Sonntag, März 11, 2007

Die begehbare Geschichte

Nein, es ist nicht mehr Bühne. Es ist die große Einsamkeit nach dem Lichtschacht. Die gähnende Leere danach. Ich will zu Petra, ihr zuhören, beim Lachen und Heulen zusehen und mit ihr träumen. Die Sonne scheint. Gestern hab ich minutenlang Groke in einem Gesicht gesehen. Das tat gut. Ich hab bei Lablue meinen Profiltext verändert. Hab die Schizophrenie herausgenommen. Der Chat ist sehr intensiv. Durch die Webcam bekommt er eine Wahnsinnsgeschwindigkeit. Mich hat ein verheirateter Mann angesprochen, dessen Frau schon schlief. Hab sein Gesicht in der Webcam gesehen. Das Leuchten, die Anspannung. Und hab Groke in einem fremden Leben gesucht. Den fremden Groke in einem noch fremderen Leben. Alles war plötzlich so irrational nah. Ich will zu Petra. Ich habe Angst vor mir selber. Als ob ich gerade dabei bin, einen gewaltigen Fehler zu machen. Dabei ist alles klar: Ich fahre mit dem Rad den Elbhang rauf, schau in die Geschlossene und mache danach irgendwas aus diesem verdammten Kloßteig, den Mutter mir hergetan hat.

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