Donnerstag, Januar 10, 2008

Lichtschacht

Das Internet ist heute instabil. Minutenlang höre ich nichts. Auf Arbeit kein Webradio, zu Hause ein instabiles Netz. Das ist ein verdammt hoher Preis. Und dann zu sehen, wie er alle anschreit, tut weh. Als ob er alle anschreit, um mich zu treffen. Warum kann er mir das nicht direkt sagen? Meint er mich überhaupt? Und wenn nicht, warum kann er es nicht rausschreien? Warum kann ich nicht abschalten? Der eine zittert, der andere schreit. Tim hat jahrelang nichts von beidem gemacht. Vielleicht strahle ich dieses DuDarfstNichtSchreienUndNichtZittern aus. Dieses DuDarfstNicht, bei dem Martin die Brauen hochzieht. Entspannte Fotos. Verdammt. Ich suche Nähe, Heimat und erschrecke, sobald ich sie spüre. So nah, wie ich sie nicht vermutet hatte. Jetzt bricht die Verbindung zum SWR3 wieder ab. 007-Gemache. Ich fühle mich immer noch wie ein Kanarienvogel in der Antarktis. Ich funktioniere nicht, bin noch nicht gefestigt genug. Die Gruppe ist einfach riesig. Das sind nicht mehr die Zweier-Gespräche wie im BTZ, da ist kein Holger, der meine Gedanken lesen kann. Da ist einfach nur Zeitdruck. Ich zappe zu Matuschek rüber. Der ist immer so schön relaxed. Danach schlafe ich jedesmal tief und fest. Außer letzte Nacht. Das Praktikum ist eben hart. Holger schläft auch kaum. Schade, ich erreiche den WDR2 nicht. Es ist wirklich ein verdammt hartes Praktikum. Ob ich das selber bin? Ob ich diejenige bin, die sich so schnell zurückzieht? Ob Robert mich erwartet? Ob er überhaupt jemanden erwartet? Mir brennt es in der Brust, aber rechts. Ich atme schon wieder zu flach. Vieth sendet. Ob ich es schaffe, mir vorzustellen, dass er niedlich ist? Das war der Moment, als ich heute 103,5 abgeschaltet hatte wegen der Videos. Irgendjemand war grad niedlich, sagte Andrea Krüger. Hab nachmittags bewusst Robert Drechsler gehört. Bewusst insofern, als das Internet jedesmal zusammenbrach, wenn ich ihn wegzappte. Irgendein verdammter Bundestrojaner wird das auf der Festplatte sein.

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