Montag, März 05, 2007
Phaeochromocytom
Es ist ein Tumor. Einer, der irgendwann mal gewachsen ist. Und wachsen kann er nur bei Stress. Aber jemanden mit Psychopharmaka zuzudröhnen, damit er nicht verkrebst, ist auch nicht die Lösung. Es riecht schon wieder nach Auschwitz, sobald ich Job sehe. Auschwitz ist quatsch. Das Bild trägt nicht. Jedenfalls nicht von draußen. Wenn ich er wäre, grusel. Aber ich bin nicht er. Ich würde nicht fremdgehen. Jedenfalls nicht in der zweiten Ehe. Mich regt alles an ihm auf. Warum hat der sich scheiden lassen? Warum fordert der Diskretion? Warum habe ich eine Schweigepflicht? Es ist alles so zum Kotzen. Medizinjourmalist ist der bessere Job. Da ersticke ich langsamer. Ich hasse ihn, glaube ich. Ich hasse ihn als Ganzes. Alles an ihm. Vielleicht ist es ja gar kein Phaechromocytom. Und ich wünsche es mir nur, dass er eins hat, weil ich ihn hasse. Warum lüge ich ihn an und bin nett? Vielleicht reagiere ich auch nur aus irgendeinem Schuldgefühl heraus so. Verdammt, es ist sein Leben. Damit kann er machen, was er will. Und wenn er einen Tumor kriegen will, kriegt er einen. Und die Diagnostik zeichnet alles webcammäßig auf. Vielleicht wird es ein spannender Film.
Abonnieren
Kommentare zum Post (Atom)

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen