Donnerstag, Dezember 20, 2007

Firmenporträt

Der SCHÄFER-Text gefällt mir immer besser. Inzwischen ist er mit quadratisch eingerahmten Fotos gegliedert. Ich soll ihn stärker grafisch auflösen, sagt Janos Tulok. Hab mich dabei bislang auf das Aufzählen von Verben beschränkt und alles Substantivierte zerhackt. Das ist ihm nicht grafisch genug. Punkte, Linien, Flächen und typografische Spielereien will er sehen. Dabei habe ich schon zwei Schriftarten. Außerdem blockieren die Fotorahmen alles Mögliche. Da gehen höchstens wässrig auslaufende Ton-in-Ton-Halbkreise. Aber die wären zu dominant. Vielleicht nehme ich das SRH-Signum mit rein. Dann lässt er mich bestimmt am ehesten "in Ruhe". Aber die vier Seiten sind so schnell überladen. Karminrot unterlegtes Weiß haben die SCHÄFER Werke für die Eye Catcher genommen. Frutiger ist wahrscheinlich besser als Arial. Das ist filigraner, allerdings sind die quadratischen Fotos dann zu kompakt. Das kommt noch nicht zusammen. Bei dem SRH-Signum weiß ich wieder nicht, ob das links in Headline zulässig ist. Aber das weiß Janos Tulok. Der hat den CI-Ordner bestimmt im Kopf. Schlimmstenfalls wird die Headline "Exkursionsbericht SRH" in hauseigenem blauen Frutiger und das SCHÄFER-Titelbild mit schmalem rotem Balken unterlegt: darin weiß der Schriftzug "SCHÄFER IT-Systems". Das SRH-Frutiger und die SCHÄFER-Quadrate kommen nicht zusammen. Fakt ist aber, dass SRH der unmittelbare Auftraggeber ist. Vielleicht kupfere ich eine SRH-Printe ab. Dann bin ich auf dem sichersten Weg. Halbkreise kommen da keine vor, auch keine verwaschenen. Die quadratischen Fotos als Abweichung muss das SRH-Format aushalten, auch wenn es den Goldenen Schnitt sogar in den Farbgewichten zu perfektionieren scheint. Vielleicht vergrößere ich die Fotos auf Spaltenbreite und beschneide sie. Das SRH-Design scheint auch nicht soo verbindlich und militant einheitlich zu sein.

Autsch, Google listet mich schon: "Wind & Regen: FirmenporträtVielleicht vergrößere ich die Fotos auf Spaltenbreite und beschneide sie. Das SRH-Design scheint auch nicht soo verbindlich und einheitlich zu sein. ...
windundregen.blogspot.com/2007/12/firmenportrt.html - vor 14 Minuten gefunden - Ähnliche Seiten"

"Seriös, aber kompakt und ohne Leichtigkeit" ist jedenfalls nicht das, was ich vermitteln will.

Color Circus

Das teuerste Kleidungsstück ist stets jenes, das nicht getragen wird. Ich habe viele davon. Bin schon wieder in Endzeitstimmung und würde am liebsten den ganzen Kühlschrank auskippen. Die Haare zu waschen tat gut. ARGE verstößt gegen das Grundgesetz, sendet SR1 grad, was auch immer das für mich konkret bedeuten wird. Mehrere Landkreise hätten erfolgreich gegen die Bündelung mit unklarer Aufgabenabgrenzung geklagt. Was das Grundgesetz damit zu tun hat, erschließt sich mir noch nicht. Hab Mutter gesagt, dass ihre Kleidung genauso beliebig zusammengewürfelt ist wie ihre Wohnungseinrichtung und dass sie mit der selben Nachlässigkeit mit ihrem Besuch umgeht, der sich in ihrem kunterbunten Einerlei verliert, während sie sich verzettelt. Ihr sei das egal. Wichtig sei ihr, dass sie mit ihren Kindern und Enkeln zusammen ist. Davon hatte ich bis jetzt nichts gemerkt, jedenfalls nichts, sobald es um mich ging. Konzentriert habe ich sie selten erlebt, solange es um mich ging.

Er ist online

Ich hatte mir fest vorgenommen, die ARD Popnacht zu verschlafen. Bis kurz vor Mitternacht. Geschlafen habe ich dann, als der Wecker klingelte. Jetzt ist er online, weit weg. Die Software, die ich grad beackere, ist interessant - Adobe InDesign. Krause hat die Betriebskostenabrechnung in den Briefkasten gesteckt: Die Heizkosten sind so hoch wie noch nie. Ich muss die Fenster abdichten lassen.
Die quantitative Praktikumseinschätzung, die sich Janos Tulok von Eileen Mägel gewünscht hat, ist da: Mein Umgang mit Kritik sei nicht berauschend. Ansonsten liest es sich schmeichelhaft.

Mittwoch, Dezember 19, 2007

Kramen in alten Texten

Görge hatte früher auch mal Locken, fällt mir beim Kramen in alten Texten auf:

biggi schrieb am 4.7. 2002 um 20:17:03 Uhr über

locken
winden sich zwischen den fingern. muss grad an charly denken. der hat zwar keine locken, hat sich heute aber auch gewunden. mir ist heute das erste mal aufgefallen, dass er nicht viel größer ist als ein steak und auch appetitlich aussieht. aber was wäre die wiese ohne seine grünen augen. hab das steak dann wieder aufgehoben und in den kühlschrank gelegt. aber es hatte ihn wirklich getroffen. und nicht nur in lendenhöhe. totalakkupressur sozusagen. das heißt, aus einem meter fallhöhe ist das dann noch akkupressur? hat sich dann nicht mehr von mir streicheln lassen. tja, kater macht so seine erfahrungen mit fleischtragenden zweibeinern. dabei war der stapel gar nicht so hoch. aber folie gleitet eben schneller. trocken und leise. hab noch mal den undo-buttom frequentiert. charly hat leider wirklich keine locken. verdammt, warum ist das so schwer, konsequent zu sein und so eine verdammte handvoll locken einfach zu vergessen? hab keine lust zum neuformatieren.

High Vibrations

In fünf Tagen ist Weihnachten. Der Tisch ist im Wohnzimmer ist fürs Frühstück gedeckt. Aus dem Lautsprecher von nebenan erklingen vorweihnachtliche Melodien. Wunderbar das Wiegenlied von Mozart in A-Dur, bald nun ist Weihnachtszeit, …. Vier rote dicke Kerzen erstrahlen im vierten Advent. Den Tisch im Wohnzimmer haben wir beide gedeckt. Yoghurt mit Apfelstückchen, im Brotkörbchen dünn geschnittene Scheiben von Bäcker Wipplers Roggensaftbrot. Aus der Teekanne dampft Rotbuschtee, daneben stehen drei Marmeladensorten, am köstlichsten die von Gertrud fabrizierte Aprikosenmarmelade aus eigener Ernte. Mir knurrt der Magen, wann kommt nur Gertrud endlich zum Frühstück! Gertrud wäscht und spült in der Küche Gläser. Nun setze ich mich ans Klavier und spiele „Wir haben Hunger, Hunger, Hunger, Hunger - wir haben Durst“. Und weil mein Vorspiel immer noch keine Wirkung zeigt, wiederhol ich’s Spiel gleich dreimal. Jetzt endlich ist sie da. Von der weihnachtlichen Stimmung eingefangen, umarme ich sie: „ Du, es ist so schön, dass wir beide uns noch haben.“ Drauf sitzen wir am Tisch und greifen zu. Begonnen wird mit dem Yoghurt. „Sepp, warum lässt du deinen Esslöffel so stark wackeln, mit deinem Zittern erschreckst du doch immer deine ganze Umgebung. Mach es doch so wie ich, ich lasse den Löffel auf dem Teller aufgesetzt, da wackelt er nicht, und führe den Löffel ganz schnell zum Mund, wenn er offen ist. Wenn deine Hand so zittert, erschrickst du auch Gäste beim Essen. Ich glaube fast, das macht dir Spaß!" “Ja, Gertrud, das macht mir Spaß.“ Und ich stecke die Mahnung mit einem Lachen weg. Ob ich in Zukunft aufs Frühstück verzichte? Denkste!!!

Hab die Geschichte Tim vorgelesen, und Tim findet sie gut. "Gibt es in der SZ die Rubrik ,Opa schreibt eine tolle Geschichte' ", fragt er. Wem genau soll ich die Geschichte mailen? Eine Auflagefläche wäre schon gut, jedenfalls besser, als in Rückenlage den Zucker in der ganzen Wohnung zu verteilen, wenn er den Tee süßen will.

Proud Members of Young Primitives

Nina hat in Prag eine Mütze gesehen, die ihr gefällt. "Proud Members of Young Primitives" stand drauf neben einem kleinen Jungen mit Spielzeugflugzeug. In Prag war sie mit einem Mädchen aus Rotterdam. Beim Suchen nach der Mütze sehe ich ein Salatrezept, stoße auf einen roten Lockenkopf und einen holländisch klingenden Namen. UW ARD Popnacht, heute 00 bis 5 Uhr ! Ein Sprecher für meine Firmenkurzporträts, den ich mag, wäre toll. Hab heute die SCHÄFER Werke kennengelernt. Der Bericht ist fast perfekt. Es fehlen nur noch die Zwischenüberschriften. Nur ein bißchen holprig ist er noch. Kegs sind wiederauffüllbare Getränkecontainer, habe ich heute gelernt. Dass Robotron-Anteile irgendwann mit einer Bierdosen-Firma fusionieren, hätte ich mir als Teenie nie träumen lassen. Die Kegs-Passage lasse ich weg. Das scheint sich auch nur auf Neunkirchen zu beziehen. Anfangs dachte ich, Robotron fertigt inzwischen Getränkeautomatenschränke. Aber ich hätte auch nicht gedacht, dass einen Tag nachdem die für Prosecco-Dosen werbende Paris in Berlin den Plüsch-Bruno-Nachfolger umarmt, Sarkozy die Bruni im Pariser Disneyland pressefein ausführt. Am meisten verblüfft hatte mich heute in der Straßenbahn aber, als Dresden Radio zwischen Theaterplatz und Palaisplatz verkündete, dass das in den Mittweidaer Mädchenoberschenkel geritzte Hakenkreuz wahrscheinlich selbstbeigebracht war und dass das Aussiedlerkind, das die 17-Jährige retten wollte, nicht auffindbar ist. Walkman und Straßenbahn ist eine einmalige Kombination.

Dienstag, Dezember 18, 2007

Ersthelfer beatmen inzwischen seltener. Hab letztens geträumt, es gäbe keine Oximeter mehr - ein Albtraum. Ich weiß noch, wie bei Halanmasken die Kinderlippen übergangslos blau werden konnten - bis dahin war der Sauerstoff schon lange abgefallen. Ohne Oximeter war das allerdings erst spät zu sehen. Gut dass es Oximeter gibt.

Montag, Dezember 17, 2007

Nach der Balz

Eigentlich geht es mir gut: Ich habe keinen Instant Messenger mehr. Die Ruhe tut gut. Das AndereAnklickenZuKönnen fehlt mir, aber ich wäre sowieso sofort auf seiner Ignore-Liste. Es ist alles so schrecklich. Da ist schon wieder dieser EintrittNichtFürJedermann-Banner, den ich sehe, sobald mich dieser Jemand interessiert. Jemand. Hallo. Vielleicht ist es ja auch nur der Banner, der mich interessiert. Ein bißchen Steppenwolf, ein bißchen Selbstmitleid und ein halber Blick auf eventuelle Zaungäste. Es gibt doch nichts Reizvolleres als das Unwahrscheinliche. Ich möchte ihm gern im Nebel begegnen, warm eingepackt an ihm vorübergehen und weiterträumen.

Deprivation

Es zwiebelte wieder so stark, dass ich in der Radiologie nach dem Befund gefragt habe. Und der ist so indifferent, dass ich ihn nicht einordnen kann. Bleibt Oliver zu fragen. Eigentlich wollte ich ihn nur wegen dem nächsten Trainingstermin in der Marienberger im Januar anrufen. Endlich wieder Sport. Ich werde von Tag zu Tag introvertierter. Heute habe ich das erste Mal eine Erleuchtete gesprochen - zwar unter Kokain aber immerhin. Ich bin froh, dass ich so viel von dem, was ich erlebe, festgehalten habe. Engel hat sie gesehen mit Flügeln. Heute hatte ich wieder das Gefühl, für den, der im Radio spricht, sichtbar zu sein. Engel oder Unsichtbarer... eigentlich macht es keinen Unterschied, warum man inadequat reagiert. Funktionieren tut beides nicht. Ich werde das Risperdal wahrscheinlich noch eine Weile brauchen. Wenigstens so lange, bis ich drinnen und draußen sicher abgrenzen kann. Sonst kommt immer wieder der gleiche Bumerang: WowErSiehtMich-VerdammtErSiehtMich-UmGottesWillenErSiehtMich-IchHasseIhn-IchBraucheIhn-IchBinAllein. Immer wieder der gleiche Teufelskreis, irrational und schnell. Das Verrückte ist aber, dass der Schmerz dabei nachlässt. Internet entgrenzt. Aber immerhin kann ich dabei zurückblättern. Das geht schon beim Labern über Engel nicht. Dann hab ich vielleicht noch die Gestik und Mimik im Kopf, aber nur einen Bruchteil der Worte. Ich freu mich auf das Filmen nächsten Monat.

Sonntag, Dezember 16, 2007

Dyade-Tuch

Die Festhaltetherapie scheint wieder Anhänger zu finden. 18 Jahre ist es inzwischen her, dass ich durch La Lech Liga und Jirina Prekop motiviert Nina an mich geschnürt habe in der festen Überzeugung sie nicht zu begrenzen. Hauptgrund war der steile Weg zum Haus, auf dem das Kinderwagen-Schieben Schinderei war. Und ausgerechnet der Prekop fröhnt ein Männernetzwerk, das sich in der Glashütter 101a trifft. Immerhin a.

Kopfschmerzen

Ich fühle mich leer. Seit einer Stunde läuft Sat1. Hab Lust, Tim anzurufen. Aber der wird noch schlafen. Hab Kopfschmerzen, alles ist so belanglos. Hab mich bei Jappy, Platinnetz und meinNachbar abgemeldet. Einen Tangopartner finde ich bei Platinnetz sowieso nicht. Die Schizophreniegruppe bei meinNachbar war ein Reinfall. Und das Turbokennenlernprogramm bei Jappy war die Hölle. Bleibt WillsteQuatschen und SZ. Der Video-Link im Blog zu Erdmöbel greift nicht mehr, hab ihn neu gelegt. Die Erdmöbel-Hauswand könnte in Zwenkau stehen, gleich neben dem Tagebau, in dem ich 2002 das Mohnfeld fotografiert hatte - Franks Freund war dort Baggerführer und kannte sich aus. Aber ob das tatsächlich Bagger heißt, weiß ich nicht: Es war hundert Meter breit und schaufelte sich in die Tiefe. Die Erde war frisch aufgebrochen, von Rinnsalen durchzogen. Alles war so weit. Hab mich frei gefühlt, obwohl ich keine Ahnung hatte, wie fest der Boden unter den Füßen war. Es war wie als Kind im Moor: Wo was wächst, trägt es mich, erst recht, wenn das Reh vor mir nicht einsinkt - irrational. Nur die winzigen Frösche in den monumentalen Reifenabdrücken erinnerten an die eigene Schwere.

Samstag, Dezember 15, 2007

Weihnachtspost

"Wie alles auf dieser Welt verändert sich auch meinnachbar. Der Stillstand der letzten Wochen bedeutete nicht, dass wir uns nicht weiter verändern. Investoren bauen auf unser Projekt und stecken sehr viel Hoffnung in das Potenzial unseres Portals. Aus diesem Grund wird meinnachbar ab dem 29.12.2007 kostenpflichtig sein. Durch diesen Umschwung werden dir demnächst viele neue Features bereit stehen. Nur dadurch können wir ein Höchstmaß an Benutzer-Freundlichkeit garantieren. Im neuen Jahr wirst du dann direkt in den neuen internen Bereich gelangen. Dies erfolgt alles automatisch. Um dich mit den neuen Funktionen zurecht zu finden, kannst du dann die bereitgestellte Hilfe in internen Bereich nutzen. Pro Monat fallen dann 9 Euro Monatsbeitrag an, welche halbjährlich im voraus zu entrichten sind."
Charly hat gestern so laut geschnurrt, dass Mutter dachte, irgendein Gerät ist an. "Von hinten sieht er aus wie eine Schwangere", sagt sie. Hab grad das erste Mal von Wiedereinstiegsstipendien (Nr. 07630) gelesen: Sie erleichtern "die Wiederaufnahme der Forschungsarbeit mit dem Ziel des Abschlusses der Promotion/Habilitation für Wissenschaftler/-innen, die ihre wissenschaftliche Qualifizierung zur Wahrnehmung familiärer Aufgaben unter- oder abgebrochen haben." Nächste Woche spreche ich Martin Witt dazu an, hab allerdings noch keinen Plan, er garantiert auch nicht. Auf den Seiten des Wirtschaftsministeriums ist kein Link, der auf das Wirtschaftsfernsehen verweist. Die Wirtschaftsfernsehsender scheinen untereinander kaum vernetzt zu sein.

Vier Firmenkurzporträts

Katzen, die selten gestreichelt werden, schnurren weniger, hat Uwe Groke gestern behauptet. Ich will seine Stimme für ein Firmenkurzporträt. Andrea Dittrich vom Wirtschaftsfernsehen Sachsen will aber erst die Sprechproben hören, bevor sie sich entscheidet. Diese Woche hat ein IT-ler geantwortet und mir eine Checkliste gemailt, nach der ich die Audiolinks bei SR1 abrufen könnte. Jan Garcia hat eine Sprechprobe auf seiner MySpace-Seite. Ich habe ihn trotzdem per Mail um eine Probe gebeten, ohne bereits sagen zu können, für welche Firma ich seine Stimme will. Robert Drechsler hat sogar eine Notfall-Hotline auf seiner Seite. Da könnte ich ihn vielleicht auch kurzfristig erreichen, falls meine erste Mail im Spam-Ordner gelandet ist. Insgesamt vier Sprecher habe ich angesprochen, für jedes Firmenkurzporträt einen. Ich weiß noch nicht, wie viel Speicherplatz so eine Sprechprobe braucht. Gelesen haben Uwe Groke und Jan Garcia die Mail schon, bei Robert Drechsler kann ich das nicht sehen. Der nächste Schritt ist dann der Check beim Wirtschaftsfernsehen, welche Firmen bis jetzt vorgestellt wurden. Über hundert sind es schon, sagt Uwe Sroka. Sein Team scheint größer zu sein als das von Welt der Wunder. Die Bürofläche ist stärker gegliedert. Zwei Etagen hat das Projekt, splittet sich aber in weitgehend unabhängige Arbeitsfelder. Das Online-Archiv ist allerdings noch kryptischer als andere. Grad meldete MDR info, dass Google Knol etabliert.

Freitag, Dezember 14, 2007

Storyboard

Allmählich verstehe ich Ninas Wut, als ihr Trickfilmlehrer ein Drehbuch wollte. EinfachLosZuMachen ist schöner als Skizzen mit Regie-Anweisungen zu spicken. Aber dann kann es allerdings passieren, dass der Film genauso auf Halde kommt wie die Blumenuhr, bei der meine einzige Regieanweisung für zehn Stunden das Blühe! an eine Mohnpflanze war. Hab mitgeschrieben wie bei einem Narkoseprotokoll, trotzdem ließ sich der Text kaum verdichten. Nachts halb Drei begann der Dreh im Botanischen Garten und endete in der Mittagshitze. Micha hatte mich hingefahren, obwohl ich die Tour x-mal mit dem Rad "geprobt" hatte. Zwei Minuten Film wurden es dann, aber nur Text für dreißig Sekunden. Pech. Halde. Ich hatte selten so viel Leere in meinem Schädel wie in der Woche. Der Zeitdruck war zu massiv. Da war keine Assoziation, keine Anekdote. Ich hätte mindestens noch drei Wochen gebraucht, um nach dem Filmen jemanden zu finden, der mehr zu sagen hatte, als im Internet stand, und daraus eine Story zu machen. Steffen hat inzwischen sogar eine Soap gedreht. Vielleicht Schrott. Egal. Ein Firmenporträt ist besser, da habe ich eher einen Fahrplan als bei einer einzelnen Mohnblüte, auch wenn ich die Firma nicht galileo-mäßig zwei Tage lang lahm legen darf. Aber vielleicht ist sie das ja schon vorher. Sibylle Berg fehlt mir. Aber das ist alles noch so weit hin, mindestens zwei Wochen. Bis dahin pauke ich erst noch Software und das KnowHow über Storyboards. Nina hat die Kamera am Schreibtisch fixiert: Immer wenn sie eine Idee hat, dreht sie weiter - das ist ideal.

Stimmen hören

Nina hat noch bis Juni Zeit sich zu bewerben. Ich war selten so aufgeregt wie im Gespräch mit Andrea Dittrich und Uwe Sroka, besonders, als die beiden vom Storyboard sprachen. Die Vier, die ans Telefon ging, sobald ich anrief, ist atemberaubend schön und erinnert mich ein bißchen an Sibylle Berg. Achja, die roten Locken überall. Mit Drehbüchern kennt Steffen sich aus. Für mich ist das Neuland. Hoffentlich genügt ein Vierteljahr, um das zu lernen. Ich fühle mich wie ein Analphabet. Da tut das OP-Saal-Grün beim MySpace-Blog schon wieder gut. Storyboard, grusel.

Was ich will

Ich will beim Wirtschaftsfernsehen ein Vierteljahr von neun bis 15 Uhr redaktionell arbeiten, Hörfunk-Software kennenlernen und Firmenporträts machen.
Heute ist das Vorstellungsgespräch. Groke war vorgestern auf seiner MySpace-Seite und hat mich offensichtlich nicht geaddet, die Rolling Stones auch nicht. Pech. Es schneit. Mir ist wie Weltuntergang. Ich glaube ich heule grad. Irgendwo muss doch sowas wie Schmachtschmalz in mir aufkommen. Mittlerweile schiebt mir sogar Martina schon Kontaktanzeigen unter die Nase: "45-Jähriger sucht auch EU-Rentnerin... Rüstiger Witwer..." Ich soll mich aufbrezeln, wenn ich Martin beeindrucken will. Mit ihm zu reden genügt vielleicht schon, denke ich. Irgendwann kann ich mit ihm wieder so reden wie vorher, wie vor dem Tag, als er mich wortlos und mit hochgezogener Zentralverriegelung in die Geschlossene gefahren hat. Da ist nur immer noch diese verletzte Eitelkeit, auch wenn sein Fell inzwischen dünner geworden ist. Aber die zwei wortlosen Stunden neben ihm waren furchtbar. Ich hatte gekämpft wie ein Stier, um ihn zum Lachen, Anhalten und Aussteigen zu bringen, um ihn geworben, wie noch nie - ohne Erfolg. Er war wie ferngesteuert. Und Mutter saß wortlos dabei. Es war wie eine Verhaftung. Ich müsste wieder mit ihm reden wie vor diesem Tag. Irgendwann. Möglichst rechtzeitig für Tim und Nina. Wirtschaftsfernsehen, Firmenporträts. Einfach arbeiten, hatte die Riehn damals gesagt. Sie will einfach arbeiten. Und es klang für mich wie LassMichInRuhe. Ich hab sie nie gefragt, ob sie wirklich in Ruhe gelassen werden will. Ich war zu erschrocken. Vielleicht verwechsle ich ihre roten Locken mit denen von Groke und denke, sie wird wieder lebendig, sobald ich ihn nur lange genug durch mein Vergöttern genervt habe. Ein verrückter Film. Eine Verena wünscht sich gerade ein T wie Tim von Thomas Rosch. Noch ein paar Minuten, und ich verpacke mich sachgerecht für´s Wirtschaftsfernsehen.

Donnerstag, Dezember 13, 2007

Michi

Hab mir grad Musik gewünscht - Wet wet wet. Ich höre mich selbst - nur zehn Sekunden versetzt - im Radio sprechen, und keine einzige Fliege ist zu sehen. So nah war ich noch nie dran. Auf SWR3 sendet Marcus Barsch. Gestern war ein verrückter Tag: Die Tastatur klemmte. Marcus Barsch rief Michi an: Hab gleich an meinen Michi gedacht. Mir fällt sein Familienname nicht ein. Ich würde ihn auch gern in München anrufen, um zu sehen, wie es ihm geht. Aber ich erinnere mich an nichts mehr, nicht mal an den Straßennamen. Alles ist weg. Vielleicht steht ja irgendwo was im Blog vom letzten Jahr. Schade, da steht natürlich nichts. Bei Welt der Wunder habe ich nicht mal Radio gehört, geschweige denn gebloggt. Oder hatte ich Kopfhörer, aber weiß es nicht mehr? Den Blaster hatte ich an, wenn mein Hirn spröde wurde. Michi wohnte in Bogenhausen am Galileiplatz, an der Sternwartstraße. Allmählich erinnere ich mich. Damals habe ich mich älter gefühlt als jetzt. Das Jahr in der Psychiatrie kurz davor war schlimm, ich war noch wie gelähmt. Ich hatte noch nie einen so behutsamen Menschen wie Michi erlebt, höchstens Silvana. Das muss an Bogenhausen liegen. Oder an dem Alter: Beide waren 83. Parmaschinken und Honigmelone mag er zum Baguette. Silvana hat Kartoffeln im Dämpfeinsatz gegart. Das mache ich seitdem auch. Sie konnte fantastisch zuhören. Ich habe sie geliebt.

Brainwash

Ich war grad bei Martina und bin herrlich müde. Morgen ist endlich das Vorstellungsgespräch beim Wirtschaftsfernsehen Sachsen. Silvester will ich mit den Langläufern mit Karte, Kompass und Walkman übers Hochland - der Sonne entgegen - und viel schlafen.

Husten-Karaoke & Lidheber-Schwäche. Zopfdramaturgie

Bin offenbar grad auf das deutsche Wirtschaftsfernsehen gestoßen. Und es scheint nicht n-tv zu sein, eher eine Seifenblase. Hab Lust Web- und Medieninformatik in Dortmund zu studieren UND das Hörfunk-Volontariat in Köln zu machen. Ich sehne mich so nach einem schönen Job, mit dem ich das Risperdal ausschleichen kann.

Mittwoch, Dezember 12, 2007

Radeln in Dresden

"200 Menschen sterben in Deutschland täglich auf der Straße", sagt Martin bitter, als ich von dem Attentat vor dem algerischen UN-Quartier spreche. In den Entwicklungsländern gehen die Verkehrstoten angeblich in die Millionen. Eine ehemalige Kollegin sei diese Woche von einem Laster überrollt worden und habe jetzt ein Bein weniger, hat Nina vorhin erzählt und mit Blick auf ihren Radweg zur Schule gesagt, dass Stadt-Maut und subventionierte öffentliche Verkehrsmittel, die wie in Stockholm kostenlos sein sollen, der richtige Weg wäre. Wenig später sagt Tim unabhängig davon das Gleiche, ist aber nicht bereit, Gefahrenzonen auf der Dresdner Radwegekarte zu markieren: "Dann schickst du mir nur einen Polizei-Hubschrauber auf den Hals." "Den Noch-Nicht-Abgestürzten", konnte ich mir grade noch verkneifen. Aber die Fahrradbibliothek im Rücken wäre mir schon lieb, wenn in Prohlis Laster den Radweg queren.

Gourmetta


Hab überteuerte Flecke gekauft: 2,75 statt 2,40 Euro. Schade, dass ich das jetzt erst sehe. Hab selten so viel Speisestärke auf dem Teller gehabt. Fast fünfzig Prozent der Gästeschaft drängelte sich im Halbdunklen an meinem Tisch, um sich über alte Pirelli-Kalender und stattgehabte Weihnachtsfeiern zu unterhalten. Offensichtlich gehörten die Weißkittel nicht zum Ferrari-Stand nebenan sondern zu einer Pharma-Firma auf der anderen Straßenseite. Einer von ihnen trug schon den zweiten Tag einen "Dr.Th.Martin"-Kittel, um seinen Wiedererkennungswert zu erhöhen. Ausgerechnet Thomas Martin musste er in meiner Martin-Woche heißen. Gut, dass Martin seit heute wieder arbeitet. Endlich kann ich wieder unbeobachtet mit Tim und Nina reden.

Dienstag, Dezember 11, 2007

Fremdeln

Ich weiß nicht,was er in mir sieht. Schizophrenie scheint für ihn etwas Entgültiges, Bezwingendes zu haben wie Multiple Sklerose oder wie ein Virus auf der Festplatte. Die Selbsthilfegruppe ist wichtig für mich.

Gänsehaut

Grad war es so als ob Groke am Studio-Mikrofon vorbei gelaufen ist. Dabei lief grad Friday I´min Love. "Du wirkst so bedrückt", hat mir letztens jemand am Telefon gesagt. Sibylle Berg beschreibt Bangladesch furchtbar.Und da will Nina hin, grusel. Mich friert. Jetzt Groke hier zu haben, mich anzulehnen und dabei einzuschlafen wäre eins. Vater interessieren meine Bewerbungen nicht. Das tut weh. Wenn ich davon erzähle, fragt er nur nach der Rente. Ich habe Angst, einsam zu sein. Ich lese in dem Tagebuch einer Fremden, die irgendwo lebendig begraben ist. Um sie ist etwas Geheimnisvolles: Ich darf sie nicht sprechen, nur lesen. Grund genug, beim Lesen zu frieren. Die Kälte kommt in Schauern. Vielleicht ist es auch nur, dass Exter spricht, während ich von Groke träume.

Montag, Dezember 10, 2007

Ein Buch für Tim

Der Carlsen-Verlag hat eine Leseprobe ins Netz gestellt, die sich an 14-jährige Jungen richtet. Tim hat sie in die Hand genommen, immerhin. Zu Weihnachten wünscht er sich allerdings Bartimäus. DTV, Rowohlt, Randomhouse, Piper, List, Ullstein, Carlsen, Lübbe, Suhrkamp, Aufbau-Verlag, Berlinverlage, Droemer Knaur und Cora hatte ich am Sonnabend um ein Verzeichnis ihrer Literatur für 14-jährige Jungen gebeten und erst einen Teil der Antworten. Trotzdem war Tim schon genervt. Wenn X. mit Tim mal über die verschiedenen Kondome sprechen würde, grübel. Ich werde schon wieder peinlich. Der Kondomladen ist auf der Alaunstraße nicht mehr zu finden, dass er gegenüber der Scheune war, ist auch schon fast nicht mehr wahr. André kennt ihn jedenfalls nicht mehr, und der kommt dort täglich vorbei. 14-Jährige brauchen keine Kondome, meint André. Hoffentlich lässt X. mich nicht im Stich. Sonst landet Tim am Tag X tatsächlich an irgendsoeinem Automaten. Der Kondomberater setzt eine Mindest-Penislänge von acht und einen Mindestumfang von fünf Zentimetern voraus und hat für den Anwenderkreis nur zwei Produkte zur Auswahl. Mir ist elend. Am besten er lässt sich tatsächlich Zeit.

Sonntag, Dezember 09, 2007

Huch

Ich wollte grad dem New Yorker UNICEF-Büro zum 60. Jahrestag am 11. Dezember gratulieren, ein Jahr zu spät: Ich bin erst stutzig geworden, als ich noch mal auf ihre Myspace-Seite geschaut hab. Aber da hatte ich X. schon gemailt, sie soll dem Kölner UNICEF-Büro mailen, um bessere Chancen für ein Z.-Praktikum zu haben. Peinlich. Zum Glück ist X. jetzt gar nicht zu Hause, sondern bei Rosel Pfefferkuchenhausbacken. Außerdem heiße ich nicht Tim und will nicht UNO-Generalsekretär werden. Seit ein paar Tagen sehe ich überall Kosmonauten - vor allem auf VIVA und MTV - als ob X. Trickfilmidee schon clustert.
"Lass los", sagt Martin, sobald ich ankündige, dass ich seinen Vortrag hören will. Er ist stur. Hoffentlich wird der Vortrag besser als die Diss. Ich kenne ihn nur als Schweiger. Dass er inzwischen Lust hat zu sprechen, ist gut. Ich schau immer wieder bei Myspace, ob Groke mich zu seinen Freunden hinzugefügt hat. Aber er scheint noch wählerischer zu sein als Martin. Das LassLos sitzt tief. Warum reagiere ich auf Martin nur immer noch so verletzt? Genügt ein einzelner Groke nicht zum Desensibilisieren? Verdammt, sein Text strotzt vor substantivierten Verben, Passiv und den in farblosen Verben. Hoffentlich schlafen ihm die Zuhörer nicht ein. Rosel wäre eine harte Prüfung gewesen. Schade, dass er gekniffen hat. Hauptsache, er denkt nicht jeden Satz das erste Mal, sobald er sich in die Gesichter vortastet. Und wenn... eigentlich ist es egal, Fehler machen sympathisch. Es ist vielleicht ganz gut, wenn er nicht zu geschliffen labert mit seinem Holpersächsisch. Irgendwie geht die Zeit auch rum. Seine Folien sind total überfrachtet. Es ist zum Heulen. Und die Sätze sind zu lang. Da sind kaum Zwei-, geschweige denn Einsilber. Fünfwortsätze sind die Ausnahme. Sie werden ihm einschlafen, heul. Und Groke antwortet auch nicht. Hoffentlich sendet er morgen.
Vater erinnert sich nicht, sagt er. Ich interessiere ihn nicht, er lebe in einer anderen Welt, darauf ich. Wie oft ich schon erzählt hatte, dass ich im September Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beim Arbeitsamt beantragt hatte und daraufhin die Kostenübernahme für die Eignungsabklärung und Arbeitserprobung beim Beruflichen Trainingszentrum bis zum 8. Januar zugesichert bekommen hatte, weiß ich nicht. Er sei alt, sagt er und fragt zurück, ob ich weiß, dass er 82 Jahre ist. Hab ihm einen schönen Advent gewünscht.

Hab Rosel gefragt, ob sie sich Martins Vortrag anhört: Sie hat den Kopf voll mit Suppe und Kaffee Kochen, sagt sie. Pech. Schade. Küchendeutsch täte ihm gut.

Philia sucht eine Sängerin, die Toten Hosen offensichtlich auch.

Ich suche nach Prag und Luxembourg und stoße auf eine überregionale Internetzeitung. Von Saarlouis bis Luxembourg ist es nicht so weit wie von Dresden nach Prag.

SR1 spielt Wet wet wet und ich träume vom Duo Barsch/Groke.

Google

Hab nach Martin Salzer gegoogelt: Neben einem österreichischen Arzt taucht da ein Braunschweiger Werkstattleiter an der Braunschweiger Kunsthochschule auf. Dort steht jetzt der mexikanische Pavillon der EXPO 2000.

Wenn ich den Dissertationstext von "meinem" Martin lese, werde ich schon wieder schwermütig. Schade, dass ich damals nicht jedes Wort zerpflückt habe, sondern zugelassen habe, dass er ihn in der "Urform" drucken lässt. Jeder Satz war eine Einladung zum Nachfragen. Aber beides wäre nicht gegangen, selbstbestimmtes Gesundwerden und fremdbestimmtes Texten. Jedenfalls hatte ich das damals so gesehen. Er hat hintereinanderweg geschrieben, immerhin - genauso wie im Frauenkirchen-Gästebuch. Schon dass er die Diss im Passiv begonnen hatte, hatte mich damals aufgeregt: "Bei der Erforschung der Freikolbenmaschine wird viel Neuland beschritten." Bei seinen "um zu´s" im Gästebuch geht es mir heute noch so - eben schnell mal hingeschrieben, aber ohne dass die Spontanität noch zu spüren ist. Seiner Mutter würde er das alles ganz anders erklären als seiner Tastatur. Sobald er die unter den Fingern hat, stelzt er. Das tut weh. Vielleicht ist das das Hauptproblem: Er hat zu Hause kaum über seine Arbeit gesprochen und Job und Familie schwarzweiß-getrennt. Dass er dann beim Klassentreffen über Trolljans Insulaner-Kauderwelsch genauso zu stolpern schien wie ich, tat mir gut.

Samstag, Dezember 08, 2007

Überstürzt

Hab ein schönes Buch gefunden. Tim war allerdings nicht begeistert. Jetzt schläft er. Marcel kommt aus Prohlis - grad während der Klima-Aktion. Sein Handy-Blitz ist hell genug, sagt er. Hab mich auf einer Parkbank verweigt.
Groke im Ohr, Pamela Anderson vor Augen... Es ist Samstag. Kaffee und Sitzball tun gut - dazu Netto-Mandarinen. Edamer schmeckt tatsächlich nussig. Aber Netto-Walnüsse schmecken nicht so gut wie die von Schönbergs Baum, jedenfalls nicht nach Mandarinen. Hab plötzlich Gänsehaut. Ob das von den Walnüssen ist? Hab immer noch kein Buch für Tim gefunden, nur einen neuen Verlag auf der Alaunstraße. Luxemburg scheint in der Nähe von Saarbrücken zu sein. "Das Sprungbrett symbolisiert einen Penis", erklärt Pamela Anderson. Ein Ratgeber-Buch ist vielleicht eher was für die Bibliothek.

Dunkel

Heute 20 Uhr wird wahrscheinlich der Strom ausfallen, wenn nach der Klima-Aktion alle wieder ihr Licht einschalten. Die Verkehrsmeldungen beim SR1 werden vom Saarbrücker Pfandleihhaus gesponsert. Heute kaufe ich das erste Mal bei Netto für´s Wochenende ein: Ich will insektizidarme Mandarinen. Die Aldi- und Lidl-Mandarinen sind bei Ökotest schlecht weggekommen. Verdammt, Netto ist Edeka - die Mandarinen sind auch bei Ökotest durchgefallen. Ich will Mandarinen. Bleibt der Konsum nebenan.

Freitag, Dezember 07, 2007

Tim wünscht sich ein Buch

"Tim ist toll", soll drin stehen. Hab an ein Kochbuch gedacht, er eher an eine Storie. Auf "Tim & Lassie" kontert er "Tim & Struppie".

Erlebnisurlaub im Gulag

Hatte grad eine Schwindelattacke, als ob jemand mit dem Besen mein Hirn kehrt von links nach rechts, und instinktiv die Webradio-Kopfhörer abgesetzt. Wie immer läuft SR1. Kurz vorher hatte ich nach "Medizinjournalist gründet Ich-AG" gegoogelt und "psychosoziale Erholungszentren in Sibirien" gefunden. Wo beginnt Holocaust? Beim anonymen Stimuliertwerden mit elektromagnetischen Endgeräten oder erst beim Verheiztwerden nach dem Vergasen? "Auch die EU wird eines Tages wohl darauf kommen, alle Arbeitslosen nach Sibirien zu expedieren - mit einer besonders geförderten “Weißen Ich-AG”", schreibt Google zu dem Link. TAZ und SR1 scheint jedenfalls eine toxische Kombination zu sein, total überspannt - hab noch nie so starke Stromschwankungen per Kopfhörer erlebt. Aber vielleicht liegt das auch an der Baustelle nebenan: Die waren gestern schon extrem stromkabelnah mit ihren Baggern. Es jault und wackelt schon wieder, als ob ein ICE durchs Haus rollt.

Verwechselt

In Saarlouis gibt es eine Klinik, in der das Rooming In Lücken hat.

Operette

Café Prag steht seit September leer. Da die Operette wäre schön. Jetzt beim Wirtschaftsfernsehen zu arbeiten und nach der Schnittstelle von Café Prag und Operette zu recherchieren wäre schön.

Donnerstag, Dezember 06, 2007

Bildschirm


Hab heute ein Foto auf dem Bildschirm geöffnet, ohne mich konzentrieren zu können, während ich in Dagmars Ordner nach Unternehmenszielen recherchiert habe. Dazu lief SR1. Nachmittags war ich bei Heidi Bräunig zur Vorsorgeuntersuchung. Sie hat schöne Locken und ist angenehm knapp. Ich hatte kurz vorher den Weihnachtsstern gegossen, der neben dem Notebook stand, und war unruhig, weil ich nicht wusste, ob er überläuft. Das Eisen ist normal, keine Haemochromatose. Die Impfungen sind vollständig. Aber die Rückenmuskulatur ist zu schwach.

Mittwoch, Dezember 05, 2007

Das Leben ist kurz

Boah, das war eine Stunde, in der war alles drin: Vom Heimkommen auf der Bärensteiner (Sigurd Goldenbogen duzt mich endlich) bis zum Katzbuckeln vor dem wie zur Ganzkörpertransplantation ausgeleuchteten Peter Mißbach. Wenn seine Kameraleute nur einen Bruchteil der Spots hätten, die das Büro inszenieren, würde das Durchklicken der Videos Spaß machen. Auf Neubauten, Bühnen, Erstsemester-Highlights und Baustellen in Dresden will Elena Wiezorek in Pocket Guides hinweisen, tönt es in einem der Videos, nachdem sich ein Fenster geöffnet hat, das sich über mein Netzwerk mokiert. Schade, dass Jokubeit keine Hörfunkkurse mehr organisiert. Hab grad in allen Etagen nach Ronald Stenzel gesucht, um ihm ein Paket zu geben, das bei mir gelandet ist, und sein Türschild schließlich unterm Dach gefunden. Apropos Werbung: Dresden ist eine der wenigen Städte, die Abfallwirtschaft und Stadtgrün amtlich vereinen. Ich muss schon wieder an das Gedenkstätten-Drama um den VVN denken und an Vaters postmortale Sanduhrvision - eine gläserne Urne. Räuchern ist ihm zuwider, aber zu Asche will er werden, in einer Stadt, in der Google zu "Altern & Dresden" initial den Alten Schlachthof listet. Hab einen Blog abonniert.

Dienstag, Dezember 04, 2007

Überwachen & Mahnen

Überwachungskameras mit mahnendem Raunzen leiten in England eine neue Epoche ein. Einsamer kann auch kein Großraumbüro sein.

Montag, Dezember 03, 2007

Purple Rain

Grad spielt Exter Grokes Lieblingslied, und mir wird historisch: Ich sehe mich an Günters Haustür, schlafwagenzerknüllt, neben mir die Milch, und er beschwert sich statt Hallo zu sagen, dass er kaum geschlafen hat. Bin dann als erstes unter seine Dusche und hab mir an seinem Küchentisch den Bauch vollgeschlagen. Das Gespräch war erstaunlich schnell zuende, als ich ihm gezieltes Verfetten und Verblöden seines Klientels unterstellt hatte. Hab zum Abschied noch den Blick in seine unwahrscheinlich blauen Augen genossen und mich getrollt.

Sonntag, Dezember 02, 2007

Wunschhit-Suchmaschine

Ich gewinne grad ein Album bei SR1, ich muss nur noch ausgelost werden. As Tears Go By von Marianne Faithful wünsche ich mir dann. Das findet Dieter Exter nicht. In den deutschen Charts war sie. Verdammt, wie kriege ich raus, ob der Wunsch ins Programm passt? Hab mich jedenfalls registrieren lassen. Innerhalb von drei Minuten findet er den Titel garantiert nicht im SR1-Archiv. Tim hat mich geschockt: Sonntag abends meldet er sich als näselnder Paketbote an der Wechselsprechanlage. Er hat keine Lust, mit mir vierhändig zu spielen. As Tears Go By hab ich nach dem Abi beim Sondenkost-Kochen auf der Chirurgischen Wachstation gesungen. Hab noch den Alukübelgeruch von damals in der Nase. 20 Uhr - ich hab das Album nicht gewonnen, die Brühe weggekippt und den Weihnachtsstern neben den Monitor gestellt. Advent. Tim sieht Fußball.

Nebenan

Am Montag bespreche ich mit Janos Tulok, was ich als Nächstes vorhabe. Nebenan laufen interessante Kurse, auch für Journalisten. Vielleicht kann ich dort ab Januar anfangen. Ich fühle mich so entwurzelt und vor der Zeit vergreist. Köln und München sind so weit weg. Mutter hat gestern eine rosa-grau-getigerte Kreppseidenbluse von Wenz vorbeigebracht, schrecklich. Ich soll sie tragen, verlangt sie - hab sie ihr wieder mitgegeben. Leopardenbraune Bettwäsche zu marinefarbenen Spannbettlaken mag ich, aber damit auf der Straße gesehen zu werden, ist mir peinlich, zumal in Altrosa. Das Webradio ist angenehm laut. Nina will Bratäpfel backen und Martins Pyramide aufbauen. In China studieren fast alle Städter, in Sachsen gerade 38 Prozent. Die chinesischen Bauern seien sehr arm und viele Arbeiter ab 45 arbeitslos, sagt Pu, Professoren erst mit 55.

Zimt & Zwiebel

Die Rinderbrühe ist über Nacht sauer geworden. Mutter geht nicht ans Telefon. Da ist niemand, den ich fragen kann, wie die Brühe noch zu retten ist. Zimt und Zwiebel scheint sich nicht lange zu halten. Hab diese Nacht das erste Mal Lipcare ausprobiert. Der Riss in der Unterlippe ist kaum noch zu spüren. Aber die restliche Haut sieht plötzlich fahl aus, reif für´s Solarium. X. hat ihrem chinesischen Gast versucht zu erklären, was Quark ist, als er ihn in den Kakao tun wollte. Pu heißt er und weiß nicht, was Honig ist. Vor zwei Monaten konnte er noch kein Wort deutsch. Die Stadt, aus der er kommt, hat zwanzig Millionen Einwohner. Er ist Einzelkind und wohnt bei einer Freitaler Familie mit acht Kindern. Martin geht es nicht gut. Vielleicht probiere ich Kardamon und Ingwer aus, wenn X. die Brühe tatsächlich probieren will. Verdammt, ich fische das Fleisch raus und schmeiße den Rest weg. Das Fleisch würze ich mit Koriander und Curry nach. Es ist so schade. Dass Pu´s Familie früh Schlagsahne auf dem Tisch hat, kann ich mir nicht vorstellen. Aber es ist ja Sonntag. Der Jüngste ist zwei. Heute schmeckt der ganze Tag nach Aszites: Herz oder Krebs war die Ultraschall-Diagnose von Nataschas Einweiser. Ihre letzten vierzehn Tage bestanden nur aus Diagnostik und Krankenhauskost. Nicht mal Marinas Premiere hat sie gesehen. Für Knuddelplüsch-Loipen ist es zu warm. Mir ist so gar nicht nach Advent. Bikini-Wetter hat es Rescue genannt. Mandel-Kokos zur Chili-Schokolade tut gut. Hab gar nicht gewusst, wie sehr mir Chili und Kokos gefehlt haben. Die richtige Nachheulmischung ist das.

WillsteQuatschen

Ich kann mein neuestes Foto nicht fürs Voting oder ins Album laden. Wer weiß, wofür es gut ist.

Samstag, Dezember 01, 2007

Gehirnsteife

Sobald ich überlege, ob ich dir gefalle, tun mir die Zähne weh. Vielleicht ist es aber auch die Sehne, auf der ich gekaut hab. Du fehlst mir mehr, als ich sagen kann. Nachts liege ich wach, denke an dich und fühle mich einsam. Als ob der Moment nur dazu da ist, um auf dich zu warten. Und dann überlege ich, was ich hier schreiben kann, um dir zu gefallen. Widerlich. Schrecklich, mir vorzustellen, irgendjemanden könnte es so neben mir gehen. Und trotzdem ist da kein Schlaf. Du fehlst mir. Der Gedanke kreist mich ein. Überall sehe ich Bilder von dir mit genau den Bewegungssequenzen, die ich schon x-mal zurückgespult habe. Wahrscheinlich ist es nur pervertiertes Jagdfieber, die Gewissheit, nichts tun zu müssen, weil alles sowieso irgendwie geschieht. Und es bleibt nichts zu tun, als zu träumen von dem Moment, in dem du mir das erste Mal langweilig wirst. Ob mir Langeweile den Schlaf raubt, so dass diese Sehnsucht nichts als Langeweile ist? Gestern haben Vater und Mutter Natascha begraben. Marina ist in Dresden. Sie hat geweint, sagt Vater. Das ist das erste Mal, dass der Tod so nah ist, dass ich mich gelähmt fühle. Sobald ich ins Nichts sehe, höre ich Natascha zwitschern. Sie sei nicht mehr aus der Narkose aufgewacht, sagt Mutter. Der Teddy tut gut. Wann habe ich wirklich gelebt? Sobald Natascha gezwitschert hat? Tim ist glücklich. Er sitzt grad im Zug nach Hause. Natascha fehlt mir. Und es ist mir egal, ob ich ihr gefallen habe. Sie fehlt mir. Vielleicht rufe ich Marina an.

Hab Marina angerufen. Bin noch sprachlos. Natascha sei operiert worden, obwohl sie die OP mehrfach abgelehnt habe, und nicht aus der Narkose aufgewacht. Es sei eine Embolie gewesen.

Das blaue Haus am Meer

Die Musikbibliothek (Telefon 4677 503) hat erst am Montag wieder geöffnet, aber dann bis 19 Uhr.

Johannes Brahms´Variationen zu Robert Schumanns Opus 23 für vier Hände und Carl Hermann Pillneys Weihnachtliche Hausmusik nach alten Weihnachtsliedern habe ich rausgesucht.

Clara wohnte auf dem Nachbargrundstück in einem blauen Holzhaus. Irgendwann hat sie es abbrechen lassen und ist damit an die Küste gezogen.

»Nehmen Sie Xenon. Das ist zwar nicht preiswert, aber so umweltfreundlich,« heißt »eigentlich will ich dich auf den Mond schnippsen, schlaf ein«. Wußtest du, dass Xenon in Deutschland hauptsächlich für die Raumfahrt eingesetzt wird? Ist ja wichtig zu wissen, zumal es die Ozonschicht kaum angreift - Dräger-Raketen. Am schmackigsten fand ich Lachmanns Entdeckung zur Traumhaft: Bei einem russischen Reaktorunfall begannen Kakerlaken zu Xenon zu swingen.

Ich suche mein Geblaste zu Clara, finde aber nur "früh enttäuscht oder doch nur ein bornierter optimist?"

Tim steht jetzt im Stadion.

Das Radio dudelt Dreams are my Reality.

Freitag, November 30, 2007

Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder und Schwangere

Hans Demmelmair (Telefon 089/5160-3692) vergibt eine Doktorarbeit für Humanmediziner und Biologen zu Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder und Schwangere im Labor für Stoffwechsel und Ernährung an der Haunerschen Kinderklinik in München. Ich würde dann in einem von der EU geförderten Projekt zur Harmonisierung von Ernährungsempfehlungen für Kleinkinder und Schwangere in verschiedenen europäischen Ländern mitarbeiten und neben eigenen Recherchen zu Ernährungsempfehlungen in Europa die Aktivitäten anderer Projektpartner koordinieren. Der Job beginnt am 1. Januar 2008, dauert zwei Jahre und wird per TV-L vergütet. Das ist verdammt kurzfristig. Am Montag spreche ich es mit Janos Tulok durch. Wahrscheinlich bin ich bis Januar noch nicht fit genug. Eigentlich wollte ich Anfang 2008 mit Morgner das Risperdal ausschleichen. Andererseits ist dort eine flexible Arbeitszeit und sogar Teilzeit möglich.

Fußball

Tim fasziniert er so sehr, dass er für ein Spiel extra nach Berlin fährt - bei Wind und Regen. Hab kein reales Angebot für ihn. Ein vierhändiges Klavierstück wäre schön. Vielleicht schreibt Franz was leichtes Kurzes. Oder ich quartiere mich morgen früh in der SLUB ein und suche nach Fertigem. Und morgen nachmittag gehe ich in den Stallhof, meinen Adventskalender füllen. 20 Uhr tritt Franz in der Vorstadt auf, und Tim und X. hören zu. X. hatte mich eingeladen, aber ich will Groke nicht verpassen. Das Internet hängt oft, auch der Aktualisierungs-Bottom bei SR1 Klassik, so dass ich keine Videos mitgoogeln kann, schade. Hab X. gesagt, dass Tim früh raus muss, weil er zum Fußball will. Hoffentlich sind die Schuhe warm genug.

Uni mit Kind

Beim Campus Dialog „Uni mit Kind“ am 29. November beschreibt eine alleinerziehende Leistungsstipendiatin aus dem ersten Bachelor-Semester, die ihr Abitur auf dem zweiten Bildungsweg gemacht hat, wie sie zwischen Gleichstellungsbeauftragter, Prüfungsamt und Campusbüro umherirrt, um ein Teilzeitstudium zu organisieren, und dass sie mittlerweile daran zweifelt, ob sie tatsächlich wichtig ist, und dass sie befürchtet, das Studium abbrechen zu müssen. Daraufhin bietet Cordula Meier vom Campusbüro an, mit Eltern gemeinsam zum Studiendekan zu gehen, um ihre Interessen zu vertreten. Denn es könne nicht richtig sein, Eltern und Kind so lange wie möglich zu trennen, sagt sie. Kurz vorher hat Jens Bemme, Projektleiter der "Uni mit Kind" und Vater, der gerade seinen Erziehungsurlaub antritt, darauf hingewiesen, dass Lernen ein lebenslanger Prozess ist. Und einer der Berliner Vertreter des Familienministeriums, das das Elterngeld auf einen kürzeren Zeitraum zusammenstreit, warnt vor der Rush Hour des Lebens um die Dreißig. Andererseits signalisiert der ebenfalls anwesende Rektor Bestürzung hinsichtlich der maximalen Hörsaalauslastung: Er sieht keine Ressourcen zur Verlagerung von Pflichtveranstaltungen auf reguläre Kinderbetreuungszeiten. Es wird wahrscheinlich noch ein Jahr dauern, bis sie alle Studiendekane erreicht hat, schränkt auch Cordula Meier ein. Während sie das sagt, ist die Alleinerziehende schon längst wieder auf dem Heimweg, um sich um ihr Kind zu kümmern. Als ich das Nina erzähle, sagt sie, dass sie sowieso kein Kind im Studium haben will. Ursula, die kinderlose Wienerin, hat mir einen Kölner Plüschteddy geschenkt. Inzwischen heißt er Uwe. Immerhin bin ich vor Mitternacht eingeschlafen. Heute ist mein letzter Praktikumstag. Am Montag bin ich wieder im BTZ.

Donnerstag, November 29, 2007

Tsunami-Frühwarnsystem in Indonesien

Indonesien interessiert Nina jetzt. Ich sehe ein Tsunami-Video nach dem anderen, ohne etwas Brauchbares über Frühwarnsysteme zu finden.

Mittwoch, November 28, 2007

Und wer zerrt sonst noch an ihr?

Ich war bei Martina und hab von X. erzählt, davon, dass ich träume, dass sie an der Deutsch-Französischen Hochschule Saarbrücken studiert. Martina konnte sich das Lachen nicht verkneifen. Und wer zerrt sonst noch an ihr?, hat sie gefragt. Heute in der Bahn war ich wohlig müde und hab mir vorgestellt, dass Uwe Groke neben mir in der Bahn steht und döst. Das tat gut. Kurz drauf hab ich die Brille aufgesetzt, um einzelne Gesichter zu erkennen. Ein paar davon habe ich in mich aufgesogen, und mir war egal, ob sie merkten, dass ich sie beobachte. Martina hat den Trickfilm von der fliegenden Windmühle gesehen, von dem X. Trickfilmlehrer so geschwärmt hatte. Er mochte das Drehbuch. X. mag das indische Englisch nicht, Martina auch nicht. Die rollen das R so, sagt Martina. Dass Thomas in Kambodscha war, hat sie nicht erzählt. Sein Bart ist inzwischen ganz rot, und die Augenringe sind noch dunkler geworden. Zehn Jahre ist das jetzt her, dass es mich jedesmal geschmissen hat, sobald er tiefer Luft geholt hat. Und das kam selten vor.

Dienstag, November 27, 2007

Wasser, das zum Wasser geht

Paraguay bedeutet Wasser, das zum Wasser geht. Tim will da hin. Brasilien ist nicht mehr aktuell. Paraguay sei kleiner. Hab eine Suchhilfe für witzige Fairness entdeckt: ib und Theoretische Biologie kommen auf der Seite erstaunlich gut weg. Petra hat zugenommen, ich auch.

Sonntag, November 25, 2007

Ich bin wütend auf Öko-Test

Gerade jetzt kostet das Kilo Mandarinen bei Aldi 89 Cent. Warum veröffentlicht Öko-Test den Mandarinen-Spuk nicht im Sommer?

Forschung Aktuell

Das Volontariat beim Deutschlandfunk wäre hauptsächlich bei der Redaktion Forschung Aktuell, aber auch bei Deutschlandradio Kultur. Wo die Standorte sind, weiß ich noch nicht. Es beginnt am 1. Oktober 2008. Zu träumen tut gut - von einer Redaktion, in der Groke arbeitet, in Köln. Komisch, wie selbstverständlich Groke in sämtlichen Träumen auftaucht. Anderthalb Jahre weg von zu Hause, weg von Tim und Nina. Ich liebe sie. Tim ist dann neunte Klasse und schon fast in Brasilien.

Das Orangenmädchen

Tim liest gerade ein Buch von Veronika. Veronika geht in seine Klasse. Sobald ich ihn etwas frage, reagiert er gereizt. Ich soll mir das Buch aus der Bibliothek holen, wenn ich wissen will, wer das Orangenmädchen ist, nachdem ich die x-ste Rezension gelesen habe. Es ist seine Mutter. OK, jetzt weiß ich es. Tim hat sich zu einem Kommentar überreden lassen: Das Orangenmädchen ist die Mutter. Dass es autobiografisch ist, glaubt Tim auch. Hab bei orange sofort an Groke gedacht. Wahrscheinlich hat das Tim genervt. Ouch. Schon wieder das rote Auto. Ob das aus der gleichen Requisite ist?

Samstag, November 24, 2007

Nostalgie

Sobald Chris Rea sein I can hear your heartbeat intoniert, sehe ich mich heimlich nach irgendeinem Puls an irgendeiner Hand fingern und über den dazugehörigen Kopf streicheln - der Anästhesisten-Song. Eigentlich suche ich gerade nach einem wissenschaftsjournalistischen Artikel, um mich beim Deutschlandradio als Volontär anzubiedern. Als ob nicht schon jeder Atemzug ein Sich-Anbiedern ist, ein NimmMich,IchAtmeDich, Köln. Das ist so weit weg von Tim, wo immer Nina dann auch ist. I can hear your heartbeat.
Christian Elger beschreibt die Hirndurchblutung bei Belohnung - der gleiche Christian Elger, der mir beim Carbium-Ausschleichen geholfen hatte, nachdem ich ihn und Günter Görge bei Multimedica gelesen hatte. Im Fernsehen läuft "Stacked". Ich mixe nach einem asiatischen Rezept Mandeln, Kokos, Ingwer, Tomate, Paprika, Koriander und Mais mit Blumenkohl auf, während Hühnerbeine im Ofen braten. Tim hat keinen Hunger. Nina geht nicht ans Telefon. Der Sitzball tut gut. Spiller ist 2,07 Meter. Bei Jappy spricht mich jemand schon das zweite Mal an, der in der Zigarettenbude arbeitet, ein paar Häuser weiter wohnt und auf seinen Fotos fast nackt ist, sich aber mit Vor- und Zunamen vorstellt. Hab ihm ein schönes Wochenende gewünscht. Wenn er mir so auf der Straße entgegenkäme, wäre es Exhibitionismus. So ist es eben Internet. Verrückt. Tim ist gegangen, Groke sendet nicht mehr, und ich friere. Vater hat gefragt, was ich zu Silvester mache. Tim will mit seinen Freunden feiern. Vielleicht hat Ticktac noch nichts vor. Allein in mein Kissen zu heulen und von Groke zu träumen oder auf Paul zu warten, hab ich keine Lust, das ist so ausweglos.

Freitag, November 23, 2007

Hab mich in Marla Glen verliebt. Ich hänge an ihren Lippen, ohne zu ahnen, was sie gerade denkt, und spüre nur, dass es ihr wichtig ist, auf der Bühne zu stehen. Aber vielleicht ist sie auch gerade ganz woandersund die Bühne nur Beiwerk für das, was ihr gerade durch den Kopf geht. Nur dass das, was sie da gerade bewegt, zentral für sie zu sein scheint, spüre ich. Grad wie bei dem Dialog zwischen Robin Williams und Julia Roberts in "Hook", in dem der Nervenzusammenbruch der Roberts schon zu ahnen ist.

Donnerstag, November 22, 2007

Sehnsucht

Hab mich noch nicht beim Deutschlandradio beworben. MDR wäre besser. Dann wäre ich in Dresden. Wo ist Figaro? Ich höre jetzt seit mehreren Stunden den Sender und suche gleichzeitig nach indischen Hochschulen mit dem Hochschulkompass. X. wollte sich noch nicht auf eine Studienrichtung festlegen. Martin Witt fand das gut. Seine Eltern hätten ihm auch Zeit und Raum gelassen, sich frei zu entscheiden. X. sagte, ich dränge sie. Beim Überfliegen von Intuitivem ankerte sie bewusst bei ihrem Vater, Extremsport und AFS, bevor sie den Fragebogen wieder beiseite legte, weil Eva mit den Kindern kam. Puh, Figaro ist in Halle.

Mittwoch, November 21, 2007

Comedy Central

Dharma Finkelstein aus "Dharma & Greg" und Nelle Porter aus "Ally McBeal" ähneln sich.
Ich will mich heute beim Deutschlandradio als wissenschaftsjournalistischer Volontär bewerben, warte aber noch, bis UW Groke 12 Uhr auf Sendung ist, bevor ich zu schreiben anfange. Bis dahin höre ich Videos. Nina ist mit ihrem Vater snowboarden. Vielleicht lade ich mich bei meinen Eltern zur Kürbissuppe ein. Mal sehen, was Tim sagt, wenn er aufwacht. Die Sonne scheint, und der Himmel ist blau wie lange nicht. Erst mal melde ich mich bei Einstieg an.

Dienstag, November 20, 2007

Hab heute Deo und Haarspray verwechselt, gleich am morgen. Ich konzentriere mich immer schlechter. Ob das Einsamkeit ist? Gestern bin ich bei der Saarbrücker Zeitung jemandem begegnet, der wie UW Groke aussah. Er ist Speditionskaufmann, zweifacher Vater und mag München.

Sonntag, November 18, 2007

In Eidechsenstarre vernuschelte Texte

"Glück ist immer da, wo du bist", verkündete Hirschhausen grad. Grund genug für mich, mich tiefer unter die Decke zu verkriechen und nach Amy Winehouse zu googeln: Michas Blatt beschreibt ihr Live-Konzert in der Muffat-Halle. Seit gestern ist das Bewerbungsfoto da - Zeit, mich beim Deutschlandradio als mittlerweile leider auch vorgealterter wissenschaftsjournalistischer Volontär zu bewerben. Birgit Kaiser und ein Ministerialrat waren schockiert über meine grauen Haare. Hab mir daraufhin für nächsten Sonnabend einen Termin bei Josi zum Strähnen Färben geben lassen. Mutter meint, kürzere Haare seien gut. Aber da kommt mein Heuschrecken-Profil so durch.
Dass die Wachsmänner ihren Hovawart nach der Film-Lassie benannt hatten, war mir klar. Aber dass es in der Serie auch einen Timmy Martin gab, hab ich jetzt erst gesehen.
18 Uhr am Sonntag war ich dann endlich zu Sonia Cillaris Performance. Viele waren da, standen , warteten, gingen auf die Frau zu, berührten sie wortlos an verschiedenen Stellen und gingen. Manche knieten vor ihr nieder. Sie rührte sich nicht. Das Einzige, was zu hören war, war das Rauschen im Lautsprecher, sobald sich ihr jemand näherte. Kaum einer sah ihr in die Augen. Sie schien weit weg zu sein, starr.

Samstag, November 17, 2007

Hook

Bin doch nicht zur CYNETart gefahren, "Hook" kommt. Das hatte X. gesehen, als Tim noch in meinem Bauch war und Martin die Betten baute. Robin Williams und Harry Potter ähneln sich. 14 Jahre ist das jetzt her. Damals hatte ich Angst um X. - der Film war so grausam. Kurz drauf war der Weg zum Haus zu.

Nr. 1 C-dur

Es ist so einfach. Trotzdem zittert meine linke Hand, und ich habe Muskelkater. Zeit für Magnesium. Hab den Schrank umgestellt, so dass das Licht über den Noten jetzt besser ist, und die Weihnachtssachen hervorgekramt. Nur ein Sellerieschnitzel ist ein bißchen angebrannt. Gleich fahre ich zur Cynetart.

Sellerieschnitzel

Ursula hat mir ein Notenheft geschenkt. Hab die Heizung nebenan hochgedreht und werde es, sobald es warm ist, ausprobieren. Ich hatte beim Heberer angerufen, aber nur den Anrufbeantworter erreicht, um das Fiakerbrot zu bestellen, und dann am Tresen Seidnitz-Center erst nach dem Einpacken gesagt, dass ich angerufen hatte. Die Verkäuferin kramte dann zwischen mehreren neben ihr liegenden eingepackten Broten und resignierte. Und es schmeckt! Besonders mit dänischer Orangenmarmelade und einer Mischung aus monsunwind-geprägtem Ceylon- und schwerem, würzigem, dunklem Assam-Tee. Hab es Claudia anbieten wollen, meiner Nachbarin, die heute auszieht. Nach zwei Jahren haben wir uns das erste Mal länger unterhalten. Dummerweise hatte ich die Daunenjacke an, weil ich ins Seidnitz-Center Brot holen wollte, und bin beizeiten ins Schwitzen gekommen. Ihr Sohn hat Asthma, sagte sie. Deshalb ziehen sie ins Hochland. Schade. Hätte ich das eher gewusst, hätte sie vielleicht nicht wegziehen brauchen. Schade, verdammt. Naja. Klavierüben :-) Ich bin die ganzen Monate über den Vornamen gestolpert, weil die Neue von Martin auch Claudia hieß, und hatte die beiden deshalb nicht angesprochen. Dabei ist ihr Sohn immer auf mich zugekommen. Blöd ist das. Zu spät. Sie gibt Tanzunterricht, sagte sie. Jetzt stand ich mit dem Fiakerbrot vor ihrer leeren Wohnung. Die Eltern haben Sellerie, gemahlene Mandeln und Kürbis gebracht. Ich bin so satt von dem Brot.

Ouch

Und UW Groke kam nicht. Stattdessen hielt er die schönste Frau der Welt in den Armen. Auch gut. Ich hatte noch nie so einen störanfälligen Internet-Account wie gestern abend, hab ihn kaum gehört. Schade. Hab Zascha Moktan und Anne Frank gemailt, dass die Audio-Links beim SR1 nicht greifen. Zaschas Antwort kann ich aber nur bei MySpace lesen, weil ich den MSN Messenger deinstalliert habe. Mal sehen. In Ruhe.

Freitag, November 16, 2007

Sturm

In Bangladesch hat es über Nacht fast tausend Menschen aus dem Leben gerissen. Hab Tim gefragt, welche Region in Indien wettersicher ist. Aber das hat er nicht in Geografie gehabt. Hab X. sprachlos in dem Stimmengewirr im Katastrophengebiet gesehen. Mich hat es geschmissen vor Angst. Tim fragte nur zurück, was dann aus dem Katzenstreu wird. Das ist seit kurzem seine Standardreaktion, sobald ich ihn nerve. Wetter und Indien... Irgendwie kriege ich das raus. Mir fehlen nur noch die richtigen Deskriptoren.

Hab Sesamknäcke ausprobiert. Darauf hatte ich mich seit Tagen gefreut. Die Clementinen duften. Das Wochenende wird schön. Morgen früh rufe ich im Seidnitz-Center beim Heberer (0351/25 23 169) an, ob sie Fiaker-Brot haben, radle rüber, es kaufen, koche den Kürbis von den Eltern, lade Tim und X. zum Essen ein - ich habe noch nie Koriander, Möhre und Kokos kombiniert - und gehe abends zur CYNETart zu der Performance von Sonia Cillari. Zu zweit wäre es schöner, aber Tim weiß noch nicht, ob er mitkommt. Lust hat er keine. Die Installation, bei der X. einen Animationsfilm mit Minimalaufwand generiert hatte, hatte mich so fasziniert, auch wenn wie immer nicht oder kaum geheizt war. Aber die Galerie in der Rähnitzgasse 2006 war auch nicht so abgelegen wie das Festspielhaus Hellerau 2007. Insofern verstehe ich Tim sehr gut. Vielleicht interessiert ihn Massage.

Donnerstag, November 15, 2007

Beharrlich, furchtlos, selbstkontrolliert, statusorientiert und zielstrebig... Integer, vertraut, vorsichtig und friedfertig... Ich arbeite seit Wochen in einem Keller hinter Gittern und dazu noch mit einer Jalousie, die nur halb aufgeht. Heute rissen ganz kurz die Wolken auf. Das war ein großartiger Moment.

Irgendwann

Diamantpressung gibt es ab 4641 Euro (0,4 Karat, unabhängig vom Schliff) inkl. Überführung der Asche in die Schweiz und Kultivierung des Diamanten. Hinzu kommen Kosten für die Einäscherung ab 2300 Euro (ohne Feier), bis 3800 Euro (mit Feier, Sarg, Blumen und Anzeige). Das wären dann mindestens 7000 Euro. Vater hat gestöhnt. Hab es Mutter gemailt.

Ich habe einen neuen Sitzball. Der ist noch besser als der Liegesessel. Ich fühle mich wie neugeboren. Er ist fast 65 Zentimeter hoch.

Hab beim Bäcker in der Schiller Galerie nach Fiakerbrot gefragt, aber nur Kräuterbrot bekommen. Mit Zwiebeln und Gurke hat es mir aber auch gut geschmeckt, Vater scheinbar auch. Am Wochenende gibt es Kürbissuppe.
In der Altmarktgalerie gibt es Shiatsu-Liegesessel. Zwei Euro kostet die Benutzung. Ich konnte mir kaum verkneifen, mich drauf zu legen im Galerie-Keller neben dem Springbrunnen.

Vater hat mich vorm Einschlafen als Kellerkind bedauert, und das ausgerechnet, als ich unter der Dachschräge lag. Wie immer beim Einschlafen. Mein Job ist im Keller, immerhin ruhig. Aber Vaters Bedauern hat mir das Einschlafen vermiest.

Mittwoch, November 14, 2007

Weglaufhaus Dresden

Wenn der Dresdner Internetdienstanbieter die Seite offline nimmt, kann Miri sie trotzdem als Referenzobjekt nutzen, sagt Tim. Dass er nicht bereit ist, die Inhalte kostenfrei im Netz zu belassen, hatte der Internetdienstanbieter, auf dessen Server die Seite ist, gestern angekündigt und mir seine Auslagen mit fünf Euro monatlich veranschlagt. Das seien Auslagen, die er nicht bereit sei, vorzuschießen, wenn sein Kontakt zu mir nicht seinen Vorstellungen entspräche. Zu diesen Vorstellungen gehören unter anderem gemeinsam erlebte Konzerte und ewige Telefonate zu Zeiten, zu denen ich normalerweise schlafe oder zu denen Groke sendet. Das ist das Aus für die Webseite. Hart für Miri. Mittlerweile verstehe ich Elisabeth Dederke immer besser, die situativ differenziert, wobei sie mit wem in welchem Umfang zusammenarbeitet. Jeder macht seine Erfahrungen. Der nächste Schritt wird sein, Fördermittel zu beantragen. Als Ein-Mann-Gruppe wird das allerdings schwierig. Aber es muss ja nicht alles sofort sein. Jedenfalls ist das besser, als von einem Internetdienstanbieter abhängig zu sein, der mit mir spielt. Das Selbsthilfenetzwerk seelische Gesundheit funktioniert auch ohne die Seite. Den nächsten Vertrag mit einem Internetdienstanbieter mache ich schriftlich.

Sonntag, November 11, 2007

Miri hat das Weglaufhaus ins Netz gestellt.

Stefan rief an: Dagmar Wiezcorek sei wieder da gewesen. Google listet den Namen mehrfach. Was er beschreibt, klingt unwahrscheinlich. Sie sei in seiner Wohnung, wenn er nicht da ist, obwohl er ein neues Schloss eingebaut hat. Hab ihn gebeten, auf sein Phantom zuzugehen, um die Diskrepanz zwischen Wahrgenommenen und Tatsächlichem zu erfassen.

Und ich träume von einem Groke-Double.

Ich bin in der Zeitung

Wieder ein Tag ohne Groke und mit Regen.

Samstag, November 10, 2007

Es regnet

Samstag morgen, SR1 im Ohr, Potato vor Augen. "Ich hab ja schon meinen Vogel im Studio", sagt Mike Caspers gerade. Tim schläft. Zeit für Kaffee, Haarewaschen und Aufbrezeln fürs Bewerbungsfoto. Aber es regnet. Inzwischen ist es schon wieder mehr als zehn Jahre her, dass ich das letzte Mal bei ihr war. Damals hatte sie einen verdammt tiefen Ausschnitt und eine Perlenkette. Tim strahlte und zeigte seine Zähnchen - zwei Jahre war er damals. Ich bin schon wieder aufgeregt. Ich finde keine Pflaster mehr. Die Bettwäsche muffelt. Ich habe keine Lust aufzustehen. Kaffee, schmacht. Die Schwangerschaftsfotos erinnern mich an die Frauenärztin ein paar Meter weiter. Das war damals ein verrückter Tag bei ihr. Sie hatte meine Eltern angerufen, nachdem ich sie gefragt hatte, warum sie meine Schwester nicht von der Hysterektomie zurückgehalten hat, zumal ihre Enkelin grad zu stillen war und die Blutungen dadurch auch gestillt werden könnten. Damals hatte mir die Schlenk ihre Notarztdienste angeboten, aber letztendlich dafür gesorgt, dass ich in die Psychiatrie kam. Ein verrückter Tag eben. Meine Schwester hatte das Stillen mit Hinweis auf die Stärke der Blutungen und die Beratung der Schlenk abgelehnt. Die Schwangerenfotos zeigen kaum die Familie. Es regnet immer noch. Ich weiß noch nicht, was ich für das Foto anziehe. Groke fehlt mir. Uwe Groke fehlt mir. Im Ministerium ist auch ein Uwe. Der flucht immer, wenn er mit Dritten "alleine" ist und ich dabei bin. Ich sehne mich nach Haut, ganz Kellerkind in der Mansarde. Der Job im Keller schlaucht doch, so ruhig der Raum dort ist. Entweder ich bin im schattigen Großraumbüro-Kreuzfeuer oder in der kauzigen Kellergemeinde... Sonne auf der Haut wäre schön, Groke zum Aufwachen eben. Aber ich kann im Keller kein SR1 empfangen, nur MDR Figaro. Und das ist genauso trostlos wie der Keller. Deutschlandradio hat für die Wissenschaftsredaktion ab Oktober 2008 ein Volontariat in Köln oder Berlin ausgeschrieben. Nothing compares to you, läuft grad.
Als ich Nina von der euro-scene erzählt habe, hatte ich eigentlich erwartet, dass sie sich über die trostlosen Themen mokiert. Stattdessen erzählte sie, als sie von den Kindertotenliedern hörte, von einem pädophilen Religionslehrer, der gleichzeitig Sport unterrichtete, Wilhelm hieß und nach seiner angeblich tatsächlich praktizierten Schwanzvergleichinstruktion im Sportunterricht von der Kreuzschule verwiesen worden, aber nicht vom Dienst suspendiert worden sei. Letztendlich lief das Gespräch auf einen Antrag auf Kostenübernahme für die Praxisgebühr an das Kreuzgymnasium hinaus, das bei krankheitsbedingtem Fehlen bei Klausuren ein ärztliches Attest fordert. Der Schwanzvergleich lässt sich mit zehn Jahren Verzögerung wahrscheinlich kaum nachweisen, auch wenn es einen Onkel Thomas gibt, der das erlebt haben soll.

Freitag, November 09, 2007

Hab bei einer Befragung mitgemacht

Bin gespannt, ob ich tatsächlich etwas gewinne.

Donnerstag, November 08, 2007

Kinderarmut

Ich habe heute das erste mal im Landtag gesessen und Apfel gesehen, den Fraktionsvorsitzenden der Partei, die ein Erziehungsgehalt fordert, scheinbar eine FrauenZurückAnDenHerd-Initiative. Dabei hat Sachsen weniger Krippen als andere neue Bundesländer. Es ging um Kinderarmut: 200 000 Kinder in Sachsen sind arm, 46 Prozent der Kinder in Görlitz, jeder vierte Sachse. Die Lösung, die mehrere Frauen im Landtag anboten, waren Ganztagsschulen und Kinderbetreuungseinrichtungen mit frühkindlichen Bildungsangeboten. 530 000 Menschen erhalten heute Arbeitslosengeld II oder Sozialgeld - 200 000 mehr als Bezieher von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe Ende 2003. Bis 2020 wird die Altersarmut eine Massenerscheinung. 20 Prozent der Bevölkerung sind Migranten. Unter den Deutschen sei mehr Geld als je zuvor. Dabei sei es ungleicher verteilt als je zuvor. Vorhin habe ich das Institut für transkulturelle Medizin entdeckt.

Mittwoch, November 07, 2007

Seelenpresse

Bin schon wieder ganz Fernweh. Das Unterschreiben der Petition hat nicht geklappt. Ich tauche zweimal auf: an postition 848 UND 849. Hab gefragt, ob der Webmaster das korrigieren kann. Hab Michael Alvers angerufen: Bei ihm ein redaktionelles Praktikum zu machen, scheint nicht viel Sinn zu haben. Er sucht englische Muttersprachler. Stanford scheint ihm wichtig zu sein. Karin hat mich auf ihn aufmerksam gemacht, jedenfalls auf das Bioinnovationszentrum, in dem er arbeitet. Genetik ist das erste Stichwort, das er anbietet. Ein Fremder. Geografie hat er studiert und mit einem Nobelpreisträger zusammengearbeitet, einem Physiker. Hab ihm erzählt, dass ich in der SZ-Lokalredaktion und bei Welt der Wunder war und jetzt in der Pressestelle des Wissenschaftsministeriums an einem Flyer über das Studieren mit Kind arbeite. Genetik, Physik und Geografie... Zweidimensionales hat ihn mal interessiert. Papier, träum... Unvernetztes Papier voller Insulaner-Kauderwelsch, verlinkt zum Exoten-Gurutum, immer in Erwartung, entdeckt zu werden, versteckt mitten im tiefsten Europa. Allmählich verstehe ich die Traditions-Saarländer. In Frankfurt/Oder kann man grenznah und multinational Internationale Beziehungen studieren. Aber Osteuropa interessiert X. nicht, Kitesurfen in Polen schon. Hab Stefan Strohschneider gefragt, mit welchen indischen Hochschulen er zusammenarbeitet. Indien interessiert X. eher.

Dienstag, November 06, 2007

Interkulturelle Kommunikation

Hab grad einem Regensburger Organisationspsychologen, der sich für interkulturelle Psychologie interessiert, mailen wollen, um zu erfahren, mit welcher indonesischen Hochschule er kooperiert, als ich über sein IchMacheWoandersWeiter gestolpert bin. Mir wurde gleich ganz multidisziplinär. Zeit schlafen zu gehen. Morgen ist auch noch ein Tag. Außerdem paukt Nina jetzt die Dynamik des Waldsterbens für Geografie und hat keinen Nerv für Auslandspraktika oder Studienwahl.

Sonntag, November 04, 2007

Batterlauf

Uwe Groke hatte Startnummer 693 und ist, so Tim, eine gute Zeit gelaufen. Auf den Fotos habe ich ihn nicht entdeckt. Heute gibt es Barsch mit Erbsen und Kartoffelbrei und dazu eine Recherche übers Waldsterben. Im Fernsehen die Nordtour. Ein bißchen ahne ich seinen Tag, die Gesichter, die er gesehen hat, und die Wege, die er gelaufen ist. Nina stellt gerade alles infrage - ihre Sehnsüchte und ihre Wünsche. Das jugendliche Chaos fehlt ihr. Sie will weg, weit weg. Vater will, dass ich Haemochromatose bei mir ausschließen lasse. Karin spendet scheinbar oft Blut, und er vermutet, sie hat eine Eisenstoffwechselstörung. Ich träume so gern. Ich könnte den ganzen Tag in Fotos blättern, um nach einem Gesicht zu suchen, dass ich sowieso nicht wiedererkennen kann, wenn kein 693 drunter steht. Ich sehne mich nach seiner Stimme. Am Wochenende war Ursula da. Ich soll Kryptopyrrolurie bei mir ausschließen lassen, sagt sie. Letztendlich geht es ihr darum, dass ich ausreichend Zink und Vitamin B6 nehme.

Ich stöbere in Videos


Rebecca Salzer - Office Furniture,
Slow Day At Work,
David Blaine Street Magic

Samstag, November 03, 2007

Meine Lieblingsmusik

Midge Ure - Breathe
Annie Lennox - Dark Road
Plain White T's - Hey There Delilah
F4 - Le Smou
Jewish Klezmer
Toms Diner

Klezmer

Tim hatte heute Musik für Autokolonnen gesucht. Klezmer finde ich dafür immer noch am schönsten.

Donnerstag, November 01, 2007

Indische Links

Mitgiftmord
Durga
Lonely Planet
Local Guide
Marco Polo
Polyglott
Auswärtiges Amt
Hamburger Bibliothek
Bibliothek in Karlsruhe
Indologie-Lehrstuhl in Heidelberg
Wildlife
Indische Sprachen
Indische News
Google
Studiengang Internationale Beziehungen
Deutsche Welle

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Indien/Links/DIndPartnerschaft.pdf Beide Regierungen begrüßen die positive Entwicklung im Austausch von Wissenschaftlern und Studierenden, insbesondere das neue Austauschprogramm zwischen den fünf Indian Institutes of Technology und sechs Technischen Hochschulen in Deutschland, das auch eine Ausbildungsphase in deutschen Unternehmen vorsieht, sowie die Einführung zahlreicher englischsprachiger Studiengänge an deutschen Hochschulen. Sie stellen fest, daß der akademische Austausch ein Schwerpunkt der künftigen Zusammenarbeit bleiben und weiter ausgebaut werden soll. Sie werden sich deshalb dafür einsetzen, daß in diesem Bereich laufende Programme ausgeweitet und, wo notwendig, neue Initiativen ergriffen werden. Die von der Vereinigung Indischer Hochschulen (AIU) und der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) im Februar 1999 geschlossene Vereinbarung über wissenschaftliche Zusammenarbeit setzt den Rahmen für eine verstärkte Kooperation zwischen deutschen und indischen Universitäten. Die hierdurch eröffneten Perspektiven zur Verstärkung des Austauschs von Studenten und Wissenschaftlern sollten voll genutzt werden, insbesondere durch die Einrichtung von Hochschulpartnerschaften. Der Ausbau des akademischen Austauschs kann nicht allein Aufgabe staatlicher Stellen sein. Beide Seiten regen daher die Schaffung eines privaten deutschindischen Stipendienfonds durch die Industrie an, der die Aufgabe übernehmen soll, von deutschen und indischen privaten Förderern und Unternehmen Mittel einzuwerben.

Luzie
Go Out
HS Karlsruhe
World of XChange
College Contact

http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Laenderinformationen/Indien/Links/DeutschIndischeErkl_C3_A4rung.pdf Beide Seiten begrüßen den Beschluss des indischen Rates für Kulturbeziehungen (Indian Council for Cultural Relations), an verschiedenen deutschen Universitäten fünf Wanderlehrstühle für moderne Indologie einzurichten.

http://www.aswnet.de/indien/infomaterial.html
Amnesty International

Straßenplan


Viele Straßen in meiner Umgebung tragen Ortsnamen aus dem Erzgebirge. Heute fiel mir auf, dass es den Ort Bärenstein im Erzgebirge zweimal gibt: im oberen Erzgebirge bei Weipert - bei Vaters Verwandten - und bei Altenberg.
Heute habe ich SR1 weder mit Windows Media Player, noch mit Real Player hören können.

Weltmeisterschaft

Der Schönste