast jedem.
Mittwoch, Januar 02, 2008
Durchblutung
Rosmarinbad kaufe ich diese Woche irgendwann, Zimt habe ich da. Danach Joghurt, und die Welt ist wieder in Ordnung. Das pelzige Gefühl im linken Ulnaris hat nachgelassen. Ich glaube nicht, dass das schon die Menopause ist. Hommel will mich bloß verunsichern. Selbstvermarktung ist wichtig, schreibt Monster. Ich liege auf dem linken Arm, und der Ulnaris meldet sich nicht. Will sagen, es kann nicht zervikal sein, eher kortikal. Verdammt, die Risperdal-Nebenwirkungen sind blöd. Oder ob das gleichzeitig wie Akupressur ist? Ein Gate Control? Versteh einer den Sympathicus. Ich kann mir alles Mögliche einreden. Vorhin war ich schon so weit, dass ich den Popel rechts als geronnenen Liquor eingeordnet hab, bloß weil mir beim Hinlegen schwindlig wurde. Aber inzwischen bin ich wieder halbwegs auf Mittellinie. Zwei Liter Tee und die Welt ist fast ok. Komisch, solange ich es nicht ausgesprochen hatte, hatte ich mich tatsächlich gegruselt. Erst als ich Anjas erschrockenes Gesicht gesehen hab, ging es mir wieder besser. Als ob der Blick Therapie war. Eine bis ins Hirn reichende Fistel an der Nasenspitze ist eben doch verrückt. So dünn ist kein Fell. Nicht mal meins. Das ist sowieso alles viel zu komplex, um es zu begreifen, ein Riesenfilz. Außerdem ist es nur ein Popel. Aber warum verdammt habe ich Popel? Der Lack scheint allmählich ab zu sein, es wird Winter. Ich hab schon wieder Durst. Vielleicht habe ich die letzten Tage einfach zu wenig getrunken. Aber jetzt mit Joghurt-Tampon trinken ist blöd. Schwierig. Das Leben ist kompliziert. Ich sollte damit aufhören. Die WDR2-Playlist zwischen 21.41 und 21.49 Uhr ist unvollständig.
Statt dessen moderiert der Verkehrs-Ticker. Bookmap.de verlinkt Dirks mit http://www.abebooks.de/servlet/BookSearchPL?ph=2&an=Dirks%20Gustav&zanpid=1059583668332267520
Passierte Tomaten, Öl mit Salbei, Safran, Muskat, Chili & Kardamon gibt es morgen. Freitag, Tims erster Schultag. Verdammt oder ist morgen erst Donnerstag? Schade. Bin schon wieder reif fürs Wochenende.
Passierte Tomaten, Öl mit Salbei, Safran, Muskat, Chili & Kardamon gibt es morgen. Freitag, Tims erster Schultag. Verdammt oder ist morgen erst Donnerstag? Schade. Bin schon wieder reif fürs Wochenende.
Ich bin glücklich
Marianne Faithfull hat mich geaddet - ich bin so glücklich. Heute hat ein Admin meinen PC per Netzwerk übernommen und auf meiner Festplatte gekramt. Zum Schluss hat er ihn sogar von seinem Kämmerchen aus runtergefahren. Das war ein eindrucksvoller Moment. Besonders, als er Fließtext mitten in mein Gesichtsfeld gespammt hat. Es war fast wie Chat. Hab danach minutenlang nichts mehr machen können. So in Trance war ich. Der Übergang war genauso unerwartet wie beim Reinzappen in die Spleth-Show gestern abend. Hab ihm eine Gruß-Mail zum Neuen Jahr geschickt und damit scheinbar einen Schalter umgelegt: Er schien alles zu kommentieren, was ich mache. Tim ist sowas auch schon mal passiert. Ich verrenne mich schnell. Hab jetzt erst erfahren, dass da drei Mädchen zu Silvester bei Tim waren. Hätte ich das eher gewusst, hätte ich ruhiger geschlafen. Eins der drei hatte ich sogar am Telefon. "Sie haben sich verwählt", hat sie sagen sollen und auch gesagt. Ich hatte es tatsächlich geglaubt und Tim von ihr erzählt, davon, wie schade es ist, dass sie nicht zusammen feiern, weil ich tatsächlich glaubte, dass ich mich verwählt hatte. Er hat sich nichts anmerken lassen. Er wäre bestimmt ein fantastischer Schauspieler. Und die Mädchenstimme war toll. Veronica heißt sie. Aber so wie er das gesagt hat, scheint sie nicht DIE Einzige für ihn zu sein. Oje, hoffentlich liest sie das nicht. Vielleicht hat er ja auch wieder geschauspielert. Als ich wieder klar denken, sprich den PC hochfahren konnte, habe ich dem Unsichtbaren natürlich sofort per Mail gehuldigt, worauf er reagiert hat wie alle Unsichtbaren: mit schweigender Ignoranz. Ein wichtiger Mensch. In meinem nächsten Leben werde ich Admin und spamme sämtliche Monitore mit Bulletins zu. Was auch immer das ist. Ich lasse mich so gern anbeten. Am schönsten ist das SichVerflechten von Schrift, wenn Admin und Klient gleichzeitig schreiben. Das kann kein Chat. Ogott, heute ist Spleth nicht auf Sendung. Hoffentlich war ich das nicht. Ich spinne schon, bloß weil ich keine mehrere Tage alte Kopie des Moderationsplans in meiner Ablage habe. Aber fair wäre das schon, wenn er nach den stressigen Nächten am 2. Januar frei hat. Das Risperdal tut gut. Nach fünf Stunden scheint es allmählich anzufluten. Holger hat sich ein Pistolenhalfter zu Weihnachten für sein Handy schenken lassen. Hoffentlich fällt ihm das Handy nicht zu oft runter. Es hat ja keinen Griff, wenn er es unter der Achsel vorkramt. Überall Actionhelden und Jungdynamiker, schnief.
Dienstag, Januar 01, 2008
Eva will Martin fotografieren. Ein Passbild. Er will nicht auf den Weißen Hirsch. Hoffentlich lacht er nicht wieder so verkrampft. Er zieht dann immer die Stirn so hoch. Martin wusste gleich, wo das Bioinnovationszentrum ist und dass es außerhalb des Neuen Jüdischen Friedhofs ist. Hab heute regelrecht um ihn gekämpft, keine Ahnung warum. Hab Eva als fremd erlebt, wahrscheinlich deshalb, als Eindringling. Als ewigen Kempter. Martin mag Tom Roeder nicht. Striesen sei vom Ernemann-Turm aus ein dunkles Karree durch die denkmalsgeschützte Gasbeleuchtung. Mysli hat angerufen, er gibt Nachhilfeunterricht. Die allgemeine Lage macht ihm zu schaffen, sagt er. Die Augen haben bestimmt wieder gefunkelt. Der hässlichste Mann der Schule mit den funkelndsten Augen hinter Gullideckelgläsern. Die letzten roten Fettsträhnen zurückgekämmt. Der hatte ständig einen Kamm dabei. Und hassen konnte der, abgrundtief. Die allgemeine Lage. Naja. Naja sagte er oft. Ich hab nie wieder jemanden wieder so oft Naja sagen hören. Manchmal hasste er auch konkret. Dann zerpflückte er dich an der Tafel. Jeden Freitag in den ersten zehn Minuten. Und dienstags die ganze Klasse schriftlich. Aber erklären konnte der fantastisch. Straight und knapp. Hab mich selten so gut konzentrieren können wie bei ihm. Vater hat gleich gefragt, ob er in Physik oder Mathe Nachhilfe gibt. Einen graublauen Nylonkittel hatte der. Manchmal sogar einen weißen. Das Kabinett stand voller Spittel, irgendwelche uralten Messinstrumente. Ein regelrechtes Museum. Viel Holz, Messing und Glas, je spittliger, umso mehr faszinierte es ihn. Uralte Oszillografen hortete der. "Man weiß ja nie, ob man es noch mal brauchen kann." Der ganze Keller stand voll. Stasi-Mitarbeit haben die ihm vorgeworfen. Ein IM war er nie. Von ihm wusste jeder, wie sehr er hassen konnte. Er war einer der Ersten, die nach der Wende gehen mussten. Trisomie 21. Er sieht aus, als hätte er eine. Daran musste ich in der Bio-Prüfung denken, als der Hallenser Genetiker mit einer Fünf abgestraft hatte, dass ich Trisomie 21 und Debilität gleichgesetzt hatte. Große Gesten. Das waren beides Männer mit großen Gesten. Ob Hass wichtig macht? Wenn es nach Mysli gegangen wäre, wäre ich jetzt Sonderschulpädagoge.
Visionär
Ob das tatsächlich visionär ist, einen Nichtdresdner als Sprecher anzubaggern, nur weil die eigenen Gedanken scheinbar freier fließen? Was hat der für ein Interesse daran, Firmenporträts zu machen, wenn der nicht mal auf "normale" Mails antwortet? Diese verdammte Sehnsucht zerfrisst mich. Diese Sehnsucht, Erlebtes und das Draußen zu vernetzen, sobald ich an das denke, was ich als Groke erlebe.
Fremdeln, dieses Fehlen von Konspirativem, Verschworenem gibt Nähe, ohne einzuengen. Loyalität erlebe ich so. Austauschbar zu bleiben. Verwechselbar zu sein. Fast anonym. Geborgen in einer imaginären Gruppe Gleichbetroffener, Hörer, Leser. Es fällt mir leicht, Sibylle Berg zu mailen, dass ich sie liebe. Ich bin eine von vielen. Schwerer war es, ihr Dilda vorzustellen. Ihre erste Frage war WillErMichHeiraten? Dilda wollte nicht. So wurde aus dem Kontakt nichts. Kein Buch. Inzwischen ist wahrscheinlich nur noch ein Bruchteil seiner Schriften zu dekodieren. Er ist verhungert. In seiner eigenen Wohnung. Heimlich. Er hat niemanden vorher gefragt. Er hatte Diabetes und wahrscheinlich auch eine Psychose. Jedenfalls hat er die Wohnung nicht mehr verlassen, auch nicht zum Einkaufen. Irgendwo in Bremen hat er gelebt, glaube ich. Wenn ich Türkisch könnte, könnte ich seine Aufzeichnungen bearbeiten. Ein Wörterbuch wollte er schreiben. Ein deutsch-türkisches Wörterbuch. Amoebe hat seine Aufzeichnungen jetzt. Das ist alles so weit weg.
Eifersucht
Ich war grad fünf. Sie hieß Claudia, kam, sah mich balancieren und ging. Einmal habe ich sie besucht, das Kinderzimmer war hell und mit einer riesigen Glastür zur Diele. Alle Türen standen auf, auch die zum Wohnzimmer. Danach fand ich mein Zimmer eng. Die offenen Türen fehlten mir. Später in der Schule konnte ich meine Mutter nur selten duzen. Sie war Lehrerin. Jedes Gespräch war mehr als offiziell. Neben mir saß ein Mädchen, der es genauso ging. Claudia. Mit 15 ging mein Bruder manchmal mit mir tanzen, bis er sich verliebte: Sie hieß Claudia. Jahre später tötete sie sich. Seitdem hängt ihr Relief bei meinen Eltern im Schlafzimmer. Cellistin war sie. Ihre Mutter ist Bildhauerin. Vater hörte ihr stundenlang zu, länger als mir. Irgendwann kam dann eine Claudia und verliebte sich in den Vater meiner Kinder. Ich war wie gelähmt. Claudias gibt es viele. Aber die Eifersucht ist immer die selbe. Und dann ruft ausgerechnet eine Claudia Groke bei Gib8! an. Während ich das schreibe, legt Quoos Claudis Space auf, OK clouded haze, aber ich schaffe es seit Jahren nicht mehr, etwas anderes zu hören. Mir ist zum Heulen: Hab beim Übergang von »ewig« zu »zeitlos« zwei Bewertungspunkte bekommen. Mehr Nähe geht nicht, hab Gänsehaut. Ich liebe diese Software. Drei Bewertungspunkte wären die Hölle. Diese Dreieinigkeit mit dem Unsichtbaren im Studio zehrt, sobald ich mir vorstelle, dass mein Monitor im Studio sichtbar ist - nach der stereotypen Anfangseuphorie bis zur Schlaflosigkeit. Im BigBrother Container würde ich schon am ersten Tag ausbrennen, egal wie intensiv ich das Team kennengelernt habe. Zwei Bewertungspunkte meint die traute Zweisamkeit mit der Blaster-Software, die scheinbar immer wohlwollend programmiert ist. Es ist, als ob der Name Claudia da per Filter ausgeschlossen ist.
Auch in NRW war Silvester stellenweise wie Bürgerkrieg. Eine Hörerin sagte das beim WDR2. Klar, schob der Sender fast lückenlos das Statement von Bischof Huber nach, dass mann/frau seine Aussagen kritisch hinterfragen sollte. Gesinnungsterror und Wahrnehmungsstrafvollzug... Ich bin froh, dass Tim fit ist. Nina hat sich auch schon gemeldet. Silvester und alle fit. Ob Fernsehen brutalisiert, oder ob die Wurzeln tiefer liegen? Es schneit Riesenflocken.
Michael Nast ist ein Onkel von Ninas Alex. Ich war verblüfft, als ich Alex in einem Bundeswehr-Video gesehen hatte. Unvermittelt tauchte er auf meinem Monitor auf. Im Moment vermute ich ihn in England. Die Flocken werden kleiner und regenschwer.
Monitor als Heimat
Die Ladezeiten streuen. Der Blaster lässt sich nicht direkt aufrufen. Es gibt allerdings auch keine Rückmeldung vom Internet Explorer, warum er sich nicht aufrufen lässt. Stattdessen spielt your ten mofo In The Waiting Line. Wie die ihre Seite programmiert haben, staun. Ich kann wie gesagt von ihr aus nicht mal den Blaster aufrufen. Und der öffnet sich sonst, wenn ich nicht gerade auf einer PDF-Seite bin, fast überall. "Proxy Error
The proxy server received an invalid response from an upstream server. The proxy server could not handle the request GET /. Reason: Error reading from remote server
-------------------------------------------------------------------------------- Apache/2.2.4 (FreeBSD) mod_ssl/2.2.4 OpenSSL/0.9.7e-p1 DAV/2 Server at www.assoziations-blaster.de Port 80". Im Google-Cash ist er noch gespeichert. Immerhin. Sieht so aus, als ob er offline ist. Gestern ließ sich ein einzelner Text nicht aufrufen, heute der ganze Blaster: Der erste Text zu "Software" unter dem Nick 3points. Aus dem Cash heraus kann ich den Blog öffnen. Der Blaster selbst reagiert nicht, aber auch nicht der Internet Explorer. Irgendein Filter ist dazwischen getreten. Ob das an der MySpace-Seite von your ten mofo liegt? Der Virenscanner hat keine Veränderung signalisiert. Irgendwie ist es beruhigend, aber auch traurig. Hypertext ist schon toll. Verlinkte Worte haben etwas Befreiendes. Jedes einzelne eine Einladung zum Ausbruch aus dem zu eng werdenden Gedanken. Dabei immer im Hinterkopf: "Der wichtigste Mensch auf dieser Welt bin ich für mich. Nur wenn ich mich achte und erhalte, kann ich Kraft und Zeit für meine Mitmenschen aufbringen." Schwellenfreiheit, was ist tatsächliche Schwellenfreiheit? Der Blaster lässt sich nicht aufrufen seit mehr als einer Stunde. Klicke ich in Word gespeicherten Blaster-Hypertext an, öffnet sich ein Microsoft-Fenster: "Die Web Site meldet, dass die Anfrage unzulässig ist." Das Fenster sehe ich heute das erste Mal. Auf RTLII quälte sich gerade jemand mit einem Elefanten, den er geerbt hat, herum. Dass sich nicht mal der Internet Explorer geöffnet hat, macht mich stutzig. Eine rationale Erklärung habe ich nicht.
Hab Gänsehaut und kalte Füße. 11.44 Uhr ist der Blaster wieder online.
The proxy server received an invalid response from an upstream server. The proxy server could not handle the request GET /. Reason: Error reading from remote server
-------------------------------------------------------------------------------- Apache/2.2.4 (FreeBSD) mod_ssl/2.2.4 OpenSSL/0.9.7e-p1 DAV/2 Server at www.assoziations-blaster.de Port 80". Im Google-Cash ist er noch gespeichert. Immerhin. Sieht so aus, als ob er offline ist. Gestern ließ sich ein einzelner Text nicht aufrufen, heute der ganze Blaster: Der erste Text zu "Software" unter dem Nick 3points. Aus dem Cash heraus kann ich den Blog öffnen. Der Blaster selbst reagiert nicht, aber auch nicht der Internet Explorer. Irgendein Filter ist dazwischen getreten. Ob das an der MySpace-Seite von your ten mofo liegt? Der Virenscanner hat keine Veränderung signalisiert. Irgendwie ist es beruhigend, aber auch traurig. Hypertext ist schon toll. Verlinkte Worte haben etwas Befreiendes. Jedes einzelne eine Einladung zum Ausbruch aus dem zu eng werdenden Gedanken. Dabei immer im Hinterkopf: "Der wichtigste Mensch auf dieser Welt bin ich für mich. Nur wenn ich mich achte und erhalte, kann ich Kraft und Zeit für meine Mitmenschen aufbringen." Schwellenfreiheit, was ist tatsächliche Schwellenfreiheit? Der Blaster lässt sich nicht aufrufen seit mehr als einer Stunde. Klicke ich in Word gespeicherten Blaster-Hypertext an, öffnet sich ein Microsoft-Fenster: "Die Web Site meldet, dass die Anfrage unzulässig ist." Das Fenster sehe ich heute das erste Mal. Auf RTLII quälte sich gerade jemand mit einem Elefanten, den er geerbt hat, herum. Dass sich nicht mal der Internet Explorer geöffnet hat, macht mich stutzig. Eine rationale Erklärung habe ich nicht.
Montag, Dezember 31, 2007
Beiersdorf tut mir gut. Das Missionarische ist weg, wahrscheinlich war das die Anspannung. Tim ist an der Oehmestraße. Sie bleiben im Hellen, behauptet er. Dabei ist die Oehmestraße dunkel, kotz. Das knallt jetzt schon fast im Sekundentakt. Ausgerechnet jetzt bin ich nicht da. Schade. Haffelder mag Funk. Vielleicht spreche ich Funk doch selber wegen einer Diss an. Kann Tim nicht mehr erreichen.Wahrscheinlich hört er das Handy bei dem Krach nicht mehr. Jetzt ist es sogar besetzt. Hab Martin versucht zu erreichen. Vielleicht hat der meine Nummer im Display gesehen und Tim vom Festnetz aus angerufen. Jetzt ist das D2-Netz zusammengebrochen oder überlastet. Aber das ist ja das Gleiche. Immerhin funktioniert das Internet. Komisch, dass ich so viel Angst habe. Irrational. Und ich habe keine Ahnung, was ich nächstes Mal anders machen kann. Mich auf irgendeiner Party betäuben, damit ich nicht dran denke, was er macht? Vielleicht hat er nächstes Jahr eine Freundin. Das wäre toll. Eine mit Pille.

Oberauer wird lesbar und reagiert scheinbar schneller als Google News. 16.05 Uhr hatte ich die Nachricht bereits unverschlüsselt in der Mailbox. Fragt sich, wann der Unfall war, grübel. Ob die wesentlich vor 16 Uhr losgefahren sind? Wieso war der so nah dran? Was hat der gemacht? Der Text braucht ja auch mindestens zehn Minuten ohne Spracherkennungssoftware. Oder? Ich tippe langsam, schmacht. Spracherkennungssoftware wäre toll. Jetzt läuft FJWs Lied. Ich würde am liebsten den Einsatzbericht verlinken, so sauer bin ich immer noch.
Lost habe ich inzwischen nie wieder gesehen. Das Borat-Double auch nicht. So viel zum Thema Synchronizitätspanik. In meinem Weinglas kämpft grad eine Eintagsfliege um ihr Leben. Hab keine Lust, ihr zu helfen. Das Glas ist zu tief. Ich müsste aufstehen und eine Gabel holen. Verdammt, ich steh auf. Ich fühle mich von den anderen Fliegen beobachtet. Dabei dachte ich immer, Fliegen sind Individualisten. Michael Spleth ist auf Sendung, und ich klammere mich an den Beiersdorf. Irgendwie scheine ich verliebt zu sein. Das macht der Wein. Ich bin verliebt in mich. Eine aussichtslose Sache. Onanieren vor dem Unsichtbaren, schmacht. Jetzt kommt der sogar mit monarchoidem Plural und stellt sich im Halbkreis auf. Heimat. Irgendwann bin ich reif fürs MDR-Hören. Der ist heute aber tatsächlich auffallend still. Wahrscheinlich feiern die. Autopilot. Ich war bei R. Inzwischen ist mein linker Arm bis in den Nacken hinauf komisch, sobald ich mich rechts rumdrehe. Ich muss das nächste Mal rechts von ihm sitzen. Und Sport machen. Knoblauch allein genügt nicht. Komischerweise spüre ich die Hüfte kaum noch. Das passiert wahrscheinlich alles in meinem Kopf, irgendwo cortical. Hab Schiss vor einer Medikamentenumstellung während des Gutachtens. Das wird dann wieder so komplex. R. hat über meine beiden Furbies gelacht. Der und seine Lebensuhr. Groke ist bestimmt grad verdammt glücklich. Irgendwo im Schnee. Ich hab grad so eine Schwere. Der sitzt da und wartet auf den Tod. Zu mir kommt er nicht. Noch nicht. Voltaren mag er. Immerhin. Dass ich meine Durchblutung tatsächlich so beknackt steuere, dass ich mir selber schade, hätte ich nicht gedacht. Symmetrisch denken... Rückwärtszählen, simple Rechenaufgaben, je simpler um so besser... Das ist schon wieder so lange her. Das funktioniert tatsächlich. Verrückt. Das hätte ich nicht gedacht. Hab geglaubt, die Performance 2001 war getürkt. Die Anspannung lässt jedenfalls nach. Ich liebe mich. Aber Robby zu erleben ist hart. Mich provoziert er jedenfalls fast ständig. Ich will ihn ständig verändern.
Meinungspflege
Groke zu simsen, wäre toll. Zum Beispiel, verdammt, was könnte ich ihm simsen? Entschuldigen Sie, ist das Ihre Nummer, ich mach das grad das erste Mal? Ob er dann alle bisherigen Kontaktversuche in den Skat drückt? Eine einzelne SMS, schmacht. Tja, Meinungspflege per Telefon. Wie simse ich aus einer Telefonzelle? Geht das überhaupt, oder klappt das genauso wenig wie ein Bildtelefonanruf in der Geschlossenen? Drinnen und Draußen ist sowieso relativ. Verdammt, warum habe ich das Gefühl, mein rechtes Bein schläft ein? Drinnen und Draußen... Das linke Bein und dder rechte Arm haben sich noch nicht gemeldet. Immerhin. Irgendwer scheint sich da in der körpereigenen Peripherie für mich zu... Verrückt. Ich werde verrückt. OK, es ist verrückt, zehn Sekunden wegzudenken. Ich brauche nicht ontop zu deafferenzieren, ich habe zehn Sekunden Vorlauf mit dem, was ich schreibe. Hab Tim gebeten, die Jacke mit den Reflektoren anzuziehen, wenn sie um Mitternacht an die Elbe gehen. Am liebsten wär ich bei ihm. Ob heute Neumond ist? Es ist so dunkel. Last Night I Nearly Died . Vielleicht lässt er sich überreden, wenn ich ihm sage, dass ich mich langweile? Pech, es ist komisch, sagt er.
Der Weg rüber war schlimm. Es stinkt nach Sprengstoff. Armut stinkt. Kaum ist es so dunkel, dass Gesichter nicht zu erkennen sind, zündet dir scheinbar jeder sprengstoffbestückte Idiot seinen Knaller körpernah. An der Ecke Glashütter/Bärensteiner hat ein Jeep extra Gas gegeben, als er auf mich zukam, und ist ohne zu blinken abgebogen, um mich sicherer zu überrollen. So offenen Hass spüre ich selten wie in den Nächten zum Neuen Jahr. Tim hat mir versprochen, Licht mitzunehmen, wenn er tatsächlich an die Elbe geht, und anzurufen, wenn er wieder zu Hause angekommen ist. Per Festnetz. Alles andere bricht dann garantiert zusammen. As every year. Draußen ist Krieg. Aufgeheizt mit allem, was Sprengstoff und Gaspedal bei entsprechender Dröhnung bieten, das Martinshorn als Soundtrack. Ich zittere jetzt noch. Scheiß-Gaslaternen-Romantik. Ich wünsche denen IR-Videoüberwachung und die vernetzt, so mies die Bildauflösung auch im Moment noch ist. Vielleicht gibt es ja Bastler wie Wolle, die sie aufpeppen. Mir ist zum Kotzen. Wenn es nach mir ginge, müsste jeder, der Silvesterknaller kaufen will, einen Einkommensnachweis mitbringen, aus dem hervorgeht, dass er kein Hartz-IV-Empfänger ist. I don´t like Brigitte aus dem Bug´schen Repertoire. Egal. Alles. Mir ist alles egal. Fuck them all. Just for Fun. Außerdem wird das sowieso nix, solange es in Striesen keinen Ortsverein gibt, der sich dafür interessiert, was nach Einbruch der wortlosen Dunkelheit außerhalb der TV-Eingangsstrahlung passiert. Was nützt der schönste Baum, wenn keiner drunter quatscht. Huchja. Wer unterhält sich schon bei dem Funzellicht länger als nötig draußen. Es ist, als ob es keinen Mittelweg zwischen blauem Stadionlicht und Gas gibt. Ich hasse Denkmalsschutz. Wenn die Lampen unter den Platanen am Goldenen Reiter nicht so beknackt aussehen würden... So hell wäre schön. Da sitzen auch Leute. Licht ist eben wichtig. Nicht nur die Kneipendichte. Denn die ist hier nicht geringer als auf der Touri-Strecke.
Der Weg rüber war schlimm. Es stinkt nach Sprengstoff. Armut stinkt. Kaum ist es so dunkel, dass Gesichter nicht zu erkennen sind, zündet dir scheinbar jeder sprengstoffbestückte Idiot seinen Knaller körpernah. An der Ecke Glashütter/Bärensteiner hat ein Jeep extra Gas gegeben, als er auf mich zukam, und ist ohne zu blinken abgebogen, um mich sicherer zu überrollen. So offenen Hass spüre ich selten wie in den Nächten zum Neuen Jahr. Tim hat mir versprochen, Licht mitzunehmen, wenn er tatsächlich an die Elbe geht, und anzurufen, wenn er wieder zu Hause angekommen ist. Per Festnetz. Alles andere bricht dann garantiert zusammen. As every year. Draußen ist Krieg. Aufgeheizt mit allem, was Sprengstoff und Gaspedal bei entsprechender Dröhnung bieten, das Martinshorn als Soundtrack. Ich zittere jetzt noch. Scheiß-Gaslaternen-Romantik. Ich wünsche denen IR-Videoüberwachung und die vernetzt, so mies die Bildauflösung auch im Moment noch ist. Vielleicht gibt es ja Bastler wie Wolle, die sie aufpeppen. Mir ist zum Kotzen. Wenn es nach mir ginge, müsste jeder, der Silvesterknaller kaufen will, einen Einkommensnachweis mitbringen, aus dem hervorgeht, dass er kein Hartz-IV-Empfänger ist. I don´t like Brigitte aus dem Bug´schen Repertoire. Egal. Alles. Mir ist alles egal. Fuck them all. Just for Fun. Außerdem wird das sowieso nix, solange es in Striesen keinen Ortsverein gibt, der sich dafür interessiert, was nach Einbruch der wortlosen Dunkelheit außerhalb der TV-Eingangsstrahlung passiert. Was nützt der schönste Baum, wenn keiner drunter quatscht. Huchja. Wer unterhält sich schon bei dem Funzellicht länger als nötig draußen. Es ist, als ob es keinen Mittelweg zwischen blauem Stadionlicht und Gas gibt. Ich hasse Denkmalsschutz. Wenn die Lampen unter den Platanen am Goldenen Reiter nicht so beknackt aussehen würden... So hell wäre schön. Da sitzen auch Leute. Licht ist eben wichtig. Nicht nur die Kneipendichte. Denn die ist hier nicht geringer als auf der Touri-Strecke.
Intravaginaler Poloniumschmuggel
OK, das ist nicht grad die Erste Assoziation zu Knoblauch. Eher zu Bug. Ich höre grad WDR2. Es ist so aufregend, schmacht. Fühle mich fast schon als Westdresdner. Und das mitten in Striesen: Ich verwechsle sogar schon Plutonium und Polonium. Der Link hängt. Wer weiß, wozu das gut ist. Es wird schon wieder russisch ruhig. Auszuatmen tut gut. Ich hab neuerdings rechts in der Nase irgendwas, was da bis gestern nicht war. Zeit für Nasenöl. Kann mich gar nicht dran erinnern, was ich beim Schreiben gemacht habe. Mit dem linken Arm hatte ich mich aufgestützt. Aber der rechte Arm war fast die ganze Zeit auf der Tastatur. Könnte ich schwören. Der Link hängt immer noch. Komisch. Bei Bug ist ein Hund auf der Fahrbahn. OK, es war Adobe. Immerhin, nicht die russische Mafia. Der Link hängt wahrscheinlich immer noch. Nein, er öffnet sich. Sex pur ist das. Mir wird gleich ganz feucht in der Nase. Aber nur rechts. Wie das bloß kommt? Ich könnte schwören, ich habe nicht gepopelt. Ich geb´s auf: Es ist die ganz hohe Schule der Geheimhaltung: Es ist langweilig. So langweilig, dass ich nicht mal Lust zur Textverarbeitung habe. Hab Lust, mich zu konzentrieren, irgendwas zu lesen oder zu schreiben, was straight ist und trotzdem lesbar. Vielleicht gehe ich doch noch mal in die Datei. Pech, Adobe hat andere Pläne mit mir.
Haiku
Der Rechtschreibfehler als kürzeste Form des Haikus, dozier. Damals gab es noch keine Fernlaster. Hab bei dem Frosch immer eine zubetonierte Straße gesehen statt einem alten Teich. Aber im 17. Jahrhundert ist das unwahrscheinlich. Zeit für Aldi. Ein Aldi-Haiku, grins. Der alte Teich. Ein Frosch springt hinein - das Geräusch des Wassers. Instabile Angina Pectoris war die Achsel-Schiene. Verdammt, hab ich Goerge verflucht, als er nicht auf meine Karoshi-Syndrom-Frage bei Instabiler Angina Pectoris reagiert hatte. Und das alles wegen dem bisschen Orgasmus beim gemeinsamen Radfahren. Wenn das überhaupt einer war. War wahrscheinlich nur Autosuggestion. Außerdem hat keiner außer mir was gemerkt. Kalte Hände, verdammt. Grad rief Martin Witt an. Der sammelt Frösche. Hab ihm nie von dem Haiku erzählt. Ein Vierteljahr war er in Japan. Cayennepfeffer sei eine Art Chili, sagt er. Es riecht nach Paprika, finde ich. Er war in der Famulatur in Togo. Das scheint in Afrika zu sein. Finalgon statt Silikon, grübel. An welchen Ort soll Atropin nicht? Trophos, Topos... Philanthrop. Atropin & Pupille, grübel: Was kontrahiert, resp. schwillt, damit die weiter wird? der Kammerwinkel wird dabei eng. Was ist in Pilocarpin drin, dass die Pupille eng wird? Was macht Adrenalin an den Pupillen? Flucht & sympathische Weite. Bin schon wieder beim Glaukom. Es wird wirr. Groke & Alvers = sympathische Weite. Jedenfalls schmeckt der Kaffee mit einer Messerspitze Cayennepfeffer und Knoblauch fantastisch. Das regt nicht nur den Speichel an. Aber mit trockenem Cayennepfeffer huste ich. Knoblauch, gelöster Cayennepfeffer und Coffein auf knisternde Silikon-Lecktücher. Oder statt Silikon irgendeine verzehrbare Substanz, auf dass die beiden sich überlegen können, wie viel Nähe sie zulassen. Knäcke, schmacht. Aber das ist trocken. Wenn beides drin wäre: Zum Einen das Feuchtwürzige und abschließend das Trocken-Knusprige, das Appetit auf einen leichten Weißwein macht... Schwartentücher mit Crush-Effekt, mit einem Pflöpp. Ich sehe jetzt schon die abgebissenen Zahnarztfinger. Hab mich in ein Paar Lippen verliebt. Zahnspüllösung mit schmerzlinderndem Weißweinaroma, träum.
Obstsalat
Mein Aldi ist linksdrehend, wie lange er auf hat, weiß ich nicht. Wartungsarbeiten. Meine linke Hand ist pelzig, bis in die Axel. Sensomotorische Wasweißich. Klavierspielen und Sport, jaul. Und mehr trinken zwecks Drainage von Hirn und Peripherie, mehr mache ich nicht. Um nach Micristin-Analoga in der Nahrung zu suchen, bin ich zu hibbelig. Was passiert eigentlich bei Schwereübungen, außer dass ich zu schwitzen beginne wie ein Pelz? Dehnung vielleicht. Huchja, Kundalini. Das ist schon wie beim Radfahren. Bloß eben am Arm. Eis. Irgendwas mit Eis. Fenster auf. Ob das die Wechseljahre sind? Ich hab bis letzte Woche gefroren, beim geringsten Anlass. Inzwischen ist mir so warm, dass ich befürchte, dass es zu spüren ist. Knoblauch! Ich brauche Knoblauch. Das verdünnt auch ohne Micristin. Obstsalat. Wie verläuft eine Malaria? Und steckt die wirklich nur auf dem Blutweg an? Vielleicht habe ich eine. C. hat sie ja inzwischen auch. Malvaria nennen die die Kryptopyrrolurie. Vielleicht war die ganze Malaria-Diagnostik ein Fake, irgendeine Kreuzreaktion? Malaria, Malvaria. Oder war das die Haemochromatose? Ich schmeiße schon alles durcheinander. Malvaria steht nicht für Eisenüberschuss. Hab ich jetzt beides? Ich dreh mich im Kreis. Wahrscheinlich hab ich keins von beidem. Heute mache ich den Kryptopyrrolurietest. In Ruhe. Oder übermorgen. Wahrscheinlich eher übermorgen. Mein Eisen ist jedenfalls im Normbereich, sagt die Bräunig. Die anderen Tests werden auch unauffällig sein. Schritt für Schritt. Ohne Eile. Hab Achsel mit X geschrieben, staun. Was war das? Komisch. Freud jedenfalls nicht.
Heute klopfe ich bei ihm. Eine halbe Stunde Labern ist die Schmerzgrenze, glaube ich. Länger hält er es ohne Rauchen nicht aus. Der ist für mich DAS Monumentalwerk für Deprivation. So überwacht wie er sind wenige. Der duzt die sogar, sagt er. Ob die Schmerzen dadurch nachlassen? Timonil und therapeutische Lokalanästhesie, sagt Google. 50 000 Euro Bußgeld, sagt das Regierungspräsidium, wenn ich mich reinhänge. Blöd ist das. Bestimmt hat er beides schon längst. Obwohl: Fragen können muss ich dürfen. Ist ja lieb gemeint. Steffi Neu hat einen String-Tanga von ihrer Mutter gestrickt bekommen. Vielleicht ist das inzwischen gar nicht mehr üblich. Ist ja schon zehn Jahre her. Aber geholfen hatte es scheinbar. Außerdem haben die in Mergentheim ständig haufenweise Patienten. Die können sich gar nicht leisten, veraltetes Wissen ins Netz zu stellen. Wie sehr die sich mit Krumbeck vernetzen, weiß ich freilich nicht. Bei dem war ich mal zum Bewerbungsgespräch. Sozialhilfe könnte ich auch zuhause beziehen, war sein Feedback. Der musste an jeder Tür den Kopf einziehen. Immerhin arbeitet er inzwischen auch redaktionell. Leeser ähnelte Karsten, fand ich damals. Aber der interessierte sich nicht mehr dafür, wo sein Vater abgeblieben sein könnte. Namen verbinden eben selten. Bernhard zu fragen, habe ich mich damals auch nicht getraut. Karsten hatte ständig einen Flachmann dabei, schien es. Aber er war so klar, dass er sich an mich erinnert hat.
Hab einen neuen Blog entdeckt. Heute zucke ich bei jeder Verkehrsmeldung zusammen, sogar beim Tüten im Musiktitel. Thieme sucht schon die zweite Woche einen Redakteur. Nach dem Volontariat beim Deutschlandradio wäre der Job toll. Am liebsten mit Groke-Webcam auf dem Monitor. Das wäre dann fast, als ob er in Stuttgart ist. Dann könnte ich jede Handbewegung und jede Veränderung auf den Bildschirmen in Echtzeit kommentieren und gleichzeitig jobben. Stalking nennt Mcnep das, glaube ich. Aber viel schlimmer als der Verkehrsticker wäre ich dann auch nicht. Hab schon wieder kalte Hände, außerdem juckt es grad dort, wo seit Unzeiten schon kein Grund mehr zum Fokussieren war. Verdammt, die kalten Hände nerven. Der Ticker ist heute vernetzter als sonst. Oder ich bin nervöser. Kein gutes Zeichen für jemanden, der Risperdal ausschleichen will. Vor allem die Augen will ich sehen: Ich will sehen, wann er die Brauen hochzieht, wann er den Mund zusammenpresst oder ihn verzieht. Monitoring, und das ununterbrochen, bis ich müde werde. Leuchttürme, was sind Leuchttürme? Jeder ein Fake. Schlaf tut gut.
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