Mittwoch, März 21, 2007
Manchmal sagt er, was er denkt
Aber das ist selten. Eher verirren sich seine Hände an meine Kehle, um sicherzugehen, dass ich ihn einen Moment lang wahrnehme. Ihn, den großen Schweiger. Riechen, schmecken und hören interessieren mich, seit ich ihn kenne. Jeden Satz muss ich ihm aus der Nase ziehen. Und wenn etwas kommt, dann meist so gallebitter, dass ich es kaum festhalten kann. Der Klang von frisch gefallenem Schnee... Ich bin hungrig nach Bildern. Sehen und Aufsaugen ist eins, je stiller es wird. Groke hat heute "Summer moved on" gespielt. Ich wusste gar nicht, dass er das kennt. Das war in dem Moment, in dem ich begriffen hab, dass ich Tims Kindheit verträume, statt sie zu begleiten. Die Sinne sind wichtig, um sich sozial zu orientieren, sagt Martin. Ich glaube, er weiß gar nicht, was er mir noch nicht gesagt hat. Wie die Oeserin, die hat auch immer geschwiegen, um mich nicht zu blockieren. Hab gestaunt, dass Theilen mit ihr etwas veröffentlicht hat. Wie der das geschafft hat, ist mir unklar. Jetzt springt der Cursor zurück auf die sozialen Sinne. Groke will morgen in den Schnee. Ich hab heute früh oder war es gestern eine Geschichte über Schnee bei NEON gelesen. Das erste Mal, und da das Danach. Nach dem ersten Mal auf dem Heimweg. Eine kurze Geschichte. Hab mich an Christiane erinnert, als ich es las. Er hatte die ganze Nacht an sie gedacht, während sie bewußtlos in der anderen Wohnung lag und ihr Kind über sie kletterte. Die verrückteste Liebesgeschichte, in die ich bisher reingestolpert bin. Und das mit florider Schizophrenie. Hab selten so gefroren wie in der Nacht. Die zwei Königskinder und ich als Zaungast. Tragisch-komisch war das. Bis auf die Bewußtlosigkeit.
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