Sonntag, Januar 28, 2007

Falschfahrer auf der A 81

Es gab mal eine Zeit, da meinte jede SWR3-Falschfahrer-Meldung mich. In der Zeit hatte ich von früh bis abends den Sender an und dazu geblastet. Irgendwann hatte ich dann das Gefühl, ich könnte die eine oder andere Verkehrsmeldung beeinflussen, bis ich erfuhr, dass 16 000 Meldungen täglich bei dem Sender eingehen sollen, aber nicht, wer die wann wo wie filtert. Da ich den Sender zeitlich versetzt höre, hier also das Sendesignal um mehrere Sekunden verspätet ankommt, weiß ich nicht mal genau, wann SWR3 die Verkehrsmeldungen sendet, kann sie also nicht zeitlich dem zuordnen, was gerade auf meinem Monitor passiert. Ich hab mir deshalb angewöhnt, meine Gedanken noch engmaschiger aufzuzeichnen, besonders bei Angst. Irgendwann hatte ich mich dann so fit gefühlt, dass ich im Chat über den Sender sprechen konnte, um zu sehen, was sich da an den Verkehrsmeldungen veränderte. Daraufhin fielen mir die Falschfahrermeldungen immer seltener auf. Schließlich fühlte ich mich sogar so fit, dass ich mit Angabe meiner Homepage in den SWR3-Chat gegangen bin. Inzwischen kann ich mit Falschfahrer-Meldungen genauso umgehen wie mit Wettermeldungen. Manches verliert alles Bedrohliche, wenn ich drauf zu gehe, egal wie zusammenhanglos es zu sein scheint. Das ist überhaupt das Bedrohliche: Diese Koinzidenz von zwei Ereignissen, die - sobald sie sich häuft - bei mir bedingte Reflexe stimuliert. Neugier und Angst, so eine Mischung aus Neugier und Angst war das, diese Frage danach, warum ausgerechnet jetzt ein Falschfahrer unter den 16 000 Meldungen des Tages auftaucht.

1 Kommentar:

Christine Salzer hat gesagt…

Um noch konkreter zu werden: Es gibt ein paar Veränderungen, die mir auf meinem Monitor auffallen, während ich schreibe, Veränderungen, die diskret sind. Andere Farbgebungen beim Kopieren mit der gleichen Software sind das oder veränderte Funkverbindungen. Eben so diskrete Veränderungen, dass sie bei einem ereignisreichen Tag überhaupt nicht auffallen. Es sei denn, man konzentriert sich den ganzen Tag auf die paar Zoll. Irgendwann hab ich dann begonnen, diese Veränderungen, zeitlich zugeordnet, aufzuzeichnen. Wie Wettermeldungen. Weit weg getriggerte Ereignisse, die nur für mich sichtbar sind, solange ich sie nicht aufzeichne. Ein Tagebuch. Eine Art Blog.