Freitag, November 30, 2007
Uni mit Kind
Beim Campus Dialog „Uni mit Kind“ am 29. November beschreibt eine alleinerziehende Leistungsstipendiatin aus dem ersten Bachelor-Semester, die ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht hat, wie sie zwischen Gleichstellungsbeauftragter, Prüfungsamt und Campusbüro umherirrt, um ein Teilzeitstudium zu organisieren, und dass sie mittlerweile daran zweifelt, ob sie tatsächlich wichtig ist, und dass sie befürchtet, das Studium abbrechen zu müssen. Daraufhin bietet Cordula Meier vom Campusbüro an, mit Eltern gemeinsam zum Studiendekan zu gehen, um ihre Interessen zu vertreten. Denn es könne nicht richtig sein, Eltern und Kind so lange wie möglich zu trennen, sagt sie. Kurz vorher hat Jens Bemme, Projektleiter der "Uni mit Kind" und Vater, der gerade seinen Erziehungsurlaub antritt, darauf hingewiesen, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist. Und einer der Berliner Vertreter des Familienministeriums, das das Elterngeld auf einen kürzeren Zeitraum zusammenstreit, warnt vor der Rush Hour des Lebens um die Dreißig. Andererseits signalisiert der ebenfalls anwesende Rektor Bestürzung hinsichtlich der maximalen Hörsaalauslastung: Er sieht keine Ressourcen zur Verlagerung von Pflichtveranstaltungen auf reguläre Kinderbetreuungszeiten. Es wird wahrscheinlich noch ein Jahr dauern, bis sie alle Studiendekane erreicht hat, schränkt auch Cordula Meier ein. Während sie das sagt, ist die Alleinerziehende schon längst wieder auf dem Heimweg, um sich um ihr Kind zu kümmern. Als ich das Nina erzähle, sagt sie, dass sie sowieso kein Kind im Studium haben will. Ursula, die kinderlose Wienerin, hat mir einen Kölner Plüschteddy geschenkt. Inzwischen heißt er Uwe. Immerhin bin ich vor Mitternacht eingeschlafen. Heute ist mein letzter Praktikumstag. Am Montag bin ich wieder im BTZ.
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