...über Eisenmangel zu schreiben, wenn da einer verhungert. Was ist das für ein verdammtes System, dass den Einzelnen nicht einmal davor schützt zu verhungern? Dann über fleischreiche Ernährung zu meditieren und beim Meditieren um die Rente zu bangen, die wiederum wichtig ist, um nicht zu verhungern, macht alles noch verrückter. Die Rente ist zu gering, um in Ruhe davon leben zu können und meinen Kindern einen Teil ihrer Wünsche zu erfüllen. Wenn ich etwas dazu verdienen will, gefährde ich meine Rente. Andererseits genügt das, was ich dazu verdienen könnte, nicht zum Leben.
Dienstag, April 17, 2007
Arbeitsloser verhungert
SWR3 wusste mehrere Minuten lang mehr als Google: Den SWR3-Nachrichten zufolge ist ein Deutscher verhungert, weil er kein Essen kaufen konnte. Das ergab seine Obduktion. Von den durch die Obduktion verursachten Kosten hätte er mindestens eine Woche leben können. Die Bey sagt, auf dem Arbeitsmarkt wäre es jetzt wie in einem Haifischbecken.
Ich habe dich vermisst
Es fühlt sich komisch an, das so zu hören. So unwirklich. Nina und Tim haben das nicht gesagt. Martin Witt hat mich vermisst, sagt er. Im Messenger-Display stand gerade etwas von jemandem, der jemanden begehrt. Ein Fremder eine Fremde. Angeblich begehrt er mich etwas. Mit seinen anfang Zwanzig. Ich bin verblüfft, in mir ist alles taub. Alexithymie nennt Norbert das. Am Telefon mokierte sich Norbert über meine angebliche Bescheidenheit. Der Eisenmangel-Text liegt noch so da wie vorgestern abend. Die verdammte Digicam streikt immer noch. Mit Tim zu fotografieren und dazu Groke im Radio zu hören - das wär´s. Am liebsten hätte ich ihn ganz für mich. Ein paar Augenblicke lang. Vielleicht kann ich ihn mit Hühnerbrühe bestechen. Hab das Groke-Foto wieder neben dem Monitor.
Zukunft planen
Hab gestern das erste Mal nach Salzer & SR1 gegoogelt und nichts Beunruhigendes gefunden. Stattdessen tauchte abends bei Lablue ein Gesicht auf, das Groke ähnelte. Ein Finanzberater. Er hatte noch nie vorher gechattet, schrieb er. Heute ist Groke nicht auf Sendung. Die letzten Tage war ihm warm. Ich hab solche Sehnsucht nach ihm, dass ich alles vergöttere, was nur halbwegs an ihn erinnert. Wärme mag er nicht. Ich friere schnell. Vielleicht ist das Eisenmangel. Nina und Tim wollen heute an den See. Das Wasser wird noch zu kalt sein. Hab Sabine gestern gemailt, dass ich sie überheblich finde. Seitdem hat sie nicht mehr geantwortet. Sie liest den Blog, schreibt sie. Und sie stört, was ich schreibe. Mich stört, dass ich im Spiegel anders aussehe als in der Digicam.
Montag, April 16, 2007
Putengulasch
Nina hat ein neues Rezept aus Brüssel mitgebracht: Putengulasch mit Birnen und Frischkäse. Reichlich gepfeffert und gesalzen schmeckt es phantastisch.
Kalte Füße, leerer Kopf
Bis auf ein IchDrückDirGanzFestDieDaumen blieb mein Kopf ganz leer, als André erzählt hatte, was ihm inzwischen passiert ist. Ich fühle mich wie ausgedörrt. Das Praktikum beim Sächsischen Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst wird, wenn überhaupt, frühestens im Oktober/November 2007. Die Bewerbungsunterlagen sind bei Spectator Dentistry angekommen. Der Artikel über Eisenmangel liegt halbfertig da, der übers Hören noch nicht einmal halbfertig. Heute ist Yoga und Englisch. Nina wünscht sich Reishuhn mit Birnen und Käse zum Eissalat. Jetzt geht es zur Bey, den Rentenantrag unterschreiben.
Sonntag, April 15, 2007
I don´t like...

Vorhin kam etwas von Dreadlock holiday, was wie "I don´t like Brigitte" klang, aber "I don´t like cricket oh" hieß. Mir ist immer noch flau. Ob ich die Einzige bin, die das seit Jahren verwechselt? Stimmen hören... Manchmal höre ich überall nur Hass. Ich wollte sehen, wie Tim mich sieht, und das damit vergleichen, wie ich mich selbst in der Webcam erlebe, aber Tim hat immer seltener Lust zu fotografieren. Lieber spielt er neue Titel auf seinen mp3-Player. Außerdem ist das Digicam-Akku auch so schnell alle. Wie unterschiedlich ich mich erlebe, wenn die Fotos direkt danach sind oder erst nach Tagen sichtbar sind... Die Digicam mag ich mehr. Da habe ich den Augenblick noch vor Augen und kann eingreifen. Schade, dass ich mit der Webcam keine Fotos machen kann.
Durcheinander

"Du musst schon verzweifelt sein, wenn du den liebst. Der ist doch so unerreichbar. Was gibt dir das?", fragt Nina. Ein bißchen Glück. Der Text ist inzwischen fast fertig. Ich kann jetzt immer länger schreiben, ohne müde zu werden. Ich will eine Tabelle wörtlich von einer Quelle übernehmen, wenn Monks einverstanden ist. Bin immer noch wütend über Sabines Gelaber zum Urheberrecht. Wenn ein Text gut ist, lässt er sich verwerten. Gelesen zu werden, ist nicht das Schlimmste, was einem Text passieren kann. Vielleicht bin ich ja wirklich verzweifelt und träume mich nur weg, um die Verzweiflung weniger zu spüren. Auf dem Foto sehe ich ja auch nicht grad glücklich aus, obwohl ich grad glücklich war. Verdammt glücklich sogar. Tim saß neben mir.
Sabine
Ihr IchWillNichtMehrArbeiten zieht mich runter, ich will nicht mehr von Rente leben müssen. Schreiben setzt sie mit Abschreiben gleich, sobald es sich auf Gelesenes bezieht. Was ist überhaupt ursprünglich, ohne zusammenhanglos zu bleiben? Natürlich ist vieles schon oft geschrieben, wird aber trotzdem immer wieder neu gebraucht. Wie das tägliche IchLiebeDich. Ich hasse diese selbstzerstörische Leere, die sie in mir hinterlässt. Nächstens lasse ich mir den Orgasmus patentieren, auf dass jeder, der nach mir einen durchlebt, an mich zahlen muss. Vedammt. Vorhin hab ich "I don´t like Brigitte" gehört, die Lyrix nachgelesen und "I don´t like cricket oh" gefunden. Einsam ist das.
Vernetzung
Ich lese dich, höre mich, lese mich und höre dich. Je zeitnäher, um so unmittelbarer erlebe ich es. Mir ist wohlig warm. "Der gewünschte Gesprächspartner spricht." Ich friere. Nur ein paar Sekunden später. Trotzdem ist es kalt.
Samstag, April 14, 2007
Zufall
Ich kann seit mehreren Minuten SWR3 nicht per Webradio hören, aus dem Studio kommt kein Feedback auf meine Email. Zeitgleich sendet der SR1, dass auf der A1 in beiden Richtungen Falschfahrer unterwegs sind, ohne die Informationsquelle zu nennen:
"A1 Saarbrücken-Euskirchen Zwischen Dreieck Nonnweiler und Dreieck Moseltal in beiden Richtungen Achtung,
Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!
Nicht überholen! Vorsicht auf beiden Richtungsfahrbahnen. Wir melden, wenn die Gefahr vorüber ist."
Kaum scanne ich die Nachricht ein, besteht die Gefahr nicht mehr. Es ist Zufall, ein Zufall von vielen. Auch dass nur von einem einzigen Fahrzeug die Rede ist, aber von beiden Richtungen, wundert mich kaum. Jetzt ist es 23.10 Uhr.
Wundern würde mich lediglich, wenn ich jetzt plötzlich SWR3 wieder empfangen könnte. Und es geht. Ab Mitternacht über das SR1-Webradio. Zufall. 00.41 Uhr. SWR3 wird lediglich über www.sr1.de, aber nicht über www.swr3.de gesendet, wie es scheint. Ich muss nicht alles begreifen. Mafeu empfängt auf www.swr3.de auch nichts, es liegt also nicht an meiner IP. Ich geh schlafen.
"A1 Saarbrücken-Euskirchen Zwischen Dreieck Nonnweiler und Dreieck Moseltal in beiden Richtungen Achtung,
Ihnen kommt ein Falschfahrer entgegen!
Nicht überholen! Vorsicht auf beiden Richtungsfahrbahnen. Wir melden, wenn die Gefahr vorüber ist."
Kaum scanne ich die Nachricht ein, besteht die Gefahr nicht mehr. Es ist Zufall, ein Zufall von vielen. Auch dass nur von einem einzigen Fahrzeug die Rede ist, aber von beiden Richtungen, wundert mich kaum. Jetzt ist es 23.10 Uhr.
Wundern würde mich lediglich, wenn ich jetzt plötzlich SWR3 wieder empfangen könnte. Und es geht. Ab Mitternacht über das SR1-Webradio. Zufall. 00.41 Uhr. SWR3 wird lediglich über www.sr1.de, aber nicht über www.swr3.de gesendet, wie es scheint. Ich muss nicht alles begreifen. Mafeu empfängt auf www.swr3.de auch nichts, es liegt also nicht an meiner IP. Ich geh schlafen.
Hab die Jalousie runtergezogen
Zwei Stunden. Die Sonne stand zwar tief, aber es hat sich gelohnt. Kein Sonnenstich. Allerdings ist die Wohnung ausgekühlt.
Verwirrt
Es ist jetzt schon der zweite Tag, an dem mein Hirn verrückt spielt. Ich kann fast die Uhr danach stellen. Gegen 18.30 Uhr geht das los. Zu der Zeit steht die Sonne relativ tief und scheint mir ins Gesicht, wenn ich am PC sitze. Ich kam grad vom Sport, setzte mich an den PC, und nichts ging mehr. Die Buchstaben tanzten sinnlos vor mir herum und verschwammen. Tim ging es gestern auch schlecht, Vater auch. Ich wünsch mir Liebe.
Freitag, April 13, 2007
Das erste Honorar ist da
49 Euro für drei Tage Arbeit und extreme Kopfschmerzen. Der Job ist Wahnsinn. Ich werde krank dabei. Schneller als im Saal. Mein Hirn löst sich auf. Über Migräne zu schreiben, ist verrückt. Irgendwas Schönes zu beschreiben, träum. Irgendwelche 10 Best Of-Listen. Dazu ein nackt tänzelnder Barsch im Hintergrund.
Stadtbiene
Hab sie versucht zu retten. Jetzt ist sie fast tot. Vielleicht sticht sie noch einmal. Pollen war keiner an ihr zu sehen. Ich staune, was sie hier gesucht hat.
Rente
Die Bey beantragt die Rentenverlängerung noch, hat sie gerade versprochen. Meine Kontoauszüge hat sie gestern verschmissen. Das waren sämtliche Unterlagen für 2007, die blöde Kuh.
Bundeswehr-Tornado
Der flog von Korsika übers Berner Oberland, als er in einem von 3000er Tal bis auf 300 Meter abtauchte, nicht rechtzeitig aufsteigen konnte und gegen ein Felsmassiv schmetterte. Der Pilot starb, sein Co. verfing sich mit dem Fallschirm im Gestein.
Sonnenstich
Der Drehschwindel wird am ehesten sonnenstich-getriggert gewesen sein. Meine dunkle Wohnung ist immer noch hell genug, um einen Sonnenstich zu kriegen. Jedenfalls am Notebook. Die Variante ist mir jedenfalls weniger unheimlich als nachzuforschen, was die Schwester mir am Dienstag tatsächlich gespritzt hat. Da es ein Retard-Präparat ist, hab ich sowieso keine Chance auszuweichen. Jedenfalls nicht in den nächsten anderthalb Wochen. Also Sonnenstich.
jpg-Dateien
Gestern hat mich ein 21-Jähriger im Chat angesprochen. Bi-Gay hat er sich genannt. Und Fotos hat er mir geschickt. Beim Öffnen der temporären Datei tauchte plötzlich ein JanGarcia-Foto auf. Ich war verblüfft. Ein warmer Schauer war das. Der Gay selbst entpuppte sich dann als offensichtlich leistungsorientierter Physikstudent. Auf den Fotos war er der nette Junge von nebenan. Blieb der Altersunterschied, der ihm inzwischen anscheinend auch aufgefallen war. Allerdings ist Thomas sogar von einer 17-Jährigen angesprochen worden, einer Genferin. Vielleicht ist es ja normal und meine Welpenphobie nur esoterischer Quatsch.
Kann nicht schlafen
Mir spukt immer noch der Tornado durchs Hirn, der gestern über der Schweiz abgestürzt ist. Als ob der Drehschwindel sich dadurch erklärt. Kann ein abstürzendes Flugzeug Drehschwindel machen? Oder stürzt ein Flugzeug bei Drehschwindel ab? Letzte Woche hab ich das erste Mal die Schweiz gesehen, die öden Hochtäler ohne Funkverbindung. Dass die dort überhaupt merken, wenn etwas abstürzt, ist schon erstaunlich. Grund genug, nachts aufzuwachen. Dass dem Busfahrer der Neffe gestorben ist, hab ich schon geschrieben? Er hat sich erschossen. Das ist schon wieder Ewigkeiten her. Eine halbe Woche. Einer, der sich erschießt und einer, der abstürzt. Erfrischende Zeitgenossen sind das nicht. Aber der Drehschwindel war wirklich schlimm. Panik war das wahrscheinlich. Zukunftsangst vor den nächsten fünf Minuten.
Donnerstag, April 12, 2007
Ankern zwecks Leuchtturm-Check
Bin wieder mal kurz vorm Abheben. Die Schädeldecke vibriert schon. Ganz Fliehkraft. Und das nächste Ziel wieder mal lediglich zwischen irgendwelchen Beinen. Es ist alles so beliebig. Warum flirrt das alles so? Warum geliert mein Hirnschmalz? Warum wird alles so beliebig, sobald ich einen neuen Artikel beginne? Eisenmangel... Konzentrationsstörungen, grübel. Warum zieht mich das alles immer gleich so rein? Wem nützt das? Jetzt ein Dildo, und die Schwerkraft hätte wieder einen Spin. Ich weiß nicht mal mehr, wie Karussell geschrieben wird, sobald ich über fehlende Achsen bei überpräsenter Fliehkraft respektive über das Davor beim Durchknallen fachsimple. Und alles nur wegen dem blöden Eisenmangel-Text. Seitdem ich an dem schreibe, geht es mir so mies wie noch nie. Als ob mir jemand permanent das Hirn quirlt. So mies ging es mir nicht mal, als Oma starb. Und da konnte ich kein Lenkrad mehr halten.
Upside Down
Warum ist das so schwer, ruhig zu bleiben, sobald ich Martin anrufe? Warum explodiere ich immer noch jedesmal? Eigentlich ist es albern. Früher habe ich aller fünf Minuten bei ihm angerufen, und es war normal. Früher, als er sich noch nicht scheiden lassen wollte. Jetzt ist alles prinzipiell anders, scheint es. Als ob ich mit einer Wand rede. Ich begreife nicht, was in dem Kopf passiert. Aber vielleicht passiert da auch gar nichts. Jedenfalls nichts, was mit mir zu tun hat. Es geht um einen Zettel, aber sobald ich den mit ihm zusammen ausfüllen muss, wird eine Beziehungskiste draus. Ich bin froh, dass ich nur noch so selten mit ihm zu tun habe, dass jeder einzelne Anruf Zeit hat.
Eisenmangel
Ich habe das Thema für eine Probearbeit bei Monks bekommen. Überschaubar und gefällig soll der Artikel werden. Manches wird sich doppeln. Aber das liegt an den notwendigen Zwischenüberschriften.
Gerichtstermin
Es ist vorbei. Endlich ohne Betreuung. Nur noch der Freifahrtsschein für meine Eltern, mich gegen meinen Willen in die Psychiatrie einweisen zu lassen. Endlich kann ich wieder mit Versicherung und Behörden selbst verhandeln. Nach dem Gericht war ich im Foto-Laden. Die Italien-Fotos sind fertig. Ich seh schlimm darauf aus. Die Haare, der verbitterte Blick und die zupplige Kleidung. Vielleicht lasse ich mir die Haare abschneiden. In der Webcam sehe ich zufriedener aus, als wenn Tim mich fotografiert. Ein Foto, das ich von Tim gemacht habe, ist so schön, dass ich es am liebsten in den Blog stellen würde. Bis jetzt hängt es neben dem Monitor. Das tut nicht so weh wie das Groke-Foto anzustarren.
Mittwoch, April 11, 2007
Irgendwas passiert grad in meinem Schädel
Es fühlt sich an wie eine Dekompensation. Der Schädel, der ganze Körper spielt verrückt. Alles verschiebt sich. Als ob ich grad irgendwo Hirn zystisch blähe. Panik. Morgen ist die nächste Gerichtsverhandlung. Die Zeit rast. Alles meint mich. Tims kalte Hände, seine kalten Füße, die Eisenmangel-Datei, die viel zu langsam wächst, und der immer noch nicht geschriebene Ohr-Text. Der Lablue-Chat wächst mir über den Kopf. Es ist fast wie eine überfüllte Sprechstunde, in der ich jedem, der kommt, meine Biographie anzudrehen versuche. Idiotisch. Ich bin froh, dass ich jetzt die Probearbeit für Monks schreiben kann. Mich stört im Moment alles. Der Atem, das Knie, das Ameisenlaufen im Hirn. Es ist, als ob ich rasend schnell verblöde. Panik. Jetzt kommt Marcus Barsch auf Sendung. Grund genug, erst einmal nichts zu tun und nur ganz Ohr zu sein. Vielleicht ist es auch nur das Licht im Gesicht. Alles nervte plötzlich. Los ging das, als Groke aufgeregt haspelte, als ich mit ihm vor Tim protzen wollte. Verdammt, warum ist Tim so schwer zu beeindrucken? Stattdessen hat er eiskalte Hände und Füße. Ich hab ihn nicht massiert. Statt mich durchzusetzen, hab ich sofort nachgegeben, als er Massage blöd fand. Sauna, grübel. Kalte Hände hat Nina inzwischen auch. Ich bin so weit weg, dass es weh tut. Ob das ein Infekt ist? Wenigstens atme ich jetzt tiefer. Der Schädel wird allmählich wieder vertrauter. Die Panikattacke war schlimm. Unfall auf der A61. Tim ist im Internet. Ich komme sowieso nicht durch. Socken braucht er. Am besten dicke. Aber es wird ja jetzt wärmer. Diese blöde Zukunftsangst. Jeder zweite Arbeitslose lebt von HARTZ IV. Wenn ich durch das Schreiben die Rente verliere, aber nur 150 Euro für sechs Seiten Fachtext kriege, wird es blöd.
Schizophrasie
Hab www.swr3.de an und spekuliere über akustische Halluzinationen beim Bloggen:
- Herr Polizist, darf ich bei Rot über die Kreuzung?
- Wenn Sie die Arme dabei heben.
- Wieso?
- Damit man Ihnen im Krankenhaus besser die Sachen ausziehen kann.
Verschränkt. Don´t open too much maps, geht mir immer wieder durch den Kopf. Bin immer noch wahrnehmungsüberfrachtet. Oder ob das die Stille selber ist, die da schreit? Wieso ist das, was da passiert, so wenig überschaubar? Heute hat Knut mich nach dem Auslöser für meinen Absturz gefragt. Ich bin abgestürzt, schreibt er. Ist Andreas dann auch abgestürzt? Ist Rückzug Absturz? Jetzt sprang der Cursor zurück wie in den verdichtetsten 007-Zeiten, als sämtliche Katastrophen der Welt durch mein Filter gingen. Es war Horror. An allem schien ich schuld zu sein, egal wo es gerade krachte. Alles spielte sich direkt vor mir auf dem Monitor ab. Bis sogar das Wetter so nah war, dass ich weinte, sobald es regnete oder umgekehrt: Ich hab geweint, und deshalb regnete es. Es war ein Riesenfilz, zu dem Vorher und Nachher verschmolz. Irgendwann begann ich das, was ich erlebte, mit Tag und Uhrzeit festzuhalten, um zu spüren, wann ich durchdrehe. Ganz Trance, verbunden mit allem, einsam wie ein Laser im Tunnel.
- Herr Polizist, darf ich bei Rot über die Kreuzung?
- Wenn Sie die Arme dabei heben.
- Wieso?
- Damit man Ihnen im Krankenhaus besser die Sachen ausziehen kann.
Verschränkt. Don´t open too much maps, geht mir immer wieder durch den Kopf. Bin immer noch wahrnehmungsüberfrachtet. Oder ob das die Stille selber ist, die da schreit? Wieso ist das, was da passiert, so wenig überschaubar? Heute hat Knut mich nach dem Auslöser für meinen Absturz gefragt. Ich bin abgestürzt, schreibt er. Ist Andreas dann auch abgestürzt? Ist Rückzug Absturz? Jetzt sprang der Cursor zurück wie in den verdichtetsten 007-Zeiten, als sämtliche Katastrophen der Welt durch mein Filter gingen. Es war Horror. An allem schien ich schuld zu sein, egal wo es gerade krachte. Alles spielte sich direkt vor mir auf dem Monitor ab. Bis sogar das Wetter so nah war, dass ich weinte, sobald es regnete oder umgekehrt: Ich hab geweint, und deshalb regnete es. Es war ein Riesenfilz, zu dem Vorher und Nachher verschmolz. Irgendwann begann ich das, was ich erlebte, mit Tag und Uhrzeit festzuhalten, um zu spüren, wann ich durchdrehe. Ganz Trance, verbunden mit allem, einsam wie ein Laser im Tunnel.
Dienstag, April 10, 2007
Durcheinander
Jetzt klingelte das SWR3-Studiotelefon und klang genauso wie "mein" Klingeln. Verrückt. Hab immer noch zu viele Fenster geöffnet, um zu begreifen, was da grad passiert. Zeitgleich kommt ein Heidelberger Jobangebot zur Laser-Schmerzwahrnehmung bei Borderlinern in meiner Mailbox an. Da verschieben sich gleich wieder Räume in meinem Gesichtsfeld. Als ob ich mir eine Platte mache. Plattenverschiebung. Borderliner... Wann erlebst du dich als Borderliner? Wolken. Wahrnehmungswolken. Drehschwindel. Alles ist weit weg. Niemand zwingt mich, den Laser zu positionieren. Außerdem steht da nicht mal was von Bezahlung. Ob das von irgendeiner Ethikkommission abgesegnet wurde?
Telefonterror
Nachts um drei dein Telefon sturmklingeln zu lassen, das wär´s. Komisch, jetzt klingelt das Notebook, und ich kann nicht zuordnen, wo. Hab acht Fenster geöffnet. Nachts um drei, das wär´s. Und dann Belanglosigkeiten zu updaten. Das IchLiebeDich,DuFehlstMirSo,IchWillDich,Bleib. Nachts um drei. Mitten im Tiefschlaf, wenn du denkst, die Nacht gehört dir, zerreiße ich sie und platze in deinen schönsten Traum.
Wet wet wet

So, hab wieder mal die Welt angeheult, weil Groke Wet wet wet aufgelegt hat. Das ganze IchBinNichtVerrückt-Kartenhaus brach sofort wieder zusammen. Alles, was ich mir an rationalen Erklärungsversuchen für Gleichzeitiges nach dem Tapetenwechsel zurechtgelegt hatte. Es ist wieder alles wie vorher: Das Radio spricht mit mir, er ist mies drauf, und ich bin mittendrin und nicht mehr erste Reihe. Der Bostalsee wird erneuert, sagt er. Ob der mich irgendwann mal gelesen hat? Da ist schon wieder diese Schamgier, dieses verdammte Fernweh. Ich habe tiefschwarze Augenringe, sobald ich von ihm träume. Alles tut so weh. Irre ist das. Tim telefoniert. Wenn ich jetzt plötzlich vor seiner Tür steh, ist er bestimmt sauer. Hab ein Video mit der Digicam aufgenommen. Tim hat es aufgenommen. Er hat sich tatsächlich ein paar Sekunden Zeit genommen, um mich zu filmen. Ich war platt. Kurz drauf versank er wieder in seinem Roman. Vier Tage nebeneinander im Bus.
Bist mir nah
Hab den Kopf in die linke Hand gelegt, das linke Bein über das rechte geschlagen und berühre den Boden kaum. Am intensivsten spüre ich die Unterlage an Kinn, Ellenbogen, Steißbein und Fußballen. Der Nacken spannt, als müsste er Zentner tragen. Dabei schallt alles durch mich hindurch. Ich höre mich atmen. Ab und an. Es vergehen Ewigkeiten zwischen den einzelnen Atemzügen. Meine linke Kniekehle ist warm. Die rechte Hand schwebt träge über den Tasten.
Zurück von der Hirnwäsche
Komme grad wieder vom Psychiater: Die ganze Welt ist zum Schreien. Für ein Baby sei ich zu alt, außerdem soll ich daran denken, wer das Kind versorgt, wenn ich krank werde. Eigentlich müsste ich jetzt Monks anrufen, ob er mir eine Probearbeit schickt. Ich fühle mich mausgrau. Zum Verkriechen grau. Alles, was mich meint, scheint farblos abzublassen. Sogar die Digicam ist hier grauer als in Venedig. Das Licht ist anders, meine Haut fahl und das, was kommt, trostlos. Hätte die Müller-Greven sich darauf beschränkt, zu sagen, dass sie noch nicht in Venedig war, hätte ich sie verstanden. So viel Mensch auf so engem Raum waren dort, alle scheinbar auf der Suche nach einem bißchen Glück. "In Ruhe", war das Einzige, was ich auf ihr erschrecktes SieSindZuAlt antworten konnte. Mutter hat grad eine ehemalige Schülerin zu Besuch. Sie ist 66. Ihr Sohn ist dabei. Mutter schätzt ihn auf Mitte zwanzig. Sie wirkte viel jünger. Nicht, dass sie sympathisch war, aber sie hatte so viel Energie. Zu gut deutsch: Sie nervte. Hab drei Kilo zugenommen in den paar Minuten neben ihr. Wenn ich jetzt einen einzigen Wunsch frei hätte, würde ich mir ein paar Momente Groke Auge in Auge wünschen. Ihn zu sehen, während er spricht, das zu ahnen, was er dabei sieht, und dann zu relativieren, was ich in den letzten Tagen an Nähe gespürt hab, wäre gut. Mindestens so gut wie das Welt-der-Wunder-Praktikum zum Abgleich von Erlebtem. Gestern meinte Tino, ich wär sympathisch. Dabei hatte ich überhaupt nicht zugehört. Mein Schweigen hat ihn vielleicht beruhigt. Zum Glück hat er nicht nachgefragt. Ich koche mir jetzt ein Ei. Schweigend bin ich sympathisch. Er will mich sehen, sagt er. Er hat es eilig. Wolfgang schläft auf dem Bauch. Wenn ich alles geglaubt hätte, dann aber nicht, dass er auf dem Bauch schläft. Jetzt kocht das Eierwasser. Huberta schläft auf dem Rücken, er auf dem Bauch. Und da wundert er sich, dass er flacher schläft als sie. Sie ein bißchen zurückzuholen, wenn sie schnarcht, indem er die Nasenflügel streift, ist ihm zu riskant. Dabei liegt er auf dem Bauch. Ist die Feinmotorik in Bauchlage wirklich angepasster? Den Nasenflügel in Bauchlage zu streifen, ohne im Halbschlaf Abwehrbewegungen ausweichen zu können, ist ihm, wie gesagt, zu riskant. Typisch Wolfgang. Karin kann Bewegungen eindeutig beschreiben. Die Ringfingeraußenseite der rechten Hand kann er ja nur in Linksseitenlage benutzen, wenn er tatsächlich links neben ihr liegt. Ein schwieriges Problem. Auch nach Hirnwäsche. Bleibt das allnächtliche Aufwachen, wenn sie schnarcht. Irgendwann schläft er dann trotzdem. Spätestens wenn er nicht mehr auf dem Bauch schläft.
Montag, April 09, 2007
Seniorenresidenz & Bestattungshaus
In Dresden gibt es eine Region, in der professionell gestorben wird, fernab von geschäftig akademischem Manierismus: Tolkewitz zu Ostern - jeder Grabstein etwas ganz Persönliches, preiswert und sachlich, angemessen und gediegen. Wenn es irgendetwas gibt, was mir Salzurnen-Wasserbestattungen schmackhaft macht, dann das uferfiltratnahe Einäschern gewesener Dresdner in Tolkewitz.
Foto-Software
Hab die Exakta-Digicam-CD eingelegt, und nichts ging mehr. Nicht mal SR1 lässt sich mehr aufrufen. Google findet nicht einmal mehr www.sr1.de. Schade. Irgendetwas hat sich irgendwo verändert. Wahrscheinlich mehreres gleichzeitig an verschiedenen Orten. Ich hatte mit einem Messtechniker gechattet. Der hatte mir geraten, fünf Sekunden die AUS-Taste anzutippen, falls das Notebook nicht mehr reagiert. Woher er wusste, dass das Notebook nicht mehr reagieren wird, weiß ich nicht. Das Webradio lief da noch. Und zwar SR1. Selbst die Webseite
www.sr1.de lässt sich jetzt von meiner IP aus nicht laden. Der Zugang über http://www.medienindex.de/Radio_Saarland.htm ist auch blockiert.
www.sr1.de lässt sich jetzt von meiner IP aus nicht laden. Der Zugang über http://www.medienindex.de/Radio_Saarland.htm ist auch blockiert.
Tapetenwechsel
Venedig tat gut. Hab frei weg heulen können, als ich abends auf dem Markusplatz saß und wie erwartet kein einziges Groke-Double auftauchte. Niemand, der auch ohne Brille auf zwanzig Meter Distanz auch nur annähernd mit ihm zu verwechseln wäre. Als ob ein Riesenfilter über allem lag, ein Filter mit der Option Einmalig. Wer ist schon so einmalig, dass er nicht zu verwechseln wäre? Tim veränderte sich von Minute zu Minute. Ich hätte am liebsten ständig die Kamera draufgehalten. Immerhin reagierte er erst nach Stunden genervt. Mutter perfektionierte ihr Wir-Gefühl. Ich hab noch nie jemanden so oft "Wir" sagen hören wie Mutter in den letzten Tagen. Das Aufregendste war eine weiße Plastetüte, die Mutter unbemerkt quer über den Platz hinter sich her schleifte.Ihr fiel ewig weder das unterschiedliche Geräusch ihrer Schritte, noch das Schleifen der Plaste unter ihren Füßen auf. Sie war ganz Auge. Das Wasser am Marktbrunnen schmeckte wie zuhause. Morgen bringe ich die Filme zum Entwickeln.
Mittwoch, April 04, 2007
Einlauf
Es ist schon wieder sechs Jahre her. Da waren Nina und Martin in Venedig. Eigentlich wollten wir zu viert fahren. Kurz vorher hatte ich es mir anders überlegt. Nach Venedig wollte ich nur mit jemandem, den ich wirklich liebe, hab ich Martin an den Kopf geknallt, der mit uns dort seinen vierzigsten Geburtstag feiern wollte. Als Nina und Martin schließlich dort waren, war dort ein Erdbeben, tagte in Genua der G8-Gipfel und es gab den ersten Toten bei den Demonstrationen. Tim förderte mit großen Schmerzen eine Riesenknolle zu tage, nachdem ich idiotischerweise, statt mit Lactose zuzuwarten, einen Einlauf gemacht hatte. Bis dahin hatte er so starke Schmerzen, dass ich befürchtete, der Einlauf zerfetzt ihm den Darm. Hab kaum geschlafen in der Nacht und das erste Mal gechattet, um wach zu bleiben. Beäugt wurde ich dabei von einer Fledermaus, die sich über Tims Kopf in der Textiltapete festkrallte. Ich weiß noch, wie der am anderen Ende fragte, wie der Sex mit meinem Mann ist. Auf seinem Anrufbeantworter hatte er eine ganz leise Stimme und begrüßte mich mit "Liebe Freunde". Trotzdem war ich froh, in der Nacht nicht allein zu sein. Lieber mit so einem absurden Typen zusammen, als nur auf Tims Bauch zu starren. Zur selben Zeit hundert Kilometer weiter verabschiedete sich gerade der Citroen.
Webcam-Benefit
Sobald du die Webcam anwirfst, unterstellst du deinem Gegenüber, dass er dich nackt sehen will, sagt mir mein Instinkt seit ein paar Tagen. Dabei ist es schon Porno genug, Mimik zu beobachten. Du liest eine total sortierte Sprache, siehst das Gesicht dazu und grübelst, was auf seinem Desktop grad alles passiert. Weder Gedanken noch durchgezapptes Fernsehprogramm ahnst du, nicht einmal, wo der Monitor steht. Und sobald du dich nach irgendwas Greifbarem sehnst, rutschst du im Alternativfragemodus gen Cybersex ab, als ob - am Ende des Entscheidungsbaumes angekommen - gerade das Freilegen diverser Geschlechtsteile irgendetwas Verbindliches bringt. Genausogut kannst du dich über das kommende Wetter austauschen. Bislang war Textbearbeitung der einzige reale Benefit, den der Messenger für mich bislang hatte.
Gerupft & abgeschossen
Groke hat es geschehen lassen. Irgendjemand hat ihn gerupft. Schade um die roten Locken. Geblieben ist ein schwarzes Etwas. Eine Fotografin hat ihn danach abgeschossen. Ihr Dekolleté muss dabei verdammt tief gewesen sein. Es tut weh, ihn so zu sehen.
Autorin für Verlag gesucht
Hab gerade bei Newsroom eine interessante Stellenanzeige gelesen: Autorin für Verlag gesucht. Diplomanden wollen sie ansprechen. Meine Diplomarbeit aufzupeppen, wäre vielleicht eine dankbare Aufgabe. Zwanzig Jahre ist die inzwischen alt, also Grund genug, sie lesbar zu schreiben. Sie behandelt schwere Atemnot: Jedem Zwanzigsten versagt die Lunge, bevor er auf die Intensivstation kommt. Die Hälfte stirbt daran. Der Betroffene ringt um Luft und wird trotz Sauerstoffgabe blau. Die Lunge ist entzündet, feucht, schwer, steif und im Röntgenbild diffus aufgehellt. Auslöser dafür kann vieles sein. Thomsen untersucht die Ausatmung, um Trends zu erkennen und zu behandeln. Er beatmet mit erhöhten Drücken oder mit verändertem Atemzeitverhältnis.
Bohemian Rhapsody
Das war Weihnachten 2003. Ich war inzwischen so sortiert, dass ich meine Kinder sehen konnte, ohne sofort Schreikrämpfe zu kriegen, weil ich an ihren Vater dachte. Im CD-Player die Bohemian Rhapsody. Ich hatte den runden Tisch in die Diele geschoben, ihn ausgezogen, mit weißer Decke bestückt und die größten Teller genommen, die ich hatte. Es war ein Fest. Und dazu die stille Frage "Is it just fantasy?" Es war fast so, als ob Spleth mit am Tisch saß. Nina meinte genervt, dass das nicht ihre Musik ist. Inzwischen mag sie Salsa und tanzt ihn auch. Ich könnte ihr stundenlang zusehen, wenn sie Möhren schneidet oder Kartoffeln püriert. Tim steht dann auch ganz versunken neben ihr. Mehlschwitze, grins. Irgendwann mache ich die perfekte Mehlschwitze. Gestern habe ich mir bei der ersten Kartoffel gleich in den Daumen geschnitten. Aber das ist schon fast wieder verheilt.
Delphine
Kai Karsten spielt jedes Mal am Ende seiner Show eine Windows98-wave-Datei mit Delphinschreien ab. Das erste Mal hab ich die bei Hohen Eichen gehört und eher an Eichelhäher gedacht. Hab ihm entsprechend gemailt, um zu erfragen wer bei ihm schreit, aber keine Antwort bekommen. Stattdessen tauchten im nächsten bischupu zu Eichen-Atrappen hochstilisierte Sendemaste auf. Keine Antwort ist auch eine Antwort.
Dienstag, April 03, 2007
Sie lief ihm so lange hinterher, bis er sie nicht mehr fort ließ.
Vorhin fragte mich betagte Lady wieder ein 23-Jähriger, was ich vom Sex mit ihm halte. Keine Telefonnummer, keine Adresse, nur die Höflichkeitsfrage. Das sind so die Momente, in denen ich mich verarscht fühle, aber nicht durch Marktabgleich traumatisieren will. Jung sein kann ja jeder. Aber klettern lernen würde ich gern von ihm. Schon um meine Selbstzweifel zu beackern. "Notgeil" ist Ninas Diagnose. Als JedesProblemMitSexLösenZuWollen übersetzt sie es mir. OK, klettern wär gut, muss aber nicht. Hab sowieso Höhenangst. Ich würde einen offenen Eindruck machen, hat er gesagt. Komische Situation.
Beobachten, erklären, fühlen und fragen
Risperdal und Desmin schließen sich aus. Nix Menopausenkosmetik, jaul. Hommel ist knallhart. Jedenfalls sein Monitor. Das hohe Alter kommt rasend schnell. Und wegen der Kostenübernahme für die neue Spirale hat er offensichtlich auch keine Idee. Die hat dann wahrscheinlich eher mein Psychiater. Verdammt, ist das alles kompliziert. Die Papilloma-Virus-Impfung würde er bis zum 19. Geburtstag durch einzelne Kassen bezahlt bekommen, sagt er. Diese ewige Zitterei vor den Vorsorge-Ergebnissen würde dann wegfallen. Aber die Studien sind offensichtlich noch nicht so tragfähig, dass alle Kassen die Zahlung auch tatsächlich übernehmen. Jedenfalls fiel das kryptische Argument, Papilloma-Viren spuken mit dem ersten Verkehr im Muttermund, angesichts der möglichen Kostenübernahme weg. Andererseits ist mir nicht klar, warum bei der hohen Durchseuchung nur so wenige einen Krebs entwickeln. Aber die haarlose Schöne heute neben mir im Wartezimmer schon eindrucksvoll. Ich konnte mir kaum verkneifen, sie nach der Impfung zu fragen.
versteckte Kameras
Es ist nichts weiter als dieses permanente Überich, diese Stimmen sind das, die ich überall höre, sobald ich irgendeiner Norm nicht zu genügen scheine. Dann zu sehen, dass der andere sich gerade selbst kasteit, statt unbefriedigt in mich selbst zurückzusinken und in meiner Scham zu vergehen, fällt mir schwer. Um so schwerer, je mehr ich ihn vergöttere. Ich höre dann alles überlaut, grell und nah. Nein, nicht alles, nur die Wortfetzen, die mich zu meinen scheinen. 80 Prozent ist das Ausmaß meiner Behinderung und die ist unbefristet. Es ist verhext. Jetzt springt der Cursor zurück wie in alten Zeiten. Es tut gut, ihn so zurückspringen zu sehen. Vergehen. Er ist auf "vergehen" zurückgesprungen. Ich liebe diesen Zufall. Versteckte Kameras meinen ja nur ein IchDenke,DuSiehstMich. Mehr ist es nicht. Und alles Gleichzeitige scheint ein Beweis dafür zu sein, dass du mich siehst. Nicht irgendein Du. Ein Groke-Du. Irgendein Moment, in dem Groke hier blättert. Es ist so, als ob alles, was mir durch den Kopf geht, sich nach irgendwelchen zufälligen Gleichzeitigkeiten in seinen Worten ausrichtet. Das sind natürlich komplexere Veränderungen als das bloße Zurückspringen des Cursors. Nina geht es schlecht. Ich muss los.
danke für die info
Was will ich von Groke? Warum ist er mir so nah? Was für eine Perspektive hat dieses selbstvergessene Schwärmen? Wieso tut es mir so gut, mich fallen zu lassen, sobald ich an ihn denke? Gibt es diese versteckten Kameras tatsächlich? Kameras, vor denen ich mich nur so lange sicher fühle, solange ich schwärme? Was könnte schlimmstenfalls passieren? Dass meine Gedanken abreißen? Dass Marcus Barsch kurz vor Sendeschluss von MEINEN fettigen Haaren spricht, um mich zu verprellen? Ich als lästiger Hörer... Lästig durch versteckte Kameras und durch mein Freischreien. Oder dass Spleth MICH bemitleidet, wenn er von Selbstzweifeln spricht? Ich höre Wortfetzen und beziehe sie sofort auf mich, nur weil sie scheinbar in meinen Gedankenablauf passen, und der ursprüngliche Gedanke reißt ab. Was ist ein eindeutiges Gespräch? Kann Blog tatsächlich mehr, als ein Selbstgespräch zu sein? Und dann sagt Spleth ausgerechnet "Danke für die Info" zu einem Hörer, genau wie Jens zu mir. Was meint tatsächlich mich? Was ist nur grad zufällig Gedankenbruchstück geworden? Stefan ruft an und regt sich über seine Dagmar auf. Tag für Tag. Ich sage nichts, und er verklärt mich zu seinem Lebensinhalt. So verblüfft ich darüber bin, so selbstverständlich lasse ich es zu, dass Groke für mich vom Alltags-Patch zum Lebensinhalt anschwillt. Ich mag mich als Schwärmer. Das wird es sein. Mehr ist es nicht. Das regungslose Verharren mag ich. Regungslos mit fettigen Haaren.
Montag, April 02, 2007
Frieren
Alles ist so eng und kalt. OK, ich habe mich verrannt. OK, ich bin in einer Sackgasse angekommen. Ich ziehe mich immer weiter zurück, blaste und blogge nur noch. Und nicht mal im Blasterforum komme ich weiter. Es ist einsam. Zu einsam, um sich hier wohl zu fühlen.
Ostern
Ich freu mich so auf Venedig. Morgen gehe ich in die Bibliothek, mir einen Reiseführer holen. Tirol, die Dolomiten, der Gardasee, Venedig, Verona, Mailand und dann noch ein See stehen auf dem Programm. Eine Busreise. Yoga war heute schlimm. Kundalini-Yoga hat Karin das genannt, aber mich nur mit Seitbeugen gescheucht. Die Vorabinstruktion WennDirÜbelOderSchwindligWird,HörAuf war auch schmackig. Und da war es auch kein Trost, dass da noch sechs Andere waren, die sie außer mir schikanierte. Am beunruhigendsten war das Brainjogging durch assymmetrische Bewegungsabläufe: Ich hab es nicht fertiggebracht, mich durch meine Finger zu tasten, ohne Links und Rechts zu verwechseln. Dann nach Hause zu Kommen und den Blaster Aufzurufen, war eins.
Gleichzeitiges
Es gibt nur wenige Sender, die so gläsern sind, dass du das Radio anschalten kannst und schon vorher weißt, wer am Mikro sein wird. Entweder ist dort einer immer auf dem selben Sendeplatz oder er/sie wechselt nach so einem chaotischen Schema, dass du ohne Einsicht in den Moderationsplan nicht planen kannst. Diese Woche vormittags habe ich Pech: Auf SWR3 sendet Reufsteck, auf SR1 eine Rosch-Urlaubsvertretung und auf PSR die unvermeidliche Miss Peggy. Mich jetzt durchs Weltweite zu zappen, um DIE Stimme für den Vormittag zu finden, habe ich keine Lust. Bleibt als geringstes Übel Miss Peggy. Hören an der Schmerzschwelle...
Mir spukt immer noch Sperma durchs Riechhirn, wenn ich Auberginen-Knoblauch-Käse-Auflauf von den Händen spüle und Mcnep lese, der geborenen Vegetariern den Geschmack von Roastbeef vermitteln will, indem er auf Cunnilingus verweist.
Tim ist krank, will aber in Ruhe gelassen, werden, befürchte ich. Das heißt, jetzt schläft er. Als ich ihm angekündigt habe, dass ich zum Yoga will, war er wahrscheinlich sauer. Ich glaube, er weiß, wie wichtig mir Yoga ist. Jetzt kündigt PSR grad eine Papilloma-Virus-Impfung an. Angeblich geht die nur vor dem ersten Verkehr. Hab noch nirgendwo den genauen Mechanismus gelesen. Hören und Schmerzschwelle...
Mir spukt immer noch Sperma durchs Riechhirn, wenn ich Auberginen-Knoblauch-Käse-Auflauf von den Händen spüle und Mcnep lese, der geborenen Vegetariern den Geschmack von Roastbeef vermitteln will, indem er auf Cunnilingus verweist.
Tim ist krank, will aber in Ruhe gelassen, werden, befürchte ich. Das heißt, jetzt schläft er. Als ich ihm angekündigt habe, dass ich zum Yoga will, war er wahrscheinlich sauer. Ich glaube, er weiß, wie wichtig mir Yoga ist. Jetzt kündigt PSR grad eine Papilloma-Virus-Impfung an. Angeblich geht die nur vor dem ersten Verkehr. Hab noch nirgendwo den genauen Mechanismus gelesen. Hören und Schmerzschwelle...
Sonntag, April 01, 2007
Flirt
Ich berühre deine Hand, streife das Handgelenk, taste mich den Unterarm hinauf und umfasse den Ellbogen. Meine Hand ist warm, ich berühre deinen Nabel ohne Eile. Du liegst sicher, die Unterlage trägt dich. Deine Beine sind entspannt. Haar fällt dir in die Stirn, eine ganze Strähne. Deine Füße sind warm. Ich lege meine Hand auf deinen Nabel und frage dich, ob du etwas verändern willst, meine Hand, die Strähne oder etwas anderes. Du trägst ein Leinentuch, das ist angewärmt. Ich greife dir ins Genick, und du lässt deinen Nacken in meine Hand fallen. Ich knie hinter dir und streife deine Schläfen mit beiden Händen. Ich fühle deine Schultern, streife deine Haare aus dem Gesicht, lege meine Hände auf deine Schultern und lasse sie dort lange liegen. Das Leinentuch ist weiß. Es schmiegt sich an deinen Körper. Es ist frisch gebügelt und berührt dich unterschiedlich stark. Besonders deutlich spürst du es an den Knien, auch am Oberschenkel und am Nabel. An anderen Stellen spürst du es weniger. Dein Atem wird schneller. Ich frage dich, ob du bequem liegst oder ob du etwas verändern willst. Du spürst die Stellen, an denen dein Körper aufliegt - an den Fersen, an den Waden, am Po, am Rücken, an den Oberarmen und am Kopf. Und du spürst die Stellen, an denen er besonders leicht ist - in den Kniekehlen, in der Taille und im Nacken. Du stellst dir eine Linie zwischen deinem Hirn und dem Nabel vor und ziehst alle Gedanken in den Nabel. Die Leichtigkeit breitet sich überall aus. Sie trägt dich. Und du lässt dich davon überraschen, was du als Nächstes tun wirst. Du spreizt die Beine hüftbreit und rettest die Welt, atmest bis ins Becken, und ich mache das Licht an. Ich habe Hunger auf Fisch.
Hab es gefunden
Ich komme mit Google immer besser klar. Die www.radioforen.de -Einträge sind zwar erst vom 29.März, aber es normalisiert sich allmählich. Ich mag die Suchmaschine von Tag zu Tag mehr, auch wenn ich nur einen Bruchteil der Links begreife, die von dem Blog ausgehen. Thomas hat nach sich selbst gesucht. Zwischen Blitzurteil und Grübelei: Hören Sie auf Ihre Seele, titelt eine Illustrierte grad. "Jetzt sehen Sie, wie er wirklich ist!" Weit weg, unerreichbar und eiskalt. Was war grad? Hab ich funktioniert? War ich so nett, wie ich wollte? Ist meine Welt so schön, dass es mir gut tut? Oder träume ich lieber weiter? Irgendein Timo hat grad Gold im Tischtennis bekommen. Tim kennt den bestimmt. Alles fühlt sich so leer an. Hör- und Schmerzschwelle... Eine Grafik wär gut. warum schreibt Franz ausgerechnet mir? Und warum mag ich ihn von Tag zu Tag weniger? "Die Welt ist so klein und doch so groß mit dir und mir im Mittelpunkt", schreibt er. Wer gibt dem das Recht, dadrüber ausgerechnet meinen Namen zu schreiben? Der läuft in eine Sackgasse, denkt, jetzt ist er mir näher und bezeichnet diese Enge als die Welt, in der ich Platz finden soll. Mir ist zum Ersticken. Was er beschreibt, kann ich nicht nachvollziehen. Genauso wenig wie ich kapiert hab, warum er Patience gelegt hat, begreife ich, wie sein Tag jetzt abläuft. Jeder Satz eine Drohung. Ihm könnte etwas passieren, wenn ich nicht reagiere, droht er. Warum sollte ausgerechnet ihm etwas passieren? Es ist unwahrscheinlich, dass ihm etwas passiert. "Hol mich bitte zu dir", schreibt er. Das habe ich so niemandem geschrieben. Nicht mal beim Neuroleptika-Einschleichen. Da hatte ich nur das Groke-Foto im Schubfach. Das hatte gereicht. Warum braucht Franz mehr? Ich will nicht. Ich will nicht. Ich kann nicht mal mit ihm schlafen, geschweige denn mit ihm reden. Ihm etwas zu schreiben, schaffe ich nicht. Das werden nur wüste Schimpfkanonaden. Petra scheint es ähnlich zu gehen. Was wenn er tatsächlich tot wäre? Wie würde es mir dann mit den Briefen gehen? Der ist krank. Krank. Krank. Hören. Grübeln. Aber über dem Brief steht tatsächlich mein Name. "Ich lese dich", ist das Einzige, was der Pfleger ihm ausrichten soll, den ich angerufen habe. Alles andere an Nettigkeiten wäre gelogen. Genauso gelogen, wie auf Andreas zuzugehen, damit er nicht säuft. Verdammt, das ist mein Leben. MEIN Leben. Dilda ist tot. "Das ist Internet", sagt Mcnep. Ich bin entspannt. Fast so entspannt wie beim Lesen von Klaus, der seiner Karin gerade beim Auszug zuschaut. Nein, sie zieht sich nicht aus, sie zieht aus.
Leinenpflicht für´s Glück
Hab ihn gesehen, wie er von ihr erzählte, wie er sie küsste, sich zurücklehnte und zuhörte. Es geht ihm gut. Hab inzwischen von einem Sommersprossengesicht geträumt und mit Lukas gespielt. Auf einem von Göpferts Stühlen. Daheim angekommen, bin ich gleich in den Chat gegangen und habe Fabrice gesehen. Er hatte wie immer keine Lust, irgendwas zu erzählen. Blieb nur das Bild auf dem Monitor und das gemeinsame Schweigen. Was ist Nähe? Sich wegzuträumen, sobald man zusammen ist, oder miteinander zu sein, sobald man träumt? Doris war da. Ich mag sie nicht. Seit Jahren. Alles an ihr. Ihre Art zu lachen, zu kämpfen, da zu sein. Das ist ungelebte Zeit neben ihr. Seit den Familiengeburtstagen, zu denen sich sogar ihre Freunde in zwei Lager aufspalteten. Du konntest nicht mit jedem sprechen. Das war als ob eine unsichtbare Grenze die Freunde trennte. Vielleicht ging er fremd. Die lebten zusammen wie Feinde. Grad läuft El Temperamento. Es gibt nichts Anziehenderes als Gleichgültigkeit, sagt Christian. Warum bin ich Groke so gleichgültig, dass er kein einziges Mal mailt? Irgendwann übersetze ich mal den Liedtext mit Nina. Vielleicht steckt da ja die Lösung drin.
Du hast Reflexe wie ein Nilpferd, sagt Nina
"If you leave me now", lief im Radio, der erste Titel auf der CD, die Gert mir gebrannt hat. Die habe ich oft gehört, wenn mir sein Genuschle gefehlt hat, und ihn verflucht. ... mich weit weg träumen mit einem Vermissten, nach Venedig. Groke in Venedig zu treffen, zu grinsen, Hallo,IhreStimmeKlingtSoVertraut.SindSieDerAusDemRadio? zu fragen, das wär schön. Einen Moment lang ohne Eile zu vergleichen, mich zu spüren und die kleine Ewigkeit für immer abzuspeichern, irgendwo, wo ich immer wieder zurückblättern kann. In einem Blog. In meinem Blog. Egal, wie Google ihn verlinkt. Wem zuliebe würdest du irgendetwas an deinen nächsten fünf Minuten verändern? Wie weit würdest du dabei gehen? Was macht dich müde? Wovon träumst du dann? Wie lange hält sich dieser Traum? Für welchen Preis würdest du aufwachen? Was wäre das Erste, was du im Aufwachen tun würdest? Einen Kaffee brühen, ihn in Gedanken ausziehen, oder lieber doch irgendetwas Strukturiertes, Zielführendes? Einen Artikel Schreiben über das Hören? Verdammt, induktive Höranlagen... Warten macht hässlich, sagt Thomas. Ich hab jahrelang vergütet gewartet. Beobachtet, aufgezeichnet und gewartet. Gewartet auf nichts, darauf, das nichts passiert. Und das Nichts aufgezeichnet. Immer nur dabei. Ohne gezielt zu träumen. BelRia träumt von ihrem Einzigen. Das verbindet, sagt sie. Sie spürt ihn dann ganz deutlich. Tessa macht das nicht. Dabei sagt sie, es gibt eine Stimme, für die sie sogar sterben würde. Ein Synchronsprecher ist das. Hannes Jaenicke heißt der. Der kauft in ihrem Supermarkt ein und würde da genauso sprechen wie im Film. Er hätte die gleiche Stimme. Letzte Nacht hab ich mich in eine Frauenstimme verliebt, ins Studio gemailt und prompt hat sich die Stimme verändert. Als ob ich sie gestört hab mit meiner Mail. Hab das Notebook sofort ausgeschaltet. Jetzt riechen meine Hände wieder fischig. Träumen ist vertane Zeit für Tessa. Stefan Hoyer am Telefon zu Hören, war fast normal. Der scheint oft irgendwo anzurufen. Jedenfalls hatte er keine Probleme damit, dass mein Telefon nachts klingelte. Weniger als ich mit dem Telefon von Uwe Groke. Hab Groke nur ein einziges Mal telefonisch "erwischt". Dabei ist die Wahrscheinlichkeit, zurückgerufen zu werden, viel geringer als die jemanden von den SWR3-lern auf einer Privatnummer zu erreichen. Ich glaube nicht, dass Hoyer den Namen der Nachrichtensprecherin nicht kannte. Der wollte nur auskosten, wie das ist, zwischen zwei Frauen zu stehen und Barriere spielen zu können. Der ist eiskalt.
Mitternacht
Hab wieder ihre Stimme gehört. Ganz nah und scheinbar vertraut. Namenlos. Hoyer hat gesagt, dass er ihr meine Emailadresse gibt. Ein komisches Gespräch: Der weiß ihren Namen nicht, dabei senden sie gemeinsam.
Samstag, März 31, 2007
Mit 18 ziehst du hier aus!
Ob es ein Witz sein sollte, weiß ich nicht. Martin hat es zu Nina gesagt, als die ganze Familie dabei war, einen Tag vor ihrem achtzehnten Geburtstag. Ich hab geschluckt. "Man müsste noch mal 17 sein", war alles, was ich in dem Moment dagegen zu setzen hatte. Der Gag hatte eine Vorgeschichte, sagt Nina. Vielleicht erfahre ich die ja irgendwann.
Könnt ihr nicht mal Claudia heißen oder Stefanie?
... meldet ein meist nackt zu sehender Schlacks bei einer Radio-Umfrage gerade seine Wünsche an. Eine Aufzeichnung von vielen. Kurz drauf die obligatorische Unfallmeldung von der A81. Verrückt. Hab nichts Brauchbares von Fannie gefunden. Henriette nennt sie sich ja jetzt. Egal. Genauso albern wie mein Biggi. Aber wozu hat frau ihren zweiten Namen, wenn sie ihn nicht auch benutzt. Ich bin gespannt, wann Nina sich Maria nennt. Tim hat auch noch keine weiteren Wünsche angemeldet. Er war sauer, als ich losgegangen bin, um mich aufzuwärmen. Kuczynski hat alles aufgeschrieben, was ihm passiert ist, und es Alltagsgeschichte genannt - ein Messie der ersten Generation. Da hatte jeder Müll eine Botschaft. Was will mein Schnupfen mir sagen, grübel. Marcus Barsch ist wieder zum Feuchtwerden.
Durchgefroren
Tafeln im Freien in der Frühlingssonne, ganz durch den Wind. Hab Antje getroffen. Sie beherrscht Quarkexpress und ist Geografin. Hab Lust, mit ihr die Reiseerzählungen für Thomas zu bearbeiten und die Petra Kahl anzubieten, falls sich noch ein paar Verben finden, die Gesehenes bewegen. Hoffentlich hat Thomas nicht nur ein fotografisches Gedächtnis, sondern seinen eigenen Film. Kleine Anekdoten wie die über Gegessenes will ich ihm aus der Nase ziehen. Im April könnte ich alle drei miteinander bekannt machen. Mir ist immer noch kalt, aber der Kaffee tut gut. Eingeklebte Umschläge mit den jeweiligen Suppenrezepten wären auch nett. Und Illustrationen. Ich werde Fannie dazu anbaggern. Aber das hat noch Zeit. Hab erst ein paar Sätze von ihm gelesen. Und bei denen ist mir das Grinsen vergangen. Die Leiche und das entsprechende Suppenrezept, träum. Allmählich wird mir wieder warm.
Webcam-Romanze
»Ficken! Zieh dich aus! Ich will deine Brust sehen! Bist du rasiert? Wann bist du das letzte Mal gefickt worden?« Das ist der Gesprächseinstieg beim Flirt-Chat. Die Ausgehungerteren bieten dir dann noch im Windows Live Messenger Sadomaso-Fotos und Pornofilme an. Und wenn du dann immer noch staubtrocken bist, bleibt ja noch der Blaster im Bremsstreifenocker des Lebens.
Crazy Days bei Möbel-Martin
Ich fühle mich leer, sehne mich nach Nähe und brenne aus. Das Bild im Spiegel wird immer trostloser. Das Lachen gefriert wächsern. Beziehungsstreit, was ist Beziehungsstreit? Warum ist Nähe manchmal so freudlos? Leo hat jetzt ein schönes Foto in seinem Messenger. So ein schöner Mann. Und der hat mich sich so nackt sehen lassen. Es ist verrückt. Was dem durch den Kopf gegangen ist? Ein verrückter Zufall. Wahrscheinlich hat er mich verwechselt mit irgendjemandem, den er mag. Groke fehlt mir. Das Leo-Foto scheint neu zu sein. Es ist alles so unwirklich. Martin und Claudia hätten gerade jeder eine Krise, sagt Nina. Heute ist Ninas Geburtstag. Obstsalat.
Das Bremsstreifenocker des Lebens
Inspiriert durch die Stille sitze ich wieder mal mit nassen Haaren vor dem Monitor, suche nach mir selbst, google nach Groke und werde sofort müde. Kontakt lässt sich nicht erzwingen. Auch nicht mit Google. Gestern meinte Thomas "Die wollen dich fertig machen". Ich hab keine Ahnung, warum er wollte, dass ich das denke. Will ich jemanden fertig machen? Oder er? Will er mich fertig machen? Das Radio und die Welt würde mich fertig machen wollen. Hab ihn nicht gefragt, warum er will, dass ich ihn so lese. Ich kann kaum lachen neben ihm. Neben ihm ist Lachen Schwerstarbeit. Es ist, als ob das Leben nichts mehr bereithält für mich. Der Tod der Synchronschwimmerin... Ob ich Dilda maile, tot wie er ist? Wölfchen hatte ich nach seinem Tod auch mit Mails bombardiert, um mir selbst interessanter zu werden. Hab keine Ahnung, was ich Dilda mailen würde, wenn er noch leben würde. Alles ist so belanglos geworden. Schlaf, einfach schlafen, ohne aufzuwachen. Diabetes. Jetzt ist er nicht mehr da. Schade. Ob er sich fertig gemacht hat?
Und sie war ihren Autosuggestionen schutzlos ausgeliefert
Irgendein Kasper transferierte Amokläufer per Assoziation in Attentäter. Und aus Attentäter wurde dann binnen kurzem Musiker. Danach ging nichts mehr, weder www.sr1.de, noch www.swr3.de. Zwei Sender auf einmal. Hab gestaunt über die plötzliche Stille. Wahrscheinlich ist es tatsächlich sicherer zu Terrestrischem zu bloggen. Obwohl auch der Walkman manchmal eigenartig reagiert. Dann schaltet er sich plötzlich ab. Vielleicht hat der auch eine eigene Seele, nicht so kompliziert wie das Weltweite, aber vielleicht durch das SesamÖffneDich "Wahnsinn" zu öffnen. Ich wünsche mir Überschaubares. Nicht so überschaubar wie die spärlichen Google-Einträge zu Groke, aber so überschaubar, dass ich Gehörtes und Erlebtes abgleichen kann. Micha hat heute zu Reiki etwas von mir gefunden. Irgendwo steht immer noch irgendwas, wovon ich keine Ahnung habe.
Freitag, März 30, 2007
Der Tod der Synchronschwimmerin
Lachen ist Schwerstarbeit mitten in dieser Weite. Ganz ohne das He,ÜberwachungMeintNichtDich,DuBistNurZufälligDabeiWährendIchSucheUndIchVergoogleDichWirklichNurPerSoftware. Eigentlich ist nichts passiert, ich hab lediglich ein paar Marcus-Barsch-Minuten verpasst und wittere gleich System. Es ist wie beim Sensen mit Walkman: Der Film läuft nah und grell, und ich bin gleichzeig in der ersten Reihe und Hauptdarsteller. Aber deshalb weiter zu zappen, wäre schade. Dilda ist tot. Der Film ist zu Ende. Er sieht ihn nicht mehr. Stattdessen taucht irgendein Fuzzy mit amerikanischer Tastatur im Blaster auf und labert über Nachhaltigkeit. Seit ein paar Wochen bekomme ich täglich um die selbe Zeit Anrufe von einem Mann. Ich höre ihm zu und sage nichts. Nach zwei Wochen sagt er, ich sei sein Lebensinhalt. Dabei spricht er immer wieder von einer Frau, die ich nicht kenne, zu mir, die er nicht kennt. Trotzdem sei ich sein Lebensinhalt. Wie sehr Schweigen verbindet, ist erstaunlich. Vielleicht sucht er ja auch nur einen externen Speicher für den Fall, dass er vorzeitig verblödet. Im Messenger hat sich die letzten Tage ein 23-Jähriger mit FickOderBlockierMich-Verwünschungen profiliert. Ich hab ihn schließlich blockiert. Angst hatte ich schon. Er hatte eine Menge durchgemacht. So viel, dass ich schon gern gewusst hätte, dass es ihm grad gut geht. Mein Voyeurimus hat ihn offensichtlich genervt.
Auf dieser Seite ist ein Fehler aufgetreten: Objekt wird erwartet
Die eigenwilligste Fehlermeldung seit langem. Es muffelt schon wieder nach Weltverschwörung. Nach diesem Zufall jedenfalls, der Truman-Show zum Krimi macht. Es ist wie immer, wenn da zu viel Gleichzeitiges ist: Irgendein Link fällt aus. Am Windows Media Player scheint es nicht zu liegen. Irgendwo da draußen hat sich was verändert. Anonym und nah. Draußen. Es meint nicht mich. Ich erlebe es nur. Kurz vorher war auf den SWR3-Seiten zu lesen, dass Schäuble jetzt eine Anti-Terror-Datei freischalten will. So gut es ist, Information zugänglich zu machen, so chaotisch ist diese Zentralisation von Datenbanken. Ich denke, das ist erst der Anfang eines gewaltigen Gaus, der das Internet plattwalzen wird. Zumal der Zugang lediglich auf Polizei und Nachrichtendienst beschränkt bleibt. 13 000 Personen umfasst die Datenbank bis jetzt. Solange der Zugang auf eine zentrale Datenbank auf einen bestimmten Personenkreis beschränkt bleibt, rudimentiert sie lediglich zum Druckmittel, wie die Daten des Arbeitsamtes auf den Arbeitsmarkt. Korruption und Manipulation werden dadurch nicht nur machbar, sondern mehr als wahrscheinlich.
Grinsen ist sein Job
Eigentlich ist ihm zum Heulen. Die Maske sitzt. Er nützt. Jedem. Ist ihm mies, macht er Urlaub. Er träumt so, dass er beim Träumen sicher verstanden wird. Von jedem, der zufällig vorbeikommt. Eine Geheimsprache hat er nicht nötig: Grinsen ist sein Job. Er wird verstanden. Er hat eine Message: Ich nütze euch. Er nützt euch.
Freitag
"Überlege doch einmal, was du deinem Chef nützt, fest im Sattel." Bin wütend wie selten, wenn ich das höre. Ausgerechnet Groke labert das. "Ersticke neben ihm. Rette ihn. Schmachte ihn an. Tauche Sommersprosse für Sommersprosse in Zartblau. Bäume dich auf, lächle mild und schlafe ein. Stirb leise", ist alles, was bei mir ankommt. Wie entstand der Buchtitel "Fest im Sattel"? Und warum nervt ausgerechnet Groke damit am Freitagmorgen? Tritt und buckelt der sich dort grad durch´s Team? Ich wünsche ihm Urlaub. Am besten Jahresurlaub. Verdammt, er fehlt mir. Ich hab Sehnsucht. Schade, dass die Cola über das Notebook gelaufen ist.
Single-Blues
Wenn jeder Zweifel Selbstzweifel wird, wird Ausatmen Sex. Er hält mich für einen Egomanen. Ficken ist die einzige Interaktion, die er benennt.
Someday - Glass Tiger
When I come home the telephone
Will say you're waiting for me
I ask you why, I hear you cry,
But you're still waiting for me
Hab das Lied noch nie gehört. Erwartet zu Werden, muss schlimm sein. Mindestens so peinlich wie Vergöttert zu Werden.
Will say you're waiting for me
I ask you why, I hear you cry,
But you're still waiting for me
Hab das Lied noch nie gehört. Erwartet zu Werden, muss schlimm sein. Mindestens so peinlich wie Vergöttert zu Werden.
Tim
Hab gestern mit ihm synchrongeschlafen. Mutter plätscherte vor sich hin. "33 Augenblicke des Glücks" von Ingo hatte sie gelesen. Ich hatte die Stories schon wieder vergessen. Ich merke mir die immer nur für Augenblicke. Alltagssplitter, belanglos wie der vorletzte Gedanke. Aber Tim war ausgeruht. Ich auch. Ein glücklicher Tag.
Fest im Sattel
Caro hatte den größten, hellsten Raum der Wohnung zum Schlafzimmer gemacht. Da war kaum Raum für ein Schlagzeug in dem schmalen Kinderzimmer. Sie hatte Großes vor. Als ich mich darüber mokiert hab, meinte sie nur, dass Martin aber fest im Sattel sitzt. Damals war er schon ausgezogen und hatte Tim ein Schlagzeug geschenkt. Das steht inzwischen direkt vor Tims Bett und wird nur selten benutzt. Martin sitzt fest im Sattel. Jetzt heißt eine WieOnaniereIchAmDekorativstenVorMeinemChef-Broschüre "Fest im Sattel". Lecker.
1., 2., 3.
Bleiern schwer ist der Morgen. Ich hab gestern eine fremde Stimme gehört. Jemand von Bayern 3. Kurz drauf begann wieder dieses IchBinGläsern. Diese bleierne Last. IchWerdeGesehen,MussGefallenUndFunktionieren. Sobald ich dann über Würde und Scham nachdenke, komme ich bei Ayos Explosionen an. Als ob Würde und Begleiten sich ausschließt. Verdammt, warum fällt mir das jetzt so auf? Warum ist Nähe so schnell entgrenzt? Was macht Sie unverzichtbar für Ihren Boss, fragt Groke grad. Das Begleiten bei Explosionen? Oder das Schweigen danach? Auf wen könnte ich nicht verzichten, wenn ich Boss wäre? Dilda fehlt mir, Franz nicht. Im Gegenteil. Ich bin froh, dass er weit weg ist, der große Schweiger.
Franz will grenzenloses Glück
Mit seinen 118 Kilogramm schmachtet er grad unverstanden. Alle würden sich von ihm abwenden. Die Mitpatienten seien schlimm. Es ist ein komisches Gefühl, das so zu lesen. Noch beim Lesen stelle ich mir vor, wann ich mich so gefühlt hatte und das dann auch geschrieben hab. Er ist immer noch der gleiche Überflieger, der eben mal kurz da war, um über Lidl-Preise zu schimpfen. Ich will nichts mit ihm zu tun haben, nichts mit seiner Sprengerei, nichts mit seiner Geldnot und nichts mit seinem grenzenlosen Glück. Das tut gut, das so zu schreiben, während Groke über das Glück des Selbstsingens spricht. Kann sein, ich singe zu wenig, auf alle Fälle weniger als Franz. Vielleicht fange ich irgendwann damit an. Später, wenn ich nicht mehr so vor Hass glühe, sobald ich ihn lese. Hass auf alles Mögliche. Auf sein Schweigen, seine reglose Stille, seine Schwerfälligkeit und seine Präsenz.
Huch, ist mir heute wieder virtuell
OK, das Weltweite hat seine Grenzen, wenn es konkret wird. Aber vielleicht macht gerade das seinen Reiz aus. Wie beim Surfen vorm Gewitter. Du weißt genau, dass der Wind kurz vorher wegbleiben wird. Du kalkulierst Lust und Risiko, um keinen Moment zu verpassen. Es wäre doch schade um die letzte Bö vor der großen Stille. Vielleicht frischt der Wind ja auch noch einmal auf, bevor es kracht. Siehst du den Blitz dann rasenmähermäßig die Luft zerschneiden, bleibt immer noch das Brett selbst. Das trägt. Liegen zu können, tut gut. Zu liegen und zu dösen. Es hat Grenzen, aber es ist zeitlos schön.
Jaund, hassu wasselernt?
Nirwana = "Erlös[ch]ung"
Weißßu was NIRWANA bedeutet, oder wisses wissen?Binni noilich zufällich drüber gestolpert.Irnbgso ne Identität von Auslöschung und Erlösung.Erinnert mich annen Vulkan, der ja irngwie erlöst ist, wenn entgültich ausgelöschz/erloschen.Die Erde kotzt nichmehr. Keine Vulptionen mehr.
Ein Dilda kurz vor Weihnachten
Weißßu was NIRWANA bedeutet, oder wisses wissen?Binni noilich zufällich drüber gestolpert.Irnbgso ne Identität von Auslöschung und Erlösung.Erinnert mich annen Vulkan, der ja irngwie erlöst ist, wenn entgültich ausgelöschz/erloschen.Die Erde kotzt nichmehr. Keine Vulptionen mehr.
Ein Dilda kurz vor Weihnachten
Sentimental, trivial und uninspiriert konstruierte Gescheitheiten
Hab das erste Mal bei offenem Fenster geschlafen. Der Morgen beginnt mit einem lauten Fiepen. Die Wasserleitung scheint das zu sein. Oder eine Mischung aus Wasserleitung und Fahrstuhl. Staubsauger ist es jedenfalls nicht. Jetzt schwebt der Ton. Schweinkram.
Donnerstag, März 29, 2007
Dilda
jetzt ist er tot. plötzlich und unerwartet. dabei hatte die weltrevolution noch gar nicht angefangen. er war witzig bis zum letzten tag. ein türkisch-wörterbuch wollte er schreiben.
Induktive Höranlage
Es gibt Tage, an denen er mich nicht hört. Ich hasse sein Spamfilter. Er nestelt dann kurz an seinem Hörgerät herum und verschwindet in den Untiefen des für ihn dann noch Hörbaren. Ich bin dann draußen.
Seine Speichen hatten viel gesehen
Angeblich war er unterwegs. Er fotografiert gern. Ein pflegeaufwendiger Asket. Will er dich besuchen, musst du glücklich sein. Sein Ohrenschmalz erstrahlt in sattem Orange. Ein guter Tag. Verdammt, warum beginnt er den Artikel nicht mit einem Mord, sondern mit weitschweifigem Gelaber über seine Ausrüstung? Irgendwann schreibe ich übers Hören. Irgendwann, wenn ich aufgewacht bin.
Sibylle Berg
Das war wieder mal Post, bei der ich zum Lesen das Licht ausgemacht hab, um mich weniger beobachtet zu fühlen. Hab mich dann durch den November 2004 auf der Extasia gezappt und mich wieder an die Gynäkologie-Vorlesung erinnert: Frau luftig frisch gespreizt, mit einem Foeten mit irgendeiner Aplasie im Leib, dazu ein besoffener Dozent, der sich freischrie. Es war jenseits der 12. Woche, und mann hatte entschieden, dass das Psychotrauma beim Austragen weniger brisant sei als das Risiko, keine weiteren gesunden Kinder mehr zu bekommen. Also trug sie ein Kind ohne wasweissich aus. Ohne Hirn war es nicht, die Nieren fehlten, glaube ich. Intim wie Montag Morgen früh um sieben war das. Was schreibst du da mit? Professor Richter ist bescheuert? Das war nicht nötig, das wusstest du auch so. Trägt seinen Konflikt vor hundert Studenten aus.
Helga
Sie führte ihren Ursprung auf Honecker und Kaiser Wilhelm zurück, kam aus dem Saarland und trug rosa Mini-Schlauchkleider über ihrem monumentalen Körper. Ihre Wohnung erinnerte an ein Pflegeheimappartment und ihre Duschseife an Erbrochenes. Sie wurde verfolgt, sagte sie, und zeigte ein Stück Papier, das das zu bestätigen schien.
Vielleicht war der Tsunami ein Kernwaffenmanöver
Wer waren die komischen Vögel, die kurz vor der Welle auftauchten? Waren es tatsächlich keine munitionsbestückten Rucksacktouristen, die per Drachensegler den Gau initialisierten? Warum tauchte die Welle direkt nach Dildas Anruf auf? Was hatte Dilda mit sich öffnenden Türen gemeint?
Ich sehe dich
Wenn viele Fernseher an sind, ist es jedes Mal wieder erstaunlich, wenn tatsächlich in jedem Gerät das Gleiche zu sehen ist. Beim Webradio streut das Gehörte ja auch um Sekunden. Besonders eindrucksvoll ist das, wenn ein Gesicht die Kamera fixiert. Anders als bei der Webcam scheinen da nicht Ewigkeiten von der Mimik bis zum Gesehenen zu vergehen. Es ist unmittelbar, meint dich und berührt dich. Scheinbar dich und nur dich. Du bist fasziniert, willst reagieren und gehst doch ins Leere, triffst immer wieder auf das Filter dessen, der da spiegelt, auf dich selbst. Auf deine eigene gähnende Leere. Bis alles gesagt ist, was zu sagen war, und sich Gedachtes in einer Endlosschleife zu wiederholen scheint. Es ist ein Kontakt mit dir selbst über einen winzigen Umweg, dem, der Schlaf bunt macht, einem Spiegel von vielen. Dem Display, das Erwartetes spiegelt.
Mittwoch, März 28, 2007
007-Bewegungsbilder
Was war deine letzte effektive Autosuggestion? An wen hast du dabei gedacht? Was hast du dabei erlebt? Welche Gleichzeitigkeiten haben dich dabei besonders irritiert? Wann hattest du den größten Benefit bei Ablationshypnosen? Wen sprichst du nicht an, sobald du Angst hast? Wer reagiert am seltensten, wenn du ihn in so einer Phase ansprichst? Hast du eine Chartliste der Leute, die du in Angstphasen stalkst? Warum verdammt beherrschst du diese Phasen nicht ohne Dritte? Was macht deine Angst so wenig greifbar? Kann es sein, dass du dich mit der Angst nur interessant machen willst? Fühlst du dich erfolgreich?
Haut trägt. Immer wieder. Ausgeruhte Haut. Das ist die effektivste Autosuggestion. Dazu eine Stimme, an die ich mich ohne weiteres erinnern kann und die im Moment nicht negativ besetzt ist, weil sie mich nicht mit Erwartungsdruck überfrachtet. Hab grad über die Sehnsucht nach Freiheit bei der Verknüpfung von Echtzeitkohärenz und Zufall nachgedacht, als Groke Cola aufs Notebook kippte. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass er ein Notebook hat. Die Stimme hatte sich kaum verändert. Trotzdem hat er signalisiert, dass er gerade aufgeregt ist. Mein Filter war total auf IchSende verstellt gewesen. Ich hatte gerade über Thomas nachgedacht. Alles, was Groke machte, schien eine Reaktion darauf zu sein, was ich schrieb. Als ob er schon beim Schreiben Zugriff darauf hatte. Immerhin erst beim Schreiben und nicht schon beim Denken. Das Schreiben schützt. Output überhaupt. Das Draußen rückt dann weiter weg. Und jeder Output lädt dann selbst wieder zur Tranceinduktion ein, um zu deafferenzieren. Einerseits träume ich oft, andererseits will ich träumen. Lange und ausgiebig. Heute früh habe ich in den letzten SWR3-Spleth-Minuten zu Echtzeitkohärenz Zufall assoziiert. Die Datei ließ der Blaster abstürzen. Es sei Spam, behauptet Alvar. Alvar ist blöd. Echtzeitkohärenz ist Zufall. Zum Glück hatte ich es auf der Festplatte gespeichert. Ab Acht sendete dann Uwe Groke auf SR1 und sprach das erste mal von seinem Notebook. Er hatte Cola über die Tastatur gekippt. Schlecht für seine Festplatte. Kurz vorher hatte er noch an sie gedacht. Als die Cola umkippte, hatte ich gerade mit Micha gechattet. Es ging mir immer noch um die Echtzeitkohärenz und die Sehnsucht nach Freiheit. Wie nah das plötzlich alles war, hat mich gewundert. Jeder lebte in seiner Zeit, und trotzdem schien alles zu einem Filz verflochten zu sein.
Eine Chartliste derjenigen, die ich dann anspreche, habe ich nicht. Thomas brauche ich dann nicht anzusprechen. Der hat den Tiefgang einer Flunder und reagiert nur barsch. Micha hat den Kopf eigentlich auch mit anderem voll, nimmt sich aber Zeit für mich. Und der, den ich am liebsten dazu hören würde, schweigt sich aus. Der lebt in einer anderen Welt, in der ich nicht auftauche. Die Angst selbst resultiert daraus, dass ich nicht kontrollieren kann, was woanders gerade passiert. Ich hab beim Cola-Umkippen nicht mal die veränderte Stimmfärbung bemerkt. Nur dass er permanent auf die Uhr geschaut hatte, war mir aufgefallen. Mir war einsam. Nix Beseeltes war da zu spüren. Nur Zeitnot. Der Text übers Hören ruft. Irgendwann schreibe ich weiter dran. Wenn ich jetzt nicht aufhöre, fange ich das dritte Mal mit Grokes Cola an.
Haut trägt. Immer wieder. Ausgeruhte Haut. Das ist die effektivste Autosuggestion. Dazu eine Stimme, an die ich mich ohne weiteres erinnern kann und die im Moment nicht negativ besetzt ist, weil sie mich nicht mit Erwartungsdruck überfrachtet. Hab grad über die Sehnsucht nach Freiheit bei der Verknüpfung von Echtzeitkohärenz und Zufall nachgedacht, als Groke Cola aufs Notebook kippte. Bis dahin wusste ich gar nicht, dass er ein Notebook hat. Die Stimme hatte sich kaum verändert. Trotzdem hat er signalisiert, dass er gerade aufgeregt ist. Mein Filter war total auf IchSende verstellt gewesen. Ich hatte gerade über Thomas nachgedacht. Alles, was Groke machte, schien eine Reaktion darauf zu sein, was ich schrieb. Als ob er schon beim Schreiben Zugriff darauf hatte. Immerhin erst beim Schreiben und nicht schon beim Denken. Das Schreiben schützt. Output überhaupt. Das Draußen rückt dann weiter weg. Und jeder Output lädt dann selbst wieder zur Tranceinduktion ein, um zu deafferenzieren. Einerseits träume ich oft, andererseits will ich träumen. Lange und ausgiebig. Heute früh habe ich in den letzten SWR3-Spleth-Minuten zu Echtzeitkohärenz Zufall assoziiert. Die Datei ließ der Blaster abstürzen. Es sei Spam, behauptet Alvar. Alvar ist blöd. Echtzeitkohärenz ist Zufall. Zum Glück hatte ich es auf der Festplatte gespeichert. Ab Acht sendete dann Uwe Groke auf SR1 und sprach das erste mal von seinem Notebook. Er hatte Cola über die Tastatur gekippt. Schlecht für seine Festplatte. Kurz vorher hatte er noch an sie gedacht. Als die Cola umkippte, hatte ich gerade mit Micha gechattet. Es ging mir immer noch um die Echtzeitkohärenz und die Sehnsucht nach Freiheit. Wie nah das plötzlich alles war, hat mich gewundert. Jeder lebte in seiner Zeit, und trotzdem schien alles zu einem Filz verflochten zu sein.
Eine Chartliste derjenigen, die ich dann anspreche, habe ich nicht. Thomas brauche ich dann nicht anzusprechen. Der hat den Tiefgang einer Flunder und reagiert nur barsch. Micha hat den Kopf eigentlich auch mit anderem voll, nimmt sich aber Zeit für mich. Und der, den ich am liebsten dazu hören würde, schweigt sich aus. Der lebt in einer anderen Welt, in der ich nicht auftauche. Die Angst selbst resultiert daraus, dass ich nicht kontrollieren kann, was woanders gerade passiert. Ich hab beim Cola-Umkippen nicht mal die veränderte Stimmfärbung bemerkt. Nur dass er permanent auf die Uhr geschaut hatte, war mir aufgefallen. Mir war einsam. Nix Beseeltes war da zu spüren. Nur Zeitnot. Der Text übers Hören ruft. Irgendwann schreibe ich weiter dran. Wenn ich jetzt nicht aufhöre, fange ich das dritte Mal mit Grokes Cola an.
Nothing compares to you
Vom Schwerte: "Ein älteres Ehepaar im Laden. Er lächelt sie versonnen an und fragt: Sollen wir die Wände in Eichelviolett machen, das passt so gut zum Muschirosa der Couch, insgesamt passt das Bremsstreifenbraun nicht so gut, auf die natursektfarbenen Gardinen sollten wir aber auch verzichten."
Sehnsucht nach Freiheit
Eigentlich habe ich alles, was ich brauche: Ein endlos langes Schriftfeld und Zeit. Aber schon, indem ich zu einem konkreten Thema längere Zeit zu schreiben versuche, fühle ich mich eingeengt. Am schönsten ist es, per Einwort-Assoziation durch Hypertext zu surfen, um zu sehen, wie sich meine Filter verändern. Gestern hab ich Chanel #5 in der Straßenbahn aufgelegt, aber geschwitzt. Jedes verzogene Gesicht und jedes Zurückweichen meinte plötzlich mich. Ich hab mich gefühlt wie eine Aussätzige. Aber die Straßenbahn war voll, und ich hatte versprochen, ein Ticket für das Polarkreis18-Konzert zu kaufen. Dieses Filterverstellen wirft mich dann für Ewigkeiten aus der Bahn. Ich kontrolliere dann jede Reaktion in meiner Umgebung mit Blickkontakt bis zur Schamgrenze. Freiheit aufzuatmen... Hab dann ausgezogen, was vor Dritten auszuziehen war, die Bahn an der nächstmöglichen Haltestelle geräumt und am Ticketschalter endlos lang über Leos Webcam-Wixxerei erzählt, um mich wieder ein bißchen freier zu fühlen.
Echtzeitkohärenz beim Stalken
Die Angst kommt in Wellen, kurz vorher ein Hoch. Aber mittlerweile vergällt mir die Vorahnung auf den nächsten Angstschub die Freude am Momentanen. Immer hellwach auf der Flucht vor allem, was zu begleiten scheint, ohne dass ich es eindeutig zuordnen kann. Zuordnen im Wohin und Woher der Information. Irgendwann holt mich dann doch der Schlaf ein. Aber dazu muss ich Mensch atmen. Dazu genügt es mir nicht mehr, nur eine Stimme zu hören. Als ob sich eine Spannung aufgebaut hat, die nur im Schwarm nachlässt.
Dienstag, März 27, 2007
Timonil
So faszinierend das Zeug anflutet, so beschissen ist das Ausschleichen. Besonders das Stimmenhören stresst. Die ganze Welt scheint dich zu meinen. Du rutschst bis in den tiefsten Parkinson, jede Bewegung verplumpt zu zäher Steife und du ahnst die Starre, die später überall dort sein wird, wo du eben noch atmest. Jeder Atemzug der letzte für Ewigkeiten. Und trotzdem meint alles dich. Es ist ganz großes Kino. Und du DIE Fehlbesetzung mitten im Lichtschacht. Timonil. Ein Scheißzeug. Und auf jede nicht eingetretene Epilepsie bist du stolz.
Bei Peter gelesen
Ein männlicher Papagei lebt seit langer langer Zeit friedlich in einem großen goldenen Käfig und verschaukelt sein Leben auf einer großen hölzernen Schaukel, tagein- tagaus. Das geht so über viele glückliche Jahre bis er eines guten Tages entdeckt, dass ihm die Leidenschaft, also das andere Geschlecht fehlt. Je mehr er darüber nachdenkt, desto kleiner wird der Käfig, tagein- tagaus. Ja, in seiner Not erlernt er die menschliche Sprache als Ventil und zum Leidwesen seines Herren,denn tagein- tagaus denkt er nur an eines....und zwar so laut,dass er das ganze Mietshaus am Abend eines schönen Tages wachschreit.Der Herr in seiner Not, ruft nach einigen gutgemeinten Ratschlägen aus der wohlmeinenden Nachbarschaft seinen besten Freund an, um diesem sein Leid zu klagen. Daraufhin wird er gebeten den Papageien einfach mitzubringen, am abendlichen Skat teilzunehmen, denn man würde ja schon eine Lösung für das Problem finden.Als er dort mit dem Papagei eintrifft, schreit der Papagei noch immer lauten Halses jede Menge unanständige Wörter. Der Freund kaserniert also ohne große Umstände den Papagei in der Kühltruhe, damit sich dieser abkühle, bittet seinen Freund in die Wohnstube und man beginnt den Skatabend bei ein paar Flaschen Bier.Ein paar Stunden später erinnert sich der Herr des Papageien schlechten Gewissens an sein Tier und an die Kühltruhe. Man munkelt, der Papagei sei inzwischen erfroren, steinhart und mausetot.Als man dann vorsichtig den Deckel der Truhe hebt,ist alles aufgetaut,der Papagei völlig zerzaust,alle Federn stehen ab, der Schweiß steht dem Papageien auf der Stirnund man hört nur einen Satz:Diese Wiesenhofschlampenmachen die Beine einfach nicht auseinander.
Montag, März 26, 2007
Senile Weltflucht
Ich höre es, und es meint sofort mich. Grell und laut. Ich hab schon gar nicht mehr den Kontext gehört. Dann nach Geschriebenem zu googeln, war eins. Wie bin ich heute verlinkt? Ogott, Google. Ich hätte nie gedacht, dass mich die Suchmaschine irgendwann so beschäftigen wird, dass ich sie beim Schreiben mitdenke. Irgendwas passiert da draußen grad. Irgendwas, was eigentlich nichts mit mir zu tun hat, mich aber trotzdem verunsichert.
Sonntag, März 25, 2007
Jetzt liest er grad.
Bin müde wie lange nicht. Nina wusste sogar plötzlich, dass Matthias Weischer heißt. Überall muffelt es nach Promi, nur bei mir nicht. Verdammt, das Geld könnte ich auch gebrauchen. 15 000 Euro. Die haben beide ein Stipendium, um in Italien zu schaffen. Ausgerechnet die. Manche sind eben Glückskinder, sagt Nina. Ingo Schulze und Matthias Weischer - die Zukunft des Ostens. Ich hab keine Lust, die beiden zu sehen, ihnen vielleicht noch zu gratulieren. Wozu auch. Ich kenne die nicht und vermisse sie auch nicht. Verdammt, in jeder Illustrierten tauchen die beiden auf, als ob Mutter die sammelt. Und jetzt nuschelt der ein Klassenzimmer voll.
Bostalsee
Verwinkelte, enge Gassen mit vielen Bogengängen am Hang, der Supermarkt gleich um die Ecke und einen potenten Internetzugang, um openend zu schreiben, zwei-drei Lektoratsjobs und immer viel Sonne. Das wär´s. Ein deutsches Dolcedo direkt am See. Und Schnee. Viel Schnee. Und Fußbodenheizung. Und Groke. Immer mal sein Gelaber aus dem Radio. Heute hab ich nach dem Moderationsplan für die nächste Woche beim SR1 gesucht und wie immer nichts Brauchbares gefunden. Es ist, als ob die genauso zufällig entscheiden, wer was wann wo wie ins Netz stellt wie beim PSR. Ein Hire&Fire-Sender.
Das hohe Alter
Da standen sie zu dritt, starrten auf den Honert, den ich Nina grad zeigen wollte. Mitten auf meiner Bühne. Und sie redeten. Jedes Wort war zu viel. Hab nur noch überlegt, ob ich das jetzt bin. Verdammt, welcher Film lief da grad? Zuwendungsfreudige Mutter beglückt einzige Tochter? Kurz drauf wäre ich fast mit ihr auf die Frauenkirche gestiegen, um ihre Höhenangst zu erleben. Zwei Laugenbrezeln wurden es dann und ein kurzer Blick gen Frauenkirche vom Coselpalais aus. Wo ist ihr Lieblingsort in Dresden? Für mich immer noch im Yogastudio, eins mit mir, umgeben von Alten.
Samstag, März 24, 2007
Geschwätzige Krake
Manchmal schweigt sie demonstrativ, um ihn abzustrafen. Die Stille wird fast unerträglich. Schokoladenpflichtig. Besonders wenn sie ihren einzigen Stern zu meinen scheint. Er ist verfettet und zerliebt nach erfolgloser Gegenwehr. Ihr Schnuddelprinz ruht in sich wie eine vorgealterte Glucke.
Er ist auf dem Weg.
Alles muss schnell gehen, strukturiert und komplex. Ein Starfighter von vielen. Verlieben wird er sich nicht mehr, weiß er. Kein Grund, ihn zu verunsichern. Der Plan ist gut. Verdammt, tut das gut, über ihn zu schreiben. Das hätte ich eher tun sollen. Ich hab noch nie einen Mann gesehen, der so oft seine Bettdecke lüpft, aber angeblich nicht friert.
Entgrenzt
Manchmal schreibe ich Text in den Blaster, nur um zu sehen, ob sich die Stimmfärbung des Moderators im Webradio ändert. Manchmal genügt mir dann schon, den Text selber zu lesen, zu vergleichen und ihn dann zu löschen, ohne ihn überhaupt zu laden. Das sind dann die konspirativen Momente, in denen ich mich schon beim Schreiben beobachtet fühle. Manchmal brauche ich die Gewissheit, dass der Text in der Blasterstatistik auftaucht. Manchmal wird er mir so wichtig, dass ich ihn in einen Chat reinpacke. Aber dann sind schon x Filter drübergegangen und er ist kaum noch spontan, eher ein Schachzug von vielen.
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