Mittwoch, Dezember 26, 2007
Klettern
Hab schon wieder weiche Knie, wenn ich das Foto sehe. Ob das mehr als eine Zwei ist? Silvester auf dem Glitsch war schlimm. Ein Link. Sie hat das Gefühl, sie kann nicht mehr, sagt sie. Ich kann die Stimme nicht zuordnen. Es ist immer noch WDR2 mit dem nicht auszupackenden Bongard, wie die Knispel angekündigt hatte. "She came to me one morning", lallt er grad. Vorstellungsgespräch, grusel. Irgendwann in Köln, oder auch nicht. Das lange Warten irritiert mich. Seit dem 7. Dezember sind die Bewerbungsunterlagen vollständig, jedenfalls war da der offizielle Bewerbungsschluss. Ich freu mich aufs Wirtschaftsfernsehen - mein erstes, verdammt wie hieß das - Drehbuch auf englisch? Das muss ich bis dahin wissen. Screenplay? Storyboard, sagt Google. Blumenthal, grübel. Eigentlich will ich mit dem Praktikum beim Wirtschaftsfernsehen das Hörfunk-Volontariat vorbereiten. Da brauch ich eigentlich nur Wort und Ton. Das ist das weihnachtlichste Weihnachten seit langem: Ich habe fast einen halben Stollen gegessen. Sogar die Ingwerwurzel wird alle. Vielleicht träume ich nächstens nicht von den Stimmen für das jeweilige Firmenporträt, sondern von der Firma selber. Laut Horoskop soll ich Groke den Firmennamen möglichst bald nennen, damit er sein Placet mailt. Präcitronic würde ich gern vorstellen, weiß aber noch nicht, was Jochen drüber denkt, und den Suchmaschinentyp eine Straße weiter auch. Vielleicht lässt sich das verbinden. Der Betreuungsverein ist Mieter bei Jochen, die Bey vielleicht auch. Hab Sabine lange nicht mehr gelesen, höre aber ihren Sender. Vielleicht maile ich ihr und frage, wie es Digga geht. Der WDR2 scheint sehr harmonisch zu sein. Mittlerweile meldet er allerdings nicht nur Staumeldungen. Von einem aktuellen Windhorst-Unternehmen steht in dem Link nichts, nur von Privatinsolvenz. Der WDR scheint aus Köln zu senden. Wahrscheinlich interessiert Windhorst mehr, als Google erwartet hatte, so dass der Server spinnt, wo immer der auch steht. Die haben tatsächlich die russische Raumstation beliefert, aber nicht mit Luft, sondern mit Obst. Oder mit beidem. Nina hat keine Lust, über ein Praktikum in der Pressestelle des DLR im Sommer 2009 nachzudenken, wenn "mein" Volontariat zu Ende geht.
Einsame Nervensäge
An Morrison erinnert er nicht. Nur jeder Vierte googelt nach seinem Schwarm. Als ob Google hilft. Im Gegenteil. Ich höre grad jemanden, der im selben Studio gejobbt hat wie Groke. Bei dem Stallhofbrand soll ein Rollstuhlfahrer in der Kanzlei über den Arkaden an dem abgestellten Fahrstuhl gescheitert sein, sagte ein Gegenüber im BTZ. In der Pressemitteilung der Stadt steht davon allerdings nichts. Hab gerade das zweite Mal von Gay Chamber gehört, auf dem WDR2 - vorher von Franz. Hab Franz gefragt, ob er Lust hat, Kontakt zu Chamber aufzunehmen. Franz will lieber selber produzieren. Eigentlich schade, dass er sich den Moment entgehen lässt. So schlimm wäre der eine oder andere Tipp bestimmt nicht, jaul. Hab keine Ahnung, wie ich kuppeln kann. Das ist alles so weit weg, X. will nicht, dass ihre Stimme auf der CD lauter ist. Pech. Ich stresse wahrscheinlich schon wieder wie Mutter: Kaum spielt Till am Lichtschalter, frotzelt sie, ob er Beleuchtungsmeister werden will. Ich suche nach einem Bild von ihm und finde eine Kopie von Vaters Käsebrett in Wolle und ein Kunstwerk zur postkoitalen Tristesse.
Ob es die Tücher inzwischen in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, ist nicht zu erkennen. Sogar den Sperrmüll von Tills Vater listet Google. Irgendwann hab ich Till mal neben ihm gesehen, auf einem Laufrad im Fernsehen. Aber das ist inzwischen auch wieder Ewigkeiten her. Ich muss ja auch nicht alles sehen. Mir genügen die Staumeldungen. X. ist es egal, wer sie unterrichtet, die Fachrichtung muss stimmen, sagt sie. Denn die mache sie ein Leben lang. Grafik soll es nicht sein. Hab ihr wahrscheinlich zu wenig Leinwand geschenkt. Die Flächen sind zu klein. Das größte Bild in der Wohnung ist von Fannie und nicht von ihr. Das prägt. Eine halboffene Konservenbüchse mit Heringsfilet in Tomatensoße hat sie gemalt. Ausgerechnet über meinem roten Sofa. X. ausgerechnet von Chamber zu begeistern, wird schwer. Eher kriegt sie eine Depression. Ich nerve schon wieder, ich weiß. Aber du liest hier sowieso nicht, höchstens wenn du Vaters Weihnachtstext suchst. Tim sucht einen Proberaum, ich freu mich so. Lärmdämmung wäre gut, sagt Franz. Polarkreis 18 probt jetzt im selben Haus wie Philia. Was macht eigentlich ein Producer?
Ob es die Tücher inzwischen in verschiedenen Geschmacksrichtungen gibt, ist nicht zu erkennen. Sogar den Sperrmüll von Tills Vater listet Google. Irgendwann hab ich Till mal neben ihm gesehen, auf einem Laufrad im Fernsehen. Aber das ist inzwischen auch wieder Ewigkeiten her. Ich muss ja auch nicht alles sehen. Mir genügen die Staumeldungen. X. ist es egal, wer sie unterrichtet, die Fachrichtung muss stimmen, sagt sie. Denn die mache sie ein Leben lang. Grafik soll es nicht sein. Hab ihr wahrscheinlich zu wenig Leinwand geschenkt. Die Flächen sind zu klein. Das größte Bild in der Wohnung ist von Fannie und nicht von ihr. Das prägt. Eine halboffene Konservenbüchse mit Heringsfilet in Tomatensoße hat sie gemalt. Ausgerechnet über meinem roten Sofa. X. ausgerechnet von Chamber zu begeistern, wird schwer. Eher kriegt sie eine Depression. Ich nerve schon wieder, ich weiß. Aber du liest hier sowieso nicht, höchstens wenn du Vaters Weihnachtstext suchst. Tim sucht einen Proberaum, ich freu mich so. Lärmdämmung wäre gut, sagt Franz. Polarkreis 18 probt jetzt im selben Haus wie Philia. Was macht eigentlich ein Producer?
Santana will eine eigene Küche bauen. Die Idee klingt gut. Auf Hawaii. Ob das Heimat ist? Aldi-Tomatensaft in der Küche? Eigentlich nimmt er ihn auch nicht ganz aus dem Sortiment. Er verkauft erst den restlichen Gemüsesaft, bevor er Bio-Tomatensaft bestellt. Er hat das mit so einem Stolz gesagt, wie du ihn mit leerverkauften Weihnachtsregalen hast. Größenwahn, hatte ich gedacht, als er mit Bio anfing. Vielleicht wird es eine neue Religion. Aldi goes Bio.
Es ist schon hart, dass von den drei Jahren bei WerWeissWas nichts geblieben ist. Vierzehn Stunden hatte ich dort täglich geschrieben. Das war noch auf der Dresdner Straße 81. Ein bißchen war das wie bei der Sächsischen Zeitung: Da war alles am nächsten Tag auch schon nicht mehr wahr. Wikipedia ist zeitloser, auch wenn da ein BeeGee schon vor Mitternacht gestorben sein soll. Ich hätte wetten können, er hat noch bis zum 13.1.2003 gelebt. Aber die Fanseite schreibt das Gleiche. Bin tatsächlich verbittert. Beim Verlinken merke ich das. Johannes Simon hat grad "Bleiben Sie bei uns" oder sowas Ähnliches gesagt. Kurz drauf kamen die Verkehrsmeldungen. Es zwiebelt schon wieder. Wahrscheinlich ist es genau das, was mir so zu schaffen macht und warum ich so schnell durchdrehe, dieses Bleib gebündelt mit Stress. Heute vor drei Jahren war der Tsunami. Verbittert... Bin ich verbittert? Es ist schon wieder, als ob ich Kontakt nach draußen suche. Heute liegt wahrscheinlich zu wenig Schnee zum Skifahren. Tim geht mit Jonas zu Olaf Schubert, Peinlich. Ich finde Schubert peinlich. Außerdem erinnert er mich an Andreas und an die Weglaufhaus-Webseite. Peinlich eben.
Heute bin ich in der Dresdner Straße 81 gewesen, im Garten. In der Küche brannte Licht. Da hantierte jemand. Mir war fremd. Nicht mal der Gedanke an Groke half. Alles war so beziehungslos. Der Garten war zugewachsen, das Duftbeet inzwischen eine Wiese und der Holzschuppen beim Nachbarn weg. Stattdessen quäkte Grits ehemals dicker Bauch hinter einem offenen Fenster. Grad fiel eine Tür ins Schloß. Der Kneipier vom Dobritzer Sportcasino ist heimgekommen. Mit Hund. Hab ihn noch nie so poltern hören, aber er muss es gewesen sein. Fremd. Nicht mal Google kennt ihn. Hab seinen Namen schon wieder vergessen. Der ist hier nur zum Übernachten. In der 81 kannte ich jeden Baum. Hier gibt es keine Bäume, nur Menschen hinter namenlosen Türen. Wo die Kastanien standen, hat Axel inzwischen Birkenklötze hingestellt. Eigentlich wollte ich damals nur weg. Wohin, war mir egal. Werner hat inzwischen viel gefällt, die ganzen Bäume am Haus. X. sagt, sie ist oft dort. Ich bin nirgendwo oft. Bei Aldi vielleicht. An der Kasse. Der Chef dort hat den Tomatensaft aus der Palette genommen. Was ist Heimat? Ist Aldi-Tomatensaft Heimat? Lachscreme verkauft er auch nicht mehr. Die Regale stehen anders. Nur die Gummibären liegen da, wo sie immer lagen. Vorhin stand da was in meiner Mailbox von jemandem, der sich Freigeist nennt. Er lernt vielleicht eine wunderbare Frau kennen, schreibt er. Und wer zuerst schreibt, hätte schon verloren. Ob Groke zu Hause genauso zurückgezogen lebt wie der Kneipier mit seinem Hund, übersättigt von den vielen Menschen, zu denen er auf Arbeit spricht? Ich wusste bis gestern nicht mal, dass es in Dobritz ein Casino gibt. Google weiß es auch nicht. Ich kann nicht mal den Sportverein zuordnen. Hab den Freigeist gefragt, was die Saarbrücker Zeitung jeden Neuankömmling in der Community fragt. Noch ein bißchen mehr. Worüber er sich zuletzt geärgert hat, wollte ich wissen. Vater hat mich gefragt, was ich mache, ohne auf eine Antwort zu warten. "Who wants to live for ever", singt Queen grad. Beziehungslos. Valli mag Mika und lehnt Alter Bridge ab, sagt Tim. Ich staune, dass Tim so was Lyrisches wie Alter Bridge mag. Aber auf das Konzert im Februar habe ich keine Lust. Extra nach Berlin zu fahren, finde ich blöd. Außerdem ist mir ein ganzes Konzert zu kompakt, zu viel. So lange kann ich mich nicht konzentrieren. Der Stollen liegt immer noch schwer im Magen. WDR2 ist das. Johannes Simon. Blond ist der inzwischen. Sein Steckbrief ist eigenartig. Da ist nichts Vertrautes. Nichts, was reinzieht in die Biographie. Wann zieht eine Biographie überhaupt rein? Es war jedenfalls alles viel zu glatt und geradlinig, kein bißchen in sich gebrochen, ganz Bühne - ein Job, austauschbar wie der Moment. Ein bißchen unglücklich. Ich sei in letzter Zeit so verbittert, sagt X. Wann diese letzte Zeit für sie begonnen hat, weiß ich nicht. Vielleicht fällt ihr der Gegensatz zu Eva auf. Eva tut so glücklich mit ihren drei Kindern und dem Hartz IV. Aber sie zieht mich nicht an. Mich zieht niemand an. "Nicht die Mama". Vielleicht bin ich wirklich verbittert, reif für den Fernsehsessel. Irgendwo im Weltraum kriegen grad ein paar Leute frische Luft und Briefe. Mutter hat Tim und X. rote Handtücher geschenkt, ich war geschockt. Eine Fremde schenkt meinen Kindern Handtücher. Sie hätten keine, sagt sie. Zu fragen hat sie sich abgewöhnt. Die Klinken klebten. Überall lagen ihrige schmierigen Lappen, trotzdem klebten die Klinken. Einer sei für den Herd, einer für den Tisch und einer für den Abwasch. Ich hab noch nie jemanden so neurotisch Wasser sparen sehen. Als wir kamen, behielt sie einen ihrer Lappen in der Hand. Ob ich auch irgendwann in Lappen ankere? Sie hat das Rotkraut gezuckert. Wahrscheinlich war es sogar selbstgeraspelt. Vor lauter Zucker war es so matschig wie ihre Lappen. Die Knödel standen im Wasser. Aber der Braten war perfekt - cross und leicht blutig. Franz behauptete, dass er noch nie so gut gegessen hat.
Dienstag, Dezember 25, 2007
Frösteln
Wenn Scham kalte Füße macht, muss ich mich im Moment wahrscheinlich sehr schämen. Hab nach Ulrich Blumenthal gesucht und weiß schon gar nicht mehr, was ich will. "OK, dann spielen wir was anderes", sagt Spleth. Tim will gern Alter Bridge sehen. Allmählich achte ich auch stärker auf das Schlagzeug.
24. Dezember
Klaus Vesting, der Pfarrer, sieht tatsächlich aus wie Frank Zappa. Er stapelt PartizipII-Konstruktionen, obwohl er selbst merkt, dass der Text schon beim Lesen kaum verständlich ist, und klammert sich an eine miese Timotheus-Brief-Übersetzung. 600 Mitglieder hat die Gemeinde, die offensichtlich hart im Nehmen ist. Im Gesangbuch krame ich sofort nach dem Lied, das Holger Büchner mag. X. hat eine sichere Stimme. Sie hat Angst, das Abi nicht zu schaffen, sobald ich vom Studium spreche. Ich bin wie gelähmt. Wenn ich könnte, wie ich wollte, dann würde ich wenigstens ein paar Worte über die Dortmunder Fachhochschule verlieren. Aber es wird besser sein, ich recherchiere erst mal. Hab dann nur noch nachgeschoben, dass Groke gestern - war es wirklich erst gestern - hintereinander Martin, Claudia und Markus gesagt hatte, während ich mit Robby am Handy über Kaninchenschenkel gefachsimpelt hatte. Plötzlich schien alles wieder so real: dieses ErSiehtMich, ErHörtMich und ErMagMich, das ich sonst nur spüre, wenn das Online-Männchen unter seinem MySpace-Foto blinkert, als ob ich ihn dadurch leichter erreiche. Ich war total aufgeregt. Das muss ich X. erzählen. Aber sie zuckt nur mit den Schultern und ist kein bißchen beeindruckt. Sie sei mit 18 wahrscheinlich noch zu jung zum Studieren. Der Durchschnittsstudent sei 27 Jahre alt. Weihnachten. Heute blinkert das Online-Männchen, obwohl kein Loggin registriert wird. Aufregend ist das alles - Radio und Internet, Internetradio. Dagegen ist der Manchesterhosentyp, der Tim im Bus anspricht, fast Alltag. Tim hörte seine Geschichte heute zum ersten Mal: "Ich bin die Frau aus Laubegast und suche den Mann, der zu mir passt... Ich bin der Herr aus Blasewitz und krieg mein Ding in jede...", nuschelte der und war dankbar für Tims Grinsen. Kindergeld gibt es nur bis 27, aber Tim sagt, das trifft für X. sowieso nicht zu. Die 27 seien nur hypothetisch. Genauso hypothetisch wie mein Webinformatik-Studium. Das nächstwichtige Ziel ist ein Proberaum. Tim sei geil, hat der Manchesterhosentyp gesagt. Hübsch, meinte er, glaube ich. Christian mag mein Foto nicht: Die Augenringe würden fehlen.
Gestern hatte ich WDR2 gehört und wieder dieses verunsichernde Gefühl, mein Monitor wäre im Studio einsehbar. Das gipfelte dann in einer Verkehrsmeldung auf der A61. Immer wenn ich denke, ich bin fit, haut so eine Halluzination dazwischen. Fakt ist, ich kann sie nicht allein mit Medikamenten bewältigen. Drüber zu schreiben ist wichtiger, egal welche Dynamik es auslöst. Ob Neunkirchen oder A61 macht mittlerweile keinen Unterschied. Phobisch reagiere ich so oder so, sobald ich den Reiz nicht kontrollieren kann. 61 ist Martin geboren. Ich hatte grad über Martin geschrieben. Es war wieder, als ob der Verkehrs-Ticker nur dafür da ist, mich zu verunsichern. Irrational eben. Und ich muss es wahrscheinlich noch x-mal schreiben, dass es irrational ist, um nicht mehr bei irgendwelchen Grokes ankern zu müssen, sobald, ja sobald was? Was passiert da eigentlich mit mir? Ein Vernetzungs-Gau? Oder nur ein Umbewerten von Erlebten? Die größte Freiheit, die ich habe, alles und jeden ständig neu zu sehen, scheint plötzlich nicht mehr zu existieren. Sie engt sich ein zu einer Angströhre. Und ich kann kaum ahnen, wann mich die nächste Angstwelle überrollt. Vielleicht ist das der Preis für das virtuelle Miteinander. Vielleicht war es aber auch nur ein ganz normales Fremdeln wie 1998 auf der Zugfahrt nach Bad Gastein, auf der jedes einzelne Bahnhofsplakat nur für mich aufgestellt zu sein schien. Besonders die Würfel mit dem C auf den Bahnsteigen hatten mich verunsichert. Eigentlich komisch. Im Nachhinein. Aber damals war es bedrohlich. Es war, als ob die Welt nur auf mich gewartet hatte, auf mein Missionieren. Und dann bin ich zu allem Unglück tatsächlich aufgestanden, hab jeden Einzelnen angesprochen, der mich hören sollte, ohne ihn mehr als die einzelnen Plakate wahrzunehmen. Die Gedanken rasten. Ich hatte noch keinen Blog, der diese Nähe relativierte. Am verrücktesten wurde es, wenn da Gespräche waren, die ich nicht Wort für Wort hören konnte. Die meinten dann natürlich nur mich: Es ging scheinbar darum, mich stressarm einzuweisen. Meine Angst stieg. Genau die Angst, die ich heute noch spüre, sobald der Verkehrsticker mich zu meinen scheint und kein Groke weit und breit zum Ankern da ist mit seiner ignoranten Ruhe. Und ausgerechnet dieser Groke lässt es zu Weihnachten bei Neunkirchen krachen. Nicht krachen, ein defektes Auto blieb stehen. Und das nicht mal bei Neunkirchen, sondern bei Miesau. Aber ich hatte Neunkirchen gehört. Ich hatte etwas gehört, was ich grad gedacht hatte. Eigentlich normal, das Denken Hören bahnt. Aber sobald ich erregt bin, bahnt es Angst, Angst zu halluzinieren. Schade. Und mitten in der Angst in einem wildfremden, scheinbar verblüfften Gesicht zu ankern, erdet. Es ist dann, als ob ich mich selber einlade zur Langenweile. Es gibt immer ein Danach, auch nach der massivsten Welle.
Wenn ich könnte, wie ich wollte...
...wäre der pinke Panther, den ich heute geschenkt bekommen habe, getigert, Ninas Stimme auf ihrer Rilke-CD lauter, und Tim würde ein Praktikum bei einem Spieleentwickler machen. Außerdem würde Nina übernächsten Sommer beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in der Pressestelle jobben, während ich beim Deutschlandradio, auch in Köln wie Ninas Zentrum, senden würde. Außerdem würde ich göttlich Volleyball spielen. Und ich würde trotzdem im Geld schwimmen. Ich hätte einen Partner, und Tim würde nicht ins Ausland gehen, sondern nach Dortmund kommen, um Web- und Medieninformatik zu studieren, um News interaktiv inszenieren zu lernen. Huchja. Und außerdem würde ich Teller ablecken, auch wenn Martin zuschaut. Verdammt, die Sauce ist mir heute so gut gelungen wie noch nie.
Montag, Dezember 24, 2007
Bescherung
Hab Sibylle Bergs Märchen geschenkt bekommen und eine CD mit einem Track von X. und Franz zu einem Rilke-Gedicht. Franz hatte wenig Zeit zum Mischen, hab mir die Gitarre leiser gewünscht. Anstelle des Tigers habe ich jetzt eine Pink Panther-Kette. Der sieht aus wie ein Schwein. Bin unglücklich. X. will ihn übermalen. Sie hat sogar getan, als ob sie sich über meine CD freut, und versprochen, dass sie sich überlegen wird, ob sie "Notting Hill" anschaut. Tim hat ein Spiel entwickelt.
Meine Idee, bei der Akademie Remscheid zu schnuppern, ist beknackt. In den letzten 18 Jahren hat sie sich sehr verändert. Ein Praktikum zu machen, um simpler und spielbarer zu werden, findet Tim auch nicht so toll. Er hat sich gleich in den Roman zurückgezogen. Ein SpielGut-Äquivalent für Teenies habe ich noch nicht gefunden. Das spielt sich alles im Computerspielbereich ab.
Vorhin rief Dirk an. Ich würde ihn verwirren. Um mir das zu sagen, ruft er extra an. Er stand noch in Jacke und Schuhen, als er anrief. Er denkt, ich denke, er sei ein Arschloch, wenn er nicht anruft, sagt er. Ein verwirrtes Arschloch, na toll. Inzwischen hat er wahrscheinlich die Jacke ausgezogen. Mir ist einsam. Über den Gerhard Schöne hat Martin sich nicht grad gefreut. Er hätte an Durchschlagkraft eingebüßt. Immerhin hat er sich dran erinnert, dass wir ihn gemeinsam gesehen hatten, vor 27 Jahren. Seine Vorlesung hätte gut geklappt. Ob er Lust hat, weitere Vorlesungen zu halten, weiß er nicht. Der Unwahrscheinlichkeitsantrieb scheint raus zu sein. Die Professur ist erreichbar und damit reizlos geworden.
Meine Idee, bei der Akademie Remscheid zu schnuppern, ist beknackt. In den letzten 18 Jahren hat sie sich sehr verändert. Ein Praktikum zu machen, um simpler und spielbarer zu werden, findet Tim auch nicht so toll. Er hat sich gleich in den Roman zurückgezogen. Ein SpielGut-Äquivalent für Teenies habe ich noch nicht gefunden. Das spielt sich alles im Computerspielbereich ab.
Vorhin rief Dirk an. Ich würde ihn verwirren. Um mir das zu sagen, ruft er extra an. Er stand noch in Jacke und Schuhen, als er anrief. Er denkt, ich denke, er sei ein Arschloch, wenn er nicht anruft, sagt er. Ein verwirrtes Arschloch, na toll. Inzwischen hat er wahrscheinlich die Jacke ausgezogen. Mir ist einsam. Über den Gerhard Schöne hat Martin sich nicht grad gefreut. Er hätte an Durchschlagkraft eingebüßt. Immerhin hat er sich dran erinnert, dass wir ihn gemeinsam gesehen hatten, vor 27 Jahren. Seine Vorlesung hätte gut geklappt. Ob er Lust hat, weitere Vorlesungen zu halten, weiß er nicht. Der Unwahrscheinlichkeitsantrieb scheint raus zu sein. Die Professur ist erreichbar und damit reizlos geworden.
Neunkirchen
Der gesetzliche Mindestlohn sei ein Schlag gegen die Tarif-Autonomie, sagt ein Gewerkschafter auf SR1. Die Einheit von Wirtschafts- und Sozialpolitik Honeckers hat Renaissance. Honecker sei in Neunkirchen geboren worden, schreibt Wikipedia. Schade, die Mango ist schon wieder alle, und Groke ist weg. "Der Mann macht richtig gute Laune", verspricht Holger Büchner grad. Hab keine Ahnung, warum mich das schon wieder verletzt. Wahrscheinlich ist das immer noch der Schizo-007-Stress. Es ist, als ob die ganze Welt implodiert, meine ganze Welt, sich auf Neunkirchen reduziert und implodiert. Verrückt. Gute Laune, hab schon wieder vergessen, was das ist. Die Mango ist alle, und ich kaue am Kern herum, hadere mit dem, was kommt, und rede mir ein, dass sich Nina und Martin über die CDs freuen werden. 1992 hat Schöne seine "Sieben Gaben" aufgenommen. Damals hatte ich mit Uwe Hiemann gearbeitet. Ich sei kein guter Anästhesist, hat der mir gesagt, als ich von Martins Unfall erzählte. Hab mich einsam gefühlt. Grad so einsam wie beim Neunkirchen-Hören. Kurz drauf entstand Tim.
Komm her, du störst
Ob es tatsächlich Internet-Kontakte gibt, die tragen? Die mich tragen? Und was macht sie reizvoller als Offline-Kontakte? Die Vernetzung? Das Vage? Die scheinbaren Gedankenübertragungen? Das KommHer,DuStörst? Hab eine Silvester-Einladung, genau genommen zwei. Eine zu meinen Eltern und eine nach Gelsenkirchen. Hab mich über beide gefreut. Nach Gelsenkirchen kann ich auch später noch. Aber wie oft ich mit meinen Eltern noch feiern kann, weiß ich nicht. Robby wird wieder in der Klinik sein oder Kaninchen braten. Weihnachten. Ich pinsle die Hähnchenbrustfilets mit Honig-Joghurt-Orangensaft-Gemisch mit Ingwer, Curry und Pfeffer. Nina hat so von Notting Hill geschwärmt: Ich schenke ihr den Soundtrack. Martin bekommt "Die sieben Gaben" von Gerhard Schöne und Tim das Buch, das er sich gewünscht hat.
Wahrnehmungsstörung
Ich hatte gerade rausbekommen, dass Neunkirchen im Saarland ist, und war elektrisiert. Aber Neunkirchen gibt es mehrfach. Und das, in dem die SCHÄFER Werke sind, ist im Siegerland. Da kam eine Unfallmeldung, die auch wie Neunkirchen klang. Groke war auf Sendung, trotzdem war ich verunsichert über den Zufall. Vielleicht habe ich mich auch verhört. Nebenher lief ein Video. Es wäre verrückt, wenn es schon wieder damit losgeht, dass ich Unfallmeldungen auf mich beziehe. Ich will einen Job, der mich ausfüllt, in Ruhe arbeiten und diesen verrückten 007-Frust hinter mir lassen, ohne Angst. Das erinnert mich schon wieder an Tim Auer, der 2001 in Peking überall Rot sah. NimmMagnesium, war meine erste Reaktion, KommHer die zweite. Pro7 sucht jemanden mit Gespür für redaktionelle Themen und guten journalistischen Kenntnissen insbesondere im Erotikbereich. Vorgestern habe ich einen Film gesehen, in dem ein Frauenkörper wie Architektur vermarktet wurde. Grad wie die MensHealth-Printen es tun. Vor lauter Ästhetik bleibt da lediglich eine Tiefenentspannung. Journalistische Erfahrungen im Erotikbereich... Rot. Magnesium. "SR-Hörer melden uns: A6 Saarbrücken Richtung Mannheim: Zwischen Bruchmühlbach-Miesau und dem Kreuz Landstuhl-West Behinderungen durch ein defektes Fahrzeug und Gefahr durch Personen auf der Fahrbahn. Auf der B269, am Ortseingang von St. Wendel aus Richtung Winterbach, Stau. Stand: 24.12.2007, 10:57 Uhr - Alle Angaben ohne Gewähr!" Da steht nichts von Neunkirchen. Ich hab es nur gehört. Saarbrückens Postleitzahl beginnt mit 66 und dort ist die A6. Und außerdem ist Neunkirchen dort ein Sammelbegriff. Da gibt es eins am Potzberg. Ob das in Nähe der Unfallstelle ist oder ob ich mich tatsächlich verhört habe, weiß ich noch nicht. OK, es scheint genauso präzise zu sein wie die Ortsangabe "Prag bei Striesen" - ich habe mich also tatsächlich verhört. Verdammt, bin ich durch den Wind. Ich tu mir leid. Zeit für Architektur.
Sonntag, Dezember 23, 2007
007-Frust
Hab mir ohne Schaum die Beine rasiert, und alles brennt, trotz Creme. Schrecklich, nie wieder. Hab eine Mail geschrieben, ohne eine Kopie zu haben, wieder ein nutzloser Schrei ins Weltweite: Verdammt, warum ist die AsTearsGoBy-Originalfassung offline? Und warum habe ich das nicht vorher geahnt und das Video heruntergeladen? Ich war mir so sicher, dass das Verlinken genügt. Dass die Rolling Stones sich so lange Zeit mit dem Adden bei MySpace gelassen hatten, hatte mich nicht stutzig gemacht. Bei der großen Freundeszahl fand ich das normal. So viel Zeit hatte sich sonst nur Robby Williams gelassen. Und Uwe Goke, heul. Ich hatte dann extra den Kurzinfo-Text geändert. Vielleicht ist das auch nur Zufall. Vielleicht ist es auch Zufall, wenn meine Emails gelesen werden. Bei MySpace kann ich sehen, wann Marianne Faithful sie endlich liest. Ihr Video fehlt mir. Es ist schon wieder so mystisch wie an dem tag, an dem sich das Staying Alive auf meiner Best of Bee Gees CD nicht abspielen ließ und einer der drei Brüder einen Infarkt hatte. Das war ein Donnerstag. Er hatte einen intraoperativen Herzstillstand bei einer Bauch-OP. Ungewöhnlich, zumal bei dem Alter. Stunden später einen Infarkt. Zwei Tage drauf war er tot. Weltverschwörung oder so. Was ist das für eine Firma, die das Copyright auf das Marianne Faithful-Video hat? Und wer verdammt spielt mit meinen elektrischen Geräten? Huch, Wikipedia erklärt Maurice Gibb schon am Freitag, den 12. Januar 2003, für tot. OK, lange her. Fakt ist, Rasieren ohne Schaum tut weh. Alles andere ist weit weg. 21.50 Uhr - jetzt hat sie die Mail gelesen: Marianne Faithful hat mich gelesen, schmacht.
MySpace
Bist du geaddet, kannst du nicht nur die Nachrichten-Option zum Living Link nutzen. Hände zu schütteln und Kaffee zu ordern setzt allerdings mehr voraus. Die Seiten werden selten von den Göttlichen selbst verwaltet. Es ist schon schön, zeitgleich online zu sein. Das ist fast, als ob du am selben Tag die selbe Straße querst - Wetter eben. Du bist dann näher am Wetter, verliebt in einen Baum.
Samstag, Dezember 22, 2007
Rückzugslinie
Drinnen und Draußen abzugrenzen und dabei das Ausatmen zu genießen tut gut. Und fühlst du dich auch noch so leer, es wird immer jemanden geben, der dich genau so, wie du bist, liebt. In all deiner Absurdität. Schön, wenn du dieser Jemand selbst sein kannst. Aber das ist selten. Vielleicht ist das der einzige Grund, der Paarung sinnvoll macht.
Wie schnelllebig Google ist, staun
Ich verstehe immer seltener, wo in diesem Suchmaschinen-Filz Software beginnt und wo Redaktionelles endet. Der Suchweg scheint selten zu sein, anders kann ich mir nicht erklären, dass ich sofort die Reihenfolge der Suchantworten beeinflusse. Gestern hat Lablue geschrieben, dass mein Profil 7000mal aufgerufen wurde, viel häufiger als mein MySpace-Profil, wo mich - glaube ich der Statistik - fast jeder, der es angeklickt hat, angeschrieben hat. Counter, grummel. Egal. Es verändert sich wieder mehr in kurzer Zeit, als ich erfassen oder zuordnen kann. Relax, ich muss nicht alles begreifen. Das riecht sonst wieder nach Dosiserhöhung und Rückenschmerzen.
Charlie und die Schokoladenfabrik
Der abgebrannte Stallhof ist zum beliebtesten Weihnachtsmarkt Deutschlands gewählt worden. Ich kann die Nachmittags-Stimmen bei Radio Dresden kaum Namen zuordnen. Wahrscheinlich ist gerade Thomas Stroebl auf Sendung. Zeit zur Autokalibration per F5.
Hoyerswerda
Allmählich klärt sich die Schuldfrage in Hoyerswerda. Drei Anästhesisten sind inzwischen angeklagt. Ich weiß schon gar nicht mehr, wie ich mich bei Bernhard Peikert beworben hatte. Was dort logistisch anders ist als in anderen Häusern, ist mir noch unklar. Die trennen OP und Schmerztherapie. Ob die selten Oximetrie machen, dass die die vertauschten Schläuche erst nach der dritten Toten bemerkt haben? Ich hatte damals nur mitgekriegt, dass sich die Klinik auf Adipösen-Sectios spezialisiert haben soll. Holger Ostermeyer hatte mich kurz vor der Bewerbung wegen der Todesfälle angesprochen, als ich ihn um einen Praktikumsplatz gebeten hatte. Zwei der Frauen waren in der Uniklinik, bevor sie starben. Kurz danach war meine Zwangseinweisung, ein verdammtes Jahr lang war ich dann in der Psychiatrie der Uniklinik. Weniger neugierig bin ich seitdem trotzdem nicht, nur vorsichtiger: Ich schreibe mehr von dem auf, was ich denke. Dann fühle ich mich sicherer vor Zwangseinweisungen. Außerdem erinnere ich mich dann entspannter und lückenloser. Es war, als ob mich damals irgendjemand verschwinden lassen wollte. Ich hatte Todesangst. Irgendwie hängt immer und überall alles mit allem zusammen, besonders bei Angst. Ich weiß schon gar nicht mehr, wo ich die Gedankenprotokolle von damals habe. Die sind alle auf Papier, also schwerer auffindbar als im Blog. Außerdem hatte ich damals eine regelrechte Gedankenflut: Das Radio sprach mit mir. Inzwischen kostet mich medizinjournalistisches Jobben die Rente. Das Volontariat beim Deutschlandradio wäre toll - endlich wieder ein Team, überschaubare Jobs und klar abgegrenzte Themen. 16.50 Uhr war der terrestrische Empfang von Radio Dresden unterbrochen. Auf mehreren Geräten. Nur online war nichts zu merken.
Kryptopyrroltest
Ursula glaubt, dass ich ohne Risperdal auskommen kann, wenn die Schizophrenie-Ursache eine Kryptopyrrolurie ist. Dann würde eine Substitution von Zink und Vitamin B6 genügen. Das finanziert aber keine deutsche Krankenkasse. Hab das Testbesteck da, warte aber noch, bis Ursula da ist. Einen Moment lang hatte ich überlegt, ob ich nach Gelsenkirchen zu Silvester fahre - mit Dirk zu telefonieren tut gut. Aber die lange Zugfahrt ist ein Hammer. Nina fährt nach Frankreich snowboarden. Sie muss ständig etwas erleben, um sich zu spüren. Mir genügt ein Buch dazu. Oder das Internet. Ich lese jetzt zum x-sten Mal "Gold". Jedesmal liest es sich neu, je nachdem, was mir gerade durch den Kopf geht. Und das ist im Moment viel, grad in der Straßenbahn, Radio Dresden im Ohr: Den Blick aus der 4 auf der Augustusbrücke auf Zitronenpresse und Frauenkirche mag ich. Da lesen sich die Züricher Ergüsse ganz anders, zumal in der mollig warmen Bahn. Kryptopyrroltest... Mir ist schon wieder so plüschknuddelig. Ich freu mich auf den ersten Schnee im Hochland zu Weihnachten. Verdammt, ich sehe schon wieder überall Ähnlichkeiten. Mir ist wahrscheinlich schon wieder einsam. Hab vorhin Martin angerufen. Deshalb. Huchja. Ich hatte mich verwählt: Eigentlich wollte ich Mutter und Vater für den ersten Schnee aufs Hochland einladen. Die beiden scheinen gerade unterwegs zu sein. Das Wetter ist auch herrlich. Und ich hänge am Webradio, um keinen Groke-Ton zu verpassen. Noch zwanzig Minuten.
Die Eltern waren da, ein paar Minuten. Dann rief Karin an: Wasser läuft aus der Wohnung. Rattais hatten sie über Szyskas erreicht. Im Keppschloss war es keinem aufgefallen. Dabei schaut Mutter oft rüber, ob dort Licht brennt. Aber die kriegen das genauso wenig mit wie ich als Kind die Gebete von Frau Genäus. Da ist kein Kontakt. Die atmen nur eine Luft. Es ist einsam geworden dort, seitdem die Biedenkopfs dort wohnen.
Die Eltern waren da, ein paar Minuten. Dann rief Karin an: Wasser läuft aus der Wohnung. Rattais hatten sie über Szyskas erreicht. Im Keppschloss war es keinem aufgefallen. Dabei schaut Mutter oft rüber, ob dort Licht brennt. Aber die kriegen das genauso wenig mit wie ich als Kind die Gebete von Frau Genäus. Da ist kein Kontakt. Die atmen nur eine Luft. Es ist einsam geworden dort, seitdem die Biedenkopfs dort wohnen.
Worth1000
Gestern hatte ich ein wunderschönes Birnen-Foto bei Worth1000 gesehen. Kurz danach habe ich Uwe Groke einen Link zu Worth1000 gemailt, da er eine zeitlang "Echte Männer essen keinen Honig. Echte Männer kauen Bienen", zum Ende seiner Sendungen gesagt hatte. Heute kam auf SR1 ein Birnenrezept. Der Zufall allein genügte schon, dass ich schon wieder daran geglaubt hatte, dass er nicht nur meine Bienen-Mail gelesen, sondern sich auch durch Worth1000 bis zu den Birnen durchgezappt hatte. Dass der SR1-Beitrag mindestens einen Tag Zeit braucht, hatte ich dann schon gar nicht mehr überlegt. Hab dann in meine Mailbox geschaut: Uwe Groke hatte die Mail noch gar nicht gelesen. Und das Birnenfoto finde ich bei Worth1000 auch nicht mehr.
Eigentlich war ich auch grad auf einer anderen Seite, bei der CSU und hatte die blaukarierten Bikinis bestaunt. Bei der CSU hatte ich mich vor Jahren als Online-Redakteur beworben. Dirk hatte mich daran erinnert. Er mag Matthias Richling.
Vier bis acht Prozent aller Kinder bekommen kein regelmäßiges Essen. Ein Viertel der Tafel-Gänger sind Kinder, sagt SR1 grad. In Dresden ist die Tafel auf der Berliner Straße.
Tim stöhnte, als ich ihm erzählt habe, dass ich "Einsame Cowboys" lese. Der Gag vom Bienen-Kauen betone das alte Rollenmuster, sagt er. Er hat Schnupfen.
Robby ist wieder zu Hause, weiß aber noch nicht, was er Silvester macht.
Meine Volontariats-Bewerbung liegt jetzt bei Ulrich Blumenthal.
"Er holt Sie ab", sagt Uwe Groke grad und meint Jack Johnson.
Eigentlich war ich auch grad auf einer anderen Seite, bei der CSU und hatte die blaukarierten Bikinis bestaunt. Bei der CSU hatte ich mich vor Jahren als Online-Redakteur beworben. Dirk hatte mich daran erinnert. Er mag Matthias Richling.
Vier bis acht Prozent aller Kinder bekommen kein regelmäßiges Essen. Ein Viertel der Tafel-Gänger sind Kinder, sagt SR1 grad. In Dresden ist die Tafel auf der Berliner Straße.
Tim stöhnte, als ich ihm erzählt habe, dass ich "Einsame Cowboys" lese. Der Gag vom Bienen-Kauen betone das alte Rollenmuster, sagt er. Er hat Schnupfen.
Robby ist wieder zu Hause, weiß aber noch nicht, was er Silvester macht.
Meine Volontariats-Bewerbung liegt jetzt bei Ulrich Blumenthal.
"Er holt Sie ab", sagt Uwe Groke grad und meint Jack Johnson.
Freitag, Dezember 21, 2007
As Tears Go By
Hab Marianne Faithful gefragt, warum ihr Video offline ist. Bin gespannt, wer eher reagiert - der SR1 oder sie. Das ist jetzt der dritte Anlauf beim SR1, dass ich mir das Lied von ihr wünsche. Mick Jagger hat es geschrieben. Wochenlang bin ich an "ihrem" Irina Palm-Plakat vorbeigegangen und habe mehrmals fast die Bahn verpasst, um zu lesen, was sie da spielt, ohne zu begreifen, dass das DIE Marianne war, deren Lied mir in der tiefsten Sch... Halt gegeben hat. Grad in den ersten Tagen nach dem Abi auf Intensivstation.
Ruhrpott-O-Ton
Hab grad Ruhrpott-O-Ton geschnuppert. Es war fast, als ob Mcnep am Telefon war. Hab mich selten so schwerfällig und träge gefühlt. Jeder Zweite ist dort arbeitslos, sagt Dirk. Vielleicht kultiviert Mcnep deshalb das Syndrom so.
Donnerstag, Dezember 20, 2007
Weihnachten
Ente oder Gans? Braten? Kroketten mit Rotkohl und Pute? Honigkruste mit Curry wäre gut. Nina findet, Kroketten sind Junk Food.
Firmenporträt
Der SCHÄFER-Text gefällt mir immer besser. Inzwischen ist er mit quadratisch eingerahmten Fotos gegliedert. Ich soll ihn stärker grafisch auflösen, sagt Janos Tulok. Hab mich dabei bislang auf das Aufzählen von Verben beschränkt und alles Substantivierte zerhackt. Das ist ihm nicht grafisch genug. Punkte, Linien, Flächen und typografische Spielereien will er sehen. Dabei habe ich schon zwei Schriftarten. Außerdem blockieren die Fotorahmen alles Mögliche. Da gehen höchstens wässrig auslaufende Ton-in-Ton-Halbkreise. Aber die wären zu dominant. Vielleicht nehme ich das SRH-Signum mit rein. Dann lässt er mich bestimmt am ehesten "in Ruhe". Aber die vier Seiten sind so schnell überladen. Karminrot unterlegtes Weiß haben die SCHÄFER Werke für die Eye Catcher genommen. Frutiger ist wahrscheinlich besser als Arial. Das ist filigraner, allerdings sind die quadratischen Fotos dann zu kompakt. Das kommt noch nicht zusammen. Bei dem SRH-Signum weiß ich wieder nicht, ob das links in Headline zulässig ist. Aber das weiß Janos Tulok. Der hat den CI-Ordner bestimmt im Kopf. Schlimmstenfalls wird die Headline "Exkursionsbericht SRH" in hauseigenem blauen Frutiger und das SCHÄFER-Titelbild mit schmalem rotem Balken unterlegt: darin weiß der Schriftzug "SCHÄFER IT-Systems". Das SRH-Frutiger und die SCHÄFER-Quadrate kommen nicht zusammen. Fakt ist aber, dass SRH der unmittelbare Auftraggeber ist. Vielleicht kupfere ich eine SRH-Printe ab. Dann bin ich auf dem sichersten Weg. Halbkreise kommen da keine vor, auch keine verwaschenen. Die quadratischen Fotos als Abweichung muss das SRH-Format aushalten, auch wenn es den Goldenen Schnitt sogar in den Farbgewichten zu perfektionieren scheint. Vielleicht vergrößere ich die Fotos auf Spaltenbreite und beschneide sie. Das SRH-Design scheint auch nicht soo verbindlich und militant einheitlich zu sein.
Autsch, Google listet mich schon: "Wind & Regen: FirmenporträtVielleicht vergrößere ich die Fotos auf Spaltenbreite und beschneide sie. Das SRH-Design scheint auch nicht soo verbindlich und einheitlich zu sein. ...
windundregen.blogspot.com/2007/12/firmenportrt.html - vor 14 Minuten gefunden - Ähnliche Seiten"
"Seriös, aber kompakt und ohne Leichtigkeit" ist jedenfalls nicht das, was ich vermitteln will.
Autsch, Google listet mich schon: "Wind & Regen: FirmenporträtVielleicht vergrößere ich die Fotos auf Spaltenbreite und beschneide sie. Das SRH-Design scheint auch nicht soo verbindlich und einheitlich zu sein. ...
windundregen.blogspot.com/2007/12/firmenportrt.html - vor 14 Minuten gefunden - Ähnliche Seiten"
"Seriös, aber kompakt und ohne Leichtigkeit" ist jedenfalls nicht das, was ich vermitteln will.
Color Circus
Das teuerste Kleidungsstück ist stets jenes, das nicht getragen wird. Ich habe viele davon. Bin schon wieder in Endzeitstimmung und würde am liebsten den ganzen Kühlschrank auskippen. Die Haare zu waschen tat gut. ARGE verstößt gegen das Grundgesetz, sendet SR1 grad, was auch immer das für mich konkret bedeuten wird. Mehrere Landkreise hätten erfolgreich gegen die Bündelung mit unklarer Aufgabenabgrenzung geklagt. Was das Grundgesetz damit zu tun hat, erschließt sich mir noch nicht. Hab Mutter gesagt, dass ihre Kleidung genauso beliebig zusammengewürfelt ist wie ihre Wohnungseinrichtung und dass sie mit der selben Nachlässigkeit mit ihrem Besuch umgeht, der sich in ihrem kunterbunten Einerlei verliert, während sie sich verzettelt. Ihr sei das egal. Wichtig sei ihr, dass sie mit ihren Kindern und Enkeln zusammen ist. Davon hatte ich bis jetzt nichts gemerkt, jedenfalls nichts, sobald es um mich ging. Konzentriert habe ich sie selten erlebt, solange es um mich ging.
Er ist online
Ich hatte mir fest vorgenommen, die ARD Popnacht zu verschlafen. Bis kurz vor Mitternacht. Geschlafen habe ich dann, als der Wecker klingelte. Jetzt ist er online, weit weg. Die Software, die ich grad beackere, ist interessant - Adobe InDesign. Krause hat die Betriebskostenabrechnung in den Briefkasten gesteckt: Die Heizkosten sind so hoch wie noch nie. Ich muss die Fenster abdichten lassen.
Die quantitative Praktikumseinschätzung, die sich Janos Tulok von Eileen Mägel gewünscht hat, ist da: Mein Umgang mit Kritik sei nicht berauschend. Ansonsten liest es sich schmeichelhaft.
Mittwoch, Dezember 19, 2007
Kramen in alten Texten
Görge hatte früher auch mal Locken, fällt mir beim Kramen in alten Texten auf:
biggi schrieb am 4.7. 2002 um 20:17:03 Uhr über
locken
winden sich zwischen den fingern. muss grad an charly denken. der hat zwar keine locken, hat sich heute aber auch gewunden. mir ist heute das erste mal aufgefallen, dass er nicht viel größer ist als ein steak und auch appetitlich aussieht. aber was wäre die wiese ohne seine grünen augen. hab das steak dann wieder aufgehoben und in den kühlschrank gelegt. aber es hatte ihn wirklich getroffen. und nicht nur in lendenhöhe. totalakkupressur sozusagen. das heißt, aus einem meter fallhöhe ist das dann noch akkupressur? hat sich dann nicht mehr von mir streicheln lassen. tja, kater macht so seine erfahrungen mit fleischtragenden zweibeinern. dabei war der stapel gar nicht so hoch. aber folie gleitet eben schneller. trocken und leise. hab noch mal den undo-buttom frequentiert. charly hat leider wirklich keine locken. verdammt, warum ist das so schwer, konsequent zu sein und so eine verdammte handvoll locken einfach zu vergessen? hab keine lust zum neuformatieren.
biggi schrieb am 4.7. 2002 um 20:17:03 Uhr über
locken
winden sich zwischen den fingern. muss grad an charly denken. der hat zwar keine locken, hat sich heute aber auch gewunden. mir ist heute das erste mal aufgefallen, dass er nicht viel größer ist als ein steak und auch appetitlich aussieht. aber was wäre die wiese ohne seine grünen augen. hab das steak dann wieder aufgehoben und in den kühlschrank gelegt. aber es hatte ihn wirklich getroffen. und nicht nur in lendenhöhe. totalakkupressur sozusagen. das heißt, aus einem meter fallhöhe ist das dann noch akkupressur? hat sich dann nicht mehr von mir streicheln lassen. tja, kater macht so seine erfahrungen mit fleischtragenden zweibeinern. dabei war der stapel gar nicht so hoch. aber folie gleitet eben schneller. trocken und leise. hab noch mal den undo-buttom frequentiert. charly hat leider wirklich keine locken. verdammt, warum ist das so schwer, konsequent zu sein und so eine verdammte handvoll locken einfach zu vergessen? hab keine lust zum neuformatieren.
High Vibrations
In fünf Tagen ist Weihnachten. Der Tisch ist im Wohnzimmer ist fürs Frühstück gedeckt. Aus dem Lautsprecher von nebenan erklingen vorweihnachtliche Melodien. Wunderbar das Wiegenlied von Mozart in A-Dur, bald nun ist Weihnachtszeit, …. Vier rote dicke Kerzen erstrahlen im vierten Advent. Den Tisch im Wohnzimmer haben wir beide gedeckt. Yoghurt mit Apfelstückchen, im Brotkörbchen dünn geschnittene Scheiben von Bäcker Wipplers Roggensaftbrot. Aus der Teekanne dampft Rotbuschtee, daneben stehen drei Marmeladensorten, am köstlichsten die von Gertrud fabrizierte Aprikosenmarmelade aus eigener Ernte. Mir knurrt der Magen, wann kommt nur Gertrud endlich zum Frühstück! Gertrud wäscht und spült in der Küche Gläser. Nun setze ich mich ans Klavier und spiele „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, Hunger - wir haben Durst“. Und weil mein Vorspiel immer noch keine Wirkung zeigt, wiederhol ich’s Spiel gleich dreimal. Jetzt endlich ist sie da. Von der weihnachtlichen Stimmung eingefangen, umarme ich sie: „ Du, es ist so schön, dass wir beide uns noch haben.“ Drauf sitzen wir am Tisch und greifen zu. Begonnen wird mit dem Yoghurt. „Sepp, warum lässt du deinen Esslöffel so stark wackeln, mit deinem Zittern erschreckst du doch immer deine ganze Umgebung. Mach es doch so wie ich, ich lasse den Löffel auf dem Teller aufgesetzt, da wackelt er nicht, und führe den Löffel ganz schnell zum Mund, wenn er offen ist. Wenn deine Hand so zittert, erschrickst du auch Gäste beim Essen. Ich glaube fast, das macht dir Spaß!" “Ja, Gertrud, das macht mir Spaß.“ Und ich stecke die Mahnung mit einem Lachen weg. Ob ich in Zukunft aufs Frühstück verzichte? Denkste!!!
Hab die Geschichte Tim vorgelesen, und Tim findet sie gut. "Gibt es in der SZ die Rubrik ,Opa schreibt eine tolle Geschichte' ", fragt er. Wem genau soll ich die Geschichte mailen? Eine Auflagefläche wäre schon gut, jedenfalls besser, als in Rückenlage den Zucker in der ganzen Wohnung zu verteilen, wenn er den Tee süßen will.
Hab die Geschichte Tim vorgelesen, und Tim findet sie gut. "Gibt es in der SZ die Rubrik ,Opa schreibt eine tolle Geschichte' ", fragt er. Wem genau soll ich die Geschichte mailen? Eine Auflagefläche wäre schon gut, jedenfalls besser, als in Rückenlage den Zucker in der ganzen Wohnung zu verteilen, wenn er den Tee süßen will.
Proud Members of Young Primitives
Nina hat in Prag eine Mütze gesehen, die ihr gefällt. "Proud Members of Young Primitives" stand drauf neben einem kleinen Jungen mit Spielzeugflugzeug. In Prag war sie mit einem Mädchen aus Rotterdam. Beim Suchen nach der Mütze sehe ich ein Salatrezept, stoße auf einen roten Lockenkopf und einen holländisch klingenden Namen. UW ARD Popnacht, heute 00 bis 5 Uhr ! Ein Sprecher für meine Firmenkurzporträts, den ich mag, wäre toll. Hab heute die SCHÄFER Werke kennengelernt. Der Bericht ist fast perfekt. Es fehlen nur noch die Zwischenüberschriften. Nur ein bißchen holprig ist er noch. Kegs sind wiederauffüllbare Getränkecontainer, habe ich heute gelernt. Dass Robotron-Anteile irgendwann mit einer Bierdosen-Firma fusionieren, hätte ich mir als Teenie nie träumen lassen. Die Kegs-Passage lasse ich weg. Das scheint sich auch nur auf Neunkirchen zu beziehen. Anfangs dachte ich, Robotron fertigt inzwischen Getränkeautomatenschränke. Aber ich hätte auch nicht gedacht, dass einen Tag nachdem die für Prosecco-Dosen werbende Paris in Berlin den Plüsch-Bruno-Nachfolger umarmt, Sarkozy die Bruni im Pariser Disneyland pressefein ausführt. Am meisten verblüfft hatte mich heute in der Straßenbahn aber, als Dresden Radio zwischen Theaterplatz und Palaisplatz verkündete, dass das in den Mittweidaer Mädchenoberschenkel geritzte Hakenkreuz wahrscheinlich selbstbeigebracht war und dass das Aussiedlerkind, das die 17-Jährige retten wollte, nicht auffindbar ist. Walkman und Straßenbahn ist eine einmalige Kombination.
Dienstag, Dezember 18, 2007
Ersthelfer beatmen inzwischen seltener. Hab letztens geträumt, es gäbe keine Oximeter mehr - ein Albtraum. Ich weiß noch, wie bei Halanmasken die Kinderlippen übergangslos blau werden konnten - bis dahin war der Sauerstoff schon lange abgefallen. Ohne Oximeter war das allerdings erst spät zu sehen. Gut dass es Oximeter gibt.
Montag, Dezember 17, 2007
Nach der Balz
Eigentlich geht es mir gut: Ich habe keinen Instant Messenger mehr. Die Ruhe tut gut. Das AndereAnklickenZuKönnen fehlt mir, aber ich wäre sowieso sofort auf seiner Ignore-Liste. Es ist alles so schrecklich. Da ist schon wieder dieser EintrittNichtFürJedermann-Banner, den ich sehe, sobald mich dieser Jemand interessiert. Jemand. Hallo. Vielleicht ist es ja auch nur der Banner, der mich interessiert. Ein bißchen Steppenwolf, ein bißchen Selbstmitleid und ein halber Blick auf eventuelle Zaungäste. Es gibt doch nichts Reizvolleres als das Unwahrscheinliche. Ich möchte ihm gern im Nebel begegnen, warm eingepackt an ihm vorübergehen und weiterträumen.
Deprivation
Es zwiebelte wieder so stark, dass ich in der Radiologie nach dem Befund gefragt habe. Und der ist so indifferent, dass ich ihn nicht einordnen kann. Bleibt Oliver zu fragen. Eigentlich wollte ich ihn nur wegen dem nächsten Trainingstermin in der Marienberger im Januar anrufen. Endlich wieder Sport. Ich werde von Tag zu Tag introvertierter. Heute habe ich das erste Mal eine Erleuchtete gesprochen - zwar unter Kokain aber immerhin. Ich bin froh, dass ich so viel von dem, was ich erlebe, festgehalten habe. Engel hat sie gesehen mit Flügeln. Heute hatte ich wieder das Gefühl, für den, der im Radio spricht, sichtbar zu sein. Engel oder Unsichtbarer... eigentlich macht es keinen Unterschied, warum man inadequat reagiert. Funktionieren tut beides nicht. Ich werde das Risperdal wahrscheinlich noch eine Weile brauchen. Wenigstens so lange, bis ich drinnen und draußen sicher abgrenzen kann. Sonst kommt immer wieder der gleiche Bumerang: WowErSiehtMich-VerdammtErSiehtMich-UmGottesWillenErSiehtMich-IchHasseIhn-IchBraucheIhn-IchBinAllein. Immer wieder der gleiche Teufelskreis, irrational und schnell. Das Verrückte ist aber, dass der Schmerz dabei nachlässt. Internet entgrenzt. Aber immerhin kann ich dabei zurückblättern. Das geht schon beim Labern über Engel nicht. Dann hab ich vielleicht noch die Gestik und Mimik im Kopf, aber nur einen Bruchteil der Worte. Ich freu mich auf das Filmen nächsten Monat.
Sonntag, Dezember 16, 2007
Dyade-Tuch
Die Festhaltetherapie scheint wieder Anhänger zu finden. 18 Jahre ist es inzwischen her, dass ich durch La Lech Liga und Jirina Prekop motiviert Nina an mich geschnürt habe in der festen Überzeugung sie nicht zu begrenzen. Hauptgrund war der steile Weg
zum Haus, auf dem das Kinderwagen-Schieben Schinderei war. Und ausgerechnet der Prekop fröhnt ein Männernetzwerk, das sich in der Glashütter 101a trifft. Immerhin a.
zum Haus, auf dem das Kinderwagen-Schieben Schinderei war. Und ausgerechnet der Prekop fröhnt ein Männernetzwerk, das sich in der Glashütter 101a trifft. Immerhin a.
Kopfschmerzen
Ich fühle mich leer. Seit einer Stunde läuft Sat1. Hab Lust, Tim anzurufen. Aber der wird noch schlafen. Hab Kopfschmerzen, alles ist so belanglos. Hab mich bei Jappy, Platinnetz und meinNachbar abgemeldet. Einen Tangopartner finde ich bei Platinnetz sowieso nicht. Die Schizophreniegruppe bei meinNachbar war ein Reinfall. Und das Turbokennenlernprogramm bei Jappy war die Hölle. Bleibt WillsteQuatschen und SZ. Der Video-Link im Blog zu Erdmöbel greift nicht mehr, hab ihn neu gelegt.
Die Erdmöbel-Hauswand könnte in Zwenkau stehen, gleich neben dem Tagebau, in dem ich 2002 das Mohnfeld fotografiert hatte - Franks Freund war dort Baggerführer und kannte sich aus. Aber ob das tatsächlich Bagger heißt, weiß ich nicht: Es war hundert Meter breit und schaufelte sich in die Tiefe. Die Erde war frisch aufgebrochen, von Rinnsalen durchzogen. Alles war so weit. Hab mich frei gefühlt, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie fest der Boden unter den Füßen war. Es war wie als Kind im Moor: Wo was wächst, trägt es mich, erst recht, wenn das Reh vor mir nicht einsinkt - irrational. Nur die winzigen Frösche in den monumentalen Reifenabdrücken erinnerten an die eigene Schwere.
Die Erdmöbel-Hauswand könnte in Zwenkau stehen, gleich neben dem Tagebau, in dem ich 2002 das Mohnfeld fotografiert hatte - Franks Freund war dort Baggerführer und kannte sich aus. Aber ob das tatsächlich Bagger heißt, weiß ich nicht: Es war hundert Meter breit und schaufelte sich in die Tiefe. Die Erde war frisch aufgebrochen, von Rinnsalen durchzogen. Alles war so weit. Hab mich frei gefühlt, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie fest der Boden unter den Füßen war. Es war wie als Kind im Moor: Wo was wächst, trägt es mich, erst recht, wenn das Reh vor mir nicht einsinkt - irrational. Nur die winzigen Frösche in den monumentalen Reifenabdrücken erinnerten an die eigene Schwere.
Samstag, Dezember 15, 2007
Weihnachtspost
"Wie alles auf dieser Welt verändert sich auch meinnachbar. Der Stillstand der letzten Wochen bedeutete nicht, dass wir uns nicht weiter verändern. Investoren bauen auf unser Projekt und stecken sehr viel Hoffnung in das Potenzial unseres Portals. Aus diesem Grund wird meinnachbar ab dem 29.12.2007 kostenpflichtig sein. Durch diesen Umschwung werden dir demnächst viele neue Features bereit stehen. Nur dadurch können wir ein Höchstmaß an Benutzer-Freundlichkeit garantieren. Im neuen Jahr wirst du dann direkt in den neuen internen Bereich gelangen. Dies erfolgt alles automatisch. Um dich mit den neuen Funktionen zurecht zu finden, kannst du dann die bereitgestellte Hilfe in internen Bereich nutzen. Pro Monat fallen dann 9 Euro Monatsbeitrag an, welche halbjährlich im voraus zu entrichten sind."
Charly hat gestern so laut geschnurrt, dass Mutter dachte, irgendein Gerät ist an. "Von hinten sieht er aus wie eine Schwangere", sagt sie.
Hab grad das erste Mal von Wiedereinstiegsstipendien (Nr. 07630) gelesen: Sie erleichtern "die Wiederaufnahme der Forschungsarbeit mit dem Ziel des Abschlusses der Promotion/Habilitation für Wissenschaftler/-innen, die ihre wissenschaftliche Qualifizierung zur Wahrnehmung familiärer Aufgaben unter- oder abgebrochen haben." Nächste Woche spreche ich Martin Witt dazu an, hab allerdings noch keinen Plan, er garantiert auch nicht. Auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums ist kein Link, der auf das Wirtschaftsfernsehen verweist. Die Wirtschaftsfernsehsender scheinen untereinander kaum vernetzt zu sein.
Vier Firmenkurzporträts
Katzen, die selten gestreichelt werden, schnurren weniger, hat Uwe Groke gestern behauptet. Ich will seine Stimme für ein Firmenkurzporträt. Andrea Dittrich vom Wirtschaftsfernsehen Sachsen will aber erst die Sprechproben hören, bevor sie sich entscheidet. Diese Woche hat ein IT-ler geantwortet und mir eine Checkliste gemailt, nach der ich die Audiolinks bei SR1 abrufen könnte. Jan Garcia hat eine Sprechprobe auf seiner MySpace-Seite. Ich habe ihn trotzdem per Mail um eine Probe gebeten, ohne bereits sagen zu können, für welche Firma ich seine Stimme will. Robert Drechsler hat sogar eine Notfall-Hotline auf seiner Seite. Da könnte ich ihn vielleicht auch kurzfristig erreichen, falls meine erste Mail im Spam-Ordner gelandet ist. Insgesamt vier Sprecher habe ich angesprochen, für jedes Firmenkurzporträt einen. Ich weiß noch nicht, wie viel Speicherplatz so eine Sprechprobe braucht. Gelesen haben Uwe Groke und Jan Garcia die Mail schon, bei Robert Drechsler kann ich das nicht sehen. Der nächste Schritt ist dann der Check beim Wirtschaftsfernsehen, welche Firmen bis jetzt vorgestellt wurden. Über hundert sind es schon, sagt Uwe Sroka. Sein Team scheint größer zu sein als das von Welt der Wunder. Die Bürofläche ist stärker gegliedert. Zwei Etagen hat das Projekt, splittet sich aber in weitgehend unabhängige Arbeitsfelder. Das Online-Archiv ist allerdings noch kryptischer als andere. Grad meldete MDR info, dass Google Knol etabliert.
Freitag, Dezember 14, 2007
Storyboard
Allmählich verstehe ich Ninas Wut, als ihr Trickfilmlehrer ein Drehbuch wollte. EinfachLosZuMachen ist schöner als Skizzen mit Regie-Anweisungen zu spicken. Aber dann kann es allerdings passieren, dass der Film genauso auf Halde kommt wie die Blumenuhr, bei der meine einzige Regieanweisung für zehn Stunden das Blühe! an eine Mohnpflanze war. Hab mitgeschrieben wie bei einem Narkoseprotokoll, trotzdem ließ sich der Text kaum verdichten. Nachts halb Drei begann der Dreh im Botanischen Garten und endete in der Mittagshitze. Micha hatte mich hingefahren, obwohl ich die Tour x-mal mit dem Rad "geprobt" hatte. Zwei Minuten Film wurden es dann, aber nur Text für dreißig Sekunden. Pech. Halde. Ich hatte selten so viel Leere in meinem Schädel wie in der Woche. Der Zeitdruck war zu massiv. Da war keine Assoziation, keine Anekdote. Ich hätte mindestens noch drei Wochen gebraucht, um nach dem Filmen jemanden zu finden, der mehr zu sagen hatte, als im Internet stand, und daraus eine Story zu machen. Steffen hat inzwischen sogar eine Soap gedreht. Vielleicht Schrott. Egal. Ein Firmenporträt ist besser, da habe ich eher einen Fahrplan als bei einer einzelnen Mohnblüte, auch wenn ich die Firma nicht galileo-mäßig zwei Tage lang lahm legen darf. Aber vielleicht ist sie das ja schon vorher. Sibylle Berg fehlt mir. Aber das ist alles noch so weit hin, mindestens zwei Wochen. Bis dahin pauke ich erst noch Software und das KnowHow über Storyboards. Nina hat die Kamera am Schreibtisch fixiert: Immer wenn sie eine Idee hat, dreht sie weiter - das ist ideal.
Stimmen hören
Nina hat noch bis Juni Zeit sich zu bewerben. Ich war selten so aufgeregt wie im Gespräch mit Andrea Dittrich und Uwe Sroka, besonders, als die beiden vom Storyboard sprachen. Die Vier, die ans Telefon ging, sobald ich anrief, ist atemberaubend schön und erinnert mich ein bißchen an Sibylle Berg. Achja, die roten Locken überall. Mit Drehbüchern kennt Steffen sich aus. Für mich ist das Neuland. Hoffentlich genügt ein Vierteljahr, um das zu lernen. Ich fühle mich wie ein Analphabet. Da tut das OP-Saal-Grün beim MySpace-Blog schon wieder gut. Storyboard, grusel.
Was ich will
Ich will beim Wirtschaftsfernsehen ein Vierteljahr von neun bis 15 Uhr redaktionell arbeiten, Hörfunk-Software kennenlernen und Firmenporträts machen.
Heute ist das Vorstellungsgespräch. Groke war vorgestern auf seiner MySpace-Seite und hat mich offensichtlich nicht geaddet, die Rolling Stones auch nicht. Pech. Es schneit. Mir ist wie Weltuntergang. Ich glaube ich heule grad. Irgendwo muss doch sowas wie Schmachtschmalz in mir aufkommen. Mittlerweile schiebt mir sogar Martina schon Kontaktanzeigen unter die Nase: "45-Jähriger sucht auch EU-Rentnerin... Rüstiger Witwer..." Ich soll mich aufbrezeln, wenn ich Martin beeindrucken will. Mit ihm zu reden genügt vielleicht schon, denke ich. Irgendwann kann ich mit ihm wieder so reden wie vorher, wie vor dem Tag, als er mich wortlos und mit hochgezogener Zentralverriegelung in die Geschlossene gefahren hat. Da ist nur immer noch diese verletzte Eitelkeit, auch wenn sein Fell inzwischen dünner geworden ist. Aber die zwei wortlosen Stunden neben ihm waren furchtbar. Ich hatte gekämpft wie ein Stier, um ihn zum Lachen, Anhalten und Aussteigen zu bringen, um ihn geworben, wie noch nie - ohne Erfolg. Er war wie ferngesteuert. Und Mutter saß wortlos dabei. Es war wie eine Verhaftung. Ich müsste wieder mit ihm reden wie vor diesem Tag. Irgendwann. Möglichst rechtzeitig für Tim und Nina. Wirtschaftsfernsehen, Firmenporträts. Einfach arbeiten, hatte die Riehn damals gesagt. Sie will einfach arbeiten. Und es klang für mich wie LassMichInRuhe. Ich hab sie nie gefragt, ob sie wirklich in Ruhe gelassen werden will. Ich war zu erschrocken. Vielleicht verwechsle ich ihre roten Locken mit denen von Groke und denke, sie wird wieder lebendig, sobald ich ihn nur lange genug durch mein Vergöttern genervt habe. Ein verrückter Film. Eine Verena wünscht sich gerade ein T wie Tim von Thomas Rosch. Noch ein paar Minuten, und ich verpacke mich sachgerecht für´s Wirtschaftsfernsehen.
Donnerstag, Dezember 13, 2007
Michi
Hab mir grad Musik gewünscht - Wet wet wet. Ich höre mich selbst - nur zehn Sekunden versetzt - im Radio sprechen, und keine einzige Fliege ist zu sehen. So nah war ich noch nie dran. Auf SWR3 sendet Marcus Barsch. Gestern war ein verrückter Tag: Die Tastatur klemmte. Marcus Barsch rief Michi an: Hab gleich an meinen Michi gedacht. Mir fällt sein Familienname nicht ein. Ich würde ihn auch gern in München anrufen, um zu sehen, wie es ihm geht. Aber ich erinnere mich an nichts mehr, nicht mal an den Straßennamen. Alles ist weg. Vielleicht steht ja irgendwo was im Blog vom letzten Jahr. Schade, da steht natürlich nichts. Bei Welt der Wunder habe ich nicht mal Radio gehört, geschweige denn gebloggt. Oder hatte ich Kopfhörer, aber weiß es nicht mehr? Den Blaster hatte ich an, wenn mein Hirn spröde wurde. Michi wohnte in Bogenhausen am Galileiplatz, an der Sternwartstraße. Allmählich erinnere ich mich. Damals habe ich mich älter gefühlt als jetzt. Das Jahr in der Psychiatrie kurz davor war schlimm, ich war noch wie gelähmt. Ich hatte noch nie einen so behutsamen Menschen wie Michi erlebt, höchstens Silvana. Das muss an Bogenhausen liegen. Oder an dem Alter: Beide waren 83. Parmaschinken und Honigmelone mag er zum Baguette. Silvana hat Kartoffeln im Dämpfeinsatz gegart. Das mache ich seitdem auch. Sie konnte fantastisch zuhören. Ich habe sie geliebt.
Brainwash
Ich war grad bei Martina und bin herrlich müde. Morgen ist endlich das Vorstellungsgespräch beim Wirtschaftsfernsehen Sachsen. Silvester will ich mit den Langläufern mit Karte, Kompass und Walkman übers Hochland - der Sonne entgegen - und viel schlafen.
Husten-Karaoke & Lidheber-Schwäche. Zopfdramaturgie
Bin offenbar grad auf das deutsche Wirtschaftsfernsehen gestoßen. Und es scheint nicht n-tv zu sein, eher eine Seifenblase. Hab Lust Web- und Medieninformatik in Dortmund zu studieren UND das Hörfunk-Volontariat in Köln zu machen. Ich sehne mich so nach einem schönen Job, mit dem ich das Risperdal ausschleichen kann.
Mittwoch, Dezember 12, 2007
Radeln in Dresden
"200 Menschen sterben in Deutschland täglich auf der Straße", sagt Martin bitter, als ich von dem Attentat vor dem algerischen UN-Quartier spreche. In den Entwicklungsländern gehen die Verkehrstoten angeblich in die Millionen. Eine ehemalige Kollegin sei diese Woche von einem Laster überrollt worden und habe jetzt ein Bein weniger, hat Nina vorhin erzählt und mit Blick auf ihren Radweg zur Schule gesagt, dass Stadt-Maut und subventionierte öffentliche Verkehrsmittel, die wie in Stockholm kostenlos sein sollen, der richtige Weg wäre. Wenig später sagt Tim unabhängig davon das Gleiche, ist aber nicht bereit, Gefahrenzonen auf der Dresdner Radwegekarte zu markieren: "Dann schickst du mir nur einen Polizei-Hubschrauber auf den Hals." "Den Noch-Nicht-Abgestürzten", konnte ich mir grade noch verkneifen. Aber die Fahrradbibliothek im Rücken wäre mir schon lieb, wenn in Prohlis Laster den Radweg queren.
Gourmetta

Hab überteuerte Flecke gekauft: 2,75 statt 2,40 Euro. Schade, dass ich das jetzt erst sehe. Hab selten so viel Speisestärke auf dem Teller gehabt. Fast fünfzig Prozent der Gästeschaft drängelte sich im Halbdunklen an meinem Tisch, um sich über alte Pirelli-Kalender und stattgehabte Weihnachtsfeiern zu unterhalten. Offensichtlich gehörten die Weißkittel nicht zum Ferrari-Stand nebenan sondern zu einer Pharma-Firma auf der anderen Straßenseite. Einer von ihnen trug schon den zweiten Tag einen "Dr.Th.Martin"-Kittel, um seinen Wiedererkennungswert zu erhöhen. Ausgerechnet Thomas Martin musste er in meiner Martin-Woche heißen. Gut, dass Martin seit heute wieder arbeitet. Endlich kann ich wieder unbeobachtet mit Tim und Nina reden.
Dienstag, Dezember 11, 2007
Fremdeln
Ich weiß nicht,was er in mir sieht. Schizophrenie scheint für ihn etwas Entgültiges, Bezwingendes zu haben wie Multiple Sklerose oder wie ein Virus auf der Festplatte. Die Selbsthilfegruppe ist wichtig für mich.
Gänsehaut
Grad war es so als ob Groke am Studio-Mikrofon vorbei gelaufen ist. Dabei lief grad Friday I´min Love. "Du wirkst so bedrückt", hat mir letztens jemand am Telefon gesagt. Sibylle Berg beschreibt Bangladesch furchtbar.Und da will Nina hin, grusel. Mich friert. Jetzt Groke hier zu haben, mich anzulehnen und dabei einzuschlafen wäre eins. Vater interessieren meine Bewerbungen nicht. Das tut weh. Wenn ich davon erzähle, fragt er nur nach der Rente. Ich habe Angst, einsam zu sein. Ich lese in dem Tagebuch einer Fremden, die irgendwo lebendig begraben ist. Um sie ist etwas Geheimnisvolles: Ich darf sie nicht sprechen, nur lesen. Grund genug, beim Lesen zu frieren. Die Kälte kommt in Schauern. Vielleicht ist es auch nur, dass Exter spricht, während ich von Groke träume.
Montag, Dezember 10, 2007
Ein Buch für Tim
Der Carlsen-Verlag hat eine Leseprobe ins Netz gestellt, die sich an 14-jährige Jungen richtet. Tim hat sie in die Hand genommen, immerhin. Zu Weihnachten wünscht er sich allerdings Bartimäus. DTV, Rowohlt, Randomhouse, Piper, List, Ullstein, Carlsen, Lübbe, Suhrkamp, Aufbau-Verlag, Berlinverlage, Droemer Knaur und Cora hatte ich am Sonnabend um ein Verzeichnis ihrer Literatur für 14-jährige Jungen gebeten und erst einen Teil der Antworten. Trotzdem war Tim schon genervt. Wenn X. mit Tim mal über die verschiedenen Kondome sprechen würde, grübel. Ich werde schon wieder peinlich. Der Kondomladen ist auf der Alaunstraße nicht mehr zu finden, dass er gegenüber der Scheune war, ist auch schon fast nicht mehr wahr. André kennt ihn jedenfalls nicht mehr, und der kommt dort täglich vorbei. 14-Jährige brauchen keine Kondome, meint André. Hoffentlich lässt X. mich nicht im Stich. Sonst landet Tim am Tag X tatsächlich an irgendsoeinem Automaten. Der Kondomberater setzt eine Mindest-Penislänge von acht und einen Mindestumfang von fünf Zentimetern voraus und hat für den Anwenderkreis nur zwei Produkte zur Auswahl. Mir ist elend. Am besten er lässt sich tatsächlich Zeit.
Sonntag, Dezember 09, 2007
Huch
Ich wollte grad dem New Yorker UNICEF-Büro zum 60. Jahrestag am 11. Dezember gratulieren, ein Jahr zu spät: Ich bin erst stutzig geworden, als ich noch mal auf ihre Myspace-Seite geschaut hab. Aber da hatte ich X. schon gemailt, sie soll dem Kölner UNICEF-Büro mailen, um bessere Chancen für ein Z.-Praktikum zu haben. Peinlich. Zum Glück ist X. jetzt gar nicht zu Hause, sondern bei Rosel Pfefferkuchenhausbacken. Außerdem heiße ich nicht Tim und will nicht UNO-Generalsekretär werden. Seit ein paar Tagen sehe ich überall Kosmonauten - vor allem auf VIVA und MTV - als ob X. Trickfilmidee schon clustert.
"Lass los", sagt Martin, sobald ich ankündige, dass ich seinen Vortrag hören will. Er ist stur. Hoffentlich wird der Vortrag besser als die Diss. Ich kenne ihn nur als Schweiger. Dass er inzwischen Lust hat zu sprechen, ist gut. Ich schau immer wieder bei Myspace, ob Groke mich zu seinen Freunden hinzugefügt hat. Aber er scheint noch wählerischer zu sein als Martin. Das LassLos sitzt tief. Warum reagiere ich auf Martin nur immer noch so verletzt? Genügt ein einzelner Groke nicht zum Desensibilisieren? Verdammt, sein Text strotzt vor substantivierten Verben, Passiv und den in farblosen Verben. Hoffentlich schlafen ihm die Zuhörer nicht ein. Rosel wäre eine harte Prüfung gewesen. Schade, dass er gekniffen hat. Hauptsache, er denkt nicht jeden Satz das erste Mal, sobald er sich in die Gesichter vortastet. Und wenn... eigentlich ist es egal, Fehler machen sympathisch. Es ist vielleicht ganz gut, wenn er nicht zu geschliffen labert mit seinem Holpersächsisch. Irgendwie geht die Zeit auch rum. Seine Folien sind total überfrachtet. Es ist zum Heulen. Und die Sätze sind zu lang. Da sind kaum Zwei-, geschweige denn Einsilber. Fünfwortsätze sind die Ausnahme. Sie werden ihm einschlafen, heul. Und Groke antwortet auch nicht. Hoffentlich sendet er morgen.
Vater erinnert sich nicht, sagt er. Ich interessiere ihn nicht, er lebe in einer anderen Welt, darauf ich. Wie oft ich schon erzählt hatte, dass ich im September Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beim Arbeitsamt beantragt hatte und daraufhin die Kostenübernahme für die Eignungsabklärung und Arbeitserprobung beim Beruflichen Trainingszentrum bis zum 8. Januar zugesichert bekommen hatte, weiß ich nicht. Er sei alt, sagt er und fragt zurück, ob ich weiß, dass er 82 Jahre ist. Hab ihm einen schönen Advent gewünscht.
Hab Rosel gefragt, ob sie sich Martins Vortrag anhört: Sie hat den Kopf voll mit Suppe und Kaffee Kochen, sagt sie. Pech. Schade. Küchendeutsch täte ihm gut.
Philia sucht eine Sängerin, die Toten Hosen offensichtlich auch.
Ich suche nach Prag und Luxembourg und stoße auf eine überregionale Internetzeitung. Von Saarlouis bis Luxembourg ist es nicht so weit wie von Dresden nach Prag.
SR1 spielt Wet wet wet und ich träume vom Duo Barsch/Groke.
Hab Rosel gefragt, ob sie sich Martins Vortrag anhört: Sie hat den Kopf voll mit Suppe und Kaffee Kochen, sagt sie. Pech. Schade. Küchendeutsch täte ihm gut.
Philia sucht eine Sängerin, die Toten Hosen offensichtlich auch.
Ich suche nach Prag und Luxembourg und stoße auf eine überregionale Internetzeitung. Von Saarlouis bis Luxembourg ist es nicht so weit wie von Dresden nach Prag.
SR1 spielt Wet wet wet und ich träume vom Duo Barsch/Groke.
Hab nach Martin Salzer gegoogelt: Neben einem österreichischen Arzt taucht da ein Braunschweiger Werkstattleiter an der Braunschweiger Kunsthochschule auf. Dort steht jetzt der mexikanische Pavillon der EXPO 2000.
Wenn ich den Dissertationstext von "meinem" Martin lese, werde ich schon wieder schwermütig. Schade, dass ich damals nicht jedes Wort zerpflückt habe, sondern zugelassen habe, dass er ihn in der "Urform" drucken lässt. Jeder Satz war eine Einladung zum Nachfragen. Aber beides wäre nicht gegangen, selbstbestimmtes Gesundwerden und fremdbestimmtes Texten. Jedenfalls hatte ich das damals so gesehen. Er hat hintereinanderweg geschrieben, immerhin - genauso wie im Frauenkirchen-Gästebuch. Schon dass er die Diss im Passiv begonnen hatte, hatte mich damals aufgeregt: "Bei der Erforschung der Freikolbenmaschine wird viel Neuland beschritten." Bei seinen "um zu´s" im Gästebuch geht es mir heute noch so - eben schnell mal hingeschrieben, aber ohne dass die Spontanität noch zu spüren ist. Seiner Mutter würde er das alles ganz anders erklären als seiner Tastatur. Sobald er die unter den Fingern hat, stelzt er. Das tut weh. Vielleicht ist das das Hauptproblem: Er hat zu Hause kaum über seine Arbeit gesprochen und Job und Familie schwarzweiß-getrennt. Dass er dann beim Klassentreffen über Trolljans Insulaner-Kauderwelsch genauso zu stolpern schien wie ich, tat mir gut.
Wenn ich den Dissertationstext von "meinem" Martin lese, werde ich schon wieder schwermütig. Schade, dass ich damals nicht jedes Wort zerpflückt habe, sondern zugelassen habe, dass er ihn in der "Urform" drucken lässt. Jeder Satz war eine Einladung zum Nachfragen. Aber beides wäre nicht gegangen, selbstbestimmtes Gesundwerden und fremdbestimmtes Texten. Jedenfalls hatte ich das damals so gesehen. Er hat hintereinanderweg geschrieben, immerhin - genauso wie im Frauenkirchen-Gästebuch. Schon dass er die Diss im Passiv begonnen hatte, hatte mich damals aufgeregt: "Bei der Erforschung der Freikolbenmaschine wird viel Neuland beschritten." Bei seinen "um zu´s" im Gästebuch geht es mir heute noch so - eben schnell mal hingeschrieben, aber ohne dass die Spontanität noch zu spüren ist. Seiner Mutter würde er das alles ganz anders erklären als seiner Tastatur. Sobald er die unter den Fingern hat, stelzt er. Das tut weh. Vielleicht ist das das Hauptproblem: Er hat zu Hause kaum über seine Arbeit gesprochen und Job und Familie schwarzweiß-getrennt. Dass er dann beim Klassentreffen über Trolljans Insulaner-Kauderwelsch genauso zu stolpern schien wie ich, tat mir gut.
Samstag, Dezember 08, 2007
Überstürzt
Hab ein schönes Buch gefunden. Tim war allerdings nicht begeistert. Jetzt schläft er. Marcel kommt aus Prohlis - grad während der Klima-Aktion. Sein Handy-Blitz ist hell genug, sagt er. Hab mich auf einer Parkbank verweigt.
Groke im Ohr, Pamela Anderson vor Augen... Es ist Samstag. Kaffee und Sitzball tun gut - dazu Netto-Mandarinen. Edamer schmeckt tatsächlich nussig. Aber Netto-Walnüsse schmecken nicht so gut wie die von Schönbergs Baum, jedenfalls nicht nach Mandarinen. Hab plötzlich Gänsehaut. Ob das von den Walnüssen ist? Hab immer noch kein Buch für Tim gefunden, nur einen neuen Verlag auf der Alaunstraße. Luxemburg scheint in der Nähe von Saarbrücken zu sein. "Das Sprungbrett symbolisiert einen Penis", erklärt Pamela Anderson. Ein Ratgeber-Buch ist vielleicht eher was für die Bibliothek.
Dunkel
Heute 20 Uhr wird wahrscheinlich der Strom ausfallen, wenn nach der Klima-Aktion alle wieder ihr Licht einschalten. Die Verkehrsmeldungen beim SR1 werden vom Saarbrücker Pfandleihhaus gesponsert. Heute kaufe ich das erste Mal bei Netto für´s Wochenende ein: Ich will insektizidarme Mandarinen. Die Aldi- und Lidl-Mandarinen sind bei Ökotest schlecht weggekommen. Verdammt, Netto ist Edeka - die Mandarinen sind auch bei Ökotest durchgefallen. Ich will Mandarinen. Bleibt der Konsum nebenan.
Freitag, Dezember 07, 2007
Tim wünscht sich ein Buch
"Tim ist toll", soll drin stehen. Hab an ein Kochbuch gedacht, er eher an eine Storie. Auf "Tim & Lassie" kontert er "Tim & Struppie".
Erlebnisurlaub im Gulag
Hatte grad eine Schwindelattacke, als ob jemand mit dem Besen mein Hirn kehrt von links nach rechts, und instinktiv die Webradio-Kopfhörer abgesetzt. Wie immer läuft SR1. Kurz vorher hatte ich nach "Medizinjournalist gründet Ich-AG" gegoogelt und "psychosoziale Erholungszentren in Sibirien" gefunden. Wo beginnt Holocaust? Beim anonymen Stimuliertwerden mit elektromagnetischen Endgeräten oder erst beim Verheiztwerden nach dem Vergasen? "Auch die EU wird eines Tages wohl darauf kommen, alle Arbeitslosen nach Sibirien zu expedieren - mit einer besonders geförderten “Weißen Ich-AG”", schreibt Google zu dem Link. TAZ und SR1 scheint jedenfalls eine toxische Kombination zu sein, total überspannt - hab noch nie so starke Stromschwankungen per Kopfhörer erlebt. Aber vielleicht liegt das auch an der Baustelle nebenan: Die waren gestern schon extrem stromkabelnah mit ihren Baggern. Es jault und wackelt schon wieder, als ob ein ICE durchs Haus rollt.
Operette
Café Prag steht seit September leer. Da die Operette wäre schön. Jetzt beim Wirtschaftsfernsehen zu arbeiten und nach der Schnittstelle von Café Prag und Operette zu recherchieren wäre schön.
Donnerstag, Dezember 06, 2007
Bildschirm
Hab heute ein Foto auf dem Bildschirm geöffnet, ohne mich konzentrieren zu können, während ich in Dagmars Ordner nach Unternehmenszielen recherchiert habe. Dazu lief SR1. Nachmittags war ich bei Heidi Bräunig zur Vorsorgeuntersuchung. Sie hat schöne Locken und ist angenehm knapp. Ich hatte kurz vorher den Weihnachtsstern gegossen, der neben dem Notebook stand, und war unruhig, weil ich nicht wusste, ob er überläuft. Das Eisen ist normal, keine Haemochromatose. Die Impfungen sind vollständig. Aber die Rückenmuskulatur ist zu schwach.
Mittwoch, Dezember 05, 2007
Das Leben ist kurz
Boah, das war eine Stunde, in der war alles drin: Vom Heimkommen auf der Bärensteiner (Sigurd Goldenbogen duzt mich endlich) bis zum Katzbuckeln vor dem wie zur Ganzkörpertransplantation ausgeleuchteten Peter Mißbach. Wenn seine Kameraleute nur einen Bruchteil der Spots hätten, die das Büro inszenieren, würde das Durchklicken der Videos Spaß machen. Auf Neubauten, Bühnen, Erstsemester-Highlights und Baustellen in Dresden will Elena Wiezorek in Pocket Guides hinweisen, tönt es in einem der Videos, nachdem sich ein Fenster geöffnet hat, das sich über mein Netzwerk mokiert. Schade, dass Jokubeit keine Hörfunkkurse mehr organisiert. Hab grad in allen Etagen nach Ronald Stenzel gesucht, um ihm ein Paket zu geben, das bei mir gelandet ist, und sein Türschild schließlich unterm Dach gefunden. Apropos Werbung: Dresden ist eine der wenigen Städte, die Abfallwirtschaft und Stadtgrün amtlich vereinen. Ich muss schon wieder an das Gedenkstätten-Drama um den VVN denken und an Vaters postmortale Sanduhrvision - eine gläserne Urne. Räuchern ist ihm zuwider, aber zu Asche will er werden, in einer Stadt, in der Google zu "Altern & Dresden" initial den Alten Schlachthof listet. Hab einen Blog abonniert.
Dienstag, Dezember 04, 2007
Überwachen & Mahnen
Überwachungskameras mit mahnendem Raunzen leiten in England eine neue Epoche ein. Einsamer kann auch kein Großraumbüro sein.
Montag, Dezember 03, 2007
Purple Rain
Grad spielt Exter Grokes Lieblingslied, und mir wird historisch: Ich sehe mich an Günters Haustür, schlafwagenzerknüllt, neben mir die Milch, und er beschwert sich statt Hallo zu sagen, dass er kaum geschlafen hat. Bin dann als erstes unter seine Dusche und hab mir an seinem Küchentisch den Bauch vollgeschlagen. Das Gespräch war erstaunlich schnell zuende, als ich ihm gezieltes Verfetten und Verblöden seines Klientels unterstellt hatte. Hab zum Abschied noch den Blick in seine unwahrscheinlich blauen Augen genossen und mich getrollt.
Sonntag, Dezember 02, 2007
Wunschhit-Suchmaschine
Ich gewinne grad ein Album bei SR1, ich muss nur noch ausgelost werden. As Tears Go By von Marianne Faithful wünsche ich mir dann. Das findet Dieter Exter nicht. In den deutschen Charts war sie. Verdammt, wie kriege ich raus, ob der Wunsch ins Programm passt? Hab mich jedenfalls registrieren lassen. Innerhalb von drei Minuten findet er den Titel garantiert nicht im SR1-Archiv. Tim hat mich geschockt: Sonntag abends meldet er sich als näselnder Paketbote an der Wechselsprechanlage. Er hat keine Lust, mit mir vierhändig zu spielen. As Tears Go By hab ich nach dem Abi beim Sondenkost-Kochen auf der Chirurgischen Wachstation gesungen. Hab noch den Alukübelgeruch von damals in der Nase. 20 Uhr - ich hab das Album nicht gewonnen, die Brühe weggekippt und den Weihnachtsstern neben den Monitor gestellt. Advent. Tim sieht Fußball.
Nebenan
Am Montag bespreche ich mit Janos Tulok, was ich als Nächstes vorhabe. Nebenan laufen interessante Kurse, auch für Journalisten. Vielleicht kann ich dort ab Januar anfangen. Ich fühle mich so entwurzelt und vor der Zeit vergreist. Köln und München sind so weit weg. Mutter hat gestern eine rosa-grau-getigerte Kreppseidenbluse von Wenz vorbeigebracht, schrecklich. Ich soll sie tragen, verlangt sie - hab sie ihr wieder mitgegeben. Leopardenbraune Bettwäsche zu marinefarbenen Spannbettlaken mag ich, aber damit auf der Straße gesehen zu werden, ist mir peinlich, zumal in Altrosa. Das Webradio ist angenehm laut. Nina will Bratäpfel backen und Martins Pyramide aufbauen. In China studieren fast alle Städter, in Sachsen gerade 38 Prozent. Die chinesischen Bauern seien sehr arm und viele Arbeiter ab 45 arbeitslos, sagt Pu, Professoren erst mit 55.
Zimt & Zwiebel
Die Rinderbrühe ist über Nacht sauer geworden. Mutter geht nicht ans Telefon. Da ist niemand, den ich fragen kann, wie die Brühe noch zu retten ist. Zimt und Zwiebel scheint sich nicht lange zu halten. Hab diese Nacht das erste Mal Lipcare ausprobiert. Der Riss in der Unterlippe ist kaum noch zu spüren. Aber die restliche Haut sieht plötzlich fahl aus, reif für´s Solarium. X. hat ihrem chinesischen Gast versucht zu erklären, was Quark ist, als er ihn in den Kakao tun wollte. Pu heißt er und weiß nicht, was Honig ist. Vor zwei Monaten konnte er noch kein Wort deutsch. Die Stadt, aus der er kommt, hat zwanzig Millionen Einwohner. Er ist Einzelkind und wohnt bei einer Freitaler Familie mit acht Kindern. Martin geht es nicht gut. Vielleicht probiere ich Kardamon und Ingwer aus, wenn X. die Brühe tatsächlich probieren will. Verdammt, ich fische das Fleisch raus und schmeiße den Rest weg. Das Fleisch würze ich mit Koriander und Curry nach. Es ist so schade. Dass Pu´s Familie früh Schlagsahne auf dem Tisch hat, kann ich mir nicht vorstellen. Aber es ist ja Sonntag. Der Jüngste ist zwei. Heute schmeckt der ganze Tag nach Aszites: Herz oder Krebs war die Ultraschall-Diagnose von Nataschas Einweiser. Ihre letzten vierzehn Tage bestanden nur aus Diagnostik und Krankenhauskost. Nicht mal Marinas Premiere hat sie gesehen. Für Knuddelplüsch-Loipen ist es zu warm. Mir ist so gar nicht nach Advent. Bikini-Wetter hat es Rescue genannt. Mandel-Kokos zur Chili-Schokolade tut gut. Hab gar nicht gewusst, wie sehr mir Chili und Kokos gefehlt haben. Die richtige Nachheulmischung ist das.
WillsteQuatschen
Ich kann mein neuestes Foto nicht fürs Voting oder ins Album laden. Wer weiß, wofür es gut ist.
Samstag, Dezember 01, 2007
Gehirnsteife
Sobald ich überlege, ob ich dir gefalle, tun mir die Zähne weh. Vielleicht ist es aber auch die Sehne, auf der ich gekaut hab. Du fehlst mir mehr, als ich sagen kann. Nachts liege ich wach, denke an dich und fühle mich einsam. Als ob der Moment nur dazu da ist, um auf dich zu warten. Und dann überlege ich, was ich hier schreiben kann, um dir zu gefallen. Widerlich. Schrecklich, mir vorzustellen, irgendjemanden könnte es so neben mir gehen. Und trotzdem ist da kein Schlaf. Du fehlst mir. Der Gedanke kreist mich ein. Überall sehe ich Bilder von dir mit genau den Bewegungssequenzen, die ich schon x-mal zurückgespult habe. Wahrscheinlich ist es nur pervertiertes Jagdfieber, die Gewissheit, nichts tun zu müssen, weil alles sowieso irgendwie geschieht. Und es bleibt nichts zu tun, als zu träumen von dem Moment, in dem du mir das erste Mal langweilig wirst. Ob mir Langeweile den Schlaf raubt, so dass diese Sehnsucht nichts als Langeweile ist? Gestern haben Vater und Mutter Natascha begraben. Marina ist in Dresden. Sie hat geweint, sagt Vater. Das ist das erste Mal, dass der Tod so nah ist, dass ich mich gelähmt fühle. Sobald ich ins Nichts sehe, höre ich Natascha zwitschern. Sie sei nicht mehr aus der Narkose aufgewacht, sagt Mutter. Der Teddy tut gut. Wann habe ich wirklich gelebt? Sobald Natascha gezwitschert hat? Tim ist glücklich. Er sitzt grad im Zug nach Hause. Natascha fehlt mir. Und es ist mir egal, ob ich ihr gefallen habe. Sie fehlt mir. Vielleicht rufe ich Marina an.
Hab Marina angerufen. Bin noch sprachlos. Natascha sei operiert worden, obwohl sie die OP mehrfach abgelehnt habe, und nicht aus der Narkose aufgewacht. Es sei eine Embolie gewesen.
Hab Marina angerufen. Bin noch sprachlos. Natascha sei operiert worden, obwohl sie die OP mehrfach abgelehnt habe, und nicht aus der Narkose aufgewacht. Es sei eine Embolie gewesen.
Das blaue Haus am Meer
Die Musikbibliothek (Telefon 4677 503) hat erst am Montag wieder geöffnet, aber dann bis 19 Uhr.
Johannes Brahms´Variationen zu Robert Schumanns Opus 23 für vier Hände und Carl Hermann Pillneys Weihnachtliche Hausmusik nach alten Weihnachtsliedern habe ich rausgesucht.
Clara wohnte auf dem Nachbargrundstück in einem blauen Holzhaus. Irgendwann hat sie es abbrechen lassen und ist damit an die Küste gezogen.
»Nehmen Sie Xenon. Das ist zwar nicht preiswert, aber so umweltfreundlich,« heißt »eigentlich will ich dich auf den Mond schnippsen, schlaf ein«. Wußtest du, dass Xenon in Deutschland hauptsächlich für die Raumfahrt eingesetzt wird? Ist ja wichtig zu wissen, zumal es die Ozonschicht kaum angreift - Dräger-Raketen. Am schmackigsten fand ich Lachmanns Entdeckung zur Traumhaft: Bei einem russischen Reaktorunfall begannen Kakerlaken zu Xenon zu swingen.
Ich suche mein Geblaste zu Clara, finde aber nur "früh enttäuscht oder doch nur ein bornierter optimist?"
Tim steht jetzt im Stadion.
Das Radio dudelt Dreams are my Reality.
Johannes Brahms´Variationen zu Robert Schumanns Opus 23 für vier Hände und Carl Hermann Pillneys Weihnachtliche Hausmusik nach alten Weihnachtsliedern habe ich rausgesucht.
Clara wohnte auf dem Nachbargrundstück in einem blauen Holzhaus. Irgendwann hat sie es abbrechen lassen und ist damit an die Küste gezogen.
»Nehmen Sie Xenon. Das ist zwar nicht preiswert, aber so umweltfreundlich,« heißt »eigentlich will ich dich auf den Mond schnippsen, schlaf ein«. Wußtest du, dass Xenon in Deutschland hauptsächlich für die Raumfahrt eingesetzt wird? Ist ja wichtig zu wissen, zumal es die Ozonschicht kaum angreift - Dräger-Raketen. Am schmackigsten fand ich Lachmanns Entdeckung zur Traumhaft: Bei einem russischen Reaktorunfall begannen Kakerlaken zu Xenon zu swingen.
Ich suche mein Geblaste zu Clara, finde aber nur "früh enttäuscht oder doch nur ein bornierter optimist?"
Tim steht jetzt im Stadion.
Das Radio dudelt Dreams are my Reality.
Abonnieren
Posts (Atom)

