Freitag, März 23, 2007

Selbstheit VonHandAufgezogener

Ich war heute das erste Mal in der nach Prohlis ausgelagerten Kreuzschule. Überall klebten lebensgroße Körperbilder. Die Abrissschule ist viel heller als das Mutterhaus. Sogar an die Großplatte ringsum hatte ich mich schnell gewöhnt. Das Gelände ist überschaubar. Zeit zum Träumen. Im Bus neben mir saß eine schwarze Schöne, die aus irgendeinem Grund ausgerechnet auf mich einredete. Teppiche hatte sie gekauft und brachte sie gerade wieder zurück. Fliederfarben und winzig für ihr schwarzgoldenes Schlafzimmer. Sie beschrieb die Pressspanplatte mit so viel Begeisterung, dass ich nur ganz leise Flokati und Sisal als Alternativen für ihren gleißendweißen Fußboden nannte. Aber da war sie schon in ihrem rot-silbernen Wohnzimmer. Sie hatte früher ein Ecksofa, jetzt stehen die Zweisitzer mitten im Raum. Im Flur hängt alles an der Wand, nichts steht. Als sie das erzählt hatte, war sie zufrieden und entließ mich wohlwollend. Kurz darauf klopfte ich das erste mal bei einem Verlag in der Nachbarschaft an, der Fernweh vermarktet.

Wahnsinn

Es ist also doch gesendet worden, obwohl das Notebook in dem Moment kaputtging. Ein Überspannungsschaden war das mit einem Haarriss in der Hauptplatine. Das Einzige, was an dem Teil danach noch funktionierte, war die Schwerkraft. Keine einzige Diode blinkte mehr. Hab kurz drauf einen Tangokurs mit einem AußendienstDREWAG-ler gemacht, um die Welt zu verstehen, aber es blieb verworren.

Posting, bei dem mein Notebook kaputtging

biggi schrieb am 24.10. 2004 um 08:22:35 Uhr über
Arbeit
Gestern im TAZ-Chat hatte ich das Belria-Phänomen. In jedem zweiten Wort fehlten Buchstaben. Extrem-Mobbing. Irgendjemandem muss es sehr wichtig sein, Macht zu haben. Kurz vorher hatte ich fünf Minuten Frank Elstners VerstehenSieSpass gesehen. Die Sendung, die Nötigung im öffentlich-rechtlichen Sendespektrum zur Bühnenreife geführt hat. Dass Elstners Umfeld mehr als Maschendraht-Charme hat, hab ich schon vor Jahren lernen müssen. Wer in Deutschland tagtäglich den VerstehenSieSpaß-Modus aushalten muss, seine Probleme dabei aber nur mit einem Psychiater klären kann, hat Elstners Nächstenliebe offensichtlich wenigstens überlebt. Manchmal hätte ich Lust Elstner eine personengebundene Mordkommission auf den Hals zu hetzen. Aber das ist noch ein Stück hin. Ich bewerbe mich noch beim DIMDI, um Todesursachenstatistik in BATIIa zu wandeln.

Martin

Yuhuu, er hat mich gelesen. Es reichte zwar nur für zwei knappe Bemerkungen, aber ich sehe inzwischen wieder Land. Hab alles mit Hörrinde überfrachtet und die Peripherie außen vor gelassen. Resonanz wär vielleicht ganz gut. Irgendwas über Schwebung und Schall.

Donnerstag, März 22, 2007

Ingo hat es wieder mal geschafft

Wen ich aus meiner Klasse am seltensten vermisse? Wenn ich an Schulze denke, frage ich mich, ob das jemals meine Klasse war. Ich kannte den nie, hab ihn auch nie vermisst. Er verkauft sich. Und das offenbar erfolgreich.

Urvertrauen

Es ging damit los, dass ich ihm gerade den Rücken massiert hatte, als Jan Garcia auf Sendung war. Ich rieb ihn mit Öl ein, und Garcia holte tief Luft. Grad so, als ob das Rosmarinöl auf seinem Rücken breit lief. Das war ich nicht gewohnt. So viel Nähe kannte ich nicht. Drinnen und draußen verschmolz. Kurz drauf sah ich Garcia, sobald ich Andreas ins Gesicht schaute. Das Hologramm war extrem stabil. Bis eines Tages kurz vor Madrid ein Zug explodierte. Da brach eine Welt für mich zusammen. Nichts stimmte mehr. Nicht mal der Online-Account ging mehr. Hab Andreas dann vor die Tür gesetzt und nie mehr mit ihm Tango getanzt. Kurz vorher hatte er sich wieder einmal mehr als volllaufen lassen. Da half auch kein Garcia-Säuseln aus dem Weltweiten mehr. Der Bombenanschlag passte nicht in meine kleine Welt. Ich konnte ihn mir nicht erklären. Weder durch das Rosmarin, noch durch den Tango. Irgendwas da draußen hatte sich verändert, etwas, was nichts mit mir zu tun hatte. Das machte mir Angst.

Neuromonitoring: Sie werden erwartet.

Heuschrecken hören mit den Beinen, Salamander mit dem Brustkorb. Auch beim Menschen ist das Ohr gleich neben der größten Schallquelle. Grund genug, jedes Wort von den Lippen abzulesen, sobald ringsum Lärm aufbrandet, um wahrzunehmen, zu verstehen, zu bewerten und zu reagieren.

...und du flüsterst mir zu, dass du mich willst
Akustikdildo & Reibeisenstimme

Boah, was für eine Stimme! Es ist Zufall, dass du sie jetzt hörst. Ein geplanter Zufall. So geplant, dass anderes plötzlich nicht mehr zu gehen scheint. Du planst anders seit einiger Zeit. Du willst sie hören. So oft wie möglich. Sie verändert etwas in dir. Warum sie das tut, weißt du nicht. Irgendetwas passiert da. Aber wo? Warum nimmst du sie überhaupt wahr? Wodurch hörst du sie so deutlich? Deutlicher als andere. Was nützt sie dir? Was passiert mit dir, wenn du sie hörst? Warum hängst du so an ihr? Was erwartest du? Was hat diese Stimme, was dir sonst zu fehlen scheint? Und fehlt es dir wirklich? Suchst du es? Oder wartest du darauf, gefunden zu werden von dieser Stimme? Und was, wenn du umsonst wartest? Was nützt dir das Warten? Bist du etwa hörig?

Etwas passiert in der Schnecke, diesem parkhaus-ähnlichen Gebilde im Innenohr. Es verstärkt Hörbares durch Erwartungen und reguliert die Empfindlichkeit da, wo sich alle Meridiane treffen.

Miteinander, ohne einzuengen

Er war Schamane. Das Schwitzzelt bauten alle gemeinsam. Das war ihm wichtig. Es war eng. Ich traute mich nicht rein. Ich bekam schon Panik, sobald ich mir vorstellte, dass ich da drin sitze. Neben dem Eingang war es zu kalt, weiter drinnen hatte ich Angst, nicht rechtzeitig raus zu kommen. Alles hatte eine gewaltige Schwere, jede Bewegung war bedeutungsgeladen. Ein gewaltiger Kasper. Als er wenig später in einen Teppich gewickelt durch das Gewölbe stampfte und alles bebte, presste ich mich an die Wand. Ich konnte ihn im Dunklen kaum ahnen. Nur sein Schnaufen beruhigte mich. Schnaufend stampfte er im Kreis herum, lamentierte ab und an und ließ sich schließlich fallen. Es dröhnte. Irgendwann ging das Licht wieder an. Die Erleichterung danach war das Schönste an dem ganzen Intermezzo.

Das Radio dudelt

Grad wie immer. Eine mehr oder weniger engagierte Stimme, die vor sich hin blubbert. Geräuschtapete. Ein Tag wie viele. Ideal um nachzudenken. Aber da kommt nichts mehr. Nur Leere. Als ob schon alles gesagt ist. Nur weil ich keine Idee habe, was tatsächlich so neu ist, dass ich es in den Artikel reinpacken kann. Sobald ich es weiß, interessiert es mich kaum noch so sehr, dass ich es schreiben mag.

Drinnen und Draußen

Gestern hatte ein 45-jähriger Düsseldorfer gedroht, seine Wohnung in die Luft zu sprengen und wurde schließlich lebend geborgen, neben sich eine Tote. Seine Lebensgefährtin wurde vermisst. Als ich von ihm im Chat erzählt hatte, dachten mehrere gleichzeitig an Franz. Wo beginnt Einsamkeit? Gestern hatte ich das erste Mal eine Hand an meiner Kehle gespürt. Hab nicht gefragt, was ihm dabei durch den Kopf ging. Drinnen und draußen. Alles ist weit weg. Ich war selten so gleichgültig wie in dem Moment. Ich sei sehr ruhig, sagt er. Immerhin ist dieses pelzige Gefühl beim Hören weg. Nur die Gleichgültigkeit ist noch da. Die Spanne vom IchWillDirWehTun bis zum IchWillDich scheint gering zu sein. Vielleicht projeziere ich auch.

Mittwoch, März 21, 2007

Begleiten

Konzentriere dich auf einen und wende dich mit allem an ihn, hatte er gesagt. Beim Neueinstieg und unter Zeitdruck ist das auch sinnvoll. Ansonsten mag ich lieber Wühlkistenidyllen, um mich in x Biographien zu verlieren und zu staunen, wie sich die Gedankensplitter zu einem Bild zusammenfügen.

Notizen

Parkhäuser sind wie die Hörschnecken, sagt er. Was kommt, begegnet dem, was geht, nicht. Und dass Sinneszellen vergänglich sind. Sehen und Hören können einem vergehen. Google war nicht ergiebig. Zu Hören und Stöhnen hatte ich auch nur Telefonsex gefunden. Bei Stöhnen und Trigger rutschte alles in die Vergehen-Ecke ab. Es läuft wahrscheinlich auf die Deskriptoren Ohr und Wahrnehmung hinaus. Ein paar Sätze zum Verlauf des Hörens, zu den Nervenbahnen und zu den verschiedenen Arten der Schallleitung.

Manchmal sagt er, was er denkt

Aber das ist selten. Eher verirren sich seine Hände an meine Kehle, um sicherzugehen, dass ich ihn einen Moment lang wahrnehme. Ihn, den großen Schweiger. Riechen, schmecken und hören interessieren mich, seit ich ihn kenne. Jeden Satz muss ich ihm aus der Nase ziehen. Und wenn etwas kommt, dann meist so gallebitter, dass ich es kaum festhalten kann. Der Klang von frisch gefallenem Schnee... Ich bin hungrig nach Bildern. Sehen und Aufsaugen ist eins, je stiller es wird. Groke hat heute "Summer moved on" gespielt. Ich wusste gar nicht, dass er das kennt. Das war in dem Moment, in dem ich begriffen hab, dass ich Tims Kindheit verträume, statt sie zu begleiten. Die Sinne sind wichtig, um sich sozial zu orientieren, sagt Martin. Ich glaube, er weiß gar nicht, was er mir noch nicht gesagt hat. Wie die Oeserin, die hat auch immer geschwiegen, um mich nicht zu blockieren. Hab gestaunt, dass Theilen mit ihr etwas veröffentlicht hat. Wie der das geschafft hat, ist mir unklar. Jetzt springt der Cursor zurück auf die sozialen Sinne. Groke will morgen in den Schnee. Ich hab heute früh oder war es gestern eine Geschichte über Schnee bei NEON gelesen. Das erste Mal, und da das Danach. Nach dem ersten Mal auf dem Heimweg. Eine kurze Geschichte. Hab mich an Christiane erinnert, als ich es las. Er hatte die ganze Nacht an sie gedacht, während sie bewußtlos in der anderen Wohnung lag und ihr Kind über sie kletterte. Die verrückteste Liebesgeschichte, in die ich bisher reingestolpert bin. Und das mit florider Schizophrenie. Hab selten so gefroren wie in der Nacht. Die zwei Königskinder und ich als Zaungast. Tragisch-komisch war das. Bis auf die Bewußtlosigkeit.

Er ignoriert mich

Eigentlich ist es klar. Er hat keine Zeit. Erst fragt er mich, was ich mit ihm mache, wenn er nackt ist, ohne die Raumtemperatur hochzuregeln. Dann fragt er, ob ich im Bett gut bin. Als ich ihm drauf antworte, dass ich eine Niete, ständig in Gedanken und weit weg bin, reagiert er nicht. Erst als ich ihn frage, ob er auch schon mal von jemandem ignoriert worden ist, den er sehr mag, kommt das Aus. Verdammt, versteh einer Männer. Wo beginnt Selbstdisziplinierung? Beim Verrücktwerden oder erst bei der Inventur danach? Irgendwann erlahmt jedes Interesse. Dann noch ein bißchen Inventur, und ich sehe wieder Land.

Hören

Ich weiß noch nicht, was ich alles in den Artikel reinpacken will. Ich fühle mich so platt wie eine Plakatwand. Alles ist so bäh, grad hatte ich mich noch in mein eigenes Lachen in der Webcam verliebt und schon schäme ich mich dafür, als ob ich wieder eine Tür hab zuknallen lassen. Hören... Es ist alles so verrückt. Du hörst eine genervte Stimme und beziehst die Stimmfärbung sofort auf dich, schwingst mit, als ob das Wetter davon abhängt. Ein Wahnsinnstag. Alles ist so weit weg und gleichzeitig so irrational nah. Hab mich selten so geschämt. Hören. Claudia und Martin konnten auch so genervt reagieren. Und die Warheit heute auch. Vielleicht bin ich es nur nicht mehr gewohnt, seitdem mich Sabine und Stefan nicht mehr anschreien und Vera nicht mehr die Tür mit einem gezischten Genau zuschmeißt. Es ist normal. Ich hab einen schalen Geschmack wie Mülleimer. Alles ekelt mich. Wenigstens ist es nicht mehr so leise. Hab mich heute im Spiegel nett gefunden, in der Webcam auch. Schade. Alles ist weg. Nur noch flacher Atem und verspannter Rücken. Es ist eng. Er ist genervt. Irgendwas ist passiert.

Dienstag, März 20, 2007

Ich soll mich auf mich selbst besinnen, sagt er

Aus irgendeinem Grund mündete das bei mir nur in die Frage, ob ich auch mit dem Messer auf ihn eingestochen hätte, wenn ich an ihrer Stelle gewesen wäre. Ich brauchte überhaupt nichts sagen, es fiel überhaupt nicht auf, dass er ganz allein sprach. Es plätscherte. Inzwischen grabschte ich mir die fehlenden Unterlagen, um mich zu bewerben. Eine Bewerbung für ein Praktikum. Es ist ziemlich achsennah dort. Ein Job, bei dem der große Unsichtbare wahrscheinlich in jedem Gerät lauert, ob Drucker oder Office Paket. Trotzdem wäre es schön, dort Staub wischen zu können, die Abläufe kennen zu lernen und wie immer Eigenes dabei zu wichten. Es ist sogar ein Ministerium. Ich kann nicht behaupten, dass ich schon immer in einem Ministerium arbeiten wollte, aber ich wollte auch nicht schon immer Astronaut werden.

Voyeur im eignen Leben

Sie macht alles, was ich machen würde, würde ich hier nicht so müde hocken und träumen. Ein bißchen Träumen ist ja gut. Aber ich schau mir inzwischen schon so lange beim Träumen zu, dass alles verfilzt. Egal wie nah es grad noch war. Jetzt aufzustehen, alles an mich zu reißen und mich dabei freizuschreien, würde die nächsten fünf Minuten strukturieren, bis zum Loch danach. Das große Danach. Dieses allgegenwärtige, hämisch grinsende Danach, das macht, dass ich hier hocke und träume, ohne auch nur ein Stück voranzukommen. "Hören geht durch den Magen" - mehr habe ich in den letzten Stunden nicht gefunden.

Lust macht kompetent

Und es ist schon wieder diese irrationale Nähe, sobald ich das Stichwort Dackelmütze eintippe. Dieses haptische EinpackenUndMitnehmen AllesUndSofort. Alles was nach roten Locken und Sommersprossen aussieht und irgendwann mein Grinsen tragen könnte. Bin schon wieder ganz Fernweh, schwebe und heule im nächsten Moment bühnenreif. Gucklochperspektive auf´s Draußen. Eine liebe Stimme, die gut tut und trägt. Ein Mann, der einen verdammt guten Job macht, eins mit sich und der Welt.

...und du flüsterst mir zu, dass du mich willst

"Heuschrecken hören mit den Beinen, Salamander mit dem Brustkorb. Selbst beim Menschen ist das Gehör gleich neben der größten Schallquelle. Grund genug, jedes Wort von den Lippen abzulesen, sobald ringsum Lärm aufbrandet."

Er hörte nichts, war stocktaub, lehnte Hörgeräte ab, aber moderierte das Philosophieren. Es war ein Gau. Alle versuchten höflich zu bleiben. Ich war die Erste, die explodierte. Als er dann noch behauptete, dass es ihm leid tut, wenn er überhört, dass ich mit ihm flirten will, war es mit meiner Beherrschung vorbei. Ich hab mich neben ihn gesetzt und ihn angezischt. Wort für Wort. Offensichtlich war er das gewohnt. Er war nicht umsonst taub. Hab ihm dann eine Runde zu Echtzeit und Eigenzeit vorgeschlagen, den Treff verpasst und statt dessen mit Gert über eine Festanstellung bei der Sächsischen Zeitung gesponnen. Verdammt, warum leistet der sich kein Hörgerät? Ich kann mich immer noch nicht auf den Artikel konzentrieren.

Als ich vorhin das UndDuFlüsterstMirZu,DassDuMichWillst eingetippt hatte, verabschiedete sich der SR1-Windows Media Player. Dadurch fiel mir die Episode wieder ein. Freiheit interessierte ihn. Die Freiheit, Gehörtes zu selektieren, hatte er sich ja schon genommen, der Taube.

Montag, März 19, 2007

Bruchstücke aus dem Weltweiten

Hab gerade die Ziele des Hörtrainings beim Hörakustikers kennengelernt:
- Gewöhnung an das alltägliche Geräuschumfeld,
- Identifzierung von Nutz- und Störgeräuschen,
- Stärkung der Hörkonzentration,
- Schulung des Richtungshörens,
- Ausbau und Festigung der Hörerinnerung und
- Erfassen des subjektiven Hörerfolgs.
Hab aber noch keinen roten Faden für den Artikel übers Ohr.

Traum

Hab geträumt, Groke war da und wir, ein Grüppchen von fünf Hanseln, müssten irgendwohin aufbrechen. Komischerweise spielte sich alles in meiner alten Wohnung und da im Schlafzimmer ab, das inzwischen ganz mit Spinden verstellt war. Fünf Weltretter vor dem Frühstück. Da war nicht mehr diese Angst "gerettet zu werden" da, nur noch diese geschäftig-friedfertige Ruhe des Gutmenschen. Es roch nicht mehr nach Konfusion wie in der Zwangseinweisungs-Aura, sondern nach Butterbrotpapier-Alltag. Zwischendurch ein paar nackte Männer, es war ja das Schlafzimmer, und dann schon der Aufbruch irgendwohin. Und das Irgendwo war noch weit weg. Nirgendwo das eimerweise Vollgekotzte mit den weit aufgerissenen Augen oder der wütende Blick der Ex, weil Er sich wieder mal vollgesoffen hat, und die Feuerwache Platz schaffen soll. Es war ein friedlicher Traum. Sogar Groke kam drin vor.

Sonntag, März 18, 2007

Als alles mich meinte,

grinste mich Chris Norman an, sobald ich mit der Wimper zuckte, auch wenn da noch zweitausend andere saßen, war Garfield extra erfunden worden, damit ich mich unauffälliger an Groke erinnern konnte, und verschmolzen alle drei problemlos zu einem Hologramm, sobald ich mich zu konzentrieren versuchte. Irgendwann habe ich Bilder von allen dreien in meinem Timer gebunkert, um sie leichter voneinander abgrenzen zu können. Immerhin brachte ich es auf ein paar unbeobachtete Sekunden, in denen ich selbstvergessen spinnen konnte, mit einem bißchen Konzentration, wie gesagt. Morgen ist Groke wieder auf Sendung. Zeit zum Spinnen. Konzentrative Entspannung heißt das wahrscheinlich, wenn ein Hologramm über Jahre trägt, ähnlich wie die progressive Muskelentspannung, bei der maximale Anspannung in Entspannung mündet. Jedenfalls hilft es und kann deshalb gar nicht so verkehrt sein. Hab heute mit einem Qualitätstechniker gechattet, der sich mit Fahrzeugelektrik auseinandersetzt, und ihm von meinem Unfall und von der These, dass jeder Unfall getürkt sein könnte, erzählt. Tat gut, mich freizuschreien. Je lauter ich schreie, um so seltener höre ich Unfallmeldungen, die mir Angst machen. Ich filtere dann anders, und das tut gut. Es gibt nichts schlimmeres, als als 007 fehlbesetzt zu werden.

Kant´scher Instinktiv

Sie hat nicht drüber gelacht: Ich höre einen Gag, rufe sie sofort an, erzähle ihn und sie lacht nicht. Pech. Eine Runde Mitleid wär jetzt ganz angebracht. Hab mich vorhin in der Webcam gesehen. Ich sah aus wie eine Comic-Figur. Nur ein paar Konturen waren zu erkennen. Am liebsten würde ich solche Aufnahmen in den Blog stellen. Schizophrener beim Verblöden hautnah erlebt. Sie hat nicht gelacht. Mittlerweile hab ich den Gag auch schon wieder vergessen. Ist ja auch schon wieder Stunden her. Inzwischen hatte ich erstaunlicherweise nur einmal ZiehDichAus im Display zu stehen. Das hohe Alter naht mit großen Schritten. Anfangs war ich drüber verblüfft, später wütend, inzwischen nehme ich es als Kompliment. So viel Interesse ist schon erstaunlich. Also: Zieh dich aus, ich will dich sehen!

Samstag, März 17, 2007

Einsamkeit

Und wieder keine Groke-Mail in der Mailbox. Dieses von Tag zu Tag sinnlosere Warten zehrt. Irgendwann bin ich so weit, dass ich begreife, dass Autosuggestion nicht alles ist. Bis dahin schaue ich ständig in die Mailbox und träume.

Freiberufler

Es gibt einen Unterschied zwischen dem Freiberufler und dem Gewerbetreibenden. Der Gewerbetreibende kann Fördermittel beantragen, der Freiberufler lediglich beim Finanzamt abrechnen.

NervenZusammenbruch

alles wird grell und stürzt auf dich ein, laut und bunt, fasert aus, zuckt und umschließt dich ganz. es schmeißt dich. dir dröhnt der schädel, und du träumst vom danach, das noch ewig weit weg zu sein scheint.

Freitag, März 16, 2007

Sit & Wait

Ich muss noch Fördermittel beantragen, bevor ich das Gewerbe beginne, sagt André. Hab bei der Warheit wegen einem Praktikum angerufen. Bald hat Groke seine erste Sendung. Ich hör jetzt schon irgendwas von irgendwelchen möglichen Musikwünschen. Und irgendwas mit drei. Wenn das drei wären, die zusammen senden, träum. Das wär toll. Nicht solche Einzelkämpfer wie Kai Karsten und Marcus Barsch. Schon wieder diese Gedankensprünge. Vorhin war ein Stellenangebot von einem TV-Anbieter in der Mailbox. Storch war heute fast gläsern: Hab jeden seiner Gedanken nachvollziehen können, sogar die Idee, Methimazol einzuschleichen. Aber bis jetzt kriege ich die Panikattacken noch so in den Griff. Methimazol und Risperdal wär auch ein bißchen zu viel. Zumal die Spirale nicht optimal zu liegen scheint. Rote Locken und Sommersprossen in einem Gesicht, das mir ähnelt, wären schön.

Mein Tag

Nachher gehe ich das erste Mal, ein Gewerbe anzumelden. Freier Autor soll da stehen. Ich bin ganz aufgeregt. Gestern hat das erste Mal ein Zeitschriftenmacher in meinem Tagebuch gelesen. Dass es chaotisch ist, weiß ich selber. Irgendwann schreibe ich sortierter.

Mein neuer Lablue-Profiltext

Ich suche einen Partner zum Tango- und Salsatanzen, Volleyballspielen und Surfen. Ich will Klettern und Scaten lernen. Ich bin freier Autor. Früher habe ich Narkosen gemacht. Im Moment ruht meine Zulassung als Arzt aus gesundheitlichen Gründen. Ich will in den nächsten Jahren Landarzt werden und im Park-Resort am Bostalsee leben, um "mein Radio" terrestrisch und damit zeitnah zu hören.

Verrückt

Grad war Senta Berger im Moma. Die Senta Berger, um deren Garten ich mit Micha gestrichen war. Sie gab die Lola-Nominierungen bekannt. "Das Parfüm" war fast überall vertreten. Ich lag noch im Bett, drehte dem Fernseher den Rücken zu, als dort offensichtlich auch grad ein Rücken zu sehen war. Was für einer, konnte ich nicht sehen, ich hatte mich ja umgedreht. Kurz drauf war ich mir schon nicht mehr sicher, ob ich gehört habe, was ich gehört hatte. "Ein schöner Rücken", meinte irgendwer. Es war komisch.

Donnerstag, März 15, 2007

Brainstorm

Ohr meint Hören, Mittelohrentzündung, Tinnitus. Claudia und Yvonne sind die beliebtesten Kolleginnen in SWR3-Land. Ich dachte gleich an Ivette Wagner. Komische Charts. Hab noch nie Kollegen verglichen. Und es meint schon wieder alles mich, nur weil Kai Karsten auf Sendung ist. Aber das ist schon wieder Geschichte, seit einer halben Stunde.

Tinnitus

Heuschrecken hören mit den Beinen, Salamander mit dem Brustkorb. Hab keine Lust skaten zu gehen. Nina ist da. Jetzt weg zu gehen, wär schade. Auf dem Tisch liegt ein Brief vom Vormundschaftsgericht. Es geht um die Verlängerung der Betreuung, resp. um einen Betreuerwechsel. Ich hab die Ärzteversorgung angesprochen, um sie als juristische Person zu bitten, mich zu dem Gerichtstermin zu begleiten, aber kein Placet bekommen. Am besten, ich setze das ganze noch mal schriftlich auf. Und danach beginne ich den Artikel über Tinnitus. Endlich wieder strukturierte Zeit, auch wenn es ein beknacktes Thema ist.

Salü

Ogott, schon wieder der Geheimcode... Ich bin immer leichter zu triggern. Mister Supergallig aus der tiefsten Schweiz braucht nur den Zweisilber zu skandieren, um mich in Trance zu beamen. Steinreich nennt er sich.

Reitstuhldildo

"Stell dir einfach vor, du sitzt auf einem Stuhl", sagt er. Nein, es geht auch ohne die Instruktion, weiß ein Anderer und fühlt sich wie ein Clown. Eine Telefonstimme, die ab und an auf meinem Monitor auftaucht. Was auch ohne geht, erfahre ich nicht. Ich weiß inzwischen nicht einmal, ob die Mühe lohnt, danach zu fragen. Es ist ja nur Sex.

Mittwoch, März 14, 2007

Kartoffelpuffer mit Apfelmus

Hab jetzt erst gelesen, was sie mit dem Kloßteig vorhatte. Vor lauter zerschossenem Knie hatten wir nur über Arne gelabert, statt übers Essen.

Sesam, öffne dich

Alles wird leise und rückt weit weg. Ich will über das Ohr schreiben und bin schon wieder mitten im Mimikri. Zeit für Gruppe. Irgendwo dazu zu gehören. Etwas zu schöpfen, Wert zu schöpfen, Neues, ohne Eile. Einen Artikel über das Hören.

Ich

Eine Gedankenkette zur anderen: »Du fesselst mich!«

mich hat es vollkommen erwischt. er ist verheiratet. das heißt, was ist schon vollkommen? ich hänge an jedem seiner worte und bringe nur stereotyp die gleichen sätze hervor. es ist wieder mal zeit zum verblöden. irgendwann lache ich drüber.

Schmelz

Es ist wieder diese verdammte Einsamkeit, dieses Einssein mit allem, zerbrechlich wie jede Grenze ins Nichts. Und jedes Geräusch meint mich. Aber da ist kein Geräusch. Da ist nur unendliche Stille. Zerstöhnt durch das Geplärre aus dem Webradio.

Steckbrief

Grösse:173cm
Gewicht: netto 64kg
Augenfarbe: grau-grün-gelb
Verpackung: Jeans und Pullover
Alter: optisch 45, real 44, geistig 46
unveränderliche Kennzeichen: Hüften wie ein Schaufelradbagger, leise Stimme
allgemeiner Zustand: letztes Aufjaulen praefinal
Vorlieben: Pflaumenknödel mit Semmelbröseln, brauner Butter und Zucker
Abneigungen: Verlesen der Kontoauszüge
Fetisch: Yogamatte, Webcam
Hobbys: Nina und Tim beim Atmen beobachten
Broterwerb: mein Leben als Syndrom
Laster: quietschfeucht verheulte Träume

Dienstag, März 13, 2007

Russenmafia

Arne hatte Besuch. Bewaffnet. Seine Knie sind verletzt. Die Nachbarn haben nur die Hubschrauber bemerkt. Am Vormittag. Gleich neben dem Altersruhesitz von Biedenkopf. Arne scheint schizophren zu sein. Wer denkt sonst nach einem Raubüberfall daran, seinen Sohn zu bitten, etwas zu verstecken.

Und sie verließ die Wohnung nur noch zum Einkaufen

Der Berliner Oliver hat das mal über seine Schwiegermutter erzählt. Die lebte damals von Sozialhilfe. Er selber war auf der Siegerseite. Eine Berliner Alltagsgeschichte. Und dann hat er jede Nische in meinem Garten fotografiert und die Fotos ins Internet gestellt. B-ND waren die drei Buchstaben in seinem Autokennzeichen. Ein kleiner Mann mit großen Zielen. Die Welt hatte auf ihn gewartet. Mcnep war grad da. Ich dachte erst, er wär der Taxi-Fahrer, bis ich das Autokennzeichen sah. Vegetarisch zu kochen, war ihm wichtig. Aber egal was er machte und sagte, alles nervte mich. Nur wegen dem Autokennzeichen.

Montag, März 12, 2007

Stalking

Wenn ich könnte, wie ich will, würde sein Telefon ständig klingeln, und ich würde seine Stimme hören. Ich sehne mich so nach ihm. Ich will ihn sehen, ihn berühren, bei ihm sein, seinen Atem spüren, mich in ihm verlieren. Wenn ich könnte, wie ich will. Überall sehe ich ihn. In allem. Er füllt mich ganz aus. Ich kann an nichts anderes mehr denken und fühle mich spröde und leer, sobald ich aufwache. Er fehlt mir. Bühne? Ist da irgendwo eine Bühne, die mich meint? Irgendetwas, das mich zu meinen scheint? Vater hat vorhin das erste Mal mein Tagebuch gelesen. Er hat nichts gesagt. Es gibt Menschen, die mich lieben, sagt Michael. Jetzt springt der Cursor zurück. Zurück auf Erfehltmir. Software. Zufall. Er fehlt mir. Es tut mir leid. Vorhin hab ich wieder eine SMS gesendet, statt die Email zu löschen. Warum verdammt ist das so schwer loszulassen? Immerhin habe ich in letzter Zeit seltener das Gefühl, verrückt zu sein, nur unglücklich verliebt. Der Effekt ist zwar derselbe, aber ich bin nicht mehr so unglücklich, dass ich durcheinander bin, wenn ich durcheinander bin.

Eigenschwere

Hab Sabine erzählt, dass Google jetzt den Blog unter "Groke SR1" verlinkt. "Wenn du immer nach ihm googelst, ist das so", hat sie geantwortet. Jeder träumt anders. Ich träume beim Suchen. Nächste Woche ist er das erste Mal auf Sendung. Ich hab mein Profil bei Lablue verändert: "Ich träume davon, als Landarzt und freier Autor im Park-Resort am Bostalsee zu arbeiten. Ich suche einen Partner zum Tango- und Salsatanzen, Volleyballspielen und Surfen. Ich will Klettern und Scaten lernen." Klarträumen tut gut. Grad wenn Petra zwangsgeräumt wird.

Mein Klein-Italien

Ich blättere grad in verschiedenen Büchern. Alle ohne triste Schwere. So, wie ich selbst gern wäre. Neid! Ich sehe ihren Balkon am Bodensee in der Abendsonne und frage mich, warum ich mein Klein-Italien nur in der Webcam sehe, obwohl ich mittendrin lebe. Aber das fiel mir auch erst auf, als Martin Witt das erste Mal mittags da war. Er hatte noch nie bei Tageslicht aus dem Fenster geschaut, der 007. Ein Leuchtturm wär gut.

Yoga

Es ist wieder mal knalltütenmäßig. Ich träume vom Fernweh-Guru, und alles was bleibt, ist eine Säfteumverteilung. Blut für alle. Verdammt, wieso spielt mein Körper schon wieder verrückt? Und das, nachdem ich mangels zweiter freier Hand ungeschminkt vor die Tür gegangen bin. Peinlich. Immerhin hatte ich ein Raunzen aus den sonnigen Isar-Auen im Ohr. Ich hätte abgenommen, behauptet Gisela. Eigentlich hatte sie zugenommen. Egal. Hab ihr nicht widersprochen. Gestern bin ich IHM begegnet. Jemandem, der ihm ähnelte. Und ich hab mich dabei in der Webcamera gesehen. Ich funktioniere nicht. Überhaupt nicht. Nicht mal eine normale Kommunikation bringe ich zustande, sobald ich an ihn denke.

Hab mich in Hamburg beworben

Die Unterlagen sind noch nicht angekommen. Die Agentur ist groß, meine Chance gering. Hab die Schizophrenie ins Anschreiben gepackt. Mir ist einsam.

Ob es Sinn hat, sich frei zu schreien?

Angst, rasend schnell zu altern, ist das. Irgendwo zu verhungern ohne dich. In der Alltagstragik zu verdorren. Radio Orchid. Dieses RetteMich,IchHabeAngst,MichZuLangweilenNebenDir,SobaldDuMichLiebst. Diese Angstspirale in der Rush Hour. Formel1SmallTalk. Existenzangst wie im Krieg. Yoga der einzige Zwischenstopp. Leuchtturmsuche. Yoga als verheulte Leuchtturmsuche. Ausgehungert neben dir. Aber einzeln und frei. Immer auf der Kippe zwischen Obdachlosigkeit und Pflegeheim. Verdammt, warum rast die Zeit so?

Sonntag, März 11, 2007

Einmal Heulen leicht gemacht

Das war wieder ein Tag, an dem alles drin war von FürSolcheWieEuchGibtEsEuthanaisie bis zum IchMagDich. Hab heute das erste Mal längere Zeit mit Webcam gechattet. Ich wär gern gelassener. Zurückgelehnt schnoddrig und gleichgültig.

Zwangsräumung

Hab Petra besucht. Müde sah sie aus. Ihre Wohnung ist weg. Sie selbst ist gedämpft. Dort sei niemand gewesen, wenn sie geweint hat, sagt sie. Wenn sie weint, kommt sie ins Pflegeheim, sagt sie. Sie darf nicht weinen, sagt sie. Ich versuche, sie zu hören. Betreutes Wohnen ist wahrscheinlich keine Lösung. Jedenfalls nicht für sie. Wenn ich sie sehe, ist sie mir nah. Dann überlege ich nicht, ob mich irgendwer da draußen sieht. Hab ihr von Franz erzählt. Da wusste ich noch nicht, dass sie auch zwangsgeräumt wurde. Hab nur gespürt, dass sie wacher wurde. Sie wollte die Wohnung nicht, hatte sie das letzte Mal gesagt. Ihre Eltern scheinen sie gern zu haben. Rabenhorst-Saft stand jedenfalls auf dem Tisch. Den gibt es ja nicht in der Geschlossenen.

Die begehbare Geschichte

Nein, es ist nicht mehr Bühne. Es ist die große Einsamkeit nach dem Lichtschacht. Die gähnende Leere danach. Ich will zu Petra, ihr zuhören, beim Lachen und Heulen zusehen und mit ihr träumen. Die Sonne scheint. Gestern hab ich minutenlang Groke in einem Gesicht gesehen. Das tat gut. Ich hab bei Lablue meinen Profiltext verändert. Hab die Schizophrenie herausgenommen. Der Chat ist sehr intensiv. Durch die Webcam bekommt er eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Mich hat ein verheirateter Mann angesprochen, dessen Frau schon schlief. Hab sein Gesicht in der Webcam gesehen. Das Leuchten, die Anspannung. Und hab Groke in einem fremden Leben gesucht. Den fremden Groke in einem noch fremderen Leben. Alles war plötzlich so irrational nah. Ich will zu Petra. Ich habe Angst vor mir selber. Als ob ich gerade dabei bin, einen gewaltigen Fehler zu machen. Dabei ist alles klar: Ich fahre mit dem Rad den Elbhang rauf, schau in die Geschlossene und mache danach irgendwas aus diesem verdammten Kloßteig, den Mutter mir hergetan hat.

Geronnene Zeit

Mensch als Kulisse eigener Träume und Gedanken... Die Leere danach bekommt Struktur: Vielleicht kommt Tim mit mir in die Ausstellung. Honert ist gerade in Dresden zu sehen. Honert sehen und über mich selber grübeln, dazu ein bißchen Nähe, Wärme und Geborgenheit durch Stattgehabtes.

Die begehbare Geschichte

Nein, es ist nicht mehr Bühne. Es ist die große Einsamkeit nach dem Lichtschacht. Die gähnende Leere danach. Ich will zu Petra, ihr zuhören, beim Lachen und Heulen zusehen und mit ihr träumen. Die Sonne scheint. Gestern hab ich minutenlang Groke in einem Gesicht gesehen. Das tat gut. Ich hab bei Lablue meinen Profiltext verändert. Hab die Schizophrenie herausgenommen. Der Chat ist sehr intensiv. Durch die Webcam bekommt er eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Mich hat ein verheirateter Mann angesprochen, dessen Frau schon schlief. Hab sein Gesicht in der Webcam gesehen. Das Leuchten, die Anspannung. Und hab Groke in einem fremden Leben gesucht. Den fremden Groke in einem noch fremderen Leben. Alles war plötzlich so irrational nah. Ich will zu Petra. Ich habe Angst vor mir selber. Als ob ich gerade dabei bin, einen gewaltigen Fehler zu machen. Dabei ist alles klar: Ich fahre mit dem Rad den Elbhang rauf, schau in die Geschlossenen und mache danach irgendwas aus diesem verdammten Kloßteig, den Mutter mir hergetan hat.

Samstag, März 10, 2007

Formel1

Marcus Barsch, der Akustik-Dildo ist wieder mal auf Sendung. Professionell wie immer. Schnoddrig-gruftig, knapp und trotzdem raumgreifend.

Warum haben Sie das nicht gleich gesagt?

Es war der erste Bigeminus, den ich jemals gesehen hatte. Und dann auch noch auf meinem eigenen Display. Ich war geschockt. Sie war jugendliche 97 und hatte die zweite OP in zwei Tagen. Ich wollte eigentlich nur ein OK,NarkoseVertiefen.IchBestelleEinITS-Bett hören, als mich die Oberärztin anschrie. Mich, den Operateur, den ganzen Raum. Dann passierte, was passieren musste: Der Operateur fiel ins nächstbeste Gefäß, es suppte, und der Bigeminus verstärkte sich. Ich hab mich selten so allein gefühlt. Ich hab sie nie wieder gebeten, mir zu helfen.

Dolcedo

Arnulf war blöd. Ich hatte eine Reitstunde bei ihm. Der Gaul hatte kurz vorher die Griefhahn abgeworfen, und ich wollte deshalb, dass sie meine Stunde nimmt. Arnulf hat das Vieh daraufhin am Ort traben lassen, bis ich zu wimmern begann. Ich hab keine Ahnung, was er wollte. Ein alter Mann. Aber vielleicht hieß er auch gar nicht Arnulf. Wer merkt sich schon Gesichter und Namen, wenn er Urlaub macht. Ostern 1999 war das.

Landarztpraxis mit Haus am See

Winklig dunkel, nah am Licht mit Panoramablick über gelebte Zeit. Dazu terrestrisch Groke. Das wär´s.

Schmeiß das Bild weg, sagt sie

Genauso gut hätte sie sagen können, ich soll mein Notebook runterfahren. Es wird Nacht. Ich habe heute das erste Mal mit Webcam gechattet, selbverliebt und geschwätzig. Danach bekam ich im werweisswas-Chat den Kopf gewaschen. Ganz großes Kino ist das in meinem Kopf. Ich seh alles an mir vorüberziehen wie in einem Film. Google-Einträge, platt wie Zelluloid. Und die passende Kulisse hab ich auch schon gefunden. Backstage. Hin und her geworfen zwischen dem IchWill,DassDuMichSiehst und einem UmGottesWillen,WerSiehtMichJetztAlles?

Donnerstag, März 08, 2007

Fußball

Hab gestern das erste Mal ein fast durchgehendes Wortgeländer erlebt: Hellmann kann tatsächlich ohne Punkt und Komma labern, ohne zu nerven: Ein begnadeter Messie. Den als Hintergrundrauschen und dazu Eigenes im Kopf zu bewegen, tut gut. Irgendwann merke ich mir seine Sendezeiten.

BigBrother-Mystik

Ich höre wieder diese Truman-Show, kann mich aber nur passager einchecken. Dem großen Unsichtbaren gefällt es nicht. Nur wenn ich erst SWR3 anwähle und dann SR1, komme ich in die Wiedergabe rein. Gestern hat Robby Gierer ein paar Sekunden seine Gelassenheit eingebüßt: Benny Bär war das letzte Mal auf Sendung. Einen lauteren Abgang hätte er ihm nicht bieten können. Ein historischer Moment. Und ich war dabei. Eine von drei Millionen. http://www.swr3.de/info/crew/?name=robby.gierer/ Dass seine Mutti ihn nicht nett für das Foto angezogen hat, ist ein anderes Problem. Der Mann überhaupt. Eine Zeitbombe ist berechenbarer. Ich hab schon wieder so viele Fliegen hier. Zeit, den Eimer zu leeren, es wird Frühling.

Mittwoch, März 07, 2007

Ob sie es das nächste Mal besser macht?

Verdammt, ist die Welt heute wieder peinlich. Jaja, der Ameisen-Blues. Hab ihn nach einem Job gefragt. Wie immer. Inzwischen verrät der 007 nicht mal mehr, was er bei Medline gelesen hat. Das hohe Alter und die Eigenzeit... Vielleicht wusste er es tatsächlich nicht mehr. Vielleicht war es einfach zu beknackt, um drüber zu reden. Was war er kompetent: Er schwieg wie einer, der etwas zu verschweigen hatte.

die weibliche problemzone heißt mann: eine schredder-romanze

ein labersack schwillt quer durchs weltweite, entäußert sich und spamt fiktionen. mann langweilt sich und engt ein. fehlt nur noch die arbeitslosenstatistik. michael wegmer könnte nicht stärker frustrieren. der taucht gar nicht mehr in der swr3-mod-liste auf, als ob er in die redaktion abgedriftet ist, auf dass die texte auswegloser werden. passend zum anlass liefert er die ersten unfallmeldungen. ein ganz netter. irgendwann hatte er feste unfallzeiten.

Stöckchen nennt Voyager das

Was hast du vor deinem Leben im jetzigen Job gemacht?
Umfragen nach Lieblingsorten oder Blasten.

Was liebst du am meisten an deinem Job?
Das Unvorhersehbare.

Worüber hast du zuletzt so richtig gelacht?
Über mich.

Wer war für dich die schillerndste Persönlichkeit, die du je getroffen hast?
Martin Witt. Jeder seiner Gedankensprünge ist eine Überraschung.

Du landest auf einer einsamen Insel – wem würdest du dort gerne begegnen?
Uwe Groke.

Du landest auf einer einsamen Insel – wen würdest du dort lieber nicht treffen?
Meinen Psychiater.

Wenn es einen Himmel gibt, welche Musik läuft dort?
Queen.

Was wäre dir eine kleine Sünde wert?
Ein guter Job.

Was macht dich schwach?
Wenn Tim leidet oder Nina unter Zeitdruck steht.

Was lässt dich kalt?
Angebaggert zu werden, ohne selber kämpfen zu müssen.

Du verreist mit der Zeitmaschine, in welche Zeit ... ?
Zwei Wochen später würde ich schon gern sein.

Scham, Gier und Wut

Stalke ich? Ich will dich, ohne dich zu erreichen, verwechsle dich und sehne mich nach dir. Es sei riskant, dich begleiten zu wollen, sagen sie. Sie? Jeder, dem ich von dir erzähle. Ich liebe dich, ohne dich zu kennen, brenne aus und verliere mich in dir. Dich zu verwechseln tut gut. Ein paar Minuten, in denen das Brennen nachlässt. Minuten, in denen ich betäubt bin.

Austauschbar

Ich bin austauschbar, war das erste schale Gefühl, als ich diesen atemberaubend Schönen sah. Das war niederschmetternd. Bohrend, fast vernichtend. Nicht dass da irgendetwas war, was an Sympathie erinnerte. Da war nur greller Neid. Neid auf das, was er zu haben schien und an dem ich nie teilhaben würde: An sonniger direkter Nähe. Mich packte die Wut. Warum verdammt habe ausgerechnet ich nicht die Chance, einer dieser Schönen und scheinbar Erfolgreichen zu sein? Was hat er, was ich nicht habe?

Ablenkung

Lebe deinen Traum, schreibt er. Und ich bin schon wieder so eingeengt, dass ich schlüssellochmäßig im Heuhaufen nach Groke suche. Heringsbowle. Ob Jan Seidel ein Groke-Patch sein könnte? Die Stimmen ähneln sich. Mal sehen, wie es funktioniert.

Fasziniere ich dich?

OK, es war ein Gag. Die Mail hat keinen realen Gehalt. Der Schreck saß trotzdem tief. Ameisen-Ehrenwort: Ich war lange nicht mehr so erschrocken.

Dienstag, März 06, 2007

puh, was ist das?

Sehr geehrte Damen und Herren,
vielen Dank für Ihre Anmeldung bei www.single.de Sie haben Sich für unsere kostenpflichtige Partnersuche angemedet. 345 ,- Euro werden Ihrem Konto für ein Jahresvertrag zu Last gelegt. Wir mailen Ihnen alle Partnersuchende aus Ihrer Region zwei Mal wöchentlich zu. Entnehmen Sie Ihre Rechnung und den Zugang zu Ihrem Profil dem unten angeführten Anhang. Bitte diesen genauestens durchlesen und bei einer Unstimmigkeit uns kontaktieren. Zum Lesen wird kein zusätzliches Programm benötigt.Falls die Anmeldung von einer dritten Person ohne Ihre Zustimmung durchgeführt wurde, führen Sie unverzüglich, den in dem Anhang aufgeführten Abmeldevrogang aus. Der Widerspruch ist nach unseren AGB'sinnerhalb von zwei Wochen schriftlich zulässig!Eine Kopie der Rechnung wird Ihnen in den nächsten Tagen per Post zugestellt.
Mit freundlichen Grüßen
Webpool GmbH Aachener Straße 7 50674 Köln Fax: 02 21 / 95 29 61-38
Amtsgericht Köln HRB 30628 Geschäftsführung: Hejung Im, André FerrierUmsatzsteuer-ID: DE 195535258

Touch me

Und der Hamam-Meister trägt Boxershorts, so dass du den aktuellen Füllungszustand der Schwellkörper mitverfolgen kannst, und es bleibt kein Zweifel: Es wird nichts passieren. Ein kleiner Trost sind die Whirlpool-Düsen im Freien: Du siehst deine Leidensgenossen in Pavian-Konfiguration das Gebläse verlassen. Ganz ohne Gruppenzwang. Eben Sauna außerhalb der Aufguss-Zeiten.

Sauna

Im Elbamare gibt es eine Biosauna, in der die oberste Etage in Augenhöhe ist. Nichts Aufregendes, auf den ersten Blick. Auch dass die Etage so breit ist, dass du mit den Füßen zum Eingang hin liegen kannst, macht wahrscheinlich den wenigsten Gedanken. Die Temperatur ist so angenehm, dass du stundenlang dösen kannst, ohne zu frieren oder übermäßig zu schwitzen. Manche liegt da im Schneidersitz mit gespreizten Beinen, egal ob Cellulite oder verblüffte Neuankömmlinge in der Tür. Und so kann es dir passieren, dass du ihre Mandeln siehst, wenn du den Dom betrittst, ohne den Blick rechtzeitig zu senken. Ob der Architekt das so geplant hatte, weiß ich nicht.

Montag, März 05, 2007

tragisch-komisch

hab gerade meinen profiltext bei lablue verändert, weil er nicht aussagekräftig genug gewesen sein soll. wie software eben so sortiert.

"ich arbeite als freier autor für ein wellness-magazin und kämpfe darum, nach einer schizophrenie wieder als arzt zugelassen zu werden. im moment bewerbe ich mich für ein praktikum beim ärzteblatt sachsen. da ich in einer relativ ruhigen umgebung wohne, hoffe ich durch lablue leichter kontakt zu finden. in den letzten monaten habe ich in der dresdner lokalredaktion der sächsischen zeitung gearbeitet. davor im tv wissenschaftsmagazin welt der wunder, das sonntags 19 uhr auf rtl 2 ausgestrahlt wird. ich träume davon, als landarzt zu arbeiten."

Nebeneinander

Ruhe und Entspannung, Gelassenheit und Wärme, Nähe und Ermutigung, Leidenschaft, Lust, Freude, Ekstase, Hitze ...

und das mit dem heiraten, das machen wir auch bald

ein strohfeuer. innerhalb weniger stunden war alles vorbei. ein starfighter. so verblüfft ich über den plötzlichen heiratsantrag war, so ernüchternd waren seine wünsche wenige minuten später. ein nettes foto in der mailbox ist noch da. ein foto und zwei telefonnummern sind die ausbeute der letzten woche. und was für ein foto. genau so wie den lablue chat ein jobcenter aufzubauen, wäre vielleicht noch unterhaltsamer.

es ist bedrückend, das alles so im internet zu lesen, sagt er. was er gelesen hat, weiß ich nicht. bedrückt sah er auch nicht aus. er hatte nichts gelesen, glaube ich. bedrückend und peinlich. aber dass ich mich weniger beobachtet fühle, weiß ich. das schreiben hilft mir, mich freier zu fühlen. diese knebelnde stille fällt dann von mir ab.

Nein, ich hab dich nicht verletzt

Es ist nur diese Sehnsucht, die immer stärker wird, je öfter ich an dich denke. Und jedes Wort wird plump, sobald ich es niederschreibe. Zu plump, um dich zu erreichen. Ich bin so enttäuscht. Ganz Sehnsucht und enttäuscht. Ich würde dich am liebsten mit Mails überschütten. Mit so vielen Mails, dass du kaum Zeit findest, sie wegzuklicken. Überall wär ich gern für dich. Ich will dich. Ich liebe dich. Du bist alles für mich. Alles ist nichts ohne dich. Ich will dich ausfüllen, so wie du mich. Jede Minute sollst du an mich denken. Du sollst mich verfluchen, mich lieben, eins mit mir sein. Ich liebe dich. Ich liebe diese verdammte Sehnsucht in mir. "Er hat dich verwechselt", sagt Tim. Nachgeplappert wie eine posthypnotische Suggestion hast du es. Aber wenn du mich wirklich verwechselt hast, zerreißt es mich. Es war keine gute Idee.

Schicksal IchBinDirVerfallen

Es ist unfassbar: Mich sieht die gleiche Ruine wie jeden Tag aus dem Spiegel an, musste aber nicht kotzen. Ob Groke-Hören schön macht? Hab mich selten so oft IchLiebeDich sagen hören wie in dem Lablue-Chat. Bin noch wie betäubt. Wie kann eine Stimme sich so verändern? Und ich dachte, ich spüre Stimmfärbungsveränderungen. Aber wenn eine Stimme plötzlich so ganz fremd wird, dass ich sie überhaupt nicht mehr zuordnen kann, ist das schon unheimlich. Was macht das Mikro mit der Stimme? Was verändert Telefon? Die Lablue-Chatter... Ja, es gibt sie, DIE Lablue-Chatter klingen auch nicht so routiniert am Telefon. Micolino hat mir einen Heiratsantrag im Chat gemacht. Mein zweiter virtueller Antrag ist das schon. Den ersten hatte Malte vor sechs Jahren gemacht. Beim zweiten hab ich nicht mehr so überrascht reagiert. So was tippt sich schnell in die Tastatur. Groke anzuschreien tat gut. Verdammt, warum bin ich immer noch so wütend auf mich, wenn ich an ihn denke? Vielleicht knalle ich auch irgendwann jemandem an den Kopf, dass ich ihn heiraten will. So zwischendurch. Down On My Knees. Micolino ist seit zwei Monaten im Chat. Das schult. Flirten fällt ihm leicht. Ich möchte auch flirten können. Locker und leicht.

Richtlinie & biologische Auslese

Ruhe und Gelassenheit ist wichtig. Und Distanz. Bei Monks hätte ich die. Ganz viel Ruhe. Und eine überschaubare Dokumentation. Gläsern zu sein, straight und trotzdem spontan bleiben zu können, das wär´s. Jetzt kam eine SMS von ihm. Diagnostik ist nicht alles, sagt Martin. Es käme immer darauf an, wie man es sieht. Und das kann man immer wieder neu entscheiden. Ich hätte ihn am liebsten umarmt, aber nur seinen Kuchen in mich hinein geschaufelt.

Stellen wir uns auf die Apokalypse ein

"Kann eine Katastrophe nur mit unserer Zustimmung abgewendet werden?", fragt auf SWR3 grad einer. Ich sehe mich immer öfter in der alten Wohnung, drehe mich fast schon nach der Ofenklappe um. Wahrscheinlich läuft schon der Countdown, bis ich das nächste Mal durchdrehe. Ich wäre gern belastbarer.

Phaeochromocytom

Es ist ein Tumor. Einer, der irgendwann mal gewachsen ist. Und wachsen kann er nur bei Stress. Aber jemanden mit Psychopharmaka zuzudröhnen, damit er nicht verkrebst, ist auch nicht die Lösung. Es riecht schon wieder nach Auschwitz, sobald ich Job sehe. Auschwitz ist quatsch. Das Bild trägt nicht. Jedenfalls nicht von draußen. Wenn ich er wäre, grusel. Aber ich bin nicht er. Ich würde nicht fremdgehen. Jedenfalls nicht in der zweiten Ehe. Mich regt alles an ihm auf. Warum hat der sich scheiden lassen? Warum fordert der Diskretion? Warum habe ich eine Schweigepflicht? Es ist alles so zum Kotzen. Medizinjourmalist ist der bessere Job. Da ersticke ich langsamer. Ich hasse ihn, glaube ich. Ich hasse ihn als Ganzes. Alles an ihm. Vielleicht ist es ja gar kein Phaechromocytom. Und ich wünsche es mir nur, dass er eins hat, weil ich ihn hasse. Warum lüge ich ihn an und bin nett? Vielleicht reagiere ich auch nur aus irgendeinem Schuldgefühl heraus so. Verdammt, es ist sein Leben. Damit kann er machen, was er will. Und wenn er einen Tumor kriegen will, kriegt er einen. Und die Diagnostik zeichnet alles webcammäßig auf. Vielleicht wird es ein spannender Film.

Sonntag, März 04, 2007

"Razzia", hauchte sie.

Alles wird gut. Er wird kommen, er wird sehen, und er wird gehen.

Diskret

Nein, er hatte keine Zeit. Ja, er wollte Nähe. Und er wollte sie jetzt. Ihm war zum Ersticken. Schon lange.

Routine

Du liegst in deinem Bett, neben dir das Modul und siehst in ein schockiertes Gesicht. Neben dir stirbt grad einer. Es ist zu sehen. In dem Gesicht. Aber warum verdammt schaut er dabei ausgerechnet auf dein Modul? Warum verkabelt der nicht das, was er sieht, mit dem, was den anderen meint, sondern sieht mich schockiert an? Was kann ich dafür, dass er so blöd ist? Was kann ich dafür, dass er nicht sieht, dass ich keinen der Sensoren habe, deren Signale da gerade abgeleitet werden? Und außerdem ist er sowieso gerade so in Gedanken, dass ich ihn nicht erreiche, auch wenn er an meinem Puls fingert, auch wenn er mit verzerrtem Gesicht in mein Gesicht zu grinsen versucht. Er ist nicht gut drauf, es ist nicht zu übersehen. Aber mit Bondage und Tubus kann ich mich nicht wehren. Hauptsache, die nächste Sedierung kommt bald, damit ich den Idioten nicht bei der Reanimation zu beobachten brauche. Ich habe heute keine Lust reanimiert zu werden. Gruppendynamik. Es ist wieder mal Gruppendynamik.

Samstag, März 03, 2007

Eichelhäher vor Stalingrad

Er trug die Radler so eng, dass man seine Religion erkannte.

keiner kann dich zwingen, genau das zu denken, was er erwartet. keiner. und wenn du noch so viel energie einsetzt. jede übereinstimmung ist zufall. und wenn ihr das gleiche denkt, ist das nur selten gleichzeitig. so viele menschen, so viele situationen.

Jetzt anzurufen, grübel. Und dann? Sagen, dass ich die Telefonnummer nicht gelöscht habe, brauche ich ja dann nicht mehr. Der Name ist häufig. Der Mann ist sortiert. Struktur wär gut. Am Montag rufe ich Boerner an, ob die Bewerbungsunterlagen angekommen sind. Alles wird gut. Irgendwann geht auch der akuteste Schub vorbei.

Irgendwie hängt alles mit allem zusammen

Je mehr ich fokussiere, um so greller wird Gleichzeitiges beim Entspannen. Die Nachbilder glimmen ewig. Gestern hatte ich im Chat von Anette Ziegler erzählt. Kurz drauf krachte es. Natürlich auf der A81, natürlich am Parkplatz Ziegler. Wer auch immer Parkplätzen Namen gibt. Bei Marcus Barsch. Dass ich Anette Ziegler nach Uwe Groke gefragt hatte, hatte ich erzählt. Dass dann Uwe Groke mailte, war dann kaum noch überraschend, auch nicht, dass ich Tomasz sprechen konnte. Es war wieder einmal Wetter. Und ich war nah dran. Nah dran zu springen, nicht mehr. Da steht jetzt das Notebook vorm Fenster. Ich hab also genug Zeit, bis Zehn zu zählen und durchzuatmen. Manchmal sehe ich mich von draußen, diagnostiziere "suizidgefährdet" und stürze mich ins nächste Leben, rede mir und dem anderen ein, dass das grad Liebe ist, verflache und entspanne. Es ist wieder einmal alles so urgent emergent, dass ich schon beim Loslassen falle, bis in meine eigene Mitte. Eine Implosion.

Moin, moin

Hab gestern eine tolle Begegnung im http://www.werweisswas.de-chat/ gehabt: Ein Dortmunder Junge, der über Biofeedback zu Hause schreibt. Patientenüberwachung nach Herz-OP. Das war wie Heimkommen. Ich bin jetzt noch ganz aufgekratzt. Medizinische Informatik hat er studiert und schreibt gerade seine Diplomarbeit. Er hat mir sogar eine pdf-Datei der Arbeit geschickt. Blöderweise hab ich sie nicht richtig gespeichert. Jetzt erreiche ich ihn nicht mal mehr per MSN Messenger und bin schon fast am Verzweifeln. Kurz drauf, ich war noch wie betäubt, war eine Email von Uwe Groke in meiner Mailbox. Uwe Groke ist DER Moderator bei SWR3 und wechselt gerade zu SR1. Ich hatte ihm einen guten Umzug gewünscht. Als ich bei ihm anrief, brach mit einem Schlag mein ganzes Beziehungswahngebäude in sich zusammen. Ich hab mich wie ein Stalker gefühlt. Es war furchtbar. Puh, jetzt schmeckt nicht mal der Kaffee.

Schlips im Rad

OK, jetzt weiß ich, wie er fluchen kann. Salbungsvoll am Mikro und ein Kotzbrocken am Telefon. Wenn es überhaupt Groke war. Goerge toppt er aber noch lange nicht. Der konnte noch sackiger werden. Hab mir von Tomasz die Projektarbeit schicken lassen, finde aber nicht mehr den Zielordner, unter dem sie abgespeichert ist. Verdammt, ich bin reif für eine Ablationshypnose. Ich liebe eine fremde Stimme, es ist verrückt. Und sobald sie sich verändert, fahre ich Achterbahn. Vielleicht sollte ich doch lieber sprachverarbeitende Software nehmen, um stabiler zu werden. Schrankenwärter im Ameisenhaufen. Er ist ein Schrankenwärter im Ameisenhaufen beim Schrankenwechsel. Er will mich nicht durcheinander bringen. Ich soll die Email löschen. Verdammt, ausgerechnet die, in der er mir irrational nah war. Jetzt läuft El Temperamento. Wieso ist er mir so nah?Es ist schizophren. Ich bin schizophren. Ich sehe da was, was es so nicht gibt. Der Blog tut mir gut. Irgendwann ist alles ganz einfach und überschaubar. Ich seh mich schon mit Großaufnahme aus dem Fenster springen. Es gibt viel zu erzählen. Wieder die gleiche Angst wie bei der Barsch-Email WirMüssenUnsKennenlernen. Bin ich gläsern? Wer sieht mich wann wo wobei? Diese Überwachungsphobie kommt wieder durch. Grad nach dem Gespräch mit Tomasz. Der ist sich so sicher, auf dem richtigen Weg zu sein, wenn er noninvasives Biofeedback zu Hause macht. Und ich finde die Arbeit nicht mehr. Helix schweigt sich auch aus. Warum verdammt bin ich so auf Strumpf-Double programmiert?

Freitag, März 02, 2007

Herz

Holger hatte seinen Körper mal beschrieben, als ich dabei war. Mit Knochen und Steinen, Tonfolgen und Tranceinduktionen. Hab fast geschlafen neben ihm, so tief ging die Entspannung. Er hätte sich auch sehr konzentriert, hat er gesagt. Holger mit EEG-Krone auf dem Schädel, Hartmut Dorschners Synthetik-Gedudel im Ohr und morphischen Felder vor Augen. Hab mich selten so wohl gefühlt.

Beschreibe deinen Körper

Ich bin überwach und gleichzeitig müde. Die Umstellung von Job auf Frei fällt mir schwer. Ich habe noch keine Struktur. Aber der Schnupfen lässt nach. Am schlimmsten sind die Übergänge bei den inhaltlichen Denkstörungen. Manchmal bilde ich mir ein, ich werde gesehen, dann kippt das plötzlich in Panik, ich könnte nicht gesehen werden, oder in Scham, sichtbar zu sein. Es ist total irre. Ein extremer Stress. Eben eine Umstellung von Job auf Ruhe, von Team auf Eremit. Vorhin meinte einer bei Lablue, ich soll meinen Körper beschreiben. Das habe ich noch nie gemacht. Mir fallen da nur Monitoring-Kriterien ein, aber keine Konturen. Martin hatte ich nie so gesehen, aber regelrecht romantisch war ich auch nie. Ich hatte nie erwartet, dass er einen perfekten Körper hat, mich aber auch nie drüber gewundert, dass er ist, wie er ist. Er war schon immer so. Irgendwann hatte ich mich mal in ihn verliebt. Aber das war eher das unnahbar Introvertierte, was mich damals so gereizt hatte. Ich war damals eher übersprudelnd. Aber das hat sich inzwischen geändert.

Klarträumen

Ich sehe dich, spüre dich in mir, du bist mir nah. Yoga tut gut. Ab Montag gehe ich wieder zum Yoga, ab Mittwoch zum Volleyball. Bin immer noch wie ausgebrannt von den vielen Kontakten bei www.lablue.de, dagegen ist www.werweisswas.de überschaubar und ruhig. Hab bei www.exmatrikulationsamt.de geschnuppert. Als Zaungast. Jetzt hat Kai Karsten grad erzählt, dass er Maria Furtwängler morgen interviewt. Boah, was hatte der für eine Spannung aufgebaut. Dass ich bei Helix so durcheinander war, ärgert mich jetzt noch. Hab gedacht, dass er im Wellness-Magazin texten wollte und mich gewundert, dass er in Bochum nicht suchte. Das hatte er alles so nicht gesagt. Ich hatte es nur so herausgelesen.

Talk to me

Hmpf, hmpf, hmpf... Wenn ich das Lied höre, denke ich jedes mal an Kai Karsten. Irgendwann hatte der mal ein Stück mitgesungen. "Timberlake, Justin - Rock your body", steht im Display.

Ausnüchtern

Hab alle Mails bei Lablue gelöscht. Es war zu viel. Ich konnte nichts mehr zuordnen. Wie ein Rausch war das. Fast wie eine Sucht. In ein anderes Leben einzutauchen und mich selbst dabei zu spüren. Wie in einem Ameisenhaufen. Ich denke Meise beim Schreiben mit, zittere aber nicht mehr. Das tut gut, dass das Zittern nachlässt. Mein Fazit: Der Blog ist überschaubarer, aber manchmal ein bißchen zu ruhig. Lichtschalter-Romanzen sind es aber auch nicht. Helix sagt nicht, wo er arbeitet, und fragt nur zurück. Wahrscheinlich ist es das, diese zunehmende Routine. Bei mir lief gleich wieder der ganze Bochum-Film ab. Hab ein Wort anders gelesen und schon überschießend reagiert. Ich bin Lablue noch nicht gewohnt. Das ist wie Laufenlernen. RushHourSurfen. Gestern an der Haltestelle sprach ein Junge die Frau neben mir an und erzählte von der allgemeinen Inflation. Ich hab ihn schon oft gesehen. Bis jetzt fand ich ihn chaotisch. Gestern hätte ich ihn am liebsten gedrückt. Heimat. Vielleicht ist das dieses irrationale Heimatgefühl, wenn ich den einen oder anderen mitten in diesem Ameisenhaufen wiedererkenne. Wie die SWR3-Stimmen, die ich überhöhe, nur weil sie mir vertrauter sind als andere. Meise tat mir gut, egal wie sein Fazit ist.

Teigummantelung

Schulterschluss im Aquarium. Ich zittere jetzt noch. Ein komischer Tag. Ich war selten so aufgeregt. Ich war grad bei lablue. Den zweiten Tag. Es ist sehr intensiv. Du lernst einen wildfremden Menschen kennen und kannst nach kurzer Zeit nicht mehr zuordnen, was du ihm noch nicht gesagt hast, wenn er dir sein Facit ankündigt. Jeder scheint anders zu flirten. Hab keine Routine bis jetzt und erschlage jeden mit meinen Problemen. Und dieser Jeder liest hier jetzt vielleicht gerade. Aber ich lerne dazu. Das ist auch was wert. Vor allem ist diese Angst weg. Ob es das war, was André durchgemacht hatte, als er so gezittert hatte? Jetzt steht seine Firma fast auf sicheren Füßen, vorher war er nur unglücklich verliebt. Eine verrückte Situation ist das. Aber immerhin nicht so verrückt wie in der Straßenbahn angesprochen zu werden mit IchWillDichRetten. Luisa Heckel hatte das erzählt. Sie betreut Aussiedler. Denen scheint das öfter zu passieren. Und dann positiv zu denken, ist schwer. Vorauszusetzen, dass der andere helfen will, ohne noch mal zuzutreten, ist schwer. Aber auch wenn ein Tritt mehr dazu kommt, lerne ich.

Donnerstag, März 01, 2007

Sächsische Zeitung

Hab nach mir gegoogelt, verknüpft mit der Sächsischen Zeitung. Danach nach Oeser AND Anästhesie http://www.tu-dresden.de/medkai/969715.pdf Die Bewerbung ist fertig. Dazu aus dem Radio Exter.

Kai Karsten

... hat im Abspann Delphinschreie. Tag für Tag. Die von Windows 98. Die klingen wie Eichelhäher. Ich habe mal unter hohen Eichen gewohnt, damals hatte ich Windows 98 und die Delphinschreie aus dem Notebook und gleichzeitig die Eichelhäher draußen gehört. Die waren beide nur zu hören, aber nicht zu sehen. Fliegende Delphine, tauchende Eichelhäher.

Hab einen neuen Blog aufgestöbert http://joern.myblog.de/joern, als ich nach der Versöhnungskirche gesucht hatte, und SR1 für mich entdeckt. Der Sender tut mir gut. Ich höre ihn jetzt schon eine Weile. Ich freue mich auf Uwe Groke. Am 19. März, 12 Uhr, hat er seine erste Sendung dort. Groke nennt seine Sendung Show. Dabei ist das ja eher zum Hören als zum Sehen. Jetzt höre ich das erste Mal Christian Balser auf SR1. Der war früher bei Jump.

Boah, es klingelt an der Tür

Eine Fremde wollte mich sprechen. "Es gibt vielfältige Probleme", sagt sie. Hab in der Versöhnungskirche nach ihr gefragt. Dort kennt sie keiner. Krahl heißt sie. Auf Grundlage der Bibel wollte sie mit mir reden. Gestern der Chat, heute das Klingeln. Meine Angst fand die Frau in der Versöhnungskirche lächerlich. Vielleicht gehe ich dort mal hin. Ein bißchen Kontakt wird mir nicht schaden. "In einer Wohnung in Landau sind zwei Leichen gefunden worden... Mehr könne man noch nicht sagen", kommt grad auf SWR3, und dass in Saarbrücken Hochwasser ist - ein Grund, Blogs durchzublättern. Vielleicht rufe ich Andreas an. Nur um zu sehen, dass es ihm besser geht als Franz. Das heißt, so schlecht wird es Franz auch nicht gehen. Der ist versorgt, sagt André und vergleicht es mit meinem Psychiatrie-Jahr. An den Vergleich hatte ich ehrlichgesagt auch schon gedacht. Martin Witt mag mein Notebook nicht, glaube ich. In Ruhe eine Doktorarbeit zu schreiben, würde mir gut tun. Ich weiß nur nicht, wovon ich solange lebe. Grad klingelte das Telefon, aber niemand sprach. Ein komischer Tag. Hab in der Versöhnungskirche angerufen, um mir einen Flyer zuschicken zu lassen. Mal sehn. Internet ist gut, aber Gesichter beim Sprechen und Schreiben zu sehen, fehlt mir. Strümpfel heißt die Frau in der Versöhnungskirche. Sie kennt mich nicht. Das tat gut, unbekannt zu sein. Hab sie gleich überrollt mit meiner Geschichte.

Huch, es riecht nach Heimat

"Ich sage nichts ohne meinen Anwalt oder besser Therapeuten, denn den zahlt die Krankenkasse... Ich möchte darauf hinweisen, dass ich mich, auf Grund von möglicher Selbstüberschätzung, hiermit von jeglicher Verantwortung für meine Postings distanziere. Sowohl für unnütze als auch für zufälligerweise sinnvoll kombinierte Buchstabenfolgen."

Everywhere you go, you´ll always take the weather with you

Bin schon wieder unterwegs, in Gedanken. Bezahlte Arbeit wär gut. Ein finanzierbares Leben. Ein Leben, in dem auch Raum für Tagträume bleibt. Schon, um aus der Fixation Wahn - Koinzidenz - Panik auszubrechen, die mich überrollt, sobald ich Zeitnot spüre.

Vernetzungsrecherche

Und die Stimmfärbung wechselt schon wieder, sogar Inhalte scheinen mich zu meinen. Alles ist irrational nah. Trotzdem werde ich ruhiger. Ganz allmählich. Jetzt TSH bestimmen zu lassen, ist Wahnsinn. Das geht garantiert gen Überfunktion. Blöder Termin. Aber Risperdal ist gut. Ich komme schnell wieder runter. Nur die Atmung ist nach wie vor spastisch.

Ich fühle mich krank

Ich höre es schon wieder. Alles meint mich. "Sie ist denkbar ungeeignet." Keiner hat es gesagt, trotzdem höre ich es überall. "Sie funktionieren nicht." Das schmeckt nach Panik. Ich habe Angst. Natürlich ist es schizophren. Trotzdem kann ich nichts dagegen machen. Der Gedanke ist fixiert. Ich bin wie gelähmt. Alles verunsichert mich innerhalb kürzester Zeit. Kaum verändert sich eine Stimmfärbung, wittere ich Mitleid und versuche Abwehr abzugrenzen. Sprachlos stumm und ohne Selbstvertrauen.

Unruhe

Hab diese Nacht kaum geschlafen. Martin war da. Ein paar Minuten. Vater hatte angerufen. Ein paar Minuten. Und ich habe gegrübelt. Stundenlang. Ohne Ziel. Alles kreiste. Ohne Struktur. SWR3 lief, und alles schien mich zu meinen. Einmal schien mich Marcus Barsch sogar direkt anzusprechen. Ich war wieder einmal dabei, wahnsinnig zu werden. Wie kann mich Marcus Barsch ansprechen? Das ist unwahrscheinlich. Hab heute früh SR1 an. Der Sender ist "unauffällig" - ein Sender wie jeder andere. Fast wie die Stadtsender hier. Nur die Stimmen sind mir noch fremd. Allmählich lässt die Unruhe nach.

Schrankenwärter im Ameisenhaufen

"Wir wissen", begann er. Er wusste. Er ordnete, und er hatte den Überblick.

LaBlue

Hab nicht gesehen, dass LaBlue Geld kostet. Komisch. Hab "kostenlos" gelesen und mich gewundert, dass alle so eilig reagierten. Zehn Cent die Minute, grusel. Ich muss in Gedanken gewesen sein, heul. Hab alles gelöscht und Angst vor der Rechnung. Hab geschlafen und das Internet angelassen, das wird eine saftige Rechnung, heul. Ich habe Angst.